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Zwischen verpasstem Humor und wichtigen Themen: Ein durchwachsener Blick auf „Homesick“
Manchmal greift man zu einem Buch in der Hoffnung auf eine humorvolle, leichte Auszeit – und stellt fest, dass die Chemie zwischen einem selbst und der Geschichte einfach nicht ganz stimmt. Silvia Saunders’ Roman „Homesick“, der immerhin auf der Shortlist für den Comedy Women in Print Prize 2023 stand, war für mich eine solche Erfahrung. In drei Sätzen zusammengefasst: Die versprochene Comedy habe ich schmerzlich vermisst, die Geschichte begleitet eine Bibliothekarin, die unter anderem mit Catcalling am Arbeitsplatz konfrontiert wird, und sie thematisiert das große Gefühl der Einsamkeit. Am Ende vergebe ich dem Buch insgesamt 3 von 5 Sterne, wobei sowohl die Spannung (2/5 Sterne) als auch der Schreibstil (3/5 Sterne) im soliden Mittelfeld bleiben. Ein zäher Start mit anstrengenden Dynamiken Ich muss ehrlich sagen: Bis knapp zur Hälfte der Geschichte hat mich das Buch überhaupt nicht abgeholt. Es war zwar eine nette Lektüre zum Entspannen und „Wegsacken“ für zwischendurch – auch wenn ich mir eigentlich vorgenommen hatte, seltener zu solchen Büchern zu greifen –, aber der Funke wollte einfach nicht überspringen. Das lag vor allem an den Charakteren und ihren Beziehungen zueinander. Den Chef der Protagonistin Mara empfand ich als extrem übergriffig, und über die Mutter ihres Freundes fange ich am besten gar nicht erst an. Auch den Humor zwischen Mara und ihren Freunden konnte ich leider an keiner Stelle wirklich nachvollziehen. Wichtige Themen und ein versöhnlicher Abschluss Trotz der Kritik gab es Aspekte, die ich dem Buch hoch anrechnen muss. Maras Freund wirkte auf mich zwar oft nervig, aber ich fand es unglaublich wichtig und gut, dass hier das Thema Depression bei Männern offen angesprochen wurde. Was mich an ihm gestört hat, war nicht seine Erkrankung, sondern vielmehr seine Unfähigkeit, Mara gegenüber seine Bedürfnisse klar zu äußern – während er das bei seiner eigenen Mutter anscheinend problemlos konnte. Ein echter Pluspunkt war für mich schließlich das Ende: Der Abschluss der Geschichte hat mich deutlich versöhnlicher gestimmt und war in meinen Augen wirklich gut gelungen. Würde ich das Buch weiterempfehlen? Nein, ich würde das Buch eher nicht aktiv weiterempfehlen, da mich der Humor und die Story insgesamt zu wenig überzeugen konnten. Was ich aus dem Buch mitgenommen habe: Es ist unglaublich wichtig, dass man sich der eigenen Einsamkeit bewusst wird und aktiv versucht, etwas dagegen zu tun. Echte, tragfähige Freundschaften sind im Leben einfach unersetzlich.
6 Tage vor
Zwischen verpasstem Humor und wichtigen Themen: Ein durchwachsener Blick auf „Homesick“
Manchmal greift man zu einem Buch in der Hoffnung auf eine humorvolle, leichte Auszeit – und stellt fest, dass die Chemie zwischen einem selbst und der Geschichte einfach nicht ganz stimmt. Silvia Saunders’ Roman „Homesick“, der immerhin auf der Shortlist für den Comedy Women in Print Prize 2023 stand, war für mich eine solche Erfahrung. In drei Sätzen zusammengefasst: Die versprochene Comedy habe ich schmerzlich vermisst, die Geschichte begleitet eine Bibliothekarin, die unter anderem mit Catcalling am Arbeitsplatz konfrontiert wird, und sie thematisiert das große Gefühl der Einsamkeit. Am Ende vergebe ich dem Buch insgesamt 3 von 5 Sterne, wobei sowohl die Spannung (2/5 Sterne) als auch der Schreibstil (3/5 Sterne) im soliden Mittelfeld bleiben. Ein zäher Start mit anstrengenden Dynamiken Ich muss ehrlich sagen: Bis knapp zur Hälfte der Geschichte hat mich das Buch überhaupt nicht abgeholt. Es war zwar eine nette Lektüre zum Entspannen und „Wegsacken“ für zwischendurch – auch wenn ich mir eigentlich vorgenommen hatte, seltener zu solchen Büchern zu greifen –, aber der Funke wollte einfach nicht überspringen. Das lag vor allem an den Charakteren und ihren Beziehungen zueinander. Den Chef der Protagonistin Mara empfand ich als extrem übergriffig, und über die Mutter ihres Freundes fange ich am besten gar nicht erst an. Auch den Humor zwischen Mara und ihren Freunden konnte ich leider an keiner Stelle wirklich nachvollziehen. Wichtige Themen und ein versöhnlicher Abschluss Trotz der Kritik gab es Aspekte, die ich dem Buch hoch anrechnen muss. Maras Freund wirkte auf mich zwar oft nervig, aber ich fand es unglaublich wichtig und gut, dass hier das Thema Depression bei Männern offen angesprochen wurde. Was mich an ihm gestört hat, war nicht seine Erkrankung, sondern vielmehr seine Unfähigkeit, Mara gegenüber seine Bedürfnisse klar zu äußern – während er das bei seiner eigenen Mutter anscheinend problemlos konnte. Ein echter Pluspunkt war für mich schließlich das Ende: Der Abschluss der Geschichte hat mich deutlich versöhnlicher gestimmt und war in meinen Augen wirklich gut gelungen. Würde ich das Buch weiterempfehlen? Nein, ich würde das Buch eher nicht aktiv weiterempfehlen, da mich der Humor und die Story insgesamt zu wenig überzeugen konnten. Was ich aus dem Buch mitgenommen habe: Es ist unglaublich wichtig, dass man sich der eigenen Einsamkeit bewusst wird und aktiv versucht, etwas dagegen zu tun. Echte, tragfähige Freundschaften sind im Leben einfach unersetzlich.
6 Tage vor








