Wie die Schweine
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Description
Marcos verantwortet die Produktion einer Schlachterei. Er kontrolliert die eingehenden Stücke, kümmert sich um den korrekten Schlachtvorgang, überprüft die Qualität, setzt die gesetzlichen Vorgaben um, verhandelt mit den Zulieferern … Alles Routine, Tagesgeschäft, Normalität. Bis auf den Umstand, dass in der Welt, in der Marcos lebt, Menschen als Vieh zum Fleischverzehr gezüchtet werden.
Dieser Roman hält uns Fleischfressern kompromisslos den Spiegel vor. Er stellt Fragen in den Raum - nach Moral, Empathie, den bestehenden Verhältnissen. Und er verschafft, was nur die Literatur verschafft: neue Einsichten, neue Gefühle, nachdem alle Argumente längst ausgetauscht sind.
Book Information
Author Description
Agustina Bazterrica, geboren 1974 in Buenos Aires, gelang mit ihrem Roman Zart ist das Fleisch der internationale Durchbruch. Sie gewann den Premio Clarín, die bedeutendste literarische Auszeichnung Argentiniens. Übersetzungen in mehr als 30 Sprachen folgten, das Romanende ging in Tausenden Reaction Videos viral, seither gilt Agustina Bazterrica als eine der ersten TikTok-Sensationen der Weltliteratur.
Characteristics
3 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Moralisch verwertbar
Was ich an Dystopien am meisten liebe, ist, wenn sie einem den Spiegel nicht nur aufzeigen, sondern ihn dir fest ins Gesicht drücken, sodass er Sprünge bekommt und sich die scharfen Splitter in dein Fleisch bohren und dir der Weltschmerz unter die Haut fährt. Wie die Schweine (Tender Is the Flesh) tut genau das. Agustina Bazterrica entwirft eine überbevölkerte Welt, in der tierisches Fleisch laut Regierung verseucht ist und man dazu übergegangen ist, die Mangelernährung der Bevölkerung mit Menschenfleisch zu bekämpfen. Natürlich werden diese Menschen klein gehalten: ohne Stimmbänder, ohne Wissen, ohne Bildung – und ohne Gefühle? Dieses Buch wirft viele Fragen auf… Was unterscheidet den Menschen noch von den Tieren im Schlachthof? Wird Grausamkeit erträglicher, wenn wir sie "human" gestalten? Was sagt es über uns aus, wenn wir den Akt des Tötens ebenso genießen wie das Fleisch danach? Gibt es ethische Tierversuche – selbst wenn sie Leben retten? Und kennt die Grausamkeit der Menschheit überhaupt Grenzen? Die Autorin hat es geschafft, eine wohldurchdachte Geschichte zu konstruieren, dass man von einer Gewissenskrise in die nächste taumelt. Die Sprache ist dabei so sinnlich und doch gewalttätig, ekelhaft und wunderschön, eindringlich und abstoßend – und vor allem passt sie perfekt zu dieser verqueren Welt. Dieses Buch verdient es gelesen zu werden, weil es dich verändert. ------------------ "Da ist so ein Vibrieren, etwas Warmes, Zerbrechliches, was es besonders köstlich macht. Man beißt regelrecht das Leben heraus. Genießt das Gefühl, dass ein Wesen aufhört zu existieren, weil man es will, weil man es tut, was man tut. Man spürt, wie dieser komplexe Organismus nach und nach sein Leben aushaucht und zu einem Teil von einem wird. Für immer. Dieses Wunder fasziniert mich. Diese Möglichkeit der totalen Verschmelzung."
Wenn die eigene Spezies dem Verzehr dient
Dieses Buch sprengt Grenzen: wir befinden uns in einer dystopischen Zukunft, in der statt Tiere Menschen auf dem Teller landen. Was zunächst wie reißerischer Splatter klingt, entpuppt sich als schonungslose Sezierung der menschlichen, heuchlerischen Moral. Mit der Zeit kann sich der Mensch an die schier scheußlichsten Grausamkeiten & Skrupellosigkeiten gewöhnen, solange es dem eigenen Wohl zugute kommt. Was die Autorin hier beschreibt, klingt zunächst einmal völlig undenkbar — aber die Menschheit hat schon längst gezeigt, dass das Undenkbare real werden kann, normal werden & Alltag sein kann. Der Unterschied liegt in dem alles entscheidenden Detail, dass in diesem Buch keine Tiere gefangen gehalten, gezüchtet & geschlachtet werden, sondern Menschen. Die Hauptfigur Marcos & alle anderen Charaktere werden mit wenigen Emotionen versehen; aber ich vermute, das hat die Autorin absichtlich so gemacht, um das Leseerlebnis so gefühlskalt & nüchtern zu machen, wie es die ganze Geschichte ist. Und doch erlaubt sich Marcos hin & wieder, kritisch zu denken & die Dinge zu hinterfragen. Wenn es jedoch um das eigene Wohl geht, die eigene Familie, das eigene Leben ... tja, dann wirft ein jeder alle Moral & Barmherzigkeit über Bord, wie das erschütternde Ende zeigt. Diese Geschichte ist vieles: aufwühlend, brutal, kalt, verabscheuungswürdig, aber vor allem ... lesenswert!

Großartige Dystopie
Brutal und schonungslos ist dieses Buch. Eine Abrechnung mit der Menschheit. In dem Buch verfolgen wir den Alltag von Macros. Er arbeitet in einer Schlachterei in dem Stücke (Menschen) geschlachtet werden. Der Prozess des Schlachtens wird in dem Buch dabei genau beschrieben. Es existieren durch einen Virus keine Tiere mehr, sie mussten alle Notgeschlachtet werden. Aber die Lust nach Fleisch bleibt. So wird es irgendwann legal spezielle Menschen zu züchten und sie wie Tiere zu halten, um die Rolle als Nutztiere zu übernehmen. Das Buch eckt an. Es bringt zum nachdenken. Zeigt einen die Fleischindustrie vor Augen. Zeigt auf, wie abgestumpft Menschen werden, wenn sie nur lang genug an was gewöhnt sind und damit aufwachsen. Es wird das Thema Überbevölkerung, Pandemie, Vegetarismus, Ausbeutung, Kapitalismus und das Gewissen behandelt. Ich konnte das Buch, trotz der harten "Realität" nicht aus der Hand legen. Für mich eine klare Leseempfehlung.
Ich habe garkeine Worte für dieses Buch, einfach nur Wow! Stell dir vor alle Zuchttiere auf der Welt sind ungenießbar durch einen Virus. Was tut man dann um die fehlenden Nährstoffe zu bekommen die man sonst durch die Zuchtiere erhalten hat? Genau, man fängt an Menschen zu Züchten und sie zu essen. Hier geht es um Marcus der in einem Schlachthaus für Menschen arbeitet und mit eigenen Augen sich ansieht die das unmenschlichste vor ihm geschieht. Er selbst verweigert den Konsum von Menschenfleisch und verachtet seine Familie und alle anderen die diesen Konsum von Fleisch normalisieren. Dieses Buch ist eine Kritik an die Konsumgesellschaft, vollste Empfehlung von mir!

WIE DIE SCHWEINE Agustina Bazterrica Marcos arbeitet in einer Schlachterei. Er ist dafür verantwortlich, dass der Betrieb reibungslos läuft und die Schlachtungen ordnungsgemäß durchgeführt werden - schließlich ist Fleisch heutzutage ein kostbares Gut. Nachdem ein Virus damals alle Tiere befallen hatte und sowohl Nutz- als auch Haustiere notgeschlachtet werden mussten, wurde Fleisch zu einem nahezu unbezahlbaren Luxus. Doch der Heißhunger auf Fleisch blieb: Menschen begannen sich gegenseitig zu überfallen, bis schließlich die Entscheidung getroffen wurde, Menschen zu züchten, um die Rolle der Nutztiere zu übernehmen. „In einigen Ländern verschwanden massenweise Immigranten. Immigranten, Obdachlose, Arme. Sie wurden verfolgt und geschlachtet. Legalisiert wurde dieses Vorgehen, als die Regierungen unter Druck gesetzt wurden von einer millionenschweren Industrie, die zum Stillstand gekommen war. Die Schlachthöfe wurden entsprechend angepasst. Es dauerte nicht lange, da wurden sie wie Vieh gezüchtet, um die massive Nachfrage nach Fleisch zu stillen.“ (S. 15) Privat ist Marcos ein ganz normaler Mann, der mit den Lasten seines Lebens kämpft: Er trauert um seinen verstorbenen Sohn, seine gescheiterte Ehe und kümmert sich um seinen dementen Vater. Agustina Bazterrica hält uns mit diesem erschreckenden und eindringlichen Roman einen Spiegel vor: Überbevölkerung, Pandemien - und mittendrin der Mensch, der sich nur um seine nächste Mahlzeit sorgt. Das Buch wurde mir empfohlen und der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Ich habe es mit großem Interesse gelesen. Es ist eine herausragende Dystopie, die eine unaufhaltsame Sogwirkung entfaltet. Keine Minute konnte ich mich dem Buch entziehen, selbst wenn es mich stellenweise abgestoßen hat. Sieht so unsere Zukunft aus? Ganz besonders gut gefiel mir außerdem das Cover des Buches: Rohes Fleisch in einem Frischhalte-Beutel. Der weiße, matte Druck sieht aus wie ein Papier-Etikettaufkleber im Supermarkt und weist Gewicht, Preis und den Barcode aus. Ob ihr jetzt das Buch lest, bleibt euch überlassen, mir gefiel es sehr und es wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. 5/ 5

Nur auf leeren Magen lesen
Ich bin geschockt, traumatisiert, sprachlos. Wie die Schweine ist nichts für schwache Nerven und schlägt auf den Magen. So unschön das nun klingt: ab und an hätte ich mich gern in meinen Kaffee übergeben beim Lesen. Die Frage WARUM man Wie die Schweine lesen sollte steht eigentlich gar nicht zur Debatte. Der Roman spielt in einer Zeit in der Menschen aufgrund von Tierseuchen auf die Zucht, Produktion und Verarbeitung von Menschen als Fleischlieferant zurückgreifen. Jede Horrorvorstellung die euch dabei in den Kopf kommt wird von der Autorin ausgeleuchtet - auch die, die euch nicht in euren schlimmsten Albträumen einfallen würden. Dieses Buch ist ein Spiegel unserer Konsumgesellschaft, allein dafür ist es lesenswert. Die Frage die mich eher beschäftigt ist WER Wie die Schweine lesen sollte, definitiv nicht diejenigen die bei Bambi schon ausschalten bevor die Mutter stirbt.

Ein Buch über das Schlachten und die Abgründe menschlicher Zivilisation.
In "Wie die Schweine" von Agustina Bazterrica, erschienen 2020 bei Suhrkamp, geht es um Marcos, die rechte Hand eines Schlachthofbetreibers. Doch das, was hier geschlachtet wird, sind keine gewöhnlichen Tiere, wie wir sie kennen. Marcos steht zwischen seinem Beruf, seiner Familie und seinen Überzeugungen und je grausamer der Inhalt erzählt wird, desto mehr erfahren wir über seine Vergangenheit und innere Welt. Der Stil des Erzählens ist nüchtern und zugleich poetisch, ohne überflüssige Personenbeschreibungen. Der Leser wird in diese groteske Welt gezogen und nur widerwillig wieder entlassen. Öfter musste ich das Buch beiseitelegen, das Gelesene rekapitulieren. Wie Kafka einst sagte: Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. "Wie die Schweine" ist ein verstörend intensiver Roman, der lange nachhallt.
"Er nennt es nicht Spezialfleisch. Er benutzt ein neutrales Wort, um das zu bezeichnen, was ein Mensch ist, aber nie eine Person sein wird, was immer nur ein Produkt ist."
Brutal und Schonungslos. Eine Dystopie, deren Wurzeln jedoch in unserer täglichen Realität verhaftet sind. Positiv hervorzuheben ist hier zuerst auch die Covergestaltung, die bereits wunderbar die Perfidität des Buches aufzeigt. Die Grundprämisse wird sehr konsequent! von der Autorin auserzählt. Was auch immer wieder in sehr plastischen und expliziten Beschreibungen, z.B. des Schlachtprozesses, gipfelt. Für zartbesaitete ausdrücklich keine Empfehlung. Durch den Schreibstil der Autorin (einerseits kurz, prägnant, fast schon klinisch, so wie auch der Arbeitsalltag von Marcos./ Andererseits durchaus poetisch) wird die Abgründigkeit der Situation (und des "Menschen") immer wieder der emotionalen Abgestumpftheit gegenüber gestellt. Diesen Spagat meistert die Autorin sehr gut wie ich finde und schafft es so, eine immense Sogwirkung zu erzeugen. Und das trotz der Furchtbaren Bilder, die das eigene Kopfkino erschafft. Ich habe oft gelesen, dass das Ende die Gemüter spaltet. Das kann ich absolut verstehen. Es kommt definitiv unerwartet. Ich selbst habe das Buch bisher 2 Mal gelesen und bin selbst am Schwanken, wie es zu bewerten ist. Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
Verstörend
Ich brauchte einige Zeit, um das Buch zu verarbeiten. Es hallt seit Monaten nach und beschäftigt mich, was letztlich vermutlich Sinn und Zweck dieser stellenweise obszönen Geschichte war. Wir begleiten den Protagonisten durch eine Art Wunderland des Grauens, Station für Station durchlaufen wir und es wird gelinde gesagt, immer ekelerregender. Wir bewegen uns in einer Welt, in der „Menschen“fleisch Entmenschlichter auf dem Speiseplan steht, wo dies eine neue Normalität darstellt. Das Buch möchte der Gesellschaft den Spiegel vorhalten, schafft dies durchaus, driftet dabei aber allzu häufig in morbide Abgründe ab, die aus meiner Sicht nicht zielführend und auch nicht angemessen sind. Die menschliche Grausamkeit ist erstaunlich und endlos, so viel ist klar. Am Ende bleibt man sprachlos zurück.
Kontrovers aber so wichtig
Als Vegetarierin habe ich mir schon öfters Gedanken über so ein Thema gemacht, ohne zu wissen, dass dieses Buch existiert. Es hält einem wirklich den Spiegel vor und so grausam es teilweise ist, bin ich der Meinung, dass jeder Mensch dieses Buch lesen sollte. Gerade die letzten Seiten haben mich wirklich sehr mitgenommen. Das Buch hat keine fünf Sterne von mir bekommen, da die Übersetzung teilweise sehr kompliziert zu lesen war und ich mir tatsächlich ein bisschen mehr Lesestoff gewünscht hätte. Man hätte einige Punkte noch weiter erklären und ausführen können. Ansonsten ist es wirklich ein Must Read.
Nichts für schwache Nerven! (oder vielleicht eher Mägen 🫣)
🥩 Schonmal was richtig "krankes" gelesen? Dieses Buch hat mich allein schon wegen dem Cover gecatcht. Und dann dieses kleine Detail auf dem "Etikett" vorne, über dem Preis. Ein Mensch. Ganz ehrlich? Das ist definitiv nichts für schwache Nerven. Es gab Stellen die ich echt eklig fand 🤢 und nach dem Essen sollte man das vielleicht auch nicht lesen 😂 Ich fands aber absolut gut! Legt man seine Prinzipien, seine Moral und Empathie kurz beiseite, verwandelt sich das Buch in ein richtige Highlight! Kannibalismus mal ganz anders, als man es aus dem TV kennt 😶 allein die Vorstellung, Menschen würden andere Menschen fürs Essen züchten, ist einfach so unnormal krank. 🫣

And when they say "the government wouldn't do that...
...yes they would!" Eine düstere Geschichte die ungefiltert den Spiegel vorhält und klar macht zu was wir Menschen fähig sind. Hier wird mit vielen Perspektiven gespielt und die Rolle von Tieren schlichtweg mit Menschen vertauscht. Schonungslos wird man wach gerüttelt. Ein Buch über dass man nach beenden der Story noch lange nachdenkt.
Was zur Hölle hab ich da bitte gelesen?
Also wenn ihr zartbesaitet seid, solltet ihr dieses Buch lieber nicht lesen. Wir befinden uns in einer (nahen) Zukunft, in der wegen eines Virus alle Tiere getötet werden mussten. Trotzdem wollen die Menschen natürlich weiterhin Fleisch essen. Dafür werden dann jetzt andere Menschen gezüchtet und geschlachtet. Und hallelujah, werden die einzelnen Vorgänge und Prozesse ausführlich beschrieben. An sich soll Kritik an der Massentierhaltung und am immensen Fleischkonsum geübt werden. Versteh ich auf ne Art. Progressiv, dies das. Alsoooo… das Buch ist sehr kurz und liest sich - dank seiner Nüchternheit und Sachlichkeit sehr schnell und einfach durch. Aber ihr braucht bei den Beschreibungen des Schlachthauses wirklich starke Nerven. Oder ich hab mich einfach noch nie wirklich mit sowas beschäftigt. Die Story bleibt ziemlich plain. Es geht um Marcos, der in der Schlachterei arbeitet. Seine Frau hat ihn (räumlich) verlassen, als das gemeinsame Baby des plötzlichen Kindstodes stirbt. Der Vater ist dement und in einem teuren Altersheim untergebracht, das bezahlt werden muss. Die Schwester ist nervig, oberflächlich und läuft jedem Trend nach. Und dann kriegt er auch noch ein „Weibchen“ geschenkt. Oder ein Stück. Also so wirklich hab ich nicht verstanden wie diese Menschen gezüchtet werden. Wer normal weiterleben darf und wer zur Fleischware wird. Aber alles andere sind keine abwegigen Szenarien. Menschen sind weird und irre. Und wenn es halt keine Tiere mehr gibt… auch dass es arme Leute gibt, die Menschen überfallen, Menschenhandel, Jagd etc. Es klingt alles fast zu real. Das was wir Tieren tagtäglich antun, wird hier Menschen angetan. Das ist wirklich ein sehr beklemmendes und verstörendes Buch. Also wichtig und richtig, aber auch einfach sehr weird. Und das Ende war komplett lost.
Direkt gegen Anfang wird erklärt wieso kein tierisches Fleisch mehr gegessen wird sondern hingegen auf „Spezialfleisch“, wie es hier genannt wird, umgestiegen wurde. Das Buch hält den Fleischfressern einen Spiegel vors Gesicht. Die Verarbeitung von Fleisch wird detailliert beschrieben, nur eben wird in diesem Buch das alles an Menschen praktiziert. Für die Protagonisten im Buch ist es normal geworden, das Spezialfleisch zu konsumieren oder aus der Haut, Leder anzufertigen. So wie es für den Großteil der Menschen zum normalen Alltag gehört, dies mit Tieren zu tun. Ich lebe schon seit knapp 4 Jahren vegetarisch und doch hat mir das Buch nochmal einen anderen Blickwinkel auf das Thema eröffnet. Ich kann es jedem ans Herz legen!

Ein unbedingt nötiges literarisches Aufbegehren gegen den Egoismus unserer heutigen Gesellschaft
Schließlich essen wir uns schon seit Anbeginn der Zeiten gegenseitig auf. Und nicht nur symbolisch, sondern wortwörtlich. Der Übergang hat uns nun die Möglichkeit beschert, nicht mehr so heuchlerisch zu sein.“ [S. 164] Zugegeben, wäre ich noch regelmäßige Fleischkonsumentin, hätte ich mich mit diesem Buch nicht auseinandergesetzt. Essen bedeutet nicht nur Nahrung, sondern eben auch Genuss, und mit dem Genuss haben viele von uns ein sehr spezielles, komplexes aber eben auch fragwürdiges Verhältnis, was wir aber aller Widrigkeiten zum Trotz nicht so einfach aufzugeben bereit sind. Da rollen wir uns lieber den steinigen ausgetretenen Pfad der Ignoranz hinauf, anstatt das zu hinterfragen, was sich direkt vor unseren Augen oder eben in unseren Körpern abspielt. Aber genau das lässt „Wie die Schweine“ nicht zu: Ignoranz. Agustina Bazterrica holt den literarischen Spiegel und Vorschlaghammer raus, und haut dem Leser ihre Wahrheiten ins Gesicht, immer und immer wieder, bis man am Ende mit offenem Mund dasitzt und sich am liebsten mit einer Kuscheldecke in irgendeiner sicheren Ecke seines Zimmers einrollen und leise „Alle meine Entchen“ vor sich hinsummen möchte. Das Buch ist unbequem, anstrengend und emotional herausfordernd, und das ist auch gut so. Was den Inhalt angeht, sagt der Klappentext eigentlich alles, was man wissen muss. Für mich ein sehr mutiges Gedankenexperiment, und aktueller denn je. „Wie die Schweine“ ist eine Dystopie durch und durch. Voller Hoffnungslosigkeit, schrecklicher Taten, Gedanken und Fakten, Düsternis und Verzweiflung. Bazterrica`s Schreibstil ist von einer schonungslosen Poesie, die ich in der Form noch in keinem anderen Buch gelesen habe. Kritisch und klug führt sie dem Leser menschengemachte Grausamkeiten vor Augen und lässt dabei nichts aus. Das Schlachten, das Töten, das Fressen, und das gefressen werden. „Wie die Schweine“ rüttelt auf, macht fassungslos und wütend und ist ein unbedingt nötiges literarisches Aufbegehren gegen den Egoismus unserer heutigen Gesellschaft.
"Marcos verantwortet die Produktion einer Schlachterei. Alles ganz normal. Von einem Detail abgesehen: In der Welt, in der Marcos lebt, werden Menschen als Vieh zum Fleischverkehr gezüchtet..." Diese Dystopie ist nichts für schwache Nerve, denn die Geschichte ist schonungslos, düster, hoffnungslos und voller Verzweiflung. Die Autorin schafft es in ihrem nüchternen Schreibstil dem Leser einen Spiegel vorzusetzen, der wirklich nicht angenehm ist, denn die Autorin holt ihren Vorschlaghammer raus und überreicht die unangenehme Wahrheit auf einem Präsentierteller, die es in sich hat. An manchen Stellen ist mir teilweise echt schlecht geworden und hat mich aber auch zum Nachdenken gebracht, ob ich zum Beispiel auch so krass reagieren würden, wenn es hier um Schweine gehen würde. Wieso machen wir einen Unterschied zwischen dem Menschen und dem Schwein? Haben wir nicht alle Lebewesen das Recht zu leben? Das Ende endet mit einem großen und erschreckenden Knall, womit ich gar nicht gerechnet habe. Heftig. Dieses Buch hat mich wirklich wieder zum Nachdenken gebracht und auch nochmal meine Essensgewohnheiten überdenken lassen. Ich werde sicherlich nicht sagen, dass ich jetzt kein Fleisch mehr essen werde, aber vielleicht sollte ich noch mehr bewusster und noch weniger Fleisch essen. Ich habe in den letzten Jahren schon darauf geachtet und mich mit dieser Thematik auseinandergesetzt, jedoch denke ich, dass ich das noch optimieren kann. Ich kann dieses Buch empfehlen auch wenn es ein nicht so schönes Thema ist.
Mannomann, war ich am Ende fertig. Was für ein Hammerbuch! Kurz, knackig, grausam... und unfassbar gut! Marcos, der Protagonist, lebt in einer Welt, in der die Tierwelt von einem Virus befallen wurde, das für Menschen tödlich ist. Große Teile der Tierwelt wurden deshalb getötet, weil sie eine unmittelbare Gefahr für Menschen darstellen. Aber die Menschen möchten Fleisch essen und die Wissenschaftler im Roman kommen zu dem Schluss, dass der Mensch Fleisch essen MUSS. Positiver Nebeneffekt: Die Überbevölkerung nimmt ab. Menschen werden in dieser Welt gezüchtet, aufgepäppelt und zu Fleisch, Leder, Dünger etc. pp. verarbeitet. Das ist die Prämisse. Klingt grausam? Nun, "Wie die Schweine" ist natürlich nichts anderes als eine Dystopie, in der Menschen das angetan wird, was wir schon heute Tieren antun. Aber wie das so ist: Das Leid der Tiere als Leid von Menschen präsentiert zu bekommen, das entfaltet eine Wirkung, ein Mitgefühl, das uns abgestumpfte Wohlstandsmenschen Tieren gegenüber fehlt. Denn es sind ja nur Tiere. Im "Wie die Schweine" werden deshalb Menschen, die gezüchtet wurden, folgerichtig nicht als Menschen bezeichnet, denn "Es gibt Wörter, die die Welt verschleiern." und "Es gibt Wörter, die bequem sind, hygienisch, legal." So ist der offizielle Begriff "Spezialfleisch", um die Wahrheit zu beschönigen. Das Interessante ist, was während des Lesens passierte. Denn auch wenn ich immer wieder schockiert war über das, was ich las, trat bei mir auch ein Gewöhnungseffekt ein. Hatte ich anfangs noch geradezu körperliche Reaktionen auf Alternativbegriffe wie Spezialfleisch, so trat bereits nach kurzer Zeit Gewöhnung ein. Nur noch mein Kopf spielte da nicht mit, der wusste nach wie vor, dass das alles nicht richtig ist. Aber zurück zu dem unfassbar guten Buch: Denn so grausam die Prämisse ist und so grausam die Lebensumstände, die beschrieben werden sind, so nüchtern werden sie von Agustina Bezterrica vorgetragen. Sie weidet sich nicht an der Grausamkeit, sie stellt sie nur dar. Und so ist "Wie die Schweine" kein Blutfest, sondern im Kern ein Porträt der Gesellschaft, in der wir jetzt und hier leben. "Wie die Schweine" entfesselt dabei eine Sogwirkung, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Der Roman führt uns den menschlichen Egoismus vor Augen, die Schattenseiten der Konsumgesellschaft, in der jedes alles und möglichst billig haben will - ohne Rücksicht auf die Umwelt, die Tiere und die Menschen, die dabei auf der Strecke bleiben. Und das alles gelingt der Autorin ohne erhobenen Zeigefinger, sondern durch eine Geschichte, die von Marcos, dem vielschichtig gestalteten Protagonisten, der früher Tiere geschlachtet hat und nun in einer Menschenschlachterei arbeitet. Seine Geschichte fesselt die Leser*innen, lässt sie immer weiter vordringen bis zum bitteren Ende, das so konsequent ist, das noch einmal verdeutlicht, wie egoistisch wird als Menschen sind, wie vor gestrickt sind, wie wir handeln, wenn um uns als Individuen geht. "Wie die Schweine" ist ein großartiges Buch. Ich habe es verschlungen, habe mich hineinreißen lassen, habe mit Marcos gefühlt, dem Tierfreund, der seinen Sohn über alles geliebt hat und ihn auf so herzzerreißende Weise vermisst, habe mit ihm seine unsägliche Schwester verabscheut, habe mich für ihn gefreut, als er endlich begann, sich durchzusetzen und wurde am Ende des Romans ins kalte Wasser geworfen. Augustina Bazterricas Roman funktioniert auf allen Ebenen. Er ist nicht zu kurz und nicht lang, er ist sprachlich toll umgesetzt (und toll ins Deutsche übertragen von Matthias Strobel), er ist konsequent, er ist hart und doch schön, er regt zum Denken an, ist aber trotzdem unterhaltsam... kurz: "Wie ein Schwein" ist ein verdammt guter Roman. Lest ihn! (Anmerkung: Mir wäre übrigens lieber gewesen, Suhrkamp Nova, wenn der deutsche Titel näher am Original gewesen wäre. "Exquisite Leiche" ist so viel passender und poetischer und tatsächlich auch subtiler.)
wichtige Thematik wo das Werk aufgreift, erschreckendes Konsum-Spiegelbild, Gesellschafts-Must-read
Ich habe mir dieses spezielle Buch gekauft, da ich direkt auf das Cover aufmerksam wurde und mich der Klappentext neugierig gemacht hat. Auf dem Cover ist ein Stück Fleisch zu erkennen, Titel, Autorin etc. sind als Verpackungsetikett angebracht, im Gesamten spiegelt dies schon sehr gut die Geschichte um die es geht wider. Wie der Titel schon sagt, werden Menschen hier wie „Schweine“ behandelt. Die Schilderungen sind äußerst detailgetreu, teilweise eklig und heftig beschrieben, es ist demnach wirklich nichts für zarte Gemüter. Doch letztendlich wird hier dasselbe Prozedere beschrieben, welches bei unserer Fleischindustrie angewandt wird. Tagtäglich werden Millionen von Tieren, unter anderem aus der Massentierhaltung, grausam und brutal behandelt bzw. hingerichtet. Jeder der Fleisch zu sich nimmt sollte sich dessen bewusst sein, dass bspw. das Fleisch nicht auf Bäumen wächst, sondern von einem lebendigen Wesen stammt, welches dafür mit seinem Leben dafür bezahlen musste. Die Verantwortungslosigkeit der Menschen, bezüglich dem übermäßigen Fleischkonsum, ist heute mehr denn je eine wichtige Thematik. Tiere haben genauso Gefühle wie Menschen, im Buch werden unter anderem Versuchslabore betrieben, in denen beispielsweise Simulationen mit Menschen für Auffahrunfälle bzw. Autounfälle getestet werden. Es kommt einem grausam und pervers vor, doch sollte man sich nicht die Frage stellen, ob einem das Ganze irgendwie bekannt vorkommt, nur in einer etwas anderen Form.. Kann das Buch durch die Empathie und Moral, die wir wohl gegenüber Menschen mehr empfinden, hier auf grundlegende Dinge hinweisen, die einen begreifen lassen was wir den Tieren mit den ganzen, von uns erfundenen kranken Prozessen, überhaupt antun? Das Buch zeigt zudem das Szenario auf, welches sich durch die Überbevölkerung des Menschen entwickeln könnte. Im Großen und Ganzen hält uns diese Geschichte doch nur das eigene erschreckende Konsum-Spiegelbild vor Augen, natürlich in einer extremen und krassen Version.. Die Hauptperson an sich hat mich an einigen Stellen sehr wütend gemacht, wieso hat er nicht (anders) gehandelt, wieso hat er das ganze System letztendlich ebenfalls aus reinem Egoismus angewandt? Die Charaktere sind relativ schlicht und oberflächlich gehalten, doch meiner Meinung nach geht es hier sowieso viel mehr um den gesamten Kern der Geschichte, der vermitteln und zum Denken anregen soll.. Es stellen sich einem etliche Fragen und es lohnt sich definitiv darüber nachzudenken, um vielleicht Schritt für Schritt die richtige Richtung einzuschlagen.. Man kann sich über dieses Buch definitiv ein eigenes Urteil bilden und wird in keine bestimmte Richtung geleitet, ich persönlich habe mir aber über einen besonderen Dialog dieses Buches viele Gedanken gemacht: „Warum bezeichnen Sie das menschliche Tun dann als scheußlich?“ „Weil es scheußlich ist. Aber das ist ja das Wunderbare, dass wir unsere Maßlosigkeiten akzeptieren, dass wir uns mit ihnen arrangieren, dass wir unseren primitiven Kern mit Wohlwollen betrachten.“ Für die heutige Gesellschaft ein großes , gedankenanregendes Werk der Literatur, für das ich eine klare Leseempfehlung aussprechen kann!
Wie bewertet man so ein Buch? Ich hab so viel gefühlt beim Lesen und es war nicht ein gutes Gefühl dabei. Trotzdem würde ich es jedem ans Herz legen - ein Augenöffner für die Doppelmoral mit der wir als menschliche Spezies unser Leben bestreiten. Marcos innerer Konflikt geht einem so unter die Haut und die Ironie, die Heuchelei dieser Gesellschaft ist teilweise unerträglich, ohne dass die Autorin es explizit benennen muss. Definitiv ein Buch über das ich noch lange nachdenken werde. Definitiv nichts für zart Besaitete.

Als ob ich noch einen Grund gebraucht hätte, um den brutalen Egoismus und Narzissmus der meisten Menschen zu hassen,
Lest dieses Buch nicht, wenn ihr eh schon einen Hass auf die Menschheit habt. Der Mensch ist ein von Grund auf böswilliges, narzisstisches und egoistisches Wesen. Ein Virus, der alles um ihn herum vernichtet und nur die kleinste Erlaubnis braucht, um alles um sich herum zu verbrennen. Konsumieren und Genießen als Droge, nicht besser als jeder Heroinabhängiger, keine Selbstkontrolle und die Gesellschaft und ihre Traditionen und Konformitäten als Erlaubnis zur Barbarei.
Unangenehm, aber unglaublich spannend! Ich konnte das Buch nicht wirklich weglegen. Es ist sehr schlicht geschrieben, fesselt einen beim Lesen aber dennoch. Es passt zur Atmosphäre. Ich mag die Idee und es regt auf jeden Fall zum Denken an. Der Fleischkonsum (auch genereller Konsum) zur heutigen Zeit ist unglaublich und genau das Thema behandelt das Buch. Der Gesellschaft wird hier auf krasseste Art der Spiegel vorgehalten. Man sollte allerdings einen starken Magen haben, da es um Kannibalismus geht und man bekommt genaue Einblicke in die Zucht und Schlachtung des sogenannten "Spezialfleisches".
Sprachlos
Das Buch ist verstören, ekelerregend und trotzdem hat es mich total in seinen Bann gezogen. Es geht darum, dass die Menschen keine Tiere essen dürfen, weil diese mit einem Virus verseucht sind. Sie fangen an Menschen zu essen, zu züchten und zu schlachten. Das Buch ist wirklich erschreckend geschrieben und hat trotz seines absurden Themas einen relativ flüssigen Schreibstil. Auch die Kapitel sind relativ kurz, sodass man das Buch schnell lesen konnte. Ich habe mich teilweise echt geekelt, weil alles sehr detailliert geschrieben ist aber wollte immer wissen wie es weitergeht. Also ich kann das Buch empfehlen weil es schon irgendwie zum nachdenken anregt. Allerdings sollte man so etwas abkönnen.
Poetisch-grausam- tiefsinnig-Highlight
Ein unglaublich gut geschriebenes Buch. Die Ausdrucksweise war poetisch, tiefsinnig und zu gleich gestochen scharf. Ein Buch, welches noch lange nachhallen wird. Über die Abgründe unserer Spezies und die Verzweiflung der Welt. Ein Spiegel unserer Gesellschaft nicht vorgehalten, sondern mit Schwung mitten ins Gesicht geklatscht! Grandios.
Seid ihr Fleischesser? Vegetarier oder Veganer? Beschäftigt ihr euch mit der Herstellung und der Herkunft euer Lebensmittel, oder achtet ihr da eher nicht so drauf? Komische Fragen ich weiß, aber all diese und noch so viel mehr, haben mit dem Buch Wie die Schweine zu tun, dass ich vor kurzem gelesen habe. Ein Virus hat sämtliche Tiere infiziert und dazu geführt, dass ihr Fleisch für uns Menschen ungenießbar geworden ist – essen sie es trotzdem, kann dies zum Tod führen, sagt zumindest die Regierung. Eine Alternative muss her und so ist das Spezialfleisch geboren. Die Stücke sind Menschen, nur spricht es niemand aus, denn sie werden, wie die Masttiere vorher, in Massen gezüchtet, nackt in Käfigen gehalten und mittels Stimmband-Entfernung entmenschlicht um im Schlachthof nicht schreien zu können. Marcos arbeitet auf so einem Schlachthof, handelt Deals mit Zulieferern aus und besucht zudem auch regelmäßig Versuchslabore, die an den Stücken Experimente für Kosmetik und sonstigen Forschungen betreiben. Aber er erinnert sich auch noch an die Zeit, wie es vorher einmal war. Rumpfhälften. Betäubungsapparat. Schlachtstraße. Zeckenbad. Diese Wörter kommen ihm in den Sinn, suchen ihn heim. Zermürben ihn. Denn diese Wörter sind nicht nur Wörter. Sie sind Blut, Gestank, Automatisierung, Gedankenlosigkeit. Hinterrücks fallen sie nachts über ihn her. Dann wacht er schweißgebadet auf, weil er weiß, dass ihn ein weiterer Tag erwartet, an dem er Menschen schlachten muss. (Seite 11) Fressen und gefressen werden, so lässt sich der Roman der argentinischen Autorin Agustina Bazterrica wohl am ehesten beschreiben, wobei die Spezies Mensch dabei alles andere als gut wegkommt. Ich weiß, man soll Bücher nicht unbedingt vergleichen, da es sich ja bei jedem um ein Einzelstück handelt, aber dennoch hatte ich bei Wie die Schweine das Gefühl, als hätten Stephen King und George Orwell gemeinsam ein dystopisches Buch verfasst – und das meine ich als absolutes Lob! Als Schauplatz der Geschichte dient hier Argentinien, ein Land, das der Zensur unterliegt. Regiert wird es von einem Regime, das keine Kritiker oder Andersdenkende zulässt, denn wer das Schlachten von Stücken als Mord bezeichnet, landet schneller auf dem Teller seiner Mitbürger, als ihm lieb ist. Durchaus praktisch erscheint es der Regierung zudem, dass somit Probleme wie Überbevölkerung oder Armut gleich mit ausradiert werden. So gibt es beispielsweise heutzutage spezielle Jagdreviere, in denen man statt Rehen Stücken nachstellen kann – bevorzugt weiblichen, schwangeren Exemplaren, da diese sich nicht so extrem zur Wehr setzten. “Wir simulieren hier Autounfälle und sammeln Daten, um Fahrzeuge sicherer zu machen. Deshalb brauche ich Stücke, die stark genug sind, um mehrere Versuche zu überstehen.” (Seite 213) Der Roman schockiert, erzeugt Entsetzen und Ekel und regt so den Leser gekonnt zum Nachdenken an. Mit stellenweise bildhaft brutalen Szenen bekommen wir gnadenlos den Spiegel vorgehalten, wie wir unser täglich Fleisch konsumieren, ohne uns allzu oft über die Herkunft oder sonstige ethische Fragen einen Kopf zu machen. Klar wirkt es in erster Line an den Haaren herbeigezogen wenn plötzlich unsere Spezies Mensch in Käfigen dahinvegetiert, an Melkmaschinen angeschlossen wird oder die Stimmbänder entfernt bekommt, damit sie bei der Lagerung und der anschließenden Tötung nicht schreit oder sich je nach Aufzucht und Herkunft preislich unterscheidet, aber ist das nicht genau das tägliche Geschäft, dass wir mit unserem unüberlegten Fleischkonsum oder dem Kauf von Pelz- und Lederwaren unterstützen? Einerseits stößt es einen ab, was Agustina Bazterrica sich hier ausgedacht hat, andererseits entwickelt der Roman eine unglaubliche Sogwirkung, der man einfach nicht entkommen kann, bis die letzte Seite gelesen ist. Für mich bereits jetzt eines meiner Jahreshighlights aus 2020, das ich jedem Leser ab ca. 16 Jahren sehr ans Herz legen kann.
grausame, erschreckende wahrheit
jeder mensch, der hier beim lesen geschockt ist, sollte sich daran erinnern, dass all das bereits tagtäglich mit tieren auf unserer welt passiert und dieses buch nichts weiter ist, als ein spiegel unserer "egoistischen gesellschaft", wie es auf der rückseite des buches so schön steht. die idee der geschichte ist großartig und in anbetracht der tatsache, wie sehr manche menschen ihren fleischverzehr rechtfertigen und genießen, gar nicht mal so abwegig. leider hat mir das ende nicht gefallen, da ich von dem protagonisten anderes erwartet habe, aber gerade so hat es wahrscheinlich am besten zur kritik der menschheit gepasst. nichtsdestotrotz war es ein solides buch mit einer schönen, poetischen sprache, bei dem jedoch leider die charaktere allesamt etwas zu kurz kamen, sodass man keine wirklich emotionale bindung aufbauen konnte. mein herz würde gerne -50 punkte abzug für die welpen geben, aber wenn ich das beiseite schiebe, ist es ein gutes & wichtiges buch, das aber leider bei den wenigsten etwas an der denkweise verändern wird.

Das Konzept ist spannend und natürlich eine ganz deutliche Gesellschaftskritik. Tatsächlich hätte ich mir aber mehr Hintergrundgedanken des Protagonisten gewünscht, anstatt möglichst vieler Schock-Szenen. Alles in allem brauchst du einen relativ stabilen Magen für das Buch, es werden ekelhafte Szenen beschrieben. Leider mochte ich den Schreibstil so gar nicht (konnte da nichts poetisches entdecken) und musste mich deshalb ziemlich quälen, das Buch weiterzulesen. Nach einer Weile habe ich ehrlich gesagt das Interesse verloren. Die Grundidee fand ich spannend, die Umsetzung leider nicht so.
Dieses Buch ist nichts für zartbesaitete Leser*innen. Auch ich musste es zwischenzeitlich beiseite legen und über das Gelesene nachdenken. (Vor allem die Szene mit den Welpen hat mich mitgenommen wie schon lange nichts anderes mehr....) „Wie die Schweine“ hält der Gesellschaft auf die denkbar unschönste Art und Weise den Spiegel vor. Durch dieses Buch werde ich nicht zum Vegetarier, werde meinen Fleischkonsum trotzdem noch weiter herunterfahren als ohnehin schon. Wir alle sollten viel mehr im Hinterkopf haben wie wir mit dem Lebewesen umgehen, welches später bei uns auf dem Teller liegt - nur weil wir Bock auf ein geiles Steak haben. Denkt über Konsum nach!!!
Unfassbar!
Dieses Buch zeigt wie absurd es eigentlich ist, das Menschen Tiere züchten um sie zu töten und anschließend zu essen. Hier wird gezeigt wie es wäre wenn der Spieß umgedreht wird und statt Tieren, Menschen gegessen werden. Denn durch einen für Menschen tödlichen Tiervirus ist es unmöglich weiterhin Tiere zu essen, deshalb werden alle Tiere sozusagen ausgerottet und die Menschen werden zu Kannibalen. Man braucht wirklich starke Nerven um es durchzulesen und ich würde es niemanden empfehlen, dem sowas zu nahe geht. Es ist aber meiner Meinung nach sehr spannend erzählt und der Schreibstil ist auch sehr flüssig. Das ist das erste Buch bei dem ich mir Stellen markiert habe, weil ich diese so unfassbar fand. Es regt definitiv zum Nachdenken an.
Ein dystopisches Buch über Menschen und Konsumverhalten
Krass geschrieben und sicherlich auch kontrovers. Beschäftigt man sich allerdings mal mit dem Thema Fleischkonsum in Verbindung mit Ethik und Moral oder generell mit unserem Verhalten gegenüber Tieren, hält das Buch lediglich einen Spiegel vor. Absolut empfehlenswert und: Go vegan!
Characteristics
3 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Marcos verantwortet die Produktion einer Schlachterei. Er kontrolliert die eingehenden Stücke, kümmert sich um den korrekten Schlachtvorgang, überprüft die Qualität, setzt die gesetzlichen Vorgaben um, verhandelt mit den Zulieferern … Alles Routine, Tagesgeschäft, Normalität. Bis auf den Umstand, dass in der Welt, in der Marcos lebt, Menschen als Vieh zum Fleischverzehr gezüchtet werden.
Dieser Roman hält uns Fleischfressern kompromisslos den Spiegel vor. Er stellt Fragen in den Raum - nach Moral, Empathie, den bestehenden Verhältnissen. Und er verschafft, was nur die Literatur verschafft: neue Einsichten, neue Gefühle, nachdem alle Argumente längst ausgetauscht sind.
Book Information
Author Description
Agustina Bazterrica, geboren 1974 in Buenos Aires, gelang mit ihrem Roman Zart ist das Fleisch der internationale Durchbruch. Sie gewann den Premio Clarín, die bedeutendste literarische Auszeichnung Argentiniens. Übersetzungen in mehr als 30 Sprachen folgten, das Romanende ging in Tausenden Reaction Videos viral, seither gilt Agustina Bazterrica als eine der ersten TikTok-Sensationen der Weltliteratur.
Posts
Moralisch verwertbar
Was ich an Dystopien am meisten liebe, ist, wenn sie einem den Spiegel nicht nur aufzeigen, sondern ihn dir fest ins Gesicht drücken, sodass er Sprünge bekommt und sich die scharfen Splitter in dein Fleisch bohren und dir der Weltschmerz unter die Haut fährt. Wie die Schweine (Tender Is the Flesh) tut genau das. Agustina Bazterrica entwirft eine überbevölkerte Welt, in der tierisches Fleisch laut Regierung verseucht ist und man dazu übergegangen ist, die Mangelernährung der Bevölkerung mit Menschenfleisch zu bekämpfen. Natürlich werden diese Menschen klein gehalten: ohne Stimmbänder, ohne Wissen, ohne Bildung – und ohne Gefühle? Dieses Buch wirft viele Fragen auf… Was unterscheidet den Menschen noch von den Tieren im Schlachthof? Wird Grausamkeit erträglicher, wenn wir sie "human" gestalten? Was sagt es über uns aus, wenn wir den Akt des Tötens ebenso genießen wie das Fleisch danach? Gibt es ethische Tierversuche – selbst wenn sie Leben retten? Und kennt die Grausamkeit der Menschheit überhaupt Grenzen? Die Autorin hat es geschafft, eine wohldurchdachte Geschichte zu konstruieren, dass man von einer Gewissenskrise in die nächste taumelt. Die Sprache ist dabei so sinnlich und doch gewalttätig, ekelhaft und wunderschön, eindringlich und abstoßend – und vor allem passt sie perfekt zu dieser verqueren Welt. Dieses Buch verdient es gelesen zu werden, weil es dich verändert. ------------------ "Da ist so ein Vibrieren, etwas Warmes, Zerbrechliches, was es besonders köstlich macht. Man beißt regelrecht das Leben heraus. Genießt das Gefühl, dass ein Wesen aufhört zu existieren, weil man es will, weil man es tut, was man tut. Man spürt, wie dieser komplexe Organismus nach und nach sein Leben aushaucht und zu einem Teil von einem wird. Für immer. Dieses Wunder fasziniert mich. Diese Möglichkeit der totalen Verschmelzung."
Wenn die eigene Spezies dem Verzehr dient
Dieses Buch sprengt Grenzen: wir befinden uns in einer dystopischen Zukunft, in der statt Tiere Menschen auf dem Teller landen. Was zunächst wie reißerischer Splatter klingt, entpuppt sich als schonungslose Sezierung der menschlichen, heuchlerischen Moral. Mit der Zeit kann sich der Mensch an die schier scheußlichsten Grausamkeiten & Skrupellosigkeiten gewöhnen, solange es dem eigenen Wohl zugute kommt. Was die Autorin hier beschreibt, klingt zunächst einmal völlig undenkbar — aber die Menschheit hat schon längst gezeigt, dass das Undenkbare real werden kann, normal werden & Alltag sein kann. Der Unterschied liegt in dem alles entscheidenden Detail, dass in diesem Buch keine Tiere gefangen gehalten, gezüchtet & geschlachtet werden, sondern Menschen. Die Hauptfigur Marcos & alle anderen Charaktere werden mit wenigen Emotionen versehen; aber ich vermute, das hat die Autorin absichtlich so gemacht, um das Leseerlebnis so gefühlskalt & nüchtern zu machen, wie es die ganze Geschichte ist. Und doch erlaubt sich Marcos hin & wieder, kritisch zu denken & die Dinge zu hinterfragen. Wenn es jedoch um das eigene Wohl geht, die eigene Familie, das eigene Leben ... tja, dann wirft ein jeder alle Moral & Barmherzigkeit über Bord, wie das erschütternde Ende zeigt. Diese Geschichte ist vieles: aufwühlend, brutal, kalt, verabscheuungswürdig, aber vor allem ... lesenswert!

Großartige Dystopie
Brutal und schonungslos ist dieses Buch. Eine Abrechnung mit der Menschheit. In dem Buch verfolgen wir den Alltag von Macros. Er arbeitet in einer Schlachterei in dem Stücke (Menschen) geschlachtet werden. Der Prozess des Schlachtens wird in dem Buch dabei genau beschrieben. Es existieren durch einen Virus keine Tiere mehr, sie mussten alle Notgeschlachtet werden. Aber die Lust nach Fleisch bleibt. So wird es irgendwann legal spezielle Menschen zu züchten und sie wie Tiere zu halten, um die Rolle als Nutztiere zu übernehmen. Das Buch eckt an. Es bringt zum nachdenken. Zeigt einen die Fleischindustrie vor Augen. Zeigt auf, wie abgestumpft Menschen werden, wenn sie nur lang genug an was gewöhnt sind und damit aufwachsen. Es wird das Thema Überbevölkerung, Pandemie, Vegetarismus, Ausbeutung, Kapitalismus und das Gewissen behandelt. Ich konnte das Buch, trotz der harten "Realität" nicht aus der Hand legen. Für mich eine klare Leseempfehlung.
Ich habe garkeine Worte für dieses Buch, einfach nur Wow! Stell dir vor alle Zuchttiere auf der Welt sind ungenießbar durch einen Virus. Was tut man dann um die fehlenden Nährstoffe zu bekommen die man sonst durch die Zuchtiere erhalten hat? Genau, man fängt an Menschen zu Züchten und sie zu essen. Hier geht es um Marcus der in einem Schlachthaus für Menschen arbeitet und mit eigenen Augen sich ansieht die das unmenschlichste vor ihm geschieht. Er selbst verweigert den Konsum von Menschenfleisch und verachtet seine Familie und alle anderen die diesen Konsum von Fleisch normalisieren. Dieses Buch ist eine Kritik an die Konsumgesellschaft, vollste Empfehlung von mir!

WIE DIE SCHWEINE Agustina Bazterrica Marcos arbeitet in einer Schlachterei. Er ist dafür verantwortlich, dass der Betrieb reibungslos läuft und die Schlachtungen ordnungsgemäß durchgeführt werden - schließlich ist Fleisch heutzutage ein kostbares Gut. Nachdem ein Virus damals alle Tiere befallen hatte und sowohl Nutz- als auch Haustiere notgeschlachtet werden mussten, wurde Fleisch zu einem nahezu unbezahlbaren Luxus. Doch der Heißhunger auf Fleisch blieb: Menschen begannen sich gegenseitig zu überfallen, bis schließlich die Entscheidung getroffen wurde, Menschen zu züchten, um die Rolle der Nutztiere zu übernehmen. „In einigen Ländern verschwanden massenweise Immigranten. Immigranten, Obdachlose, Arme. Sie wurden verfolgt und geschlachtet. Legalisiert wurde dieses Vorgehen, als die Regierungen unter Druck gesetzt wurden von einer millionenschweren Industrie, die zum Stillstand gekommen war. Die Schlachthöfe wurden entsprechend angepasst. Es dauerte nicht lange, da wurden sie wie Vieh gezüchtet, um die massive Nachfrage nach Fleisch zu stillen.“ (S. 15) Privat ist Marcos ein ganz normaler Mann, der mit den Lasten seines Lebens kämpft: Er trauert um seinen verstorbenen Sohn, seine gescheiterte Ehe und kümmert sich um seinen dementen Vater. Agustina Bazterrica hält uns mit diesem erschreckenden und eindringlichen Roman einen Spiegel vor: Überbevölkerung, Pandemien - und mittendrin der Mensch, der sich nur um seine nächste Mahlzeit sorgt. Das Buch wurde mir empfohlen und der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Ich habe es mit großem Interesse gelesen. Es ist eine herausragende Dystopie, die eine unaufhaltsame Sogwirkung entfaltet. Keine Minute konnte ich mich dem Buch entziehen, selbst wenn es mich stellenweise abgestoßen hat. Sieht so unsere Zukunft aus? Ganz besonders gut gefiel mir außerdem das Cover des Buches: Rohes Fleisch in einem Frischhalte-Beutel. Der weiße, matte Druck sieht aus wie ein Papier-Etikettaufkleber im Supermarkt und weist Gewicht, Preis und den Barcode aus. Ob ihr jetzt das Buch lest, bleibt euch überlassen, mir gefiel es sehr und es wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. 5/ 5

Nur auf leeren Magen lesen
Ich bin geschockt, traumatisiert, sprachlos. Wie die Schweine ist nichts für schwache Nerven und schlägt auf den Magen. So unschön das nun klingt: ab und an hätte ich mich gern in meinen Kaffee übergeben beim Lesen. Die Frage WARUM man Wie die Schweine lesen sollte steht eigentlich gar nicht zur Debatte. Der Roman spielt in einer Zeit in der Menschen aufgrund von Tierseuchen auf die Zucht, Produktion und Verarbeitung von Menschen als Fleischlieferant zurückgreifen. Jede Horrorvorstellung die euch dabei in den Kopf kommt wird von der Autorin ausgeleuchtet - auch die, die euch nicht in euren schlimmsten Albträumen einfallen würden. Dieses Buch ist ein Spiegel unserer Konsumgesellschaft, allein dafür ist es lesenswert. Die Frage die mich eher beschäftigt ist WER Wie die Schweine lesen sollte, definitiv nicht diejenigen die bei Bambi schon ausschalten bevor die Mutter stirbt.

Ein Buch über das Schlachten und die Abgründe menschlicher Zivilisation.
In "Wie die Schweine" von Agustina Bazterrica, erschienen 2020 bei Suhrkamp, geht es um Marcos, die rechte Hand eines Schlachthofbetreibers. Doch das, was hier geschlachtet wird, sind keine gewöhnlichen Tiere, wie wir sie kennen. Marcos steht zwischen seinem Beruf, seiner Familie und seinen Überzeugungen und je grausamer der Inhalt erzählt wird, desto mehr erfahren wir über seine Vergangenheit und innere Welt. Der Stil des Erzählens ist nüchtern und zugleich poetisch, ohne überflüssige Personenbeschreibungen. Der Leser wird in diese groteske Welt gezogen und nur widerwillig wieder entlassen. Öfter musste ich das Buch beiseitelegen, das Gelesene rekapitulieren. Wie Kafka einst sagte: Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. "Wie die Schweine" ist ein verstörend intensiver Roman, der lange nachhallt.
"Er nennt es nicht Spezialfleisch. Er benutzt ein neutrales Wort, um das zu bezeichnen, was ein Mensch ist, aber nie eine Person sein wird, was immer nur ein Produkt ist."
Brutal und Schonungslos. Eine Dystopie, deren Wurzeln jedoch in unserer täglichen Realität verhaftet sind. Positiv hervorzuheben ist hier zuerst auch die Covergestaltung, die bereits wunderbar die Perfidität des Buches aufzeigt. Die Grundprämisse wird sehr konsequent! von der Autorin auserzählt. Was auch immer wieder in sehr plastischen und expliziten Beschreibungen, z.B. des Schlachtprozesses, gipfelt. Für zartbesaitete ausdrücklich keine Empfehlung. Durch den Schreibstil der Autorin (einerseits kurz, prägnant, fast schon klinisch, so wie auch der Arbeitsalltag von Marcos./ Andererseits durchaus poetisch) wird die Abgründigkeit der Situation (und des "Menschen") immer wieder der emotionalen Abgestumpftheit gegenüber gestellt. Diesen Spagat meistert die Autorin sehr gut wie ich finde und schafft es so, eine immense Sogwirkung zu erzeugen. Und das trotz der Furchtbaren Bilder, die das eigene Kopfkino erschafft. Ich habe oft gelesen, dass das Ende die Gemüter spaltet. Das kann ich absolut verstehen. Es kommt definitiv unerwartet. Ich selbst habe das Buch bisher 2 Mal gelesen und bin selbst am Schwanken, wie es zu bewerten ist. Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
Verstörend
Ich brauchte einige Zeit, um das Buch zu verarbeiten. Es hallt seit Monaten nach und beschäftigt mich, was letztlich vermutlich Sinn und Zweck dieser stellenweise obszönen Geschichte war. Wir begleiten den Protagonisten durch eine Art Wunderland des Grauens, Station für Station durchlaufen wir und es wird gelinde gesagt, immer ekelerregender. Wir bewegen uns in einer Welt, in der „Menschen“fleisch Entmenschlichter auf dem Speiseplan steht, wo dies eine neue Normalität darstellt. Das Buch möchte der Gesellschaft den Spiegel vorhalten, schafft dies durchaus, driftet dabei aber allzu häufig in morbide Abgründe ab, die aus meiner Sicht nicht zielführend und auch nicht angemessen sind. Die menschliche Grausamkeit ist erstaunlich und endlos, so viel ist klar. Am Ende bleibt man sprachlos zurück.
Kontrovers aber so wichtig
Als Vegetarierin habe ich mir schon öfters Gedanken über so ein Thema gemacht, ohne zu wissen, dass dieses Buch existiert. Es hält einem wirklich den Spiegel vor und so grausam es teilweise ist, bin ich der Meinung, dass jeder Mensch dieses Buch lesen sollte. Gerade die letzten Seiten haben mich wirklich sehr mitgenommen. Das Buch hat keine fünf Sterne von mir bekommen, da die Übersetzung teilweise sehr kompliziert zu lesen war und ich mir tatsächlich ein bisschen mehr Lesestoff gewünscht hätte. Man hätte einige Punkte noch weiter erklären und ausführen können. Ansonsten ist es wirklich ein Must Read.
Nichts für schwache Nerven! (oder vielleicht eher Mägen 🫣)
🥩 Schonmal was richtig "krankes" gelesen? Dieses Buch hat mich allein schon wegen dem Cover gecatcht. Und dann dieses kleine Detail auf dem "Etikett" vorne, über dem Preis. Ein Mensch. Ganz ehrlich? Das ist definitiv nichts für schwache Nerven. Es gab Stellen die ich echt eklig fand 🤢 und nach dem Essen sollte man das vielleicht auch nicht lesen 😂 Ich fands aber absolut gut! Legt man seine Prinzipien, seine Moral und Empathie kurz beiseite, verwandelt sich das Buch in ein richtige Highlight! Kannibalismus mal ganz anders, als man es aus dem TV kennt 😶 allein die Vorstellung, Menschen würden andere Menschen fürs Essen züchten, ist einfach so unnormal krank. 🫣

And when they say "the government wouldn't do that...
...yes they would!" Eine düstere Geschichte die ungefiltert den Spiegel vorhält und klar macht zu was wir Menschen fähig sind. Hier wird mit vielen Perspektiven gespielt und die Rolle von Tieren schlichtweg mit Menschen vertauscht. Schonungslos wird man wach gerüttelt. Ein Buch über dass man nach beenden der Story noch lange nachdenkt.
Was zur Hölle hab ich da bitte gelesen?
Also wenn ihr zartbesaitet seid, solltet ihr dieses Buch lieber nicht lesen. Wir befinden uns in einer (nahen) Zukunft, in der wegen eines Virus alle Tiere getötet werden mussten. Trotzdem wollen die Menschen natürlich weiterhin Fleisch essen. Dafür werden dann jetzt andere Menschen gezüchtet und geschlachtet. Und hallelujah, werden die einzelnen Vorgänge und Prozesse ausführlich beschrieben. An sich soll Kritik an der Massentierhaltung und am immensen Fleischkonsum geübt werden. Versteh ich auf ne Art. Progressiv, dies das. Alsoooo… das Buch ist sehr kurz und liest sich - dank seiner Nüchternheit und Sachlichkeit sehr schnell und einfach durch. Aber ihr braucht bei den Beschreibungen des Schlachthauses wirklich starke Nerven. Oder ich hab mich einfach noch nie wirklich mit sowas beschäftigt. Die Story bleibt ziemlich plain. Es geht um Marcos, der in der Schlachterei arbeitet. Seine Frau hat ihn (räumlich) verlassen, als das gemeinsame Baby des plötzlichen Kindstodes stirbt. Der Vater ist dement und in einem teuren Altersheim untergebracht, das bezahlt werden muss. Die Schwester ist nervig, oberflächlich und läuft jedem Trend nach. Und dann kriegt er auch noch ein „Weibchen“ geschenkt. Oder ein Stück. Also so wirklich hab ich nicht verstanden wie diese Menschen gezüchtet werden. Wer normal weiterleben darf und wer zur Fleischware wird. Aber alles andere sind keine abwegigen Szenarien. Menschen sind weird und irre. Und wenn es halt keine Tiere mehr gibt… auch dass es arme Leute gibt, die Menschen überfallen, Menschenhandel, Jagd etc. Es klingt alles fast zu real. Das was wir Tieren tagtäglich antun, wird hier Menschen angetan. Das ist wirklich ein sehr beklemmendes und verstörendes Buch. Also wichtig und richtig, aber auch einfach sehr weird. Und das Ende war komplett lost.
Direkt gegen Anfang wird erklärt wieso kein tierisches Fleisch mehr gegessen wird sondern hingegen auf „Spezialfleisch“, wie es hier genannt wird, umgestiegen wurde. Das Buch hält den Fleischfressern einen Spiegel vors Gesicht. Die Verarbeitung von Fleisch wird detailliert beschrieben, nur eben wird in diesem Buch das alles an Menschen praktiziert. Für die Protagonisten im Buch ist es normal geworden, das Spezialfleisch zu konsumieren oder aus der Haut, Leder anzufertigen. So wie es für den Großteil der Menschen zum normalen Alltag gehört, dies mit Tieren zu tun. Ich lebe schon seit knapp 4 Jahren vegetarisch und doch hat mir das Buch nochmal einen anderen Blickwinkel auf das Thema eröffnet. Ich kann es jedem ans Herz legen!

Ein unbedingt nötiges literarisches Aufbegehren gegen den Egoismus unserer heutigen Gesellschaft
Schließlich essen wir uns schon seit Anbeginn der Zeiten gegenseitig auf. Und nicht nur symbolisch, sondern wortwörtlich. Der Übergang hat uns nun die Möglichkeit beschert, nicht mehr so heuchlerisch zu sein.“ [S. 164] Zugegeben, wäre ich noch regelmäßige Fleischkonsumentin, hätte ich mich mit diesem Buch nicht auseinandergesetzt. Essen bedeutet nicht nur Nahrung, sondern eben auch Genuss, und mit dem Genuss haben viele von uns ein sehr spezielles, komplexes aber eben auch fragwürdiges Verhältnis, was wir aber aller Widrigkeiten zum Trotz nicht so einfach aufzugeben bereit sind. Da rollen wir uns lieber den steinigen ausgetretenen Pfad der Ignoranz hinauf, anstatt das zu hinterfragen, was sich direkt vor unseren Augen oder eben in unseren Körpern abspielt. Aber genau das lässt „Wie die Schweine“ nicht zu: Ignoranz. Agustina Bazterrica holt den literarischen Spiegel und Vorschlaghammer raus, und haut dem Leser ihre Wahrheiten ins Gesicht, immer und immer wieder, bis man am Ende mit offenem Mund dasitzt und sich am liebsten mit einer Kuscheldecke in irgendeiner sicheren Ecke seines Zimmers einrollen und leise „Alle meine Entchen“ vor sich hinsummen möchte. Das Buch ist unbequem, anstrengend und emotional herausfordernd, und das ist auch gut so. Was den Inhalt angeht, sagt der Klappentext eigentlich alles, was man wissen muss. Für mich ein sehr mutiges Gedankenexperiment, und aktueller denn je. „Wie die Schweine“ ist eine Dystopie durch und durch. Voller Hoffnungslosigkeit, schrecklicher Taten, Gedanken und Fakten, Düsternis und Verzweiflung. Bazterrica`s Schreibstil ist von einer schonungslosen Poesie, die ich in der Form noch in keinem anderen Buch gelesen habe. Kritisch und klug führt sie dem Leser menschengemachte Grausamkeiten vor Augen und lässt dabei nichts aus. Das Schlachten, das Töten, das Fressen, und das gefressen werden. „Wie die Schweine“ rüttelt auf, macht fassungslos und wütend und ist ein unbedingt nötiges literarisches Aufbegehren gegen den Egoismus unserer heutigen Gesellschaft.
"Marcos verantwortet die Produktion einer Schlachterei. Alles ganz normal. Von einem Detail abgesehen: In der Welt, in der Marcos lebt, werden Menschen als Vieh zum Fleischverkehr gezüchtet..." Diese Dystopie ist nichts für schwache Nerve, denn die Geschichte ist schonungslos, düster, hoffnungslos und voller Verzweiflung. Die Autorin schafft es in ihrem nüchternen Schreibstil dem Leser einen Spiegel vorzusetzen, der wirklich nicht angenehm ist, denn die Autorin holt ihren Vorschlaghammer raus und überreicht die unangenehme Wahrheit auf einem Präsentierteller, die es in sich hat. An manchen Stellen ist mir teilweise echt schlecht geworden und hat mich aber auch zum Nachdenken gebracht, ob ich zum Beispiel auch so krass reagieren würden, wenn es hier um Schweine gehen würde. Wieso machen wir einen Unterschied zwischen dem Menschen und dem Schwein? Haben wir nicht alle Lebewesen das Recht zu leben? Das Ende endet mit einem großen und erschreckenden Knall, womit ich gar nicht gerechnet habe. Heftig. Dieses Buch hat mich wirklich wieder zum Nachdenken gebracht und auch nochmal meine Essensgewohnheiten überdenken lassen. Ich werde sicherlich nicht sagen, dass ich jetzt kein Fleisch mehr essen werde, aber vielleicht sollte ich noch mehr bewusster und noch weniger Fleisch essen. Ich habe in den letzten Jahren schon darauf geachtet und mich mit dieser Thematik auseinandergesetzt, jedoch denke ich, dass ich das noch optimieren kann. Ich kann dieses Buch empfehlen auch wenn es ein nicht so schönes Thema ist.
Mannomann, war ich am Ende fertig. Was für ein Hammerbuch! Kurz, knackig, grausam... und unfassbar gut! Marcos, der Protagonist, lebt in einer Welt, in der die Tierwelt von einem Virus befallen wurde, das für Menschen tödlich ist. Große Teile der Tierwelt wurden deshalb getötet, weil sie eine unmittelbare Gefahr für Menschen darstellen. Aber die Menschen möchten Fleisch essen und die Wissenschaftler im Roman kommen zu dem Schluss, dass der Mensch Fleisch essen MUSS. Positiver Nebeneffekt: Die Überbevölkerung nimmt ab. Menschen werden in dieser Welt gezüchtet, aufgepäppelt und zu Fleisch, Leder, Dünger etc. pp. verarbeitet. Das ist die Prämisse. Klingt grausam? Nun, "Wie die Schweine" ist natürlich nichts anderes als eine Dystopie, in der Menschen das angetan wird, was wir schon heute Tieren antun. Aber wie das so ist: Das Leid der Tiere als Leid von Menschen präsentiert zu bekommen, das entfaltet eine Wirkung, ein Mitgefühl, das uns abgestumpfte Wohlstandsmenschen Tieren gegenüber fehlt. Denn es sind ja nur Tiere. Im "Wie die Schweine" werden deshalb Menschen, die gezüchtet wurden, folgerichtig nicht als Menschen bezeichnet, denn "Es gibt Wörter, die die Welt verschleiern." und "Es gibt Wörter, die bequem sind, hygienisch, legal." So ist der offizielle Begriff "Spezialfleisch", um die Wahrheit zu beschönigen. Das Interessante ist, was während des Lesens passierte. Denn auch wenn ich immer wieder schockiert war über das, was ich las, trat bei mir auch ein Gewöhnungseffekt ein. Hatte ich anfangs noch geradezu körperliche Reaktionen auf Alternativbegriffe wie Spezialfleisch, so trat bereits nach kurzer Zeit Gewöhnung ein. Nur noch mein Kopf spielte da nicht mit, der wusste nach wie vor, dass das alles nicht richtig ist. Aber zurück zu dem unfassbar guten Buch: Denn so grausam die Prämisse ist und so grausam die Lebensumstände, die beschrieben werden sind, so nüchtern werden sie von Agustina Bezterrica vorgetragen. Sie weidet sich nicht an der Grausamkeit, sie stellt sie nur dar. Und so ist "Wie die Schweine" kein Blutfest, sondern im Kern ein Porträt der Gesellschaft, in der wir jetzt und hier leben. "Wie die Schweine" entfesselt dabei eine Sogwirkung, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Der Roman führt uns den menschlichen Egoismus vor Augen, die Schattenseiten der Konsumgesellschaft, in der jedes alles und möglichst billig haben will - ohne Rücksicht auf die Umwelt, die Tiere und die Menschen, die dabei auf der Strecke bleiben. Und das alles gelingt der Autorin ohne erhobenen Zeigefinger, sondern durch eine Geschichte, die von Marcos, dem vielschichtig gestalteten Protagonisten, der früher Tiere geschlachtet hat und nun in einer Menschenschlachterei arbeitet. Seine Geschichte fesselt die Leser*innen, lässt sie immer weiter vordringen bis zum bitteren Ende, das so konsequent ist, das noch einmal verdeutlicht, wie egoistisch wird als Menschen sind, wie vor gestrickt sind, wie wir handeln, wenn um uns als Individuen geht. "Wie die Schweine" ist ein großartiges Buch. Ich habe es verschlungen, habe mich hineinreißen lassen, habe mit Marcos gefühlt, dem Tierfreund, der seinen Sohn über alles geliebt hat und ihn auf so herzzerreißende Weise vermisst, habe mit ihm seine unsägliche Schwester verabscheut, habe mich für ihn gefreut, als er endlich begann, sich durchzusetzen und wurde am Ende des Romans ins kalte Wasser geworfen. Augustina Bazterricas Roman funktioniert auf allen Ebenen. Er ist nicht zu kurz und nicht lang, er ist sprachlich toll umgesetzt (und toll ins Deutsche übertragen von Matthias Strobel), er ist konsequent, er ist hart und doch schön, er regt zum Denken an, ist aber trotzdem unterhaltsam... kurz: "Wie ein Schwein" ist ein verdammt guter Roman. Lest ihn! (Anmerkung: Mir wäre übrigens lieber gewesen, Suhrkamp Nova, wenn der deutsche Titel näher am Original gewesen wäre. "Exquisite Leiche" ist so viel passender und poetischer und tatsächlich auch subtiler.)
wichtige Thematik wo das Werk aufgreift, erschreckendes Konsum-Spiegelbild, Gesellschafts-Must-read
Ich habe mir dieses spezielle Buch gekauft, da ich direkt auf das Cover aufmerksam wurde und mich der Klappentext neugierig gemacht hat. Auf dem Cover ist ein Stück Fleisch zu erkennen, Titel, Autorin etc. sind als Verpackungsetikett angebracht, im Gesamten spiegelt dies schon sehr gut die Geschichte um die es geht wider. Wie der Titel schon sagt, werden Menschen hier wie „Schweine“ behandelt. Die Schilderungen sind äußerst detailgetreu, teilweise eklig und heftig beschrieben, es ist demnach wirklich nichts für zarte Gemüter. Doch letztendlich wird hier dasselbe Prozedere beschrieben, welches bei unserer Fleischindustrie angewandt wird. Tagtäglich werden Millionen von Tieren, unter anderem aus der Massentierhaltung, grausam und brutal behandelt bzw. hingerichtet. Jeder der Fleisch zu sich nimmt sollte sich dessen bewusst sein, dass bspw. das Fleisch nicht auf Bäumen wächst, sondern von einem lebendigen Wesen stammt, welches dafür mit seinem Leben dafür bezahlen musste. Die Verantwortungslosigkeit der Menschen, bezüglich dem übermäßigen Fleischkonsum, ist heute mehr denn je eine wichtige Thematik. Tiere haben genauso Gefühle wie Menschen, im Buch werden unter anderem Versuchslabore betrieben, in denen beispielsweise Simulationen mit Menschen für Auffahrunfälle bzw. Autounfälle getestet werden. Es kommt einem grausam und pervers vor, doch sollte man sich nicht die Frage stellen, ob einem das Ganze irgendwie bekannt vorkommt, nur in einer etwas anderen Form.. Kann das Buch durch die Empathie und Moral, die wir wohl gegenüber Menschen mehr empfinden, hier auf grundlegende Dinge hinweisen, die einen begreifen lassen was wir den Tieren mit den ganzen, von uns erfundenen kranken Prozessen, überhaupt antun? Das Buch zeigt zudem das Szenario auf, welches sich durch die Überbevölkerung des Menschen entwickeln könnte. Im Großen und Ganzen hält uns diese Geschichte doch nur das eigene erschreckende Konsum-Spiegelbild vor Augen, natürlich in einer extremen und krassen Version.. Die Hauptperson an sich hat mich an einigen Stellen sehr wütend gemacht, wieso hat er nicht (anders) gehandelt, wieso hat er das ganze System letztendlich ebenfalls aus reinem Egoismus angewandt? Die Charaktere sind relativ schlicht und oberflächlich gehalten, doch meiner Meinung nach geht es hier sowieso viel mehr um den gesamten Kern der Geschichte, der vermitteln und zum Denken anregen soll.. Es stellen sich einem etliche Fragen und es lohnt sich definitiv darüber nachzudenken, um vielleicht Schritt für Schritt die richtige Richtung einzuschlagen.. Man kann sich über dieses Buch definitiv ein eigenes Urteil bilden und wird in keine bestimmte Richtung geleitet, ich persönlich habe mir aber über einen besonderen Dialog dieses Buches viele Gedanken gemacht: „Warum bezeichnen Sie das menschliche Tun dann als scheußlich?“ „Weil es scheußlich ist. Aber das ist ja das Wunderbare, dass wir unsere Maßlosigkeiten akzeptieren, dass wir uns mit ihnen arrangieren, dass wir unseren primitiven Kern mit Wohlwollen betrachten.“ Für die heutige Gesellschaft ein großes , gedankenanregendes Werk der Literatur, für das ich eine klare Leseempfehlung aussprechen kann!
Wie bewertet man so ein Buch? Ich hab so viel gefühlt beim Lesen und es war nicht ein gutes Gefühl dabei. Trotzdem würde ich es jedem ans Herz legen - ein Augenöffner für die Doppelmoral mit der wir als menschliche Spezies unser Leben bestreiten. Marcos innerer Konflikt geht einem so unter die Haut und die Ironie, die Heuchelei dieser Gesellschaft ist teilweise unerträglich, ohne dass die Autorin es explizit benennen muss. Definitiv ein Buch über das ich noch lange nachdenken werde. Definitiv nichts für zart Besaitete.

Als ob ich noch einen Grund gebraucht hätte, um den brutalen Egoismus und Narzissmus der meisten Menschen zu hassen,
Lest dieses Buch nicht, wenn ihr eh schon einen Hass auf die Menschheit habt. Der Mensch ist ein von Grund auf böswilliges, narzisstisches und egoistisches Wesen. Ein Virus, der alles um ihn herum vernichtet und nur die kleinste Erlaubnis braucht, um alles um sich herum zu verbrennen. Konsumieren und Genießen als Droge, nicht besser als jeder Heroinabhängiger, keine Selbstkontrolle und die Gesellschaft und ihre Traditionen und Konformitäten als Erlaubnis zur Barbarei.
Unangenehm, aber unglaublich spannend! Ich konnte das Buch nicht wirklich weglegen. Es ist sehr schlicht geschrieben, fesselt einen beim Lesen aber dennoch. Es passt zur Atmosphäre. Ich mag die Idee und es regt auf jeden Fall zum Denken an. Der Fleischkonsum (auch genereller Konsum) zur heutigen Zeit ist unglaublich und genau das Thema behandelt das Buch. Der Gesellschaft wird hier auf krasseste Art der Spiegel vorgehalten. Man sollte allerdings einen starken Magen haben, da es um Kannibalismus geht und man bekommt genaue Einblicke in die Zucht und Schlachtung des sogenannten "Spezialfleisches".
Sprachlos
Das Buch ist verstören, ekelerregend und trotzdem hat es mich total in seinen Bann gezogen. Es geht darum, dass die Menschen keine Tiere essen dürfen, weil diese mit einem Virus verseucht sind. Sie fangen an Menschen zu essen, zu züchten und zu schlachten. Das Buch ist wirklich erschreckend geschrieben und hat trotz seines absurden Themas einen relativ flüssigen Schreibstil. Auch die Kapitel sind relativ kurz, sodass man das Buch schnell lesen konnte. Ich habe mich teilweise echt geekelt, weil alles sehr detailliert geschrieben ist aber wollte immer wissen wie es weitergeht. Also ich kann das Buch empfehlen weil es schon irgendwie zum nachdenken anregt. Allerdings sollte man so etwas abkönnen.
Poetisch-grausam- tiefsinnig-Highlight
Ein unglaublich gut geschriebenes Buch. Die Ausdrucksweise war poetisch, tiefsinnig und zu gleich gestochen scharf. Ein Buch, welches noch lange nachhallen wird. Über die Abgründe unserer Spezies und die Verzweiflung der Welt. Ein Spiegel unserer Gesellschaft nicht vorgehalten, sondern mit Schwung mitten ins Gesicht geklatscht! Grandios.
Seid ihr Fleischesser? Vegetarier oder Veganer? Beschäftigt ihr euch mit der Herstellung und der Herkunft euer Lebensmittel, oder achtet ihr da eher nicht so drauf? Komische Fragen ich weiß, aber all diese und noch so viel mehr, haben mit dem Buch Wie die Schweine zu tun, dass ich vor kurzem gelesen habe. Ein Virus hat sämtliche Tiere infiziert und dazu geführt, dass ihr Fleisch für uns Menschen ungenießbar geworden ist – essen sie es trotzdem, kann dies zum Tod führen, sagt zumindest die Regierung. Eine Alternative muss her und so ist das Spezialfleisch geboren. Die Stücke sind Menschen, nur spricht es niemand aus, denn sie werden, wie die Masttiere vorher, in Massen gezüchtet, nackt in Käfigen gehalten und mittels Stimmband-Entfernung entmenschlicht um im Schlachthof nicht schreien zu können. Marcos arbeitet auf so einem Schlachthof, handelt Deals mit Zulieferern aus und besucht zudem auch regelmäßig Versuchslabore, die an den Stücken Experimente für Kosmetik und sonstigen Forschungen betreiben. Aber er erinnert sich auch noch an die Zeit, wie es vorher einmal war. Rumpfhälften. Betäubungsapparat. Schlachtstraße. Zeckenbad. Diese Wörter kommen ihm in den Sinn, suchen ihn heim. Zermürben ihn. Denn diese Wörter sind nicht nur Wörter. Sie sind Blut, Gestank, Automatisierung, Gedankenlosigkeit. Hinterrücks fallen sie nachts über ihn her. Dann wacht er schweißgebadet auf, weil er weiß, dass ihn ein weiterer Tag erwartet, an dem er Menschen schlachten muss. (Seite 11) Fressen und gefressen werden, so lässt sich der Roman der argentinischen Autorin Agustina Bazterrica wohl am ehesten beschreiben, wobei die Spezies Mensch dabei alles andere als gut wegkommt. Ich weiß, man soll Bücher nicht unbedingt vergleichen, da es sich ja bei jedem um ein Einzelstück handelt, aber dennoch hatte ich bei Wie die Schweine das Gefühl, als hätten Stephen King und George Orwell gemeinsam ein dystopisches Buch verfasst – und das meine ich als absolutes Lob! Als Schauplatz der Geschichte dient hier Argentinien, ein Land, das der Zensur unterliegt. Regiert wird es von einem Regime, das keine Kritiker oder Andersdenkende zulässt, denn wer das Schlachten von Stücken als Mord bezeichnet, landet schneller auf dem Teller seiner Mitbürger, als ihm lieb ist. Durchaus praktisch erscheint es der Regierung zudem, dass somit Probleme wie Überbevölkerung oder Armut gleich mit ausradiert werden. So gibt es beispielsweise heutzutage spezielle Jagdreviere, in denen man statt Rehen Stücken nachstellen kann – bevorzugt weiblichen, schwangeren Exemplaren, da diese sich nicht so extrem zur Wehr setzten. “Wir simulieren hier Autounfälle und sammeln Daten, um Fahrzeuge sicherer zu machen. Deshalb brauche ich Stücke, die stark genug sind, um mehrere Versuche zu überstehen.” (Seite 213) Der Roman schockiert, erzeugt Entsetzen und Ekel und regt so den Leser gekonnt zum Nachdenken an. Mit stellenweise bildhaft brutalen Szenen bekommen wir gnadenlos den Spiegel vorgehalten, wie wir unser täglich Fleisch konsumieren, ohne uns allzu oft über die Herkunft oder sonstige ethische Fragen einen Kopf zu machen. Klar wirkt es in erster Line an den Haaren herbeigezogen wenn plötzlich unsere Spezies Mensch in Käfigen dahinvegetiert, an Melkmaschinen angeschlossen wird oder die Stimmbänder entfernt bekommt, damit sie bei der Lagerung und der anschließenden Tötung nicht schreit oder sich je nach Aufzucht und Herkunft preislich unterscheidet, aber ist das nicht genau das tägliche Geschäft, dass wir mit unserem unüberlegten Fleischkonsum oder dem Kauf von Pelz- und Lederwaren unterstützen? Einerseits stößt es einen ab, was Agustina Bazterrica sich hier ausgedacht hat, andererseits entwickelt der Roman eine unglaubliche Sogwirkung, der man einfach nicht entkommen kann, bis die letzte Seite gelesen ist. Für mich bereits jetzt eines meiner Jahreshighlights aus 2020, das ich jedem Leser ab ca. 16 Jahren sehr ans Herz legen kann.
grausame, erschreckende wahrheit
jeder mensch, der hier beim lesen geschockt ist, sollte sich daran erinnern, dass all das bereits tagtäglich mit tieren auf unserer welt passiert und dieses buch nichts weiter ist, als ein spiegel unserer "egoistischen gesellschaft", wie es auf der rückseite des buches so schön steht. die idee der geschichte ist großartig und in anbetracht der tatsache, wie sehr manche menschen ihren fleischverzehr rechtfertigen und genießen, gar nicht mal so abwegig. leider hat mir das ende nicht gefallen, da ich von dem protagonisten anderes erwartet habe, aber gerade so hat es wahrscheinlich am besten zur kritik der menschheit gepasst. nichtsdestotrotz war es ein solides buch mit einer schönen, poetischen sprache, bei dem jedoch leider die charaktere allesamt etwas zu kurz kamen, sodass man keine wirklich emotionale bindung aufbauen konnte. mein herz würde gerne -50 punkte abzug für die welpen geben, aber wenn ich das beiseite schiebe, ist es ein gutes & wichtiges buch, das aber leider bei den wenigsten etwas an der denkweise verändern wird.

Das Konzept ist spannend und natürlich eine ganz deutliche Gesellschaftskritik. Tatsächlich hätte ich mir aber mehr Hintergrundgedanken des Protagonisten gewünscht, anstatt möglichst vieler Schock-Szenen. Alles in allem brauchst du einen relativ stabilen Magen für das Buch, es werden ekelhafte Szenen beschrieben. Leider mochte ich den Schreibstil so gar nicht (konnte da nichts poetisches entdecken) und musste mich deshalb ziemlich quälen, das Buch weiterzulesen. Nach einer Weile habe ich ehrlich gesagt das Interesse verloren. Die Grundidee fand ich spannend, die Umsetzung leider nicht so.
Dieses Buch ist nichts für zartbesaitete Leser*innen. Auch ich musste es zwischenzeitlich beiseite legen und über das Gelesene nachdenken. (Vor allem die Szene mit den Welpen hat mich mitgenommen wie schon lange nichts anderes mehr....) „Wie die Schweine“ hält der Gesellschaft auf die denkbar unschönste Art und Weise den Spiegel vor. Durch dieses Buch werde ich nicht zum Vegetarier, werde meinen Fleischkonsum trotzdem noch weiter herunterfahren als ohnehin schon. Wir alle sollten viel mehr im Hinterkopf haben wie wir mit dem Lebewesen umgehen, welches später bei uns auf dem Teller liegt - nur weil wir Bock auf ein geiles Steak haben. Denkt über Konsum nach!!!
Unfassbar!
Dieses Buch zeigt wie absurd es eigentlich ist, das Menschen Tiere züchten um sie zu töten und anschließend zu essen. Hier wird gezeigt wie es wäre wenn der Spieß umgedreht wird und statt Tieren, Menschen gegessen werden. Denn durch einen für Menschen tödlichen Tiervirus ist es unmöglich weiterhin Tiere zu essen, deshalb werden alle Tiere sozusagen ausgerottet und die Menschen werden zu Kannibalen. Man braucht wirklich starke Nerven um es durchzulesen und ich würde es niemanden empfehlen, dem sowas zu nahe geht. Es ist aber meiner Meinung nach sehr spannend erzählt und der Schreibstil ist auch sehr flüssig. Das ist das erste Buch bei dem ich mir Stellen markiert habe, weil ich diese so unfassbar fand. Es regt definitiv zum Nachdenken an.
Ein dystopisches Buch über Menschen und Konsumverhalten
Krass geschrieben und sicherlich auch kontrovers. Beschäftigt man sich allerdings mal mit dem Thema Fleischkonsum in Verbindung mit Ethik und Moral oder generell mit unserem Verhalten gegenüber Tieren, hält das Buch lediglich einen Spiegel vor. Absolut empfehlenswert und: Go vegan!























































