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Über das Buch

»Eure Blicke begegnen sich in der Stille. Es braucht keine Worte. Dies ist eine ehrliche Begegnung.« Zum ersten Mal sehen sie sich in einem Pub in South East London. Beide sind schwarz, beide haben schon in der Schule nicht recht dazugehört. Und beide versuchen nun als junge Künstler - er ist Fotograf, sie Tänzerin - ihren Platz zu finden in der englischen Hauptstadt, die sie mal umarmt und mal abstößt. Sie teilen so viel miteinander, die Liebe zu afroamerikanischen Autoren, zum Hip- Hop, und er weiß schon bei der ersten Begegnung, dass sie füreinander bestimmt sind. Aber sie bewegen sich nicht im luftleeren Raum, und die Welt kann ein grausamer Ort sein. Caleb Azumah Nelson erzählt auf schmerzlich schöne Weise die große Liebesgeschichte zweier junger Menschen und erkundet zugleich Fragen von Identität, Diskriminierung und Unterdrückung. Wie (über)lebt man in einer Welt, in der man nicht gesehen wird, in einer Gesellschaft, die einem ein Label aufdrückt? Was heißt es, jedes Mal Angst haben zu müssen, sobald man seine Wohnung verlässt, was, verletzlich zu sein, wenn nur Stärke zu zählen scheint? Und wie fühlt es sich an, in der Liebe Geborgenheit zu finden - und wieder zu verlieren? Caleb Azumah Nelson hat einen der aufregendsten und aufrichtigsten, einen der wichtigsten Debütromane des Jahres geschrieben.

Editionen (1)

ISBN9783311100768
VerlagKampa Verlag
Erscheinungsdatum29.07.21
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

257 Bewertungen

33 Rezensionen

4,0

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  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Follower

    4,5

    „Du hast über dein Verhältnis zu offenem Wasser nachgedacht. Über das Trauma, und dass es immer an die Oberfläche kommt und dann dort auf dem Meer treibt. […] Du hast immer gedacht, wenn du im offenen Wasser den Mund aufmachst, würdest du ertrinken, und wenn du den Mund nicht aufmachst, würdest du ersticken.“ Ich hätte dieses Buch am liebsten inhaliert, aber es braucht vollste Aufmerksamkeit und Konzentration, damit die Worte wirken können. Nach dem beenden, hat es mich immer noch mitgenommen. Ich war so tief drin in diesem Buch, so nah an dem Protagonisten dran, dass mir nach dem beenden etwas gefehlt hat. Die Du-Perspektive fand ich anfangs etwas verwirrend, aber ich glaube tatsächlich, das dies der Grund ist, warum es sich so nah angefühlt hat. Die poetische Sprache ist bezaubernd. Es gibt hier keine Geschichte mit Anfang und Ende im klassischen Sinne, sonder Gefühle, Situationen, Erinnerungen, die mich treiben lassen. Ein junges Paar ohne Namen, was sich kennenlernt, sich ineinander verliebt, Freunde werden und dann ein Liebespaar. Plötzlich auftauchende Situationen, die aus dem nichts auftauchen, um mir den Rassismus in London näher zu bringen. Das unsichere Leben von PoC in einer weißen Welt. Nebenher habe ich alle Lieder bzw Alben die hier erwähnt werden, und es werden sehr viele erwähnt, laufen lassen um die Atmosphäre zu spüren. Eine Atmosphäre voll Angst, Melancholie, Wut , Verwirrung. Keine glatte 5/5 , aber ziemlich nah dran für mich.

    6. Feb. 2024

  • bisschengelesen
    bisschengelesen

    13 Follower

    4,0

    Zwei Menschen lernen sich auf einer Party kennen und wissen direkt, dass sie füreinander gemacht sind. Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, von der beide mehr wollen — aber sollten sie das, was sie haben, aufs Spiel setzen? Auf nicht einmal 150 Seiten zieht „Open Water“ seine Leser:innen in den Bann einer Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich näher nicht sein könnten. Beim Lesen wird man selbst Teil dieser Nähe und Intimität, die die beiden teilen. Der Autor erzählt die Geschichte der Beziehung so zärtlich, dass man den Eindruck bekommt, sie könnte jeden Moment zerbrechen. Gleichzeitig ist sie realitätsnah, leise und unaufgeregt. Man bekommt hier also nur wenig Drama, aber das braucht es auch gar nicht. Neben der Lovestory stellt Rassismus einen zentralen Plotpoint dar. Die Angst, Gewalt aufgrund seiner Hautfarbe zu erfahren, ist beim Protagonisten ständig da und so ausgeprägt, dass sie seine Beziehung beeinträchtigt. In diesem Zusammenhang wird immer wieder Zadie Smiths „London NW“ genannt und tatsächlich bekommt man den Eindruck, dass sich der Autor hier und da davon hat inspirieren lassen. Mit dieser Rezi bekommt ihr direkt zwei Buchempfehlungen (2 in 1 also): Sowohl „Open Water“ als auch „London NW“ sind nicht nur tolle & berührende Bücher, sie erzählen auch davon, was Alltagsrassismus für viele Menschen bedeutet. Absolute must reads!

    20. Apr. 2026

  • stier
    stier

    246 Follower

    3,0

    Schöner Schreibstil geschrieben in der Du-Form. Die Protagonisten waren für mich schwer greifbar.

    10. Juli 2025

3 von 33 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 10069%
lene_sirene
lene_sirene9. Juni 2025

“You know that to love is both to swim and to drown. You know to love is to be a whole, partial, a joint, a fracture, a heart, a bone. …” Einfach nur wunderschön geschrieben.

Seite 12586%

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Autorin / Autor

Über Caleb Azumah Nelson

Caleb Azumah Nelson, 1993 in South East London geboren, ist Sohn ghanaischer Eltern, die bereits als Teenager nach Großbritannien kamen. Und in South East London lebt der Schriftsteller und Fotograf noch heute. Wenn er schreibe, fühle er sich wie ein improvisierender Jazzmusiker, sagt Nelson, und das Ergebnis sei »die ehrlichste, ja vielleicht die beste Version meiner selbst.« Seine Erzählungen erschienen in Literaturzeitschriften wie Granta und Litro. 2019 schmiss er seinen Job in einem Apple Store, um sich ganz auf das Schreiben zu konzentrieren. Sein Debütroman Frei Schwimmen wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Costa Book Award in der Kategorie Debüt und dem Somerset Maugham Award.

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