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Klasse und Kampf

3.9(43)
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About the book

Was bedeutet es, in einem reichen Land in Armut aufzuwachsen? Zur „Unterschicht“ zu gehören und dafür ausgelacht und ausgegrenzt zu werden? Sich von seinem Herkunftsmilieu zu entfernen, aber die eigenen Wurzeln nicht verraten zu wollen? Und dennoch im neuen Milieu nie wirklich anzukommen?

Deutschland gibt sich gerne als ein Land, in dem Klasse unsichtbar ist. In dem die Chancen auf Bildung und Wohlstand für alle gleich sind. Klasse und Kampf räumt mit diesem Mythos auf. 14 Autor*innen schreiben in persönlichen Essays über Herkunft und Scham, über Privilegien und strukturelle Diskriminierung, über den Aufstieg und das Unwohlsein im neuen Milieu. Zusammen ergeben ihre Stimmen ein vielschichtiges Manifest von großer politischer Kraft.

Mit Beiträgen von Christian Baron, Martin Becker, Bov Bjerg, Arno Frank, Lucy Fricke, Kübra Gümüsay, Schorsch Kamerun, Pinar Karabulut, Clemens Meyer, Katja Oskamp, Sharon Dodua Otoo, Francis Seeck, Anke Stelling, Olivia Wenzel.

ISBN9783546100250
PublisherClaassen
Publication Date03/29/21
Pages224

Reviews & Ratings

43 ratings

6 reviews

3.9

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  • aniya
    aniya

    146 Followers

    3.0

    Leider bin ich mit völlig falschen Erwartungen an dieses Buch gegangen, woran ich zum Teil selbst Schuld bin. Ich hätte mich vorher über die Autor:innen informieren müssen. Ich bin davon ausgegangen, dass es hier endlich mal Perspektiven von Menschen gibt, die jetzt grade von Klassismus betroffen sind. Menschen ohne akademischen Abschluss, ohne Abi. Menschen, die von schlecht bezahlter Lohnarbeit abhängig sind (und zwar ein Leben lang und nicht nur Übergangsweise neben dem Abi/Studium) oder von knapper, staatlicher Unterstützung leben müssen. Die abgewertet, lächerlich gemacht und gegängelt werden, genau jetzt und nicht früher mal. Stattdessen ist das hier nur ein weiteres Sprachrohr derer, die "es geschafft" haben. Die Autor:innen kommen alle aus der journalistischen, künstlerischen und akademischen Bubble. Nur deren Eltern halt oft nicht und das scheint dann schon auszureichen, um über die Themen im Buch schreiben zu können. Das Vorwort mit dem Versprechen der Diversität ist dabei fast schon Hohn. Nichts gegen die Geschichten an sich. Sie sind ehrlich und oft auch gut geschrieben. Vielleicht ist es grade das, was man einer Hartz-IV-Empfängerin oder einem Kassierer nicht zutraut... aber das ist ja eigentlich auch wieder Klassismus pur. Und grade diese Perspektiven fehlen doch! Fünf weiße Menschen, die über Rassismus diskutieren? Zu Recht ein Skandal, vielfach kritisiert. Aber beim Thema Klasse interessiert es so gut wie niemanden, dass fast nur Akademiker:innen öffentlich zu Wort kommen. Im Gegenteil, das scheint normal zu sein und zeigt, wie weit, lang und schwer der Weg noch ist. Arbeiter:innen und Menschen, die aus welchen Gründen auch immer keiner Lohnarbeit nachgehen (können), haben keine Plattform, keine Lobby, keine Stimme. Schlecht ist das Buch deswegen nicht. Nur enttäuschend und für mich auch ziemlich unbrauchbar. Lest es trotzdem, grade wenn ihr vielleicht gar keinen Bezug zum Thema habt, so als kleinen Einstieg. Für mich ist aber klar, dass ich mich zukünftig besser informieren und keine Bücher über Klasse oder Klassismus mehr lesen werde, wenn die Perspektiven so einseitig sind.

    Jan 14, 2024

  • livistriewi
    livistriewi

    9 Followers

    3.0

    Ein Sammelband verschiedener Geschichten von Autoren die Erfahrung mit Klassismus gemacht haben oder immernoch machen. Vorallem die ersten drei Geschichten haben mich wirklich sehr berührt, zwischendrin gibt es aber auch Beiträge bei denen man sich fragt was der Autor damit aussagen will. Vorallem ärgert es mich in einem Band über Klassismus Geschichten zu lesen die so verklausuliert geschrieben sind das sie schon sprachlich Menschen ausschließen. Im großen und Ganzen erschreckend wie Klassismus selbst für mittlerweile erfolgreiche Autoren immernoch Lebensrealität ist aus der man auch nicht rauskommt nur weil man mal etwas Geld verdient hat.

    Dec 26, 2025

  • buchlieberhaberin
    buchlieberhaberin

    152 Followers

    3.0

    Heute geht’s auf Klassenfahrt 🎢 (Werbung, Rezensionsexemplar) “Klasse und Kampf” präsentiert diverse Perspektiven von insgesamt 14 Autor*innen. Jede*r einzelne erzählt von eigenen Erfahrungen, welche mit unterschiedlichen Klassen zu tun hat. Ein Buch das deutlich macht, dass es mehr als zwei Klassen gibt. Ein Buch, dass auch darauf hinweist wie und ob Auf-/Abstieg in eine andere Klasse möglich ist. Das Kapitalismus scharf kritisiert. Besonders geil fand ich, dass das Buch nicht nur schwarz und weiß darstellt. Hier wird auch versucht Grauzonen zu zeigen. Auch die Diversität der Autor*innen ist brillant! Sie ermöglicht das Aufmerksam machen auf andere Probleme die mit einer Klassengesellschaft Hand in Hand gehen (Bspw. S3xismus, Rassismus). Kurz und knackig: hab mich ewig drauf gefreut es zu lesen, hab’s sehr genossen!

    Nov 18, 2022

3 of 6 reviews

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