Griechischstunden

Griechischstunden

Hardback
3.5264

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Description

Nobelpreis für Literatur 2024

»Griechischstunden« erzählt die Geschichte zweier gewöhnlicher Menschen, die sich in einem Moment privater Angst begegnen. Han Kang hat einen schillernden Roman über die rettende Gnade der Sprache geschrieben.

In einem Klassenzimmer in Seoul beobachtet eine junge Frau ihren Griechischlehrer. Sie versucht, zu sprechen, aber sie hat ihre Stimme verloren. Ihr Lehrer fühlt sich zu der stummen Frau hingezogen, denn er verliert von Tag zu Tag mehr von seinem Augenlicht. Bald entdecken die beiden, dass ein tiefer Schmerz sie verbindet. Sie hat in nur wenigen Monaten sowohl ihre Mutter als auch den Kampf um das Sorgerecht für ihren neunjährigen Sohn verloren. Für ihn ist es der Schmerz, zwischen Korea und Deutschland aufzuwachsen, zwischen zwei Kulturen und Sprachen hin- und hergerissen zu sein.
Langsam entdecken die beiden ein tiefes Gefühl der Einheit, und ihre Stimmen überschneiden sich mit verblüffender Schönheit.

»Die vielleicht leiseste Liebesgeschichte der Welt.« Die Zeit

»Han Kangs Stimme kann man sich nicht entziehen.« The Independent

»Dieser Roman ist ein Fest des unaussprechlichen Vertrauens, das im Austausch von Sprache zu finden ist... Han Kang ist eine scharfsinnige Chronistin der ungewöhnlichen, rebellischen Frauen. « New York Times

»Han Kang erzählt zugleich mit großer Brutalität und großer Poesie – eine Mischung, die nur wenigen Schriftstellern gelingt.« stern

»Han Kang erzählt so intensiv, dass man manchmal die Augen schließen möchte.« HR2 Kultur

»Han Kang ist eine der eigenwilligsten, kraftvollsten, innovativsten Autorinnen unserer Zeit.« Die Zeit

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
204
Price
23.70 €

Author Description

Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und ist die wichtigste literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für »Die Vegetarierin« wurde sie dafür gemeinsam mit ihrer Übersetzerin 2016 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet, für »Menschenwerk« mit dem renommierten italienischen Malaparte-Preis. »Weiß« war ebenfalls für den Booker Prize nominiert. 2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur. Sie lebt in Seoul. Zuletzt erschienen im Aufbau Verlag ihr Roman »Unmöglicher Abschied« und in Die Andere Bibliothek ihr Kinderbuch »Donnerfee und Blitzfee«.Alle lieferbaren Titel der Autorin sehen Sie unter aufbau-verlage.de.Mehr zur Autorin unter han-kang.net.

Posts

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All
4

Verlangt genauso viel wie es am Ende gibt

Ich habe diesen Roman unterschätzt. Ich dachte zunächst, es gehe um zwei Menschen, die sich durch ihre Handicaps ergänzen: Die eine verliert ihre Stimme, der andere sein Augenlicht. Ich ging davon aus, dass der Roman darauf hinauslaufen würde, dass sie für ihn sieht und er für sie spricht. Doch die Geschichte war eine ganz andere — deutlich tiefgründiger und nicht leicht zu verstehen. Dieses Buch muss man mit großer Aufmerksamkeit lesen, wodurch sich 200 Seiten schnell wie 500 anfühlen können. Nichtsdestotrotz finde ich Han Kangs Schreibstil brillant, auch wenn ich glaube, dass dieses Buch seinen literarischen Wert wahrscheinlich noch stärker in der Originalsprache entfaltet. Teilweise war mir der Stil fast zu melancholisch und zu poetisch; kaum ein Satz wirkt wie gewöhnlicher Sprachgebrauch. Dennoch habe ich von Han Kang nichts anderes erwartet. Insgesamt ist das Gesamtbild absolut beeindruckend, vor allem das Storytelling. Die Frau verliert ihre Stimme wahrscheinlich eher aus psychologischen Gründen infolge schwerer Schicksalsschläge. Sie hat bereits früher einmal ihre Stimme verloren und steht nun erneut davor, sie zu verlieren, weil sie wieder von tragischen Ereignissen getroffen wird. Besonders der Verlust des Sorgerechts für ihren Sohn setzt ihr stark zu. Man erkennt hier deutlich, wie stark Han Kang sich mit der Psychologie des Menschen auseinandersetzt. Der Mann fungiert weniger als Liebesfigur, sondern vielmehr als Spiegel und stiller Begleiter der Protagonistin. Durch seinen eigenen Verlust versteht er ihre Sprachlosigkeit auf eine Weise, die anderen Figuren verwehrt bleibt. Als kleines Manko würde ich eventuell die Unübersichtlichkeit nennen. Es ist nicht immer leicht, den Szenen zu folgen, und nicht jede Passage erschließt sich sofort. Es ist ein stiller Roman, der auch Stille benötigt, um verstanden zu werden. Trotzdem würde ich dieses Buch eher erfahrenen Leserinnen und Lesern empfehlen, da es einem schon einiges abverlangt. Definitiv würde ich es nicht als erstes Werk von Han Kang empfehlen. Es ist inzwischen das vierte Buch, das ich von ihr gelesen habe, und bislang auch das anspruchsvollste. Dennoch schätze ich sie als Autorin sehr und vergebe gerne vier Sterne.

4

Ein Literarisches Meisterwerk

Dieses Buch erzählt die Geschichte von einem Griechschlehrer der langsam sein Augenlicht verliert und von einer seiner Schülerinnen die ihre Sprachfähigkeit verloren hat. Sie kommen sich immer näher und man erfährt durch wechselnde Sichtweisen im Verlauf des Buches immer mehr über deren Schicksal. Als erstes fällt direkt auf, dass dieses Buch literarisch wahnsinnig toll geschrieben ist. Beispielsweise als Han Kang die Narbe im Gesicht des Protagonisten beschreibt: „Als sie diese Linie in der ersten Unterrichtsstunde entdeckte, sah sie darin einen Weg auf einer alten Landkarte, der die Spur einer vor langer Zeit geflossenen Träne markierte.“ Sie arbeitet viel mit dieser metaphorischen Sprache und gibt ihrem Text somit eine starke poetische Wirkung. Andererseits habe ich in dem Buch zweimal den schon viel zu oft gehörten Vergleich „sie zitterte wie Espenlaub“ gelesen. Zunächst dachte ich, dass die Übersetzerin vielleicht nicht wusste, dass dieses Bild im deutschen eher langweilig wirkt. Aber inzwischen bin ich mir fast sicher, dass diese Vergleiche bewusst als Kontrast gewählt wurden. So wirken Bilder, wie das von der Narbe, noch stärker. Und ich denke im original wird hier ebenfalls ein eher allgemein bekannter Vergleich stehen. Während des Lesens fiel es mir schwer das Buch sofort zu verstehen. Es ist sehr verwirrend aufgebaut, denn in den einzelnen Kapiteln wechselt die Sichtweise der Protagonisten regelmäßig hin und her. Mal denkt der eine Lehrer über die Schülerin nach und im nächsten Absatz denkt er an seine Schwester zurück. Aber trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass ich etwas nicht verstehe, weil es schlecht erklärt ist. Sondern vielmehr, weil ich als Leser nicht smart genug war um es zu begreifen. Denn man versteht dann schon immer um wen es gerade geht. Vielleicht hat es bei mir immer einen Moment länger gedauert. Aber ich denke auch, dass ich wenn ich das Buch ein zweites Mal Lese, deutlich mehr checken werde als beim ersten Mal. Das Thema an sich hat mich nicht wirklich brennend interessiert, die Geschichte ist auch nicht vom Plot getrieben und zusätzlich ist es verwirrend geschrieben. Aber trotzdem hatte dieses Buch Etwas was mich gefesselt hat und mich das Buch kaum mehr aus der Hand legen ließ. Han Kang schreibt hier sehr atmosphärisch und sie lässt Dinge eher indirekt oder symbolisch wirken, als sie nüchtern auszuformulieren. Dieser Stil hatte eine besondere Wirkung auf mich. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch von Han Kang gelesen habe. Und ich würde diese Geschichte auch jedem ans Herz legen, der gerne mal literarisch etwas außergewöhnliches lesen möchte, was schon fast an Poesie heranreicht. Für jemanden, der gerne Bücher wegen der spannenden Geschichte selbst liest, der wird hier wahrscheinlich nicht auf seine Kosten kommen.

4.5

Ein stilles, poetisches Buch von großer Feinheit, das lange nachhallt.

„Als sie diese Linie in der ersten Unterrichtsstunde entdeckte, sah sie darin einen Weg auf einer alten Landkarte, der die Spur einer vor langer Zeit geflossenen Träne markiert.“ (S. 9) In „Griechischstunden“ erzählt Han Kang von einer leisen Liebe, die sich langsam entfaltet und mit der Zeit an Intensität gewinnt. Im Zentrum stehen eine Frau (Schülerin), die sprechen kann, es aber nicht tut, und ein Mann (Lehrer), der im Verlauf der Geschichte zunehmend sein Augenlicht verliert. Die Gründe für das Schweigen der Frau offenbaren sich behutsam, ohne je aufdringlich zu werden. Es ist eine kurze Geschichte, die dennoch von Tiefe ist, voller sprachlicher Feinheiten, die man eher spürt als versteht. Han Kangs Sprache ist zurückhaltend, klar und zugleich von großer emotionaler Wucht. Das Buch ist leise und harmonisch und gerade darin liegt seine Verletzlichkeit: Manche Passagen tun beim Lesen weh, ohne laut zu werden. Der wiederkehrende Perspektivwechsel zwischen den beiden Protagonist*innen ist bewusst fließend gehalten. Nicht immer ist sofort klar, wessen Geschichte gerade erzählt wird, aber genau das fordert dazu auf, sich noch stärker auf den Text einzulassen, genauer zu lesen, genauer zu fühlen. Selbst das Cover trägt erzählt direkt so viel: weiß und blau, die Farben der griechischen Flagge. In der Mitte eine Frau, deren Gesicht nur zur Hälfte sichtbar ist – ein Auge, ein Teil des Mundes. Zwei blaue Wege führen auf sie zu. Auch wenn das Buch dünn ist, braucht man Zeit zum Lesen. ✨

Ein stilles, poetisches Buch von großer Feinheit, das lange nachhallt.
4

25 Frauen 2025 - Buch 13: Die Nobelpreisträgerin Han Kang überzeugt mich auch mit dem zweiten Roman, den ich lese. Anders als in "Die Vegetarierin" mit einer teilweise wirklich brutalen Stimmung schlägt Han Kang hier leise und zarte Töne an. Nach einer Auseinandersetzung mit der Grabinschrift von Borges beginnt die eigentliche Handlung: eine Frau soll etwas vorlesen, aber vermag es nicht, obwohl der Mann, der vor der Tafel steht, sie dazu ermuntert. Wir sind mittendrin in der Handlung, ohne die Namen der Figuren zu kennen. Da die Hintergrundgeschichte beider Hauptfiguren erst nach und nach entfaltez wird, möchte ich nicht mehr verraten. Nir so viel: Beide haben in der Vergangenheit gelitten und sind nun verletzliche Personen. Wie auch in "Die Vegetarierin" wird die Geschichte hier aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Aber hier gibt es viel mehr Perspektivwechsel, so dass man viel aufmerksamer liest. Dadurch wird für mich der Blick noch stärker auf das vorherrschende Thema Sprache gelenkt. Ein zarter und berührender Roman, dessen Stil am Schluss passenderweise in Richtung Lyrik geht und uns in unserer Vorstellungskraft fordert.

Das ist das erste Buch von Han Kang, das mir leider gar nicht gefallen hat. Der Schreibstil war mir zu gewollt poetisch und abstrakt. Ich konnte weder zur Handlung noch zu den Figuren wirklich einen Zugang finden. Nach beinahe jedem Satz habe ich mich gefragt, was er eigentlich aussagen soll. Das Buch mit Sternen zu bewerten, fällt mir deshalb schwer.

3

Ein sehr leises, poetisches und gleichzeitig schmerzhaftes Buch über Sprache, Verlust und Einsamkeit.

Griechischstunden ist kein Buch, das von einer großen Handlung lebt, sondern von Stimmungen, Gedanken und Gefühlen in einem Zwischen. Die Geschichte wirkt fast zerbrechlich, ruhig, langsam und gleichzeitig voller Schmerz. Besonders beeindruckt hat mich die Art, wie Han Kang über Sprache schreibt. Dass eine Frau ihre Stimme verliert und ein Mann langsam sein Augenlicht verliert, schafft eine besondere Atmosphäre. Beide Figuren wirken verloren und isoliert, und trotzdem entsteht zwischen ihnen etwas Intimes und Menschliches. Der Schreibstil ist sehr poetisch und manchmal fast hypnotisch. Gleichzeitig war das Buch emotional ziemlich schwer. Es geht viel um Trauer, Identität, Einsamkeit und darum, wie Menschen versuchen, trotz allem irgendwie weiterzuleben. Auch die philosophischen Aspekte haben mich sehr beschäftigt. Das Buch stellt immer wieder Fragen danach, wie Sprache unser Denken und unsere Beziehungen formt, was vom Menschen übrig bleibt, wenn Kommunikation oder Wahrnehmung verloren gehen, und ob man einen anderen Menschen jemals wirklich verstehen kann. Viele Gedanken wirkten fast existenziell und haben dem Roman noch einmal eine ganz andere Tiefe gegeben. Ich glaube, das es kein Buch für jeden ist, weil es sehr ruhig erzählt wird und man sich darauf einlassen muss. Es fühlt sich weniger wie eine klassische Liebesgeschichte an und mehr wie zwei Menschen, die sich gegenseitig in ihrer Zerbrechlichkeit erkennen.

5

Zwei gebrochene Menschen mit ihren Geschichten und Narben kommen sich näher. Diese Story ist so einfühlsam wie präzise geschrieben. Ein tolles Buch.

3.5

In dieser Geschichte geht es um einen Lehrer für Altgriechisch, der langsam erblindet und um eine Frau, die keine Stimme mehr hat, seitdem sie das Sorgerecht für ihren Sohn verloren hat. Da sie schon einmal dieses Problem hatte und ihre Stimme wieder kam, als sie eine neue Sprache lernte, nimmt sie am Altgriechisch-Kurs teil. Es ist eine leise und Stille Geschichte. Es hält die Gedanken und Erinnerungen der beiden fest. Ich fand es manchmal etwas verwirrend und teilweise etwas langatmig. Trotz allem eine gutes Buch.

5

Er gibt in Seoul, seiner 2. Heimat, Griechischstunden für Erwachsene. Sie ist eine seiner Schülerinnen. Er verliert nach und nach sein Augenlicht und wird bald erblinden, sie kann nicht sprechen, kein Laut verlässt ihren Mund. Ganz zart und mit den wenigen Mitteln der gemeinsamen Kommunikation, die die beiden haben, nähern sie sich einander an, erzählen von ihren Traumata, finden Trost beieinander Was für ein wunderschönes, leises Buch!

1

Verwirrend und langweilig

Hab nach der knappen Hälfte abgebrochen, weil ich die verschiedenen Zeitebenen, Anreden und Perspektiven verwirrend fand und noch Mal nachlesen musste, worum es eigentlich geht, weil ich die (knappe) Handlung nicht verstanden habe. Außerdem finde ich die Texte der einzelnen Abschnitte größtenteils langweilig und nichtssagend. Ich breche nicht oft Bücher ab, aber hier fällt es mir nicht schwer.

4.5

Sprache als Heilung, wer hätte das gedacht.

Mein erster Roman einer koreanischen Autorin, und ich muss sagen, es hat mich echt überzeugt. Es geht dir um eine Frau, die ihre Sprache verloren hat und einen Mann, der sein augenlicht verliert. Naja gut! Das mit dem augenlicht kann ich ja sehr gut nachempfinden. Und die Geschichte, die sich daraus entspannt, ist allein von der Sprache, die die Autorin hier nutzt. Einfach nur fantastisch. Dieses Buch muss man einfach lieben und lesen. Ich habe ja nun doch schon sehr viele Bücher gelesen und muss sagen. Also was die Sprache angeht, hat die Autorin hier aus dem vollen geschöpft und mich wirklich gefangen. Es geht im Buch um Angst um wiederfinden der eigenen Identität und am Ende auch ein klein wenig um. Liebe.

4

In diesem schmalen Roman von 2016 der aktuellen Nobelpreisträgerin treffen ein Lehrer für Altgriechisch, der in Deutschland aufgewachsen ist und allmählich sein Augenlicht verliert, und eine Mutter, die aufgehört hat zu sprechen, als sie das Sorgerecht für ihren Sohn verloren hat, in Seoul aufeinander. Han Kang beschreibt eine zarte langsame Liebesgeschichte, irgendwo zwischen Epik und Lyrik, zweier verlorenener Seelen, die sich gegenseitig Halt und Kraft geben können. Wunderschön und zutiefst melancholisch.

2.5

Irgendwie nicht meins. Irgendwie zu leise. Irgendwie zu verschachtelt. Irgendwie zu poetisch. Irgendwie…

4

Eine poetische und melancholische Geschichte über die Macht der Sprache.

3.5

„Griechisch Stunden“ von Han Kang ist für mich ein äußerst ambivalentes Werk, das mich mit seiner intensiven Lyrik und abstrakten Bildsprache zeitgleich herausgefordert aber auch beeindruckt hat.

Die Geschichte dreht sich um zwei Protagonisten, deren Namen bis zum Schluss ungenannt bleiben, und beleuchtet ihre tiefen Traumata. Sie verliert ihre Sprache nach dem Tod ihrer Mutter und dem Sorgerechtsverlust ihres Sohnes, während er bereits als Kind erfährt, dass er sein Sehvermögen verlieren wird. Beide treffen sich in den Altgriechisch- Stunden, die er unterrichtet, und finden in der Philosophie und der Sprache eine gemeinsame Verbindung. Das Buch ist überaus tiefgründig und ergreifend, da es tief in die Gedanken- und Gefühlswelt der Figuren eintaucht. Es verlangt dem Leser jedoch einiges ab – vieles bleibt unausgesprochen und wird subtil angedeutet, was zu einem komplexen, teils schwer fassbaren Storyplot führt. Die Philosophie der Geschichte ist faszinierend, doch die hohe Abstraktion macht es nicht immer einfach, der Erzählung zu folgen. Sprachlich ist es meisterhaft – 10/10 – und die Intensität der Emotionen ist überwältigend. Dennoch wirkte es manchmal zu abstrakt für mich und verlangt eine tiefere Auseinandersetzung, was nicht jedem Leser leichtfallen dürfte. Insgesamt gebe ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen und behalte es mit ambivalenten Gedanken in Erinnerung.

„Griechisch Stunden“ von Han Kang ist für mich ein äußerst ambivalentes Werk, das mich mit  seiner intensiven Lyrik und abstrakten Bildsprache zeitgleich herausgefordert aber auch beeindruckt hat.
3.5

"Das Universum ist eine Illusion und Leben ist träumen."

Griechischstunden von Han Kang ist ein poetischer Roman über eine Frau, die ihre Sprache verloren hat, und einen Mann, der allmählich erblindet. In einem Altgriechischkurs kreuzen sich ihre Wege, und aus dem gemeinsamen Umgang mit Verlust, Stille und Erinnerung entsteht eine leise, intensive Nähe. Das Buch reflektiert eindringlich über Sprache, Körperlichkeit und die Möglichkeiten menschlicher Verbindung. Wer hier einen klassischen Handlungsroman erwartet, wird diesen nicht finden. Wir haben zwei Namenlose Protagonisten in deren Leben und Gedankenwelt wir immer wieder abwechselnd eintauchen. Dies empfand ich persönlich teilweise als relativ anstrengend beim lesen, weil ich manchmal nicht immer direkt wusste bei wem wir gerade sind. Han Kang hat einen einzigartigen Schreibstil, in den man sich einfinden muss. Trotzdem ist dies ein sehr poetisches.und tiefgreifendes Buch, in dem wir tief in die Gedankenwelt unserer zwei Protagonisten abtauchen dürfen ihr Selbst, ihren Verlust und ihren Schmerz ergründen dürfen. Und am Ende dabei zusehen können wie sie leise Nähe beieinander finden.

"Das Universum ist eine Illusion und Leben ist träumen."
4

Ein leises Buch

Es sind die nicht gesprochenen Worte, die nicht gesehenen Dinge. Die Liebesgeschichte ist vorsichtig, langsam und endlos schön.

4

Das Buch ist sehr poetisch geschrieben, gerade zum Ende hat es etwas unheimlich zartes und luftiges. Zumindest hat es sich für mich so angefühlt. Dem Hauptplot um die beiden Protagonisten bin ich gerne gefolgt. Zum Teil tat ich mich schwer mit den langen "Einschüben", zum Beispiel den Briefen, die er an seinen früheren Freund schreibt. Das wirkte auf mich wie eine zusätzliche Geschichte, die mit dem Hauptplot aber nichts zu tun hat (oder ich habe die Zusammenhänge nicht erkannt). Zudem war es teilweise schwer zu erkennen, aus welcher Perspektive gerade erzählt wird. Besonders spannend fand ich die Stellen, wo es um die griechische und die koreanische Sprache ging. Das hat mir Lust gemacht auf mehr.

4

| Rᴇᴠɪᴇᴡ | Rezensionsexemplar ⋆。𖦹Griechischstunden - Han Kang⋆。𖦹 ★★★★/5 In Griechischstunden begegnen sich eine junge Frau, die nach persönlichen Verlusten ihre Stimme verloren hat, und ein Griechischlehrer, dessen Welt durch eine fortschreitende Sehschwäche immer dunkler wird. Zwischen Altgriechisch Unterricht, Schweigen und vorsichtigen Blicken entsteht eine leise Verbindung getragen von der Hoffnung, sich selbst und die eigene Sprache wiederzufinden. Ein stilles, melancholisches Buch über Sprache, Schweigen und das, was zwischen Menschen unausgesprochen bleibt. Han Kang schreibt dabei so poetisch und feinfühlig, dass mich schon nach wenigen Seiten ihr besonderer Stil gepackt hat. Ihre Sätze sind voller Bilder, leiser Gedanken und kleiner Details, die lange nachklingen. Im Mittelpunkt stehen zwei Figuren, die beide auf ihre eigene Weise mit Verlust, Einsamkeit und Fremdheit kämpfen. Besonders schön fand ich, wie langsam und behutsam sich ihre Beziehung entwickelt. Genau diese Zurückhaltung macht die Geschichte so glaubwürdig und berührend. Gleichzeitig war das Buch für mich nicht immer leicht zu lesen. Die Struktur ist herausfordernd und verlangt viel Aufmerksamkeit, weil man schnell den Überblick verlieren kann. Trotzdem lohnt sich das Dranbleiben, denn gerade zwischen den Zeilen steckt hier unglaublich viel. Ein besonderes, feinsinniges Buch, das vor allem Menschen gefallen dürfte, die Sprache lieben und gern tief in Texte eintauchen. Für mich war es auf jeden Fall etwas ganz Eigenes und sehr atmosphärisches.

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3

Meine erste Erfahrung mit Han Kang

Die begeisterten Rezensionen aus meiner literarischen Bubble, bzgl. der Werke von Han Kang, ließ in mir den Wunsch wachsen mich mit dem Werk der südkoreanischen Autoren zu beschäftigen. Da kam das neue Buch gerufen. Nach der Lektüre ahne ich, warum die Autorin fasziniert. Zwei nicht namentlich benannte Protagonisten haben um sich eine Blase der Einsamkeit erschaffen. Ihre Sinne schwinden. Die Frau hat zum wiederholten Male ihre Sprache verloren und versucht, diese mit dem Erlernen von Altgriechisch wiederzufinden Der Lehrer leidet unter einer Erbkrankheit die sein Augenlicht schwinden lässt. Der Verlust dieser Fähigkeiten treibt beide in die Isolation. Er hat in Deutschland gelebt und hadert mit dem Heimatgefühl, sie hat mehrere Schicksalsschläge erlitten, die in ihrer Persönlichkeit Folgen pathologischen Ausmaßes hinterlassen haben. Ganz langsam findet eine Annäherung aneinander statt, die durch ein Ereignis beschleunigt wird Mehr gibt es zu dem Plot nicht zu erzählen. Wir haben es mit zwei Erzählperspektive zu tun, die des Lehrers findet aus der Ich-Perspektive statt, die der Frau aus der Pisition einer dritten Person. Ihre Äußerungen sind rein gedanklicher Natur und kursiv gesetzt, während er Dialoge konstruieren kann. Seine Eindrücke bestehen häufig aus Briefen an Personen, zu denen uns die Vorgeschichte fehlt. Somit wissen wir oft (lange) nicht an wen der Brief gerichtet. Ihre Gedanken sind oft wirr, setzen sich sehr viel mit ihrer Unzulänglichkeit auseinander. Die Autorin schafft es gut, das Vakuum, das durch die Sprachlosigkeit entsteht, auch mir als Leserin zu vermitteln. Ein roter Faden ist nur mühsam zu erkennen. Träume spielen ebenfall eine große Rolle, und beide Hauptpersonen träumen ausgiebig. Wir mäandern also zwischen Realität, Gedanken und Traum, und nähern uns im Schneckentempo dem Ende. Schlüsselsituation gibt es so gut wie keine. Han Kang hat aber die Gabe mich sprachlich bei Laune zu halten. Die Melodie ihres Stils ist Balsam für meine Lese-Seele. Oft wirken längere Passagen so, als hätte die Autorin Beobachtungen ihrerseits, Gedanken und Bilder zu kleinen Episoden zusammengefügt, um den Roman damit zu füllen. Von der Handlung her sind sie oft belanglos und nicht wichtig für das voranschreiten der Geschichte. Sprachlich sind sie eine wahre Freude. „Die ganze Welt schien sich in ein Aquarium verwandelt zu haben, denn die Reisfelder waren überschwemmt von Wasser, das in einem atemberaubenden Blau glitzerte.“ Linguisten mit Kenntnissen des Altgriechisch werden sich über die kleinen Exkurse in die Welt der Sprache freuen. Der Roman konnte mich nicht wirklich überzeugen, hat mir aber trotzdem angenehme Stunden bereitet. Der Text lebt von dem, was Stil, Interpretation und Melodie uns Lesern vermittelt. Es ist kein Text zum schnellen Weglesen. Meine Neugier auf weitere Werke der Autorin ist auf jeden Fall geweckt worden.

4

Sehr lesenswert!

Ein Meisterwerk von Buch, wirkmächtig, poetisch und elegant. Spätestens seit Han Kang als erste asiatische Frau den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat, handelt es sich bei «Griechischstunden» nicht mehr um einen Geheimtipp, sondern ein Must Read. 👍👍👍👍 Mit viel Empathie und Poesie erzählt dir Autorin die Geschichte von zwei Menschen, die kurz davor sind, ihre Sinne zu verlieren und sich dabei näher kommen. Sie als Griechisch-Schülerin, er als ihr Lehrer. Die Geschichte spielt in Seoul, wo Gerüche und Geräusche verschmelzen. Einige Szenen spielen in der Schweiz, was mich - bin ich Patriotin?! - noch stärker mit den Protagonisten mitfühlen lässt. Sehr lesenswert. Instagram: Ein Meisterwerk von Buch, wirkmächtig, poetisch und elegant. Spätestens seit Han Kang als erste asiatische Frau den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat, handelt es sich bei «Griechischstunden» nicht mehr um einen Geheimtipp, sondern ein Must Read. Und trotzdem war das Buch nicht auf meiner Liste: ein Glück, dass ich es ganz unerwartet geschenkt bekommen habe - ein Glück, dass die Buchhändlerin @buk_buchhandlung dem Schenkenden den Tipp gegeben hat. So eine Freude! 👍👍👍👍👍 Mit viel Empathie und Poesie erzählt die Autorin die Geschichte von zwei Menschen, die kurz davor sind, ihre Sinne zu verlieren und sich dabei näher kommen. Sie als Griechisch-Schülerin, er als ihr Lehrer. Die Geschichte spielt in Seoul, wo sich Gerüche und Geräusche ausbreiten und zu einem Gedicht verdichten. Einige Szenen spielen in der Schweiz, was mich - bin ich Patriotin?! - noch stärker mit den feinfühligen Protagonisten mitfühlen lässt. Sehr sehr lesenswert

3

Zwei Leben fließen ineinander..

Irgendwie bin ich nicht so richtig schlau aus dieser Geschichte geworden. Im Grunde berichtet sie über zwei Personen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden. Die junge Frau ist in Trauer, da sie ihre Mutter verloren und das Sorgerecht ihres Sohnes nicht bekommen hat. Zudem verlor sie durch diese Umstände auch ihre Stimme. Der Lehrer des Griechischunterrichts hingegen, soll laut Prognose bald sein Augenlicht verlieren. Er ist dabei auch zwischen zwei Kulturen - Deutsch und Koreanisch - hin und hergerissen. Schon bald überschneiden sich diese Geschichten und es entwickelt sich etwas zwischen den Protagonisten. Meine Meinung: Die Intention des Buches ist klar.. zwei Menschen begegnen sich in den schlimmsten Momenten ihres Lebens und finden einen Weg der Verständigung und Zuneigung füreinander, der durch die Kraft der Sprache geebnet wird. Allerdings ist genau da das Problem. Das ganze Buch baut darauf auf, dass wir die Charaktere und deren Geschichte kennenlernen, um ihr Handeln und ihre Probleme kennenzulernen. Im stetigen Perspektivenwechsel bekommt man einen guten Einblick in das jeweilige Leben. Doch dann wird ist das Ende so schnell abgehandelt. Empfehlungen zufolge soll es eine wahnsinnig schöne Liebesgeschichte sein, jedoch habe ich davon nicht viel mitbekommen. Das ist für mich schlichtweg untergegangen. Wie die meisten koreanischen Werke ist auch dies sehr nüchtern geschrieben, aber dennoch besitzt es eine gewisse Schwere und Emotionalität. Ehrlich bin ich noch nicht ganz so sicher, was ich genau davon halten soll. Vielleicht muss ich noch ein anderes Werk der Autorin lesen.

Zwei Leben fließen ineinander..
3.5

Melancholisch

Obwohl ich aktuell in der passenden Stimmung war, ist mir das Buch dann doch zu melancholisch insgesamt gewesen. Ich habe es als Hörbuch gehört mit männlicher und weiblicher Stimme, dadurch konnte ich gut folgen, ich glaube ich hätte es wahrscheinlich sonst nicht zu Ende gelesen.

3.5

Sprachlich stark, aber wenig bewegend

"Griechischstunden" ist ein leises, melancholisches Buch, das sich stark auf die inneren Kämpfe der Charaktere konzentriert. Die weibliche Protagonistin hat nach mehreren Schicksalsschlägen ihre Stimme verloren. Auch ihr Griechischlehrer hat einiges durchgemacht und ist dabei, sein Augenlicht zu verlieren. Wie von Han Kang gewohnt, ist die Sprache wunderschön, mit vielen Bildern und Vergleichen. Man merkt, wie wichtig ihr Sprache an sich ist und das passt gut zu der Geschichte, da es viel um Schweigen und Verständigung geht. Trotzdem hat mich das Buch nicht komplett abholen können. Es passiert nicht viel und im Vergleich zu "Die Vegetarierin" oder "Weiß" fand ich dieses Buch schwächer, da es wenig bis keine Emotionen bei mir ausgelöst hat.

3

Stilistisch stark, aber für mich zu distanziert und langsam

Han Kang erzählt in Griechischstunden eine ruhige, melancholische Geschichte über Sprachverlust und Einsamkeit. Eine Frau verliert ihre Stimme, ihr Griechischlehrer verliert sein Augenlicht. Beide verbindet eine stille, fast wortlose Nähe. Ich hatte Anfangs Probleme durch die Perspektivwechsel der einzelnen Erzähler in die Geschichte hineinzufinden. Die Sprache ist poetisch und atmosphärisch, aber auch sehr zurückhaltend. Vieles bleibt vage, und die Handlung tritt in den Hintergrund. Das kann berührend sein, aber auch frustrierend, wenn man sich eine klarere Entwicklung wünscht. Ich mochte die Grundidee und einige schöne, nachdenkliche Momente, aber insgesamt zog sich die Geschichte für mich zu sehr. Das Ende ist Interpretationssache.

4

Ein anspruchsvoller Roman, der nicht einfach zu entschlüsseln ist. Es geht um Sprachlosigkeit, um Entdremdung, um den eigenen Platz in der Welt. Ein Buch, das die Leserschaft fordert und zum Nachdenken, zum Austausch auffordert. Ich hätte das Buch gerne mit jemand zusammengelesen. Mir war es so teilweise zu verwirrend. Ich konnte nicht immer die Erzählstimme zuordnen und empfand die Zeitensprpünge ebenfalls als schwierig.

3.5

Literarisch überzeugend, doch inhaltlich unvollständig.

Parallel werden nicht nur die körperlichen Schicksale, sondern auch die Vergangenheiten zweier Menschen erzählt, die sich schließlich finden. Die Perspektivwechsel und die verschiedenen Zeitebenen sind spannend zu lesen und stellen das Geschehen auf interessante Weise dar. Leider blieb die Geschichte für mich in vielen Punkten zu vage und unvollständig. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.

Literarisch überzeugend, doch inhaltlich unvollständig.
5

Eine großartige Hommage an die Sprache und Philosophie, die Künste, die Brücken zwischen Menschen bauen.

3

Anspruchsvolles Hörerlebnis

Zwei Menschen in einem Griechischkurs - ein erblindender Lehrer und eine verstummte Schülerin. Was auf den ersten Blick nach einem recht merkwürdigen Grundgerüst für eine Geschichte klingt, wird von Han Kang mal wieder in anspruchsvolle Sprachkunst über die Macht der Vergänglichkeit, die heilende Kraft der Sprache und die niederschmetternde Wucht des Verlusts verwandelt. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich die zarte und besondere Verbindung dieser beiden außergewöhnlichen Menschen mehr hätte genießen können, wenn ich das Buch gelesen und nicht gehört hätte. Denn gerade das Innehalten beim Lesen von Han Kangs feinen, philosophischen und gar nicht zufälligen Worten offenbart den einzigartigen Stil der Autorin und die Tiefe der Gedanken, die jede Lektüre zu einem Unikat machen. Obwohl mich die persönlichen Schicksale der beiden Protagonisten interessiert haben und Han Kang mal wieder eigensinnige Außenseiter in den Fokus ihrer Geschichte gerückt hat, haben mich andere Bücher von ihr mehr begeistern können. Ich bin schon gespannt, welche Gefühle die Lektüre beim zweiten Mal hervorruft - denn trivial und durchschaubar werden Kangs Erzählungen definitiv nie.

5

Ein intimer,einfühlsame Liebesroman der einzigartig ist. Zwei Seelen die sich finden und durch (das fehlen) von Sprache zueinander kommen.

Han Kang erzählt die Geschichte zweier Personen die aus unterschiedlichen Gründen zum altgriechisch gefunden haben. Ganz langsam und doch ausdrucksstark folgen wir beiden Protagonist:innen bei dem Weg sich zu verlieben, zu vertrauen, sich gegenseitig kennenzulernen. Beide sind namenlos und trotzdem habe ich mich beiden ab der Hälfte des Buches unglaublich nah gefühlt. Bis zur Hälfte des Buches wurde genug über die Protagonist:innen preisgegeben um sich ein Bild ihrer machen zu können. Diesen anonymen Charakteren konnte ich unglaublich viel abgewinnen Die Geschichte der namenlose Protagonistin wird aus der dritten Person erzählt. Meiner Meinung nach sehr passend, da beschrieben wird, dass sie selbst das Denken und Schreiben auf koreanisch als Lasten empfindet und nur in Bildern denkt. Die Protagonistin hat sich durch meherer traumatische Erfahrung ihrer Muttersprache , koreanisch, entfremdet. Von klein auf hat sie eine Vorliebe für den⁹ Klang, das ästhetische von Sprache und Schrift und nicht für das nutzen der Sprache zur Kommunikation. So beschließt sie an einem altgriechisch Kurs teilzunehmen, nach dem sie in ihrer Kindheit schon einmal eine Faszination für Klang und schärft des französischen hatte. Der namenlose Protagonist erzählt seine Geschichte in Form von Briefen. Im Vordergrund steht dabei, dass er durch eine Erbkrankheiten sein Augenlicht verlieren würde. Innerhalb der Briefe adressiert er unterschiedliche, ihm wichtige Personen. Diese befinden sich in Deutschland, da er als Kind nach Deutschland mit seiner Familie ausgewandert ist und nach Abschluss seines Studiums kurzfristig wieder nach Korea zieht. Wie bekommen Einblick in ein Leben, in welchem er sich immer fremd fühlt und gleichzeitig auch in Korea isoliert wohnt. In Deutschland fremd und isoliert aufgrund seiner Herkunft und später in Korea, weil er aufgrund seiner Krankheit das Haus nicht mehr bei Einbruch der Dämmerung verlassen kann. Und das ist, was beide verbindet. Sie leben isoliert und fühlen sich fremd. Die Protagonistin fühlt sich permanent als zu viel, möchte keinen Raum einnehmen und selbst durch das Sprechen scheint sie zu viel Raum einzunehmen, sodass sie lieber schweigt bis sie später nicht mehr sprechen kann,selbst wenn sie wollen würde. Trotzdem finden beide zusammen. Besonders ergreifend fand ich, als beide am Ende in seinem Wohnzimmer sitzen. Er scheint ihr so sehr zu vertrauen,dass er ihr alles erzählt was ihm auf der Seele brennt und sie hört zu. Sie kommuniziert durch kleine Bewegung, dass sie noch zuhört, da er nicht sehen kann, ob sie ihn anschaut oder schon eingeschlafen ist. Ein Date,ein Kennenlernen der anderen Art und es sic fühlte sich so schrecklich intim an, den beiden dabei zu zu hören. Obwohl im ganzen Buch kaum aktive Handlung passiert und dieser Monolog des Protagonisten sozusagen den Höhepunkt an Handlung widerspiegelt, bin ich gebannt durch die Seiten geflogen. Intim,einfühlsam und vorsichtig endet das Buch, in dem sich beide küssen und zu einander finden. Für mich ein einzigartiger Liebesroman.

3.5

Sprache verbindet und überwindet Grenzen

Leser:innen von Han Kang sind poetische Sprache und kraftvolle Bilder gewohnt. Auch dieser Roman erfüllt diese Erwartungen, beeindruckt hier aber vor allem durch eine gewisse Langsamkeit und Ruhe, die beim Lesen verlangt wird. Die namenslose Protagonistin verliert nach Verlusterfahrungen im Familienkreis ihre Stimme. Sie sucht, diese durch einen Griechischkurs wiederzufinden, da Wissen um neue Wörter und Sprachen hier ein Schlüssel für sie zu sein scheint. Den Kurs leitet der zweite Protagonist des Romans. Auch ihn treibt der Verlust um, allerdings anders, denn er verliert nach und nach sein Sehvermögen. Wie es trotz und mit diesen Erfahrungen gelingen kann, Zugang zum Gegenüber zu erlangen und sich gemeinsam dem eigenen Verlust zu stellen, zeigt dieser Roman auf poetisch-philosphische Art.

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»Angenommen, die These sei wahr, dass man für jedes Ding, das man verliert, ein anderes bekommt, was habe ich also gewonnen, indem ich Sie verloren habe? Was werde ich erhalten, wenn die Welt für mich unsichtbar wird?« (S. 47) 💔 Eine Frau hat zuerst ihre Mutter, dann das Sorgerecht für ihren Sohn & damit den täglichen Kontakt mit diesem und anschließend ihr Sprechvermögen verloren. Um einen Weg aus ihrer Sprachlosigkeit herauszufinden, entscheidet sich dafür, eine neue Sprache zu erlernen. Sie lernt Altgriechisch. 
Auch der zweite namenlose Protagonist — der Altgriechischlehrer — findet Zuflucht in der antiken Sprache. Er verliert in einem schleichenden Prozess seine Sehkraft und wird erblinden. In sich abwechselnden Kapiteln erfahren Lesende mehr über die Schicksale der beiden namenlosen Protagonist*innen und »Im Laufe von tausenden von Jahren ist Sprache von unzähligen Zungen benutzt worden und aus fast ebenso vielen Federn geflossen. Ihr ganzes Leben lang hat sie sich der Sprache bedient, mit ihrer Zunge und ihrer Feder. Jedes Mal, wenn sie nun einen Satz beginnen wollte, fühlte sie sich in ihrem ausdrucksleeren, vertrockneten und nur notdürftig geflickten Herzen alt.« (S. 179f) ❤️‍🩹🤐 »Griechischstunden« 🌀 [OT: 희랍어 시간] von Han Kang — übersetzt aus dem Südkoreanischen 🇰🇷 von Ki-Hyang Lee — ist ein sehr ruhiger, sanfter und einfühlsamer Roman, der mit Sprache spielt und mit philosophischen Passagen / Sätze zum Nachdenken anregt. 💭 Obwohl ich genau dies sehr an Romanen schätze (neue Gedanken & Perspektiven zu lesen), musste ich mich auf diesen Roman einlassen, da die Handlung nicht im Vordergrund steht und auch nur sehr langsam vorangeht. Wen dies nicht abhält, wird mit einem anderen Leseerlebnis belohnt. 🤍

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Die Geschichte wird hier aus den zwei Sichten der Protagonisten erzählt. Ich fand es relativ anonym gehalten und konnte somit null Bindung zu den beiden namenlosen Protagonisten aufbauen. Durch diese Anonymität konnte es mich überhaupt nicht abholen und am Ende stelle ich mir wieder die Frage was mir die Autorin mit dieser Geschichte eigentlich sagen wollte.

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„Ihr Favorit war das Wort Wald. Die Form erinnerte sie an eine buddhistische Pagode: das * war der Sockel, das * die Säule und das * das Dach.“ Die stumme Schülerin lernt Griechisch von einem Lehrer, der erblindet. Mehr als das Schicksal der Figuren hat es mir hier die Beschäftigung mit Sprache angetan (o.a. * werden im Text mit koreanischen Schriftzeichen dargestellt).

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Han Kang Literatur

Griechischstunden von Han Kang ist ein tiefgründiger Roman, der sich auf die Themen Sprache, Verlust und die Suche nach Heilung konzentriert. Die Geschichte folgt zwei Protagonisten, die beide auf ihre Weise mit Verlusten und der Frage nach Identität und Erinnerung kämpfen. Die Frau, die nach dem Verlust ihrer Mutter, ihres Sohnes und ihrer Fähigkeit zu sprechen nicht nur ihre Sprache, sondern auch ihr Leben neu finden möchte, entscheidet sich, Altgriechisch zu lernen. Parallel dazu wird die Geschichte eines Altgriechischlehrers erzählt, der allmählich sein Augenlicht verliert und in der antiken Sprache Trost und Sinn findet. Kang verwendet eine ruhige, einfühlsame Erzählweise, die oft philosophische Reflexionen über die Bedeutung von Sprache und Erinnerung aufgreift. Die poetische Sprache und die atmosphärischen Beschreibungen tragen dazu bei, eine melancholische und nachdenkliche Stimmung zu schaffen. Die langsame Erzählweise und die abstrakte Struktur des Romans stellen jedoch eine Herausforderung dar, da es manchmal schwerfällt, sich mit den Figuren emotional zu verbinden. Dies macht das Buch zu einer eher meditativen Lektüre, die für Leser geeignet ist, die sich für existenzielle Themen und tiefgründige, nachdenkliche Geschichten interessieren. Die wechselseitigen Perspektiven der beiden Protagonisten bieten einen faszinierenden Blick auf den Heilungsprozess und den Versuch, Bedeutung in einer Welt voller Verlust und Sprachlosigkeit zu finden. Griechischstunden ist kein Buch für schnelle Unterhaltung, sondern für diejenigen, die bereit sind, sich auf eine introspektive, langsame Reise zu begeben und über die komplexen Fragen von Sprache und Leben nachzudenken. Die

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Sprachlich fand ich es wirklich sehr schön. Aber ehrlich gesagt hab ich bis zum Schluss nicht wirklich durchschaut, was die Autorin mir als Leserin eigentlich erzählen wollte... Schade eigentlich. Aber irgendwie, auf eine verquere Art, hat es mich doch irgendwie neugierig auf die anderen Werke Han Kangs gemacht 🤣

4

Anspruchsvoll, langsam, manchmal verwirrend. Melancholisch und (etwas zu) poetisch. Muss man konzentriert lesen.

3.5

Isolierte, traumatisierte Menschen die sich in Ihrer Heimat fremd fühlen und durch die Magie einer "neuen" Sprache zueinander finden. Schön,langsam und poetisch/sprachgewand🤗

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Han Kang oder die koreanische Antwort auf Kafka

Nach "Die Vegetarierin" ist "Griechischstunden" das zweite Werk von der Südkoreanerin Han Kang, dass ich gelesen habe. War die Vegetarierin noch sehr straight Forward in ihrer Erzählweise, ist Griechischstunden deutlich leiser und langsamer. Das Buch ist aufgeladen mit Symbolik und wer Spaß am dechiffrieren und enträtseln von Metaphern hat, wird hier auf seine Kosten kommen 😄 Mir sagt dies leider nicht ganz so sehr zu, ähnlich wie bei Kafka stört mich die Art die Geschichte zu erzählen hier leider etwas zu sehr, da zwischen der Ausbreitung der inneren Gefühlswelten zu wenig Progress in der Geschichte selbst von statten geht. Da hat mit dir Herangehensweise in die Vegetarierin deutlich besser gefallen. Zumindest sprachlich bekommt man hier aber (in der deutschen Übertragung) viel geboten, leider für mich insgesamt jedoch zu wenig😊

2.5

Das Buch hat mich wirklich verwirrt zurück gelassen😅 Irgendwie ist mir bis zum Schluss nicht klar geworden, was die Autorin eigentlich mit dem Werk Aussagen möchte und ich hab mich bis zum Schluss gefragt, wo das alles hin führt, nur um dann plötzlich am Ende angekommen zu sein. Es geht um 2 Protagonisten, die aufgrund von Sprachlosigkeit und einer Augenkrankheit der sozialen Isolation entgegenblicken und sich kennenlernen. Vielmehr kann ich aber tatsächlich dazu gar nicht sagen. Die Beschäftigung mit Sprachen und die Beschreibungen haben mir sehr gefallen und ich war durchweg echt neugierig aber irgendwie war das für mich absolut verwirrend und ohne "Ziel". Werde aber auf jeden Fall noch "Die Vegetarierin" lesen, da ich das schon nach dem Erscheinen eigentlich lesen wollte😅

4

Ein langsames, ruhiges, aber so einfühlsames uns herzerwärmendes Buch. Han Kang ist einfach großartig.

3.5

melancholisch poetisch unwirklich

3

Leicht zu poetisch und "drüber" ...

Vielleicht fehlt mir hier der intellektuelle Zugang, aber ich bin mit dem Buch leider nicht warm geworden. Häufig konnte ich nicht folgen, wer nun mit wem redet, da am Ende auch nur ein einziger Name genannt wurde. Die Gedanken der Charaktere, vor allem der Frau, sind teils schon abgehoben und hier lässt sich einiges rein interpretieren. Mein Fall war es leider nicht. Vielleicht hätte ich beim zweiten Mal lesen einen besseren Zugang

4.5

Wunderschöne Worte

Dieses Buch beinhaltet was Han Kang ausmacht - leise Geschichte und lyrische Sprache. Einfach wunderschön geschrieben und trotzdem nüchtern. Gegensätze, die gut funktionieren. Ich würde es niemandem empfehlen, der noch nie Han Kang gelesen hat. Ich habe es trotzdem sehr genossen.

3.5

Ich glaube ich hab da was nicht verstanden.

Das Ende war sehr intense. Es war schön zu lesen, aber vieles ist glaube ich an mir vorbei.

17% reingehört Das ist mir zu künstlerisch. Eine Art Kunst die an mir abgleitet. Das Buch kommuniziert nicht mit mir, oder ich nicht mit dem Text. Absurd, da es ausgerechnet um Form der Kommunikation und Sprache geht. Eine öde Wüste von Befremdung. Einzelne Szenen die Irritationen hervorrufen ohne dass ich interessiert wäre diese zu erschließen. Evtl ist mir das sogar zu intellektuell? Zu feinsinnig? Dh wahrscheinlich ein sehr gutes Buch, an dem mein Stumpfsinn scheitert.

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Ich konnte der Handlung nicht folgen, fand es über mehrere Strecken hinweg unerträglich langweilig und frage mich, warum ich nicht abgebrochen habe.

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