Herumtreiberinnen

Herumtreiberinnen

Hardback
3.960
SchuleNationalsozialismusGeflüchteteWiderstand

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Description

Manja ist 17 Jahre alt und lebt im Leipzig der 1980er Jahre. Ihre beste Freundin Maxie und sie schwänzen die Schule, brechen in Schrebergärten ein und treffen sich im Freibad oder auf dem Rummel mit Jungs, bis Manja im Zimmer des Vertragsarbeiters Manuel von der Volkspolizei erwischt wird und auf die Venerologische Station für Frauen mit Geschlechtskrankheiten kommt. Eingewoben in den Roman sind auch Erlebnisse von Lilo, die in den 1940er Jahren an diesem Ort festgehalten wurde, da sie mit ihrem Vater für den kommunistischen Widerstand gearbeitet hat, und der Sozialarbeiterin Robin, die in den 2010er Jahren in diesem Haus – nun eine Unterkunft für Geflüchtete – tätig ist. Der Roman »Herumtreiberinnen« erzählt die Geschichten von drei jungen Frauen aus verschiedenen Zeiten und stellt die Frage, welchen Einfluss diese Zeit und die jeweilige Staatsform auf ihre Leben hatten. Ein Haus in der Leipziger Lerchenstraße ist das verbindende Element der drei Erzählstränge.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
272
Price
25.70 €

Author Description

Bettina Wilpert, geboren 1989 und aufgewachsen bei Altötting, studierte Kulturwissenschaft, Anglistik und Literarisches Schreiben in Potsdam, Berlin und Leipzig. 2018 erschien ihr Debütroman »nichts, was uns passiert« im Verbrecher Verlag, für den sie u. a. mit dem ZDF-»aspekte«-Literaturpreis für das beste literarische Debüt des Jahres, dem Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen und dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium ausgezeichnet wurde. Das Buch wurde u. a. vom Stadttheater Gießen und dem Thalia Theater Hamburg für die Bühne adaptiert und in drei Sprachen (Niederländisch, Griechisch und Slowenisch) übersetzt. Zuletzt wurde Bettina Wilpert ein Stipendium der Villa Aurora Los Angeles zugesprochen. Sie lebt als freie Schriftstellerin und Mutter in Leipzig.

Posts

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„Auf dem Gelände hatte sich in der DDR eine geschlossene Venerologische Station befunden, tatsächlich waren aber die meisten der Frauen, die dort eingewiesen wurden, nicht krank, wurden dennoch jeden Morgen gynäkologisch untersucht.“ Mit den Inhaftierten wird ein perfides System entblößt. Beklemmend!

Das Buch erzählt auf fesselnde und spannende Weise die Geschichte dreier Frauen, die sich in unterschiedlichen Zeiten verschiedener Herausforderungen stellen mussten.

Die Lerchenstrasse - Ein Schauplatz mit Geschichte, in den Bettina Wilpert die Protagonistinnen Manja, Lilo und Robin in Zeiten der DDR, dem 2. Weltkrieg und den 2010er spielen lässt. Scheinbar harmlos lässt sie Leser:innen in die Geschichte von Manja eintauchen. 17 Jahre auf der Suche nach sich selbst und der Liebe, die ihr im Leben in der DDR offenkundig zum Verhängnis wird. Parallel dazu werden die Geschichten von Lilo und Ronja erzählt, die in der jeweiligen Zeit mit anderen Ereignissen konfrontiert werden. Allen, die dieses Buch lesen, kann ich nur die Empfehlung aussprechen: Recherchiert die Schauplätze. Mich hat die Autorin damit total gepackt. Es ist zum Teil erschreckend. welchem Schicksal sich die Protagonistinnen in den unterschiedlichen Zeiten stellen mussten. Speziell die Geschichte um Manja hat mich dabei erschüttert. So spannend und fesselnd die Erzählungen für mich waren, so konnte mich das Ende des Buches nicht gänzlich abholen. Für mich ging es zu schnell, sodass es dem gesamten Buch für mich nicht gerecht wurde. Trotzdem und gerade wegen dem geschichtlichen Hintergrund ein spannendes Buch und eine Leseempfehlung. 》 ғᴀᴢɪᴛ Das Buch erzählt auf fesselnde und spannende Weise die Geschichte dreier Frauen, die sich in unterschiedlichen Zeiten verschiedener Herausforderungen stellen mussten. 3,5/5 Sterne ☆ _________________ Liebe Grüße ♡︎, Jeanette.

Das Buch erzählt auf fesselnde und spannende Weise die Geschichte dreier Frauen, die sich in unterschiedlichen Zeiten verschiedener Herausforderungen stellen mussten.
4.5

Eine Geschichte, die einen schnell packt und in seinen Bahn zieht.

Kunstvoll lässt Bettina Wilpert die verschiedenen Zeitstränge und Erzählungen ineinander überfließen. Spannend und tiefsinnig berichtet sie von den Erfahrungen der Protagonistin Manja sowie anderen starken Frauen und lässt scheinbar ganz nebenbei ein Stück Zeitgeschichte der DDR und aus dem Leipzig während des 2. Weltkrieges mit einfließen. Voller Mut und Emotion setzen die Frauen sich ihrer Zeit entgegen und stehen für den Widerstand gegen die Ohnmacht der Unterdrückung. Anschaulich und zum Mitfühlen - Die Geschichten um die Lerchenstraße treffen mitten ins Herz. Ich hab schon lange kein Buch mehr gelesen, das ich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Am liebsten würde ich direkt mehr von Wilpert lesen.

3.5

Interessant, relativ schnell lesbar und spannendes Setting durch die 3 Ebenen, jedoch erreicht mich die Autorin, wie schon im Vorgängerroman "Nichts was uns passiert" nicht so ganz. Auch habe ich mir eine stärkere Verbindung der Ebenen erhofft (ein ehemaliges Gefängnis, später Venerologische Station und schließlich Heim für Geflüchtete), aber prinzipiell fand ich die Idee sehr vielversprechend . Auf jeden Fall habe ich einiges gelernt, das nehme ich als Gewinn aus der Lektüre .

4

"Herumtreiberinnen" ist das neueste Buch von Bettina Wilpert und ausnahmsweise ist es mir nicht hier zuerst aufgefallen. • Drei junge Frauen in verschiedenen Zeiten am gleichen Ort. Ein Gelände in der Lerchenstraße in Leipzig verbindet die Geschichten von Lilo, Manja und Robin. Lilo ist die Tochter eines Kommunisten vor und im Zweiten Weltkrieg. Sie ist nur kurz in der Lerchenstraße, ihre Geschichte fokussiert auf ihre Familie und was die Ereignisse mit dieser und ihr darin machen. Robin ist Sozialarbeiterin im Jahr 2015. Der Komplex ist nun ein Heim für Geflüchtete. Sie hört deren Geschichten, findet Akten im Heizungskeller und möchte mehr vom Leben. Den größten Teil der Handlung bekommt Manja 1983. Dann befindet sich hier eine Station, in die Mädchen und Frauen kommen, denen Geschlechtskrankheiten unterstellt werden. Jeden Morgen müssen sie eine Untersuchung über sich ergehen lassen und verbringen ihre Zeit sonst mit warten. Das führt zu krasser sozialer Dynamik unter den Frauen. • In den Schreibstil musste ich erst rein finden, aber dann haben mich die drei Frauen gepackt, interessiert, verwundert. Besonders die Situation von Manja war mir bis dahin unbekannt, genauso wie Geschichten anderer Frauen, die hier erzählt werden, dass es solche Verhaftungen in der DDR gab, die teilweise sehr feministisch dargestellt wird. Die Lektüre hat meine Sicht darauf sehr verändert.

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5

Wunderbare Lektüre, schon lange nicht mehr hat mich eine Geschichte so in den Bann gezogen, gleichwohl gebildet wie unterhalten und mich angeregt, mich mehr mit den venerelogischen Stationen in der DDR auseinanderzusetzen. Mir hat der Schreibstil und die Erzählweise sehr gut gefallen und ich freue mich baldigst „nichts, was uns passiert“ lesen zu können. große Empfehlung!

4

Nachdem ich auf dem Literaturfestival Wortspiele in München die Chance hatte Bettina Wilpert aus “Herumtreiberinnen” vorlesen zu hören, war ich von der Thematik dieses Buches bereits hin und weg. Ich musste es einfach mitnehmen und lesen. Signiert von der Autorin macht das Buch auch nochmal mehr Spaß. 3 politische Systeme, 3 Frauen und 1 Gebäude. Die 17-Jährige Manja, die in den 1980er in eine Venerologischen Station für Frauen mit Geschlechtskrankheiten (obwohl sie keine hat) eingewiesen wird. Lilo, Unterstützerin des kommunistischen Widerstandes, wird in den 1940er Jahren genau in diesem Gebäude festgehalten. Und Robin, welche in den 2010er Jahren als Sozialarbeiterin geflüchteten Menschen im Haus hilft. Die 3 Erzählperspektiven wechseln sich ständig ab, was das Buch zusätzlich noch spannender macht. Ich hab es regelrecht verschlungen. “Herumtreiberinnen” ist ein sehr besonderes Buch. Die Idee Wilperts, verschiedene politische Systeme aufzuzeigen und durch ein Element (das Haus) zu verbinden, hat mir sehr gefallen. Mich hat besonders die Geschichte von Manja berührt und wütend gemacht. Zudem hab ich davor noch nie etwas von den Venerologischen Stationen gehört (und das, obwohl ich aus der Nähe von Leipzig komme und meine Familie in der DDR gelebt hat). Umso großartiger hab ich deshalb die Aufklärungsarbeit der Autorin mit diesem Buch dazu empfunden. Ein ziemlich kluges und spannendes Buch, welches ich empfehlen kann. Dennoch hat mir irgendwas gefehlt… 4/5

4

Das Buch war faszinierend zu lesen und hat mich sehr gepackt, wahrscheinlich weil ich auch einfach viiiiel übrig hab für Romane mit historischen Elementen/historischem Background. Mochte die Widerspenstigkeit der Hauptcharaktere und das Buch hat mir so sehr gefallen (auch weil man die Gewaltbeschreibungen gut überspringen konnte). Mir ist es bisschen schwer gefallen mir der Erzählstrangstruktur klarzukommen und ich hätte vllt ein ticken mehr Spaß gehabt wenn die storylines hintereinander erzählt worden wären aber hatte bestimmt einen Grund. Ich fand spezifisch Manjas Geschichte war super spannend und toll erzählt, ich hätte gern mehr über Lilo erfahren und ihre Geschichte hätte noch mehr Raum verdient.Und Robins Storyline wäre nice gewesen, wenn da noch mehr über Ihre Nachforschungen erzählt worden wäre! Weil das war super interessant.

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