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4 🌟- Das Buch versucht zu ergründen, wie junge Menschen zu Faschisten werden. Es ist ein Weg von vielen, den Davide Coppo beschreibt.
Die Geschichte um den jungen Ettore hat mich sehr bewegt. Ich wollte ihn oft schütteln und ihn anschreien.. aber irgendwie habe ich auch Mitleid empfunden. Dafür, dass er aus keinem liebenden Elternhaus kommt und daraus resultierend sich einer Gruppe angeschlossen hat, die ihm Anerkennung und ein Gefühl von Dazugehören gegeben hat. Und mir wurde wieder deutlich, welche wichtige Instanz die Schule spielt. Wie wichtig Aufklärung ist, wie wichtig es ist politische Debatten in der Schule aufzugreifen und einzuordnen. Obwohl der Roman Anfang der 2000er spielt, ist er doch zeitlos geblieben. „Warum also wird man mit vierzehn oder fünfzehn Faschist? Nicht aus einer plötzlichen Erkenntnis heraus: Das läuft nicht so wie in der Liebe, und auch nicht wie beim Glauben. Es war aber auch kein Endpunkt eines ideologischen Reifungsprozesses. Eher war es eine Frage der Ästhetik - und vor allem der Identität. Wobei, das gilt wohl nur für mich. Es stand auch keine Verkettung unglücklicher Umstände dahinter, obwohl Unglück durchaus eine Rolle spielte. Das soll keine Rechtfertigung sein, so als wäre Faschismus eine allergische Reaktion auf einen Insektenstich. Aber eine Folge von Reaktionen war es sehr wohl, denn diese Art Identität konstruiert man sich Monat für Monat, Episode für Episode. Zunächst als Antwort, erst dann als Behauptung.“ (S.59)
21. Okt. 2025
4 🌟- Das Buch versucht zu ergründen, wie junge Menschen zu Faschisten werden. Es ist ein Weg von vielen, den Davide Coppo beschreibt.
Die Geschichte um den jungen Ettore hat mich sehr bewegt. Ich wollte ihn oft schütteln und ihn anschreien.. aber irgendwie habe ich auch Mitleid empfunden. Dafür, dass er aus keinem liebenden Elternhaus kommt und daraus resultierend sich einer Gruppe angeschlossen hat, die ihm Anerkennung und ein Gefühl von Dazugehören gegeben hat. Und mir wurde wieder deutlich, welche wichtige Instanz die Schule spielt. Wie wichtig Aufklärung ist, wie wichtig es ist politische Debatten in der Schule aufzugreifen und einzuordnen. Obwohl der Roman Anfang der 2000er spielt, ist er doch zeitlos geblieben. „Warum also wird man mit vierzehn oder fünfzehn Faschist? Nicht aus einer plötzlichen Erkenntnis heraus: Das läuft nicht so wie in der Liebe, und auch nicht wie beim Glauben. Es war aber auch kein Endpunkt eines ideologischen Reifungsprozesses. Eher war es eine Frage der Ästhetik - und vor allem der Identität. Wobei, das gilt wohl nur für mich. Es stand auch keine Verkettung unglücklicher Umstände dahinter, obwohl Unglück durchaus eine Rolle spielte. Das soll keine Rechtfertigung sein, so als wäre Faschismus eine allergische Reaktion auf einen Insektenstich. Aber eine Folge von Reaktionen war es sehr wohl, denn diese Art Identität konstruiert man sich Monat für Monat, Episode für Episode. Zunächst als Antwort, erst dann als Behauptung.“ (S.59)
21. Okt. 2025






