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Nachdem Anna Nass sehr lange als Pfarrhaushälterin tätig war, erschüttert sie das Ableben von ihrem Vorgesetzten sehr. Pfarrer Josef Heubeck, den sie seit der Kindheit kannte, ist überraschend verstorben. Sein Nachfolger noch jung und unerfahren. Anna muss den jungen Geistlichen Friedtjof nicht nur in die Gemeinde einführen, sondern sich auch an eine neue Routine gewöhnen. Doch das ist nicht das Einzige, was Anna in Blumfeld beschäftigt. Sie nimmt Fahrstunden und träumt davon wegzufahren. Denn sie hat eine Mission zu erledigen. Etwas, was sie ihrem verstorbenen Freund und Arbeitgeber zu Lebzeiten versprochen hatte. Nachdem ich das Buch "Mühlesommer", das ebenfalls in Blumfeld handelt, gelesen hatte, freute ich mich sehr auf dieses Buch. Inhaltlich völlig unabhängig von "Mühlesommer" erzählt Martina Bogdahn hier die Geschichte der Pfarrhaushälterin Anna. Die 54-jährige Anna hat den Haushalt des Pfarrers fest im Griff und sieht diesen als Lebensinhalt an. Denn neben dieser Arbeit und der Freundschaft mit ihrem Chef hat sie keine näheren Beziehungen. Sie ist zwar stark verwurzelt in dem kleinen Ort, dort ist sie aufgewachsen und wird wohl auch dort sterben. Jedoch tiefer gehende Beziehungen oder Freundschaften hat Anna nicht wirklich. Sie organisiert Pfadfindergruppe, Gesangsrunde und Kindermesse und nun ist ihr bester Freund, Pfarrer Josef, tot. Authentisch und einfach ist Annas Leben. Damit zeichnet die Autorin das etwas klischeehafte Bild einer Pfarrangestellten von früher. Tatsächlich hätte die Geschichte sich vor rund 40 Jahren genauso abspielen können. Es geht sehr ländlich und einfach zu und her. Da werden selbst gepflückte Wiesensträusse in Fahrradkörben transportiert und der Herr Pfarrer schreibt seine Predigt im Büro von Hand. Für Würze sorgen Klatsch und Tratsch und der oft humorvolle Schreibstil. Mit ab und zu hervorblitzendem Wortwitz ist die Erzählung, die vorwiegend in Ich Perspektive Annas gehalten ist, einfach und gradlinig. Humorvolles, wie ein Pfarrer, der den Leichenbestatter mit Details aus dem Beichtstuhl erpresst, muss man mögen. In Sachen Glaubwürdigkeit musste ich sicher ab und zu ein Auge zudrücken. Denn manchmal werden einzelne Handlungsansätze überzogen beschrieben. Interessant fand ich die gedanklichen Rückblicke Annas an ihre Jugend und Lehrzeit. Mich hat "Mirabellentage" gut unterhalten, obwohl ich es etwas weniger fesselnd fand als "Mühlesommer".
3 hours ago
Nachdem Anna Nass sehr lange als Pfarrhaushälterin tätig war, erschüttert sie das Ableben von ihrem Vorgesetzten sehr. Pfarrer Josef Heubeck, den sie seit der Kindheit kannte, ist überraschend verstorben. Sein Nachfolger noch jung und unerfahren. Anna muss den jungen Geistlichen Friedtjof nicht nur in die Gemeinde einführen, sondern sich auch an eine neue Routine gewöhnen. Doch das ist nicht das Einzige, was Anna in Blumfeld beschäftigt. Sie nimmt Fahrstunden und träumt davon wegzufahren. Denn sie hat eine Mission zu erledigen. Etwas, was sie ihrem verstorbenen Freund und Arbeitgeber zu Lebzeiten versprochen hatte. Nachdem ich das Buch "Mühlesommer", das ebenfalls in Blumfeld handelt, gelesen hatte, freute ich mich sehr auf dieses Buch. Inhaltlich völlig unabhängig von "Mühlesommer" erzählt Martina Bogdahn hier die Geschichte der Pfarrhaushälterin Anna. Die 54-jährige Anna hat den Haushalt des Pfarrers fest im Griff und sieht diesen als Lebensinhalt an. Denn neben dieser Arbeit und der Freundschaft mit ihrem Chef hat sie keine näheren Beziehungen. Sie ist zwar stark verwurzelt in dem kleinen Ort, dort ist sie aufgewachsen und wird wohl auch dort sterben. Jedoch tiefer gehende Beziehungen oder Freundschaften hat Anna nicht wirklich. Sie organisiert Pfadfindergruppe, Gesangsrunde und Kindermesse und nun ist ihr bester Freund, Pfarrer Josef, tot. Authentisch und einfach ist Annas Leben. Damit zeichnet die Autorin das etwas klischeehafte Bild einer Pfarrangestellten von früher. Tatsächlich hätte die Geschichte sich vor rund 40 Jahren genauso abspielen können. Es geht sehr ländlich und einfach zu und her. Da werden selbst gepflückte Wiesensträusse in Fahrradkörben transportiert und der Herr Pfarrer schreibt seine Predigt im Büro von Hand. Für Würze sorgen Klatsch und Tratsch und der oft humorvolle Schreibstil. Mit ab und zu hervorblitzendem Wortwitz ist die Erzählung, die vorwiegend in Ich Perspektive Annas gehalten ist, einfach und gradlinig. Humorvolles, wie ein Pfarrer, der den Leichenbestatter mit Details aus dem Beichtstuhl erpresst, muss man mögen. In Sachen Glaubwürdigkeit musste ich sicher ab und zu ein Auge zudrücken. Denn manchmal werden einzelne Handlungsansätze überzogen beschrieben. Interessant fand ich die gedanklichen Rückblicke Annas an ihre Jugend und Lehrzeit. Mich hat "Mirabellentage" gut unterhalten, obwohl ich es etwas weniger fesselnd fand als "Mühlesommer".
3 hours ago








