Weißer Sommer
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Description
Voller Hingabe und stilistischer Feinheit erzählt Eva Pramschüfer von der ersten großen Liebe, von der Kunst, von dem, was uns als Menschen trennt und verbindet.
Eigentlich lieben Alma und Théo einander. Ihre erste Begegnung fühlte sich an wie der Anfang von etwas Großem, die Zeit danach wie ein Versprechen. Und doch stehen sie jetzt zwischen zwei Wahrheiten: Sie lieben sich, und dennoch liegt ihre Beziehung in Trümmern.
Wie erkennt man, ob man gemeinsam glücklich sein kann – oder glücklicher allein wäre? Auf der Suche nach Antworten verbringen die beiden noch einen Sommer in dem Haus von Almas Eltern in Frankreich und schwören, es erst zu verlassen, wenn sie Gewissheit haben: festhalten oder loslassen.
«Eva Pramschüfer jongliert in ihrem Roman mit Sprache und Gefühlen, als hätte sie ihr ganzes Leben nichts anderes getan. Was für ein fulminantes Debüt.» Tahsim Durgun
Book Information
Author Description
Eva Pramschüfer, geboren 1997, arbeitet als Journalistin in München, u.a. für die Süddeutsche Zeitung und Condé Nast. Ihre Liebe zur Literatur teilt sie auf Social Media mit über 25.000 Follower:innen auf TikTok, Instagram und YouTube. Als Speakerin zu den Themen Content Creation und Schreiben wurde sie unter anderem 2024 von TikTok auf die Frankfurter Buchmesse eingeladen. Weißer Sommer ist ihr Debütroman.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ein ruhiger, melancholischer Roman darüber, wie Menschen sich trotz Liebe langsam verlieren.
Weißer Sommer hat sich für mich beim Hören sehr ruhig und irgendwie melancholisch angefühlt. Kein dramatisches Buch, keine riesigen Wendungen, sondern eher eine Geschichte, die von Stimmung, Gesprächen, Erinnerungen und unausgesprochenen Gefühlen lebt. Ich mochte das Hörbuch insgesamt wirklich gerne und fand auch die Sprecherin sehr passend für diese leise Atmosphäre. Was mir besonders gefallen hat, war, wie real sich die Beziehung zwischen Alma und Théo angefühlt hat. Die beiden lieben sich und trotzdem merkt man immer mehr, wie sie sich langsam voneinander entfernen. Nicht wegen einer einzigen großen Sache, sondern wegen all der kleinen Dinge dazwischen. Weil sie sich weiterentwickeln, aber irgendwie nicht gemeinsam. Für mich war genau das der stärkste Punkt des Buches, weil es sich einfach unglaublich echt angefühlt hat. Man merkt total, wie unterschiedlich die beiden geprägt wurden und wie sehr das beeinflusst, wie sie mit Nähe, Konflikten oder ihren eigenen Gefühlen umgehen. Dadurch wirkte vieles nachvollziehbar und nie künstlich dramatisch. Ich mochte auch den Schreibstil sehr. Alles fühlt sich eher ruhig und beobachtend an und genau das hat gut zur Geschichte gepasst. Gleichzeitig hatte das Buch für mich aber auch ein paar Längen. Durch die Zeitsprünge war ich beim Hören manchmal kurz raus, weil nicht immer direkt klar war, in welcher Zeit man sich gerade befindet. Das hat meinen Hörfluss etwas gestört. Und obwohl die Rückblicke wichtig für die Beziehung der beiden waren, hätte ich ehrlich gesagt gern noch mehr Zeit mit Alma und Théo in diesem letzten Sommer in Frankreich verbracht. Gerade diese Stimmung zwischen ihnen, dieses Unsichere und Zerbrechliche, fand ich eigentlich am spannendsten. Davon hätte ich gern noch mehr gehabt. Trotzdem mochte ich das Ende sehr, weil es sich für mich passend und realistisch angefühlt hat. Das Buch zeigt ziemlich gut, dass Liebe alleine manchmal eben nicht reicht, wenn Menschen anfangen, sich in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln. Für mich ein schönes, ruhiges Debüt, das nicht laut ist, aber trotzdem nachklingt.

Alma liebt Théo, Théo liebt Alma. Und trotzdem wissen sie nicht, ob ihre Gefühle noch ausreichen oder ob sie alleine glücklicher sein können. Um darauf eine Antwort zu finden, fahren sie ein letztes Mal gemeinsam in das abgelegene Ferienhaus ihrer Familie in Frankreich. Fern vom Alltag wollen sie herausfinden, ob ihre Beziehung noch eine Zukunft hat – oder ob es an der Zeit ist, einander loszulassen. Das Buch erzählt von Alma und Théo und wie unterschiedlich sie geprägt wurden und welchen Einfluss ihre Herkunft auf ihr Denken und Fühlen hat. Davon, wie sie sich zum ersten Mal begegnen, von der Anziehung, die sofort da ist. Wie sie sich immer näher kommen, gemeinsam wachsen und sich schließlich langsam voneinander entfernen. Von ihren Zweifeln und Ängsten, von ihren Hoffnungen und Wünschen. Durch die häufigen Perspektivenwechsel zwischen den beiden Charakteren und den verschiedenen Zeitebenen erfährt man nach und nach, wie sich ihre Beziehung entwickelt hat und wie sie an diesen Punkt gekommen sind. Auf diese Weise bekommt man einen tieferen Einblick, allerdings hat es für mich auch etwas den Lesefluss gestört. Das Buch überzeugt durch seinen ruhigen und gleichzeitig wunderschönen Schreibstil, konnte mich insgesamt jedoch nicht komplett begeistern, da die Charaktere, besonders Alma, für mich oft nicht richtig greifbar waren. Dennoch ist ‚Weisser Sommer‘ ein gelungener Debütroman, der durch seine Atmosphäre und seine leise Beobachtung von Beziehungen überzeugt. Mich hat die Geschichte und die Beziehung tatsächlich oft an Connell und Marianne aus ‚Normal People‘ erinnert.

Ruhig. Poetisch. Kraftvoll & Schwer.
“Weisser Sommer” ist ein Roman, der sich ruhig liest und gleichzeitig eine besondere Schwere und Intensität in sich trägt. Das Debüt von Eva Pramschüfer hat mir sehr gut gefallen, auch wenn mich die Geschichte zu Beginn noch nicht ganz erreicht hat. Mit der Zeit hatte ich jedoch das Gefühl, dass genau darin die Stärke des Romans liegt: sich auf die Schwere, die Unsicherheit und die Dynamik einer Beziehung einzulassen, ohne sofort zu wissen, wohin die Geschichte führen wird. Besonders gefallen haben mir die verschiedenen Schauplätze zwischen Paris, München und Berlin sowie die Einbindung von Kunst und Architektur, die der Geschichte eine besondere Atmosphäre verleihen. Ein stiller, nachdenklicher Roman, der weniger von großen Wendungen lebt, sondern vielmehr von Stimmung und Gefühl.
Einfühlsam und melancholisch
Chapeau Eva, was für ein gelungenes Debut! Eine wunderschöne, lyrische Sprache, die einfühlsame Schilderung der Hauptcharaktere, die genauen und immersiven Beschreibungen der Orte, Häuser und Städte, machen diesen Roman zu einem Leseerlebnis. Ganz klare Leseempfehlung.
Melancholie
Ein Coming-of-Age Roman mit anspruchsvoller Sprache, aber sehr poetisch. Anfangs musste ich mich an die Zeitsprünge gewöhnen, aber ich hab die Hürden der Beiden und ihrer jungen Liebe und die Zweifel wegen dieser etwas zu verpassen, so gut nachvollziehen können. Es war stellenweise sehr melancholisch, aber gleichzeitig auch so einfühlsam. Der Roman spielt im Sommer; aber zeigt sehr gut auf, wie es auch dort kalt sein kann.
Das Debütwerk der jungen Autorin ist kein klassischer Liebesroman, sondern eine sehr genaue Beobachtung , wie Beziehungen funktionieren und manchmal eben nicht mehr funktionieren. Eva Pramschüfer erzählt mit einem ruhigen, entschleunigten Stil, der sich Zeit nimmt und genau darin seine Wirkung entfaltet. Wer eine dramatische Handlung erwartet, wird hier nicht fündig, dafür aber eine sehr feinfühlige Entwicklung, die sich aus vielen kleinen Momenten zusammensetzt. Die Stärke des Romans liegt darin, dass der Konflikt nie konstruiert wirkt. Es gibt keinen klaren Bruch, keinen offensichtlichen Schuldigen, kein relevantes Ereignis. Stattdessen entstehen Spannungen aus unterschiedlichen Bedürfnissen, Ängstwn, Erwartungen und Lebensentwürfen, die sich nicht mehr zusammenführen lassen. Genau das macht die Geschichte so glaubwürdig. Besonders gelungen ist, wie sich nicht nur die Beziehung zwischen Alma und Theo verändert, sondern auch ihr Blick aufeinander. Was anfangs für Freiheit, Aufbruch und Möglichkeiten steht, verschiebt sich mit der Zeit und bekommt eine andere Bedeutung. Diese Entwicklung passiert leise und nachvollziehbar, ohne dass sie je plakativ wird. Auch die Erzählstruktur trägt viel zur Wirkung bei. Der sehr plötzliche Einstieg in eine bereits brüchige Phase erzeugt eine unterschwellige Spannung, während sich nach und nach in Rückblenden erschließt, wie es dazu gekommen ist. Dadurch entsteht ein Sog, der weniger durch Handlung als durch emotionale Erkenntnis getragen wird. „Weißer Sommer“ zeigt eindrücklich, dass Beziehungen selten an einem einzigen Moment zerbrechen. Viel häufiger sind es die kleinen Dinge, das Nichtgesagte, das Zögern, der Stolz, die leisen Verletzungen und die Verwechslung von Bedürfnissen mit "Liebe". Gerade diese unspektakuläre, aber präzise Darstellung macht den Roman so stark. 4,5 von 5 ⭐️.
Für mich war Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ein Roman mit einem unerwartet intensiven und tiefgreifenden Ende. Ich war wirklich berührt von der Auflösung des Romans. „Was, wenn sie sich trennten? Was, wenn man nur eine Person im Leben so lieben kann?“ (S. 18) Zu Beginn war ich noch recht skeptisch ob der Liebesgeschichte, in die ich mich hineinbegeben habe. Nach Lektüre des Klappentextes habe ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet, nämlich eine intensive Auseinandersetzung, starke Dialoge, vielleicht sogar explosive Streits. Stattdessen wurde der Roman überwiegend in Rückblenden erzählt. Dabei wurden beide Perspektiven der Protagonist:innen Alma und Théo beachtet, sodass man sich einen Rundumblick verschaffen konnte. Im Verlauf der Erzählung werden verschiedene Nebenstränge eröffnet, die im Laufe der Zeit auch schön aufgegriffen und erklärt werden. So wird eine angenehme Spannung geschaffen. Sprachlich habe ich an verschiedenen Stellen gestaunt, wie intensiv einzelne Szene gestaltet wurden. Sehr passend für den künstlerischen Anspruch, der auch von den beiden Hauptfiguren an den Tag gelegt wird. Wunderbar, wie lebhaft die Beschreibung von Farben und Szenerie in die Kapitel einfließen konnte und die Stimmung beeinflusst hat. „Am Ende weißt du nie, was in einem anderen Kopf vorgeht. Es ist ‘ne Illusion zu glauben, dass man jemanden wirklich kennt.“ (S. 231) Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht über die Handlung verraten, sondern nur empfehlen, den Roman selbst in die Hand zu nehmen und sich selbst in die komplexe Liebesbeziehung von Alma und Théo zu begeben.
Eva, wie machst du das??!
Ich habe das Buch schon vor ein paar Tagen beendet, aber ich musste das erstmal sacken lassen. Die Sprache ist so außergewöhnlich und hat mich direkt in die Geschichte eingesaugt. Ich frag mich immer, wie man so tolle Worte finden kann?! So viele Passagen, wie in diesem Buch, habe ich glaube ich noch nie markiert. Die ganze Zeit über habe ich so mit Theo und Alma mitgefühlt und es kam mir einfach so real und nahbar rüber. Ich stand aber auch ein bisschen zwischen den Stühlen irgendwie, weil ich einerseits Theos Gedanken und Handlungen nachvollziehen konnte, aber genauso auch die von Alma. Bis zum Ende hin hat sich das durchgezogen und dennoch war ich persönlich sehr happy mit dem Ende. Ich kann’s nur jedem ans Herz legen! Für mich ein klares Jahreshighlight, was ich mit Sicherheit nochmal lesen werde. 🌊

Poetisch und bildgewaltig erzählt
Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ist ein Buch, das sich leise entfaltet und dabei eine ganz eigene Sogwirkung entwickelt. Vor allem die Sprache hat mich sofort gepackt: so besonders, so fein und poetisch, dass ich am liebsten darin versunken wäre. Es ist eine dieser Geschichten, bei denen man nicht einfach nur liest, sondern regelrecht eintaucht. Vor meinem inneren Auge lief dabei ständig ein Film voller wunderschöner Bilder ab. Im Zentrum stehen Theo und Alma, die sich in ihrer ersten großen Liebe begegnen. Vier Jahre später stehen sie an einem Punkt, an dem sie sich fragen müssen, ob Liebe allein noch reicht, um ihre Beziehung zu tragen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: im Jetzt, während eines Urlaubs in Frankreich, und in der Vergangenheit, in der sich Stück für Stück Theos und Almas gemeinsame Geschichte entfaltet. Am Anfang brauchte ich einen Moment, um mich in dieser Struktur zurechtzufinden, doch das hat sich schnell gelegt. Danach hat sich alles sehr stimmig angefühlt und die beiden Ebenen haben sich wunderbar ergänzt. Was besonders hängen bleibt, ist die dichte Atmosphäre, die die Autorin erschafft. Alles wirkt ruhig, beinahe zart, und gleichzeitig liegt eine unterschwellige Spannung in der Luft. Der poetische Schreibstil verstärkt dieses Gefühl noch und macht das Buch zu einem sehr intensiven Leseerlebnis. „Weißer Sommer“ ist keine laute Geschichte, sondern eine, die zwischen den Zeilen wirkt und genau darin liegt seine Stärke. 4,5/5 Sterne
WEISSER SOMMER Eva Pramschüfer ET: 17.04.26 Almas Großvater, der seine letzten Jahre in Südfrankreich verbracht hat, ist gestorben. Auf der Suche nach einem Grabstein begegnet sie Théo, einem jungen Steinmetzmeister, der im Betrieb seines Vaters arbeitet. Zwischen ihnen ist sofort etwas da – dieses Gefühl füreinander bestimmt zu sein. Théos Mutter hat ihn und seinen Vater vor Jahren verlassen. Geblieben ist ein liebevoller Vater, bei dem er zu einem ruhigen, gewissenhaften und warmherzigen jungen Mann heranwächst. Alma dagegen kennt kein solches Zuhause. Ihr Vater, ein erfolgreicher Anwalt, ist kaum präsent, ihre Mutter kühl und distanziert. Es fehlt nicht an Geld, aber an Nähe. Als Alma für ihr Journalistikstudium zurück nach München geht, bleibt ihnen nur das Telefon. Sie sprechen jeden Tag, halten fest an dem, was zwischen ihnen entstanden ist. Und doch wächst mit der Entfernung auch die Sehnsucht – und die leise Angst, sich zu verlieren. Zwei Jahre später verbringen Alma und Théo einen weiteren gemeinsamen Sommer im Haus ihrer Eltern in Frankreich. Doch nichts ist mehr so unbeschwert wie damals. Entscheidungen, die sie getroffen haben, und die Zeit, die vergangen ist, haben Spuren hinterlassen. Zwischen ihnen ist etwas ins Wanken geraten. Und trotzdem ist da noch immer dieses Gefühl. Die Frage ist nur: Reicht es noch? Ob sie es schaffen, die Risse zwischen ihnen zu schließen, müsst ihr selbst herausfinden. Eva Pramschüfer erzählt diese Geschichte auf zwei Zeitebenen. Anfangs war ich kurz unsicher, wo ich mich gerade befinde, doch nachdem sich das gelegt hatte, konnte ich mich auf ihre wundervolle Sprache vollkommen einlassen. Sie schreibt ruhig, eindringlich und sehr nah an ihren Figuren. Eine Geschichte über zwei Menschen, die sich vielleicht genau dann begegneten, als es am wenigsten gepasst hat. Fazit: Ein intensives, gefühlvolles Debüt, das leise unter die Haut geht. Eine Liebesgeschichte, die anders ist und lange nachklingt. 4,5/5

„Eigentlich lieben Alma und Théo einander.“ heißt es im Klappentext, aber stimmt das auch?
Ich bin ehrlich unschlüssig, was ich zu diesem Roman sagen soll. Am Ende bin ich etwas traurig, weiß aber noch nicht genau warum. Ich habe Alma nicht wirklich kennengelernt, konnte ihr Handeln oft nicht nachvollziehen. Théo kam ich ein bisschen näher, aber insgesamt waren wohl beide Charaktere zu komplex, als dass ich sie verstanden hätte. Und ich ärgere mich immer darüber, wenn Menschen übereinander denken statt miteinander zu reden - erst recht, wenn ihnen eine tiefe Vertrautheit angedichtet wird (oder ist das eine Frage des Alters?). Andererseits ist die Sprache grandios und die Bilder, die Eva Pramschüfer zeichnet wunderschön: „In gewisser Weise fühlt sich Sechsundzwanzig-Sein an wie der August, und der August fühlt sich an wie ein Sonntagnachmittag - das Gefühl von Freiheit, kurz bevor sie verschwindet.“
Der letzte gemeinsame Sommer? Ich hatte grosse Mühe in die Geschichte reinzufinden. Einerseits konnte ich keine emotionale Verbindung zu Alma und/oder Théo aufbauen. Andererseits hatte ich Schwierigkeiten mit den vielen Zeitsprüngen. Die bildhafte und beschreibende Sprache der Autorin hat mir ebenfalls nicht so zugesagt. Es wirkt teilweise zu konstruiert und überladen. Als Alma sich entscheidet für ein halbes Jahr nach Paris zu gehen, wird es interessant. Die junge Liebe wird auf die Probe gestellt. Théo, der für Alma nach München gezogen ist, bleibt zurück. Es bleibt so viel Unausgesprochenes zwischen den beiden. Und genau dieser Einblick in Théo’s Gedankenwelt hat mir sehr gut gefallen. Mehrmals habe ich mich gefragt: aus welchem Grund ist er Alma gegenüber nicht ehrlich? Mit der Zeit werden seine Beweggründe dann klarer. Gut gefallen hat mir auch das überraschende Ende der Geschichte. Aber ist das wirklich Théo? Das habe ich mich jetzt im Nachhinein nochmals gefragt. Sprachlich sehr gelungen finde ich den Ein- und Ausstieg in die Geschichte. „Das Haus ist das letzte am Ende der Straße. Es kennt sie, denn das Haus ist Schauplatz ihrer ersten wackeligen Schritte gewesen. Auf der Haut des Hauses wurde ihr Wachstum festgehalten, markiert in seinen Türrahmen. Ihre Geschichte war seine Geschichte.“ Alles in allem eine feine Erzählung über die Suche nach der eigenen Identität sowie über die erste grosse Liebe!
„Weißer Sommer“ hat mich allein optisch direkt angesprochen. Das Cover und die Aufmachung ist wirklich wunderschön. Leider konnte mich der Inhalt dann nicht ganz so überzeugen. Dabei muss ich sagen, der Schreibstil ist wirklich stark und man merkt sofort, dass die Autorin Talent hat. Alles ist sehr atmosphärisch geschrieben. Für mich persönlich war die Geschichte aber einfach zu langatmig. Auch mit den Protagonisten bin ich leider nicht warm geworden. Da sich ja alles um ihre Beziehung dreht, hätte ich gerne mehr Verbindung zwischen den beiden gespürt. Stattdessen wirkte es auf mich eher so, als hätte es dieses echte „Wir“ eigentlich nie wirklich gegeben und als wäre jeder die ganze Zeit eher für sich allein unterwegs gewesen. Dadurch erschien mir der ganze Konflikt leider von Anfang an etwas sinnlos. Insgesamt wirklich schade, weil das Buch äußerlich und sprachlich so viel mitbringt, mich emotional aber leider nicht erreichen konnte.
Die ideale Lektüre für die wärmer werdende Jahreszeit! Über Veränderung, Erwachsen werden, die Liebe und ihre Kompromisse!
Die Kunst im Leben und der Liebe Jeder Sommer hat eine andere Farbe, nur dieser nicht, er ist Weiß. In der Zeitspanne von ein paar Tagen folgen wir dem von Zerwürfnis geplagten Paar Alma und Theo, die in Südfrankreich jeder für sich ihre Gedanken an ihre gemeinsame Vergangenheit schweifen lassen. Während die pessimistisch, realistische Alma ein Porträt von dem radikal, selbstbewussten Theo malt, zeichnet die Autorin Eva Pramschüfer gleichzeitig mit sanften, feinfühligen Worten und zahlreichen, anschaulichen Metaphern die Entstehung ihrer Liebesbeziehung. In der Gegenwart erleben beide Wut und Enttäuschung über die Veränderung des geliebten Menschen, fehlende Kommunikation und Ehrlichkeit sowie den generellen Lauf der Dinge. Gleichzeitig liest man spürbar über die Schönheit des ersten nervösen Kennenlernen, die selektive Wahrnehmung beim Verlieben und, dass Nähe sich stets auch wie Risiko anfühlt. Zugleich stellen sich die Protagonisten glaubhaft Thematiken wie Sucht und die damit verbundene, zerrissene Gedankenwelt, falschen Freunden bzw. wahren Freunden, schwierigen, abwesenden Eltern, Zukunftsfragen zu Ausbildung und Arbeit und sozialer Ungleichheit in ihrer Beziehung. Großartig gefallen hat mir persönlich die vielen Aspekte der Kunst, die einen erheblichen Anteil im Roman einnahmen und das Buch selbst in ein malerisches Licht rückten. "Du redest mit mir in Worten und ich in Gefühlen." Plötzlich fehlten ihnen jedoch die Worte, wenn auch nicht die Gefühle und es bleibt die Frage, besteht Hoffnung für eine gemeinsame Zukunft?! Die Stimme von Jodie Ahlborn transportiert die richtige Sanftheit, um die wärmende Atmosphäre der Tage im Sommer zwischen Alma und Theo wiederzugeben! Fazit: Ein berührend, sanfter Roman über die Entwicklung einer Beziehung zwischen Entscheidungen, Wachstum und Veränderung! Die richtige Person zu falschen Zeit und vielleicht doch Kompromisse sehen, Erwachsen werden und dabei sich selbst nicht verlieren!
Selten habe ich eine Geschichte so sehr gefühlt wie diese hier. 🥹❤️🩹
Was für ein ergreifender Debütroman, wow! Das, was Theo und Alma erlebt haben, habe ich letztes Jahr auch erfahren. Für viele wäre der Ausgang der Geschichte vielleicht nicht perfekt, für mich war er jedoch absolut gelungen, weil es einfach nur authentisch und logisch war. Auch ich habe lernen müssen, das Liebe nicht immer alles heilen kann. Liebe tut weh, ist unfair und ist nicht immer rosarot. Dennoch kann sie dir vieles lehren und dich an einen anderen Punkt in deinen Leben bringen. Mir persönlich war das Ende etwas zu abrupt, da hätte gerne mehr kommen dürfen. Eva‘s Schreibstil ist wahnsinnig ergreifend, beschreibend & ehrlich. Auf der einen Seite auch so nüchtern, auf der anderen so emotional. „Weißer Sommer“ zeigt, dass man nicht jede Liebesgeschichte ein Happy End hat und dass auch nicht jede Liebesgeschichte 1000 Seiten benötigt. Wie sagt man manchmal so schön „kurz und schmerzlos“? Naja, weh getan hat es trotzdem. 🥹 Von mir gibt‘s eine Leseempfehlung!
Weißer Sommer ist basically diese eine Beziehung, die sich richtig anfühlt, aber irgendwie trotzdem nicht funktioniert. Alma und Théo lieben sich, aber es ist kompliziert geworden. Zu viele unausgesprochene Dinge, Zweifel und dieses Gefühl von reichen wir uns noch. Anstatt einfach Schluss zu machen, entscheiden sie sich für einen letzten gemeinsamen Sommer in Frankreich, um sich noch einmal intensiv mit sich selbst, ihren Wünschen und Vorstellungen auseinanderzusetzen. Die beiden erinnern sich daran, warum sie sich lieben, aber gleichzeitig merken sie auch, was zwischen ihnen kaputtgegangen ist. Es ist viel stilles Nachdenken, viel Gefühl und wir verfolgen eine wirklich schöne persönliche Entwicklung der Charaktere. Am Ende des Buches geht es eigentlich um diese eine Frage: Hält man fest, weil man liebt oder lässt man los, weil es besser ist? Mir persönlich hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Diese Ruhe und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber war total mitreißend und man konnte in vielen Momenten richtig mitfühlen. Hier wird nichts beschönigt, sondern einfach eine realistische Geschichte erzählt, die am Ende nichts romantisiert, sondern Mut macht, für sich und die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört und fand sowohl die Synchronsprecherin als auch den allgemeinen Flow in der Erzählweise perfekt für die Story.
Bester Epilog den ich bisher gelesen habe
Ich die ich mit Romance selten etwas anfangen kann aber diese Liebesgeschichte von Seite 1 an gefühlt habe. Denn dieses Buch ist keine Romance Geschichte sondern die Beleuchtung tiefer realistischer Gefühle ohne kitschigen zu sein. Ein Buch das ich auf jeden Fall ein zweites Mal lesen werde ganz langsam um jedes Wort noch besser zu erfassen und zu markieren.

Ich bin gefesselt, ich bin emotional, ich bin mitgerissen.
Zwei sich liebende Menschen reisen noch einmal gemeinsam nach Frankreich, um sich selbst und einander ehrlich zu begegnen. Dabei entsteht ein Raum, in dem Erinnerungen, Gefühle und unausgesprochene Wahrheiten ganz behutsam und trotzdem mit einer Wucht an die Oberfläche treten. Schreibstil: So fein beobachtend, so nah an den innersten Regungen der Figuren, dass selbst kleinste Gedanken oder Gesten eine enorme (!) emotionale Tiefe entfalten. Es ist kein lautes Erzählen oder dramatisches Aufbäumen, Eva Prafmschüfer hat es geschafft, ein stilles und gleichzeitig so lautes Umkreisen von Gefühlen auf Papier zu bringen, das durch seine Zurückhaltung eine besondere Intensität entwickelt. Man spürt zwischen den Zeilen SO viel: die Liebe, das Zögern, das Verstehen, aber auch das leise Auseinanderdriften. Wirkung: Die Geschichte nimmt sich Zeit, sie erlaubt es, ganz nah bei den Figuren zu sein, ihre Entwicklung Schritt für Schritt mitzuerleben und sich in ihren Gedanken wiederzufinden. Dieses Erzählen wirkt filmisch, wie eine Abfolge von Momentaufnahmen, die sich wie Szenen im Kopf und im Herzen einbrennen. Auch die Frage, die sich am Ende stellt – ob es mutiger ist festzuhalten oder loszulassen – bleibt lange nach dem Lesen bestehen. Fazit: Was mir besonders gefallen hat, sind die (vielen) Passagen, die sich mehr auf Erinnerungen als auf unmittelbare Handlung stützen. Sie haben für mich etwas sehr Intimes, als würde man direkt in das emotionale Gedächtnis der Figuren eintauchen und alles mitfühlen, miterleben. Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Ich bin gefesselt, ich bin emotional, ich bin mitgerissen. Ganz ganz große Empfehlung.

Alma und Théo verbringen, wie jedes Jahr, den Sommer im Ferienhaus von Almas Familie in Südfrankreich. Dort haben sie sich vor 4 Jahren kennen und lieben gelernt. Dieser Sommer ist aber anders. In diesem Sommer möchten sie herausfinden, ob ihre Beziehung weiterhin Bestand haben kann. In Rückblenden erfahren wir von dem ersten Sommer, in dem sie sich kennenlernten. Théo fertigt Grabsteine an, ist ein begnadeter Bildhauer und Künstler, der aber aufgrund seiner familiären Situation einen „richtigen“ Beruf ausüben muss. Alma ist die wohlhabende Tochter, die sich auch künstlerisch entwickelt und der alle Türen offenstehen. Beide verbindet die Leidenschaft für Kunst. Es ist Liebe auf den ersten Blick, alles fühlt sich leicht an. Nach und nach erfahren wir mehr über ihre Liebesgeschichte, über ihre Träume, ihre unterschiedlichen Lebenswege und darüber, was sie verbindet und was vielleicht ein Ablösen verursacht hat. Die Liebe wandelt sich. Da ist diese tiefe Zuneigung, aber auch so viel Unterschiedliches, so viel Unausgesprochenes. Was bleibt, wenn das erste Verliebtsein nachlässt? Reicht das, was bleibt, für eine gemeinsame Zukunft? Sind sie noch glücklich zu zweit oder wären sie alleine glücklicher? Wieviel Freiraum braucht eine Beziehung? Eva Pramschüfers poetische Schreibweise lässt uns eintauchen in die innere Zerrissenheit der beiden Hauptfiguren. Es gelingt ihr wunderbar die melancholische, zarte Stimmung einzufangen und sensibel über Hoffnungen und Erwartungen zu schreiben. Der Roman hat seine Stärke in den inneren Dialogen, den Zweifeln. Er besticht nicht durch eine umfangreiche Handlung, sondern durch die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfiguren. Die Perspektivwechsel sind gekonnt eingesetzt, lassen die Figuren sehr glaubwürdig wirken und sich ruhig entwickeln. Es ist eine moderne Liebesgeschichte, die mich direkt in ihren Bann gezogen hat, die mich mit ihrer Sanftheit auf besondere Weise berührt hat. Das Cover zum Buch ist sehr passend gewählt. So wie die Dame sich auf dem Cover im Wasser treiben lässt, so liest sich das Buch, so eine Atmosphäre kreiert das Buch.
Wunderschöner Roman über das (Ent-)Lieben
Mir hat die poetische Sprache sehr gut gefallen, ebenso wie das Erzähltempo und die Beschreibung der Charaktere. Mir fiel es leichter, mich in Théo hineinzuversetzen, Alma blieb für mich eher unergründlich. Teilweise hatte ich Probleme der zeitlichen Struktur zu folgen aber insgesamt hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht!
Eva Pramschüfers „Weißer Sommer“ ist ein stiller, intensiver Roman über die erste große Liebe – und über den ebenso schmerzhaften wie notwendigen Moment, in dem man sich fragen muss, ob Liebe allein ausreicht. Im Mittelpunkt stehen Alma und Théo, zwei junge Menschen, die sich tief verbunden fühlen und doch an den Realitäten des Lebens und ihren eigenen Bedürfnissen zu scheitern drohen. Ihre Beziehung ist geprägt von Nähe, Sehnsucht und gegenseitigem Verständnis – aber auch von Unsicherheit, unterschiedlichen Lebensentwürfen und unausgesprochenen Erwartungen. Der gemeinsame Sommer in Frankreich wird zur letzten Bewährungsprobe: ein Innehalten zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Festhalten und Loslassen. Was diesen Roman besonders macht, ist weniger die Handlung als die Art, wie erzählt wird. Eva Pramschüfer schreibt mit einer bemerkenswerten sprachlichen Feinheit. Ihre Sätze sind klar, poetisch und oft von einer stillen Wucht, die lange nachhallt. Gefühle werden nicht dramatisiert, sondern präzise beobachtet und behutsam entfaltet. Man liest nicht einfach über Alma und Théo – man fühlt mit ihnen, zweifelt mit ihnen, verliert sich in ihren Gedanken. Die sommerliche Kulisse wirkt dabei fast wie ein Gegenpol zur inneren Zerrissenheit der Figuren. Licht, Hitze, Weite – all das steht im Kontrast zu den leisen Spannungen, die sich zwischen den beiden aufbauen. Diese Atmosphäre verleiht dem Roman eine schwebende, fast zeitlose Qualität. Auch strukturell überzeugt das Buch: Perspektivwechsel und Zeitsprünge fügen sich stimmig zusammen und vertiefen das Verständnis für beide Figuren. Dabei bleibt vieles unausgesprochen – und genau darin liegt eine große Stärke. „Weißer Sommer“ vertraut darauf, dass zwischen den Zeilen oft mehr geschieht als in klar formulierten Aussagen. Thematisch bewegt sich der Roman nah an universellen Fragen: Wie viel Raum braucht Liebe? Wann wird Nähe zur Einschränkung? Und kann man gemeinsam wachsen, ohne sich selbst zu verlieren? „Weißer Sommer“ ist ein leises, aber eindringliches Debüt über die Zerbrechlichkeit der ersten großen Liebe. Kein klassischer Liebesroman mit klaren Antworten, sondern eine feinfühlige, kluge Erzählung über Zweifel, Entwicklung und das Erwachsenwerden in Beziehungen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

Festhalten oder loslassen?
Die Liebe zwischen Alma und Théo ist intensiv. Sie beginnt in einem Sommer in Frankreich und genau hier, im Haus von Almas Eltern, treffen sich die beiden einige Jahre später wieder. Mit dabei die allesverzehrende Frage: Gehen oder bleiben, festhalten oder loslassen? Aus wechselnden Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen (das Jetzt, aber auch die Vergangenheit) nähern wir uns der Beziehung der beiden an, die so groß beginnt und dann so große Lücken und Risse bekommt. Beide haben einen Hang fürs Künstlerische, der große Unterschied: Alma kommt aus gutem Haus und "fällt weich", sollte es mit dem Journalismus oder der Malerei nichts werden. Théo hingegen fühlt sich als gelernter Steinmetz in seinem Architekturstudium oft verloren – besonders, nachdem er für Alma extra von Frankreich nach München gezogen ist. Mit der Zeit leben die beiden immer mehr aneinander vorbei, sich schließlich auch auseinander, vor allem räumlich. Sie in Paris, er in Berlin. Inhaltlich fand ich den Roman extrem spannend, denn dieser Scheideweg, an dem Alma und Théo stehen, ist einer, der sehr viel Mut und Reife erfordert. Genau deswegen hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit im "Jetzt", im Wiederaufeinandertreffen der beiden, gewünscht. Denn die 8 Tage, die die beiden im Haus von Almas Eltern verbringen, kamen mir irgendwie zu kurz und angedeutet vor. Zudem war für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum beide sich hier überhaupt noch mal treffen. Für mich waren sie zu diesem Zeitpunkt irgendwie schon lange kein Paar mehr. Schön fand ich die wechselnden und fließenden Zeitebenen, allerdings war nicht immer leicht zu erkennen, in welcher man sich gerade befindet. Zumal auch noch wechselnde Perspektiven dazu kamen. Sprachlich ist der Debütroman für mich aber ohne Frage ein kleines Meisterwerk. Die Sprache ist vorsichtig, fast schon fragil. Sie bringt die Bedachtheit und manchmal auch den Übermut mit, den ich mir von der Geschichte selbst noch etwas mehr gewünscht hätte. Denn auch nach dem Zuklappen bleibt eine gewisse Distanz zu Alma und Théo, die ich gern noch besser kennengelernt und verstanden hätte. Trotzdem ein fulminantes Debüt, das keine kitschige Liebesgeschichte erzählt, sondern eine mit Ecken und Kanten, mit Makeln und sehr viel Verletzlichkeit.

»So viel Zeit ihrer Zwanziger hatte sie bisher mit Théo verbracht. Wo fing sie an und wo hörte er auf?«
Sprachlich gelungenes Debüt In Eva Pramschüfers Debütroman „Weisser Sommer“ lernen wir die Beziehung von Alma und Théo kennen. Die beiden sind seit einigen Jahren ein Paar und lieben sich, eigentlich. Allerdings beginnen beide auf ihre Art und Weise die Beziehung zu hinterfragen, ausgehend von der Frage, ob sie wirklich glücklich zusammen sind oder glücklicher getrennt wären. Während sie einen letzten gemeinsamen Sommer zusammen verbringen wollen, um diese Fragen für sich beantworten zu können, lernen wir als Leser:innen die Beziehung der beiden in Rückblenden retrospektiv kennen. Was diesen Roman besonders für mich gemacht hat, war auf jeden Fall die Sprache, in die ich mich direkt auf der ersten Seite verliebt habe. Pramschüfer gelingt es durch ihre präzise Wortwahl und ihr atmosphärisches Schreiben Bilder und Orte im Kopf entstehen zu lassen, sodass ich mich sehr gut in das Setting hineinversetzen konnte und den Sommer beinahe fühlen konnte. Auch konnte ich sehr gut Almas Gedankengänge, Sorgen und Ängste nachvollziehen. Woher soll man denn in einer langjährigen Beziehung auch wissen, ob man glücklicher mit oder ohne den Partner wäre? Und wie soll man sich entscheiden, wenn man sich doch eigentlich liebt und aus rationalen Gründen gut zusammenpasst, aber gleichzeitig immer wieder den Drang hat, wegzulaufen? Eigentlich erfüllte das Buch also alle Voraussetzungen ein Highlight zu werden und doch hat mir etwas gefehlt: der Plot. Natürlich war mir bereits im Vorfeld klar, dass das Buch eher charaktergetrieben sein würde, aber mir hat trotzdem ein bisschen die Geschichte gefehlt. Beziehungsweise mochte ich diese (trotz dem Schreibstil, Setting und den Charakteren, die ich sehr mochte!) irgendwie nicht. Außerdem konnte ich mich durch die ständigen, nicht linearen Zeitsprünge oft nicht in der Geschichte verorten, und musste mich immer wieder neu orientieren. Das hat meinen Lesefluss so gestört, dass ich trotz der Kürze des Romans, ewig dafür gebraucht habe. Leider bin ich auch immer wieder über vereinzelte Rechtschreib- und Grammatikfehler gestolpert, die den Lesefluss zusätzlich gestört haben. Trotz meiner Kritik an diesem Debüt hat mich Eva Pramschüfers Sprache und Schreibstil hier so überzeugt, dass ich immer wieder ein Buch von ihr lesen würde! Ich hoffe, wir werden zukünftig noch mehr von ihr hören und zu lesen bekommen.

Welche Farbe hat die Liebe, wenn Gewissheit schwindet?
In ihrem Debütroman „Weißer Sommer“ erzählt Eva Pramschüfer von Alma und Théo: zwei Individualisten, verbunden durch Liebe, durch Gewohnheit und durch die Frage, ob beides noch trägt. Im Sommerhaus von Almas Eltern kommen sie ein letztes Mal zusammen, um sich ihrer Gefühle füreinander zu vergewissern. Zwischen der Sehnsucht nach Nähe und dem Bedürfnis nach Selbstentfaltung beginnen sie, ihre Beziehung zu vermessen. Erinnerung für Erinnerung. Als ließe sich Nähe berechnen. Als hätte Liebe eine Halbwertszeit. Die eigentliche Auseinandersetzung bleibt dabei weitgehend in der Vergangenheit. In Rückblenden setzt sich die Geschichte von Alma und Théo zusammen: fragmentarisch, kreisend, suchend. Wir erfahren, was sie verbindet und was längst begonnen hat, sie voneinander zu lösen. Pramschüfers Sprache ist von beeindruckender Feinheit. Poetisch, tastend, beinahe zärtlich im Blick auf die Dinge. Szenen entfalten sich wie Gemälde: detailreich und vielschichtig. Und doch bleibt eine gewisse Distanz. Das bewusste Umkreisen statt klarer Zuspitzung und der ruhige Erzählfluss lassen wenig Raum für Dynamik. So entsteht zwar eine eigene, fast filmische Bewegung, aber auch eine spürbare Skizzenhaftigkeit. Gern wäre ich tiefer in die Auseinandersetzung der beiden Figuren eingetaucht, hätte mir gewünscht, dass sich das Beziehungsdrama stärker entfaltet und mich mitreißt, statt über weite Strecken an der Oberfläche zu bleiben. Ich hätte mir mehr Gegenwart gewünscht, mehr unmittelbares Erleben statt überwiegend erinnerter Momente. Einige Szenen sind wundervoll detailreich, verlieren dabei jedoch den Fokus auf den zentralen Konflikt und schwächen so die emotionale Bindung zum Text. So bleibt für mich am Ende ein flüchtiger Eindruck. Sprachlich schön, in seinen Bildern und in seiner Zurückhaltung überzeugend und doch ohne nachhaltige Wirkung. Vielleicht ist genau das die Absicht dieses Textes: nicht festzuhalten, sondern zu streifen; nicht zu überwältigen, sondern offen zu lassen. „Weißer Sommer“ ist ein Roman für Leser:innen, die atmosphärische, szenische Erzählweisen schätzen und sich gern auf eine reduzierte, offene Form des Erzählens einlassen.

Anatomie einer Beziehung - Zwischen Liebe und Selbstfindung
Das Buch ist nichts, was ich mir normalerweise ausgesucht hätte. Es war die Auswahl für unseren Buchclub im Mai. Am Ende hat es mir deutlich besser gefallen, als erwartet. Der Schreibstil - flüssig, metaphorisch eindrücklich. Die Stimmung - melancholisch, nachdenklich. Die zwei Zeitebenen brachten der Geschichte zusätzliche Tiefe. Im Jetzt - die Differenzen zwischen den beiden, das Ungesagte. In der Vergangenheit erlebten wir, wie sie sich kennenlernten und was sie an den Punkt führte, an dem sie jetzt sind. Ich hatte zu Beginn mehr Sympathie für Alma. Im Verlauf der Geschichte habe ich sie nach und nach weniger gemocht. Ich fand sie an mehreren Stellen doch recht egoistisch. Theo hingegen wurde mir immer sympathischer und am Ende hat mein Herz auch für ihn geblutet. Wahrscheinlich fand ich seine Perspektive auch nachvollziehbarer, bekannter. Mir gefiel es, dass sich ihre Geschichten in gewisser Weise in gegensätzliche Richtungen entwickelten, während Alma sich immer mehr fand, verlor Theo sich selbst. Bei den Nebencharakteren möchte ich lediglich die Väter der beiden benennen. Theos Vater habe ich ehrlich gemocht. Warmherzig, unterstützend, liebevoll. Almas Vater hingegen fand zwar nicht überaus sympathisch (insgesamt kam ihre Familie nicht gut weg), aber auf eine Art brutal ehrlich. Aus meiner Sicht, musste sie auch hören, was er in Paris zu ihr gesagt hat. Kleiner Kritikpunkt: mir persönlich waren die Kapitel an vielen Stellen zu lang. Das spiegelt einfach eine persönliche Vorliebe. Wenn ich im Kindle bereits sehe, dass ich 45 Minuten für ein Kapitel brauche, habe ich häufig schon gar keine Lust mehr, damit anzufangen. Das hat weder etwas mit der Handlung an sich, noch mit dem Schreibstil zu tun.
⭐️ Schreibstil: 5/5 ⭐️ Figuren: 5/5 ⭐️ Handlung: 5/5 ⭐️ Spannung: 5/5 ⭐️ Emotionale Wirkung: 5/5 Fazit - 5 ⭐️ Ich habe mich komplett in den bildlichen, poetischen Schreibstil verloren. Manche Sätze musste ich mehrfach lesen, einfach weil sie so schön geschrieben waren und so viel Stimmung transportiert haben. Besonders geliebt habe ich auch, dass man nicht nur Alma und Théo in der Gegenwart begleitet, sondern zwischendurch immer wieder ihre Kennenlerngeschichte erfährt. Dadurch hat sich ihre Beziehung nochmal viel greifbarer angefühlt und mich emotional komplett abgeholt. Dieses Buch fühlt sich an wie Sommermelancholie, Sehnsucht und dieses leise Wissen, dass manche Menschen einen für immer prägen werden. Ein absolutes Highlight, dass mich mit einem Gefühl zurücklässt, dass nur wenige Bücher in mir auslösen. 🌊 🩵
An alle, die mich immer ganz verwundert anstarren, wenn ich sage, dass ich keine Romance Bücher mag: Das ist die Art Liebesgeschichte die ich lesen will! So echt, tief und ehrlich. Wunderschön erzählt. Ich habe mich sehr lange auf dieses Buch von Eva Pramschüfer gefreut und wurde keineswegs enttäuscht. Für einen Debütroman eigentlich fast schon 5 Sterne.
Eben lege ich den Debütroman von Eva Pramschüfer aus der Hand. Vier Tage habe ich Alma und Théo begleitet, bin zwischen den Zeilen mit beiden nach Frankreich, München und Berlin gereist. Ich habe ihre Liebe beobachtet, Gefühle verstanden, Erinnerungen geteilt – und allem still beigewohnt. Ich wollte gerne ganz in ihre Geschichte eintauchen, habe aber nur mein Gesicht unter die Wasseroberfläche gehalten. Der Roman ist wunderschön geschrieben: poetisch, literarisch klug, bildhaft – und das hat mir sehr gefallen. Er ist unaufgeregt, leise, manchmal zu leise. Viele Knoten, keiner löst sich ganz. Gern hätte ich mehr Zeit mit Alma und Théo in der Gegenwart verbracht, mehr im Jetzt, mehr im Konflikt. Aber vielleicht ist genau das ein bewusstes Stilmittel: Beziehungen zerbrechen nicht immer laut, sondern oft schleichend – ihre Bruchstellen liegen tief in der Verbindung zweier Menschen. Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin – ein Auftakt, der neugierig macht.
Weisser Sommer, alles andere als ein Sommerbuch.
Auch wenn wir uns im Sommer in Frankreich befinden, hat sich Theos und Almas Sommer so kalt angefühlt stellenweise. Wo fang ich an ? Evas Schreibstil ist anspruchsvoll. Hier ist Aufmerksamkeit gefordert sonst kommt man nicht mit. Ich liebe die Sprache es ist sehr literarisch, an manchen Stellen schön poetisch und an den richtigen Stellen präzise. Ich hatte alles direkt vor Augen: München, Berlin, Paris. Die Story hat mich mehr mitgenommen als erwartet. Am Anfang war ich skeptisch. Mein Gedanke war : Naja, halt ne Love Story. Mit Höhen und Tiefen. Wird mich warsch nicht so doll emotional catchen. PUSTEKUCHEN! Vorallem Theo hat es mir an getan. Es gab Stellen in denen mir Theo so leid tat. Ich hab gespürt wie er leidet. Hatte sogar mitten im Buch Trãnen in den Augen. BERLIN war hart für mich. Ihm dabei zu zusehen, wie er sich verwandelt ...das Telefonat mit Arthur ich könnt grad wieder heulen. Alma hingegen ist für mich ein schwieriger Charakter. Es gab Stellen im Buch, da hab ich sie verstanden, aber unterm Strich ist sie mir hart unsympathisch. Ich hab während dem Buch immer wieder gedacht, was hält die zwei eigentlich zusammen? Dann gabs wieder Momente wo ich es verstanden habe. Liebe Eva, das Ende hat mir weh getan. Ich hab geweint. Was komisch ist den irgendwie hab ich damit gerechnet und doch hat ein kleiner Teil von mir gehofft es kommt anders.

Grandioses Debüt
Weißer Sommer wurde mir von einer guten Freundin empfohlen. Es ist das perfekte Buch für sonnige Tage, um dem Alltag ein wenig zu entfliehen und um in Urlaubsstimmung zu kommen. Der Schreibstil ist so detailliert und flüssig, dass man sofort in das Buch hineinfindet. Es ist kaum zu glauben, dass es sich hierbei um ein Debüt handelt. Die Storyline habe ich als stringent ruhig, aber dennoch sehr intensiv empfunden. Die Gefühlslage der Protagonist/-innen war sehr gut nachvollziehbar und realitätsnah. Eine klare Empfehlung für jede Person, die sich mehr von einem Buch wünscht, als eine typische Sommerstory.
WEISSER SOMMER - Eva Pramschüfer - Rowohlt Hundert Augen - ET 17.04.2026 - 272 Seiten Mein Leseeindruck: In ihrem Roman geht Eva Pramschüfer auf Spurensuche. Große Gefühle werden smart und feinsinnig beobachtet, sie wühlt auf und berührt zugleich. Sie lässt den Leser eintauchen in eine Geschichte um die Beziehung von Alma und Théo zwischen Liebe und Kunst, Nähe und Sehnsüchten und lässt viel Platz für Reflexion und Anregung. Horizonterweiternd, leise, intensiv, zweifelnd. Stellt die schmerzhafte Frage, ob das Sein genügt, um gemeinsam glücklich zu sein. Für Fans von Sally Rooney und für laue Sommertage.
Poetisch, Kunst und coming of age
Habe das Buch in der Buchhaltung gesehen und irgdwie hat es mich angesprochen, obwohl ich mir unter dem Klappentext etwas anderes vorgestellt habe. Ich mochte das Spiel mit der Sprache, die Kunst und den Weg der Charakteren. Das man sie kurz ganz intensiv kennenlernen konnte. Mich hat es fasziniert, wie Nähe und Distanz durch die Sprache nicht nur die Beziehung der Charaktere beschrieben hat, sondern auch dem Leser zum Text. Mich haben die Welten der Charaktere, welche sozialen und kulturellen Unterschiede sie durch die Welt zieht, irgdwie motiviert die Geschichte weiter zu verfolgen. Der Blick von außen auf bestehende Strukturen, auf das intimste, was ein Mensch hat, wird irgdwie so respektvoll und ungeschönt beschrieben. Es hat sich so ehrlich angefühlt, weil diese kleinen Momente viele Menschen selbst erlebt haben und fragen welche gestellt werden, welche sind mit dem ich zumindest auch konfrontiert bin. Also ein richtig gutes Buch für den Sommer :)
Was für ein toller Debut Roman über zwei junge Liebenden, die sich über ihre Liebe aber auch über sich selbst und ihre Zukunft Klarheit verschaffen. Ich konnte absolut in das Buch eintauchen und habe bis zum Ende mit gefiebert und gelitten. Ich freue.mich schon auf weitere Romane von Eva Pramschüfer
Ein sehr intensives, emotionales Buch, woran ich sicher noch öfter denken werde.
Meine Erwartungen an Weißer Sommer waren hoch, vor allem, weil ich das Buch in den letzten Tagen immer wieder auf Social Media gesehen habe und es dort durchweg positiv bewertet wurde. Umso schöner war es, dass meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen wurden. Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen, hab es kaum aus der Hand legen wollen. Die Geschichte rund um Alma und Theo erzählt von einer Liebe, die sich wie „die eine große Liebe“ anfühlt. Gleichzeitig entwickelt sich jedoch ein leiser Bruch: Ob schleichend oder durch ein konkretes Ereignis ausgelöst, bleibt lange diffus, genau das macht die Dynamik zwischen den beiden so greifbar. Sie können weder miteinander noch ohneeinander sein, was die emotionale Spannung durchgehend aufrechterhält ob die Beziehung hält oder sie sich trennen werden. Besonders berührend war für mich das Ende. Das abschließende Gefühl „all die Worte, die fehlen, die Liebe, die zu eng geworden war, um beide zu halten“ hat mich tief getroffen und tatsächlich zu Tränen gerührt. Ein sehr intensives, emotionales Buch, woran ich sicher noch öfter denken werde.
Vor einigen Wochen ist Evas Debüt-Roman „Weißer Sommer“ erschienen und vor allem in den ersten Tagen habe ich ausschließlich Positives darüber gehört. Dementsprechend waren meine Erwartungen hoch. Wir begleiten Alma und Theo, die sich eigentlich lieben, aber mit der Zeit immer mehr voneinander entfernt haben. In einem letzten gemeinsamen Urlaub in Südfrankreich wollen sie herausfinden, ob ihre Liebe noch eine Chance hat. Besonders gut gefallen hat mir Evas Schreibstil und ihre Beobachtungsgabe. Selten habe ich Situationen und Gefühle so schön erzählt und beschrieben gelesen. Auch die Dialoge und Interaktionen der verschiedenen Charaktere sind meiner Meinung nach sehr gelungen. Eva kann also definitiv schreiben. Die Handlung ist eher ruhig und langsam - viel passiert nicht und der Fokus liegt auf den Charakteren und ihren Beziehungen. Die häufigen Zeitsprünge und Perspektivenwechsel haben leider dafür gesorgt, dass ich im Lesefluss unterbrochen wurde und mir oft nicht sicher war, in welcher Zeitebene wir die beiden gerade begleiten. Auch wenn man die Charaktere durch die Erzählungen aus der Vergangenheit besser kennenlernt, hätte ich gerne mehr aus der Gegenwart gelesen. Gerade die angespannte Stimmung zwischen den beiden im Ferienhaus fand ich besonders spannend und emotional greifbar. Insgesamt ein solides Debüt. Auch wenn meine Erwartungen nicht ganz getroffen wurden, hat mich der Schreibstil überzeugt und ich hatte eine gute Zeit mit dem Buch ☀️

Das Buch erzählt die Geschichte von Alma und Théo, die sich jung kennenlernen und ineinander ihre erste große Liebe finden. Anfangs wirkt zwischen ihnen alles leicht und selbstverständlich, doch mit der Zeit verändern sich ihre Wünsche und Vorstellungen vom Leben. Die Geschichte begleitet die beiden über mehrere Jahre hinweg und stellt dabei immer wieder die Frage, wie viel eine Beziehung aushalten kann, ohne dass man sich selbst dabei verliert. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, wodurch man ihre Entwicklung nach und nach immer besser versteht. Mir hat besonders die Sprache gefallen, sie wirkt sehr bildhaft und fast schon poetisch. Gerade die sommerliche Stimmung, die Zeit in Frankreich und die emotionalen Gespräche haben mir sehr gut gefallen. Ich hätte aber gerne noch ein bisschen mehr aus dem Hier und Jetzt der beiden erfahren, weil ich ihre Entwicklung dort besonders spannend fand. Auch als Hörbuch hat mich die Geschichte total abgeholt. Mit ca. 7,5 Stunden hat das Hörbuch eine richtig angenehme Länge, besonders für Hörbuch-Einsteigerinnen. Die Geschichte bekommt genug Zeit, ohne sich unnötig in die Länge zu ziehen. Insgesamt war „Weißer Sommer“ für mich ein richtig tolles (Hör)-buch mit einer besonderen Atmosphäre und Figuren, deren Geschichte noch länger im Kopf bleibt. 🤍
Gelungenes Debüt :)
Mir hat das Buch insgesamt echt gut gefallen. Ich bin, was literarische Tiefe, Metaphern und das Lesen zwischen den Zeilen angeht, nicht super belesen, trotzdem war es mir nicht zu viel. Der Schreibstil und die Charaktere sind definitiv „artsy“, mehr als ich normalerweise lese, aber ich fand’s trotzdem gut :) Besonders gefallen hat mir, wie die fehlenden Übergänge vom Heute in die Vergangenheit die Gedanken der beiden widerspiegeln. Man verliert sich selbst in den Erinnerungen an die guten Zeiten und merkt gar nicht, dass man eigentlich noch im Jetzt ist. Gerade gegen Ende hat mich das emotional echt abgeholt. Was ich allerdings nicht ganz greifen konnte, war die Beziehung der beiden. Tiefgründige Gespräche können sie, klar. Aber darüber hinaus hat’s mir ein bisschen in der Ausführung gefehlt.
Intensive Beziehungsthemen, aber die Figuren bleiben auf Distanz. Die Geschichte bleibt leise und konnte mich nicht berü
Viel Gefühl – aber wenig Verbindung Alma und Théo waren einst voller Liebe und Zukunftspläne, doch inzwischen ist ihre Beziehung zerbrochen. Um herauszufinden, ob sie noch eine gemeinsame Zukunft haben, verbringen sie einen letzten Sommer gemeinsam in Frankreich. Umgeben von Erinnerungen, Gesprächen und unausgesprochenen Gefühlen versuchen sie herauszufinden, ob sie zusammenbleiben oder getrennte Wege gehen sollten. Das Hörbuch „Weißer Sommer“ legt seinen Fokus ganz klar auf die Beziehung zwischen Alma und Théo. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem ihre Gedanken, Gefühle und die Dynamik zwischen ihnen. Eine klassische, spannungsgetriebene Handlung sollte man hier jedoch nicht erwarten, denn die Geschichte ist bewusst ruhig erzählt und eher ereignisarm. Gerade zu Beginn fiel es mir etwas schwer, mich zurechtzufinden. Denn die häufigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind nicht immer klar gekennzeichnet, sodass ich manchmal unsicher war, in welcher Zeitebene ich mich befinde. Je besser ich die Hintergründe der Beziehung verstand, desto leichter fiel mir dann auch die zeitliche Orientierung. Inhaltlich geht es vor allem um die emotionale Entwicklung der beiden. Ihre Beziehung beginnt intensiv, doch schnell wird deutlich, dass sie unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben. Diese Diskrepanz zieht sich durch die gesamte Geschichte und bildet den Kern ihrer gemeinsamen Zeit. Mit den Figuren selbst bin ich allerdings nicht warm geworden. Alma wirkte auf mich oft sehr ich-bezogen, fast schon egoistisch, was durch ihre privilegierte Herkunft zusätzlich unterstrichen wird. Zwar versucht die Geschichte, ihr Verhalten einzuordnen, doch das konnte mich nicht vollständig erreichen. Théo erschien mir zunächst zugänglicher, wirkte aber stellenweise naiv und er hinterfragt sein eigenes Handeln nur begrenzt. Obwohl das Hörbuch stark auf Gefühle und innere Prozesse setzt, blieben mir die Figuren insgesamt distanziert. Eine tiefere emotionale Verbindung konnte ich leider nicht aufbauen, sodass mich ihre Geschichte weniger berührt hat, als ich es mir gewünscht hätte. Positiv hervorheben möchte ich jedoch die Sprecherin Jodie Ahlborn. Sie transportiert die Stimmung und die Emotionen sehr stimmig und verleiht den Figuren eine angenehme, authentische Stimme. Dennoch konnte auch ihre gelungene Interpretation nicht ganz ausgleichen, dass mich die Geschichte insgesamt eher auf Abstand gehalten hat. Fazit Ein ruhiges, stark beziehungsorientiertes Hörbuch mit Fokus auf inneren Konflikten und Emotionen. Trotz sensibler Themen und guter Sprecherleistung konnte mich die Geschichte emotional nicht erreichen.
Entscheidungen
Themen, die sicher viele Paare betreffen. So jung, werden sie vielleicht nicht immer bis zu Ende gedacht. Aber wo ist das Ende? Was wäre wenn? Wie viele Entscheidungen werden getroffen, um die Beziehung zu halten. Nach Jahren stellt man vielleicht fest, dass man sich selbst verloren hat und den Partner unter Umständen auch. Darf ich egoistisch sein? Wie groß dürfen/sollen/müssen Kompromisse sein? Emotionale Abhängigkeit. Soziale Ungleichheit. Was treibt mich wirklich an? Was ist mein Partner wirklich für mich? Ihr merkt, es rattert im Kopf. 😅
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Voller Hingabe und stilistischer Feinheit erzählt Eva Pramschüfer von der ersten großen Liebe, von der Kunst, von dem, was uns als Menschen trennt und verbindet.
Eigentlich lieben Alma und Théo einander. Ihre erste Begegnung fühlte sich an wie der Anfang von etwas Großem, die Zeit danach wie ein Versprechen. Und doch stehen sie jetzt zwischen zwei Wahrheiten: Sie lieben sich, und dennoch liegt ihre Beziehung in Trümmern.
Wie erkennt man, ob man gemeinsam glücklich sein kann – oder glücklicher allein wäre? Auf der Suche nach Antworten verbringen die beiden noch einen Sommer in dem Haus von Almas Eltern in Frankreich und schwören, es erst zu verlassen, wenn sie Gewissheit haben: festhalten oder loslassen.
«Eva Pramschüfer jongliert in ihrem Roman mit Sprache und Gefühlen, als hätte sie ihr ganzes Leben nichts anderes getan. Was für ein fulminantes Debüt.» Tahsim Durgun
Book Information
Author Description
Eva Pramschüfer, geboren 1997, arbeitet als Journalistin in München, u.a. für die Süddeutsche Zeitung und Condé Nast. Ihre Liebe zur Literatur teilt sie auf Social Media mit über 25.000 Follower:innen auf TikTok, Instagram und YouTube. Als Speakerin zu den Themen Content Creation und Schreiben wurde sie unter anderem 2024 von TikTok auf die Frankfurter Buchmesse eingeladen. Weißer Sommer ist ihr Debütroman.
Posts
Ein ruhiger, melancholischer Roman darüber, wie Menschen sich trotz Liebe langsam verlieren.
Weißer Sommer hat sich für mich beim Hören sehr ruhig und irgendwie melancholisch angefühlt. Kein dramatisches Buch, keine riesigen Wendungen, sondern eher eine Geschichte, die von Stimmung, Gesprächen, Erinnerungen und unausgesprochenen Gefühlen lebt. Ich mochte das Hörbuch insgesamt wirklich gerne und fand auch die Sprecherin sehr passend für diese leise Atmosphäre. Was mir besonders gefallen hat, war, wie real sich die Beziehung zwischen Alma und Théo angefühlt hat. Die beiden lieben sich und trotzdem merkt man immer mehr, wie sie sich langsam voneinander entfernen. Nicht wegen einer einzigen großen Sache, sondern wegen all der kleinen Dinge dazwischen. Weil sie sich weiterentwickeln, aber irgendwie nicht gemeinsam. Für mich war genau das der stärkste Punkt des Buches, weil es sich einfach unglaublich echt angefühlt hat. Man merkt total, wie unterschiedlich die beiden geprägt wurden und wie sehr das beeinflusst, wie sie mit Nähe, Konflikten oder ihren eigenen Gefühlen umgehen. Dadurch wirkte vieles nachvollziehbar und nie künstlich dramatisch. Ich mochte auch den Schreibstil sehr. Alles fühlt sich eher ruhig und beobachtend an und genau das hat gut zur Geschichte gepasst. Gleichzeitig hatte das Buch für mich aber auch ein paar Längen. Durch die Zeitsprünge war ich beim Hören manchmal kurz raus, weil nicht immer direkt klar war, in welcher Zeit man sich gerade befindet. Das hat meinen Hörfluss etwas gestört. Und obwohl die Rückblicke wichtig für die Beziehung der beiden waren, hätte ich ehrlich gesagt gern noch mehr Zeit mit Alma und Théo in diesem letzten Sommer in Frankreich verbracht. Gerade diese Stimmung zwischen ihnen, dieses Unsichere und Zerbrechliche, fand ich eigentlich am spannendsten. Davon hätte ich gern noch mehr gehabt. Trotzdem mochte ich das Ende sehr, weil es sich für mich passend und realistisch angefühlt hat. Das Buch zeigt ziemlich gut, dass Liebe alleine manchmal eben nicht reicht, wenn Menschen anfangen, sich in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln. Für mich ein schönes, ruhiges Debüt, das nicht laut ist, aber trotzdem nachklingt.

Alma liebt Théo, Théo liebt Alma. Und trotzdem wissen sie nicht, ob ihre Gefühle noch ausreichen oder ob sie alleine glücklicher sein können. Um darauf eine Antwort zu finden, fahren sie ein letztes Mal gemeinsam in das abgelegene Ferienhaus ihrer Familie in Frankreich. Fern vom Alltag wollen sie herausfinden, ob ihre Beziehung noch eine Zukunft hat – oder ob es an der Zeit ist, einander loszulassen. Das Buch erzählt von Alma und Théo und wie unterschiedlich sie geprägt wurden und welchen Einfluss ihre Herkunft auf ihr Denken und Fühlen hat. Davon, wie sie sich zum ersten Mal begegnen, von der Anziehung, die sofort da ist. Wie sie sich immer näher kommen, gemeinsam wachsen und sich schließlich langsam voneinander entfernen. Von ihren Zweifeln und Ängsten, von ihren Hoffnungen und Wünschen. Durch die häufigen Perspektivenwechsel zwischen den beiden Charakteren und den verschiedenen Zeitebenen erfährt man nach und nach, wie sich ihre Beziehung entwickelt hat und wie sie an diesen Punkt gekommen sind. Auf diese Weise bekommt man einen tieferen Einblick, allerdings hat es für mich auch etwas den Lesefluss gestört. Das Buch überzeugt durch seinen ruhigen und gleichzeitig wunderschönen Schreibstil, konnte mich insgesamt jedoch nicht komplett begeistern, da die Charaktere, besonders Alma, für mich oft nicht richtig greifbar waren. Dennoch ist ‚Weisser Sommer‘ ein gelungener Debütroman, der durch seine Atmosphäre und seine leise Beobachtung von Beziehungen überzeugt. Mich hat die Geschichte und die Beziehung tatsächlich oft an Connell und Marianne aus ‚Normal People‘ erinnert.

Ruhig. Poetisch. Kraftvoll & Schwer.
“Weisser Sommer” ist ein Roman, der sich ruhig liest und gleichzeitig eine besondere Schwere und Intensität in sich trägt. Das Debüt von Eva Pramschüfer hat mir sehr gut gefallen, auch wenn mich die Geschichte zu Beginn noch nicht ganz erreicht hat. Mit der Zeit hatte ich jedoch das Gefühl, dass genau darin die Stärke des Romans liegt: sich auf die Schwere, die Unsicherheit und die Dynamik einer Beziehung einzulassen, ohne sofort zu wissen, wohin die Geschichte führen wird. Besonders gefallen haben mir die verschiedenen Schauplätze zwischen Paris, München und Berlin sowie die Einbindung von Kunst und Architektur, die der Geschichte eine besondere Atmosphäre verleihen. Ein stiller, nachdenklicher Roman, der weniger von großen Wendungen lebt, sondern vielmehr von Stimmung und Gefühl.
Einfühlsam und melancholisch
Chapeau Eva, was für ein gelungenes Debut! Eine wunderschöne, lyrische Sprache, die einfühlsame Schilderung der Hauptcharaktere, die genauen und immersiven Beschreibungen der Orte, Häuser und Städte, machen diesen Roman zu einem Leseerlebnis. Ganz klare Leseempfehlung.
Melancholie
Ein Coming-of-Age Roman mit anspruchsvoller Sprache, aber sehr poetisch. Anfangs musste ich mich an die Zeitsprünge gewöhnen, aber ich hab die Hürden der Beiden und ihrer jungen Liebe und die Zweifel wegen dieser etwas zu verpassen, so gut nachvollziehen können. Es war stellenweise sehr melancholisch, aber gleichzeitig auch so einfühlsam. Der Roman spielt im Sommer; aber zeigt sehr gut auf, wie es auch dort kalt sein kann.
Das Debütwerk der jungen Autorin ist kein klassischer Liebesroman, sondern eine sehr genaue Beobachtung , wie Beziehungen funktionieren und manchmal eben nicht mehr funktionieren. Eva Pramschüfer erzählt mit einem ruhigen, entschleunigten Stil, der sich Zeit nimmt und genau darin seine Wirkung entfaltet. Wer eine dramatische Handlung erwartet, wird hier nicht fündig, dafür aber eine sehr feinfühlige Entwicklung, die sich aus vielen kleinen Momenten zusammensetzt. Die Stärke des Romans liegt darin, dass der Konflikt nie konstruiert wirkt. Es gibt keinen klaren Bruch, keinen offensichtlichen Schuldigen, kein relevantes Ereignis. Stattdessen entstehen Spannungen aus unterschiedlichen Bedürfnissen, Ängstwn, Erwartungen und Lebensentwürfen, die sich nicht mehr zusammenführen lassen. Genau das macht die Geschichte so glaubwürdig. Besonders gelungen ist, wie sich nicht nur die Beziehung zwischen Alma und Theo verändert, sondern auch ihr Blick aufeinander. Was anfangs für Freiheit, Aufbruch und Möglichkeiten steht, verschiebt sich mit der Zeit und bekommt eine andere Bedeutung. Diese Entwicklung passiert leise und nachvollziehbar, ohne dass sie je plakativ wird. Auch die Erzählstruktur trägt viel zur Wirkung bei. Der sehr plötzliche Einstieg in eine bereits brüchige Phase erzeugt eine unterschwellige Spannung, während sich nach und nach in Rückblenden erschließt, wie es dazu gekommen ist. Dadurch entsteht ein Sog, der weniger durch Handlung als durch emotionale Erkenntnis getragen wird. „Weißer Sommer“ zeigt eindrücklich, dass Beziehungen selten an einem einzigen Moment zerbrechen. Viel häufiger sind es die kleinen Dinge, das Nichtgesagte, das Zögern, der Stolz, die leisen Verletzungen und die Verwechslung von Bedürfnissen mit "Liebe". Gerade diese unspektakuläre, aber präzise Darstellung macht den Roman so stark. 4,5 von 5 ⭐️.
Für mich war Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ein Roman mit einem unerwartet intensiven und tiefgreifenden Ende. Ich war wirklich berührt von der Auflösung des Romans. „Was, wenn sie sich trennten? Was, wenn man nur eine Person im Leben so lieben kann?“ (S. 18) Zu Beginn war ich noch recht skeptisch ob der Liebesgeschichte, in die ich mich hineinbegeben habe. Nach Lektüre des Klappentextes habe ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet, nämlich eine intensive Auseinandersetzung, starke Dialoge, vielleicht sogar explosive Streits. Stattdessen wurde der Roman überwiegend in Rückblenden erzählt. Dabei wurden beide Perspektiven der Protagonist:innen Alma und Théo beachtet, sodass man sich einen Rundumblick verschaffen konnte. Im Verlauf der Erzählung werden verschiedene Nebenstränge eröffnet, die im Laufe der Zeit auch schön aufgegriffen und erklärt werden. So wird eine angenehme Spannung geschaffen. Sprachlich habe ich an verschiedenen Stellen gestaunt, wie intensiv einzelne Szene gestaltet wurden. Sehr passend für den künstlerischen Anspruch, der auch von den beiden Hauptfiguren an den Tag gelegt wird. Wunderbar, wie lebhaft die Beschreibung von Farben und Szenerie in die Kapitel einfließen konnte und die Stimmung beeinflusst hat. „Am Ende weißt du nie, was in einem anderen Kopf vorgeht. Es ist ‘ne Illusion zu glauben, dass man jemanden wirklich kennt.“ (S. 231) Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht über die Handlung verraten, sondern nur empfehlen, den Roman selbst in die Hand zu nehmen und sich selbst in die komplexe Liebesbeziehung von Alma und Théo zu begeben.
Eva, wie machst du das??!
Ich habe das Buch schon vor ein paar Tagen beendet, aber ich musste das erstmal sacken lassen. Die Sprache ist so außergewöhnlich und hat mich direkt in die Geschichte eingesaugt. Ich frag mich immer, wie man so tolle Worte finden kann?! So viele Passagen, wie in diesem Buch, habe ich glaube ich noch nie markiert. Die ganze Zeit über habe ich so mit Theo und Alma mitgefühlt und es kam mir einfach so real und nahbar rüber. Ich stand aber auch ein bisschen zwischen den Stühlen irgendwie, weil ich einerseits Theos Gedanken und Handlungen nachvollziehen konnte, aber genauso auch die von Alma. Bis zum Ende hin hat sich das durchgezogen und dennoch war ich persönlich sehr happy mit dem Ende. Ich kann’s nur jedem ans Herz legen! Für mich ein klares Jahreshighlight, was ich mit Sicherheit nochmal lesen werde. 🌊

Poetisch und bildgewaltig erzählt
Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ist ein Buch, das sich leise entfaltet und dabei eine ganz eigene Sogwirkung entwickelt. Vor allem die Sprache hat mich sofort gepackt: so besonders, so fein und poetisch, dass ich am liebsten darin versunken wäre. Es ist eine dieser Geschichten, bei denen man nicht einfach nur liest, sondern regelrecht eintaucht. Vor meinem inneren Auge lief dabei ständig ein Film voller wunderschöner Bilder ab. Im Zentrum stehen Theo und Alma, die sich in ihrer ersten großen Liebe begegnen. Vier Jahre später stehen sie an einem Punkt, an dem sie sich fragen müssen, ob Liebe allein noch reicht, um ihre Beziehung zu tragen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: im Jetzt, während eines Urlaubs in Frankreich, und in der Vergangenheit, in der sich Stück für Stück Theos und Almas gemeinsame Geschichte entfaltet. Am Anfang brauchte ich einen Moment, um mich in dieser Struktur zurechtzufinden, doch das hat sich schnell gelegt. Danach hat sich alles sehr stimmig angefühlt und die beiden Ebenen haben sich wunderbar ergänzt. Was besonders hängen bleibt, ist die dichte Atmosphäre, die die Autorin erschafft. Alles wirkt ruhig, beinahe zart, und gleichzeitig liegt eine unterschwellige Spannung in der Luft. Der poetische Schreibstil verstärkt dieses Gefühl noch und macht das Buch zu einem sehr intensiven Leseerlebnis. „Weißer Sommer“ ist keine laute Geschichte, sondern eine, die zwischen den Zeilen wirkt und genau darin liegt seine Stärke. 4,5/5 Sterne
WEISSER SOMMER Eva Pramschüfer ET: 17.04.26 Almas Großvater, der seine letzten Jahre in Südfrankreich verbracht hat, ist gestorben. Auf der Suche nach einem Grabstein begegnet sie Théo, einem jungen Steinmetzmeister, der im Betrieb seines Vaters arbeitet. Zwischen ihnen ist sofort etwas da – dieses Gefühl füreinander bestimmt zu sein. Théos Mutter hat ihn und seinen Vater vor Jahren verlassen. Geblieben ist ein liebevoller Vater, bei dem er zu einem ruhigen, gewissenhaften und warmherzigen jungen Mann heranwächst. Alma dagegen kennt kein solches Zuhause. Ihr Vater, ein erfolgreicher Anwalt, ist kaum präsent, ihre Mutter kühl und distanziert. Es fehlt nicht an Geld, aber an Nähe. Als Alma für ihr Journalistikstudium zurück nach München geht, bleibt ihnen nur das Telefon. Sie sprechen jeden Tag, halten fest an dem, was zwischen ihnen entstanden ist. Und doch wächst mit der Entfernung auch die Sehnsucht – und die leise Angst, sich zu verlieren. Zwei Jahre später verbringen Alma und Théo einen weiteren gemeinsamen Sommer im Haus ihrer Eltern in Frankreich. Doch nichts ist mehr so unbeschwert wie damals. Entscheidungen, die sie getroffen haben, und die Zeit, die vergangen ist, haben Spuren hinterlassen. Zwischen ihnen ist etwas ins Wanken geraten. Und trotzdem ist da noch immer dieses Gefühl. Die Frage ist nur: Reicht es noch? Ob sie es schaffen, die Risse zwischen ihnen zu schließen, müsst ihr selbst herausfinden. Eva Pramschüfer erzählt diese Geschichte auf zwei Zeitebenen. Anfangs war ich kurz unsicher, wo ich mich gerade befinde, doch nachdem sich das gelegt hatte, konnte ich mich auf ihre wundervolle Sprache vollkommen einlassen. Sie schreibt ruhig, eindringlich und sehr nah an ihren Figuren. Eine Geschichte über zwei Menschen, die sich vielleicht genau dann begegneten, als es am wenigsten gepasst hat. Fazit: Ein intensives, gefühlvolles Debüt, das leise unter die Haut geht. Eine Liebesgeschichte, die anders ist und lange nachklingt. 4,5/5

„Eigentlich lieben Alma und Théo einander.“ heißt es im Klappentext, aber stimmt das auch?
Ich bin ehrlich unschlüssig, was ich zu diesem Roman sagen soll. Am Ende bin ich etwas traurig, weiß aber noch nicht genau warum. Ich habe Alma nicht wirklich kennengelernt, konnte ihr Handeln oft nicht nachvollziehen. Théo kam ich ein bisschen näher, aber insgesamt waren wohl beide Charaktere zu komplex, als dass ich sie verstanden hätte. Und ich ärgere mich immer darüber, wenn Menschen übereinander denken statt miteinander zu reden - erst recht, wenn ihnen eine tiefe Vertrautheit angedichtet wird (oder ist das eine Frage des Alters?). Andererseits ist die Sprache grandios und die Bilder, die Eva Pramschüfer zeichnet wunderschön: „In gewisser Weise fühlt sich Sechsundzwanzig-Sein an wie der August, und der August fühlt sich an wie ein Sonntagnachmittag - das Gefühl von Freiheit, kurz bevor sie verschwindet.“
Der letzte gemeinsame Sommer? Ich hatte grosse Mühe in die Geschichte reinzufinden. Einerseits konnte ich keine emotionale Verbindung zu Alma und/oder Théo aufbauen. Andererseits hatte ich Schwierigkeiten mit den vielen Zeitsprüngen. Die bildhafte und beschreibende Sprache der Autorin hat mir ebenfalls nicht so zugesagt. Es wirkt teilweise zu konstruiert und überladen. Als Alma sich entscheidet für ein halbes Jahr nach Paris zu gehen, wird es interessant. Die junge Liebe wird auf die Probe gestellt. Théo, der für Alma nach München gezogen ist, bleibt zurück. Es bleibt so viel Unausgesprochenes zwischen den beiden. Und genau dieser Einblick in Théo’s Gedankenwelt hat mir sehr gut gefallen. Mehrmals habe ich mich gefragt: aus welchem Grund ist er Alma gegenüber nicht ehrlich? Mit der Zeit werden seine Beweggründe dann klarer. Gut gefallen hat mir auch das überraschende Ende der Geschichte. Aber ist das wirklich Théo? Das habe ich mich jetzt im Nachhinein nochmals gefragt. Sprachlich sehr gelungen finde ich den Ein- und Ausstieg in die Geschichte. „Das Haus ist das letzte am Ende der Straße. Es kennt sie, denn das Haus ist Schauplatz ihrer ersten wackeligen Schritte gewesen. Auf der Haut des Hauses wurde ihr Wachstum festgehalten, markiert in seinen Türrahmen. Ihre Geschichte war seine Geschichte.“ Alles in allem eine feine Erzählung über die Suche nach der eigenen Identität sowie über die erste grosse Liebe!
„Weißer Sommer“ hat mich allein optisch direkt angesprochen. Das Cover und die Aufmachung ist wirklich wunderschön. Leider konnte mich der Inhalt dann nicht ganz so überzeugen. Dabei muss ich sagen, der Schreibstil ist wirklich stark und man merkt sofort, dass die Autorin Talent hat. Alles ist sehr atmosphärisch geschrieben. Für mich persönlich war die Geschichte aber einfach zu langatmig. Auch mit den Protagonisten bin ich leider nicht warm geworden. Da sich ja alles um ihre Beziehung dreht, hätte ich gerne mehr Verbindung zwischen den beiden gespürt. Stattdessen wirkte es auf mich eher so, als hätte es dieses echte „Wir“ eigentlich nie wirklich gegeben und als wäre jeder die ganze Zeit eher für sich allein unterwegs gewesen. Dadurch erschien mir der ganze Konflikt leider von Anfang an etwas sinnlos. Insgesamt wirklich schade, weil das Buch äußerlich und sprachlich so viel mitbringt, mich emotional aber leider nicht erreichen konnte.
Die ideale Lektüre für die wärmer werdende Jahreszeit! Über Veränderung, Erwachsen werden, die Liebe und ihre Kompromisse!
Die Kunst im Leben und der Liebe Jeder Sommer hat eine andere Farbe, nur dieser nicht, er ist Weiß. In der Zeitspanne von ein paar Tagen folgen wir dem von Zerwürfnis geplagten Paar Alma und Theo, die in Südfrankreich jeder für sich ihre Gedanken an ihre gemeinsame Vergangenheit schweifen lassen. Während die pessimistisch, realistische Alma ein Porträt von dem radikal, selbstbewussten Theo malt, zeichnet die Autorin Eva Pramschüfer gleichzeitig mit sanften, feinfühligen Worten und zahlreichen, anschaulichen Metaphern die Entstehung ihrer Liebesbeziehung. In der Gegenwart erleben beide Wut und Enttäuschung über die Veränderung des geliebten Menschen, fehlende Kommunikation und Ehrlichkeit sowie den generellen Lauf der Dinge. Gleichzeitig liest man spürbar über die Schönheit des ersten nervösen Kennenlernen, die selektive Wahrnehmung beim Verlieben und, dass Nähe sich stets auch wie Risiko anfühlt. Zugleich stellen sich die Protagonisten glaubhaft Thematiken wie Sucht und die damit verbundene, zerrissene Gedankenwelt, falschen Freunden bzw. wahren Freunden, schwierigen, abwesenden Eltern, Zukunftsfragen zu Ausbildung und Arbeit und sozialer Ungleichheit in ihrer Beziehung. Großartig gefallen hat mir persönlich die vielen Aspekte der Kunst, die einen erheblichen Anteil im Roman einnahmen und das Buch selbst in ein malerisches Licht rückten. "Du redest mit mir in Worten und ich in Gefühlen." Plötzlich fehlten ihnen jedoch die Worte, wenn auch nicht die Gefühle und es bleibt die Frage, besteht Hoffnung für eine gemeinsame Zukunft?! Die Stimme von Jodie Ahlborn transportiert die richtige Sanftheit, um die wärmende Atmosphäre der Tage im Sommer zwischen Alma und Theo wiederzugeben! Fazit: Ein berührend, sanfter Roman über die Entwicklung einer Beziehung zwischen Entscheidungen, Wachstum und Veränderung! Die richtige Person zu falschen Zeit und vielleicht doch Kompromisse sehen, Erwachsen werden und dabei sich selbst nicht verlieren!
Selten habe ich eine Geschichte so sehr gefühlt wie diese hier. 🥹❤️🩹
Was für ein ergreifender Debütroman, wow! Das, was Theo und Alma erlebt haben, habe ich letztes Jahr auch erfahren. Für viele wäre der Ausgang der Geschichte vielleicht nicht perfekt, für mich war er jedoch absolut gelungen, weil es einfach nur authentisch und logisch war. Auch ich habe lernen müssen, das Liebe nicht immer alles heilen kann. Liebe tut weh, ist unfair und ist nicht immer rosarot. Dennoch kann sie dir vieles lehren und dich an einen anderen Punkt in deinen Leben bringen. Mir persönlich war das Ende etwas zu abrupt, da hätte gerne mehr kommen dürfen. Eva‘s Schreibstil ist wahnsinnig ergreifend, beschreibend & ehrlich. Auf der einen Seite auch so nüchtern, auf der anderen so emotional. „Weißer Sommer“ zeigt, dass man nicht jede Liebesgeschichte ein Happy End hat und dass auch nicht jede Liebesgeschichte 1000 Seiten benötigt. Wie sagt man manchmal so schön „kurz und schmerzlos“? Naja, weh getan hat es trotzdem. 🥹 Von mir gibt‘s eine Leseempfehlung!
Weißer Sommer ist basically diese eine Beziehung, die sich richtig anfühlt, aber irgendwie trotzdem nicht funktioniert. Alma und Théo lieben sich, aber es ist kompliziert geworden. Zu viele unausgesprochene Dinge, Zweifel und dieses Gefühl von reichen wir uns noch. Anstatt einfach Schluss zu machen, entscheiden sie sich für einen letzten gemeinsamen Sommer in Frankreich, um sich noch einmal intensiv mit sich selbst, ihren Wünschen und Vorstellungen auseinanderzusetzen. Die beiden erinnern sich daran, warum sie sich lieben, aber gleichzeitig merken sie auch, was zwischen ihnen kaputtgegangen ist. Es ist viel stilles Nachdenken, viel Gefühl und wir verfolgen eine wirklich schöne persönliche Entwicklung der Charaktere. Am Ende des Buches geht es eigentlich um diese eine Frage: Hält man fest, weil man liebt oder lässt man los, weil es besser ist? Mir persönlich hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Diese Ruhe und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber war total mitreißend und man konnte in vielen Momenten richtig mitfühlen. Hier wird nichts beschönigt, sondern einfach eine realistische Geschichte erzählt, die am Ende nichts romantisiert, sondern Mut macht, für sich und die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört und fand sowohl die Synchronsprecherin als auch den allgemeinen Flow in der Erzählweise perfekt für die Story.
Bester Epilog den ich bisher gelesen habe
Ich die ich mit Romance selten etwas anfangen kann aber diese Liebesgeschichte von Seite 1 an gefühlt habe. Denn dieses Buch ist keine Romance Geschichte sondern die Beleuchtung tiefer realistischer Gefühle ohne kitschigen zu sein. Ein Buch das ich auf jeden Fall ein zweites Mal lesen werde ganz langsam um jedes Wort noch besser zu erfassen und zu markieren.

Ich bin gefesselt, ich bin emotional, ich bin mitgerissen.
Zwei sich liebende Menschen reisen noch einmal gemeinsam nach Frankreich, um sich selbst und einander ehrlich zu begegnen. Dabei entsteht ein Raum, in dem Erinnerungen, Gefühle und unausgesprochene Wahrheiten ganz behutsam und trotzdem mit einer Wucht an die Oberfläche treten. Schreibstil: So fein beobachtend, so nah an den innersten Regungen der Figuren, dass selbst kleinste Gedanken oder Gesten eine enorme (!) emotionale Tiefe entfalten. Es ist kein lautes Erzählen oder dramatisches Aufbäumen, Eva Prafmschüfer hat es geschafft, ein stilles und gleichzeitig so lautes Umkreisen von Gefühlen auf Papier zu bringen, das durch seine Zurückhaltung eine besondere Intensität entwickelt. Man spürt zwischen den Zeilen SO viel: die Liebe, das Zögern, das Verstehen, aber auch das leise Auseinanderdriften. Wirkung: Die Geschichte nimmt sich Zeit, sie erlaubt es, ganz nah bei den Figuren zu sein, ihre Entwicklung Schritt für Schritt mitzuerleben und sich in ihren Gedanken wiederzufinden. Dieses Erzählen wirkt filmisch, wie eine Abfolge von Momentaufnahmen, die sich wie Szenen im Kopf und im Herzen einbrennen. Auch die Frage, die sich am Ende stellt – ob es mutiger ist festzuhalten oder loszulassen – bleibt lange nach dem Lesen bestehen. Fazit: Was mir besonders gefallen hat, sind die (vielen) Passagen, die sich mehr auf Erinnerungen als auf unmittelbare Handlung stützen. Sie haben für mich etwas sehr Intimes, als würde man direkt in das emotionale Gedächtnis der Figuren eintauchen und alles mitfühlen, miterleben. Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Ich bin gefesselt, ich bin emotional, ich bin mitgerissen. Ganz ganz große Empfehlung.

Alma und Théo verbringen, wie jedes Jahr, den Sommer im Ferienhaus von Almas Familie in Südfrankreich. Dort haben sie sich vor 4 Jahren kennen und lieben gelernt. Dieser Sommer ist aber anders. In diesem Sommer möchten sie herausfinden, ob ihre Beziehung weiterhin Bestand haben kann. In Rückblenden erfahren wir von dem ersten Sommer, in dem sie sich kennenlernten. Théo fertigt Grabsteine an, ist ein begnadeter Bildhauer und Künstler, der aber aufgrund seiner familiären Situation einen „richtigen“ Beruf ausüben muss. Alma ist die wohlhabende Tochter, die sich auch künstlerisch entwickelt und der alle Türen offenstehen. Beide verbindet die Leidenschaft für Kunst. Es ist Liebe auf den ersten Blick, alles fühlt sich leicht an. Nach und nach erfahren wir mehr über ihre Liebesgeschichte, über ihre Träume, ihre unterschiedlichen Lebenswege und darüber, was sie verbindet und was vielleicht ein Ablösen verursacht hat. Die Liebe wandelt sich. Da ist diese tiefe Zuneigung, aber auch so viel Unterschiedliches, so viel Unausgesprochenes. Was bleibt, wenn das erste Verliebtsein nachlässt? Reicht das, was bleibt, für eine gemeinsame Zukunft? Sind sie noch glücklich zu zweit oder wären sie alleine glücklicher? Wieviel Freiraum braucht eine Beziehung? Eva Pramschüfers poetische Schreibweise lässt uns eintauchen in die innere Zerrissenheit der beiden Hauptfiguren. Es gelingt ihr wunderbar die melancholische, zarte Stimmung einzufangen und sensibel über Hoffnungen und Erwartungen zu schreiben. Der Roman hat seine Stärke in den inneren Dialogen, den Zweifeln. Er besticht nicht durch eine umfangreiche Handlung, sondern durch die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfiguren. Die Perspektivwechsel sind gekonnt eingesetzt, lassen die Figuren sehr glaubwürdig wirken und sich ruhig entwickeln. Es ist eine moderne Liebesgeschichte, die mich direkt in ihren Bann gezogen hat, die mich mit ihrer Sanftheit auf besondere Weise berührt hat. Das Cover zum Buch ist sehr passend gewählt. So wie die Dame sich auf dem Cover im Wasser treiben lässt, so liest sich das Buch, so eine Atmosphäre kreiert das Buch.
Wunderschöner Roman über das (Ent-)Lieben
Mir hat die poetische Sprache sehr gut gefallen, ebenso wie das Erzähltempo und die Beschreibung der Charaktere. Mir fiel es leichter, mich in Théo hineinzuversetzen, Alma blieb für mich eher unergründlich. Teilweise hatte ich Probleme der zeitlichen Struktur zu folgen aber insgesamt hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht!
Eva Pramschüfers „Weißer Sommer“ ist ein stiller, intensiver Roman über die erste große Liebe – und über den ebenso schmerzhaften wie notwendigen Moment, in dem man sich fragen muss, ob Liebe allein ausreicht. Im Mittelpunkt stehen Alma und Théo, zwei junge Menschen, die sich tief verbunden fühlen und doch an den Realitäten des Lebens und ihren eigenen Bedürfnissen zu scheitern drohen. Ihre Beziehung ist geprägt von Nähe, Sehnsucht und gegenseitigem Verständnis – aber auch von Unsicherheit, unterschiedlichen Lebensentwürfen und unausgesprochenen Erwartungen. Der gemeinsame Sommer in Frankreich wird zur letzten Bewährungsprobe: ein Innehalten zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Festhalten und Loslassen. Was diesen Roman besonders macht, ist weniger die Handlung als die Art, wie erzählt wird. Eva Pramschüfer schreibt mit einer bemerkenswerten sprachlichen Feinheit. Ihre Sätze sind klar, poetisch und oft von einer stillen Wucht, die lange nachhallt. Gefühle werden nicht dramatisiert, sondern präzise beobachtet und behutsam entfaltet. Man liest nicht einfach über Alma und Théo – man fühlt mit ihnen, zweifelt mit ihnen, verliert sich in ihren Gedanken. Die sommerliche Kulisse wirkt dabei fast wie ein Gegenpol zur inneren Zerrissenheit der Figuren. Licht, Hitze, Weite – all das steht im Kontrast zu den leisen Spannungen, die sich zwischen den beiden aufbauen. Diese Atmosphäre verleiht dem Roman eine schwebende, fast zeitlose Qualität. Auch strukturell überzeugt das Buch: Perspektivwechsel und Zeitsprünge fügen sich stimmig zusammen und vertiefen das Verständnis für beide Figuren. Dabei bleibt vieles unausgesprochen – und genau darin liegt eine große Stärke. „Weißer Sommer“ vertraut darauf, dass zwischen den Zeilen oft mehr geschieht als in klar formulierten Aussagen. Thematisch bewegt sich der Roman nah an universellen Fragen: Wie viel Raum braucht Liebe? Wann wird Nähe zur Einschränkung? Und kann man gemeinsam wachsen, ohne sich selbst zu verlieren? „Weißer Sommer“ ist ein leises, aber eindringliches Debüt über die Zerbrechlichkeit der ersten großen Liebe. Kein klassischer Liebesroman mit klaren Antworten, sondern eine feinfühlige, kluge Erzählung über Zweifel, Entwicklung und das Erwachsenwerden in Beziehungen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

Festhalten oder loslassen?
Die Liebe zwischen Alma und Théo ist intensiv. Sie beginnt in einem Sommer in Frankreich und genau hier, im Haus von Almas Eltern, treffen sich die beiden einige Jahre später wieder. Mit dabei die allesverzehrende Frage: Gehen oder bleiben, festhalten oder loslassen? Aus wechselnden Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen (das Jetzt, aber auch die Vergangenheit) nähern wir uns der Beziehung der beiden an, die so groß beginnt und dann so große Lücken und Risse bekommt. Beide haben einen Hang fürs Künstlerische, der große Unterschied: Alma kommt aus gutem Haus und "fällt weich", sollte es mit dem Journalismus oder der Malerei nichts werden. Théo hingegen fühlt sich als gelernter Steinmetz in seinem Architekturstudium oft verloren – besonders, nachdem er für Alma extra von Frankreich nach München gezogen ist. Mit der Zeit leben die beiden immer mehr aneinander vorbei, sich schließlich auch auseinander, vor allem räumlich. Sie in Paris, er in Berlin. Inhaltlich fand ich den Roman extrem spannend, denn dieser Scheideweg, an dem Alma und Théo stehen, ist einer, der sehr viel Mut und Reife erfordert. Genau deswegen hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit im "Jetzt", im Wiederaufeinandertreffen der beiden, gewünscht. Denn die 8 Tage, die die beiden im Haus von Almas Eltern verbringen, kamen mir irgendwie zu kurz und angedeutet vor. Zudem war für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum beide sich hier überhaupt noch mal treffen. Für mich waren sie zu diesem Zeitpunkt irgendwie schon lange kein Paar mehr. Schön fand ich die wechselnden und fließenden Zeitebenen, allerdings war nicht immer leicht zu erkennen, in welcher man sich gerade befindet. Zumal auch noch wechselnde Perspektiven dazu kamen. Sprachlich ist der Debütroman für mich aber ohne Frage ein kleines Meisterwerk. Die Sprache ist vorsichtig, fast schon fragil. Sie bringt die Bedachtheit und manchmal auch den Übermut mit, den ich mir von der Geschichte selbst noch etwas mehr gewünscht hätte. Denn auch nach dem Zuklappen bleibt eine gewisse Distanz zu Alma und Théo, die ich gern noch besser kennengelernt und verstanden hätte. Trotzdem ein fulminantes Debüt, das keine kitschige Liebesgeschichte erzählt, sondern eine mit Ecken und Kanten, mit Makeln und sehr viel Verletzlichkeit.

»So viel Zeit ihrer Zwanziger hatte sie bisher mit Théo verbracht. Wo fing sie an und wo hörte er auf?«
Sprachlich gelungenes Debüt In Eva Pramschüfers Debütroman „Weisser Sommer“ lernen wir die Beziehung von Alma und Théo kennen. Die beiden sind seit einigen Jahren ein Paar und lieben sich, eigentlich. Allerdings beginnen beide auf ihre Art und Weise die Beziehung zu hinterfragen, ausgehend von der Frage, ob sie wirklich glücklich zusammen sind oder glücklicher getrennt wären. Während sie einen letzten gemeinsamen Sommer zusammen verbringen wollen, um diese Fragen für sich beantworten zu können, lernen wir als Leser:innen die Beziehung der beiden in Rückblenden retrospektiv kennen. Was diesen Roman besonders für mich gemacht hat, war auf jeden Fall die Sprache, in die ich mich direkt auf der ersten Seite verliebt habe. Pramschüfer gelingt es durch ihre präzise Wortwahl und ihr atmosphärisches Schreiben Bilder und Orte im Kopf entstehen zu lassen, sodass ich mich sehr gut in das Setting hineinversetzen konnte und den Sommer beinahe fühlen konnte. Auch konnte ich sehr gut Almas Gedankengänge, Sorgen und Ängste nachvollziehen. Woher soll man denn in einer langjährigen Beziehung auch wissen, ob man glücklicher mit oder ohne den Partner wäre? Und wie soll man sich entscheiden, wenn man sich doch eigentlich liebt und aus rationalen Gründen gut zusammenpasst, aber gleichzeitig immer wieder den Drang hat, wegzulaufen? Eigentlich erfüllte das Buch also alle Voraussetzungen ein Highlight zu werden und doch hat mir etwas gefehlt: der Plot. Natürlich war mir bereits im Vorfeld klar, dass das Buch eher charaktergetrieben sein würde, aber mir hat trotzdem ein bisschen die Geschichte gefehlt. Beziehungsweise mochte ich diese (trotz dem Schreibstil, Setting und den Charakteren, die ich sehr mochte!) irgendwie nicht. Außerdem konnte ich mich durch die ständigen, nicht linearen Zeitsprünge oft nicht in der Geschichte verorten, und musste mich immer wieder neu orientieren. Das hat meinen Lesefluss so gestört, dass ich trotz der Kürze des Romans, ewig dafür gebraucht habe. Leider bin ich auch immer wieder über vereinzelte Rechtschreib- und Grammatikfehler gestolpert, die den Lesefluss zusätzlich gestört haben. Trotz meiner Kritik an diesem Debüt hat mich Eva Pramschüfers Sprache und Schreibstil hier so überzeugt, dass ich immer wieder ein Buch von ihr lesen würde! Ich hoffe, wir werden zukünftig noch mehr von ihr hören und zu lesen bekommen.

Welche Farbe hat die Liebe, wenn Gewissheit schwindet?
In ihrem Debütroman „Weißer Sommer“ erzählt Eva Pramschüfer von Alma und Théo: zwei Individualisten, verbunden durch Liebe, durch Gewohnheit und durch die Frage, ob beides noch trägt. Im Sommerhaus von Almas Eltern kommen sie ein letztes Mal zusammen, um sich ihrer Gefühle füreinander zu vergewissern. Zwischen der Sehnsucht nach Nähe und dem Bedürfnis nach Selbstentfaltung beginnen sie, ihre Beziehung zu vermessen. Erinnerung für Erinnerung. Als ließe sich Nähe berechnen. Als hätte Liebe eine Halbwertszeit. Die eigentliche Auseinandersetzung bleibt dabei weitgehend in der Vergangenheit. In Rückblenden setzt sich die Geschichte von Alma und Théo zusammen: fragmentarisch, kreisend, suchend. Wir erfahren, was sie verbindet und was längst begonnen hat, sie voneinander zu lösen. Pramschüfers Sprache ist von beeindruckender Feinheit. Poetisch, tastend, beinahe zärtlich im Blick auf die Dinge. Szenen entfalten sich wie Gemälde: detailreich und vielschichtig. Und doch bleibt eine gewisse Distanz. Das bewusste Umkreisen statt klarer Zuspitzung und der ruhige Erzählfluss lassen wenig Raum für Dynamik. So entsteht zwar eine eigene, fast filmische Bewegung, aber auch eine spürbare Skizzenhaftigkeit. Gern wäre ich tiefer in die Auseinandersetzung der beiden Figuren eingetaucht, hätte mir gewünscht, dass sich das Beziehungsdrama stärker entfaltet und mich mitreißt, statt über weite Strecken an der Oberfläche zu bleiben. Ich hätte mir mehr Gegenwart gewünscht, mehr unmittelbares Erleben statt überwiegend erinnerter Momente. Einige Szenen sind wundervoll detailreich, verlieren dabei jedoch den Fokus auf den zentralen Konflikt und schwächen so die emotionale Bindung zum Text. So bleibt für mich am Ende ein flüchtiger Eindruck. Sprachlich schön, in seinen Bildern und in seiner Zurückhaltung überzeugend und doch ohne nachhaltige Wirkung. Vielleicht ist genau das die Absicht dieses Textes: nicht festzuhalten, sondern zu streifen; nicht zu überwältigen, sondern offen zu lassen. „Weißer Sommer“ ist ein Roman für Leser:innen, die atmosphärische, szenische Erzählweisen schätzen und sich gern auf eine reduzierte, offene Form des Erzählens einlassen.

Anatomie einer Beziehung - Zwischen Liebe und Selbstfindung
Das Buch ist nichts, was ich mir normalerweise ausgesucht hätte. Es war die Auswahl für unseren Buchclub im Mai. Am Ende hat es mir deutlich besser gefallen, als erwartet. Der Schreibstil - flüssig, metaphorisch eindrücklich. Die Stimmung - melancholisch, nachdenklich. Die zwei Zeitebenen brachten der Geschichte zusätzliche Tiefe. Im Jetzt - die Differenzen zwischen den beiden, das Ungesagte. In der Vergangenheit erlebten wir, wie sie sich kennenlernten und was sie an den Punkt führte, an dem sie jetzt sind. Ich hatte zu Beginn mehr Sympathie für Alma. Im Verlauf der Geschichte habe ich sie nach und nach weniger gemocht. Ich fand sie an mehreren Stellen doch recht egoistisch. Theo hingegen wurde mir immer sympathischer und am Ende hat mein Herz auch für ihn geblutet. Wahrscheinlich fand ich seine Perspektive auch nachvollziehbarer, bekannter. Mir gefiel es, dass sich ihre Geschichten in gewisser Weise in gegensätzliche Richtungen entwickelten, während Alma sich immer mehr fand, verlor Theo sich selbst. Bei den Nebencharakteren möchte ich lediglich die Väter der beiden benennen. Theos Vater habe ich ehrlich gemocht. Warmherzig, unterstützend, liebevoll. Almas Vater hingegen fand zwar nicht überaus sympathisch (insgesamt kam ihre Familie nicht gut weg), aber auf eine Art brutal ehrlich. Aus meiner Sicht, musste sie auch hören, was er in Paris zu ihr gesagt hat. Kleiner Kritikpunkt: mir persönlich waren die Kapitel an vielen Stellen zu lang. Das spiegelt einfach eine persönliche Vorliebe. Wenn ich im Kindle bereits sehe, dass ich 45 Minuten für ein Kapitel brauche, habe ich häufig schon gar keine Lust mehr, damit anzufangen. Das hat weder etwas mit der Handlung an sich, noch mit dem Schreibstil zu tun.
⭐️ Schreibstil: 5/5 ⭐️ Figuren: 5/5 ⭐️ Handlung: 5/5 ⭐️ Spannung: 5/5 ⭐️ Emotionale Wirkung: 5/5 Fazit - 5 ⭐️ Ich habe mich komplett in den bildlichen, poetischen Schreibstil verloren. Manche Sätze musste ich mehrfach lesen, einfach weil sie so schön geschrieben waren und so viel Stimmung transportiert haben. Besonders geliebt habe ich auch, dass man nicht nur Alma und Théo in der Gegenwart begleitet, sondern zwischendurch immer wieder ihre Kennenlerngeschichte erfährt. Dadurch hat sich ihre Beziehung nochmal viel greifbarer angefühlt und mich emotional komplett abgeholt. Dieses Buch fühlt sich an wie Sommermelancholie, Sehnsucht und dieses leise Wissen, dass manche Menschen einen für immer prägen werden. Ein absolutes Highlight, dass mich mit einem Gefühl zurücklässt, dass nur wenige Bücher in mir auslösen. 🌊 🩵
An alle, die mich immer ganz verwundert anstarren, wenn ich sage, dass ich keine Romance Bücher mag: Das ist die Art Liebesgeschichte die ich lesen will! So echt, tief und ehrlich. Wunderschön erzählt. Ich habe mich sehr lange auf dieses Buch von Eva Pramschüfer gefreut und wurde keineswegs enttäuscht. Für einen Debütroman eigentlich fast schon 5 Sterne.
Eben lege ich den Debütroman von Eva Pramschüfer aus der Hand. Vier Tage habe ich Alma und Théo begleitet, bin zwischen den Zeilen mit beiden nach Frankreich, München und Berlin gereist. Ich habe ihre Liebe beobachtet, Gefühle verstanden, Erinnerungen geteilt – und allem still beigewohnt. Ich wollte gerne ganz in ihre Geschichte eintauchen, habe aber nur mein Gesicht unter die Wasseroberfläche gehalten. Der Roman ist wunderschön geschrieben: poetisch, literarisch klug, bildhaft – und das hat mir sehr gefallen. Er ist unaufgeregt, leise, manchmal zu leise. Viele Knoten, keiner löst sich ganz. Gern hätte ich mehr Zeit mit Alma und Théo in der Gegenwart verbracht, mehr im Jetzt, mehr im Konflikt. Aber vielleicht ist genau das ein bewusstes Stilmittel: Beziehungen zerbrechen nicht immer laut, sondern oft schleichend – ihre Bruchstellen liegen tief in der Verbindung zweier Menschen. Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin – ein Auftakt, der neugierig macht.
Weisser Sommer, alles andere als ein Sommerbuch.
Auch wenn wir uns im Sommer in Frankreich befinden, hat sich Theos und Almas Sommer so kalt angefühlt stellenweise. Wo fang ich an ? Evas Schreibstil ist anspruchsvoll. Hier ist Aufmerksamkeit gefordert sonst kommt man nicht mit. Ich liebe die Sprache es ist sehr literarisch, an manchen Stellen schön poetisch und an den richtigen Stellen präzise. Ich hatte alles direkt vor Augen: München, Berlin, Paris. Die Story hat mich mehr mitgenommen als erwartet. Am Anfang war ich skeptisch. Mein Gedanke war : Naja, halt ne Love Story. Mit Höhen und Tiefen. Wird mich warsch nicht so doll emotional catchen. PUSTEKUCHEN! Vorallem Theo hat es mir an getan. Es gab Stellen in denen mir Theo so leid tat. Ich hab gespürt wie er leidet. Hatte sogar mitten im Buch Trãnen in den Augen. BERLIN war hart für mich. Ihm dabei zu zusehen, wie er sich verwandelt ...das Telefonat mit Arthur ich könnt grad wieder heulen. Alma hingegen ist für mich ein schwieriger Charakter. Es gab Stellen im Buch, da hab ich sie verstanden, aber unterm Strich ist sie mir hart unsympathisch. Ich hab während dem Buch immer wieder gedacht, was hält die zwei eigentlich zusammen? Dann gabs wieder Momente wo ich es verstanden habe. Liebe Eva, das Ende hat mir weh getan. Ich hab geweint. Was komisch ist den irgendwie hab ich damit gerechnet und doch hat ein kleiner Teil von mir gehofft es kommt anders.

Grandioses Debüt
Weißer Sommer wurde mir von einer guten Freundin empfohlen. Es ist das perfekte Buch für sonnige Tage, um dem Alltag ein wenig zu entfliehen und um in Urlaubsstimmung zu kommen. Der Schreibstil ist so detailliert und flüssig, dass man sofort in das Buch hineinfindet. Es ist kaum zu glauben, dass es sich hierbei um ein Debüt handelt. Die Storyline habe ich als stringent ruhig, aber dennoch sehr intensiv empfunden. Die Gefühlslage der Protagonist/-innen war sehr gut nachvollziehbar und realitätsnah. Eine klare Empfehlung für jede Person, die sich mehr von einem Buch wünscht, als eine typische Sommerstory.
WEISSER SOMMER - Eva Pramschüfer - Rowohlt Hundert Augen - ET 17.04.2026 - 272 Seiten Mein Leseeindruck: In ihrem Roman geht Eva Pramschüfer auf Spurensuche. Große Gefühle werden smart und feinsinnig beobachtet, sie wühlt auf und berührt zugleich. Sie lässt den Leser eintauchen in eine Geschichte um die Beziehung von Alma und Théo zwischen Liebe und Kunst, Nähe und Sehnsüchten und lässt viel Platz für Reflexion und Anregung. Horizonterweiternd, leise, intensiv, zweifelnd. Stellt die schmerzhafte Frage, ob das Sein genügt, um gemeinsam glücklich zu sein. Für Fans von Sally Rooney und für laue Sommertage.
Poetisch, Kunst und coming of age
Habe das Buch in der Buchhaltung gesehen und irgdwie hat es mich angesprochen, obwohl ich mir unter dem Klappentext etwas anderes vorgestellt habe. Ich mochte das Spiel mit der Sprache, die Kunst und den Weg der Charakteren. Das man sie kurz ganz intensiv kennenlernen konnte. Mich hat es fasziniert, wie Nähe und Distanz durch die Sprache nicht nur die Beziehung der Charaktere beschrieben hat, sondern auch dem Leser zum Text. Mich haben die Welten der Charaktere, welche sozialen und kulturellen Unterschiede sie durch die Welt zieht, irgdwie motiviert die Geschichte weiter zu verfolgen. Der Blick von außen auf bestehende Strukturen, auf das intimste, was ein Mensch hat, wird irgdwie so respektvoll und ungeschönt beschrieben. Es hat sich so ehrlich angefühlt, weil diese kleinen Momente viele Menschen selbst erlebt haben und fragen welche gestellt werden, welche sind mit dem ich zumindest auch konfrontiert bin. Also ein richtig gutes Buch für den Sommer :)
Was für ein toller Debut Roman über zwei junge Liebenden, die sich über ihre Liebe aber auch über sich selbst und ihre Zukunft Klarheit verschaffen. Ich konnte absolut in das Buch eintauchen und habe bis zum Ende mit gefiebert und gelitten. Ich freue.mich schon auf weitere Romane von Eva Pramschüfer
Ein sehr intensives, emotionales Buch, woran ich sicher noch öfter denken werde.
Meine Erwartungen an Weißer Sommer waren hoch, vor allem, weil ich das Buch in den letzten Tagen immer wieder auf Social Media gesehen habe und es dort durchweg positiv bewertet wurde. Umso schöner war es, dass meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen wurden. Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen, hab es kaum aus der Hand legen wollen. Die Geschichte rund um Alma und Theo erzählt von einer Liebe, die sich wie „die eine große Liebe“ anfühlt. Gleichzeitig entwickelt sich jedoch ein leiser Bruch: Ob schleichend oder durch ein konkretes Ereignis ausgelöst, bleibt lange diffus, genau das macht die Dynamik zwischen den beiden so greifbar. Sie können weder miteinander noch ohneeinander sein, was die emotionale Spannung durchgehend aufrechterhält ob die Beziehung hält oder sie sich trennen werden. Besonders berührend war für mich das Ende. Das abschließende Gefühl „all die Worte, die fehlen, die Liebe, die zu eng geworden war, um beide zu halten“ hat mich tief getroffen und tatsächlich zu Tränen gerührt. Ein sehr intensives, emotionales Buch, woran ich sicher noch öfter denken werde.
Vor einigen Wochen ist Evas Debüt-Roman „Weißer Sommer“ erschienen und vor allem in den ersten Tagen habe ich ausschließlich Positives darüber gehört. Dementsprechend waren meine Erwartungen hoch. Wir begleiten Alma und Theo, die sich eigentlich lieben, aber mit der Zeit immer mehr voneinander entfernt haben. In einem letzten gemeinsamen Urlaub in Südfrankreich wollen sie herausfinden, ob ihre Liebe noch eine Chance hat. Besonders gut gefallen hat mir Evas Schreibstil und ihre Beobachtungsgabe. Selten habe ich Situationen und Gefühle so schön erzählt und beschrieben gelesen. Auch die Dialoge und Interaktionen der verschiedenen Charaktere sind meiner Meinung nach sehr gelungen. Eva kann also definitiv schreiben. Die Handlung ist eher ruhig und langsam - viel passiert nicht und der Fokus liegt auf den Charakteren und ihren Beziehungen. Die häufigen Zeitsprünge und Perspektivenwechsel haben leider dafür gesorgt, dass ich im Lesefluss unterbrochen wurde und mir oft nicht sicher war, in welcher Zeitebene wir die beiden gerade begleiten. Auch wenn man die Charaktere durch die Erzählungen aus der Vergangenheit besser kennenlernt, hätte ich gerne mehr aus der Gegenwart gelesen. Gerade die angespannte Stimmung zwischen den beiden im Ferienhaus fand ich besonders spannend und emotional greifbar. Insgesamt ein solides Debüt. Auch wenn meine Erwartungen nicht ganz getroffen wurden, hat mich der Schreibstil überzeugt und ich hatte eine gute Zeit mit dem Buch ☀️

Das Buch erzählt die Geschichte von Alma und Théo, die sich jung kennenlernen und ineinander ihre erste große Liebe finden. Anfangs wirkt zwischen ihnen alles leicht und selbstverständlich, doch mit der Zeit verändern sich ihre Wünsche und Vorstellungen vom Leben. Die Geschichte begleitet die beiden über mehrere Jahre hinweg und stellt dabei immer wieder die Frage, wie viel eine Beziehung aushalten kann, ohne dass man sich selbst dabei verliert. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, wodurch man ihre Entwicklung nach und nach immer besser versteht. Mir hat besonders die Sprache gefallen, sie wirkt sehr bildhaft und fast schon poetisch. Gerade die sommerliche Stimmung, die Zeit in Frankreich und die emotionalen Gespräche haben mir sehr gut gefallen. Ich hätte aber gerne noch ein bisschen mehr aus dem Hier und Jetzt der beiden erfahren, weil ich ihre Entwicklung dort besonders spannend fand. Auch als Hörbuch hat mich die Geschichte total abgeholt. Mit ca. 7,5 Stunden hat das Hörbuch eine richtig angenehme Länge, besonders für Hörbuch-Einsteigerinnen. Die Geschichte bekommt genug Zeit, ohne sich unnötig in die Länge zu ziehen. Insgesamt war „Weißer Sommer“ für mich ein richtig tolles (Hör)-buch mit einer besonderen Atmosphäre und Figuren, deren Geschichte noch länger im Kopf bleibt. 🤍
Gelungenes Debüt :)
Mir hat das Buch insgesamt echt gut gefallen. Ich bin, was literarische Tiefe, Metaphern und das Lesen zwischen den Zeilen angeht, nicht super belesen, trotzdem war es mir nicht zu viel. Der Schreibstil und die Charaktere sind definitiv „artsy“, mehr als ich normalerweise lese, aber ich fand’s trotzdem gut :) Besonders gefallen hat mir, wie die fehlenden Übergänge vom Heute in die Vergangenheit die Gedanken der beiden widerspiegeln. Man verliert sich selbst in den Erinnerungen an die guten Zeiten und merkt gar nicht, dass man eigentlich noch im Jetzt ist. Gerade gegen Ende hat mich das emotional echt abgeholt. Was ich allerdings nicht ganz greifen konnte, war die Beziehung der beiden. Tiefgründige Gespräche können sie, klar. Aber darüber hinaus hat’s mir ein bisschen in der Ausführung gefehlt.
Intensive Beziehungsthemen, aber die Figuren bleiben auf Distanz. Die Geschichte bleibt leise und konnte mich nicht berü
Viel Gefühl – aber wenig Verbindung Alma und Théo waren einst voller Liebe und Zukunftspläne, doch inzwischen ist ihre Beziehung zerbrochen. Um herauszufinden, ob sie noch eine gemeinsame Zukunft haben, verbringen sie einen letzten Sommer gemeinsam in Frankreich. Umgeben von Erinnerungen, Gesprächen und unausgesprochenen Gefühlen versuchen sie herauszufinden, ob sie zusammenbleiben oder getrennte Wege gehen sollten. Das Hörbuch „Weißer Sommer“ legt seinen Fokus ganz klar auf die Beziehung zwischen Alma und Théo. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem ihre Gedanken, Gefühle und die Dynamik zwischen ihnen. Eine klassische, spannungsgetriebene Handlung sollte man hier jedoch nicht erwarten, denn die Geschichte ist bewusst ruhig erzählt und eher ereignisarm. Gerade zu Beginn fiel es mir etwas schwer, mich zurechtzufinden. Denn die häufigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind nicht immer klar gekennzeichnet, sodass ich manchmal unsicher war, in welcher Zeitebene ich mich befinde. Je besser ich die Hintergründe der Beziehung verstand, desto leichter fiel mir dann auch die zeitliche Orientierung. Inhaltlich geht es vor allem um die emotionale Entwicklung der beiden. Ihre Beziehung beginnt intensiv, doch schnell wird deutlich, dass sie unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben. Diese Diskrepanz zieht sich durch die gesamte Geschichte und bildet den Kern ihrer gemeinsamen Zeit. Mit den Figuren selbst bin ich allerdings nicht warm geworden. Alma wirkte auf mich oft sehr ich-bezogen, fast schon egoistisch, was durch ihre privilegierte Herkunft zusätzlich unterstrichen wird. Zwar versucht die Geschichte, ihr Verhalten einzuordnen, doch das konnte mich nicht vollständig erreichen. Théo erschien mir zunächst zugänglicher, wirkte aber stellenweise naiv und er hinterfragt sein eigenes Handeln nur begrenzt. Obwohl das Hörbuch stark auf Gefühle und innere Prozesse setzt, blieben mir die Figuren insgesamt distanziert. Eine tiefere emotionale Verbindung konnte ich leider nicht aufbauen, sodass mich ihre Geschichte weniger berührt hat, als ich es mir gewünscht hätte. Positiv hervorheben möchte ich jedoch die Sprecherin Jodie Ahlborn. Sie transportiert die Stimmung und die Emotionen sehr stimmig und verleiht den Figuren eine angenehme, authentische Stimme. Dennoch konnte auch ihre gelungene Interpretation nicht ganz ausgleichen, dass mich die Geschichte insgesamt eher auf Abstand gehalten hat. Fazit Ein ruhiges, stark beziehungsorientiertes Hörbuch mit Fokus auf inneren Konflikten und Emotionen. Trotz sensibler Themen und guter Sprecherleistung konnte mich die Geschichte emotional nicht erreichen.
Entscheidungen
Themen, die sicher viele Paare betreffen. So jung, werden sie vielleicht nicht immer bis zu Ende gedacht. Aber wo ist das Ende? Was wäre wenn? Wie viele Entscheidungen werden getroffen, um die Beziehung zu halten. Nach Jahren stellt man vielleicht fest, dass man sich selbst verloren hat und den Partner unter Umständen auch. Darf ich egoistisch sein? Wie groß dürfen/sollen/müssen Kompromisse sein? Emotionale Abhängigkeit. Soziale Ungleichheit. Was treibt mich wirklich an? Was ist mein Partner wirklich für mich? Ihr merkt, es rattert im Kopf. 😅























































