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Romane

Die Nichtswürdigen

3,8(55)
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Über das Buch

Agustina Bazterrica erzählt sprachgewaltig von der Dunkelheit nach der Klimakatastrophe, sie entwirft eine gewaltvolle Gemeinschaft, in der Rettung ein Verhängnis ist, und Liebe Rebellion bedeutet. Die Nichtswürdigen wird so zu einem herausragenden Roman über die Menschlichkeit, über Schmerz und Hoffnung nach dem Weltenbrand.

Nach der großen Katastrophe, nach dem Kollaps der Welt findet sie Zuflucht in einem ehemaligen Kloster: eine junge Frau, wie alle anderen hier, der Kontamination und dem sicheren Tod entkommen. Aber der Schutz an diesem Ort hat seinen Preis. Denn in der archaischen Gemeinschaft, die hier aus der Asche erstanden ist, gelten strenge Regeln, feste Plätze, eine Ordnung aus Ritus und Gewalt. Für sie als eine der Nichtswürdigen bedeutet das Gehorsam oder das Ende. Doch als eine neue Schwester vor den Toren des Klosters auftaucht, stellt sie ihre Gefolgschaft endgültig in Frage. Und nun folgt sie im Geheimen plötzlich neuen Regeln, drängen Fürsorge und Zärtlichkeit ins Leben, genau wie die Notwendigkeit zu schreiben, mit dramatischen Folgen.

Editionen (1)

ISBN9783518474365
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum11.09.24
Seitenzahl196

Rezensionen & Bewertungen

55 Bewertungen

13 Rezensionen

3,8

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  • laura1mue
    laura1mue

    155 Follower

    3,0

    "Die Wahrheit ist wandelbar, sie kontrahiert, sie implodiert und sie hat die Kraft einer Gewehrkugel. Sie kann tödlich sein."

    Eine weitere äußerst grausame Dystopie von Bazterrica. Nach der Apokalypse findet eine Frau Zuflucht bei der "heiligen Schwesternschaft." Ein streng hierarchisches, theokratisches System, geführt von einem ominösen "Er" und einer unerbittlichen Schwester Oberin. Doch in diesem Mikrokosmos existiert keine wahre Schwesternschaft. Die Frauen quälen und denunzieren sich gegenseitig, da jede der anderen lediglich eine Konkurrentin ist. Grausamste Strafen und Selbstgeißelungen sind an der Tagesordnung. Es herrschen Terror und Angst. "aber die Schwester Oberin hat Spione, ihre Macht beruht auf unserer Zwietracht. Sie wird sich rächen." Die Protagonistin schreibt verbotenerweise über die Geschehnisse im Kloster und gibt dem Leser auch durch Rückblicke kleine Eindrücke über das Leben, bevor sie zur Schwesternschaft gelangte. Hier erfährt man ansatzweise die Ausmaße des vorangegangenen "Weltenbrandes". Hier und da hätte ich mir gerne etwas mehr "Worldbuilding" gewünscht. Insbesondere wie und wieso diese furchtbare Hackordnung innerhalb der Klostermauern etabliert wurde; Was hat es mit "Ihm" auf sich und wieso steht er an deren Spitze?** Natürlich ist hier sicherlich Unterdrückung und Kontrolle ein wesentlicher Punkt. Grundsätzlich mag uch es ja wenn man als Leser nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekommt. Ein kleines bisschen "mehr" hätte ich mir dennoch gewünscht. Trotzdem ist das Setting, wie auch im Vorgänger der Autorin, so düster wie grausam und intensiv zu lesen. **Nachtrag: Am Ende wird diese Letze Frage zwar aufgeklärt, für mich war dies aber leider sehr unbefriedigend, da man es schon sehr früh hat kommen sehen. Trotzdem dachte ich mir immer wieder bei dieser Theorie, die sich letztlich leider als wahr erwies "naja eigentlich kann es nur so und so sein. Aber wenn es wirklich so ist, welchen Sinn hätte das denn im Kontext der Geschichte?" Das Finale bzw. der fnale Twist überzeugt mich daher leider nicht ☹️ sehr schade. Dennoch ist ein lesenswertes Buch. Mit Abstrichen meinerseits.

    27. Dez. 2024

  • 5,0

    Bücher wie dieses sind einer der Gründe warum ich überhaupt lese

    Seit "Wie die Schweine" weiß ich, dass ich mich bei einem Buch von Agustina Bazterrica auf "schwere Kost" einstellen muss. Sie schreibt radikal, auf Messer's Schneide und ohne Rücksicht auf Verluste. Das ist weder unterhaltsam im klassischen Sinn, noch für die breite Masse geeignet. Auch die schonungslose Gewalt in ihren Büchern muss man erstmal vertragen können. Außerdem sollte man Spaß am Denken und am Lesen zwischen den Zeilen haben, denn die Bedeutung ihrer Texte ist nicht immer greifbar, manchmal unterschwellig und ab und an mehrdeutig, aber immer von realen Ereignissen inspiriert oder auf diese übertragbar. Eine Autorin deren Bücher mir demnach einiges abverlangen, die ich aber gerade deswegen als lohnens- bzw. lesenswert empfinde, denn Bücher wie dieses sind einer der Gründe warum ich überhaupt lese. Bei solchen Texten bekomme ich Schmetterlinge im Bauch, weil sie meinen Horizont erweitern, weil sie zeigen, zu was Kunst eigentlich imstande ist, weil sie mir etwas beibringen oder mich einfach dazu inspirieren mich selbst, mein Handeln oder meine Weltanschauung zu hinterfragen. Mehr kann ich mir von einem Buch nicht wünschen!

    24. Sept. 2024

  • tom.blabal
    tom.blabal

    190 Follower

    4,0

    Man muss nicht immer alles verstehen, um etwas genießen zu können.

    Agustina Bazterrica beschreibt in Die Nichts Würdigen eine erbarmungslose Welt, in der von der Zivilisation, wie wir sie kennen, kaum etwas übrig geblieben ist. Um in dieser unwirtlichen Umgebung zu überleben, ist der kleine Rest der Menschheit verroht und grausam geworden. Die Protagonistin ist, nachdem sie sich lange durch diese Welt gekämpft hat, schließlich in einem ehemaligen Kloster bei einer ominösen Sekte gelandet. An deren Spitze stehen ein anonymer „Er“ und eine grausame Schwester Oberin, die alle Geschehnisse im Kloster kontrollieren. Die anderen Mitglieder versuchen durch gegenseitige, unbarmherzige Bestrafungen und durch Selbstkasteiung ihre Gunst zu erlangen und im System aufzusteigen. Diese Hackordnung bleibt jedoch das gesamte Buch über kryptisch. Immer wieder begegnet die Hauptfigur, die selbst nur eine „Nichts Würdige“ ist, sogenannten Erleuchteten, niederen Heiligen und Auserwählten. An manchen Stellen gewinnt man sogar den Eindruck, einige von ihnen hätten etwas Magisches an sich, und man fragt sich, ob man sich nicht doch in einer Fantasiewelt befindet. Meist sind das jedoch nur kurze Momente, die einen etwas ratlos zurücklassen. Wenn man die Hälfte des Buchs geschafft hat, gelangt man zur wirklich herzzerreissenden Vergangenheit der Erzählerin, die mich wirklich mitgerissen hat. Auch entwickelt sich eine kleine Liebesgeschichte innerhalb des Klosters, und hier zeigt sich für mich die eigentliche Stärke des Buches. An diesen Stellen habe ich das Lesen wirklich sehr genossen, denn hier kommt auch die Poesie des Romans zum Vorschein. Im Nachhinein finde ich es gerade deshalb schön, einmal eine Art Rohdiamant zu lesen, der trotz seiner vielen Unperfektheiten glänzt und zeigt, dass nicht nur die ausgefeiltesten und durchdachtesten Dramaturgien eine Daseinsberechtigung haben. Es ist wie bei der Kunst: Man muss nicht alles verstehen, um etwas genießen und schätzen zu können.

    28. Feb. 2026

3 von 13 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Agustina Bazterrica

Agustina Bazterrica, geboren 1974 in Buenos Aires, gelang mit ihrem Roman Zart ist das Fleisch der internationale Durchbruch. Sie gewann den Premio Clarín, die bedeutendste literarische Auszeichnung Argentiniens. Übersetzungen in mehr als 30 Sprachen folgten, das Romanende ging in Tausenden Reaction Videos viral, seither gilt Agustina Bazterrica als eine der ersten TikTok-Sensationen der Weltliteratur.

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