Grün ist die Hoffnung

Grün ist die Hoffnung

Hardback
3.648
Herbert VogelsangKultromanSommerlagerKirchen Und Klöster

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Description

Felix Nasmyth hat alles hingeschmissen: Er ist raus aus Kinderchor und Schulorchester, hat der Kirche den Rücken gekehrt, das Studium abgebrochen, geheiratet und sich scheiden lassen. Jetzt mühen er und seine Freunde sich in den abgelegenen Bergen von Kalifornien einen ganzen Sommer lang mit dem Anbau von Hanf ab. Danach wollen sie ernten und eine halbe Million Dollar einsacken. Doch sie haben nicht mit schnüffelnden Nachbarn, sintflutartigen Regenfällen, Felix‘ neuer Liebe und einem lästigen Drogenfahnder gerechnet … Dreist, witzig und spannend: Die Neuübersetzung dieses Romans über drei schräge Typen und ihren Traum vom leichten Geld hat alles, was einen echten Boyle ausmacht.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
384
Price
25.60 €

Author Description

T. Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, ist der Autor von zahlreichen Romanen und Erzählungen, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Er wurde unter anderem mit dem PEN/Faulkner-Preis, dem Prix Médicis, dem Henry David Thoreau Prize und dem Rea Award für Kurzgeschichten ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen zuletzt u.a. »Sprich mit mir« (Roman 2021), »Blue Skies« (Roman, 2023), »I Walk Between the Raindrops« (Storys, 2024) und »No Way Home« (Roman, 2025).

Posts

7
All
4.5

"Hör mal, Felix, sagte Vogelsang, wie fändest du es, eine halbe Million zu verdienen, steuerfrei? - Ich setzte mich wieder. Alle drei sahen mich an. Du machst Witze sagte ich " Althippie Felix bekommt dieses Angebot, er muss "nur" mit zwei Weiteren neun Monate Gras anpflanzen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr Mißgeschicke passieren und die halbe Million schrumpft und schrumpft. Ein grandioser Roman aus der Frühzeit Boyles, der in den frühen 80er beheimatet ist. Herrlich schräge Charaktere. Seinen Schreibstil mag ich einfach. Klare Leseempfehlung

4

Boyle gehört zu meinen unangefochtenen Lieblingsautoren. Seine Geschichten sind abwechslungsreich, unterhaltsam geschrieben und kratzen immer ein wenig an der Fassade menschlicher Vorstellungen von Glück und Erfolg. Felix ist ein Überbleibsel der Hippiezeit – ein Freigeist, der alles mal ausprobiert, aber nichts zu einem Ende gebracht hat, der am Rande der Gesellschaft lebt und an den amerikanischen Traum glaubt. Gemeinsam mit ein paar anderen schrägen Vögeln will er das große und schnelle Geld machen. Nur zwei der Truppe haben wirklich Ahnung von ihrem Vorhaben, alle anderen sind Handlanger, die keinen blassen Schimmer von dem haben, was sie tun und entsprechend kommt es zu kleineren und größeren Katastrophen. Während wir uns als Leser köstlich über die Missgeschicke der Jungs amüsieren, wird Felix allmählich klar, dass das Geld nicht vom Himmel fällt, sondern hart erarbeitet werden muss, dass der Weg vom Tellerwäscher zum Millionär vielleicht doch nicht so einfach ist, wie er es sich vorgestellt hat. Doch vor allem entdeckt er in sich einen Funken Moral und Erwachsenwerden. Bleiben die anderen cool beim Gedanken, gegen das Gesetz zu verstoßen, wird unser pubertierender Ü-30-Jähriger panisch, sobald er auch nur ansatzweise mit den Vertretern von Recht und Ordnung in Berührung gerät und am Ende muss er sich eingestehen, dass große Erfolge offensichtlich mit Betrug einhergehen und er ein ruhigeres Leben bevorzugt. „Grün ist die Hoffnung“ ist eine chaotische und altersmäßig leicht verspätete Coming-of-Age-Geschichte, die viel Spaß macht und besonders männlichen Lesern gefallen könnte.

2

Mein zweiter Boyle. Mein erster war vor mindestens 20 Jahren "Willkommen in Wellville". Das fand ich damals wohl ganz gut. Jedenfalls besitze ich es immer noch. Das ist ein gutes Zeichen. Nun also "Grün ist die Hoffnung". Ich wollte dringend etwas lesen, das mich amüsiert. Ich hatte dazu sogar eine Umfrage hier bei Insta gestartet. Boyle hatte haushoch gewonnen. Und nun? Über fünf Wochen später? Joa ... Sprachlich habe ich mich schon sehr unterhalten gefühlt (zwei Beispiele im Swipe). Aber die Story hat mich leider überhaupt nicht gepackt. Und überhaupt: Viel. Zu. Lang. Uff! Wieder nur ein Fall von "Zur falschen Zeit am falschen Ort"? Ich weiß es nicht. Hier warten aber noch zwei Boyles im SuB. Danach weiß ich vielleicht mehr.

3.5

Klassisch TC Boyle

Tolle Charakterstudie über den Hauptcharakter in einem Umfeld voller freaks und Missgeschicke. Das Buch hat Längen und der Aufbau könnte in der ersten Hälfte deutlich zielstrebiger sein. Dennoch belohnt du Geschichte mit einem typischen TC Boyle Ende.

4

Super gut. Abgesehen von dem eh schon sehr unterhaltsamen Thema, sind die Vergleiche die Boyle bringt einfach immer genial und super lebhaft. Hab sehr Lust bekommen noch mehr von ihm zu lesen. „In meiner Kindheit gab es nichts, was auf eine Verbrecherkarriere hingewiesen hätte. Weder war ich ein Waisenkind, noch wurde ich geschlagen oder ausgesetzt. Ich hing nicht mit Zigarette im Mundwinkel und Springmesser in der Tasche an Straßenecken herum, ich war nicht vom jahrelangen Dahinvegetieren in Besserungsanstalten psychisch angeschlagen oder vom Heroinschießen auf taubendreckverkrusteten Hinterhoftreppen im Ghetto moralisch und körperlich ausgebrannt. Nein. Ich war ein Kind der Mittelschicht, genährt mit Sojamilch, Fertiggerichten und Antibiotika, bis ich meine Eltern turmhoch überragte wie der großfüßige Wechselbalg einer anderen Spezies, wie ein Kuckuck im Spatzennest."

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4.5

📕 - „Legalize it, don′t criticize it“ - Peter Tosh (1976) „Du pflüge tief, wenn der Faule hält Ruh, so hast du zu rauchen und zu verkaufen dazu.“ - (Frei nach Benjamin Franklin, “Der Weg zum Reichtum“) „Wer Hanf baut mit fleiss´ger Hand hilft selbst sich und dem Vaterland.“ - „Die lustige Hanffibel“ (Reichsnährstand, Berlin 1943) „Good smoke, Mann!“ - Spezl, damals in den 90ern, als Ausdruck des Grades seiner "Dichte", wenn wir schon ordentlich gedübelt hatten Wir befinden uns Anfang der 80er Jahre. Felix hat nie etwas zu Ende gebracht. Raus aus Kinderchor, Kirche und Schulorchester. Studium abgebrochen, Scheidung. Irgendwie kommt er über die Runden, aber als das Geld gerade einmal wieder knapp wird, kommt ein Freund mit einem vielversprechenden Angebot um die Ecke. „Vogelsang hatte einen Riecher für lukrative Geschäfte.“ Also geht Felix mit zwei Kumpels - die dafür erst noch gegen Kaution aus dem Knast geholt werden müssen - auf dessen Angebot ein. Unter Anleitung des botanisch kundigen „Dowst“ soll während eines Sommerlagers in den kalifornischen Bergen im großen Stil Cannabis angebaut werden, wofür den drei Freunden, nach erfolgreicher Ernte, eine halbe Million Dollar winken. Steuerfrei versteht sich. Doch der Weg dorthin erweist sich als schwieriger denn gedacht. Neugierige Rednecks, erst die Kälte, dann die Hitze, ein Bär, nicht identifizierte Nagetiere und nicht zuletzt die Liebe legen Felix, Phil und Gesh Steine in den Weg. Letztlich scheint aber nicht nur die Aussicht auf eine Menge „Mummy Dust“ Felix Willen zu stärken, dieses Projekt zu Ende zu führen. T.C. Boyle wieder einmal ganz groß! 🥦 ✌️😎

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