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Unter Dojczen

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Über das Buch

Über die besondere Freundschaft zwischen einer hanseatischen Matriarchin und ihrer polnischen Pflegekraft. Ausgebrannt und doch voller Hoffnung sitzt Jola in einem Minibus, der aus Polen kommt und in Deutschland Pflegekräfte abliefert wie Pakete. Über Ursula »Uschi« von Klewen, Matriarchin einer Hamburger Arztfamilie, hat Jola von ihrer Vermittlungsagentur nur Gutes gehört. Die Erfahrung lehrt sie, sich anzupassen, um ihrer deutschen Chefin zu gefallen. Doch als die temperamentvolle Uschi ihr mit Respekt und Wertschätzung begegnet, kommt Jola langsam wieder zu Kräften. Die beiden Frauen erleben in ihrem Alltag einige Abenteuer miteinander. Und schließlich vertraut Jola Uschi sogar ihr größtes Geheimnis an.

Editionen (2)

ISBN9783910372276
VerlagKjona Verlag
Erscheinungsdatum22.07.24
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

63 Bewertungen

16 Rezensionen

3,9

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  • _butterblume_
    _butterblume_

    594 Follower

    4,5

    "Wenigstens Zigaretten waren in Polen noch billiger als in Deutschland. Und Menschen natürlich. Jola war zu alt für Illusionen. Das war der einzige Grund, warum sie hier erwünscht war: Sie war ein beliebtes, weil billiges Importprodukt." Die alleinerziehende Polin Jola pendelt zwischen Polen und Deutschland, um als 24h-Pflegekraft den Lebensunterhalt für sich und ihre Tochter Magda zu bestreiten. Dabei entfremdet sie sich immer mehr von ihrer Tochter, die sie zwangsläufig in der Obhut ihrer Nachbarin lassen muss. Jola muss in ihrem Beruf sehr viel ertragen und sich sehr viel gefallen lassen, wird ausgenutzt, ausgebeutet und teilweise menschenunwürdig behandelt. Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht sagen, lest selbst. Warum fällt es uns so schwer, Dankbarkeit und Anerkennung zu zeigen? Gerade in einem Beruf, der so wichtig ist, Aufopferung und ein großes Maß an Empathie fordert, sollte den Pflegenden Wertschätzung entgegen gebracht werden. Der Stil und die flüssige Schreibweise von Mia Raben hat mir sehr gut gefallen und von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung ⭐

    1. Jan. 2025

  • nickalala
    nickalala

    124 Follower

    4,0

    "Wie lange hatte sie nicht mehr wild getanzt? Zwanzig Jahre? Sie genoss den Rausch, das Tanzen und das Singen, und es war ihr völlig egal, ob irgendjemand da oben sie hörte. Sollten sie doch aufwachen! Sollten sie sich doch schwarzärgern, die feinen Herrschaften!" Puh! Danke der Autorin für diesen teilweise bedrückenden Einblick in das stille, stumme, unauffällige Leben oder Leiden tausender osteuropäischer Frauen, die wie Leibeigene rund um die Uhr deutsche Senioren in privaten Haushalten pflegen. Oft gedemütigt und ausgebeutet, nie als gleichwertige Menschen behandelt, weit weg von ihren Familien, ihren Kindern. Zwischen den Welten, auf der einen Seite Polen und auf der anderen Deutschland, versucht die Protagonistin Jola ihren eigenen Weg zum Glück zu finden. Ein starker Roman, der mich sehr nachdenklich zurücklässt.

    17. Nov. 2024

  • moneslesecouch
    moneslesecouch

    75 Follower

    5,0

    Menschlichkeit im Umgang miteinander

    Jola fährt einmal mehr von ihrer polnischen Heimat nach Deutschland, um eine neue Stelle als Pflegekraft anzutreten. Nach ihren letzten Erfahrungen kann und will sie eigentlich nicht mehr weitermachen. Doch dieses Mal landet sie in einer Hamburger Arztfamilie bei der Matriarchin der Familie „Uschi“, Schon die Begrüßung durch deren Tochter fällt anders aus als sie es bislang erlebt hat. Sie wird als Person wahrgenommen und respektiert. Und ganz langsam beginnt sie, auch durch ihre Anpassungsfähigkeit, sich mit der mitunter nicht ganz einfachen Uschi anzufreunden. Es gibt Höhen und Tiefen im täglichen Miteinander und die beiden erleben einiges zusammen, doch letztlich steht auch Uschi hinter Jola. So gelingt es Jola, langsam wieder zu sich zu finden, Kraft zu tanken und vertraut Uschi sogar ihr großes Geheimnis und den Grund ihrer Arbeit als Pflegekraft fern der Heimat an. Ein Buch, das in sehr klarer und kraftvoller Sprache den Alltag von Pflegekräften und auch der Pflegebedürftigen beschreibt. Hier werden menschliche Schicksale beschrieben und es treten Abgründe hervor im Umgang mit Menschen, die in einem völlig fremden Land Arbeit verrichten, für die es in unserem Land einfach nicht genügend Kräfte gibt. Ein Buch, das Augen öffnet, das aber auch klar mit dem Finger auf Missstände zeigt und über all dem eine Zartheit und Hoffnung auf einen menschenwürdigen Umgang miteinander schwebt. Ein Buch, das zeigt, wie es für beide Seiten funkionieren kann! Natürlich ist es ein fiktiver Roman, in dem letztlich über der Handlung stets Empathie und Hoffnung liegen, der aber ohne Kitsch daherkommt und ihn somit für mich zu einer klaren Lesempfehlung macht. Für alle, die sich mit dem Thema der häuslichen Pflege beschäftigen wollen oder müssen oder die einfach einen richtig gut geschriebenen Roman in absolut hochwertiger Aufmachung lesen mögen.

    30. Okt. 2024

3 von 16 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Mia Raben

Mia Raben, geboren 1977, arbeitete als freie Korrespondentin in Warschau, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt heute als Journalistin und Autorin mit ihrer Familie in Hamburg. Sie hat eine polnische Mutter und einen deutschen Vater. »Unter Dojczen« ist ihr erster Roman.

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