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Man müsste versuchen, glücklich zu sein

3.1(40)
Hardcover€22.00E-Book€14.99
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About the book

Eine chaotische Kindheit, ein leeres Elternhaus und das Wiedersehen zweier Schwestern

Zwei ungleiche Schwestern treffen sich nach Jahren in ihrem Elternhaus wieder. Sie müssen sich entscheiden: verkaufen oder abfackeln? Ihre Zeitreise führt sie in die Kindheit voller verwunschener Hippie-Träume und mit dem alten, orangefarbenen R4 ihrer Mutter in die Bretagne. Bei Crêpes und Cidre unterm Sternenhimmel und einer Fahrt mit dem Boot des Vaters, die anderes endet, als geplant, werden sie von den Gesetzen ihrer chaotischen Familie eingeholt. - Ein Boot und ein Tisch, ein Fest und seine Gäste - und selbstbemalte Playmobilpferde: Manchmal ist das alles, was man braucht. Wären da nicht die großen Fragen des Lebens: Kann man sich alles sagen? Und sollte man das überhaupt? Warum könnte man nicht einfach nur versuchen, glücklich zu sein?

Editions (1)

ISBN9783328601791
PublisherPenguin
Publication Date07/16/25
Pages400

Characteristics

1 reviews

SlowModerateVividEroticThoughtfulFunny

Reviews & Ratings

40 ratings

11 reviews

3.1

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  • magdas_buecherwelt
    magdas_buecherwelt

    668 Followers

    3.0

    Man müsste versuchen glücklich zu sein ist das erste Buch von Julia Holbe, das ich gelesen habe. Im Klappentext heißt es: „Julia Holbe erzählt auf unnachahmliche Weise, voller Witz und Melancholie über den Abschied von den Eltern. Berührend und komisch schildert sie eine Reise zurück in eine verrückte Kindheit.“ Ich fand das Buch leider weder berührend noch melancholisch, lustig oder witzig. Zwei Schwestern in mittleren Jahren treffen sich nach dem Tod der Eltern im Elternhaus in Luxemburg und verarbeiten und zerreden ihre Kindheit, die - wie ich finde - so schlecht nicht war. Der Vater war zuerst Moderator bei Radio Luxemburg, später Fernsehmoderator, die Mutter Hausfrau. Die Eltern sind zwar bis zu ihrem Tod zusammengeblieben, hatten aber während ihrer langjährigen Ehe etliche Affären. Flora, die Ältere, spricht von ihrer jüngeren Schwester Millie immer nur als „meine blöde Schwester“, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass sie sich alleine um die alten Eltern gekümmert hatte, während Millie noch nicht einmal zu den Beerdigungen aufgetaucht ist. Während die beiden über die Zukunft des Elternhauses diskutieren, reist überraschend Floras erwachsene Tochter Lucie an. Wie sich herausstellt, hatte sie Kontakt zu ihrer Tante, sie hatte es immer bedauert, dass sie neben den Freundinnen ihrer Mutter, die sie Tanten genannt hatte, keine richtige Tante hatte. Irrtümlicherweise bin ich davon ausgegangen, dass der Roman in der Bretagne spielt und habe ihn in den Urlaub dorthin mitgenommen. Letztendlich fahren die Schwestern nur für einen Tag in die Bretagne, um nach dem Boot des Vaters zu schauen. Die (Lese)zeit in der Bretagne beschränkt sich auf wenige Seiten. Warum die Schwestern unglücklich sind, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Sie wurden nicht vernachlässigt, alle ihre materiellen Wünsche (Barbies, Playmobil) wurden sofort erfüllt. Die Sommer verbrachten sie mit dem Vater auf dem Boot in der Bretagne und sind oft mit der Mutter, deren besten Freundin und ihrem Sohn verreist. Ich habe mir eine Passage markiert, die mir gut gefällt: „Erinnerungen können trügen. Sie sind keine exakten, objektiven und unveränderlichen Aufzeichnungen unseres Lebens. Jedes Mal, wenn wir eine Erinnerung abrufen, müssen wir sie neu rekonstruieren, wie eine Geschichte neu erzählen, Details gehen verloren, neue Interpretationen kommen hinzu, es gibt immer eine neue Version.“ (S. 88) Das Ende mit der Wiederannäherung der Schwestern war vorhersehbar. Ich fand das Buch zu langatmig, mit ausufernden Dialogen und zu wenig Handlung. Von mir daher nur drei Sterne und keine Leseempfehlung.

    Sep 17, 2025

  • anja._liest
    anja._liest

    332 Followers

    4.0

    „Man kann auch tausend Therapien machen, dann weiß man alles, und kann den Albtraum trotzdem nicht beenden, höchstens erklären. Aber was bringt es einem.“ Flora und Millie sind zwei recht ungleiche Schwestern. In ihrer Kindheit wurden sie oft getrennt. Vielleicht kommt es davon. Als sie sich in ihrem Elternhaus zufällig wieder treffen kommen alte alte Geschichten hoch und alte Wunden beginnen wieder zu schmerzen. Die Erinnerungen der Beiden sind oft unterschiedlich. Doch hätten sich beide mehr Liebe und Aufmerksamkeit durch die Eltern gewünscht. Kurzerhand begeben sie sich auf eine Reise in die Bretagne und in ihre eigene Kindheit. Ich bin sehr zwiegespalten bei diesem Roman. Das Thema ist komplett mein Ding. Die Sprache hier ist oft recht bildhaft. Das Boot in der Bretagne, die Fahrt dahin, die Playmobil Pferde. Das alles war ganz wunderbar. Die Protagonisten blieben für mich leider doch recht farblos und oft plätscherte die Geschichte so vor sich hin. Es gab viele Dialoge, viele Erinnerungen und ein paar Familiendramen. Die Kindheit verbrachten die Schwestern eher unkonventionell, die Eltern waren schon sehr mit sich beschäftigt. Erzählt wird nur aus der Perspektive von Flora. Da hätte ich mir auch noch gewünscht die Geschichten und Gedanken aus der Sicht von Millie zu lesen. Insgesamt schon ein lesenswerter Roman mit ein paar Schwächen für mich.

    Aug 20, 2025

  • 4.0

    ".... was hast du, wir hatten doch eine schöne Kindheit. Zumindest wenn man sich an manche Dinge nicht erinnert." Flora und Millie treffen sich im Haus ihrer verstorben Eltern. Es muss entschieden werden was mit ihm und dem Inventar passieren soll. Aber mit im Haus sind die ganzen Erinnerungen. An die Kindheit, an die Eltern und an die Feste. Aber auch an die Konflikte, die ausgesprochenen und die, die im Verborgenen blieben. Flora ist z. B. sauer auf ihre Schwester, weil diese sie mit den sterbenden Eltern allein gelassen hatte. Noch nicht mal zu Beerdigung ist sie gekommen, die blöde Schwester. Jetzt waren sie zusammen und mussten entscheiden, was sein soll. "Und hatte keine Ahnung, wie ich die Zeit bis Montag mit meiner blöden Schwester noch überstehen sollte. Mit ihr und all den Gedanken und Gefühlen und Erinnerungen." Was ist eigentlich eine Familie? Was macht sie aus? Muss man sich zwangsläufig lieben? Z. B wenn man eine "sehr präsente, aber emotional nicht vorhandene Mutter" hatte. Und der Vater? Der ließ sogar seine Geliebten mit im Haus wohnen und Féfé, die Mutter, ertrug es. Millie und Flora schaffen es dann doch miteinander zu sprechen und in Erinnerungen zu schwelgen, denn nicht alles war schlecht, es gab auch richtig tolle Seiten an ihren Eltern. Die gemeinsam mit ihren Vater gemachten Bootsausflüge, die Mutter die sie auch spät nachts noch von Feiern abgeholt hat. Was mir richtig, richtig gut an dem Buch gefallen hat, ist die Ausgeglichenheit von Humor und Ernsthaftigkeit. Ich musste so oft schmunzeln oder auch lachen, über die Gedanken und Dialoge der Schwestern. Wie sie sich Dinge an den Kopf werfen können um dann gemeinsam darüber zu lachen. Und wie sie im nächsten Augenblick tiefschürfende Gedanken und Erinnerungen teilen. "Die Lügen waren unser Zuhause. Sie haben unser Leben bestimmt. Die Lügen und nicht die Wirklichkeit." Es ist ein unheimlich schön und leicht zu lesender Roman, der mir ausgesprochen angenehme Lesestunden bereitet hat! Aber: "Warum kann man nicht einfach nur versuchen glücklich zu sein?" Ja, warum eigentlich nicht?

    Jul 16, 2025

3 of 11 reviews

Author

About Julia Holbe

Julia Holbe, Jahrgang 1969, ist Luxemburgerin. Sie lebt in Frankfurt am Main und in der Bretagne. Zwanzig Jahre arbeitete sie als Lektorin für internationale Literatur im S. Fischer Verlag. Mit ihrem Romandebüt »Unsere glücklichen Tage« und ihrem zweiten Roman »Boy meets Girl« begeisterte sie die Leserinnen und Leser. »Man müsste versuchen, glücklich zu sein« ist ihr dritter Roman, in dem Julia Holbe auf unnachahmlich skurrile und berührende Weise über den Abschied von den Eltern erzählt, und von den Gesetzen, die alle Familien prägen.

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