Krankheit als Metapher & Aids und seine Metaphern
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Description
Welche Rolle spielen Krankheiten, die, wie Krebs, Tuberkulose oder Aids, oft einen tödlichen Ausgang haben, in unserer Phantasie? Entscheidend ist der sprachliche Umgang mit Krankheit, die oft feindselige und unangemessene Art, in Metaphern zu denken und zu urteilen. Susan Sontag plädiert für die Entdämonisierung schreckensvoller Krankheiten.
Erstmals werden im vorliegenden Band die inhaltlich eng aufeinander bezogenen Essays ›Krankheit als Metapher‹ und ›Aids und seine Metaphern‹ gemeinsam publiziert. Sie sind, ein jeder für sich und in ihrer Gesamtheit, ein überzeugendes Plädoyer für den Versuch, sich vom Schrecken tödlicher Krankheit zu befreien - durch Demaskierung bei der Wortwahl. Susan Son-tag hat Metaphern und Bilder von Krankheit aufgespürt, die zeigen, daß Krebs - und in früheren Zeiten die Tuberkulose - nicht nur als tödlich betrachtet, sondern mit dem Tod selbst identifiziert wurden. Die Dämonisierung von Krankheit steht in einer langen Tradition, die von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit reicht. Susan Sontag kritisiert ebenso die zeitgenössische Neigung einer vorwiegend psychologischen Erklärung von Krankheit. Auch Aids soll weder Gottesurteil noch Sünde, sondern schlicht eine in ihrer Endphase schmerzvolle und tödliche Krankheit sein.
In ihren berühmten Essays gelingt es der nüchternen, durch Kritik und Analyse bestimmten Betrachtung, schwerste Krankheiten nicht länger als etwas ›Fremdes‹ aus unserem Leben auszugrenzen, sondern diese zu integrieren.
Book Information
Author Description
Susan Sontag, 1933 in New York geboren, war Schriftstellerin, Film- und Theaterregisseurin. Weltbekannt wurde sie vor allem durch ihre Essays. Für ihren letzten Roman »In Amerika« wurde sie mit dem National Book Award ausgezeichnet. Sie erhielt den Jerusalem Prize und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2003. Susan Sonntag starb 2004 in New York.
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Inspirierende Lektüre!
Aus eigener Betroffenheit von einer plötzlichen Krebserkrankung entstand dieser Essay von Susan Sonntag. Im Zentrum steht allerdings nicht ihre eigene Erkrankung, sondern die Rolle, die Krankheit in unserer Vorstellung spielt. Eine spannende Herangehensweise, denn auch wenn die in diesem Essay-Band behandelten Krankheiten schwerpunktmäßig Krebs und AIDS sind, so lassen sich ihre Ausführungen problemlos auch auf aktuelle und andere Krankheiten übertragen. Einer der ersten Sätze der Einleitung lautet "Jeder, der geboren wird, besitzt zwei Staatsbürgerschaften, eine im Reich der Gesunden und eine im Reich der Kranken. Und wenn wir alle es auch vorziehen, nur den guten Ruf zu benutzen, früher oder später ist doch jeder von uns gezwungen, wenigstens für eine Weile, sich als Bürger jenes anderen Ortes auszuweisen." Alleine das scheint Grund genug, weshalb die Lektüre, jedem Menschen eine Nachdenk-Hilfe sein kann und sollte... Ich wurde definitiv bereichert!
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Welche Rolle spielen Krankheiten, die, wie Krebs, Tuberkulose oder Aids, oft einen tödlichen Ausgang haben, in unserer Phantasie? Entscheidend ist der sprachliche Umgang mit Krankheit, die oft feindselige und unangemessene Art, in Metaphern zu denken und zu urteilen. Susan Sontag plädiert für die Entdämonisierung schreckensvoller Krankheiten.
Erstmals werden im vorliegenden Band die inhaltlich eng aufeinander bezogenen Essays ›Krankheit als Metapher‹ und ›Aids und seine Metaphern‹ gemeinsam publiziert. Sie sind, ein jeder für sich und in ihrer Gesamtheit, ein überzeugendes Plädoyer für den Versuch, sich vom Schrecken tödlicher Krankheit zu befreien - durch Demaskierung bei der Wortwahl. Susan Son-tag hat Metaphern und Bilder von Krankheit aufgespürt, die zeigen, daß Krebs - und in früheren Zeiten die Tuberkulose - nicht nur als tödlich betrachtet, sondern mit dem Tod selbst identifiziert wurden. Die Dämonisierung von Krankheit steht in einer langen Tradition, die von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit reicht. Susan Sontag kritisiert ebenso die zeitgenössische Neigung einer vorwiegend psychologischen Erklärung von Krankheit. Auch Aids soll weder Gottesurteil noch Sünde, sondern schlicht eine in ihrer Endphase schmerzvolle und tödliche Krankheit sein.
In ihren berühmten Essays gelingt es der nüchternen, durch Kritik und Analyse bestimmten Betrachtung, schwerste Krankheiten nicht länger als etwas ›Fremdes‹ aus unserem Leben auszugrenzen, sondern diese zu integrieren.
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Susan Sontag, 1933 in New York geboren, war Schriftstellerin, Film- und Theaterregisseurin. Weltbekannt wurde sie vor allem durch ihre Essays. Für ihren letzten Roman »In Amerika« wurde sie mit dem National Book Award ausgezeichnet. Sie erhielt den Jerusalem Prize und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2003. Susan Sonntag starb 2004 in New York.
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Inspirierende Lektüre!
Aus eigener Betroffenheit von einer plötzlichen Krebserkrankung entstand dieser Essay von Susan Sonntag. Im Zentrum steht allerdings nicht ihre eigene Erkrankung, sondern die Rolle, die Krankheit in unserer Vorstellung spielt. Eine spannende Herangehensweise, denn auch wenn die in diesem Essay-Band behandelten Krankheiten schwerpunktmäßig Krebs und AIDS sind, so lassen sich ihre Ausführungen problemlos auch auf aktuelle und andere Krankheiten übertragen. Einer der ersten Sätze der Einleitung lautet "Jeder, der geboren wird, besitzt zwei Staatsbürgerschaften, eine im Reich der Gesunden und eine im Reich der Kranken. Und wenn wir alle es auch vorziehen, nur den guten Ruf zu benutzen, früher oder später ist doch jeder von uns gezwungen, wenigstens für eine Weile, sich als Bürger jenes anderen Ortes auszuweisen." Alleine das scheint Grund genug, weshalb die Lektüre, jedem Menschen eine Nachdenk-Hilfe sein kann und sollte... Ich wurde definitiv bereichert!




