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Kleine Dinge wie diese

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Über das Buch

Wer etwas auf sich hält in New Ross, County Wicklow, und es sich leisten kann, lässt seine Wäsche im Kloster waschen. Doch was sich dort hinter den glänzenden Fenstern und dicken Mauern ereignet, will in der Kleinstadt niemand so genau wissen. Denn es gibt Gerüchte. Dass es moralisch fragwürdige Mädchen sind, die zur Buße Schmutzflecken aus den Laken waschen. Dass sie von früh bis spät arbeiten müssen und daran zugrunde gehen. Dass ihre neugeborenen Babys ins Ausland verkauft werden. Der Kohlenhändler Billy Furlong hat kein Interesse an Klatsch und Tratsch. Es sind harte Zeiten in Irland 1985, er hat Frau und fünf Töchter zu versorgen, und die Nonnen zahlen pünktlich. Eines Morgens ist Billy zu früh dran mit seiner Auslieferung. Und macht im Kohlenschuppen des Klosters eine Entdeckung, die ihn zutiefst verstört. Er muss eine Entscheidung treffen: als Familienvater, als Christ, als Mensch. Mit wenigen Worten erschafft Claire Keegan eine ganze Welt. Auf unnachahmliche Weise erzählt Kleine Dinge wie diese von Komplizenschaft und Mitschuld, davon, wie Menschen das Grauen in ihrer Mitte ignorieren, um in ihrem Alltag fortfahren zu können – davon, dass es möglich ist, das Richtige zu tun.

Editionen (2)

ISBN9783969990650
VerlagSteidl Verlag
Erscheinungsdatum21.10.25
Seitenzahl112

Merkmale

5 Bewertungen

NachdenklichGlaubwürdigEntwickelndSympathischInformativLangsam

Rezensionen & Bewertungen

526 Bewertungen

107 Rezensionen

4,0

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  • lenasbuecherherz
    lenasbuecherherz

    563 Follower

    3,0

    Eindringlich gut

    Dieser Roman von Claire Keegan hat mir schon deutlich besser gefallen, wobei ich wohl kein Fan werde. Dafür sind mir ihre Romane zu kurz. Sie hat ein deutlichen prägnanten Schreibstil ohne viel drum herum kommt die auf den Punkt mit viel Aussagekraft. Ich hätte allerdings noch so viel mehr erfahren wollen. Das Thema ist so wichtig und so wenig in Literatur besprochen worden, zumindestens von dem ich weiß. Hatte aber trotzdem wertvolle Hörzeit mit diesem Buch gehabt.

    8. Apr. 2026

  • taunusleserin
    taunusleserin

    302 Follower

    5,0

    Bewegend und beeindruckend

    Auf gerade Mal 112 Seiten bzw. 2:23h (Hörbuch) berichtet Claire Keegan über ein dunkles Kapitel der irischen Geschichte, die Geschichte der Magdalenen-Wäschereien in Irland, die bis 1996 existierten. Dass der Roman durch die Augen und mit den Gedanken des einfachen und schweigsamen Kohlenhändlers Bill Furlong erzählt wird, macht ihn so stark. Ein absolutes Juwel und toller Leseauftakt für das Jahr 2026.

    2. Jan. 2026

  • luzifer
    luzifer

    360 Follower

    4,0

    „Was haben solche Dinge mit uns zu tun? Sind unsere Mädchen nicht wohlauf und wohlbehütet?“ ~ Eileen Furlong

    Claire Keegans „Kleine Dinge wie diese“ ist ein stiller, sehr knapp gehaltener Roman, der dennoch eine eindringliche Wirkung entfaltet. In ruhiger, beinahe weihnachtlich-besinnlicher Atmosphäre gelingt es Keegan, die dunkle Realität der irischen Gesellschaft in den 1980er-Jahren spürbar zu machen – eine Gesellschaft, die unter dem Einfluss der katholischen Kirche die Gräuel hinter den Mauern der Magdalenen-Wäschereien „nicht sehen wollte“. Dieses System, das bereits Mitte des 18. Jahrhunderts begann, erst 1996 endete und für das sich Irland erst 2013 offiziell entschuldigte, führte über Generationen hinweg zu Missbrauch, Ausbeutung und der Zerstörung unzähliger Leben – ein Verbrechen, das sich direkt vor den Augen der Gesellschaft abspielte, getrennt nur durch Mauern und Zäune. Tragischerweise ist ein solches Wegsehen gegenüber einem übermächtigen Apparat, der Menschen mit angeblichen Makeln systematisch stigmatisiert und vernichtet, bekanntlich auch ein Teil der deutschen Geschichte, in noch viel größerem Ausmaß. Was Keegan besonders eindrucksvoll gelingt, ist, in wenigen Worten mehr zu sagen, als es auf den ersten Blick scheint. Sie zeigt in feinen, leisen Bildern, wie wahre Nächstenliebe – so, wie sie von der Kirche gepredigt wird, aber in der Realität oft fehlte – hätte aussehen können. Die Zurückhaltung in Sprache und Ton macht den Roman berührend, ohne ins Reißerische abzudriften und genau darin liegt auch seine Stärke. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe in der Darstellung des „Helden“ gewünscht. Sein inneres Ringen, die Widrigkeiten und die Risiken, die mit seiner Haltung verbunden waren, treten etwas zu sehr in den Hintergrund. Stattdessen liegt der Fokus oft auf seiner Familie, der Arbeit oder dem Dorfleben. Dadurch wirkt sein mutiges Handeln stellenweise fast selbstverständlich – was es in der damaligen Realität keineswegs war. Ein stärkerer Akzent auf Zweifel, Widerstände und persönliche Konsequenzen hätte den Roman für mich noch kraftvoller gemacht. Alles in allem bleibt „Kleine Dinge wie diese“ eine gelungene und wichtige Geschichte über einen traurigen Teil der irischen Vergangenheit. Ich selbst hatte zuvor nur am Rande von den Magdalenen-Wäschereien gehört – das Buch hat mich dazu gebracht, mehr darüber erfahren zu wollen. Es regt zum Nachdenken und Recherchieren an und zeigt, wie nachhaltig selbst ein schmales Werk wirken kann.

    12. Sept. 2025

3 von 107 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Claire Keegan

Claire Keegan, geboren 1968, wuchs auf einer Farm in der irischen Grafschaft Wicklow auf. Sie hat in New Orleans, Cardiff und Dublin studiert. Im Steidl Verlag sind von der vielfach ausgezeichneten Autorin bereits die Erzählungsbände Wo das Wasser am tiefsten ist und Durch die blauen Felder (in einem Band: Liebe im hohen Gras, 2017) erschienen. Das dritte Licht (2013) wurde mit dem renommierten Davy Byrnes Award ausgezeichnet, und gehört für die englische Times zu den 50 wichtigsten Romanen des 21. Jahrhunderts. Claire Keegan lebt in Irland und unterrichtet zurzeit an der Universität Cambridge.

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