Blick ins Buch

Romane

Ohrfeige

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Über das Buch

Ein Flüchtling betritt die Ausländerbehörde, um ein letztes Mal seine Sachbearbeiterin aufzusuchen. Karim Mensy ist wütend und hat nur einen Wunsch: dass ihm endlich jemand zuhört. Vor drei Jahren ist der Iraker aus dem Transporter eines Schleppers gesprungen und wähnte sich in Frankreich – er war aber in der bayrischen Provinz. Drei bizarre Jahre, in denen Karim sich eine neue Lebensgeschichte erfinden muss, durch Formulare, Gelegenheitsjobs und Asylunterkünfte kämpft, auf fragwürdige Freunde einlässt und auf abenteuerliche Liebschaften. Doch mit der Ablehnung seines Asylantrages steht Karim wieder vor dem Nichts. Abbas Khider stellt unser Selbstverständnis einer offenen Gesellschaft in Frage - stimmgewaltig, tieftraurig und voller Witz.

Editionen (5)

ISBN9783442714902
Verlagbtb
Erscheinungsdatum14.08.17
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

60 Bewertungen

10 Rezensionen

3,8

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  • mimiinwanderland
    mimiinwanderland

    120 Follower

    2,5

    Das Hörspiel hat mich total verloren

    Ohrfeige von Abbas Khider habe ich als Hörspiel gehört und das war leider nicht meins. An sich fand ich die Geschichte spannend: Ein junger Mann flieht aus dem Irak, will eigentlich nach Frankreich, landet aber in Deutschland und muss sich hier als Geflüchteter zurechtfinden. Ein wichtiges und interessantes Thema. Das Problem war für mich die Umsetzung als Hörspiel (nicht Hörbuch). Mit verschiedenen Sprechern, Musik und ohne klassischen Erzähler fühlte es sich eher wie ein Theaterstück an. Anfangs fand ich das noch cool, aber ich bin schnell rausgekommen und konnte der Handlung irgendwann kaum noch folgen. Am Ende war es dann auch einfach plötzlich vorbei und ich saß da und dachte: Ok.. was genau habe ich jetzt eigentlich gehört? Inhaltlich interessant, aber die Umsetzung hat mich leider nicht abgeholt.

    15. Apr. 2026

  • dinaisy
    dinaisy

    213 Follower

    3,0

    📋📋📋

    Karim flieht aus Irak nach Europa. Er möchte nach Frankreich zu Verwandten, doch wird er von seinem Schlepper in Bayern abgeladen. Und dort angekommen ist das, was Freiheit und Hoffnung versprach, nur noch Bürokratie, Zwangsvergemeinschaftung und ein Leben am Rand der Gesellschaft. Das Ankommen bzw. das Abgestellt werden beschreibt Khider großartig. Und doch fehlte mir etwas, vielleicht Sympathie zu Karim, um das Buch besser zu bewerten.

    2. März 2026

  • _sarina_
    _sarina_

    149 Follower

    4,5

    📚 Inhalt Ein Flüchtling betritt die Ausländerbehörde, um ein letztes Mal seine Sachbearbeiterin aufzusuchen. Karim ist wütend und hat nur einen Wunsch. Er will, dass ihm endlich jemand zuhört. Vor der Jahren sprang der Iraker aus dem Lastwagen eines Schleppers und dachte, er sein in Frankreich. In Wahrheit landete er allerdings in einer bayrischen Provinz. Es vergehen drei Jahre, in denen Karim sich eine neue Lebensgeschichte erfinden muss, in denen er sich durch Formulare, Gelegenheitsjobs und Asylunterkünfte kämpfen muss, fragwürdige Menschen seine Freunde nennt und eine abenteuerliche Liebschaft eingeht. Doch mit der Ablehnung seines Asylantrags steht Karim wieder vor dem Nichts. 📖 Meinung Eine kurzweilige Geschichte, die trotz der Schwere der Thematik mit Leichtigkeit und Witz geschrieben worden ist. Es war sehr spannend, den Protagonisten zu verfolgen und seine Herausforderungen und Schwierigkeiten mitzuerleben. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Probleme alle auf einen zukommen können, wenn man selber (glücklicherweise) nie in der Situation war. Ich finde vor allem auch die Identitätskrise sehr interessant, die auch in der Handlung Platz gefunden hat. Entweder man öffnet sich der neuen, fremden Kultur oder das Gegenteil passiert und eine Radikalisierung findet statt. Ich fände es wichtig, solche Bücher und Geschichten populärer zu machen, damit mehr Verständnis für geflüchtete Menschen aufkommen kann. Ein tolles Buch, das eine klare Leseempfehlung von mir bekommt.

    29. Apr. 2025

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Abbas Khider

Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er aus dem Irak und hielt sich in verschiedenen Ländern auf, seit 2000 lebt er in Deutschland. 2008 erschien sein Debütroman »Der falsche Inder«, es folgten »Die Orangen des Präsidenten« (2011), »Brief in die Auberginenrepublik« (2013), »Ohrfeige» (2016), »Deutsch für alle. Das endgültige Lehrbuch« (2019) und »Palast der Miserablen« (2020). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis geehrt. Abbas Khider lebt zurzeit in Berlin.

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