Radetzkymarsch

Radetzkymarsch

Softcover
4.254
Held Von SolferinoKavalerieHistorischer RomanSoldat

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Description

Spiegel des letzten Glanzes der Donaumonarchie

In der Schlacht bei Solferino im Jahre 1859 rettet der slowenische Infantrieleutnant Joseph Trotta dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. das Leben. Er wird dafür geadelt und mit Orden ausgezeichnet und verläßt unwiderruflich den Weg seiner bäuerlichen Vorfahren. So beginnt die Geschichte der Familie von Trotta in einer Zeit, in der die Herrschaft der Habsburger noch einmal eine glorreiche Blüte erlebt. Der Kaiser ist mächtig, das Reich ist groß, die bestehende Ordnung der Welt scheint unvergänglich. Und doch wird hinter diesem Glanz eine Müdigkeit fühlbar, eine Erstarrung, eine Ahnung von Verfall und Auflösung. Von der knorrigen Stärke des "Helden von Solferino" ist bei seinem weichen und feinfühligen Enkel Carl Joseph von Trotta nichts übriggeblieben. Er erkennt, daß neue Kräfte die Zukunft bestimmen werden, aber er kann nicht selbst daran teilnehmen. Im Aufstieg und Verfall einer Familie spiegeln sich die letzten Jahrzehnte der Donaumonarchie. 'Radetzkymarsch' gilt als das Hauptwerks des großen Epikers Joseph Roth.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Softcover
Pages
416
Price
13.40 €

Author Description

Joseph Roth wurde 1894 in Schwabendorf bei Brody in Ostgalizien geboren und verstarb am 27.05.1939 in Paris. Roth war als Journalist u.a. in Berlin und Wien tätig, ehe er als Korrespondent für die "Frankfurter Zeitung" alle europäischen Großstädte bereiste. Seit 1933 emigrierte Roth schrittweise über Wien nach Marseille, Nizza und schließlich Paris. Dort verfiel er aus Verzweiflung dem Alkoholismus und verstarb in einem Armenhospital.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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Pace

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Writing Style

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Complex100%
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Bildhaft (100%)Poetisch (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

6
All
5

Suchst du schöne Sprache? Dann bist Du mit diesem Buch an der richtigen Stelle. Der untergang der kuk Monarchie in Hamburg mit tollen Worten beschrieben.

Manchmal greift man zu einem Buch, ohne genau zu wissen, was einen erwartet – und genau so ging es mir mit „Radetzkymarsch“ von Josef Roth. 🙏 Es war mein erstes Buch von ihm. Ich hatte es immer wieder auf Instagram und in verschiedenen Beiträgen im Internet gesehen, es wurde empfohlen, gelobt, fast ehrfürchtig erwähnt – aber ich hatte keine konkrete Vorstellung davon, was mich zwischen diesen Seiten erwarten würde. Und jetzt, nachdem ich es gelesen habe, kann ich nur sagen: Ich bin wirklich begeistert. „Radetzkymarsch“ erzählt die Geschichte der Familie Trotta über drei Generationen hinweg – vom gefeierten Helden der Schlacht von Solferino bis zum Enkel, der als Offizier im bröckelnden Vielvölkerreich dient. Doch eigentlich ist dieses Buch so viel mehr als nur eine Familiengeschichte. Es ist ein leiser, melancholischer Abgesang auf die untergehende k.u.k.-Monarchie der Habsburger in Österreich-Ungarn. Und genau das hat mich so tief berührt. Was mich am meisten beeindruckt hat, war diese wunderschöne, fast schwebende Sprache. Roth beschreibt den Untergang der Monarchie nicht mit Pathos oder dramatischem Lärm, sondern mit einer ruhigen, würdevollen Melancholie. Man spürt in jeder Zeile, wie sehr diese Welt bereits im Vergehen begriffen ist – und wie sehr ihre Figuren versuchen, an Ehre, Pflichtgefühl und Tradition festzuhalten, obwohl die Zeit längst eine andere Richtung eingeschlagen hat. Die Art, wie Roth die drei Protagonisten begleitet, ist einfach schön. Er urteilt nicht über sie. Er beobachtet. Er versteht. Er lässt sie in ihrer Menschlichkeit stehen – mit all ihren Schwächen, ihrer Sehnsucht, ihrer Einsamkeit. Wir begleiten sie bis zum endgültigen Zusammenbruch der Monarchie, und mit jeder Seite spürt man stärker, dass hier nicht nur ein politisches System untergeht, sondern eine ganze Lebenshaltung, ein Weltbild, eine Identität. Mehrmals musste ich beim Lesen wirklich innehalten. Nicht, weil die Handlung so rasant war – sondern weil die Sprache so unglaublich kraftvoll und zugleich feinfühlig ist. Ich habe Sätze zweimal gelesen, einfach um sie noch einmal auf mich wirken zu lassen. Diese Ruhe, diese Klarheit, diese Wehmut – das hat mich tief bewegt. Und vielleicht fragt ihr euch jetzt: Warum ausgerechnet ein so altes Buch? Meine Antwort ist ganz einfach: Gute Literatur kennt kein Alter. 🙏 „Radetzkymarsch“ zeigt, wie zerbrechlich Macht, Ruhm und Ordnung sind. Wie sehr Menschen sich an Ideale klammern, selbst wenn die Welt um sie herum längst zerfällt. Und wie schwer es ist, loszulassen – sei es eine Monarchie oder die eigene Vorstellung vom Leben. Gerade in unserer heutigen Zeit, in der sich ebenfalls so vieles verändert, wirkt diese Geschichte erstaunlich aktuell. Ich bin ehrlich: Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so sehr packen würde. Aber es hat es getan. Und es hat in mir den Wunsch geweckt, mehr von Josef Roth zu lesen. Wenn das mein Einstieg war, dann freue ich mich sehr auf alles, was noch kommt. Ich kann „Radetzkymarsch“ wirklich nur wärmstens empfehlen – für alle, die sich nach einer Sprache sehnen, die nicht laut sein muss, um tief zu gehen. Für alle, die Literatur genießen wollen. Und für alle, die bereit sind, sich von einer vergangenen Welt berühren zu lassen. 🙏

3.5

Leutnant Trotta rettet dem Kaiser Franz Joseph bei der Schlacht von Solferino das Leben und wird daraufhin befördert und geadelt. Für seinen Sohn wählt er eine Beamtenlaufbahn, doch für diesen wiederum steht fest, dass sein Sohn Carl Joseph zur Armee gehen wird. Schnell zeigt sich, dass Carl dafür nicht gemacht ist, doch davon will der alte Trotta nichts wissen und sein Name verhilft Carl zu einer Karriere beim Militär, obwohl er immer wieder "versagt". Der Zwiespalt zwischen starren Regeln und Traditionen und dem Untergang des Kaiserreichs, wird für ihn immer spürbarer und lässt ihn (ver)zweifeln. Auch der Alte kann langsam nicht mehr die Augen davor verschließen, dass das Reich zerfällt und er seinem Sohn wenig Sinnvolles fürs Leben mitgegeben hat, doch er weiß nun nicht mehr, wie er etwas ändern sollte. Wiederum ein Klassiker, dessen Moral man wohl auf jede Zeit übertragen kann und der auch heute noch etwas Wichtiges zu sagen hat. Für mich jedoch kein riesiger Augenöffner und auch kein purer literarischer Genuss, das Buch hatte schon auch seine Längen.

5

„Radetzkymarsch“ ist ein Meisterwerk der Weltliteratur, das mich als Leser tief berührt hat. Der Roman ist nicht nur eine Familiensaga von drei Generationen, sondern auch ein historisches Dokument. Joseph Roth hat mit diesem Roman ein Denkmal für eine vergangene Epoche geschaffen, das auch in Zukunft nichts von seiner Strahlkraft verlieren wird. Ein absolutes Muss für jeden Liebhaber anspruchsvoller Literatur. Ein Meisterwerk des melancholischen Glanzes.

5

Ein Meisterwerk des leisen Untergangs.

Radetzkymarsch hat mich sehr beeindruckt. Joseph Roth schafft es, eine ganze Epoche, eine ganze Familie und ihre leisen Tragödien so eindringlich zu erzählen, dass ich das Buch nach dem letzten Satz erstmal weglegen und durchatmen musste. Die Sprache ist wunderschön – ruhig, klar, manchmal fast zart – und trotzdem trifft sie mitten ins Herz. Was mich besonders berührt hat: Wie nah man den drei Generationen der Trottas kommt. Jeder kämpft für Werte, die immer mehr bröckeln, und man spürt auf jeder Seite, wie diese scheinbar unerschütterliche Welt langsam auseinanderfällt. Ich mochte, dass Roth nicht übertreibt, nicht dramatisiert, sondern die Figuren einfach in ihrem Alltag zeigt: anständige Männer, die versuchen, alles richtig zu machen – und trotzdem gegen etwas verlieren, das größer ist als sie. Diese Mischung aus Melancholie, Schicksal und stiller Größe hat mich richtig gepackt. Für mich ist Radetzkymarsch ein Roman, der nachhallt. Er wirkt noch lange nach dem Lesen und bleibt im Kopf – wegen der Atmosphäre, der Figuren und dieser feinen, eleganten Sprache. Ein zeitloses, tiefes, unglaublich menschliches Buch. Definitiv 5 Sterne. Ich werde dieses Buch irgendwann noch einmal lesen. Nachdem ich mich noch etwas intensiver mit der Geschichte Österreichs beschäftigt habe.

4

Heute möchte ich euch den historischen Roman 'Radetzkymarsch' von Joseph Roth vorstellen, der 1932 erschien. Gelesen habe ich die 416 Seiten umfassende Ausgabe des Anaconda Verlags. In 'Radetzkymarsch' schildert Joseph Roth den Aufstieg und Niedergang einer Familie über drei Generationen hinweg und verknüpft ihr persönliches Schicksal eng mit der Geschichte der Habsburgermonarchie. Im Zentrum stehen Pflichtgefühl und Loyalität, aber auch der leise, unaufhaltsame Zerfall einer ganzen Weltordnung am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Roth erzählt in einer ruhigen, präzisen und zugleich melancholischen Sprache, die von feiner Ironie und bewusster Distanz geprägt ist. Der klare, beinahe nüchterne Stil entfaltet gerade dadurch eine starke emotionale Wirkung. Wiederkehrende Motive, Symbole und subtile Vorausdeutungen verstärken das Gefühl eines schleichenden Verfalls und verleihen dem Roman seine besondere Tiefe. Besonders positiv hervorzuheben ist die vielschichtig erzählte Familiengeschichte, die trotz ihrer Zurückhaltung lange nachwirkt. Gleichzeitig kann der Roman stellenweise distanziert und anspruchsvoll wirken, was den Lesefluss gelegentlich verlangsamt, jedoch maßgeblich zu seiner dichten, melancholischen Atmosphäre beiträgt. Ich selbst bin übrigens ein großer Fan des gleichnamigen Musikstücks von Johann Strauss – kennt ihr es? Für mich verstärkt diese musikalische Verbindung das nostalgische und wehmütige Grundgefühl des Romans noch einmal ganz besonders. Bewertung: 4 von 5 Sterne ✨️

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5

Eine Familiengeschichte, ein Nachruf auf eine untergegangene Welt. Blaß-leuchtende Erzählfarben, stimmungsvolle Schilderungen des Niedergangs. Ganz anders als die Buddenbrooks, eng verwoben mit der Geschichte der K-und-K-Monarchie unter Kaiser Franz Joseph. Stilistisch sicher, erzählerisch fesselnd, menschlich abgründig, voller Wehmut.

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