Menschenwerk

Menschenwerk

Softcover
4.0622
BetrugBooker PrizeMassakerKrieg

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Description

Nobelpreis für Literatur 2024

»Ich kämpfe, jeden Tag. Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein. Ich kämpfe gegen die Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Und Sie, ebenso ein Mensch wie ich, welche Antworten können Sie mir geben?«
Ein Junge ist gestorben, und die Hinterbliebenen müssen weiterleben. Doch was ist ihnen ihr Leben noch wert? Han Kang beschreibt in ihrem Roman, wie dehnbar die Grenzen menschlicher Leidensfähigkeit sind. Ein höchst mutiges Buch und ein brennender Aufruf gegen jede Art von Gewalt.

»Han Kang zu lesen ist wie in einen Strudel aus Brutalität und Zärtlichkeit geworfen zu werden, aus dem man durchgeschüttelt, perplex und tief bewegt wieder auftaucht.« Doris Dörrie

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
222
Price
12.40 €

Author Description

Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und ist die wichtigste literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für »Die Vegetarierin« wurde sie dafür gemeinsam mit ihrer Übersetzerin 2016 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet, für »Menschenwerk« mit dem renommierten italienischen Malaparte-Preis. »Weiß« war ebenfalls für den Booker Prize nominiert. 2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur. Sie lebt in Seoul. Zuletzt erschienen im Aufbau Verlag ihr Roman »Unmöglicher Abschied« und in Die Andere Bibliothek ihr Kinderbuch »Donnerfee und Blitzfee«.Alle lieferbaren Titel der Autorin sehen Sie unter aufbau-verlage.de.Mehr zur Autorin unter han-kang.net.

Characteristics

12 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
83%
0%
52%
1%
44%
2%
90%
84%
69%
42%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
56%
79%
54%
67%

Pace

Fast0%
Slow17%
Moderate17%
Variable67%

Writing Style

Simple0%
Complex45%
Moderate55%
Bildhaft (42%)Minimalistisch (17%)Poetisch (58%)Außergewöhnlich (58%)

Posts

134
All
4

Eine schonungslose Aufarbeitung

„Menschenwerk“ ist voller Grausamkeit, Blut, Tod und Leichenbergen. Darauf muss man gefasst sein, aber man sollte sich darauf einlassen. Denn neben all den Grausamkeiten ist es auch ein Plädoyer für den Mut der Menschen, nicht zu vergessen, und den Verstorbenen den Respekt zu erweisen den sie verdient haben.

4.5

Gewalt, Erinnerung, Menschlichkeit

Mit Menschenwerk hat Han Kang einen ebenso erschütternden wie kunstvoll komponierten Roman geschaffen, der politische Gewalt in all ihrer Grausamkeit zeigt und dabei weit über ein rein historisches Dokument hinausgeht. Das Buch führt mitten hinein in ein traumatisches Kapitel der südkoreanischen Geschichte: den Gwangju-Aufstand von 1980. Doch statt linearer Erzählung wählt Kang einen grandiosen Aufbau aus wechselnden Perspektiven und Stilen. Das ist typisch für die Autorin, die sich nie mit konventionellen Formen zufriedengibt. Jedes Kapitel folgt einer anderen Stimme: einem getöteten Jungen, seiner trauernden Mutter, einem ehemaligen Gefangenen, einer Lektorin. Es sind Stimmen, die wie Fragmente eines zerbrochenen Spiegels wirken. Aus diesen Splittern setzt sich nach und nach ein vielschichtiges Bild zusammen. Die unterschiedlichen Erzählhaltungen erzeugen eine intensive Nähe. Gewalt erscheint nicht abstrakt, sondern als konkret erfahrenes Leid, eingeschrieben in Körper und Erinnerung. Besonders eindrücklich ist, wie Han Kang die Frage nach Menschlichkeit im Angesicht systematischer Brutalität stellt. Ein Satz wie: „Warum gehst du dort, wo es dunkel ist? Komm hierher, zu den Blumen" zieht sich wie ein leiser Gegenruf durch das Grauen. Menschenwerk bringt ein Stück südkoreanischer Geschichte hochliterarisch nahe. Der Roman vermittelt nicht nur Fakten, sondern macht erfahrbar, was politische Gewalt für Individuen bedeutet. Einziger Kritikpunkt: Der vielschichtige Aufbau und die stilistischen Wechsel können für einzelne Leser sperrig sein. Die Perspektivsprünge verlangen Aufmerksamkeit, die emotionale Intensität fordert Durchhaltevermögen. Menschenwerk ist ein verstörendes, tief bewegendes Werk über Schuld, Erinnerung und Würde. Ein Roman, der lange nachhallt.

Gewalt, Erinnerung, Menschlichkeit
4

Wichtiger Roman der die brutale Realität zeigt. Dieses Buch hat es in sich. Ich musste diesen Roman immer wieder zur Seite legen und das Geschriebene in kleinen Schritten verdauen….

3

Schwere Kost

Die Autorin hat den Literaturnobelpreis 2024 gewonnen und da unsere Stadtbücherei schnell war, habe ich mir direkt am Tag danach dieses Buch ausgeliehen. Und ja, Bücher von Literaturnobelpreisträgern ist einfach nichts für mich, auch diesmal. Ein interessantes Thema, beeindruckend geschrieben, aber leider auch sehr verwirrend durch die asiatischen Namen und unterschiedlichen Zeiten.

5

Knallhart. Poetisch. Ein Meisterwerk.

Dieses Buch ist eine scharfe Auseinandersetzung mit einem der blutigsten Ereignisse in der politischen Geschichte Südkoreas. Die Zeit, als das Land unter Militärherrschaft stand. Eine Pflichtlektüre für jeden. Es lässt dich Dinge als Menschen fühlen. Es ist so selten, ein Buch zu finden, das in seiner Handlung und seinem Schreibstil so vollmundig ist und gleichzeitig meisterhaft die Fäden unserer Emotionen zieht. Ein eindringliches Buch über extremer Ungerechtigkeit, das dennoch eindringlich mit seiner ruhigen und poetischen Prosa ist. Danke Han Kang !

4

Grausam, authentisch, schockierend

Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter - daher brauchte ich auch eine Weile, um die Kapitel mit Pausen zum Durchatmen zu lesen. Jedes Kapitel ist aus Sicht einer anderen Person verfasst - das hat mich teilweise etwas verwirrt, weil ich erst einmal durchblicken musste, um wen es gerade geht. Das Buch handelt von Grausamkeit, Militärgewalt, Brutalität, ebenso von Mut, Moral, Trauer, Todesangst, Traumatisierung und der Schuld, überlebt zu haben. Besonders grausig, war das Kapitel eines „Aufständischen“, der die Folter überlebt hat… da wäre eine Triggerwarnung sicher nicht verkehrt gewesen. Das Buch ist geschichtlich, psychologisch sowie philosophisch unheimlich wertvoll und wirft viele wichtige Fragen auf, die zum Nachdenken anregen. Man liest es auf jeden Fall nicht mal schnell nebenbei, weil es wirklich keine leichte Lektüre ist.

5

Eines der besten Bücher, die ich bis jetzt gelesen habe und ich will es nie wieder lesen müssen.

Ich will mir hier nicht anmaßen, das Buch zu bewerten, erzählt es doch ein sehr dunkles Kapitel Südkoreanischer Geschichte, das genau heute vor 45 Jahren, am 18. Mai 1980 seinen Anfang nahm.

5

"Warum singt man die Nationalhymne für Menschen, die von Soldaten getötet worden sind? Warum werden sie in Nationalflaggen eingehüllt? Es ist doch genau dieser Staat, der sie getötet hat." Eine ergreifendes Buch über die grausame Beendigung des Aufstandes der Menschen aus der südkoreanischen Stadt Gwangju am 18. Mai 1980. Die anfangs friedliche Demonstration gegen die jahrzehntelange autoritäre Herrschaft wurde brutal niedergemezelt. Ein so furchtbares Ereignis auf der einen Seite so detailliert wiederzugeben und auf der anderen Seite so poetische Momente einfließen zu lassen, hat mich schwer beeindruckt. Ich wusste nichts von diesem Aufstand und es waren Schilderungen, die nur schwer zu ertragen sind. Aber es sind auch die Gedanken, was mit der Seele eines Menschen geschieht, die mich noch stärker bewegt haben. "Wo nistet das Vögelchen, das den Körper eines Verstorbenen verlässt, solange dieser noch am Leben ist? Zwischen den Augenbrauen? Irgendwo im Herzen? Oder schwirrt es wie ein Heiligenschein um den Koof herum? " Achthundertausend Schuss Munition sind an die Soldaten ausgegeben worden. Die Einwohnerzahl der Stadt betrug ungefähr Vierunderttausend. Wovor können die Machthaber eine solche Angst gehabt haben, das sie die doppelte Anzahl an Munition ausgegeben haben? Die Menschen, die zurück geblieben sind, die das Massaker überlebt haben, oder die Angehörige verloren haben, müssen sich wieder ins Leben kämpfen. "Ich kämpfe, jeden Tag. Ich Kämpfe allein. Ich kämpfe gegen die Schande überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein. " "Warum gehst du da wo es dunkel ist? Komm hierher, zu den Blumen." Und wir? Wir sollten unbedingt dieses Buch lesen!!

5

Ist der Mensch das schlimmste Tier?

Menschenwerk - Han Kang 222 Seiten @aufbau_verlage Zitat: "Ist der Mensch von Natur aus grausam?" Inhalt: Gwangju-Aufstand 18.05.1980; Südkorea Der Militärmachthaber Chun Doo-hwan lässt seine Truppen Wahrlos auf demonstrierende Studenten schießen. Es kommen ca. 2000 Menschen ums Leben. Wir begleiten hier den 15 jährigen Dong Ho, der in einem Demonstrationszug seinen Freund Jeong-Dae aus den Augen verliert und auf der Suche nach ihm ist. Er hilft die Leichen aufzubahren, damit die Angehörigen sie identifizieren können. Der Student Jin Su hat die Demo mit organisiert. Es kommt zur Festnahme und in Rückblenden bekommen wir im Laufe der Geschichte auch einiges aus dem Gefangenenlager erzählt. Haft, Folter, Schuldgefühle, Trauma. Auch einen übersinnlichen Erzählstrang bekommen wir zu lesen, was das Buch sehr besonders macht. Meinung: Ein Buch, das sehr eindrücklich durch Schreibstil und Erzählweise ist. Sehr ungeschönt und direkt bekommt der Leser schwere Themen serviert. Im Fokus die Frage: sind wir Menschen die schlimmsten Tiere? Neben dem Aufstand wird auch sehr intensiv die Verarbeitung des Erlebten sämtlicher Beteiligten erzählt. Besonders die Szenen im Gefangenenlager waren sehr schwer auszuhalten beim lesen. Für mich ein Buch, das weh tut, aber genau deswegen wohl nie wieder vergessen wird! Ich wurde sehr zum recherchieren und informieren angeregt. Die Übersinnliche Erzählstimme war etwas speziell, aber deswegen auch umso interessanter zu lesen. Für mich ein Buch, das immer im Kopf bleiben wird. Mehr zu meiner Meinung findet ihr auf Youtube im entsprechenden Hangout und im Lesemonat Mai. Danke @gedankenlabor und @ladyofthebooks83 für das tolle Live zum Buch. Habt ihr es schon gelesen?

5

Unfassbar erdrückend ☆ Ist der Mensch von Natur aus grausam?!☆ (Zitat)

Ein sehr erdrückendes Werk.Es ist nicht einfach nur eine Geschichte ,sondern eine wahrhaftige Erzählung von Tatsachen ,die man sich immer wieder vor Augen halten sollte. Es handelt von den Aufständen 1980 in Südkorea. Sie waren nicht nur ,sie gibt es immer noch.Aufstände, Putschversuche etc... Teils hat es mich sehr aufgewühlt, einiges ist kaum vorstellbar und doch passiert es immer noch. Han Kang fasziniert mich immer wieder mit ihrer interessanten Schreibweise. Habe das Buch regelrecht verschlungen, auch wenn es sehr direkt und teils hart an die Realität des Menschlichen Abgrunds geht. ☆Stumm starrte ich in die Flammen, die wie durchscheinend Flügel flirrten☆(EndZitat)

5

Skrupellose politische Gewalt. Ein wichtiges Buch.

 Skrupellose politische Gewalt.
Ein wichtiges Buch.
5

Das Werk von Menschen und ein weiteres grausames Kapitel menschlicher Geschichte

Im Vergleich zu Nordkorea kommt Südkorea in unserer Zeit gut weg- aber auch dieses Land hat eine sehr grausame, jüngste Vergangenheit. Mein Respekt gilt allen Menschen, die für ihre Freiheit kämpfen. Die ihr Leben riskieren - was ihnen in Südkorea der 80iger widerfahren ist, wie sie und Generationen danach leiden und gequält wurden beschreibt dieses Buch. Die Autorin, Literatur- Nobelpreisträgerin, vollendet mit ihrem Talent diesen gelungenen, auf historischen Ereignissen basierenden, Roman. Absolut Leseempfehlung (wenn man sich dem Thema von grausamen Staatsverbrechen gewappnet fühlt).

4

Es war für mich eine Herausforderung

Menschenwerk von Han Kang ist ein eindrucksvolles, aber forderndes Buch. Die wechselnden Perspektiven haben mich zu Beginn irritiert – ich musste mich erst orientieren. Doch je weiter ich las, desto mehr habe ich die Vielstimmigkeit als große Stärke empfunden. Sie verleiht dem Roman Tiefe und macht das Erzählte vielschichtig und berührend. Thematisch geht es um die blutige Niederschlagung des Gwangju-Aufstands in Südkorea – ein dunkles Kapitel, das Han Kang mit leiser, poetischer Sprache aufarbeitet. Trotz der Härte des Themas entsteht eine dichte, fast meditative Atmosphäre. Das Buch wirkt lange nach und hinterlässt Spuren.

Es war für mich eine Herausforderung
4.5

Keine leichte Geschichte und doch bin ich durch die Seiten geflogen. Sechs Betroffene und Opfer erzählen wie sie 1980 das Gwangju-Massaker erlebt haben. Der verbindende rote Faden ist der Junge Dong -Ho. Durch ihr Spiel mit den Pronomen schafft Han Kang Nähe und Abstand zu den Personen und bringt ihr Innenleben dem Leser so auf eine besondere Weise nah. Ein erschütterndes und bewegendes Buch.

5

"Manche Erinnerungen vergehen nie. Statt mit der Zeit zu verblassen, werden ihre Umrisse sogar klarer und es ist der Rest, der zu bröckeln anfängt." S. 133

"Menschenwerk" ist angenehm flüssig und leicht geschrieben, dabei trotzdem poetisch und mit originellem Spiel der Erzählperspektiven. "Du" bleibt immer Dong-Ho, ein fünfzehnjähriger Schüler, der 1980 beim Gwangju-Massaker getötet wird. Aber die anderen Erzähler wechseln, umkreisen ihn und dass Massaker wie ein Karussell. Es liegt also nur an dem äußerst brutalen Inhalt, dass man "Menschenwerk" nicht am Stück durchlesen kann, sondern dosieren muss. Denn es handelt von Gewalt, von ihren kurz-, mittel- und langfristigen Folgen. Davon, dass nicht alles wieder gut wird.

"Manche Erinnerungen vergehen nie. Statt mit der Zeit zu verblassen, werden ihre Umrisse sogar klarer und es ist der Rest, der zu bröckeln anfängt." S. 133
4.5

Han Kang ist nichts für schwache Nerven

Han Kang ist keine Autorin, die man einfach nur lesen darf. Man muss sie aufnehmen, man muss die Geschichte rekonstruieren. Man muss Bilder erschaffen, um zu verstehen, was man eigentlich liest. In Menschenwerk geht es um den Gwangju Aufstand. Das erheben des Volkes gegen militärische Unterdrückung der Regierung, die viele Opfer hervorgebracht hat. Auch hier gibt es mehrere Erzähler und Han Kang gibt eine etwas andere Erzählweise wieder in der Form eines Geistes, der allerdings kein Geist ist, sondern ein getöteter Junge, dessen Stimme weiter lebt. Aber auch die anderen Erzähler sind in ihrem Wirken Charismatisch wenn auch bemitleidenswert. Mich hat dieses Buch sehr berührt und zum nach sinnieren angeregt. Wer gerne über das, was er liest, eigene Gedanken fassen möchte, ist bei Han Kang sehr gut aufgehoben, denn sie liefert mehr als genug Stoff, um über das gelesene nachzudenken und seine Schlüsse draus zu ziehen

4.5

Ich hasse Menschen.. 🥺

„Der Tag des vergessenens wird nicht kommen“ Wer dieses Buch lesen möchte, sollte sich darauf einstellen das es sehr blutig vor geht mit Folter Tot.

Ich hasse Menschen.. 🥺
3.5

Ich kämpfe allein. Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein.. ich kämpfe gegen die Tatsache, dass ich ein Mensch bin.

Ich liebe ihren Schreibstil so dermaßen. Einerseits ruhig, poetisch und plötzlich solche harten Worte, solche Brutalen Sätze. Unbeschreiblich. In diesem Buch muss ich persönlich aber Punkte abziehen. Jedes Kapitel wird hier aus einer anderen Sicht geschrieben. Mal ich, dann du, dann in der Sie Form... dadurch fand ich es sehr schwer mich einzufühlen und die verschiedenen Personen auseinander zu halten, bzw. auch der Handlung gut folgen zu können.

5

Bisher fand ich jedes Buch, das ich von Han Kang gelesen habe, großartig. "Menschenwerk" übertrifft aber alles noch einmal. Es behandelt das Schicksal eines jungen Mannes, der 1980 bei dem Gwangju-Massaker (das auch im sehr sehenswerten Film "A Taxi Driver" thematisiert wird) ermordet wurde. Han Kang beschreibt schrecklichste Gräueltaten schonungslos, schafft es dabei aber irgendwie dennoch poetisch zu bleiben. Dabei wechselt sie laufend die Erzählperspektiven, wodurch man auch Einblick in die Auswirkungen auf die Hinterbliebenden bekommt. "Menschenwerk", ist ein schreckliches, ein fantastisches Werk!

5

Gerade dieses Buch beendet und es hat mich wirklich schockiert. Hang Kang bezieht sich in diesem Werk auf das Gwangju-Massaker, welches vom 18. Mai 1980 bis 27.Mai 1980 in der südkoreanischen Stadt Gwangju passierte. Studenten lehnten sich in einem Protest gegen die herrschende Militärdiktatur auf. Diese Proteste wurden durch die Regierung mit härtester Brutalität niedergeschlagen. Dabei kamen viele Menschen ums Leben. Viele wurden schwer verletzt/inhaftiert oder wurden nie gefunden; sind also mit Sicherheit auch verstorben. Hang Kang hat diese Härte des Militärs so derart plastisch beschrieben , dass mir zwischendurch wirklich schlecht wurde und ich das Buch beiseite legen musste. Immer wieder keimen dieselben Fragen auf. Warum sind Menschen in der Lage, andere Menschen regelrecht abzuschlachten, Gewalt anzutun, Leid herbeizuführen. Hang Kang hat diese schwere Thematik literarisch sehr eindrucksvoll aufgearbeitet. Sie erzählt aus verschiedenen Perspektiven in unterschiedlichen Erzählperspektiven. Sie knüpft Verbindungen zu den Protagonist:innen untereinander. Manchmal lose, manchmal eng. Sie verfolgt das Leben von Überlebenden/Angehörigen Jahrzehnte später und beschreibt sehr intensiv durch innere Monologe/ direkte Dialoge und Erinnerungsfetzen, Zwiegespräche bzw. Gefühlsregungen, welchen Einfluss diese schrecklichen Traumata auf die Existenz der einzelnen Personen nehmen, wie unmöglich ein Weiterleben ist und dass jeder einzelne Tag ein weiterer erbitterter Kampf ist, da die Tragödie niemals nach Ende des Ereignisses aufhört. Ich würde dieses Buch nicht jeder lesenden Person empfehlen, da dieses Werk harte Kost ist. Hier sollte man vorsichtig sein. Mich persönlich interessieren solch geschichtliche Ereignisse sehr, da es wichtig ist, dass man aus ihnen lernt, den Verstorbenen ein Denkmal setzt und oft ist es notwendig dabei der Grausamkeit mancher Individuen direkt ins Auge zu blicken, um sich voller Demut gewahr zu sein, dass rein gar nichts selbstverständlich ist.

5

Grausam und bewegend zugleich.

Das Buch hat mich in vielerlei Ansichten einfach bewegt und berührt. Man kann es sich nicht vorstellen, was die Menschen damals durchmachen mussten. Es ist ein Buch welches den Gwangju-Aufstand von 1980 in Südkorea thematisiert. Es ist ein Roman, verliert jedoch nicht an Echtheit. Man begleitet mehrere Personen in diesem Buch, welche während und nach der Zeit dieser Aufstände versuchen ihr Leben zu leben, dabei verbindet sie ein 15 Jähriger Junge welcher bei den Demonstrationen ums Leben gekommen ist. Es geht um Grenzen, Leiden, Grausamkeit sowie Traumata, aber auch um Mut, Zusammenhalt und Würde. Es ist keine leichte Lektüre, aber eine gute um einem diese Geschehnisse näher zu bringen. Die Charaktere sind alle individuell und Einzigartig, man wechselt zudem nicht nur Charaktere sondern auch Perspektiven was ich persönlich sehr Interessant fand. Es war deutlich leichter zu lesen als 'The Vegetarian ' da man hier nicht in der Sichtweise der Täter steckte, was den Roman leichter macht. Es ist erst mein zweites Buch von Han Kang aber ich erkenne ein sehr starkes, selbstbewusstes und Gesellschaftskritische Schreiben was mir persönlich sehr gefällt. Ich kann es nur weiterempfehlen.

5

Ein Muss für jeden Menschen und auch ein soll.

Ich hatte bereits ein anderes Buch von Han Kang gelesen und war damals schon beeindruckt von ihrer klaren, eindringlichen Sprache. Doch dieses Buch… dieses Buch hat mich überrascht, überrollt – und an manchen Stellen fast sprachlos zurückgelassen. „Menschenwerk“ ist kein Roman, den man einfach liest. Es ist ein Roman, den man aushalten muss. Und doch einer, den man nicht missen möchte. Han Kang nimmt uns mit in das Jahr 1980, mitten hinein in den Gwangju-Aufstand – ein Ereignis, das schon im Geschichtsbuch schwer zu fassen ist. Aber wie sie es schafft, Gewalt, Schmerz und Leid in Worte zu verwandeln, ist etwas, das man kaum beschreiben kann. Es brennt sich ein. Die detaillierten Schilderungen von Folter, Todesangst und dem völligen Zerbröckeln jeglicher Menschlichkeit sind brutal und ehrlich. Nichts für schwache Nerven – und genau deshalb so wichtig. Denn das Wegsehen ist hier keine Option. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die wechselnde Erzählweise, die fast etwas Magisches, gleichzeitig aber tief Erschütterndes hat. Mal spricht ein Überlebender in einer Ich-Erzählung, dann eine Hinterbliebene, dann jemand, der nur noch als Geist zwischen den Welten existiert. Dieser Wechsel macht das Grauen greifbarer, vielschichtiger – und bringt die vielen Stimmen dieses Aufstands zu einem Chor zusammen, den man nicht mehr vergisst. Gerade dieser ungewöhnliche Wechsel macht das Buch für mich zu etwas ganz Besonderem, ja, zu einem modernen Klassiker, den man gelesen haben sollte. Was mich emotional am meisten getroffen hat, war die gnadenlose Gleichgültigkeit, mit der Gewalt ausgeübt wurde. Da wurde kein Unterschied gemacht – nicht zwischen Erwachsenen und Kindern, nicht zwischen Schuldigen und Unschuldigen. Es wurde einfach „reingehalten“, weil Macht das so wollte. Diese absolute Willkür, dieser Verlust jeder moralischen Grenze… das sitzt. Und es tut weh. Aber vielleicht muss es auch wehtun. Und dennoch – oder gerade deswegen – macht dieses Buch Mut. Han Kang zeigt, wie wichtig es ist, seine Stimme zu erheben, selbst wenn man nicht weiß, welchen Preis man dafür zahlen muss. Inmitten all der Gewalt bleibt ein leiser Funken Menschlichkeit, der sich weigert zu sterben. Für mich ist „Menschenwerk“ eines dieser Bücher, die man nicht nur liest, sondern spürt. Tief. Unvergesslich. Und ja – es fordert einen heraus. Aber es belohnt einen auch mit einer Wahrheit, die größer ist als die Summe ihrer Seiten.

5

Ein Buch, auf das man sich einlassen muss

Im Mai 1980 entstand in der südkoreanischen Stadt Gwangju eine Demokratisierungsbewegung, die vom Militär eingedämmt wurde und in einem Massaker endete. Han Kang beschreibt die Verluste und findet Worte für das Unmenschliche, das dort geschehen ist. Sie arbeitet mit verschiedenen Zeitebenen, unterschiedlichen Personen, lässt Tote sprechen oder ein Theaterstück aufführen. Das Buch ist harte Kost. Ein wuchtiger Sprachstil, ekelerregende Szenarien und brutale Foltermethoden wechseln sich ab mit zarter Poetik. Das Buch ist nicht nur ein Menschenwerk, sondern ein Meisterwerk. Aber ich musste immer wieder Pausen machen beim Lesen, da es mich so mitgenommen hat.

4.5

Erschütternd, ehrlich

Sehr empfehlenswert. Was macht uns eigentlich zu Menschen? Ist es unsere Fähigkeit, zu lieben und Mitgefühl zu empfinden oder liegt die wahre Menschlichkeit darin, dass wir trotz scheinbar untragbarer Schmerzen doch weiterleben können? Han Kang zeigt, dass Grausamkeit und Menschlichkeit oft näher beieinander liegen, als wir wahrhaben möchten. Die Figuren im Roman sind Überlebende, Familienangehörige, selbst die Täter, die gezwungen sind, Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die ihre Menschlichkeit entweder bewahren oder zerstören. Mein erstes Buch von Han Kang und sicherlich nicht das Letzte.

5

„Was macht den Menschen aus? Wie viel Einfluss hat der Einzelne darauf, sich in die eine (Grausamkeit) oder andere Richtung (Mut, Altruismus) zu entwickeln?“

Atemberaubend niedergeschrieben! Die unterschiedlichen Erzählperspektiven bringen keine Verwirrung in die Geschichte, da sie eindeutig zu ihrem Kapitel und der jeweiligen Person zugeordnet sind. Zeitlich gehen wir mit jedem Überlebenden chronologisch in die Zukunft, lediglich die Rückblicke auf das Geschehene sind dann einzuordnen. Ich mochte es sehr, dass der Lesende aufgefordert wird mit zu denken und sich die Zusammenhänge etwas schwerer erarbeiten muss. Das erinnert mich an Seon-Ju, die auf Seite 155 beschreibt, wie sie mit Anfang 20 sich aus verschiedenen Ereignissen und zwischen den Zeilenlesen der Tageszeitungen ein politisches Bild gebildet hat. „MenschenWerk“ beschreibt eindrucksvoll zu welchen 2 Extremen Menschen in einer Massendynamik fähig sein können. Und mit welchen Wunden die Überlebenden durchs Leben gehen müssen!

5

Menschenwerk ist ein literarisches Plädoyer für die Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt. Es ist kein leichtes Buch, aber ein unverzichtbares – ein Meisterwerk, das lange nachhallt und neugierig macht auf alles, was Han Kang noch geschrieben hat.

Han Kangs Menschenwerk ist kein Buch, das den Leser sanft an die Hand nimmt – es reißt einen ohne Vorwarnung mitten hinein in eine Welt voller Brutalität, Schmerz und menschlicher Abgründe. Die Ereignisse des Gwangju-Aufstands in Südkorea werden mit einer Intensität geschildert, die kaum auszuhalten ist. Doch genau darin liegt die Stärke dieses Romans: Er zwingt uns, hinzusehen – dorthin, wo man normalerweise schnell wegschaut. Was dieses Buch so besonders macht, ist die Perspektivenvielfalt. Han Kang lässt viele Stimmen sprechen, jede mit ihrer eigenen Geschichte, ihrem eigenen Schmerz. So entsteht ein vielschichtiges, fast dokumentarisches Bild einer Krise, die sich wie ein Bürgerkrieg anfühlt. Man wird mit Situationen konfrontiert, die man vielleicht aus sicherer Distanz aus den Nachrichten kennt – doch hier gibt es keine Distanz mehr. Man ist mittendrin. Besonders erschreckend und gleichzeitig faszinierend ist die Gegensätzlichkeit, die sich durch den gesamten Roman zieht: Brutalste Gewalt trifft auf eine zarte Menschlichkeit, die sich in kleinen Momenten zeigt. Diese Ambivalenz hinterlässt beim Lesen eine Art Weltschmerz – und genau das macht Menschenwerk so eindrücklich. Han Kangs Stil ist mutig und unverwechselbar. Ihre Sprache ist klar, aber gleichzeitig poetisch und fast schmerzhaft präzise. Sie zeigt nicht nur, was passiert ist, sondern auch, was es mit den Menschen gemacht hat. Dabei schafft sie es, eine Art Schönheit im Schrecken zu finden – auf eine Weise, die einen verstört zurücklässt und doch nicht loslässt.

5

Ungeschönt, historisch, bedrückend

Dieses Buch handelt von Schicksalen vor, während und nach dem Gwangju-Massaker. Die Szenen werden ungeschönt und sehr grafisch dargestellt. Lesen auf eigene Gefahr! Ich als Historybuff finde die Thematik jedoch sehr wichtig und interessant. Han Kang hat mich tief berührt und mir viel zum Nachdenken geliefert.

5

Was jeder ertragen muss

Ich bin traumatisiert und sprachlos, was den Inhalt dieses Buches anbetrifft, dennoch bin ich der Meinung man muss es gelesen haben. Ich bin dankbar, dass ich solche Erfahrungen nicht machen musste und dieses Buch führt einen vor Augen in welcher privilegierten Gesellschaft wir leben dürfen. Es lehrt einen eine Realität, die es außerhalb unserer vier Wände gibt, eine Ehrfurcht vor dem Mut der Menschen, die Krisenzeiten überleben und weitermachen können und Dankbarkeit für das Dach über dem Kopf mit einer körperlichen Unversehrtheit, die auf Beständigkeit trifft. Han Kang ist absolut mit Abstand eine sehr große Bereicherung für jeden Lesenden, ich hoffe inständig, dass es in Zukunft mehr von ihr geben wird.

5

"Ich renne, meine rechte Hand auf die linke Brustseite gepresst, als müsste ich mein Herz festhalten."

So beschreibt die Autorin ihren Zustand, während sie sich bei ihrer Recherche zum Buch in die Tiefen des Gwangju Massakers begibt. Und sie schreibt alles so nah, dass ich das unglaublich gut nachvollziehen kann. Ein sehr aufrichtiges und gutes Buch.

4

Menschenwerk von Han Kang ist ein unheimlich intensiver und dichter Roman, der mich tief erschüttert hat. Die Geschichte über das Gwangju-Massaker und seine Nachwirkungen entfaltet sich mit einer Wucht, der man sich kaum entziehen kann – und genau deshalb ist dieses Buch nichts für zart Besaitete. Mehr als einmal musste ich es aus der Hand legen, um innezuhalten und das Gelesene zu verarbeiten. Han Kang schreibt sprachlich unfassbar stark: nüchtern, poetisch und gleichzeitig gnadenlos klar. Jede Seite ist durchzogen von Schmerz, Verlust und einer bedrückenden Stille, die sich beim Lesen regelrecht auf die Brust legt. Besonders eindrucksvoll fand ich die wechselnden Perspektiven, die zeigen, wie tief politische Gewalt in einzelne Leben und ganze Generationen hineingreift. Trotz (oder gerade wegen) seiner literarischen Größe ist Menschenwerk kein Buch, das man „gern“ liest – sondern eines, das man lesen sollte. Ein schonungsloses, wichtiges Werk über Erinnerung, Menschlichkeit und das Weiterleben nach unvorstellbarem Grauen.

Post image
5

Grausamer Inhalt. Großartig erzählt.

Ich habe selten so viel geweint bei einem Buch. Die Art und Weise, wie Han Kang die verschiedenen Perspektiven mit verschiedenen Schreibstilen vereint ist einfach grandios, bewegend, einzigartig und herzzerreißend, mir fehlen die Worte dafür. So wurde ich gezwungen, mich nicht nur mit einem geschichtlich relevanten Ereignis wie den Aufständen in Südkorea 1980 zu befassen, sondern auch mit der Grausamkeit von Menschen. Trauerverarbeitung. Trauma. Schuld. Gewissen. "Menschenwerk" ist wirklich verwirrend, traurig, lehrreich und einzigartig erzählt.

Grausamer Inhalt. Großartig erzählt.
2.5

„Ist der Mensch von Natur aus grausam? Ist das, was wir durchgemacht haben, eine ganz normale Erfahrung? Leben wir nur in der Illusion , Würde zu besitzen, obwohl wir uns von einem Moment auf den nächsten in Abschaum Verwandeln können (…)? Eine Darstellung der Ereignisse und Folgen des Massakers in Korea 1980 aus verschiedenen Erzählperspektiven. Ich konnte mich leider nicht gut in die Figuren hinein fühlen da die Erzählperspektive oft wechselte und sehr viele Personen in der kurzen Erzählung vorkommen. Der Schreibstil ist jedoch sehr besonders. Das Buch hat mich im Nachhinein doch sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt.

3.5

Schmerz.

Obwohl ich mich mit dem Erzählstil nicht so recht anfreunden konnte, habe ich doch so viel mitgenommen von dem Buch (...hauptsächlich Leid, Elend und Trauer). Menschenwerk wird bestimmt nicht mein letztes Buch von Han Kang sein, aber jetzt im Moment brauch ich etwas leichtere Kost.

4.5

Wortgewaltiger Roman über den Kampf zum Erhalt demokratischer Werte und den Versuch, die Menschlichkeit nicht zu verlieren. Hochaktuell, sehr empfehlenswert.

Im Roman werden die Zerschlagung der Studierendenproteste von 1980 in Gwangju, die Erlebnisse von Betroffenen und die Nachwirkungen des Ereignisses auf Überlebende thematisiert. Besonders eindrucksvoll ist die Dichte, mit der die Autorin Han Kang den Betroffenen eine Stimme gibt. Um die Proteste der Studierenden zu zerschlagen, setzt die südkoreanische Militärregierung auf pure Gewalt: Wahllos wird in Menschensammlungen geschossen, Personen werden gezielt hingerichtet und Überlebende gefangen genommen und über Wochen hinweg gefoltert. Für mich ist beeindruckend, wie die Autorin den Seelen der Verstorbenen Ausdruck verleiht. Ein Kapitel wird aus der Sicht einer verzweifelten Seele erzählt, die sich von ihrem leblosen Körper zu trennen versucht. Gerade in den Zeiten, in denen wir jetzt leben, ist es extrem wichtig die Demokratie zu schützen und das zeigt dieser Roman auch noch einmal besonders wortgewaltig auf.

Wortgewaltiger Roman über den Kampf zum Erhalt demokratischer Werte und den Versuch, die Menschlichkeit nicht zu verlieren. Hochaktuell, sehr empfehlenswert.
4

Keine leichte Kost

Auf Grund des Klappentextes hatte ich was völlig anderes erwartet. Das Buch behandelt ein wichtiges Thema (Das Massaker von Gwangju und seine Nachwehen), es ist intensiv, aufwühlend und schonungslos. Die Erzählweise ist sehr besonders, was manchmal etwas anstrengend war.

5

wow wow wow, ich habe noch nie so ein Meisterwerk was den Schreibstil angeht gelesen. Du wirst durch den besonderen Stil so in die Geschichte gezogen und fühlst dich als würdest du in der Story sein😍 Das Buch ist sehr brutal, schockierend und traurig, was man vom Cover nicht denkt aber es war gleichzeitig so schön es zu lesen. Ich glaube ich habe eine neue Lieblingsautorin gefunden und möchte unbedingt noch mehr lesen💓

5

„Leben wir nur in der Illusion, Würde zu besitzen […] Ist es die Bestimmung des Menschen erniedrigt, verletzt, getötet zu werden, wie es die Geschichte immer wieder belegt?

Schockierend. Fesselnd. Berührend. Schonungslos führt „Menschenwerk“ und die Abgründe der Menschlichkeit und die Grenzen der Leidensfähigkeit vor Augen. Es zeigt aber auch, dass Momente des Lichts, so zart und zerbrechlich wie sie sein mögen Hoffnung geben und dass das bedingungslose Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit dem Menschen genauso innewohnt, wie die Gewalt. Dieses Buch hat mich beim Lesen wirklich ans Äußerste gebracht und ich müsste es wahrscheinlich noch öfter lesen, um noch mehr verstehen zu können. Es war jedoch auf alle Fälle eine tief gehende Reise, die mir in Erinnerung bleiben wird.

3

Das Buch thematisiert ein trauriges Kapitel südkoreanischer Geschichte. Die einzelnen Kapitel versuchen das Erlebte und die Jahre danach aus unterschiedlichen Perspektiven darzustellen. Ich finde, das gelingt mal sehr gut und mal konnte ich schwer Zugang finden. Insgesamt ein interessantes Buch, das mich jedoch nicht komplett überzeugt hat.

5

Lesenswert! Mit Gänsehaut.

Ein ziemlich intensives Buch, das sich zwar gut lesen lässt, aber emotional echt reinhaut. Gänsehaut inklusive. Menschenwerk zeigt auf eine ruhige und klare Art wie stark Menschen sein können. Und das auch in richtig grausamen Situationen. Es geht viel um Menschlichkeit, Schmerz und Erinnerung. Kein unnötiges Drama, sondern eher still und nachdenklich. Was hängen bleibt? Wie wichtig Mitgefühl ist und wie sehr Ereignisse Menschen fürs Leben prägen. Han Kang schafft es, dass man danach automatisch mehr über die Welt und andere Menschen nachdenkt.

3.5

Ich werde es nie begreifen, wieso Menschen sich so etwas antun.

Leider konnte ich mit dem Schreibstil nicht richtig warm werden. Es wurde über bzw. aus der Sicht von unterschiedlichen Personen geschrieben, dabei wurde man aber immer selbst angesprochen, so dass man sich quasi in die Person hineinversetzen bzw. durch ihre Augen sehen sollte. Aber vermutlich hat genau dieser Stil diese bedrückende, dunkle und melancholische Atmosphäre geschaffen. Auch wenn der Stil mir persönlich weniger gefallen hat, soll und musste diese Geschichte erzählt werden.

4.5

Seiten über die brutale Ehrlichkeit des Leidens

„Ich kämpfe, jeden Tag. Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein.“ Ein wunderschönes, ergreifendes Buch über die Ausführungen und Gefühle von dem, was passiert, wenn der Tod aufgrund politischer Geschehnisse in das Leben rückt und wichtige Menschen mit sich reißt. Ein Werk, gefüllt mit Leid auf verschiedensten Ebenen.

Seiten über die brutale Ehrlichkeit des Leidens
3.5

Inhalt gut, Hörbuch aber total unübersichtlich, Sprecherin toll

Nach "Die Vegetarierin" wollte ich mehr von Han Kang lesen. Dieses Buch hier ist nochmal eine Stufe übler. Gewalt, Tod, Folter - das muss man alles aushalten können. Das wird hier sehr detailliert beschrieben. Leider habe ich im Verlauf völlig den Überblick über die Zusammenhänge zwischen den Personen verloren. Es ist, als hätten wichtige Kapitelüberschriften zur Einordnung gefehlt. Im Print hätte man wenigstens nochmal zurückblättern können. Insofern sind bei mir viele Lücken entstanden und es bleibt nur ein Gesamteindruck: Schreibstil super, Geschichte dramatisch und auf der Wirklichkeit beruhend, Sprecherin toll, Kapitelstruktur beim Hören die reinste Katastrophe.

3

Es ist gut , doch man muss sich an den Schreibstil gewöhnen..

4.5

Wahrscheinlich das brutalste Buch, dass ich bisher gelesen habe.

3.5

Harter Stoff

Das Buch ist wirklich nicht einfach zu lesen. Auch wenn es knapp über 200 Seiten hat, ist es definitiv nicht ohne. Die ganze Geschichte ist auf wahrer Begebenheit und hinterlässt definitiv spuren. Man muss sich für dieses Buch wirklich Zeit nehmen. Die unterschiedlichen Erzählweisen machen es einen dann auch nicht leichter. Viele Zeitsprünge und da es ein koreanisches Buch ist auch mit vielen Namen versehen, die man in Deutschland nicht so oft hört. Kann es auf jeden Fall empfehlen

4

13.01.2024 Habe etwas anderes erwartet... Man hat das Bedürfnis mehr über den geschichtlichen Hintergrund zu erfahren...

3.5

Ist es den Hype wert?

Diese Frage ist für mich schwer zu beantworten. Ich finde das Thema der Gräueltaten des Südkoreanischen Staates gegenüber ihrer eigenen Bevölkerung im Kontext des Widerstands gegen den damaligen Präsidenten und für Demokratie im Jahr 1980 (!) bei den unzählige Menschen ihr Leben verloren und dass die Überlebenden und Angehörigen über Generationen hinweg, bis heute traumatisierte sehr wichtig. Es ist wichtig, dass darüber geschrieben wurde, weil diese Taten im Rest der Welt kaum bekannt sind und es für Südkorea vermutlich sehr viel bedeutet, diese Geschehnisse anzuerkennen und die restliche Welt damit zu konfrontieren. Also Friedensnobelpreis für Literatur absolut verständlich verdient! Nun zu meiner Kritik: ich konnte der Geschichte nicht gut folgen, da sie pro Kapitel die Perspektive und Erzählstruktur ändert. Von einer direkten Ansprache „du“ zu „Ich“ zu „er“ zu „Sie“ (förmliche Ansprache). Es stehen zwar bei den Kapiteln Namen dabei, aber mir ist nicht klar geworden, wer wer ist und ob die Person die angesprochen wird, die benannte Person ist oder die, die erzählt - oder erzählt Han Kang selbst (kann auch nicht sein, weil sie die Leute nicht kannte über die sie schreibt) - dadurch konnte ich auch nicht gut nachvollziehen, wie die Personen zusammenhängen und in welcher Beziehung sie zu einander stehen, die großen Zeitsprünge sind ebenfalls irritierend. Zudem glaube ich, dass einiges an sprachlicher Kunst von Han Kang in der Übersetzung verloren gegangen ist, da die Sprache an manchen Stellen sehr hakelig und insgesamt nicht so flüssig und schön ist, wie sie wahrscheinlich auf koreanisch ist. Aber das ist immer schwer mit Übersetzungen grad aus Sprachberreichen, die eine viel bildhaftere und gefühlvollere Sprache haben als wir in Deutschland.

Ist es den Hype wert?
5

"Unsere Körper waren kreuzförmig übereinander gestapelt"

Menschlichkeit und Grausamkeit leben in uns dicht Seite an Seite. Han Kang vermag dies, wie niemand sonst, in Worte zu fassen. Still, poetisch, zart und doch so erschütternd und brutal, dass dieses Buch einen sprachlos zurück lässt.

4

Eine Reise durch die Abgründe der Menschlichkeit: „Menschenwerk“ von Han Kang

Die Autorin scheut sich nicht davor, Gewaltsituationen ungeschönt darzustellen, doch das Buch ist weit mehr als nur eine Sammlung von Brutalität und Horrorszenarien. Vielmehr taucht sie tief in die menschliche Psyche ein und beleuchtet das Leid, das durch physische Gewalt verursacht wird. Trotz allem durchdringt ein Funke Hoffnung die Seiten, der von den Protagonist:innen ausgeht. Der historische Hintergrund des Buches, das Gwangju-Massaker von 1980, verleiht der Geschichte eine zusätzliche Tiefe. Durch die Perspektive des Jungen Dong-Ho und derjenigen, die mit ihm die Ereignisse erlebten, wird eine unvergessliche Verbindung zu einem tragischen Moment in der Geschichte hergestellt. Han Kangs Schreibstil ist ein Meisterwerk für sich. Mit einem Wechsel zwischen Ich-Perspektive, Du-Perspektive und dritten Person erzeugt sie eine fesselnde Atmosphäre. Die Worte sind bewusst gewählt und treffen stets ins Herz. Han Kang beherrscht die Sprache auf einem unfassbar hohen Niveau und lässt die Leser:innen in ihrer Welt versinken. Nachdem ich das Buch beendet habe, bin ich tief gerührt von der ehrlichen Darstellung der Brutalität und der psychologischen Tiefe der Hinterbliebenen. „Menschenwerk“ ist ein einzigartiges und bewegendes Werk, das noch lange nach dem Lesen in den Gedanken verweilt. Es ist ein Buch, das man nicht einfach vergisst.

Eine Reise durch die Abgründe der Menschlichkeit: „Menschenwerk“ von Han Kang
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