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Romane

Das Echo der Sommer

3,9(44)
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Über das Buch

Vor einem Panorama überwältigender Natur drei unnachgiebige Frauen einer sámischen Familie kämpfen um ihre Heimat


Jedes Jahr im Frühling kehren sie nach dem Winter in ihr »Sommerland« am See im Nordwesten Schwedens zurück. Doch in diesem Frühjahr ist alles anders: Als die dreizehnjährige Iŋgá mit den Rentieren, Mutter und Tante das Tal erreicht, ist ihr Dorf versunken. Birken, Hütten, das Hab und Gut der Familie und vor allem das Grab des Vaters – alles unter Wasser, rücksichtslos geopfert für die Wasserkraftproduktion und den Profit der Städte im Süden. Es beginnt ein jahrzehntelanger Kampf gegen die Mächtigen des Landes, der nicht nur die drei Frauen, sondern das ganze sámische Dorf vor eine Zerreißprobe stellt.
Elin Anna Labba erzählt die weitgehend unbekannte Geschichte ihrer Gemeinschaft und schafft ein unvergessliches Zeugnis für das Recht auf Selbstbestimmung und die tiefe Verbundenheit von Mensch und Natur. Ein hochaktueller Roman von ungeheuer erzählerischer Kraft.

Editionen (1)

ISBN9783103976779
VerlagS. FISCHER
Erscheinungsdatum23.04.25
Seitenzahl464

Rezensionen & Bewertungen

44 Bewertungen

10 Rezensionen

3,9

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  • anja._liest
    anja._liest

    331 Follower

    4,0

    Ánne, Rávdná und Iŋgá gehören zum Volk der Samen. Abwechselnd leben sie in ihrer Kote am See im Sommer und ziehen im Winter mit den Rentieren durch den Norden. Am See soll ein Staudamm für ein Wasserkraftwerk gebaut werden und und die drei Frauen bangen um ihre Habseligkeiten und ihre Lebensgrundlage. Rávdná will kämpfen, doch ist der Staat auch der Meinung, dass Samen nicht sesshaft werden können. Sie kämpft weiter und bekommt immer mehr Zuspruch. Ein eindringliches und emotionales Buch über das schwere Leben der Samen. Sie wurden diskriminiert, geächtet und ihnen wurde immer wieder gezeigt, dass sie weniger wert sind. Ich mochte in diesem Buch sehr gern die Naturverbundenheit der Samen und auch die wunderschönen Naturbeschreibungen. Was soll an diesem Leben so falsch sein? Traurig was diese Menschen erleben mussten. Es ist jetzt bereits das dritte Buch, das ich zu dem Thema lese und ich bin immer wieder schockiert. Die drei Frauen haben so viel erlebt und sind unfassbar willensstark und autark. Das war für mich sehr beeindruckend geschrieben, wie auch die wunderschöne Natur. Ein Roman, der mich nachdenklich zurücklässt und den ich gern weiterempfehle.

    24. Apr. 2025

  • leselicht78
    leselicht78

    201 Follower

    4,5

    Unterdrückung der Lebensweise der schwedischen Sámi

    Iɲgá, ihre Mutter Rávdná und ihre Tante Anné sind sámische Nomaden, die mit ihrer Rentierherde je nach Jahreszeit in das Winter- oder Sommerlager ziehen. Zu Beginn der Geschichte ist alles anders. Als sie das Sommerlager erreichen, ist der See überflutet worden und alles steht unter Wasser. Die Natur, die Behausungen der Sámi und sogar das Grab des Vaters sind dadurch mutwillig zerstört worden. Der Roman erzählt von einem indigenen Volk zwischen Tradition und der modernen schwedischen Bevölkerung in den 40er Jahren des letztenJahrhunderts. Rávdná wehrt sich gegen die Unterdrückung der Regierung, die ihr verbietet ein Haus zu bauen, mit der Begründung, die nomadischen Sámi dürften nicht sesshaft werden. Gleichzeitig zerstören sie ihren Lebensraum. Durch die Flutung wurden z.B. die Fischbestände des Sees ausgemerzt, die eine Lebensgrundlage der Sámi gebildet haben. Sich anzupassen, ihren Namen und ihre Identität abzulegen und vielleicht sogar für das nahegelegene Kraftwerk zu arbeiten kommt für Rávdná nicht in Frage. Sie baut das Haus trotzdem. Dieses Buch ist eine ganz besondere Geschichte, in der ich viel über die Lebensweise, Kleidung und Gesänge (Joiks) der Sámi erfahren habe. Ihr Leben im Einklang mit der Natur wird frei von Kitsch in schlichten Worten von der sámischstämmigen Autorin beschrieben. Trotzdem gehen diese Worte unter die Haut. Karg und poetisch beschreibt sie drei starke Frauencharaktere, deren Stimme noch lange in mir nachhallen werden. Ich finde, dass das ein ganz außergewöhnlicher Roman ist, dem man Zeit geben muss, nachzuhallen. Ich kann jedem empfehlen sich auf Youtube Joiks anzuhören. Die Gesänge sind wirklich schön. Das Buch selbst ist eine absolute Leseempfehlung von mir!

    10. Mai 2025

  • missyliest
    missyliest

    312 Follower

    4,0

    Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 12: Schweden Die Schwestern Rávdná und Ánne sowie Rávdnás Tochter Iŋga wechseln halbjährlich ihren Wohnort. Als sie in diesem Sommer bei ihrer Kote ankommen, ist sie dabei zu versinken, genauso wie das restliche Dorf, weil die Regierung den Stausee geöffnet hat und die Landschaft flutet. Elin Anna Labba gelingt es in ihrem Debütroman sofort, die besondere, teilweise untergegangen Landschaft vor dem inneren Auge der Lesenden entstehen zu lassen. Ich war sofort in der Handlung drin und habe mit Iŋga, Rávdná und Ánne um ihre Kote getrauert. Zurück in ihrem Winterquartier bestellt Rávdná die Zeitungsleute zu sich nach Hause, damit sie davon berichten, dass die Regierung ihr als Sami verbietet, ein festes Haus aus Steinen zu errichten. Ich mochte die Ruhe des Romans. Das dargestellte Leben der Sami ist schon hart genug. Da war ich froh, dass die Autorin sich weder für schnelle Orts- oder Perspektivwechsel noch für eine Zuspitzung der Dramatik entschieden hat. Ich wusste vorher (peinlicherweise) nichts über die Sami Und bin sehr froh über diese Empfehlung von toni_reads, denn sie hat im Rahmen meines Europaprojekts mal wieder meinen Horizont erweitert! Alles in allem ist dieser Roman ein starkes Beispiel dafür, was Menschen anderen Menschen und der Natur antun können, ohne sich im Unrecht zu fühlen. [Im Rahmen meines Europaprojekts 2026 habe ich bisher Texte aus folgenden Ländern gelesen; in alphabetischer Reihenfolge: Albanien, Belgien, Bosnien, Deutschland, Italien, Island, Irland, Österreich, Russland, Schweiz, Spanien.]

    10. Mai 2026

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Elin Anna Labba

Elin Anna Labba, 1980 im nordschwedischen Kiruna geboren, ist eine schwedisch-sámische Journalistin und Autorin. Sie studierte Journalistik an der Universität Göteborg, bevor sie 2020 ihr erstes Buch zur Zwangsumsiedlung der Sámi schrieb, um die eigene Familiengeschichte besser zu verstehen. In der Kategorie Sachbuch gewann sie damit den wichtigsten schwedischen Buchpreis, den August-Preis, sowie 2021 den renommierten Norrlands-Literaturpreis. »Das Echo der Sommer« ist ihr erster Roman. Elin Anna Labba arbeitet heute für das sámische Schriftstellerzentrum Tjállegoahte und lebt in Jokkmokk.

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