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Krimis

Lapvona: Roman

3,7(304)
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Über das Buch

Es riecht nach Kot und Verwesung, nach Blut, Vieh und Schlamm – das ist Lapvona, der gottverlassenste Ort der Romanwelt. Hier ist niemand vom Glück begünstigt, am wenigsten Marek, der missgestaltete Sohn des Schafhirten. Doch sein Elend birgt auch eine große Kraft: baldige Nähe zu Gott durch Entsagung und Erniedrigung. Als er von Villiam, dem irren Landvogt, aufs Schloss berufen und als neuer Fürstensohn eingeführt wird, glaubt Marek sich zu Höherem erkoren. Denn noch ahnt er nicht, wie grausam nicht nur die Not, sondern auch die Sättigung den Menschen macht. In ihrem neuesten Meisterwerk entwirft Ottessa Moshfegh ein höllisches Panoptikum menschlicher Monstrosität und trifft in der grotesken Darstellung von Ungleichheit, Korruption und Tyrannei den Nerv unserer Zeit erschreckend genau.

Editionen (4)

ISBN9783987851537
VerlagABOD Verlag
Erscheinungsdatum23.01.23
Seitenzahl336

Rezensionen & Bewertungen

304 Bewertungen

78 Rezensionen

3,7

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  • ladym1982
    ladym1982

    296 Follower

    3,0

    Fesselndes Elend ohne Nachhall

    „Lapvona“ ist so eine Art wilder Grenzgang zwischen "Die 120 Tage von Sodom" und "Das Parfüm". Die Geschichte selbst ist definitiv fesselnd und auf eine unangenehme Weise auch faszinierend. Moshfegh schafft es mühelos, eine Welt zu zeichnen, die vor Dreck, Elend und moralischem Verfall nur so trieft. Trotzdem bleibt am Ende weniger hängen, als man erwarten würde. Es ist interessant, ja. Auch stellenweise verstörend. Aber der große „Wow“-Moment, dieses nachhaltige Nachwirken, bleibt aus. Ich hatte mir das Ganze schlicht eine Spur spektakulärer, vielleicht auch emotional packender vorgestellt. Was allerdings hervorragend funktioniert: die Atmosphäre. Selten habe ich beim Lesen so intensiv das Gefühl gehabt, Gerüche beinahe wahrnehmen zu können – und ganz ehrlich: Ich bin sehr dankbar, dass uns diese technische Entwicklung noch erspart bleibt. Die eigene Vorstellungskraft ist hier schon mehr als ausreichend… Ein eindringliches, unangenehmes Buch, das man nicht so schnell vergisst während man es liest – aber überraschend schnell danach.

    Fesselndes Elend ohne Nachhall

    13. Apr. 2026

  • lotti_cblr
    lotti_cblr

    99 Follower

    4,5

    Das beste fürchterliche Buch, das ich seit Langem gelesen habe

    Ich schäme mich fast dafür, „Lapvona“ viereinhalb Sterne zu geben. Aber alles andere wäre gelogen, denn ich habe das Buch verschlungen und konnte es nicht aus der Hand legen. Ich lese fast nur Romantasy und Fantasy und brauchte zwischendurch mal was anderes, einen „Palette Cleanser“ sozusagen. Und oh Boy, habe ich den bekommen … 👀 Im Zentrum der Geschichte stehen die verarmten und abgehärmten Bauern des Dörfchens Lapvona sowie dessen frivole und vergnügungssüchtige Lordschaft. Diese hockt abgeschottet vom Elend ihrer Untergebenen im Schloss auf einem Hügel. Beide Seiten stehen sich in ihrer Abartigkeit jedoch in nichts nach. Die Gegenüberstellung dieser Gegensätze und welch groteske Szenen sich abspielen, wenn sich beide vermischen, ergibt ein alptraumhaftes Meisterwerk der Erzählkunst.  Die Autorin beschreibt mit schnörkelloser Nüchternheit die tiefsten menschlichen Abgründe, die man sich nur vorstellen kann. „Lapvona“ bricht mit den letzten Tabus unserer Zeit – ohne sie je als solche zu benennen. Die Personen begehen fast beiläufig die schlimmsten Gräueltaten und finden für jeden Verstoß gegen ihre eigene Menschlichkeit scheinbar gute Erklärungen.  Die Dorfbewohner sind allesamt bizarr und dabei gleichsam faszinierend. Mehr als ein Mal hat es mich vor Abscheu und Ekel geschüttet. Weiterlesen musste ich trotzdem. Wie Ottessa Moshfeghs es schafft, die Verderbtheit ihrer Figuren dermaßen gekonnt in Worte zu fassen, needs to be studied. Sie hat mit Lapvona ein Buch geschrieben, dass man nur hinter vorgehaltener Hand weiterempfehlen kann, um keine Fragen über den eigenen Charakter aufzuwerfen. 🫢

    Das beste fürchterliche Buch, das ich seit Langem gelesen habe

    24. Feb. 2026

  • wirr
    wirr

    151 Follower

    4,5

    Widerwärtig, verstörend und irgendwie … komisch?

    An diesem Buch ist nichts schön, warm oder angenehm. Das Gegenteil ist der Fall. Alles an dieser Geschichte ist grotesk und ekelhaft. Lapvona ist ein Ort voller widerwärtiger Menschen, die widerwärtige Taten begehen und alles daran ist ganz normal. Denn, wenn man genau hinsieht, erkennt man hinter der überzeichneten widerlichen Satire das Spiegelbild all dessen in dem wir leben. Traurig, bedrückend - und trotzdem konnte ich dieses Buch nicht weglegen und habe es (trotz Fieber) in einem Stück weggelesen. Ich bin verstört und hoffe, dass ich nicht von Lapvona und erst recht nicht von seinen Bürgern träumen muss.

    8. Jan. 2026

3 von 78 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 165%
lotti_cblr
lotti_cblr21. Feb. 2026

Schon jetzt weckt das Buch in mir den Wunsch, allen Bewohnern von Lapvona mal ein ordentliches Bad mit Seife zu verpassen. 😅

Seite 5215%

1 Kommentar verdeckt

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