Die toten Seelen
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Der wegen Bestechung entlassene Kollegienrat Pawel Tschitschikow reist umher, um Gutsbesitzern verstorbene Leibeigene – tote Seelen – abzukaufen, die dank der Steuerpolitik noch Gewinn bringen. Getrieben wird er von dem Ehrgeiz, Teil der Gutsbesitzerschicht zu werden und den Lebensabend in der Idylle eines friedlichen Zuhauses zu verbringen. Schon bald steigt er in höhere Kreise auf, doch seine fragwürdigen Geschäfte bleiben nicht ohne Folgen.
Nikolaj Gogols grotesk-humorvoller Roman um den windigen »Seelenverkäufer« Pawel Tschitschikow begründet seinen literarischen Weltruhm. Er zeichnet ein irrwitziges Bild der Provinz des russischen Zarenreichs. – Mit einer kompakten Biographie des Autors.
Book Information
Posts
Puh – dieses Buch war für mich keine leichte Lektüre. 😥 Meine Ausgabe war extrem klein gedruckt, die Sprache zunächst sperrig und die vielen russischen Namen haben mich mehr als einmal aus dem Lesefluss geworfen. Der Einstieg fiel mir entsprechend schwer. Mit der Zeit habe ich mich jedoch an Gogols Stil gewöhnt – und dann begann ich, das Buch wirklich zu mögen. Vor allem der feine, oft bissige Sarkasmus hat mich überzeugt. Gogol zeichnet seine Figuren überspitzt, aber klug, und hält der Gesellschaft seiner Zeit einen gnadenlosen Spiegel vor. 👍 Besonders spannend fand ich den Einblick in das Leben im damaligen Russland: die Bürokratie, die Besitzverhältnisse, die Denkweisen. Gerade dieser historische und gesellschaftskritische Aspekt macht den Roman auch heute noch interessant. Schade ist, dass der zweite Teil unvollendet blieb – man spürt, dass hier noch mehr geplant war. Die toten Seelen ist kein Wohlfühlbuch, aber ein lohnender Klassiker für alle, die sich auf Sprache, Zeitgeist und satirische Beobachtungen einlassen können.
Leider habe ich keinen richtigen Zugang zu dieser Geschichte gefunden. Wie so oft bei russischer Literatur habe ich Schwierigkeiten gehabt, den Überblick über die vielen Namen und Spitznamen zu behalten. Die Geschehnisse sind mir zu oft abgedriftet. Andere russische Klassiker konnte ich deutlich mehr genießen.

Botschaft ist gut aber gute Sprachkenntnisse sind von Vorteil
Die Botschaft des Buches ist zwar tadellos, und es übt deutliche Kritik an der Gesellschaft – nicht nur an der damaligen, sondern auch über Ländergrenzen hinweg auf andere Gesellschaften übertragbar. Dennoch muss man sagen: Wer nicht über gute Deutschkenntnisse verfügt, insbesondere im Hinblick auf die Sprache des 19. oder frühen 20. Jahrhunderts, wird mit diesem Buch Schwierigkeiten haben. Man greift beim Lesen vermutlich häufiger zum Duden als zum eigentlichen Text. Es ist definitiv eine der anspruchsvollsten Lektüren, die ich bisher gelesen habe. Noch schwieriger fand ich persönlich nur „Gefährliche Liebschaften“ – wobei das vielleicht auch an der Ausgabe lag, die ich hatte. Zur Geschichte selbst lässt sich sagen, dass sie außerordentlich ausgeklügelt ist: Ein Möchtegern-Unternehmer kommt in eine Stadt und versucht, sich im wahrsten Sinne des Wortes an Toten zu bereichern – er geht für seinen Erfolg sprichwörtlich über Leichen. Sein Plan besteht darin, tote Bauern zu erwerben, um sich als Großgrundbesitzer auszugeben und so große Kredite aufnehmen zu können, mit denen er sich ein Imperium aufbauen will. Am Ende scheitert dieses Vorhaben jedoch, und er verlässt die Stadt überstürzt. Das Buch enthält zahlreiche starke Figuren, die jeweils durch besonders ausgeprägte, oft niederträchtige Charaktereigenschaften auffallen. Dennoch bleibe ich bei meinem anfänglichen Urteil: Wer keine Lust hat, häufig Wörter nachzuschlagen oder sich generell mit älterem Sprachgebrauch schwer tut, dem würde ich dieses Buch nicht unbedingt empfehlen. Es gibt deutlich zugänglichere Werke – etwa die Petersburger Novellen von Gogol, die in einer moderneren Sprache verfasst sind und ebenfalls eindrucksvolle Botschaften vermitteln.
Heute möchte euch das Buch „Die toten Seelen“ (orig. Мёртвые ду́ши) von Nikolai Gogol, erschienen im Jahre 1842 vorstellen. Die deutsche Übersetzung stammt von Alexander Eliasberg. Es handelt sich um einen Schelmenroman, der ursprünglich einer Trilogie angehören sollte. Der Autor vollendete allerdings nur die ersten beiden Teile, wovon der zweite Teil nur teilweise vorhanden ist, da er das Originalmanuskript zerstörte. Gogol zeichnet mit Witz und Kritik ein vielschichtiges Bild der zaristischen Gesellschaft und ihrer moralischen Leere, worauf sich auch der Titel bezieht. Der Geschäftemacher Pawel Iwanowitsch Tschitschikow reist durch Russland um „tote Seelen“ – verstorbene, aber noch in den Steuerlisten geführte Leibeigene – günstig von Gutsherren zu kaufen. Sein Ziel ist es, mit diesen fiktiven Besitztümern einen großen Kredit aufzunehmen und sich gesellschaftlich und finanziell emporzuarbeiten. Dabei begegnet er verschiedensten exzentrischen Adeligen und Beamten. Tschitschikows dubioses Vorhaben weckt jedoch bald Misstrauen. Als Gerüchte um seine Identität und Absichten aufkommen, muss er fluchtartig die Stadt verlassen. Der Schreibstil des Autors ist detailreich, bildhaft und oft von einem ironischen, satirischen Ton geprägt. Er beschreibt seine Figuren mit überzeichneten, teils grotesken Zügen, was die gesellschaftliche Kritik unterstreicht. Etwas langatmig können die über lange Passagen hinweg gehenden ausführlichen Schilderungen und inneren Monologe wirken. Dennoch bleibt der Text durch seinen Humor und die sprachliche Verspieltheit interessant. Stilmittel wie Ironie, Übertreibung und Personifikationen sind zentral. Die Vielzahl an russischen Namen und Patronymen kann verwirrend sein und erschwert manchmal die Orientierung. Der Autor durchbricht zudem stellenweise die Erzählstruktur, indem er die Lesenden direkt anspricht oder essayhafte Reflexionen einfügt. Diese Mischung aus Erzählung und Gesellschaftskommentar macht das Werk sprachlich anspruchsvoll, aber lohnend. Der ungewöhnliche Handlungssatz ist originell und weckt Neugier. Daher hatte ich mich für dieses Buch entschieden sowie aufgrund der Groteske. Leider verbleibt die Geschichte unvollständig und dies ist stark spürbar. Das Buch endet offen, ohne eine klare Aufklärung des Schicksals Tschitschikows. Das Buch sollte jeder einmal gelesen haben, jedoch zog es sich für mich stellenweise ganz schön in die Länge. Ich vergebe daher 3 von 5 Sterne. ✨️

Ich habe "Die toten Seelen" nach vielen Jahren zum zweiten Mal gelesen und bin wieder begeistert von dem bunten und amüsanten Gemälde der russischen Landbevölkerung des 19. Jahrhunderts. Der Held, eher ein Antiheld, reist durchs Land, lebt mittellos auf großem Fuß und quartiert sich bei großen und kleinen Gutsbesitzern ein, von denen er verstorbene Leibeigene kauft. Der Zweck des Geschäfts bleibt unklar, wohl auch wegen des einzigen Nachteils des Werks: Es handelt sich um ein Fragment, dessen zweiten Teil Gogol vernichtet hat.
Ich bin begeistert
Zu der Form lässt sich sagen, dass das Buch sehr schön geschrieben ist, an einigen Stellen das Buch jedoch schwer zu lesen ist (eher zum Ende hin), da an einigen Stellen das Manuskript abbricht. Des Weiteren ist das Buch nicht vollendet, womit der Leser also keine abgeschlossene Geschichte hat und sich das Ende selbst ausdenken muss. Das Buch handelt von Tschitschikow, der durch Russland reist und Tote Seelen, also bereits gestorbene Bauern, bei Gutsherren „ankauft“. Weitere Informationen wären Spoiler, weshalb ich jedem, der interessiert am Plot ist, empfehlen würde das Buch selber zu lesen. Zur Quintessenz des Buches: Gogol will mit diesem Buch meiner Meinung nach erstmal aufzeigen, dass der Mensch von seiner Kindheit an aufgrund seiner Erziehung zu einem bestimmten Verhalten im Erwachsenenalter determiniert ist und der Mensch dieses Verhalten, obwohl er die Konsequenzen zu spüren bekommt, nicht verändert. Trotzdem will Gogol die Menschen zu Selbstreflexion bringen, dazu bringen die Verantwortung nicht nur auf das umliegende zu schieben, sondern auch die Fehler in sich selbst zu suchen, denn nur dann kann man sein Verhalten zum Besseren ändern, ohne in die Spirale der schlechten Taten zu geraten.
Nikolaj Gogols Tote Seelen ist ein meisterhaftes Werk, das mit satirischem Scharfsinn die Abgründe der zaristischen Gesellschaft Russlands offenlegt. Im Zentrum steht Pawel Tschitschikow, ein ehemaliger Beamter, der sich mit einem skurrilen Geschäftsmodell bereichert: Er kauft verstorbene Leibeigene – sogenannte „tote Seelen“ –, um sich mit diesem fingierten Besitzstand eine glänzende Zukunft als Gutsbesitzer aufzubauen. Gogol entfaltet diese groteske Handlung mit beißendem Humor und einer Fülle exzentrischer Charaktere, die die Provinzgesellschaft in all ihrer Korruption, Dummheit und Eitelkeit widerspiegeln. Dabei zeichnet er nicht nur ein Sittenbild seiner Zeit, sondern schafft eine Erzählung von zeitloser Relevanz: die Jagd nach Wohlstand und Status um jeden Preis. Die Stärke des Romans liegt in seinem Stil: Gogol verbindet feine Ironie mit überspitzten, fast märchenhaften Szenen, die zwischen Komik und Tragik schwanken. Die Sprache ist bildhaft und voller Wortwitz, was das Buch trotz seiner gesellschaftskritischen Schwere zu einer kurzweiligen Lektüre macht.
Diese Parodie auf den bürokratischen Beamtenkomplex des russischen Zarenreichs ist wunderbar skurril. Der Protagonist Tschitschikow ist eine urkomische Figur mit höchst selbstsüchtigem, unmoralischem aber sehr einnehmendem Charakter. Er weiß wie er sich in höherer Gesellschaft zu verhalten hat und wickelt mit seinen Schmeicheleien in kurzer Zeit alle ranghohen Beamten um den Finger. Es stellt sich heraus, dass der Erwerb von toten Bauern eher ein harmloses Geschäft ist im Vergleich zu seinen früheren Vergehen. Um in der Karriereleiter nach oben zu klettern, ist sich Tschitschikow wahrlich für nichts zu schade. Er ist beharrlich und dabei rücksichtslos solange es ihm selbst Erfolg verschafft. Dabei besitzt er eine kindliche Naivität die ihn glauben lässt richtig gehandelt zu haben und ein anständiger Mensch zu sein. Als das Spiel auffliegt, ist das Geschrei und die Verwunderung groß. Wagt man einen tieferen Blick, wird deutlich dass das bürokratische System eine größere Schuld trifft als Tschitschikow. Will man sich nach oben arbeiten, bleibt keine andere Wahl als schmutzige Geschäfte zu machen. Der karikierte Stil stellt das Lächerliche des gesamten Beamtenapparates treffend dar. Wie viele sogenannte "Bullshit-Jobs" hier gefördert und verteidigt werden ist zugleich belustigend als auch absurd. Während der erste Teil unglaublich humorvoll ist und mich so amüsiert hat wie schon lange kein Buch mehr, verzettelt sich der zweite Teil. Da Gogol den zweiten Teil auch nie vollendet hat und lediglich der erste zusammenhängend ist, werde ich diesen nicht in die Bewertung miteinfließen lassen. Dabei hat mir auch dieser fragmenthafte Teil gut gefallen. Denn Gogol kann nicht nur gut Satire, er ist auch meisterlich in Natur- und Landschaftsbeschreibungen. Das scheint generell ein Talent russischer Schriftsteller und Schriftstellerinnen zu sein.
Masken der Gesellschaft
Ein Mann reist durch Russland und kauft die Namen verstorbener Bauern. Niemand wundert sich, denn alle denken nur an ihren eigenen Vorteil. Gogol beschreibt mit Witz und Traurigkeit eine Welt voller Gier und Selbsttäuschung. Jede Begegnung zeigt eine neue menschliche Schwäche. Ein seltsames und gleichzeitig klarsichtiges Buch über das Spiel der Fassaden.
Weltliteratur, die Spaß macht
Wenn es um Klassiker geht, kommt man an einigen russischen Schriftstellern einfach nicht vorbei. Von Gogol war dieses aber mein erstes Buch. Ich habe mich beim Lesen sehr amüsiert. Die ganze Handlung ist sehr satirisch- ironisch. Auf den ersten Blick. Eigentlich ist es aber wie eine dunkle Komödie, die der kapitalistischen Gesellschaft den Spiegel vorhält. Es zeigt, wie am Ende doch, zum richtigen Preis, moralische Werte fallengelassen werden. Mir gefällt, wie sich Gogol dabei immer wieder an den Lesenden wendet, um diesen zu beschwichtigen und dabei versucht deutlich zu machen, dass es sich am Ende eben nur um Menschen handelt, die versuchen irgendwie durch das Leben zu kommen. Trotzdem fragt man sich zum Ende, wer hier eigentlich wirklich die toten Seelen sind. Wichtig ☝🏼: Was man wissen sollte ist, dass Gogol den letzten Teil des Buchs verbrannt hat. Dadurch wirkt das Ende etwas unvollständig, bzw. ist es das ja genau genommen auch. Trotzdem eine gelungene Geschichte. - 4,5 Sterne 👍🏼

Schade, dass das Buch nicht vollständig überliefert ist. Neben Bulgakow ist Gogol definitiv einer der wenigen mir bekannten russischen Autoren, die tatsächlich lustig sind. Man denke an "Die Nase". Aber auch hier findet sich das große Bedürfnis, was, so bilde ich mir ein, so vielen der "klassischen" russischen Autoren eigen ist, nicht einfach nur eine Handlung darzulegen, sondern daraus Prognosen über das Wesen des gesamten russischen Volkes ableiten zu müssen. Kann man Menschen nicht einfach lustige Weirdos/verdorbene Nichtsnutze sein lassen, ohne gleich Verallgemeinerungen über Alle machen zu müssen?
3,5⭐️ Herrlich spritzige Satire Gott und Teufel beehren uns gefühlt in jedem 3. Satz Alle korrupt, lügen bis sich die Balken biegen, viel Geschleime und beeindruckende Anpassungsfähig, Dekadenz, Müßiggang und harte Knute, alles am Start. Frauen scheinen nur für die Optik und zum Nachkommen gebären sinnvoll zu sein. Taugen ja nicht mal als Tote Seelen. Da ist es um so amüsanter, dass ausgerechnet die Weibsbilder unseren Betrüger ans Messer liefern. Mir hat tatsächlich die zweite Hälfte deutlich besser gefallen, auch der unvollständige und nicht überarbeitete 2. Teil. Die erste Hälfte hätte aus meiner Sicht ordentlich gekürzt werden können. Da war durchbeißen angesagt. Stellenweise ist mir der Humor zu klamaukig. Störend bzw. gewöhnungsbedürftig die Selbstreflektionen des Autors über das eigene Schreiben, was der Leser nun denken möge und die direkte Ansprache des Lesers.
Sehr guter moderner Schreibstil, leicht verständlich. Auch das Wesen der russischen Bevölkerung der damaligen Zeit hat Gogol, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut rüber gebracht. Leider waren hier, ganz im Gegensatz zu anderen Büchern der Weltbild Reihe, eher für meinen Geschmack zu wenige erklärende Fußnoten vorhanden. So musste ich viel googeln, weil ich mit einigen Wörtern nichts anfangen konnte und auch das für einen westlichen Europäer das etwas verwirrende russische Namensgeflecht aus Rufnamen, Vaternamen und Familiennamen wurde leider nicht erklärt und daher wunderte ich mich, das manche Personen manchmal so, manchmal anders genannt wurden. Die Geschichte war als Trilogie geplant. Leider hat Gogol ja in einem wahrscheinlich wahnhaften Anfall das zweite Manuskript zum Teil verbrannt, so dass es in dem Buch nur bruchstückhaft abgedruckt werden konnte. Schließlich hat der Autor die Geschichte nie zu Ende geschrieben, weil er nach erscheinen des ersten Teil 1842 und Zerstörung des zweiten Manuskripts 1852 aufgrund übermäßigen religiösen Fastens (höchstwahrscheinlich durch eine Psychose ausgelöst) verstarb. Ich hätte gerne gewusst, wie die Geschichte ausgegangen wäre!
Sehr guter moderner Schreibstil, leicht verständlich. Auch das Wesen der russischen Bevölkerung der damaligen Zeit hat Gogol, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut rüber gebracht. Leider waren hier, ganz im Gegensatz zu anderen Büchern der Weltbild Reihe, eher für meinen Geschmack zu wenige erklärende Fußnoten vorhanden. So musste ich viel googeln, weil ich mit einigen Wörtern nichts anfangen konnte und auch das für einen westlichen Europäer das etwas verwirrende russische Namensgeflecht aus Rufnamen, Vaternamen und Familiennamen wurde leider nicht erklärt und daher wunderte ich mich, das manche Personen manchmal so, manchmal anders genannt wurden. Die Geschichte war als Trilogie geplant. Leider hat Gogol ja in einem wahrscheinlich wahnhaften Anfall das zweite Manuskript zum Teil verbrannt, so dass es in dem Buch nur bruchstückhaft abgedruckt werden konnte. Schließlich hat der Autor die Geschichte nie zu Ende geschrieben, weil er nach erscheinen des ersten Teil 1842 und Zerstörung des zweiten Manuskripts 1852 aufgrund übermäßigen religiösen Fastens (höchstwahrscheinlich durch eine Psychose ausgelöst) verstarb. Ich hätte gerne gewusst, wie die Geschichte ausgegangen wäre!
My first read of Gogol. The idea is brilliant, a lot confusion, dark humor and social criticising. Too bad the story was never closed, some parts, as well as the ending, are missing, which is dissatisfiying. But still I enjoyed the book. Took me some time to get into it, as the author is going a lot into detail, even sometimes announcing, that this will have no further influence on the story but he still takes paragraphes to describes these things or characters. That was a bit annoying, but I got used to it and as the author addresses the reader directly, it is part of the charm.
Die Bewertung von Gogols Roman bezieht sich nur auf Teil 1 dieses auf drei Teile ursprünglich ausgelegtem Werk. Mit anderen Worten: ich habe das Buch nur zu zwei Drittel gelesen. 1842 erschien der erste Teil unter dem Titel Tote Seelen, der zweite Teil wurde fragmentarisch erst posthum veröffentlicht. Gogol haderte mit der Fortsetzung, verbrannte immer wieder Manuskripte und distanzierte sich immer weiter von seinem Roman und von der Gesellschaft bis er ausgehungert und seelisch gebrochen 1852 verstarb. Auf Teil 1 konnte er meiner Ansicht nach aber stolz sein, denn für mich war es ein Klassiker, der mich blendend unterhielt und amüsierte. Gogols Sprache und Stil empfinde ich als äußerst abwechslungsreich für einen Roman aus dieser Zeit. Er ist ein hervorragender Beobachter, ein Zyniker, Satiriker und teilweise auch Essayist. Er kann Dialoge theaterreif zu Papier bringen, er ist als Erzähler pointiert, und er wendet sich immer mal wieder direkt an den Leser, was mir ebenfalls gut gefiel. Die Geschichte um die toten Seelen ist ein Gaunerstück. Der Held Tschitschikow ist nicht tugendhaft, sondern ein Betrüger und Blender. Er kommt in eine Provinzstadt, gibt sich als ehemaliger Beamter aus, schleimt sich zielgerichtet bei den Schlüsselposition der Gesellschaft ein bis er der Freund der Stadt ist. Alle lieben Tschitschikow. Dann fährt er fünf Großgrundbesitzer ab, alle mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften, und versucht, ihnen die verstorbenen Leibeigenen abzukaufen. Auch wenn der Grund für dieses Geschäft erst im abschließenden Kapitel erläutert will, ist schnell klar, dass Tschitschikow finanzielle Überlegenheit bei diesem an sich irrsinnigen Geschäft hat. Mancher Verkäufer ist daher auch skeptisch, einer weigert sich, ein Anderer ist freigiebig. Gogol gelingt es auf diese Weise, ein Spiegelbild der russischen Gesellschaft aus dieser Zeit aufzuzeigen und damit die Raffgier als Grundübel anzuprangern. Ein Plädoyer geben einen aufstrebenden Kapitalismus und eine korrupte Bürokratie. Wie es für eine Satire gehört, überspitzt er manche Charaktereigenschaften und übertreibt die Verzerrung. Trotz aller humorvoller Darstellung des kleinbürgerlichen und spiessigen Denkens besaß das Buch daher für mich auch eine starke Aussagekraft. Es wundert mich, dass es damals so erfolgreich war, denn der Ukrainer Gogol hält den Russen ein ganz schön den Speigel vor das Gesicht. Tschitschikow gelingt es mit seiner anbiedernden Art, dass seine Mitmenschen ihr wahres Wesen enthüllen. In der Mitte des ersten Teils sind die Seelen eingekauft, und man fragt sich, was jetzt noch alles kommen soll. Doch dann dreht sich die Stimmung gegen Tschitschikow, seine Einkaufspolitik wird publik und die abwitzigsten Gerüchte gehen in Umlauf. Manche behaupten, dass Tschitschikow der von St. Helena geflohene Napoleon sei. Da wird es dann herrlich grotesk. Für mich zurecht ein Roman der Weltliteratur.
Description
Der wegen Bestechung entlassene Kollegienrat Pawel Tschitschikow reist umher, um Gutsbesitzern verstorbene Leibeigene – tote Seelen – abzukaufen, die dank der Steuerpolitik noch Gewinn bringen. Getrieben wird er von dem Ehrgeiz, Teil der Gutsbesitzerschicht zu werden und den Lebensabend in der Idylle eines friedlichen Zuhauses zu verbringen. Schon bald steigt er in höhere Kreise auf, doch seine fragwürdigen Geschäfte bleiben nicht ohne Folgen.
Nikolaj Gogols grotesk-humorvoller Roman um den windigen »Seelenverkäufer« Pawel Tschitschikow begründet seinen literarischen Weltruhm. Er zeichnet ein irrwitziges Bild der Provinz des russischen Zarenreichs. – Mit einer kompakten Biographie des Autors.
Book Information
Posts
Puh – dieses Buch war für mich keine leichte Lektüre. 😥 Meine Ausgabe war extrem klein gedruckt, die Sprache zunächst sperrig und die vielen russischen Namen haben mich mehr als einmal aus dem Lesefluss geworfen. Der Einstieg fiel mir entsprechend schwer. Mit der Zeit habe ich mich jedoch an Gogols Stil gewöhnt – und dann begann ich, das Buch wirklich zu mögen. Vor allem der feine, oft bissige Sarkasmus hat mich überzeugt. Gogol zeichnet seine Figuren überspitzt, aber klug, und hält der Gesellschaft seiner Zeit einen gnadenlosen Spiegel vor. 👍 Besonders spannend fand ich den Einblick in das Leben im damaligen Russland: die Bürokratie, die Besitzverhältnisse, die Denkweisen. Gerade dieser historische und gesellschaftskritische Aspekt macht den Roman auch heute noch interessant. Schade ist, dass der zweite Teil unvollendet blieb – man spürt, dass hier noch mehr geplant war. Die toten Seelen ist kein Wohlfühlbuch, aber ein lohnender Klassiker für alle, die sich auf Sprache, Zeitgeist und satirische Beobachtungen einlassen können.
Leider habe ich keinen richtigen Zugang zu dieser Geschichte gefunden. Wie so oft bei russischer Literatur habe ich Schwierigkeiten gehabt, den Überblick über die vielen Namen und Spitznamen zu behalten. Die Geschehnisse sind mir zu oft abgedriftet. Andere russische Klassiker konnte ich deutlich mehr genießen.

Botschaft ist gut aber gute Sprachkenntnisse sind von Vorteil
Die Botschaft des Buches ist zwar tadellos, und es übt deutliche Kritik an der Gesellschaft – nicht nur an der damaligen, sondern auch über Ländergrenzen hinweg auf andere Gesellschaften übertragbar. Dennoch muss man sagen: Wer nicht über gute Deutschkenntnisse verfügt, insbesondere im Hinblick auf die Sprache des 19. oder frühen 20. Jahrhunderts, wird mit diesem Buch Schwierigkeiten haben. Man greift beim Lesen vermutlich häufiger zum Duden als zum eigentlichen Text. Es ist definitiv eine der anspruchsvollsten Lektüren, die ich bisher gelesen habe. Noch schwieriger fand ich persönlich nur „Gefährliche Liebschaften“ – wobei das vielleicht auch an der Ausgabe lag, die ich hatte. Zur Geschichte selbst lässt sich sagen, dass sie außerordentlich ausgeklügelt ist: Ein Möchtegern-Unternehmer kommt in eine Stadt und versucht, sich im wahrsten Sinne des Wortes an Toten zu bereichern – er geht für seinen Erfolg sprichwörtlich über Leichen. Sein Plan besteht darin, tote Bauern zu erwerben, um sich als Großgrundbesitzer auszugeben und so große Kredite aufnehmen zu können, mit denen er sich ein Imperium aufbauen will. Am Ende scheitert dieses Vorhaben jedoch, und er verlässt die Stadt überstürzt. Das Buch enthält zahlreiche starke Figuren, die jeweils durch besonders ausgeprägte, oft niederträchtige Charaktereigenschaften auffallen. Dennoch bleibe ich bei meinem anfänglichen Urteil: Wer keine Lust hat, häufig Wörter nachzuschlagen oder sich generell mit älterem Sprachgebrauch schwer tut, dem würde ich dieses Buch nicht unbedingt empfehlen. Es gibt deutlich zugänglichere Werke – etwa die Petersburger Novellen von Gogol, die in einer moderneren Sprache verfasst sind und ebenfalls eindrucksvolle Botschaften vermitteln.
Heute möchte euch das Buch „Die toten Seelen“ (orig. Мёртвые ду́ши) von Nikolai Gogol, erschienen im Jahre 1842 vorstellen. Die deutsche Übersetzung stammt von Alexander Eliasberg. Es handelt sich um einen Schelmenroman, der ursprünglich einer Trilogie angehören sollte. Der Autor vollendete allerdings nur die ersten beiden Teile, wovon der zweite Teil nur teilweise vorhanden ist, da er das Originalmanuskript zerstörte. Gogol zeichnet mit Witz und Kritik ein vielschichtiges Bild der zaristischen Gesellschaft und ihrer moralischen Leere, worauf sich auch der Titel bezieht. Der Geschäftemacher Pawel Iwanowitsch Tschitschikow reist durch Russland um „tote Seelen“ – verstorbene, aber noch in den Steuerlisten geführte Leibeigene – günstig von Gutsherren zu kaufen. Sein Ziel ist es, mit diesen fiktiven Besitztümern einen großen Kredit aufzunehmen und sich gesellschaftlich und finanziell emporzuarbeiten. Dabei begegnet er verschiedensten exzentrischen Adeligen und Beamten. Tschitschikows dubioses Vorhaben weckt jedoch bald Misstrauen. Als Gerüchte um seine Identität und Absichten aufkommen, muss er fluchtartig die Stadt verlassen. Der Schreibstil des Autors ist detailreich, bildhaft und oft von einem ironischen, satirischen Ton geprägt. Er beschreibt seine Figuren mit überzeichneten, teils grotesken Zügen, was die gesellschaftliche Kritik unterstreicht. Etwas langatmig können die über lange Passagen hinweg gehenden ausführlichen Schilderungen und inneren Monologe wirken. Dennoch bleibt der Text durch seinen Humor und die sprachliche Verspieltheit interessant. Stilmittel wie Ironie, Übertreibung und Personifikationen sind zentral. Die Vielzahl an russischen Namen und Patronymen kann verwirrend sein und erschwert manchmal die Orientierung. Der Autor durchbricht zudem stellenweise die Erzählstruktur, indem er die Lesenden direkt anspricht oder essayhafte Reflexionen einfügt. Diese Mischung aus Erzählung und Gesellschaftskommentar macht das Werk sprachlich anspruchsvoll, aber lohnend. Der ungewöhnliche Handlungssatz ist originell und weckt Neugier. Daher hatte ich mich für dieses Buch entschieden sowie aufgrund der Groteske. Leider verbleibt die Geschichte unvollständig und dies ist stark spürbar. Das Buch endet offen, ohne eine klare Aufklärung des Schicksals Tschitschikows. Das Buch sollte jeder einmal gelesen haben, jedoch zog es sich für mich stellenweise ganz schön in die Länge. Ich vergebe daher 3 von 5 Sterne. ✨️

Ich habe "Die toten Seelen" nach vielen Jahren zum zweiten Mal gelesen und bin wieder begeistert von dem bunten und amüsanten Gemälde der russischen Landbevölkerung des 19. Jahrhunderts. Der Held, eher ein Antiheld, reist durchs Land, lebt mittellos auf großem Fuß und quartiert sich bei großen und kleinen Gutsbesitzern ein, von denen er verstorbene Leibeigene kauft. Der Zweck des Geschäfts bleibt unklar, wohl auch wegen des einzigen Nachteils des Werks: Es handelt sich um ein Fragment, dessen zweiten Teil Gogol vernichtet hat.
Ich bin begeistert
Zu der Form lässt sich sagen, dass das Buch sehr schön geschrieben ist, an einigen Stellen das Buch jedoch schwer zu lesen ist (eher zum Ende hin), da an einigen Stellen das Manuskript abbricht. Des Weiteren ist das Buch nicht vollendet, womit der Leser also keine abgeschlossene Geschichte hat und sich das Ende selbst ausdenken muss. Das Buch handelt von Tschitschikow, der durch Russland reist und Tote Seelen, also bereits gestorbene Bauern, bei Gutsherren „ankauft“. Weitere Informationen wären Spoiler, weshalb ich jedem, der interessiert am Plot ist, empfehlen würde das Buch selber zu lesen. Zur Quintessenz des Buches: Gogol will mit diesem Buch meiner Meinung nach erstmal aufzeigen, dass der Mensch von seiner Kindheit an aufgrund seiner Erziehung zu einem bestimmten Verhalten im Erwachsenenalter determiniert ist und der Mensch dieses Verhalten, obwohl er die Konsequenzen zu spüren bekommt, nicht verändert. Trotzdem will Gogol die Menschen zu Selbstreflexion bringen, dazu bringen die Verantwortung nicht nur auf das umliegende zu schieben, sondern auch die Fehler in sich selbst zu suchen, denn nur dann kann man sein Verhalten zum Besseren ändern, ohne in die Spirale der schlechten Taten zu geraten.
Nikolaj Gogols Tote Seelen ist ein meisterhaftes Werk, das mit satirischem Scharfsinn die Abgründe der zaristischen Gesellschaft Russlands offenlegt. Im Zentrum steht Pawel Tschitschikow, ein ehemaliger Beamter, der sich mit einem skurrilen Geschäftsmodell bereichert: Er kauft verstorbene Leibeigene – sogenannte „tote Seelen“ –, um sich mit diesem fingierten Besitzstand eine glänzende Zukunft als Gutsbesitzer aufzubauen. Gogol entfaltet diese groteske Handlung mit beißendem Humor und einer Fülle exzentrischer Charaktere, die die Provinzgesellschaft in all ihrer Korruption, Dummheit und Eitelkeit widerspiegeln. Dabei zeichnet er nicht nur ein Sittenbild seiner Zeit, sondern schafft eine Erzählung von zeitloser Relevanz: die Jagd nach Wohlstand und Status um jeden Preis. Die Stärke des Romans liegt in seinem Stil: Gogol verbindet feine Ironie mit überspitzten, fast märchenhaften Szenen, die zwischen Komik und Tragik schwanken. Die Sprache ist bildhaft und voller Wortwitz, was das Buch trotz seiner gesellschaftskritischen Schwere zu einer kurzweiligen Lektüre macht.
Diese Parodie auf den bürokratischen Beamtenkomplex des russischen Zarenreichs ist wunderbar skurril. Der Protagonist Tschitschikow ist eine urkomische Figur mit höchst selbstsüchtigem, unmoralischem aber sehr einnehmendem Charakter. Er weiß wie er sich in höherer Gesellschaft zu verhalten hat und wickelt mit seinen Schmeicheleien in kurzer Zeit alle ranghohen Beamten um den Finger. Es stellt sich heraus, dass der Erwerb von toten Bauern eher ein harmloses Geschäft ist im Vergleich zu seinen früheren Vergehen. Um in der Karriereleiter nach oben zu klettern, ist sich Tschitschikow wahrlich für nichts zu schade. Er ist beharrlich und dabei rücksichtslos solange es ihm selbst Erfolg verschafft. Dabei besitzt er eine kindliche Naivität die ihn glauben lässt richtig gehandelt zu haben und ein anständiger Mensch zu sein. Als das Spiel auffliegt, ist das Geschrei und die Verwunderung groß. Wagt man einen tieferen Blick, wird deutlich dass das bürokratische System eine größere Schuld trifft als Tschitschikow. Will man sich nach oben arbeiten, bleibt keine andere Wahl als schmutzige Geschäfte zu machen. Der karikierte Stil stellt das Lächerliche des gesamten Beamtenapparates treffend dar. Wie viele sogenannte "Bullshit-Jobs" hier gefördert und verteidigt werden ist zugleich belustigend als auch absurd. Während der erste Teil unglaublich humorvoll ist und mich so amüsiert hat wie schon lange kein Buch mehr, verzettelt sich der zweite Teil. Da Gogol den zweiten Teil auch nie vollendet hat und lediglich der erste zusammenhängend ist, werde ich diesen nicht in die Bewertung miteinfließen lassen. Dabei hat mir auch dieser fragmenthafte Teil gut gefallen. Denn Gogol kann nicht nur gut Satire, er ist auch meisterlich in Natur- und Landschaftsbeschreibungen. Das scheint generell ein Talent russischer Schriftsteller und Schriftstellerinnen zu sein.
Masken der Gesellschaft
Ein Mann reist durch Russland und kauft die Namen verstorbener Bauern. Niemand wundert sich, denn alle denken nur an ihren eigenen Vorteil. Gogol beschreibt mit Witz und Traurigkeit eine Welt voller Gier und Selbsttäuschung. Jede Begegnung zeigt eine neue menschliche Schwäche. Ein seltsames und gleichzeitig klarsichtiges Buch über das Spiel der Fassaden.
Weltliteratur, die Spaß macht
Wenn es um Klassiker geht, kommt man an einigen russischen Schriftstellern einfach nicht vorbei. Von Gogol war dieses aber mein erstes Buch. Ich habe mich beim Lesen sehr amüsiert. Die ganze Handlung ist sehr satirisch- ironisch. Auf den ersten Blick. Eigentlich ist es aber wie eine dunkle Komödie, die der kapitalistischen Gesellschaft den Spiegel vorhält. Es zeigt, wie am Ende doch, zum richtigen Preis, moralische Werte fallengelassen werden. Mir gefällt, wie sich Gogol dabei immer wieder an den Lesenden wendet, um diesen zu beschwichtigen und dabei versucht deutlich zu machen, dass es sich am Ende eben nur um Menschen handelt, die versuchen irgendwie durch das Leben zu kommen. Trotzdem fragt man sich zum Ende, wer hier eigentlich wirklich die toten Seelen sind. Wichtig ☝🏼: Was man wissen sollte ist, dass Gogol den letzten Teil des Buchs verbrannt hat. Dadurch wirkt das Ende etwas unvollständig, bzw. ist es das ja genau genommen auch. Trotzdem eine gelungene Geschichte. - 4,5 Sterne 👍🏼

Schade, dass das Buch nicht vollständig überliefert ist. Neben Bulgakow ist Gogol definitiv einer der wenigen mir bekannten russischen Autoren, die tatsächlich lustig sind. Man denke an "Die Nase". Aber auch hier findet sich das große Bedürfnis, was, so bilde ich mir ein, so vielen der "klassischen" russischen Autoren eigen ist, nicht einfach nur eine Handlung darzulegen, sondern daraus Prognosen über das Wesen des gesamten russischen Volkes ableiten zu müssen. Kann man Menschen nicht einfach lustige Weirdos/verdorbene Nichtsnutze sein lassen, ohne gleich Verallgemeinerungen über Alle machen zu müssen?
3,5⭐️ Herrlich spritzige Satire Gott und Teufel beehren uns gefühlt in jedem 3. Satz Alle korrupt, lügen bis sich die Balken biegen, viel Geschleime und beeindruckende Anpassungsfähig, Dekadenz, Müßiggang und harte Knute, alles am Start. Frauen scheinen nur für die Optik und zum Nachkommen gebären sinnvoll zu sein. Taugen ja nicht mal als Tote Seelen. Da ist es um so amüsanter, dass ausgerechnet die Weibsbilder unseren Betrüger ans Messer liefern. Mir hat tatsächlich die zweite Hälfte deutlich besser gefallen, auch der unvollständige und nicht überarbeitete 2. Teil. Die erste Hälfte hätte aus meiner Sicht ordentlich gekürzt werden können. Da war durchbeißen angesagt. Stellenweise ist mir der Humor zu klamaukig. Störend bzw. gewöhnungsbedürftig die Selbstreflektionen des Autors über das eigene Schreiben, was der Leser nun denken möge und die direkte Ansprache des Lesers.
Sehr guter moderner Schreibstil, leicht verständlich. Auch das Wesen der russischen Bevölkerung der damaligen Zeit hat Gogol, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut rüber gebracht. Leider waren hier, ganz im Gegensatz zu anderen Büchern der Weltbild Reihe, eher für meinen Geschmack zu wenige erklärende Fußnoten vorhanden. So musste ich viel googeln, weil ich mit einigen Wörtern nichts anfangen konnte und auch das für einen westlichen Europäer das etwas verwirrende russische Namensgeflecht aus Rufnamen, Vaternamen und Familiennamen wurde leider nicht erklärt und daher wunderte ich mich, das manche Personen manchmal so, manchmal anders genannt wurden. Die Geschichte war als Trilogie geplant. Leider hat Gogol ja in einem wahrscheinlich wahnhaften Anfall das zweite Manuskript zum Teil verbrannt, so dass es in dem Buch nur bruchstückhaft abgedruckt werden konnte. Schließlich hat der Autor die Geschichte nie zu Ende geschrieben, weil er nach erscheinen des ersten Teil 1842 und Zerstörung des zweiten Manuskripts 1852 aufgrund übermäßigen religiösen Fastens (höchstwahrscheinlich durch eine Psychose ausgelöst) verstarb. Ich hätte gerne gewusst, wie die Geschichte ausgegangen wäre!
Sehr guter moderner Schreibstil, leicht verständlich. Auch das Wesen der russischen Bevölkerung der damaligen Zeit hat Gogol, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut rüber gebracht. Leider waren hier, ganz im Gegensatz zu anderen Büchern der Weltbild Reihe, eher für meinen Geschmack zu wenige erklärende Fußnoten vorhanden. So musste ich viel googeln, weil ich mit einigen Wörtern nichts anfangen konnte und auch das für einen westlichen Europäer das etwas verwirrende russische Namensgeflecht aus Rufnamen, Vaternamen und Familiennamen wurde leider nicht erklärt und daher wunderte ich mich, das manche Personen manchmal so, manchmal anders genannt wurden. Die Geschichte war als Trilogie geplant. Leider hat Gogol ja in einem wahrscheinlich wahnhaften Anfall das zweite Manuskript zum Teil verbrannt, so dass es in dem Buch nur bruchstückhaft abgedruckt werden konnte. Schließlich hat der Autor die Geschichte nie zu Ende geschrieben, weil er nach erscheinen des ersten Teil 1842 und Zerstörung des zweiten Manuskripts 1852 aufgrund übermäßigen religiösen Fastens (höchstwahrscheinlich durch eine Psychose ausgelöst) verstarb. Ich hätte gerne gewusst, wie die Geschichte ausgegangen wäre!
My first read of Gogol. The idea is brilliant, a lot confusion, dark humor and social criticising. Too bad the story was never closed, some parts, as well as the ending, are missing, which is dissatisfiying. But still I enjoyed the book. Took me some time to get into it, as the author is going a lot into detail, even sometimes announcing, that this will have no further influence on the story but he still takes paragraphes to describes these things or characters. That was a bit annoying, but I got used to it and as the author addresses the reader directly, it is part of the charm.
Die Bewertung von Gogols Roman bezieht sich nur auf Teil 1 dieses auf drei Teile ursprünglich ausgelegtem Werk. Mit anderen Worten: ich habe das Buch nur zu zwei Drittel gelesen. 1842 erschien der erste Teil unter dem Titel Tote Seelen, der zweite Teil wurde fragmentarisch erst posthum veröffentlicht. Gogol haderte mit der Fortsetzung, verbrannte immer wieder Manuskripte und distanzierte sich immer weiter von seinem Roman und von der Gesellschaft bis er ausgehungert und seelisch gebrochen 1852 verstarb. Auf Teil 1 konnte er meiner Ansicht nach aber stolz sein, denn für mich war es ein Klassiker, der mich blendend unterhielt und amüsierte. Gogols Sprache und Stil empfinde ich als äußerst abwechslungsreich für einen Roman aus dieser Zeit. Er ist ein hervorragender Beobachter, ein Zyniker, Satiriker und teilweise auch Essayist. Er kann Dialoge theaterreif zu Papier bringen, er ist als Erzähler pointiert, und er wendet sich immer mal wieder direkt an den Leser, was mir ebenfalls gut gefiel. Die Geschichte um die toten Seelen ist ein Gaunerstück. Der Held Tschitschikow ist nicht tugendhaft, sondern ein Betrüger und Blender. Er kommt in eine Provinzstadt, gibt sich als ehemaliger Beamter aus, schleimt sich zielgerichtet bei den Schlüsselposition der Gesellschaft ein bis er der Freund der Stadt ist. Alle lieben Tschitschikow. Dann fährt er fünf Großgrundbesitzer ab, alle mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften, und versucht, ihnen die verstorbenen Leibeigenen abzukaufen. Auch wenn der Grund für dieses Geschäft erst im abschließenden Kapitel erläutert will, ist schnell klar, dass Tschitschikow finanzielle Überlegenheit bei diesem an sich irrsinnigen Geschäft hat. Mancher Verkäufer ist daher auch skeptisch, einer weigert sich, ein Anderer ist freigiebig. Gogol gelingt es auf diese Weise, ein Spiegelbild der russischen Gesellschaft aus dieser Zeit aufzuzeigen und damit die Raffgier als Grundübel anzuprangern. Ein Plädoyer geben einen aufstrebenden Kapitalismus und eine korrupte Bürokratie. Wie es für eine Satire gehört, überspitzt er manche Charaktereigenschaften und übertreibt die Verzerrung. Trotz aller humorvoller Darstellung des kleinbürgerlichen und spiessigen Denkens besaß das Buch daher für mich auch eine starke Aussagekraft. Es wundert mich, dass es damals so erfolgreich war, denn der Ukrainer Gogol hält den Russen ein ganz schön den Speigel vor das Gesicht. Tschitschikow gelingt es mit seiner anbiedernden Art, dass seine Mitmenschen ihr wahres Wesen enthüllen. In der Mitte des ersten Teils sind die Seelen eingekauft, und man fragt sich, was jetzt noch alles kommen soll. Doch dann dreht sich die Stimmung gegen Tschitschikow, seine Einkaufspolitik wird publik und die abwitzigsten Gerüchte gehen in Umlauf. Manche behaupten, dass Tschitschikow der von St. Helena geflohene Napoleon sei. Da wird es dann herrlich grotesk. Für mich zurecht ein Roman der Weltliteratur.



















