Weiß
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Nobelpreis für Literatur 2024.
Han Kangs persönlichstes Buch.
»Ich glaube, dass dies die besten Worte für einen Abschied sind. Bitte stirb nicht. Lebe.«
Während eines Aufenthalts in einer europäischen Stadt, die im weißen Winterschlaf liegt, überfällt die Erzählerin plötzlich die Erinnerung an ihre Schwester, die als Neugeborenes in den Armen der Mutter starb. Sie ringt mit dieser Tragödie, die das Leben ihrer Familie bestimmt hat, ein Ereignis, das in Bildern von Weiß wieder und wieder aufscheint: das Weiß der Muttermilch, der Windel, der reiskuchenweißen Haut des kleinen Mädchens. Nur eine Autorin wie Han Kang vermag es, aus einer so zutiefst persönlichen Erinnerung eine große literarische Erzählung zu erschaffen: »Weiß« ist ein Buch über Trauer und die Widerstandskraft des menschlichen Daseins -- Han Kangs persönlichstes Buch und zugleich ihr literarisches Meisterstück.
»Ein geheimnisvoller Text, der es vermag, Schmerz durch Sprache zu überwinden.« Deborah Levy, The Guardian
»›Weiß‹ ist ein tiefgründiges und kostbares Werk. Die Sprache ist schmerzlich persönlich, jedes Bild wahrhaftig und tief bewegend. Eine ungeheure Leistung, Han Kang ist ein Genie.« Lisa McInerney
Book Information
Author Description
Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und ist die wichtigste literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für »Die Vegetarierin« wurde sie dafür gemeinsam mit ihrer Übersetzerin 2016 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet, für »Menschenwerk« mit dem renommierten italienischen Malaparte-Preis. »Weiß« war ebenfalls für den Booker Prize nominiert. 2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur. Sie lebt in Seoul. Zuletzt erschienen im Aufbau Verlag ihr Roman »Unmöglicher Abschied« und in Die Andere Bibliothek ihr Kinderbuch »Donnerfee und Blitzfee«.Alle lieferbaren Titel der Autorin sehen Sie unter aufbau-verlage.de.Mehr zur Autorin unter han-kang.net.
Posts
Wieder konnte mich Han Kang mit ihrem Buch begeistern. Diesmal als Hörbuch. Wunderbar gelesen von Rike Schmid. In der Geschichte geht es um die "große" Schwester, die ein paar Stunden nach der Geburt starb. Assoziationen mit der Farbe weiß werden mit der möglichen Geschichte verwoben, hätte die Schwester am Leben bleiben können. Muttermilch, Reis, Schnee, Atemwolken in der kalten Luft. Einfach wunderbar! Große Hörempfehlung! Lesen werde ich es auf jeden Fall auch irgendwann, bestimmt ist das Erlebnis dann noch intensiver.
"Stirb nicht, bitte stirb nicht." In einer eiskalten ungenannten Stadt fern der Heimat überfällt die Erzählerin plötzlich die Erinnerung an ihre ältere Schwester, die bei der Geburt in den Armen ihrer Mutter gestorben ist. Diese Erinnerung findet sie in allen Formen von Weiß wieder. "Weiß" ist kein Roman im eigentlichen Sinne, sondern eine Aufzählung von kleinen poetischen Miniaturen über die weißen Gegenstände, in die die Erinnerung an die unbekannte Schwester und die Auswirkungen auf ihr eigenes Leben verwoben sind. Auch wenn mir persönlich die Romane von Han Kang besser gefallen, da mir hier ihre skurrilen Figuren und unbarmherzigen Handlungsstränge fehlen, kann wohl nur Han Kang so schön über Tod, Verlust, Trauer und Schmerz schreiben.
Dieses Buch war eine echte Qual...
... für mich. Vielleicht habe ich literarische und poetische Kunst einfach nicht verstanden – aber für mich gab es hier keine wirkliche Handlung. Stattdessen besteht das Buch aus einer Reihe zusammenhangloser Texte, teilweise nur ein Absatz lang. Es hat mich weder neugierig gemacht noch emotional berührt. Für mich leider gar nichts.
25 Frauen 2025 - Buch 28: Die ältere Schwester der Ich-Erzählerin starb schon 2 Stunden nach der Geburt. Die Mutter bekam das Frühchen überraschend zuhause. "Stirb nicht. Bitte stirb nicht." Dies waren ihre letzte Worte an ihre Erstgeborene. Die Ich-Erzählerin denkt als Erwachsene über diese Schwester nach, die sie nie kennenlernte und schreibt daraufhin Miniaturen zum Thema Weiß. Meiner Meinung nach sollte man sich für die Lektüre Zeit nehmen, damit jeder kurze Text seine Wirkung entfalten kann. Für mich ist dieser Text als Gesamtheit melancholisch und tröstlich zugleich. Han Kang kreiiert wieder einmal etwas ganz Eigenes, etwas ganz Neues und Faszinierendes. Sie ist für mich ein literarisches Ausnahmetalent!
"In allen weissen Dingen werd ich dich spüren und für dich weiteratmen."
Weiss ist in Korea die Farbe der Trauer. Es geht also um diese so schwierge Emotion, das Abschiednehmen in Verbindung der farblosen, reinen Farbe. Han Kang führt uns hier in oft sehr kurzen Kapiteln in den Abschied ihrer älteren Schwester, die kurz nach der Geburt gestorben ist. Da die Autorin sie nie kennenlernen konnte, stellt sich die Frage nach der Beziehung. Angewiesen nur auf die Beschreibungen der Mutter scheint hier eine tiefe Trauer vererbt worden zu sein. Weiss als Ausdruck der Suche nach Kontur. Das Ungreifbare greifen zu wollen, halten zu müssen und es doch nicht zu vermögen. Hier liegt weniger eine Erzählung, eher ein Kunstwerk vor uns, dass sich durch viele Ideen und Beziehungsversuche, mehr aber noch durch die wunderbar schöne Sprache auszeichnet. Aber man darf sich in all diesem Weiss auch hin und wieder verloren fühlen. Wunderbar gelesen von Rike Schmid.
Eine rührende Sammlung an Kurzgeschichten
Ein von Han Kang sehr persönliches Werk im Bezug auf den Verlust einer geliebten Person und das Leben danach. In diesen kurzen Geschichten verarbeitet Han Kang den Verlust ihrer Schwester welche sie nie kennengelernt hat, deren Verlust in der Familie jedoch Jahre später zu spüren ist. In Form von weissen Objekten und Gegenständen beschreibt Hand Kang hier poetisch und einfühlsam den Tod aber auch die weiterlebende Erinnerungen die ihre Schwester bei ihr hinterlassen haben. Was wäre wenn sie hier wäre, wenn sie gelebt hätte. Weiss dient hier als Farbe der Unschuld und des unwissens und es ist grausam was der Fanilie so früh widerfahren ist. Dennoch muss ich sagen, dass mich ihre langen Romane und Bücher eindeutig besser fesseln können. Auch dieses Buch war literarisch ein Meisterwerk und Han Kang hat sich den Nobelpreis für Literatur mehr als verdient. Aber irgendwie fehlte hier bei mehreren Geschichten der Zusammenhang oder wurde erst später aufgedeckt, vieles wirkte durcheinander und unsortiert, wobei ich mir gut vorstellen kann das dies beabsichtigt war um das Thema und die Stimmung besser aufzugreifen. Es war bestimmt nicht leicht dieses Buch zu schreiben und daher ganz grosses Lob an die Autorin an der Stelle! Ich mochte ihre anderen Bücher zwar deutlich mehr, aber Weiß ist dennoch ein gutes Buch und ich bereue nicht es gelesen zu haben.
Die Beschäftigung mit der Vergänglichkeit. In kleinen Abschnitten und immer mit der Farbe Weiß verbunden. Faszinierend. Nachhallend. Seelenvoll. "Stille Wenn ein ewig lang scheinender Tag endlich zu Ende geht, braucht es eine Zeit, in der man nicht spricht. So wie man vor dem Ofen instinktiv die starren Hände zur Wärmequelle aus streckt, so braucht man Zeit, die Behaglichkeit des Schweigens in sich aufzunehmen."
*☆ In allen weißen Dingen werde ich Dich spüren und für Dich weitermachen☆ Zitat
Ein Buch mit Erzählungen zu persönlichen und menschlichen Erfahrungen im Bereich Trauer und Menschsein. Die Autorin packt mich mit jedem Buch mehr. Sie hat eine so poetische unverwechselbare Art mit doch sehr persönlichen Erfahrungen umzugehen , dass es einem nachhaltig ins Herz geht.
„Atemwölkchen An einem kalten Morgen,als sich vor ihrem Mund ein weißes Atemwölkchen bildet, ist das der Beweis,dass sie lebt,dass wir leben. Der Beweis dafür,dass unsere Körper warm sind. Kalte Luft dringt in unsere lichtleeren Lungen,wird von der Temperatur unseres Körpers erwärmt und strömt als weißes Wölkchen wieder hinaus. Das Wunder des Lebens, sichtbar in Form von in der Luft hängenden, weißgrauen Gebilden.“ 🤍
Ein sehr ruhiges Hörerlebnis
Ich wollte mal was kurzes für zwischendurch haben und generell mal etwas von Han kang hören o. lesen. Im Vergleich zu den Fantasy Romanen die ich sonst meistens lese, war das ja ziemlich unaufgeregt, aber es hat mir trotzdem irgendwie gefallen. Es gibt keine wirkliche Story, es sind eher aneinander Reihungen von Gedanken zu den entsprechenden Themen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen und war sehr bildhaft. Ich werde mir aufjedenfall noch die anderen Werke von der Autorin anschauen.
Han Kang verarbeitet in diesem kurzen Buch den Tod ihrer Schwester, die nur kurz nach ihrer Geburt gestorben ist. Weiß ist in Korea die Farbe der Trauer.
Es ist keine zusammenhängende Geschichte, es sind Miniaturen/kurze Gedanken und Assoziationen. Ich habe es als Hörbuch gehört, ganz wunderbar eingesprochen, und habe mich mittreiben lassen. Nichts zum Nebenher hören, eher zum ruhigen Zuhören und mitziehen lassen.
Große Empfehlung für eine kurze Lesepause von längeren Geschichten. Es regt zum Andenken an, berührt und eröffnet neue Blickwinkel auf Vergänglichkeit.
Trauer, Erinnerung, Vergänglichkeit: „Weiß“ ist eine autobiografische Geschichte, in der die Autorin mithilfe der Farbe Weiß eine Aufarbeitung von Traumata (Verlust eines Kindes; Kindheitstrauma) unternimmt. Was kann „Weiß“ alles bedeuten? Wofür steht die Farbe, welche Gegenstände gibt es? Han Kang gibt uns Denkanstöße in Form von kurzen Kapiteln, die sich wiederum in Form und Schreibweise unterscheiden (mal Verse, beinahe wie ein langes Gedicht/kurzer Epos, mal Fließtext). Mir gefällt diese Unordnung sehr gut, spiegelt es doch das Leben in seinen Fragmenten wieder. Weiß ist für Han Kang: Unschuld, Erinnerung, Krankheit, Trauer, Tod, Alltägliches, Natur.
Nachdem ich „Die Vegetarierin“ von Han Kang gehört habe, wollte ich mich gerne weiter mit Literatur der Literaturpreisträgerin dieses Jahres auseinandersetzen. Daher hab ich mich einem weiteren Werk zugewandt und „Weiß“ von Han Kang gehört. Es erschien in Deutschland 2020 beim Aufbau-Verlag, als Hörbuch im Finch&Zebra Verlag. Übersetzt von Ki-Hyang Lee. Gelesen von Rike Schmid. Han Kang verhandelt in diesem Roman, das Thema Trauer auf eine ganz besondere Art und Weise. Weiß ist in Südkorea die Farbe der Trauer. In drei Teilen findet die Auseinandersetzung mit dem Verlust eines Familienmitglieds des lyrischen Ichs statt. Verschiedene weiße Gegenstände werden vom lyrischen aich genauer betrachtet und gewissermaßen als Ausgangspunkt genommen, um Erinnerungen, Emotionen und Erlebnisse zu Schildern. Dabei gehts auch um eine Aufarbeitung von Familiengeschichte. Dabei reichen die Begriffe von Geburtshemd und Windel über naturalistische Begriffe wie Schnee und Nebel bis hin zum Leichentuch. Der Aufbau als Collage der einzelnen Abschnitte ist für mich ein schönes Stilmittel um prägnant, lyrisch und intensiv zu erzählen. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall nochmal aus der Bücherei ausleihen, da ich im Hörbuch die Tiefe gefühlt noch nicht ausreichend erfassen konnte. Die Lesart von Rike Schmid hat mir erneut sehr gut gefallen.
Ein Buch für lyrische Leser, die eher die leisen und melancholischen Töne mögen 🪶🤍
Han Kang hat mit „Weiß“ ein außergewöhnlich sensibles Buch geschrieben, welches tief berühren kann, wenn man dem sensiblen Thema Tod offen gegenüber treten kann. Die südkoreanische Autorin schreibt bedächtig und unaufgeregt, poetisch, lyrisch und kraftvoll. Die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt : die Protagonistin verarbeitet hier den Tod ihrer jüngeren, zu früh geborenen Schwester, welche kurz nach der Geburt gestorben ist. Dennoch schwingt der Nachhall ihrer Existenz wie ein roter Faden durch das Familienleben. Der Verlust und Abschied sind allgegenwärtig und verbunden mit einer großen Melancholie im Raum. Anhand der Farbe Weiß beschreibt Han Kang mithilfe zahlreicher Assoziationen, Stimmungsbildern und Erinnerungen ihr Verhältnis zu diesem Sternenkind der Familie. In oft nur ein- bis zweiseitigen Passagen evoziert sie weiße Gegenstände und Naturerscheinungen wie Nebel, Wickeltuch, Schneeflocke, Muttermilch, Zuckerwürfel, Wolken und Salz in emotionalen Prosa-Gedichten. Viele dieser kleinen Texte können unabhängig für sich als kleines poetisches Werk bestehen. Die Protagonistin scheint in allen Weiß-Begegnungen ihres Lebens ihre Schwester zu erinnern, was ihr Trost zu spenden vermag. Das Werk ist zudem mit feinen Schwarz-Weiß-Fotografien zum Thema ausgestaltet - ein weiterer künstlerischer Beitrag zu diesem zarten Abschiedswerk. Ein Buch für lyrische Leser, die eher die leisen und melancholischen Töne mögen. (habe es zunächst mit 4,5 Sternen bewertet, weil ich schauen möchte, ob es in mir nachhallt und in Erinnerung bleibt - sollte das der Fall sein, werde ich die Bewertung auf 5 Sterne anheben)
Ein stilles Meisterwerk auf einhundertfünfzig Seiten. 🤍
WEISS ... 🤍 ... wie Schnee, ... wie Salz, ... wie ein Taschentuch, ... wie ein Babyhemdchen, ... wie Rauch, ... wie der Mond, ... wie eine Kerze ... wie die Seele, ... wie die Trauer! "Weiß" ist die Trauerfarbe Koreas! In diesem Buch geht es um die Schwester der Erzählerin, die bei ihrer Geburt verstorben ist. Es ist nicht in Romanform verfasst, sondern lyrisch. Kleine Essays leiten uns, anhand weißer Dinge, durch die Geschichte und zeigen, wie nah Leben und Tod beieinander liegen. Dies lässt uns unser Leben, welches wir oftmals zu selbstverständlich ansehen, vergessen. Han Kang schafft es hier, auf "nur" 150 Seiten, in äußerst bewegender und außergewöhnlicher Sprache, uns eine große Nähe zu ihrem Werk zu bringen. Es ist ein stilles Buch für die dunkle Jahreszeit. Ich habe nun, alle bislang erschienenen Bücher der Autorin gelesen, aber keines hat mir so viel gegeben wie "Weiß". Es ist ein so wunderbar kostbares Buch, ein zerbrechlicher Schatz, den man behüten möchte. 🤍

In dieser autofiktionalen Geschichte schildert die Protagonistin ihr Leben mit der Trauer um den Tod ihrer älteren Schwester. In einer lyrischen Sprache nähert sich die Autorin der Mannigfaltigkeit dieses Gefühls, indem sie es über sein in Korea traditionelle Farbe „weiß“ beschreibt. „Weiß“ ist Raureif, Schnee aber auch Zucker. Ein Lebenslesehighlight, das mich tief berührt und gestärkt hat. Mehr dazu im Lesemonat Januar: https://youtu.be/veGfzeliFQk Viel Spass bei der Lektüre.
"Ich glaube, dass dies die besten Worte für einen Abschied sind. Bitte stirb nicht." ❤️🩹
In typischer Han-Kang-Manier erzählt die Autorin von einem Ereignis, das ihre Familiengeschichte geprägt hat: dem Tod ihrer älteren Schwester, die Han Kang nie kennenlernen konnte. Der Schreibstil ist wie immer voller Melancholie, die sich zwischen den Zeilen versteckt, und kleinen Messern, die sich, immer, wenn mensch es nicht erwartet, zwischen die Rippen bohren, direkt ins Herz. Über Dinge, die weiß sind, hangeln wir uns an der Geschichte entlang, ständig zwischen Leben und Tod und der Gewissheit, dass alles endlich ist. ❤️🩹 Den halben Stern Abzug gibt es nur, weil das Ende mMn ein Kapitel zu lange gezogen ist.

Nicht das letzte Buch von Han Kang
Mit den knapp 150 Seiten liest sich dieses Buch relativ schnell durch. Der Inhalt regt zum Nachdenken an bzw. soll dies eventuell tun. Ich kann das Gelesene jedoch noch nicht richtig greifen, weshalb ich sicher ein Re-read vornehmen werde. Da die Länge des Buches für einen Re-read zwischendurch geeignet ist, gibt mir dies Gelegenheit, mich mit dem Geschriebenen erneut auseinanderzusetzen und die darin liegende Tiefgründigkeit besser zu verstehen. Vielleicht war es für mich auch nicht der richtige Tag, um den Inhalt oder die Bedeutung wirklich greifbar zu verstehen. Trotz allem ist dies ein lesenswertes Buch, mit einem tollen Schreibstil und einem guten ersten Einblick in die Werke der Autorin.
In zarter Poesie beschreibt die Erzählerin die weißen Fragmente unserer Welt - von Schnee über Salz - und verabschiedet sich von einer Schwester, die sie nie kennenlernen durfte. Leben, Abschied, Trauer, Schmerz und Einsamkeit finden ihren Platz in stiller Lyrik mit eindringlichen Metaphern, die eine abstrakte Erzählung bilden, die mich gleichermaßen gefordert und berührt hat.
"Es gibt bestimmte Erinnerungen, die vom Zahn der Zeit unberührt geblieben sind. Es ist nicht wahr, dass alles von Zeit und Leid gefärbt ist. Es ist nicht wahr, dass sie alles in den Ruin treiben." Das Buch handelt von einer namenlosen Frau, die erfährt, dass sie eine tote Schwester hatte, die kurz nach der Geburt gestorben ist. In einzelnen Episoden gedenkt sie dieser Schwester und denkt über Tod und Vergänglichkeit nach. Ein Buch dass eher eine Aneinanderreihung von Episoden und Gedanken ist, kein zusammenhängender Plot. Das Ganze ist sehr philosophisch und regt zum nachdenken an. Ist teilweise aber auch recht anstrengend zu lesen und verstanden habe ich bestimmt nicht Alles. Man muss sich drauf einlassen und vielleicht auch die südkoreanische Kultur etwas besser kennen als ich um mehr aus der Geschichte herausholen zu können
⭐️⭐️⭐️⭐️ Sterne
Während eines winterlichen Aufenthalts in einer europäischen Stadt wird die Erzählerin unvermittelt von der Erinnerung an ihre Schwester eingeholt, die als Neugeborenes in den Armen der Mutter starb. Dieses frühe Trauma hat das Leben der Familie nachhaltig geprägt. Immer wieder kehrt es in Bildern von Weiß zurück – dem Weiß der Muttermilch, der Windel, der reiskuchenweißen Haut des Babys – und verbindet Gegenwart und Vergangenheit zu einer stillen, schmerzhaften Reflexion über Verlust und Erinnerung. ✨ Meine Meinung: Ein sehr poetisches Buch, das Trauer und Verlust auf eine leise, eindringliche Weise beschreibt. Es ist keine Geschichte, wie ich sie sonst lese, aber genau das hat mir gefallen 🤍 Die Sprache ist zurückhaltend und gleichzeitig kraftvoll und viele Bilder wirken noch lange nach.

Ich bin schon vor langer Zeit davon abgekommen, mir nach der Verkündung des Literaturnobelpreises ein Buch der Preisträgerin / des Preisträgers zu kaufen. Das hat eine Reihe von Gründen, zu denen unter anderem gehört, dass ich persönlich mit Lyrik/Poesie wenig anfangen kann und stressbedingt meine Aufmerksamkeitsspanne nicht mehr so richtig für Bücher reicht, die etwas sperrig sind oder etwas länger brauchen. Bei Han Kang speziell war es jetzt so, dass ich vor Jahren „Die Vegetarierin" gelesen habe und das Buch mich etwas ratlos hinterlassen hat. Ich zunächst bis zu einem gewissen Punkt begeistert war und mich die Geschichte dann komplett verloren hat. Weil der Anfang mir aber so gut gefallen hatte, habe ich beschlossen, Han Kang noch einmal eine Chance zu geben. Sehr großzügig von mir, ich weiß. Und wer das jetzt alles und „Weiß" schon gelesen hat, wird sich vielleicht fragen, ob das jetzt wirklich die beste Wahl dafür war. Denn in diesem Buch verarbeitet Han Kang das Thema Trauer, konkret den Tod ihrer alteren Schwester, mit vielen kurzen Texten rund um Dinge, deren Gemeinsamkeit ist, dass sie weiß sind. Und auch wenn es immer noch nicht meine Literaturform ist, so haben mich die tolle Sprache und das Melancholische, das mir sehr nah ist, wieder überzeugt, auch weitere Werke von Han Kang lesen zu wollen. Wenn jemand einen Tipp hat, womit ich anfangen sollte, gerne in die Kommentare.
Weiß von Han Kang Weiß ist kein Roman im klassischen Sinn, sondern ein leises, fragmentarisches Buch, das sich über Bilder, Assoziationen und Gedanken entfaltet. Im Zentrum steht die Farbe Weiß in all ihren Bedeutungen: als Symbol für Reinheit, Leere, Trauer, Erinnerung und Vergänglichkeit. Han Kang verbindet poetische Bilder mit persönlichen Gedanken, besonders rund um Verlust und das Weiterleben danach. Das Buch fühlt sich eher an wie eine Sammlung von Momenten und Empfindungen als wie ein zusammenhängender Text. Mich hat beeindruckt, wie fein und zurückhaltend hier über Trauer geschrieben wird. Der Verlust der Schwester ist ständig präsent, ohne je direkt im Mittelpunkt zu stehen. Vieles bleibt angedeutet, fast flüchtig, was dem Buch eine sehr fragile Stimmung verleiht. Gleichzeitig fiel es mir nicht immer leicht, bei der Lektüre dranzubleiben. Die starke Abstraktion und das Fehlen einer klaren Struktur haben dafür gesorgt, dass ich emotional nicht durchgehend Zugang gefunden habe. Manche Passagen wirkten auf mich eher distanziert als berührend, sodass das Buch für mich mehr auf einer ästhetischen als auf einer inhaltlichen Ebene funktioniert hat. Weiß ist ein besonderes, stilles Buch, das sicher viele Leser:innen tief erreichen kann. Für mich blieb es jedoch etwas zu entrückt, um wirklich lange nachzuwirken – interessant und atmosphärisch, aber nicht vollständig überzeugend. ★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)
still und zugleich kraftvoll
Weiß von Han Kang hat mich tief berührt. Die kurzen, minimalistischen Beschreibungen haben es dennoch geschafft, Gefühle und Situationen perfekt einzufangen. Beim Lesen musste ich mein Tempo drosseln, bewusster die Zeilen wahrnehmen und mich auf eine ganz neue Weise auf das Buch einlassen. Dadurch wurde das Lesen selbst zu einem intensiven Erlebnis. Han Kang hat es geschafft, mich vollständig in ihre Reise hineinzuziehen und mir eine neue Sicht auf das Lesen zu eröffnen – still und zugleich kraftvoll.
Triggerwarnung: in diesem Buch geht es um Trauer und den Verlust eines Familienmitglieds. Weiß. Weiß wie Schnee. Weiß wie Würfelzucker. Weiß wie eine Feder. Weiß wie ein Taschentuch. Weiß wie Reiskuchen. Weiß, die Trauerfarbe in Korea. Es geht um Trauer in diesem Buch. Die Trauer um die Schwester, die bei Ihrer Geburt gestorben ist und wie alles Weiße und vor allem die Schönheit von Reiskuchen sie immer wieder an ihre verstorbene Schwester erinnert. Dieses Buch ist kein Roman, sondern Lyrik. Es sind Gedichte, die immer wieder auf die Trauer und den Verlust zielen, die die Erzählerin und ihre ganze Familie betreffen. Die Autorin Han Kang schafft es, aus einer so zutiefst persönlichen Erinnerung eine literarische Erzählung zu erschaffen. Für mich persönlich war es das erste Buch in diese Richtung und hat mich sehr überrascht, da ich es so nicht erwartet hatte. Dennoch konnten die sensiblen Texte mich erreichen und auf den nur 150 Seiten die Trauer gut spüren lassen. Wer gerne Lyrik liest oder es auch einmal probieren will, dem kann ich das Buch empfehlen. Aktuell ist mein Exemplar tatsächlich auf Buchreise, also wer es auch probieren möchte, den kann ich gerne hinzufügen!

Han Kangs Bücher sind Kunstwerke, gepaart mit Magie und Emotionen. Es ist nun mein zweites Buch von ihr, was ich gelesen habe und es fällt mir schwer, es gehen zu lassen, obwohl wir nur einen Tag zusammen verbracht haben, aber vielleicht liegt es genau daran? Schließlich geht es in dem Buch um Verlust und Trauer.

Kurze, poetische Texte
Die poetische Sprache hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt sind mir die Texte zu erdrückend. Die meisten konnte ich nicht nachvollziehen. Mich persönlich konnte dieses Büchlein aus diesem Grund leider nicht erreichen. Ich erlaube mir noch kein Urteil über die mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichneten Autorin Han Kang.
Meditation und Trauer
Das Buch besteht aus kleinen poetischen Kurztexten und beschäftigt sich mit dem Tod der kleinen Schwester Han Kangs. Es gilt als das persönlichste Buch von ihr, was ich so nachvollziehen kann. Sie schreibt ganz anders und erzählt von ihren persönlichen Abwägungen zu Trauer, Leben und Tod. Ich musste mich echt auf das Buch einlassen und teils konzentrieren, da es ähnlich wie der Titel sehr ruhig und bedächtig ist. Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen.
Auf berührende Weise verarbeitet Han Kang den Verlust ihrer älteren Schwester, die sie nie kennen lernen durfte, deren Tod aber für immer einen Schleier über die Familie gelegt hat. Weiss ist in Korea die Farbe der Trauer und so widmet Han Kang auch dieser Farbe dieses Buch. In Kurzgeschichten, die allesamt mit etwas weißem zu tun haben, verwandelt die Autorin ihre Trauer in nahezu poetische Worte, die mit einem melancholischen Unterton zum Mitfühlen und Nachdenken anregen.
Weniger ein Roman, eher eine Mischung aus Prosa und Lyrik. Deshalb war ich zu Beginn auch etwas irritiert, da ich mit etwas anderem gerechnet hatte. Ich verstehe allerdings warum ihre Werke augenscheinlich so gut ankommen, Han Kang weiß mit Worten umzugehen und schafft es zu verdeutlichen, dass man im Leben trotz des Todes in allerlei Formen Licht und Hoffnung finden kann.
„Ohne Wenn und Aber wage ich den Schritt in eine Zeit, die ich noch nicht gelebt habe, und in ein Buch, das ich noch nicht geschrieben habe.“ S. 10
Zugegeben – mit hoher Erwartung ging ich an das Buch heran. Da es sich um eine koreanische Übersetzung handelt, gestehe ich dem Text zu, dass dabei möglicherweise Bedeutungsnuancen verloren gegangen sein könnten. Dennoch empfand ich einige Sätze und Passagen stellenweise als zusammenhangslos. Auch das Thema erschien mir zu weit gefasst – fast so, als wurde sich zu sehr an der Idee einer Sammlung rund um die Farbe Weiß festgeklammert. Trotzdem fanden sich einige schöne Formulierungen und eindrucksvolle Stücke Kurzprosa, die mir gut gefallen haben. Das Buch hält mich daher nicht davon ab, mich auch auf weitere Werke der Autorin einzulassen.
Zart und poetisch
Es fällt mir schwer, zu schwer, Sterne zu vergeben. Dieses Buch ist so ganz anders als alle anderen Bücher - nicht unbedingt besser oder berührender, nicht spannend oder facettenreich. Dennoch berührt es mich auf ganz subtile und zarte Weise, so friedlich und rein. Ich glaube, es muss noch nachwirken. Vielleicht entscheide ich mich dann für die Sterne. Jetzt gerade bin ich noch - Zustand unklar.
Han Kangs "Weiß" (übersetzt von Ki-Hyang Lee, schon 2016 im koreanischen Original erschienen) ist kurz, gut, nachdenklich, mit Photographien - also eignet es sich zum Verschenken. Es hat mir aber dann doch so sehr gefallen, dass ich es bisher nicht verschenken wollte. Han Kang ist mit [b:Die Vegetarierin|31446792|Die Vegetarierin|Han Kang|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1471214291l/31446792._SY75_.jpg|18449744] weltweit berühmt geworden, das ich leider noch nicht gelesen habe. Bestimmt auch deswegen bekam sie ein Schreibstipendium in Warschau, in dem dieses Buch entstanden ist. Das gesamte Buch geht assoziativ von der Farbe "Weiß" aus. Assoziationen sind immer ein wenig eigenartig, sie stimmen nicht so recht, einige Male gehen einem die Sprünge zu schnell. Doch es gibt ein verstecktes übergeordnetes Thema, dass diese Assoziationen aneinander bindet und dieses Buch sehr gut werden lässt - bevor Han Kang geboren wurde, hatte ihre Mutter bereits eine Tochter, die aber nach nur sehr, sehr kurzer Lebenszeit verstorben ist. Han Kang fragt sich, inwieweit ihr Leben mit dieser Schwester anders gewesen wäre, ob sie überhaupt existiert hätte, wenn es ihre Schwester geschafft hätte - ob ihre Schwester so geworden wäre, wie sie so ist - ob sie ihr den Platz auf der Welt nimmt - ob ihre Mutter dieser Schwester nachtrauert und dass sie dann als überlebendes Kind negativ beeinflusste. Existenzielle und traurige Fragen. Durch die Assoziationen zu den weißen Dingen geht es auch kurz um Warschau und den Nationalsozialismus. Es geht um zwei durch Unfälle verstorbene Kommilitonen. Um Schnee und den Winter. Nur manchmal wirken die Dinge dann doch zu unverbunden, wirken die beschriebenen Dinge zu wenig ausgeleuchtet. Am allerschönsten fand ich die Gedichte. Eins sei hier zitiert: Sand (Han Kang) Und sie vergaß oft. Dass ihr Körper, wie jedermanns Körper, ein Haus aus Sand ist. Dass er auseinanderfallen kann und schon dabei ist zu zerbröckeln. Dass er unaufhörlich zwischen ihren Fingern zerrinnt.
Han Kang verarbeitet in “Weiß” ein Ereignis, das sie selbst nicht miterlebte, aber ohne das sie vielleicht nie geboren worden wäre: Ihre Mutter brachte ganz alleine in einer entlegenen Gegend ein Kind verfrüht zur Welt, das wenige Stunden danach starb. Dieser Schwester widmet die Autorin ihre Gedanken in “Weiß”, kleine lyrische Vignetten, die sich jeweils um einen weißen Gegenstand kreisen - die Farbe der Unschuld, der Reinheit, des Neugeborenen. Die Erinnerungen treten an die Oberfläche, während sich Kang in einer nördlichen, kalten Stadt “am anderen Ende der Welt” (vermutlich Warschau) aufhält, sich durch ihr Fremdsein isoliert fühlt und von Migräneattacken heimgesucht wird. Da das Leben der Schwester ungelebt blieb, darf sie in Kangs Zeilen Teil deren Welt werden, in der Imagination an ihrer Stelle leben. Es wird gezeigt, wie die Farbe Weiß zwar rein und schön ist, aber anhand von Schnee, Eis und Gischt auch unerbittlich, vergänglich und kalt sein kann. Dieses Bild und die damit verbundenen Assoziationen haben mich beim Lesen sehr eingenommen. Allerdings blieb der Text für mich auf dieser Ebene stehen. Mit Ausnahme von einzelnen wenigen Passagen konnte ich wenig profunde Bedeutung für mich herausnehmen, die über das Offensichtliche hinausging. Leider habe ich das Buch daher am Ende ohne tiefgreifenden Eindruck weggelegt, obwohl ich die Anlage des Werkes, das mit einigen passenden Fotos ergänzt wurde, sehr vielversprechend fand. Für mich ein Reread-Kandidat für eine andere Stimmung, eine andere Zeit, den ich zwar im Moment des Lesens genossen habe, aber aus dem ich zu jenem Zeitpunkt unverändert hervorging.
Description
Nobelpreis für Literatur 2024.
Han Kangs persönlichstes Buch.
»Ich glaube, dass dies die besten Worte für einen Abschied sind. Bitte stirb nicht. Lebe.«
Während eines Aufenthalts in einer europäischen Stadt, die im weißen Winterschlaf liegt, überfällt die Erzählerin plötzlich die Erinnerung an ihre Schwester, die als Neugeborenes in den Armen der Mutter starb. Sie ringt mit dieser Tragödie, die das Leben ihrer Familie bestimmt hat, ein Ereignis, das in Bildern von Weiß wieder und wieder aufscheint: das Weiß der Muttermilch, der Windel, der reiskuchenweißen Haut des kleinen Mädchens. Nur eine Autorin wie Han Kang vermag es, aus einer so zutiefst persönlichen Erinnerung eine große literarische Erzählung zu erschaffen: »Weiß« ist ein Buch über Trauer und die Widerstandskraft des menschlichen Daseins -- Han Kangs persönlichstes Buch und zugleich ihr literarisches Meisterstück.
»Ein geheimnisvoller Text, der es vermag, Schmerz durch Sprache zu überwinden.« Deborah Levy, The Guardian
»›Weiß‹ ist ein tiefgründiges und kostbares Werk. Die Sprache ist schmerzlich persönlich, jedes Bild wahrhaftig und tief bewegend. Eine ungeheure Leistung, Han Kang ist ein Genie.« Lisa McInerney
Book Information
Author Description
Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und ist die wichtigste literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für »Die Vegetarierin« wurde sie dafür gemeinsam mit ihrer Übersetzerin 2016 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet, für »Menschenwerk« mit dem renommierten italienischen Malaparte-Preis. »Weiß« war ebenfalls für den Booker Prize nominiert. 2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur. Sie lebt in Seoul. Zuletzt erschienen im Aufbau Verlag ihr Roman »Unmöglicher Abschied« und in Die Andere Bibliothek ihr Kinderbuch »Donnerfee und Blitzfee«.Alle lieferbaren Titel der Autorin sehen Sie unter aufbau-verlage.de.Mehr zur Autorin unter han-kang.net.
Posts
Wieder konnte mich Han Kang mit ihrem Buch begeistern. Diesmal als Hörbuch. Wunderbar gelesen von Rike Schmid. In der Geschichte geht es um die "große" Schwester, die ein paar Stunden nach der Geburt starb. Assoziationen mit der Farbe weiß werden mit der möglichen Geschichte verwoben, hätte die Schwester am Leben bleiben können. Muttermilch, Reis, Schnee, Atemwolken in der kalten Luft. Einfach wunderbar! Große Hörempfehlung! Lesen werde ich es auf jeden Fall auch irgendwann, bestimmt ist das Erlebnis dann noch intensiver.
"Stirb nicht, bitte stirb nicht." In einer eiskalten ungenannten Stadt fern der Heimat überfällt die Erzählerin plötzlich die Erinnerung an ihre ältere Schwester, die bei der Geburt in den Armen ihrer Mutter gestorben ist. Diese Erinnerung findet sie in allen Formen von Weiß wieder. "Weiß" ist kein Roman im eigentlichen Sinne, sondern eine Aufzählung von kleinen poetischen Miniaturen über die weißen Gegenstände, in die die Erinnerung an die unbekannte Schwester und die Auswirkungen auf ihr eigenes Leben verwoben sind. Auch wenn mir persönlich die Romane von Han Kang besser gefallen, da mir hier ihre skurrilen Figuren und unbarmherzigen Handlungsstränge fehlen, kann wohl nur Han Kang so schön über Tod, Verlust, Trauer und Schmerz schreiben.
Dieses Buch war eine echte Qual...
... für mich. Vielleicht habe ich literarische und poetische Kunst einfach nicht verstanden – aber für mich gab es hier keine wirkliche Handlung. Stattdessen besteht das Buch aus einer Reihe zusammenhangloser Texte, teilweise nur ein Absatz lang. Es hat mich weder neugierig gemacht noch emotional berührt. Für mich leider gar nichts.
25 Frauen 2025 - Buch 28: Die ältere Schwester der Ich-Erzählerin starb schon 2 Stunden nach der Geburt. Die Mutter bekam das Frühchen überraschend zuhause. "Stirb nicht. Bitte stirb nicht." Dies waren ihre letzte Worte an ihre Erstgeborene. Die Ich-Erzählerin denkt als Erwachsene über diese Schwester nach, die sie nie kennenlernte und schreibt daraufhin Miniaturen zum Thema Weiß. Meiner Meinung nach sollte man sich für die Lektüre Zeit nehmen, damit jeder kurze Text seine Wirkung entfalten kann. Für mich ist dieser Text als Gesamtheit melancholisch und tröstlich zugleich. Han Kang kreiiert wieder einmal etwas ganz Eigenes, etwas ganz Neues und Faszinierendes. Sie ist für mich ein literarisches Ausnahmetalent!
"In allen weissen Dingen werd ich dich spüren und für dich weiteratmen."
Weiss ist in Korea die Farbe der Trauer. Es geht also um diese so schwierge Emotion, das Abschiednehmen in Verbindung der farblosen, reinen Farbe. Han Kang führt uns hier in oft sehr kurzen Kapiteln in den Abschied ihrer älteren Schwester, die kurz nach der Geburt gestorben ist. Da die Autorin sie nie kennenlernen konnte, stellt sich die Frage nach der Beziehung. Angewiesen nur auf die Beschreibungen der Mutter scheint hier eine tiefe Trauer vererbt worden zu sein. Weiss als Ausdruck der Suche nach Kontur. Das Ungreifbare greifen zu wollen, halten zu müssen und es doch nicht zu vermögen. Hier liegt weniger eine Erzählung, eher ein Kunstwerk vor uns, dass sich durch viele Ideen und Beziehungsversuche, mehr aber noch durch die wunderbar schöne Sprache auszeichnet. Aber man darf sich in all diesem Weiss auch hin und wieder verloren fühlen. Wunderbar gelesen von Rike Schmid.
Eine rührende Sammlung an Kurzgeschichten
Ein von Han Kang sehr persönliches Werk im Bezug auf den Verlust einer geliebten Person und das Leben danach. In diesen kurzen Geschichten verarbeitet Han Kang den Verlust ihrer Schwester welche sie nie kennengelernt hat, deren Verlust in der Familie jedoch Jahre später zu spüren ist. In Form von weissen Objekten und Gegenständen beschreibt Hand Kang hier poetisch und einfühlsam den Tod aber auch die weiterlebende Erinnerungen die ihre Schwester bei ihr hinterlassen haben. Was wäre wenn sie hier wäre, wenn sie gelebt hätte. Weiss dient hier als Farbe der Unschuld und des unwissens und es ist grausam was der Fanilie so früh widerfahren ist. Dennoch muss ich sagen, dass mich ihre langen Romane und Bücher eindeutig besser fesseln können. Auch dieses Buch war literarisch ein Meisterwerk und Han Kang hat sich den Nobelpreis für Literatur mehr als verdient. Aber irgendwie fehlte hier bei mehreren Geschichten der Zusammenhang oder wurde erst später aufgedeckt, vieles wirkte durcheinander und unsortiert, wobei ich mir gut vorstellen kann das dies beabsichtigt war um das Thema und die Stimmung besser aufzugreifen. Es war bestimmt nicht leicht dieses Buch zu schreiben und daher ganz grosses Lob an die Autorin an der Stelle! Ich mochte ihre anderen Bücher zwar deutlich mehr, aber Weiß ist dennoch ein gutes Buch und ich bereue nicht es gelesen zu haben.
Die Beschäftigung mit der Vergänglichkeit. In kleinen Abschnitten und immer mit der Farbe Weiß verbunden. Faszinierend. Nachhallend. Seelenvoll. "Stille Wenn ein ewig lang scheinender Tag endlich zu Ende geht, braucht es eine Zeit, in der man nicht spricht. So wie man vor dem Ofen instinktiv die starren Hände zur Wärmequelle aus streckt, so braucht man Zeit, die Behaglichkeit des Schweigens in sich aufzunehmen."
*☆ In allen weißen Dingen werde ich Dich spüren und für Dich weitermachen☆ Zitat
Ein Buch mit Erzählungen zu persönlichen und menschlichen Erfahrungen im Bereich Trauer und Menschsein. Die Autorin packt mich mit jedem Buch mehr. Sie hat eine so poetische unverwechselbare Art mit doch sehr persönlichen Erfahrungen umzugehen , dass es einem nachhaltig ins Herz geht.
„Atemwölkchen An einem kalten Morgen,als sich vor ihrem Mund ein weißes Atemwölkchen bildet, ist das der Beweis,dass sie lebt,dass wir leben. Der Beweis dafür,dass unsere Körper warm sind. Kalte Luft dringt in unsere lichtleeren Lungen,wird von der Temperatur unseres Körpers erwärmt und strömt als weißes Wölkchen wieder hinaus. Das Wunder des Lebens, sichtbar in Form von in der Luft hängenden, weißgrauen Gebilden.“ 🤍
Ein sehr ruhiges Hörerlebnis
Ich wollte mal was kurzes für zwischendurch haben und generell mal etwas von Han kang hören o. lesen. Im Vergleich zu den Fantasy Romanen die ich sonst meistens lese, war das ja ziemlich unaufgeregt, aber es hat mir trotzdem irgendwie gefallen. Es gibt keine wirkliche Story, es sind eher aneinander Reihungen von Gedanken zu den entsprechenden Themen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen und war sehr bildhaft. Ich werde mir aufjedenfall noch die anderen Werke von der Autorin anschauen.
Han Kang verarbeitet in diesem kurzen Buch den Tod ihrer Schwester, die nur kurz nach ihrer Geburt gestorben ist. Weiß ist in Korea die Farbe der Trauer.
Es ist keine zusammenhängende Geschichte, es sind Miniaturen/kurze Gedanken und Assoziationen. Ich habe es als Hörbuch gehört, ganz wunderbar eingesprochen, und habe mich mittreiben lassen. Nichts zum Nebenher hören, eher zum ruhigen Zuhören und mitziehen lassen.
Große Empfehlung für eine kurze Lesepause von längeren Geschichten. Es regt zum Andenken an, berührt und eröffnet neue Blickwinkel auf Vergänglichkeit.
Trauer, Erinnerung, Vergänglichkeit: „Weiß“ ist eine autobiografische Geschichte, in der die Autorin mithilfe der Farbe Weiß eine Aufarbeitung von Traumata (Verlust eines Kindes; Kindheitstrauma) unternimmt. Was kann „Weiß“ alles bedeuten? Wofür steht die Farbe, welche Gegenstände gibt es? Han Kang gibt uns Denkanstöße in Form von kurzen Kapiteln, die sich wiederum in Form und Schreibweise unterscheiden (mal Verse, beinahe wie ein langes Gedicht/kurzer Epos, mal Fließtext). Mir gefällt diese Unordnung sehr gut, spiegelt es doch das Leben in seinen Fragmenten wieder. Weiß ist für Han Kang: Unschuld, Erinnerung, Krankheit, Trauer, Tod, Alltägliches, Natur.
Nachdem ich „Die Vegetarierin“ von Han Kang gehört habe, wollte ich mich gerne weiter mit Literatur der Literaturpreisträgerin dieses Jahres auseinandersetzen. Daher hab ich mich einem weiteren Werk zugewandt und „Weiß“ von Han Kang gehört. Es erschien in Deutschland 2020 beim Aufbau-Verlag, als Hörbuch im Finch&Zebra Verlag. Übersetzt von Ki-Hyang Lee. Gelesen von Rike Schmid. Han Kang verhandelt in diesem Roman, das Thema Trauer auf eine ganz besondere Art und Weise. Weiß ist in Südkorea die Farbe der Trauer. In drei Teilen findet die Auseinandersetzung mit dem Verlust eines Familienmitglieds des lyrischen Ichs statt. Verschiedene weiße Gegenstände werden vom lyrischen aich genauer betrachtet und gewissermaßen als Ausgangspunkt genommen, um Erinnerungen, Emotionen und Erlebnisse zu Schildern. Dabei gehts auch um eine Aufarbeitung von Familiengeschichte. Dabei reichen die Begriffe von Geburtshemd und Windel über naturalistische Begriffe wie Schnee und Nebel bis hin zum Leichentuch. Der Aufbau als Collage der einzelnen Abschnitte ist für mich ein schönes Stilmittel um prägnant, lyrisch und intensiv zu erzählen. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall nochmal aus der Bücherei ausleihen, da ich im Hörbuch die Tiefe gefühlt noch nicht ausreichend erfassen konnte. Die Lesart von Rike Schmid hat mir erneut sehr gut gefallen.
Ein Buch für lyrische Leser, die eher die leisen und melancholischen Töne mögen 🪶🤍
Han Kang hat mit „Weiß“ ein außergewöhnlich sensibles Buch geschrieben, welches tief berühren kann, wenn man dem sensiblen Thema Tod offen gegenüber treten kann. Die südkoreanische Autorin schreibt bedächtig und unaufgeregt, poetisch, lyrisch und kraftvoll. Die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt : die Protagonistin verarbeitet hier den Tod ihrer jüngeren, zu früh geborenen Schwester, welche kurz nach der Geburt gestorben ist. Dennoch schwingt der Nachhall ihrer Existenz wie ein roter Faden durch das Familienleben. Der Verlust und Abschied sind allgegenwärtig und verbunden mit einer großen Melancholie im Raum. Anhand der Farbe Weiß beschreibt Han Kang mithilfe zahlreicher Assoziationen, Stimmungsbildern und Erinnerungen ihr Verhältnis zu diesem Sternenkind der Familie. In oft nur ein- bis zweiseitigen Passagen evoziert sie weiße Gegenstände und Naturerscheinungen wie Nebel, Wickeltuch, Schneeflocke, Muttermilch, Zuckerwürfel, Wolken und Salz in emotionalen Prosa-Gedichten. Viele dieser kleinen Texte können unabhängig für sich als kleines poetisches Werk bestehen. Die Protagonistin scheint in allen Weiß-Begegnungen ihres Lebens ihre Schwester zu erinnern, was ihr Trost zu spenden vermag. Das Werk ist zudem mit feinen Schwarz-Weiß-Fotografien zum Thema ausgestaltet - ein weiterer künstlerischer Beitrag zu diesem zarten Abschiedswerk. Ein Buch für lyrische Leser, die eher die leisen und melancholischen Töne mögen. (habe es zunächst mit 4,5 Sternen bewertet, weil ich schauen möchte, ob es in mir nachhallt und in Erinnerung bleibt - sollte das der Fall sein, werde ich die Bewertung auf 5 Sterne anheben)
Ein stilles Meisterwerk auf einhundertfünfzig Seiten. 🤍
WEISS ... 🤍 ... wie Schnee, ... wie Salz, ... wie ein Taschentuch, ... wie ein Babyhemdchen, ... wie Rauch, ... wie der Mond, ... wie eine Kerze ... wie die Seele, ... wie die Trauer! "Weiß" ist die Trauerfarbe Koreas! In diesem Buch geht es um die Schwester der Erzählerin, die bei ihrer Geburt verstorben ist. Es ist nicht in Romanform verfasst, sondern lyrisch. Kleine Essays leiten uns, anhand weißer Dinge, durch die Geschichte und zeigen, wie nah Leben und Tod beieinander liegen. Dies lässt uns unser Leben, welches wir oftmals zu selbstverständlich ansehen, vergessen. Han Kang schafft es hier, auf "nur" 150 Seiten, in äußerst bewegender und außergewöhnlicher Sprache, uns eine große Nähe zu ihrem Werk zu bringen. Es ist ein stilles Buch für die dunkle Jahreszeit. Ich habe nun, alle bislang erschienenen Bücher der Autorin gelesen, aber keines hat mir so viel gegeben wie "Weiß". Es ist ein so wunderbar kostbares Buch, ein zerbrechlicher Schatz, den man behüten möchte. 🤍

In dieser autofiktionalen Geschichte schildert die Protagonistin ihr Leben mit der Trauer um den Tod ihrer älteren Schwester. In einer lyrischen Sprache nähert sich die Autorin der Mannigfaltigkeit dieses Gefühls, indem sie es über sein in Korea traditionelle Farbe „weiß“ beschreibt. „Weiß“ ist Raureif, Schnee aber auch Zucker. Ein Lebenslesehighlight, das mich tief berührt und gestärkt hat. Mehr dazu im Lesemonat Januar: https://youtu.be/veGfzeliFQk Viel Spass bei der Lektüre.
"Ich glaube, dass dies die besten Worte für einen Abschied sind. Bitte stirb nicht." ❤️🩹
In typischer Han-Kang-Manier erzählt die Autorin von einem Ereignis, das ihre Familiengeschichte geprägt hat: dem Tod ihrer älteren Schwester, die Han Kang nie kennenlernen konnte. Der Schreibstil ist wie immer voller Melancholie, die sich zwischen den Zeilen versteckt, und kleinen Messern, die sich, immer, wenn mensch es nicht erwartet, zwischen die Rippen bohren, direkt ins Herz. Über Dinge, die weiß sind, hangeln wir uns an der Geschichte entlang, ständig zwischen Leben und Tod und der Gewissheit, dass alles endlich ist. ❤️🩹 Den halben Stern Abzug gibt es nur, weil das Ende mMn ein Kapitel zu lange gezogen ist.

Nicht das letzte Buch von Han Kang
Mit den knapp 150 Seiten liest sich dieses Buch relativ schnell durch. Der Inhalt regt zum Nachdenken an bzw. soll dies eventuell tun. Ich kann das Gelesene jedoch noch nicht richtig greifen, weshalb ich sicher ein Re-read vornehmen werde. Da die Länge des Buches für einen Re-read zwischendurch geeignet ist, gibt mir dies Gelegenheit, mich mit dem Geschriebenen erneut auseinanderzusetzen und die darin liegende Tiefgründigkeit besser zu verstehen. Vielleicht war es für mich auch nicht der richtige Tag, um den Inhalt oder die Bedeutung wirklich greifbar zu verstehen. Trotz allem ist dies ein lesenswertes Buch, mit einem tollen Schreibstil und einem guten ersten Einblick in die Werke der Autorin.
In zarter Poesie beschreibt die Erzählerin die weißen Fragmente unserer Welt - von Schnee über Salz - und verabschiedet sich von einer Schwester, die sie nie kennenlernen durfte. Leben, Abschied, Trauer, Schmerz und Einsamkeit finden ihren Platz in stiller Lyrik mit eindringlichen Metaphern, die eine abstrakte Erzählung bilden, die mich gleichermaßen gefordert und berührt hat.
"Es gibt bestimmte Erinnerungen, die vom Zahn der Zeit unberührt geblieben sind. Es ist nicht wahr, dass alles von Zeit und Leid gefärbt ist. Es ist nicht wahr, dass sie alles in den Ruin treiben." Das Buch handelt von einer namenlosen Frau, die erfährt, dass sie eine tote Schwester hatte, die kurz nach der Geburt gestorben ist. In einzelnen Episoden gedenkt sie dieser Schwester und denkt über Tod und Vergänglichkeit nach. Ein Buch dass eher eine Aneinanderreihung von Episoden und Gedanken ist, kein zusammenhängender Plot. Das Ganze ist sehr philosophisch und regt zum nachdenken an. Ist teilweise aber auch recht anstrengend zu lesen und verstanden habe ich bestimmt nicht Alles. Man muss sich drauf einlassen und vielleicht auch die südkoreanische Kultur etwas besser kennen als ich um mehr aus der Geschichte herausholen zu können
⭐️⭐️⭐️⭐️ Sterne
Während eines winterlichen Aufenthalts in einer europäischen Stadt wird die Erzählerin unvermittelt von der Erinnerung an ihre Schwester eingeholt, die als Neugeborenes in den Armen der Mutter starb. Dieses frühe Trauma hat das Leben der Familie nachhaltig geprägt. Immer wieder kehrt es in Bildern von Weiß zurück – dem Weiß der Muttermilch, der Windel, der reiskuchenweißen Haut des Babys – und verbindet Gegenwart und Vergangenheit zu einer stillen, schmerzhaften Reflexion über Verlust und Erinnerung. ✨ Meine Meinung: Ein sehr poetisches Buch, das Trauer und Verlust auf eine leise, eindringliche Weise beschreibt. Es ist keine Geschichte, wie ich sie sonst lese, aber genau das hat mir gefallen 🤍 Die Sprache ist zurückhaltend und gleichzeitig kraftvoll und viele Bilder wirken noch lange nach.

Ich bin schon vor langer Zeit davon abgekommen, mir nach der Verkündung des Literaturnobelpreises ein Buch der Preisträgerin / des Preisträgers zu kaufen. Das hat eine Reihe von Gründen, zu denen unter anderem gehört, dass ich persönlich mit Lyrik/Poesie wenig anfangen kann und stressbedingt meine Aufmerksamkeitsspanne nicht mehr so richtig für Bücher reicht, die etwas sperrig sind oder etwas länger brauchen. Bei Han Kang speziell war es jetzt so, dass ich vor Jahren „Die Vegetarierin" gelesen habe und das Buch mich etwas ratlos hinterlassen hat. Ich zunächst bis zu einem gewissen Punkt begeistert war und mich die Geschichte dann komplett verloren hat. Weil der Anfang mir aber so gut gefallen hatte, habe ich beschlossen, Han Kang noch einmal eine Chance zu geben. Sehr großzügig von mir, ich weiß. Und wer das jetzt alles und „Weiß" schon gelesen hat, wird sich vielleicht fragen, ob das jetzt wirklich die beste Wahl dafür war. Denn in diesem Buch verarbeitet Han Kang das Thema Trauer, konkret den Tod ihrer alteren Schwester, mit vielen kurzen Texten rund um Dinge, deren Gemeinsamkeit ist, dass sie weiß sind. Und auch wenn es immer noch nicht meine Literaturform ist, so haben mich die tolle Sprache und das Melancholische, das mir sehr nah ist, wieder überzeugt, auch weitere Werke von Han Kang lesen zu wollen. Wenn jemand einen Tipp hat, womit ich anfangen sollte, gerne in die Kommentare.
Weiß von Han Kang Weiß ist kein Roman im klassischen Sinn, sondern ein leises, fragmentarisches Buch, das sich über Bilder, Assoziationen und Gedanken entfaltet. Im Zentrum steht die Farbe Weiß in all ihren Bedeutungen: als Symbol für Reinheit, Leere, Trauer, Erinnerung und Vergänglichkeit. Han Kang verbindet poetische Bilder mit persönlichen Gedanken, besonders rund um Verlust und das Weiterleben danach. Das Buch fühlt sich eher an wie eine Sammlung von Momenten und Empfindungen als wie ein zusammenhängender Text. Mich hat beeindruckt, wie fein und zurückhaltend hier über Trauer geschrieben wird. Der Verlust der Schwester ist ständig präsent, ohne je direkt im Mittelpunkt zu stehen. Vieles bleibt angedeutet, fast flüchtig, was dem Buch eine sehr fragile Stimmung verleiht. Gleichzeitig fiel es mir nicht immer leicht, bei der Lektüre dranzubleiben. Die starke Abstraktion und das Fehlen einer klaren Struktur haben dafür gesorgt, dass ich emotional nicht durchgehend Zugang gefunden habe. Manche Passagen wirkten auf mich eher distanziert als berührend, sodass das Buch für mich mehr auf einer ästhetischen als auf einer inhaltlichen Ebene funktioniert hat. Weiß ist ein besonderes, stilles Buch, das sicher viele Leser:innen tief erreichen kann. Für mich blieb es jedoch etwas zu entrückt, um wirklich lange nachzuwirken – interessant und atmosphärisch, aber nicht vollständig überzeugend. ★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)
still und zugleich kraftvoll
Weiß von Han Kang hat mich tief berührt. Die kurzen, minimalistischen Beschreibungen haben es dennoch geschafft, Gefühle und Situationen perfekt einzufangen. Beim Lesen musste ich mein Tempo drosseln, bewusster die Zeilen wahrnehmen und mich auf eine ganz neue Weise auf das Buch einlassen. Dadurch wurde das Lesen selbst zu einem intensiven Erlebnis. Han Kang hat es geschafft, mich vollständig in ihre Reise hineinzuziehen und mir eine neue Sicht auf das Lesen zu eröffnen – still und zugleich kraftvoll.
Triggerwarnung: in diesem Buch geht es um Trauer und den Verlust eines Familienmitglieds. Weiß. Weiß wie Schnee. Weiß wie Würfelzucker. Weiß wie eine Feder. Weiß wie ein Taschentuch. Weiß wie Reiskuchen. Weiß, die Trauerfarbe in Korea. Es geht um Trauer in diesem Buch. Die Trauer um die Schwester, die bei Ihrer Geburt gestorben ist und wie alles Weiße und vor allem die Schönheit von Reiskuchen sie immer wieder an ihre verstorbene Schwester erinnert. Dieses Buch ist kein Roman, sondern Lyrik. Es sind Gedichte, die immer wieder auf die Trauer und den Verlust zielen, die die Erzählerin und ihre ganze Familie betreffen. Die Autorin Han Kang schafft es, aus einer so zutiefst persönlichen Erinnerung eine literarische Erzählung zu erschaffen. Für mich persönlich war es das erste Buch in diese Richtung und hat mich sehr überrascht, da ich es so nicht erwartet hatte. Dennoch konnten die sensiblen Texte mich erreichen und auf den nur 150 Seiten die Trauer gut spüren lassen. Wer gerne Lyrik liest oder es auch einmal probieren will, dem kann ich das Buch empfehlen. Aktuell ist mein Exemplar tatsächlich auf Buchreise, also wer es auch probieren möchte, den kann ich gerne hinzufügen!

Han Kangs Bücher sind Kunstwerke, gepaart mit Magie und Emotionen. Es ist nun mein zweites Buch von ihr, was ich gelesen habe und es fällt mir schwer, es gehen zu lassen, obwohl wir nur einen Tag zusammen verbracht haben, aber vielleicht liegt es genau daran? Schließlich geht es in dem Buch um Verlust und Trauer.

Kurze, poetische Texte
Die poetische Sprache hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt sind mir die Texte zu erdrückend. Die meisten konnte ich nicht nachvollziehen. Mich persönlich konnte dieses Büchlein aus diesem Grund leider nicht erreichen. Ich erlaube mir noch kein Urteil über die mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichneten Autorin Han Kang.
Meditation und Trauer
Das Buch besteht aus kleinen poetischen Kurztexten und beschäftigt sich mit dem Tod der kleinen Schwester Han Kangs. Es gilt als das persönlichste Buch von ihr, was ich so nachvollziehen kann. Sie schreibt ganz anders und erzählt von ihren persönlichen Abwägungen zu Trauer, Leben und Tod. Ich musste mich echt auf das Buch einlassen und teils konzentrieren, da es ähnlich wie der Titel sehr ruhig und bedächtig ist. Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen.
Auf berührende Weise verarbeitet Han Kang den Verlust ihrer älteren Schwester, die sie nie kennen lernen durfte, deren Tod aber für immer einen Schleier über die Familie gelegt hat. Weiss ist in Korea die Farbe der Trauer und so widmet Han Kang auch dieser Farbe dieses Buch. In Kurzgeschichten, die allesamt mit etwas weißem zu tun haben, verwandelt die Autorin ihre Trauer in nahezu poetische Worte, die mit einem melancholischen Unterton zum Mitfühlen und Nachdenken anregen.
Weniger ein Roman, eher eine Mischung aus Prosa und Lyrik. Deshalb war ich zu Beginn auch etwas irritiert, da ich mit etwas anderem gerechnet hatte. Ich verstehe allerdings warum ihre Werke augenscheinlich so gut ankommen, Han Kang weiß mit Worten umzugehen und schafft es zu verdeutlichen, dass man im Leben trotz des Todes in allerlei Formen Licht und Hoffnung finden kann.
„Ohne Wenn und Aber wage ich den Schritt in eine Zeit, die ich noch nicht gelebt habe, und in ein Buch, das ich noch nicht geschrieben habe.“ S. 10
Zugegeben – mit hoher Erwartung ging ich an das Buch heran. Da es sich um eine koreanische Übersetzung handelt, gestehe ich dem Text zu, dass dabei möglicherweise Bedeutungsnuancen verloren gegangen sein könnten. Dennoch empfand ich einige Sätze und Passagen stellenweise als zusammenhangslos. Auch das Thema erschien mir zu weit gefasst – fast so, als wurde sich zu sehr an der Idee einer Sammlung rund um die Farbe Weiß festgeklammert. Trotzdem fanden sich einige schöne Formulierungen und eindrucksvolle Stücke Kurzprosa, die mir gut gefallen haben. Das Buch hält mich daher nicht davon ab, mich auch auf weitere Werke der Autorin einzulassen.
Zart und poetisch
Es fällt mir schwer, zu schwer, Sterne zu vergeben. Dieses Buch ist so ganz anders als alle anderen Bücher - nicht unbedingt besser oder berührender, nicht spannend oder facettenreich. Dennoch berührt es mich auf ganz subtile und zarte Weise, so friedlich und rein. Ich glaube, es muss noch nachwirken. Vielleicht entscheide ich mich dann für die Sterne. Jetzt gerade bin ich noch - Zustand unklar.
Han Kangs "Weiß" (übersetzt von Ki-Hyang Lee, schon 2016 im koreanischen Original erschienen) ist kurz, gut, nachdenklich, mit Photographien - also eignet es sich zum Verschenken. Es hat mir aber dann doch so sehr gefallen, dass ich es bisher nicht verschenken wollte. Han Kang ist mit [b:Die Vegetarierin|31446792|Die Vegetarierin|Han Kang|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1471214291l/31446792._SY75_.jpg|18449744] weltweit berühmt geworden, das ich leider noch nicht gelesen habe. Bestimmt auch deswegen bekam sie ein Schreibstipendium in Warschau, in dem dieses Buch entstanden ist. Das gesamte Buch geht assoziativ von der Farbe "Weiß" aus. Assoziationen sind immer ein wenig eigenartig, sie stimmen nicht so recht, einige Male gehen einem die Sprünge zu schnell. Doch es gibt ein verstecktes übergeordnetes Thema, dass diese Assoziationen aneinander bindet und dieses Buch sehr gut werden lässt - bevor Han Kang geboren wurde, hatte ihre Mutter bereits eine Tochter, die aber nach nur sehr, sehr kurzer Lebenszeit verstorben ist. Han Kang fragt sich, inwieweit ihr Leben mit dieser Schwester anders gewesen wäre, ob sie überhaupt existiert hätte, wenn es ihre Schwester geschafft hätte - ob ihre Schwester so geworden wäre, wie sie so ist - ob sie ihr den Platz auf der Welt nimmt - ob ihre Mutter dieser Schwester nachtrauert und dass sie dann als überlebendes Kind negativ beeinflusste. Existenzielle und traurige Fragen. Durch die Assoziationen zu den weißen Dingen geht es auch kurz um Warschau und den Nationalsozialismus. Es geht um zwei durch Unfälle verstorbene Kommilitonen. Um Schnee und den Winter. Nur manchmal wirken die Dinge dann doch zu unverbunden, wirken die beschriebenen Dinge zu wenig ausgeleuchtet. Am allerschönsten fand ich die Gedichte. Eins sei hier zitiert: Sand (Han Kang) Und sie vergaß oft. Dass ihr Körper, wie jedermanns Körper, ein Haus aus Sand ist. Dass er auseinanderfallen kann und schon dabei ist zu zerbröckeln. Dass er unaufhörlich zwischen ihren Fingern zerrinnt.
Han Kang verarbeitet in “Weiß” ein Ereignis, das sie selbst nicht miterlebte, aber ohne das sie vielleicht nie geboren worden wäre: Ihre Mutter brachte ganz alleine in einer entlegenen Gegend ein Kind verfrüht zur Welt, das wenige Stunden danach starb. Dieser Schwester widmet die Autorin ihre Gedanken in “Weiß”, kleine lyrische Vignetten, die sich jeweils um einen weißen Gegenstand kreisen - die Farbe der Unschuld, der Reinheit, des Neugeborenen. Die Erinnerungen treten an die Oberfläche, während sich Kang in einer nördlichen, kalten Stadt “am anderen Ende der Welt” (vermutlich Warschau) aufhält, sich durch ihr Fremdsein isoliert fühlt und von Migräneattacken heimgesucht wird. Da das Leben der Schwester ungelebt blieb, darf sie in Kangs Zeilen Teil deren Welt werden, in der Imagination an ihrer Stelle leben. Es wird gezeigt, wie die Farbe Weiß zwar rein und schön ist, aber anhand von Schnee, Eis und Gischt auch unerbittlich, vergänglich und kalt sein kann. Dieses Bild und die damit verbundenen Assoziationen haben mich beim Lesen sehr eingenommen. Allerdings blieb der Text für mich auf dieser Ebene stehen. Mit Ausnahme von einzelnen wenigen Passagen konnte ich wenig profunde Bedeutung für mich herausnehmen, die über das Offensichtliche hinausging. Leider habe ich das Buch daher am Ende ohne tiefgreifenden Eindruck weggelegt, obwohl ich die Anlage des Werkes, das mit einigen passenden Fotos ergänzt wurde, sehr vielversprechend fand. Für mich ein Reread-Kandidat für eine andere Stimmung, eine andere Zeit, den ich zwar im Moment des Lesens genossen habe, aber aus dem ich zu jenem Zeitpunkt unverändert hervorging.























































