Die Kapuzinergruft

Die Kapuzinergruft

Softcover
3.011
Kapuzinergruft1918NationalsozialismusKlassische Belletristik

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Description

Die Geschichte des Leutnants Trotta, dessen Schicksal mit dem Untergang der k. u. k. Monarchie unauflösbar verwoben ist.

Die Kapuzinergruft, Grabstätte der österreichischen Kaiser, wird hier zum Symbol der vergangenen Donaumonarchie. Der Roman spielt kurz vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg; er endet mit dem sogenannten »Anschluß« Österreichs an das Deutsche Reich 1938.

Die Hauptfiguren sind – wie im ›Radetzkymarsch‹ – Angehörige der Trotta-Familie, die in dem allgemeinen Umbruch nach dem Krieg 1918 entwurzelt und mittellos wurden. Immer wieder klingt leitmotivisch die Trauer an um eine dahingegangene Lebensordnung, die gebunden war an Tradition und das feste Gefüge einer monarchischen Staatsform. Erotische Abweichungen von der Norm, zweifelhafte Geschäftemacher, als maskulin empfundene Frauen werden als Kennzeichen einer zerrütteten Welt verstanden, deren Niedergang der Adel und die Anhänger der k.u.k. Monarchie mit Trauer, Verzweiflung und einer schwermütigen Resignation verfolgen.

Wie in Roths gesamtem erzählerischem Werk spiegelt sich auch in diesem Roman das Schicksal der Menschen, die durch den Untergang der österreichischen Monarchie nicht nur materiell, sondern auch seelisch zutiefst getroffen wurden.

Nach ›Hiob‹ , ›Radetzkymarsch‹ und ›Hotel Savoy‹ ist dies der vierte Roman in der neu bei dtv erscheinenden Joseph-Roth-Edition, die einen der bedeutendsten deutschsprachigen Erzähler des 20. Jahrhunderts für unsere Zeit aufbewahrt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Softcover
Pages
192
Price
14.40 €

Author Description

Joseph Roth wurde 1894 in Schwabendorf bei Brody in Ostgalizien geboren und verstarb am 27.05.1939 in Paris. Roth war als Journalist u.a. in Berlin und Wien tätig, ehe er als Korrespondent für die "Frankfurter Zeitung" alle europäischen Großstädte bereiste. Seit 1933 emigrierte Roth schrittweise über Wien nach Marseille, Nizza und schließlich Paris. Dort verfiel er aus Verzweiflung dem Alkoholismus und verstarb in einem Armenhospital.

Posts

3
All
2

2,5 Sterne Das Buch war bezüglich österreichischer Geschichte interessant. Die ist bei mir bisher immer zu kurz gekommen. Was die Habsburger Monarchie für den Vielvölkerstaat bedeutet hat, welche unterschiedlichen Völkergruppen dazu gehört haben, all das hatte ich wahrscheinlich irgendwann mal in der Schule grob gelernt (wobei meiner Erinnerung zufolge, ziemlich wenig österreichische Geschichte in der Schule vorkam, da nahm die Geschichte Frankreichs deutlich mehr Raum ein, was aber auch daran liegen mag, dass ich ursprünglich aus dem Saarland komme was nun mal Grenzgebiet ist), aber mittlerweile längst vergessen. Mit der Charakterisierung der Personen konnte ich mich nicht so ganz anfreunden. Die Mutter bleibt am ehersten würdevoll, weil sie scheinbar an alten Traditionen festhält, während die Ehefrau nicht sehr charmant dargestellt wird, weil sie wegläuft und sie ihren eigenen Weg gehen möchte. Aber auch der Erzähler selbst kommt nicht unbedingt gut weg. Mir hat sich hier vieles einfach nicht ganz erschlossen, vielleicht sollte ich erstmal den Radetzkymarsch lesen und mich etwas mehr mit der Geschichte Österreichs befassen. Insgesamt kein schlechtes Buch, nur für mich hat es (noch) nicht so ganz funktioniert.

2

Es ist ein sehr deprimierender und hoffnungsloser Roman, der sich mit der Zeit vor, während und nach dem ersten Weltkrieg beschäftigt. Wie beim Radetzkymarsch auch, fand ich die ewig langen Sätze anstrengend zu lesen und es passierte nicht selten, dass ich Sätze mir mehrmals durchlesen musste. Insgesamt war die Kapuzinergruft etwas schlechter als der Radetzkymarsch.

4

Für mich das Roth-Highlight. Ein melancholisch-kakanophiler Leckerbissen, in dem Joseph Roth auch gleich die Antwort auf die Frage nach dem Untergang der k.u.k. Monarchie mitliefert: Die Monarchie räumte den Slawen zuwenig Rechte ein, gleichzeitig besiegelten die Deutschtümler mit ihrer "Wacht am Rhein" (ab Linz westwärts) statt dem "Gott Erhalte" endgültig den Untergang. Österreich war nie eine Nation, Österreich war die erste und bisher einzige Übernation. Etwa Pole zu sein UND Österreicher war kein Widerspruch. Die Deutschen Nationalisten tragen die Hauptursache am Untergang dieser EU-Vorgängerversion und sie bekämpfen sie heute noch. Man braucht sich nur die Wahlplakate der sozialen Heimatpartei anzuschauen.

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