Blick ins Buch

Romane

Vielleicht ist die Liebe so

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Über das Buch

»Der Termin ist am 18. Februar um vier. Trag dir das ein!«, sagt Anjas Mutter und schlürft genüsslich ihre Won-Ton-Suppe. Sie meint damit weder Friseur noch Zahnarzt, sondern ihr eigenes Ableben. Anja, Anfang vierzig, früher Schauspielerin, nun Barkeeperin, wirft diese Ankündigung aus der so oder so ungeraden Bahn, auch wenn das Verhältnis zu ihrer eigenwilligen Mutter schon immer kompliziert war und sie unentwegt um Abstand und ihr eigenes Leben und Lieben ringt. Und außerdem: Was soll denn nur aus Mamas Hund werden?

Editionen (2)

ISBN9783257073447
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum22.10.25
Seitenzahl304

Rezensionen & Bewertungen

54 Bewertungen

15 Rezensionen

3,7

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  • sammyg
    sammyg

    222 Follower

    3,5

    2026_#55 🛋️

    Ich hab irgendwie mehr oder etwas anderes erwartet. Das Thema hatte mich sehr angesprochen. Die Geschichte drumherum war leider nicht so mein Fall. Es hat sich sehr gezogen, was vielleicht auch an den Charakteren lag, zu denen ich nur schlecht Zugang gefunden habe und deren Verhalten ich häufig sehr seltsam fand. Ich habe dann irgendwann aufs Hörbuch gewechselt, was mir deutlich besser gefallen hat. Trotzdem für mich nicht wirklich eine Empfehlung wert.

    2026_#55 🛋️

    6. Juni 2026

  • sisu_me
    sisu_me

    47 Follower

    5,0

    Zwischen Entsetzen, Neugier und tiefer Betroffenheit

    "Ich sollte dazwischengehen, das Ganze beenden, aber eine Mischung aus Neugier und Entsetzen lässt mich weiter zuhören." - Was ein passendes Zitat. Interessant... Immer wieder greife ich (bewusst oder unbewusst) zu Büchern mit dem Thema Mutter. Und so auch dieses. Die Mutter beschließt zu sterben. Eine durch und durch narzisstische Mutter. Die Tochter kämpft darum, um wenigstens etwas Anerkennung und Zuneigung von der Mutter zu bekommen, die ihr jedoch wie immer verwehrt bleibt. Eine verzweifelte, bisschen verkorkste, aber irgendwie liebenswürdige Tochter. Dann gibt es da noch die Freundin der Mutter, die mit der Entscheidung so gar nicht klar kommt. Ein Hund, dessen Leben auch kurz auf der Kippe steht. Und eine Keine-Liebesgeschichte. Oder mehrere. Das Thema Sterbehilfe finde ich äußerst spannend und fand eine andere Perspektive zu den Thema sehr horizonterweiternd. Ich könnte auch gar nicht sagen, ob die Sicht auf Sterbehilfe im Buch eher kritisch dargestellt witd. Nein. Und vielleicht mag ich genau diese Uneindeutigkeit und Ambivalenz, die meine befürwortende Meinung ins Schwanken brachte. Diese Mutter, auch die brachte mich ins Schwanken. Uff, was für eine schwierige, belastende Mutter-Tochter-Beziehung. Zwischendurch war das schon hart, Zeugin dessen zu sein. . Das Buch hat sich in keinster Weise als Urlaubslektüre geeignet. Und trotzdem konnte ich es nicht aus der Hand legen. Ob ich das Buch empfehlen würde? Ich weiß nicht. Ja, wahrscheinlich schon. Ich kann nicht sagen, dass ich es genossen habe, aber ich mochte es, irgendwie auf eine makabere Art und Weise. Dieses Buch wird mir noch lange im Kopf bleiben und nacharbeiten. In meinen Augen verdiente 5 von 5 Sternen.

    8. Apr. 2026

  • wildeskopfkino
    wildeskopfkino

    148 Follower

    5,0

    Zwischen Todesplan und Lebensdurcheinander

    Man sitzt da, liest ein paar Seiten – und plötzlich fühlt sich alles erstaunlich nah an. Diese Geschichte hat keine Angst vor großen Themen, aber sie trägt sie mit einem lakonischen Schulterzucken, als wäre das Leben selbst der Erzähler. Eine Mutter, die ihren eigenen Tod plant, als würde sie ein Dinner ausrichten. Eine Tochter, die irgendwo zwischen Wut, Überforderung und Galgenhumor versucht, nicht den Verstand zu verlieren. Klingt absurd? Ist es auch. Und gleichzeitig erschreckend menschlich. Anja stolpert durch Gespräche, Erinnerungen und innere Monologe, die sich anfühlen wie echte Gedanken. Unsortiert, widersprüchlich, manchmal fies, dann wieder zärtlich. Genau das macht es so stark. Niemand wird hier geschont, am wenigsten die Familie. Kontrolle, Nähe, Schuld und diese ewige Frage, was man seinen Eltern eigentlich schuldet, hängen wie Rauch in der Luft. Was dieses Buch besonders macht, ist der Ton. Schweres wird leicht erzählt, ohne es kleinzumachen. Humor blitzt dort auf, wo man ihn am wenigsten erwartet, und bleibt trotzdem respektvoll. Die Nebenfiguren wirken wie Menschen aus dem echten Leben – die Sorte, die man in einer Bar trifft und plötzlich über die eigenen Abgründe spricht. Zwischendurch ertappt man sich dabei, wie man nickt, schluckt oder leise lacht. Nicht, weil alles lustig ist, sondern weil es wahr ist. Diese Geschichte urteilt nicht. Sie beobachtet. Und genau darin liegt ihre Kraft. Am Ende bleibt kein lauter Knall, sondern ein stilles Nachdenken. Über Liebe, über Autonomie, über das Chaos, das Familie heißt. Und über die Erkenntnis, dass man nicht immer eine klare Haltung haben muss, um ehrlich zu sein.

    Zwischen Todesplan und Lebensdurcheinander

    14. Dez. 2025

3 von 15 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Katja Früh

Katja Früh, 1953 in Zürich geboren, ist Drehbuchautorin und Regisseurin. Nach der Schauspielausbildung in Berlin begann sie 1978, fürs Theater zu inszenieren und zu schreiben. Ab 1980 arbeitete sie beim Schweizer Radio DRS, produzierte fürs TV (u. a. die über 10 Jahre laufende Serie ›Lüthi und Blanc‹) und realisierte auch Projekte mit Martin Suter und Patrick Frey. Seit 2014 schreibt sie eine regelmäßige Kolumne für ›Das Magazin‹ des Tages-Anzeiger. ›Vielleicht ist die Liebe so‹ ist ihr erster Roman.

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