Drop city (Literatura / Literature)

Drop city (Literatura / Literature)

Paperback
4.02

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Description

Set in 1970, Drop City, a California commune, decides to relocate to Alaska, where tensions rise between the commune and a group of homesteaders.

Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Paperback
Pages
512
Price
N/A

Posts

2
All
4

Mein zweiter Roman von TC Boyle. Ich habe das Gefühl, dass man bei ihm nichts falsch machen kann, wenn man zu einem seiner vielen Bücher greift. Er ist ein guter, unterhaltsamer Erzähler in der gewohnt amerikanischen Tradition. Das bedeutet für mich: weit ausholend, detaillierte Personenbeschreibung und Vita, teilweise skurrile Handlung, stets liebevoll gegenüber seinen Romanfiguren, selbst wenn es sich um Unsympathen in der Geschichte handelt. Das erinnert mich schon sehr an Irving oder auch Stephen King, selbst wenn dieser in einem anderen Genre spielt. Das Geschichte beginnt in Drop City, einer Art Freiluft-Kommune von Hippies in Kalifornien. Drogen, freie Liebe und Tagträumereien bestimmen das Leben, doch so ganz harmonisch ist das Zusammensein dann doch nicht, denn auch in der Kommune müssen Regeln eingehalten werden bei der grundlegende Versorgung und so entstehen die ersten Spannungen. Auch bei der freien Liebe kommt es zu Stockungen, denn irgendwann tritt der Bazillus der Eifersucht auf. Als dann die öffentliche Hand gegen Drop City vorgehen will, entscheiden sich die Freigeister für die Flucht in das ersehnte, freie Land, welches Alaska heißt. Hier soll es angeblich keinen interessieren, wo man campt und wem das Land gehört. Außerdem ist man näher an der Natur und kann von dem Leben, was sich vor einem bietet. Solche Gedanken haben auch Sess und Pamela, echte Alaska-Bewohner, die sich am Thirtymile River fern ab der Zivilisation niederlassen. Doch sie kennen ihr Land und die Härte, die ein langer, kalter Winter von Temperaturen bis zu -40 Grad C mit sich bringt. Wie es der Zufall will, nistet sich Drop City North in direkter Nachbarschaft zu den Eremiten nieder. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Erstaunlich fand ich, dass TC Boyle sich nie über die Lebensuntauglichkeit und Blauäugigkeit seiner Hippies lustig macht. Wahrscheinlich weil er früher selbst in dieser Szene lebte. Dadurch wirkt die Darstellung auch sehr authentisch, wobei ich etwas vermisst habe bei der Beschreibung mit dem Umgang von Drogen. Das ist immer total easy. Ein Joint macht auch im tiefsten Winter in der selbst gebauten Blockhütte seine Runde. Keine Spur von Entzug und die Frustration über die unmenschlichen Bedingungen stellt sich auch nur langsam ein. Wahrscheinlich kommt mir das so extrem positiv vor, weil ich im Anschluss [b:Rohstoff|1468881|Rohstoff|Jörg Fauser|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1183917003l/1468881._SY75_.jpg|1459817] von Jörg Fauser las, was eindeutig eine realistischere Darstellung der Drogenszene war. Aber unterhaltsamer ist TC Boyle allemal, sprachlich hervorragend und vor allem wirklich genial übersetzt. Ich habe weite Teile des Buchs als englisches Hörbuch auf YouTube gehört und dabei auf deutsch mitgelesen, da die vielen Slang-Begriffe für mich schwer verständlich waren. Der Übersetzer hat das Buch sogar noch verfeinert. Großes Lob.

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Mein zweiter Roman von TC Boyle. Ich habe das Gefühl, dass man bei ihm nichts falsch machen kann, wenn man zu einem seiner vielen Bücher greift. Er ist ein guter, unterhaltsamer Erzähler in der gewohnt amerikanischen Tradition. Das bedeutet für mich: weit ausholend, detaillierte Personenbeschreibung und Vita, teilweise skurrile Handlung, stets liebevoll gegenüber seinen Romanfiguren, selbst wenn es sich um Unsympathen in der Geschichte handelt. Das erinnert mich schon sehr an Irving oder auch Stephen King, selbst wenn dieser in einem anderen Genre spielt. Das Geschichte beginnt in Drop City, einer Art Freiluft-Kommune von Hippies in Kalifornien. Drogen, freie Liebe und Tagträumereien bestimmen das Leben, doch so ganz harmonisch ist das Zusammensein dann doch nicht, denn auch in der Kommune müssen Regeln eingehalten werden bei der grundlegende Versorgung und so entstehen die ersten Spannungen. Auch bei der freien Liebe kommt es zu Stockungen, denn irgendwann tritt der Bazillus der Eifersucht auf. Als dann die öffentliche Hand gegen Drop City vorgehen will, entscheiden sich die Freigeister für die Flucht in das ersehnte, freie Land, welches Alaska heißt. Hier soll es angeblich keinen interessieren, wo man campt und wem das Land gehört. Außerdem ist man näher an der Natur und kann von dem Leben, was sich vor einem bietet. Solche Gedanken haben auch Sess und Pamela, echte Alaska-Bewohner, die sich am Thirtymile River fern ab der Zivilisation niederlassen. Doch sie kennen ihr Land und die Härte, die ein langer, kalter Winter von Temperaturen bis zu -40 Grad C mit sich bringt. Wie es der Zufall will, nistet sich Drop City North in direkter Nachbarschaft zu den Eremiten nieder. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Erstaunlich fand ich, dass TC Boyle sich nie über die Lebensuntauglichkeit und Blauäugigkeit seiner Hippies lustig macht. Wahrscheinlich weil er früher selbst in dieser Szene lebte. Dadurch wirkt die Darstellung auch sehr authentisch, wobei ich etwas vermisst habe bei der Beschreibung mit dem Umgang von Drogen. Das ist immer total easy. Ein Joint macht auch im tiefsten Winter in der selbst gebauten Blockhütte seine Runde. Keine Spur von Entzug und die Frustration über die unmenschlichen Bedingungen stellt sich auch nur langsam ein. Wahrscheinlich kommt mir das so extrem positiv vor, weil ich im Anschluss [b:Rohstoff|1468881|Rohstoff|Jörg Fauser|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1183917003l/1468881._SY75_.jpg|1459817] von Jörg Fauser las, was eindeutig eine realistischere Darstellung der Drogenszene war. Aber unterhaltsamer ist TC Boyle allemal, sprachlich hervorragend und vor allem wirklich genial übersetzt. Ich habe weite Teile des Buchs als englisches Hörbuch auf YouTube gehört und dabei auf deutsch mitgelesen, da die vielen Slang-Begriffe für mich schwer verständlich waren. Der Übersetzer hat das Buch sogar noch verfeinert. Großes Lob.

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