Klassenbeste

Klassenbeste

Hardback
4.436
UnterschiedeWestPegidaChristian Baron

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Description

Von arbeitenden Frauen, Fallschirmmüttern und Mittelschichtsfeministinnen – Marlen Hobrack formuliert die Klassenfrage aus weiblicher Perspektive radikal neu. Die Wäschekörbe waren immer voll – nicht mit Wäsche, sondern mit unbezahlten Rechnungen, die ihre Mutter trotz harter Arbeit nicht pünktlich bezahlen konnte. Wenn Marlen Hobrack an ihre Kindheit in Armut in einem bildungsfernen Haushalt denkt, stellt sie immer wieder fest, wie wenig ihr Aufwachsen mit den Herkunftserzählungen der Mittelschicht gemeinsam hat, zu der sie als erfolgreiche Journalistin zählt. Aber gehört sie als Grenzgängerin zwischen den Klassen wirklich dazu? Als alleinerziehende Ostdeutsche, die mit 19 Mutter wurde? Prägnant und erhellend räumt "Klassenbeste" mit Mittelklassemythen von Chancengleichheit und sozialem Aufstieg auf – und zeigt, dass jede identitätspolitische Debatte im Kern eine Klassenfrage ist.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Memoirs
Format
Hardback
Pages
224
Price
22.70 €

Author Description

Marlen Hobrack wurde 1986 in Bautzen geboren. Sie studierte Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften und arbeitete im Anschluss für eine Unternehmensberatung. Seit 2016 schreibt sie hauptberuflich für diverse Zeitungen und Magazine, u. a. FREITAG, TAZ, ZEIT, WELT und MONOPOL. Bei Hanser Berlin erschien von ihr zuletzt Klassenbeste (2022).

Posts

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All
5

Was wie ein Roman über einen Tag im Leben einer ostdeutschen, prekär lebenden Mutter beginnt, ist in Wahrheit ein Essay. Ein klug gebauter, politischer Text über die Arbeiterklasse und über die Rolle der Frau darin. Konkret: Die Rolle der Mutter der Autorin. Hobrack macht aus jeder Erinnerung eine präzise soziologische Analyse über Leistungsdruck, Armut, sozialer Abstieg und Klassenflucht, der sich immer anfühlen wird wie Verrat. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das so gekonnt Klassenfragen, Mutterschaft, Identitätspolitik, Feminismus und auch kommunistische Ideale miteinander verwebt ohne Theoriegewalt oder Belehrung. Alles kommt aus konkreten Situationen. Keine Behauptung bleibt leer, alles ist gespürt, durchlebt und klar beobachtet. „Klassenbeste“ erweitert den Klassenstandpunkt um die Perspektive einer ostdeutschen Frau aus der DDR. Deshalb ist dieses Buch so wichtig, so bereichernd und obendrein exzellent geschrieben.

5

Lädt zu Gesprächen der eigenen Herkunft, aber auch über die DDR mit anderen Menschen ein.

3.5

Insgesamt hatte ich mir deutlich mehr von diesem Buch erhofft. Die biographische Perspektive der Autorin ist sehr spannend und informativ, ebenso wie ihr Fokus auf ostdeutsche Lebensrealitäten vor und nach der Wende. Allerdings bleiben ihre Analysen oft zu sehr an der Oberfläche. Vielen ihrer Aussagen konnte ich inhaltlich nicht zustimmen, dennoch war es natürlich spannend, ihre Perspektive zu lesen. Außerdem wünschte ich mir, sie wäre früher im Buch darauf eingegangen, dass es "den Feminismus" nicht gibt, und es schon immer unterschiedliche Strömungen feministischer Theorie und Praxis gegeben hat, die sich auch mit der Lebensrealitäten von Arbeiterinnen befasst haben. Ihren Punkt zur Sprache kann ich nur teilweise teilen, denn natürlich schafft Sprache allein nicht Wirklichkeit, aber sie trägt immens dazu bei. Darüber hinaus lässt sie es im ersten Teil des Buches lange so wirken, als hätten Frauen in der DDR nicht mit einer Doppelrolle aus Erwerbs- und Care-Arbeit gelebt. Ihre Analyse der Geschlechterverhältnisse,die sich dann aus dem System der DDR sowie Ostdeutschland nach der Wende ergeben haben, ist mir insgesamt zu verkürzt gewesen. 

5

„Herkunft ist kein Ort, an dem wir wurzeln, sondern eine Art Reisegepäck.“

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