Vienna
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Description
»Ein bedeutsamer, aus der aktuellen Literatur herausragender Roman« Die ZeitSo hat lange niemand mehr erzählt – Eva Menasses Familiensaga fängt von Wien aus ein ganzes Jahrhundert ein.
Von der Vergangenheit bleibt nur, was erzählt wird. Eva Menasse macht das Erinnern zum Ausgangspunkt des Erzählens und entwirft mit den fulminanten Geschichten einer Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln den Bilderreigen einer Epoche.
»Mein Vater war eine Sturzgeburt«: Kopfüber, wie die Hauptfigur, fällt der Leser in diesen Roman und erlebt, wie die Großmutter über ihrer Bridge-Partie beinahe die Geburt versäumt. So kommt der Vater der Erzählerin zu Hause zur Welt, ruiniert dabei den kostbaren Pelzmantel und verhilft der wortgewaltigen Familie zu einer ihrer beliebtesten Anekdoten. Hier, wo man permanent durcheinander redet und sich selten einig ist, gilt der am meisten, der am lustigsten erzählt. Fragen stellt man besser nicht, obwohl die ungewöhnliche Verbindung der Großeltern, eines Wiener Juden und einer mährischen Katholikin, im zwanzigsten Jahrhundert höchst schicksalsträchtig ist.
So verschlägt es deren drei Kinder auf der Flucht vor den Nazis in die Welt. Während der eine in England Fußballer wird und der andere sich im Dschungel von Burma als Soldat durchschlägt, geht die schöne Schwester Katzi in Kanada verloren. Über sie wird später am Familientisch auffällig geschwiegen, lieber redet man vom legendären Onkel Königsbee, der mit Wortverdrehungen wie »Das ist nicht meine Dämone« unsterblich geworden ist. Doch als die Enkel beginnen, Fragen zu stellen, zerrinnt ihnen das einzige Erbe, der tragikomische Geschichtenfundus, zwischen den Fingern.
Eva Menasse beeindruckt mit einem Ensemble hinreißender Figuren und unerwarteten Begebenheiten und zeigt wie nebenbei das Entstehen und den Zerfall von Familiengeschichte und Identität.
Book Information
Author Description
Eva Menasse, geboren in Wien, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Ihrem Debüt »Vienna« (2005) folgten Romane und Erzählungen (»Lässliche Todsünden«, »Quasikristalle«, »Tiere für Fortgeschrittene«), die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Preise (Auswahl): Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Österreichischer Buchpreis, Bruno-Kreisky-Preis, Jakob-Wassermann-Preis, Ludwig-Börne-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Ihr letzter Roman »Dunkelblum« war ein Bestseller und wurde in zehn Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien der Essay »Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne« (2023). 2025 wurde sie mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.
Posts
So schade , dass dieser großartige Roman kaum einen Beitrag hat ! Obwohl meine Lektüre ( immerhin die 2.) bereits einige Jahre her ist , möchte ich dazu einige Worte verlieren: Der Roman „Vienna“ von Eva Menasse ist weit mehr als eine Familiengeschichte: Er ist eine literarische Untersuchung von Identität unter den Bedingungen von Verfolgung, Exil und historischer Verdrängung. Ausgangspunkt ist die Biografie von Hans Menasse, dem Vater der Autorin, der als Sohn einer Katholikin und eines Juden wenige Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg in Wien geboren wird. Seine Kindheit wird jäh unterbrochen durch die nationalsozialistische Verfolgung. Er überlebt dank eines Kindertransports nach England .Nach dem Krieg kehrt er als Jugendlicher in ein Land zurück, das sich seiner Verantwortung nur zögerlich stellt. Zentral verhandelt der Roman die Frage: Was macht unsere Identität aus – das, was wir selbst über uns denken, oder das, was andere in uns sehen? Der Roman zeigt, wie sehr das Selbst von äußeren Zuschreibungen beeinflusst wird – und wie schwierig es ist, sich von ihnen zu lösen. Eva Menasse erzählt diese Geschichte in einer klaren, präzisen Sprache, die bewusst auf Pathos verzichtet. Ihre sachliche, stellenweise lakonische Erzählweise erzeugt eine besondere Intensität: Das Grauen der historischen Ereignisse wird nicht dramatisch ausgeschmückt, sondern erscheint gerade durch seine nüchterne Darstellung umso eindringlicher. Zwischen dokumentarischer Genauigkeit und leiser Ironie entsteht ein Ton, der Distanz wahrt und dennoch persönliche Betroffenheit spürbar macht.
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»Ein bedeutsamer, aus der aktuellen Literatur herausragender Roman« Die ZeitSo hat lange niemand mehr erzählt – Eva Menasses Familiensaga fängt von Wien aus ein ganzes Jahrhundert ein.
Von der Vergangenheit bleibt nur, was erzählt wird. Eva Menasse macht das Erinnern zum Ausgangspunkt des Erzählens und entwirft mit den fulminanten Geschichten einer Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln den Bilderreigen einer Epoche.
»Mein Vater war eine Sturzgeburt«: Kopfüber, wie die Hauptfigur, fällt der Leser in diesen Roman und erlebt, wie die Großmutter über ihrer Bridge-Partie beinahe die Geburt versäumt. So kommt der Vater der Erzählerin zu Hause zur Welt, ruiniert dabei den kostbaren Pelzmantel und verhilft der wortgewaltigen Familie zu einer ihrer beliebtesten Anekdoten. Hier, wo man permanent durcheinander redet und sich selten einig ist, gilt der am meisten, der am lustigsten erzählt. Fragen stellt man besser nicht, obwohl die ungewöhnliche Verbindung der Großeltern, eines Wiener Juden und einer mährischen Katholikin, im zwanzigsten Jahrhundert höchst schicksalsträchtig ist.
So verschlägt es deren drei Kinder auf der Flucht vor den Nazis in die Welt. Während der eine in England Fußballer wird und der andere sich im Dschungel von Burma als Soldat durchschlägt, geht die schöne Schwester Katzi in Kanada verloren. Über sie wird später am Familientisch auffällig geschwiegen, lieber redet man vom legendären Onkel Königsbee, der mit Wortverdrehungen wie »Das ist nicht meine Dämone« unsterblich geworden ist. Doch als die Enkel beginnen, Fragen zu stellen, zerrinnt ihnen das einzige Erbe, der tragikomische Geschichtenfundus, zwischen den Fingern.
Eva Menasse beeindruckt mit einem Ensemble hinreißender Figuren und unerwarteten Begebenheiten und zeigt wie nebenbei das Entstehen und den Zerfall von Familiengeschichte und Identität.
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Eva Menasse, geboren in Wien, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Ihrem Debüt »Vienna« (2005) folgten Romane und Erzählungen (»Lässliche Todsünden«, »Quasikristalle«, »Tiere für Fortgeschrittene«), die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Preise (Auswahl): Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Österreichischer Buchpreis, Bruno-Kreisky-Preis, Jakob-Wassermann-Preis, Ludwig-Börne-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Ihr letzter Roman »Dunkelblum« war ein Bestseller und wurde in zehn Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien der Essay »Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne« (2023). 2025 wurde sie mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.
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So schade , dass dieser großartige Roman kaum einen Beitrag hat ! Obwohl meine Lektüre ( immerhin die 2.) bereits einige Jahre her ist , möchte ich dazu einige Worte verlieren: Der Roman „Vienna“ von Eva Menasse ist weit mehr als eine Familiengeschichte: Er ist eine literarische Untersuchung von Identität unter den Bedingungen von Verfolgung, Exil und historischer Verdrängung. Ausgangspunkt ist die Biografie von Hans Menasse, dem Vater der Autorin, der als Sohn einer Katholikin und eines Juden wenige Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg in Wien geboren wird. Seine Kindheit wird jäh unterbrochen durch die nationalsozialistische Verfolgung. Er überlebt dank eines Kindertransports nach England .Nach dem Krieg kehrt er als Jugendlicher in ein Land zurück, das sich seiner Verantwortung nur zögerlich stellt. Zentral verhandelt der Roman die Frage: Was macht unsere Identität aus – das, was wir selbst über uns denken, oder das, was andere in uns sehen? Der Roman zeigt, wie sehr das Selbst von äußeren Zuschreibungen beeinflusst wird – und wie schwierig es ist, sich von ihnen zu lösen. Eva Menasse erzählt diese Geschichte in einer klaren, präzisen Sprache, die bewusst auf Pathos verzichtet. Ihre sachliche, stellenweise lakonische Erzählweise erzeugt eine besondere Intensität: Das Grauen der historischen Ereignisse wird nicht dramatisch ausgeschmückt, sondern erscheint gerade durch seine nüchterne Darstellung umso eindringlicher. Zwischen dokumentarischer Genauigkeit und leiser Ironie entsteht ein Ton, der Distanz wahrt und dennoch persönliche Betroffenheit spürbar macht.






