Blick ins Buch

Romane

Die Gespenster von Demmin

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Über das Buch

Wie sehr bestimmt die Geschichte unsere Gegenwart? Verena Keßlers Debüt über die Haltlosigkeit des Erwachsenwerdens „brummt nur so vor Lebendigkeit. Traurig, witzig, abgründig – Bombe!“ Stefanie de Velasco Larry lebt in einer Stadt mit besonderer Geschichte – Ende des Zweiten Weltkriegs fand in Demmin der größte Massensuizid der deutschen Geschichte statt. Für Larry ist ihre Heimatstadt aber vor allem eins: langweilig. Sie will so schnell wie möglich raus in die Welt und Kriegsreporterin werden. Während Larry mit den Unzumutbarkeiten des Erwachsenwerdens kämpft, steht einer alten Frau der Umzug ins Seniorenheim bevor. Beim Aussortieren ihres Hausstands erinnert sie sich an das Kriegsende in Demmin und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Verena Keßler von Trauer und Einsamkeit, von Freundschaft und der ersten Liebe. Ein Roman über die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und die Möglichkeit, sie zu überwinden.

Editionen (2)

ISBN9783446267848
VerlagHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum17.08.20
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

200 Bewertungen

35 Rezensionen

4,1

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  • manjoksbooks
    manjoksbooks

    573 Follower

    3,0

    Ich habe mehr erwartet...für mich war das Buch eher oberflächlich und unspannend. Schade. Irgendwie habe ich etwas anderes erwartet, als ich zu dem Buch gegriffen habe, auch wegen der vielen 5-Sterne-Rezensionen. Ich hatte gehofft, mehr über die Vorfälle im Mai 1945 in Demmin zu erfahren. Leider wurden immer nur vereinzelt kurze Fakten/Erinnerungen daran eingestreut und wirkte "so nebenbei erwähnt". Im Hauptteil der Geschichte geht es um die Schülerin Larissa (Larry), die Kriegsreporterin werden möchte und sich mit den absurdesten Dingen/Übungen darauf vorbereiten und abhärten will. Larry empfand ich als eigenartig und skurril, oft konnte ich ihr Handeln nicht ganz nachvollziehen. Die Beschreibung ihres Alltags fand ich generell zu langatmig und manchmal zu gewollt. Auch die meisten Nebencharaktere blieben für mich blass. Nur die alte Nachbarin mit ihrer Lebensgeschichte, damals wie heute, konnte mich berühren. Die für mich geschichtlich "interessanten" Dinge kamen mir zu kurz. Das Thema Tod zog sich mit vielen Facetten durch das Buch: die Geschehnisse 1945 in Demmin, Krankheit, Suizid, Kindstod, Friedhofsarbeit, Foltermethoden, Kriegsreporterin...das verbreitet schon eine düstere Stimmung. Dennoch hat mich das alles eigenartigerweise nur oberflächlich berührt. Dank der sehr kurzen Kapitel und des teils ironischen Schreibstils kam ich dennoch schnell voran. Das letzte Drittel des Buches fand ich am stärksten. Auch wenn ich nach Beendigung des Romanes immer noch nicht genau weiß, was ich davon halten bzw was mir die Geschichte vermitteln soll. Fazit: Vielleicht ist das Buch interessanter, wenn man ohne Vorbehalte ran geht. Da ich andere Vorstellungen von der Handlung hatte, war ich leider etwas enttäuscht. Es war für mich ein Roman, den man schnell weg liest, der aber nicht lange im Kopf bleiben wird. 3/5⭐️

    3. Feb. 2025

  • susesbuecherregal
    susesbuecherregal

    149 Follower

    4,0

    Sehr emotional

    Es gibt in diesem Buch zwei Perspektiven. Ein junges Mädchen und eine ältere Frau. Wir springen auch zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Was aber überhaupt nicht anstrengend ist. Der Schreibstil ist sehr eindringlich und mitreißend. Auch die Atmosphäre ist sehr gut eingefangen. Ich als Bewohnerin einer Kleinstadt, konnte die Stimmung in diesem Dorf sehr gut nachempfinden. . Es geht um zwei Menschen. Eine noch am Anfang ihres Lebens, während die Andere bereits am Ende steht. Was verbindet die Beiden also? Was macht auch Trauma mit uns? Und wie geben wir dieses an folgende Generationen weiter? Ein Dorf steht im Mittelpunkt, was Geschichte geprägt hat. Wie viel davon ist noch übrig? Wie viel steckt davon noch in den Gebäuden und in den Menschen? . Wir begleiten zwei Menschen auf ihrer Reise. Das Buch ist sehr emotional und einfühlsam. Ich konnte beide Protagonistinnen sehr gut fühlen. Die eine will etwas tun, womit die Andere einfach nur abschließen will. Es ist wirklich sehr schwer, dieses Buch zu beschreiben. Es lebt durch seinen Tiefgang, der sich mit jeder Seite weiter entfaltet. Das Buch hat mich sehr mitgenommen, weil es wieder spiegelt wie vergänglich ein Leben ist. Und wie einsam es am Ende auch sein kann. Wenn nichts mehr bleibt. . Das Ende hat mich nachdenklich und traurig gestimmt. Es geht nicht um das was war, sondern eher um das was daraus geworden ist. Ein sehr emotionales Buch. Ein sehr bewegender Einblick in zwei Leben. Ich kann es absolut empfehlen.

    Sehr emotional

    3. Mai 2026

  • missrebecca
    missrebecca

    26 Follower

    5,0

    Jede Familie hat ihre Gespenster

    …manche sind schon lange tot, manche immer noch präsent und um manche trauert man, noch bevor sie wirklich gestorben sind. Ich bin immer wieder fasziniert, wie gut Verena Keßler schreiben kann, wie sie die Lebenswelt einer Fünfzehnjährigen mit all ihren Träumen und ihrem Trotz parallel erzählen kann zu der einer über 90-Jährigen, die ihre traumatischen Erinnerungen an das Kriegsende niemals losgelassen haben. Absolut lesenswert und berührend!

    17. Feb. 2026

3 von 35 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 4820%
carla.namak
carla.namak15. Okt. 2025

Geht eure Großeltern besuchen, wenn ihr noch könnt!😢

Seite 5021%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Verena Keßler

Verena Keßler, geboren 1988 in Hamburg, lebt in Leipzig, wo sie am Deutschen Literaturinstitut studierte. Ihr Debütroman Die Gespenster von Demmin wurde für zahlreiche Preise nominiert und mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr bei Hanser Berlin der Roman Eva, für den sie den Literaturpreis „Der zweite Roman“ erhielt.

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