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Heiko ist wie seine Freunde Karsten und Thomas Teil der Nachwendegeneration ostdeutscher, junger Menschen. Alle leben in Leipzig, alle hatten Träume vom Leben. Als Thomas dann aber tot von Heiko aus dem Graben neben der Fahrbahn geborgen wird, entfaltet sich die Geschichte von Heiko, Thomas und Karsten, die meiner Meinung nach sinnbildlich als eine Form ostdeutscher, männliche Jugend in den 90/00ern gelesen und verstanden werden darf. „Aus unseren Feuern“ reiht sich in den Kanon der Belletristik ostdeutscher Biografien ein, besticht und fesselt aber durch seine unaufgeregte Art. Die verhandelten Themen sind vielfältig, der Autor legt aber seinen Finger in die Wunde schmerzhafter Wendeerfahrungen. Heiko steht als werdender Arbeiter in der Tradition seiner eigenen Verausgabung. Rastloses arbeiten, rastloses rauchen, rastloses ausgebeutet werden. Alles zum Preis seiner eigenen Verelendung und unter der Klammer der anstehenden Beerdigung von Thomas. Heiko ist Elektriker, dann arbeitslos, dann Bestatter. Er wird durch seine Arbeitgeber durch den Westen getrieben und zwischenzeitlich begleitet einen mal sehr klar, mal weniger offensichtlich das Thema des Ostens unter dem Stern des Ausverkaufs - billige Arbeitskräfte, das trügerische Versprechen des Aufstiegs für die Vielen. Aufkommende Perspektivlosigkeit wird getragen durch eine sowohl aufkeimende als auch tiefsitzende gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit eines Ostens, die missverstanden werden kann. Sie ist ein Ausdruck arbeitender Menschen im Osten, denen alles versprochen, aber nichts gegeben wurde, vielmehr noch vieles genommen wurde. Die soziale Gewalt, die sich brutal in Heikos, Thomas’ und Karstens Werdegang frisst und manifestiert, findet mit „Aus unseren Feuern“ eine beeindruckende Ausdrucksform. Innewohnende Wut gegen Zustände und das Ausleben eines Hedonismus im Jetzt bilden ihren Widerstand. Dennoch: Man findet in diesem ganzen Fatalismus des Romans Menschen und Freunde, die auch über Jahre des Stillstands hinweg zueinander finden und die eine Verbundenheit mit sich und ihrer Umgebung weitertragen - sie finden selten nur einen Weg, dies nach außen zu tragen und dies zu zeigen. Ein sehr bewegendes Buch!

Dec 17, 2025
Heiko ist wie seine Freunde Karsten und Thomas Teil der Nachwendegeneration ostdeutscher, junger Menschen. Alle leben in Leipzig, alle hatten Träume vom Leben. Als Thomas dann aber tot von Heiko aus dem Graben neben der Fahrbahn geborgen wird, entfaltet sich die Geschichte von Heiko, Thomas und Karsten, die meiner Meinung nach sinnbildlich als eine Form ostdeutscher, männliche Jugend in den 90/00ern gelesen und verstanden werden darf. „Aus unseren Feuern“ reiht sich in den Kanon der Belletristik ostdeutscher Biografien ein, besticht und fesselt aber durch seine unaufgeregte Art. Die verhandelten Themen sind vielfältig, der Autor legt aber seinen Finger in die Wunde schmerzhafter Wendeerfahrungen. Heiko steht als werdender Arbeiter in der Tradition seiner eigenen Verausgabung. Rastloses arbeiten, rastloses rauchen, rastloses ausgebeutet werden. Alles zum Preis seiner eigenen Verelendung und unter der Klammer der anstehenden Beerdigung von Thomas. Heiko ist Elektriker, dann arbeitslos, dann Bestatter. Er wird durch seine Arbeitgeber durch den Westen getrieben und zwischenzeitlich begleitet einen mal sehr klar, mal weniger offensichtlich das Thema des Ostens unter dem Stern des Ausverkaufs - billige Arbeitskräfte, das trügerische Versprechen des Aufstiegs für die Vielen. Aufkommende Perspektivlosigkeit wird getragen durch eine sowohl aufkeimende als auch tiefsitzende gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit eines Ostens, die missverstanden werden kann. Sie ist ein Ausdruck arbeitender Menschen im Osten, denen alles versprochen, aber nichts gegeben wurde, vielmehr noch vieles genommen wurde. Die soziale Gewalt, die sich brutal in Heikos, Thomas’ und Karstens Werdegang frisst und manifestiert, findet mit „Aus unseren Feuern“ eine beeindruckende Ausdrucksform. Innewohnende Wut gegen Zustände und das Ausleben eines Hedonismus im Jetzt bilden ihren Widerstand. Dennoch: Man findet in diesem ganzen Fatalismus des Romans Menschen und Freunde, die auch über Jahre des Stillstands hinweg zueinander finden und die eine Verbundenheit mit sich und ihrer Umgebung weitertragen - sie finden selten nur einen Weg, dies nach außen zu tragen und dies zu zeigen. Ein sehr bewegendes Buch!
Dec 17, 2025








