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Zart ist das Fleisch

4,0(75)
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Über das Buch

Alles ging so schnell. Zuerst infizierten sich Tiere mit dem Virus und plötzlich war ihr Fleisch giftig. Dann leiteten die Regierungen den „Übergang“ ein. Jetzt ist „Spezialfleisch“ – Menschenfleisch – legal.

Marcos ist in der Schlachtung von Menschen tätig – nur nennt das niemand so. Er kümmert sich um die Zahlen, Lieferungen, die Verarbeitung. Eines Tages erhält er ein Geschenk, um einen Deal zu besiegeln: ein Exemplar von höchster Qualität. Er lässt sie gefesselt in seinem Schuppen zurück, ein Problem, das später beseitigt werden muss.

Aber sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Ihr zitternder Körper, ihr wachsamer Blick scheinen zu verstehen. Und bald quält ihn das, was verloren gegangen ist – und was noch gerettet werden könnte.

Editionen (1)

ISBN9783518475485
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum11.03.26
Seitenzahl236

Merkmale

1 Bewertungen

SchnellEinfachAnschaulichUngewöhnlichNachdenklichGruselig

Rezensionen & Bewertungen

75 Bewertungen

20 Rezensionen

4,0

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  • hecara
    hecara

    108 Follower

    5,0

    Es klingt abstoßend, wie ich das Buch beschreiben möchte. Und die Geschichte ist es in vielerlei Hinsicht auch. Wie kann ich erklären, dass ich ein Buch schrecklich und überragend zugleich finde? Ich finde es so wichtig, dass solche Geschichten erzählt werden. Denn wenn ich ehrlich bin, kann ich mir das hier beschriebene Szenario so, oder so ähnlich, durchaus vorstellen. Unsere Gesellschaft geht bereits auf die hier beschriebene Art mit Lebewesen um. Und ist es wirklich ein großer Schritt bis zu dem, was in diesem Buch erzählt wird? Denken wir nur an Orwells „1984“, was man rückblickend beinahe als prophetisch bezeichnen könnte. Im Übrigen ist dieses Werk Orwells eines, über das ich nie aufhören kann nachzudenkend. Und auch „Zart ist das Fleisch“ hat es für mich in diese Liga geschafft. Nein, das soll kein direkter Vergleich der Werke sein, aber beide Bücher haben bei mir dieselben Emotionen hervorgerufen, wenn auch aus verschiedenen Gründen. Denn die Realisierung des bisher unvorstellbaren und die moralische Abstumpfung der Menschen ist in beiden Büchern gleichermaßen intensiv spürbar. Manche Szenen werde ich niemals vergessen. Es geht einfach nicht, sie haben sich in meinem Kopf festgesetzt und das schlimmste war hier nicht das Blut und die Grausamkeiten, sondern die Befürchtung, dass es tatsächlich soweit kommen kann. Die Erzählweise trägt ihr übriges zu einer gelungenen Geschichte bei. Sie bringt die Gefühlswelt des Protagonisten perfekt rüber und macht keine Umwege. Es ist brutal und manchmal wirklich schwer auszuhalten, aber ich würde es gern jedem aufdrängen, weil es so vieles spiegelt, das wir als Gesellschaft dringend hinterfragen müssen. Ein wirklich großartiges Buch!!

    2 Tage vor

  • emmika
    emmika

    194 Follower

    5,0

    Boah, das war wirklich harter Tobak, aber genial gemacht. Das Buch startet direkt schockierend: Tierfleisch kann plötzlich nicht mehr verzehrt werden, da angeblich ein Virus ausgebrochen ist, das Menschen krank macht. Doch natürlich will niemand auf Fleisch verzichten, also beginnt man damit, sogenanntes „Spezialfleisch“ zu züchten und legitimiert damit mal eben Kannibalismus. Auf den 238 Seiten wird eindrücklich gezeigt, wie Sprache benutzt wird, um Grausamkeit erträglicher zu machen. Man sagt nicht mehr „Mensch“, sondern „Ware“ oder „Produkt“. Die Gesellschaft stumpft immer weiter ab und normalisiert den neuen Zustand. Nur in Marcos scheint noch etwas Menschlichkeit zu stecken. Er ist scheinbar nur Teil des Systems, weil er davon leben muss. Er empfindet Ekel, zeigt Mitgefühl gegenüber seiner Familie und sogar gegenüber Hunden. Der Ekel steigert sich im Laufe der Geschichte immer weiter. Bazterrica arbeitet mit vielen Symboliken, etwa den immer wieder auftauchenden Kakerlaken im Haus der Schwester. Der Schreibstil ist dabei passend nüchtern und gleichzeitig immer wieder fast hoffnungsvoll. Erschreckend fand ich vor allem, wie wenig abwegig vieles wirkt. Während des Lesens wird man praktisch gezwungen, sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen: Fleischkonsum, Massentierhaltung, Tierversuche, Zoos, Zucht. Ein Buch mit enormer Sogkraft, das einem die eigene Doppelmoral ungeschönt ins Gesicht schlägt.

    10. Mai 2026

  • geschichtenmosaik
    geschichtenmosaik

    266 Follower

    5,0

    Harte "Kost" 🥩

    "Der Mensch ist der Grund allen Übels dieser Welt. Wir sind uns selbst ein Virus." Ehrlich gesagt fiel es mir schwer, einen Anfang für diese Rezension zu finden, weil mich dieses Buch komplett sprachlos zurückgelassen hat. Für mich ist es ein echtes Meisterwerk. Schonungslos, verstörend und gleichzeitig unglaublich gesellschaftskritisch. Dieses Buch trifft mitten ins Herz und löst beim Lesen eine ganze Welle an Emotionen aus. Gemütlich ist diese Geschichte definitiv nicht, dafür beschäftigt sie sich mit wichtigen Themen wie Menschenwürde, Tierquälerei, Ethik & Moral und vieles mehr. Die Vorstellung einer Welt, in der durch einen Virus keine Nutztiere und nicht einmal Haustiere mehr existieren, ist erschreckend genug. Doch der Mensch wäre nicht der Mensch, wenn er einfach auf Fleisch verzichten würde. Genau hier entfaltet die Geschichte ihre volle Wucht. Die Handlung ist spannend, bedrückend und gleichzeitig so fesselnd geschrieben, dass ich das Buch innerhalb eines Wochenendes verschlungen habe. Der Schreibstil ist dabei sehr besonders und hebt sich deutlich ab. Ich persönlich habe schnell hineingefunden, kann mir aber vorstellen, dass er für manche zunächst etwas gewöhnungsbedürftig sein könnte. Dieses Buch schockiert, regt zum Nachdenken an und bleibt noch lange nach der letzten Seite im Gedächtnis. Von mir gibt es die volle Punktzahl. 10 von 10 Punkten. 5️⃣Gründe, dieses Buch zu lesen: 1. Die einzigartige und düstere Dystopie sorgt für eine beklemmende Atmosphäre. 2. Das Thema Massentierhaltung mit Menschen ist verstörend umgesetzt und hebt sich stark von anderen Geschichten ab. 3. Die Handlung ist emotional und geht unter die Haut. 4. Das Buch besitzt eine besondere Tiefgründigkeit und regt zum Nachdenken an. 5. Die Geschichte hallt noch lange nach der letzten Seite nach.

    Harte "Kost" 🥩

    18. Mai 2026

3 von 20 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Agustina Bazterrica

Agustina Bazterrica, geboren 1974 in Buenos Aires, gelang mit ihrem Roman Zart ist das Fleisch der internationale Durchbruch. Sie gewann den Premio Clarín, die bedeutendste literarische Auszeichnung Argentiniens. Übersetzungen in mehr als 30 Sprachen folgten, das Romanende ging in Tausenden Reaction Videos viral, seither gilt Agustina Bazterrica als eine der ersten TikTok-Sensationen der Weltliteratur.

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