Die Unvollkommenheit der Liebe
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Description
Book Information
Author Description
Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Sie zählt zu den großen amerikanischen Erzählstimmen der Gegenwart. Ihre Bücher sind internationale Bestseller und preisgekrönt. Für ihren Roman »Mit Blick aufs Meer« erhielt sie den Pulitzerpreis. »Oh, William!« und »Die Unvollkommenheit der Liebe« waren für den Man Booker Prize nominiert. Mit »Erzähl mir alles« stand sie 2025 auf der Shortlist des Women's Prize for Fiction. Für ihr Gesamtwerk wurde sie mit dem Siegfried Lenz Preis ausgezeichnet. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City.
Posts
Außergewöhnlich
Ein besonderer Schreibstil und eine besonderer Geschichte. War für mich was ganz neues, die Art des erzählens eines eigenen Lebens und dann doch auch gleich dass vieler anderer. Das bildliche darstellen von Gefühlen und Empfindungen sowie Erinnerungen. War echt toll zu lesen und werde auf jeden Fall mehr von Elizabeth Strout lesen.
Schön geschrieben ,ich habe ein klein wenig über mich selbst und der Mutter -Tochter Beziehung gelernt. Hätte aber gern mehr über die Kindheit erfahren das war mur zu wenig .... Aber sie findet die richtigen Worte für mich...was ich nie beschreiben konnte und sie beschreibt es so ziemlich genau,wie die Beziehung zu meiner Mutter ist 💔❤️

Lesenswert!
Die vielfältigen Gefühle sind in diesem Buch so unausgeschmückt beschrieben oder sogar eher angedeutet, dass es einen fast unbemerkt zum Mitfühlen und Erleben bringt. Ich war nie zu Tränen gerührt, nie zum Schmunzeln verleitet und doch merkt man dann, dass man das alles fühlt. Ich finde vor allem genial, wie sie durch die Rolle der Mutter zeigt, wie sehr wir Menschen es brauchen, uns in gewissen Dingen überlegen zu fühlen. Vor allem dann, wenn wir es in vielen anderen eben nicht sind.
Lucy Barton ist Schriftstellerin. In der Retrospektive erzählt sie über einen Krankenhausaufenthalt, der sich über Wochen erstreckt hat, und vom überraschenden Besuch ihrer Mutter. Sie schreibt ein Buch über diese Begegnung von Mutter und Tochter. Als sie das Manuskript in einem Workshop einreicht, urteilt die Lehrerin, der Text sei großartig. Und gibt im gleichen Atemzug eine tolle Zusammenfassung des Inhalts: "Ihre Geschichte handelt von Liebe, das wissen Sie. Sie schreiben über einen Mann, der jeden einzelnen Tag seines Lebens zerquält wird von dem, was er im Krieg getan hat. Sie schreiben über eine Ehefrau, die bei ihm geblieben ist, weil das in dieser Generation so üblich war, und diese Frau kommt zu ihrer Tochter ins Krankenhaus und erzählt zwanghaft von lauter kaputten Ehen, sie merkt es selbst gar nicht, es ist Ihr überhaupt nicht bewusst. Sie schreiben über eine Mutter, die ihre Tochter liebt. Unvollkommen. Weil wir alle nur unvollkommen lieben können." Extrem gut gefallen hat mir die sensible Ausarbeitung der Mutter Tochter Beziehung, in der ich auch meine eigene Familie in Teilen(!) wiedererkannt habe. Strouts Erzählstil zeichnet sich ausserdem durch einige sehr feine, sehr kluge Beobachtungen aus, die ich mir begeistert angestrichen habe. Ein Wermutstropfen bleiben unreflektierte Alltagsrassismen, Homophobie und Bodyshaming, die der damaligen Zeit (1980er) und dem soziokulturellen Background der Familie geschuldet sein mögen, die aber aufgrund ihrer Irelevanz für die Handlung absolut verzichtbar gewesen wären. Das Buch ist 2016 erschienen - die kritischen Inhalte hätten einem sorgfältigen Lektorat definitiv auffallen müssen.
Nein, das hier ist nicht Olive Kitteridge. Lucy Barton haut mich nicht ganz so von den Socken. Teils fand ich ihre Geschichte sogar abstoßend bis beschämend. Stellenweise hat es sogar wehgetan, dieses Buch zu lesen. Also sehr viele Emotionen nur eben nicht zwingend gute. Aber sein wir mal ehrlich: das ist es doch, was große Literatur in einem auslösen soll.
Lucy Barton ist Schriftstellerin und musste längere Zeit im Krankenhaus bleiben. In dieser Zeit sitzt auf einmal ihre Muttaet am Bett. Die beiden haben sich seit Lucy’s Auszug nicht mehr gesehen, auch der sonstige Kontakt ist sporadisch bis nicht existent. Während Lucy gegen eine Infektion kämpft, erzählt die Mutter Geschichten. Über Menschen aus der Vergangenheit und was aus ihnen geworden ist… aber über die wichtigen Dinge redet sie nicht. - Elisabeth Strout schreibt wunderschön. Die Sprache ist poetisch, lässt sich gut lesen und es macht einfach Spaß. Aber: das ist leider schon das Einzigste, was ich positiv hervorheben kann. Vielleicht liegt es an meiner Erwartungshaltung, vielleicht an den vielen guten Stimmen dazu… es war mir einfach zu wenig. Die Mutter-Tochter-Beziehung bleibt sehr oberflächlich und es findet keine Auseinandersetzung mit den Problemen statt. Anstatt zu reflektieren, werden immer wieder Sequenzen von Personen erzählt, die nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Sicher kann man hier viel interpretieren… die Geschichten erzählen alle von schlechten oder gescheiterten Ehen… die Mutter scheint nicht glücklich… aber das war mir einfach zu subtil. Auch Lucy als Protagonsiten bleibt mir fern. Ihre Kindheit, wie wir durch Rückblicke erfahren, war alles andere als schön und mir stellt sich immer wieder die Frage, warum sie überhaupt den Kontakt zur Mutter sucht, warum sie so unbedingt die Liebe von ihr will. Überhaupt scheint sie ein sehr verschobenes Bild der Liebe zu haben. Gefühlt liebt sie alles und jeden, macht auf mich den Eindruck, als wäre sie sehr unselbstständig, sucht viel Bestätigung von außen. Teilweise fällt es schwer hinter ihrer Person eine erwachsene Frau zu sehen. Was mir gefehlt hat, war eindeutig der rote Faden: was will das Buch sagen? Wo führt das alles hin? - Leider bleibt es am Ende, wie ein Teil des Titels - unvollkommen.
Einerseits gut geschrieben, nicht alles ausbuchstabiert, es bleibt Raum zum Mitfühlen und Spüren. Und ich konnte das auch alles glauben, dass die Prota und ihre Mutter sich seit dem Auszug der Tochter nicht mehr gesehen haben, die Mutter aber nun dort im Krankenzimmer sitzt und die beiden sich über andere Menschen unterhalten, nur nicht über den Elefanten im Raum. Also, die Mutter-Tochter-Beziehung, das Schweigen über die Vergangenheit, das finde ich gut dargestellt. Aber irgendwie hat mir doch etwas gefehlt, ohne dass ich genau sagen könnte, was genau, vielleicht etwas, dass auch mal über die Perspektive der Prota hinausreicht. Insgesamt hat die Prota auf mich ein bisschen zu naiv gewirkt.
Berührend, mit Tiefgang und trotzdem leicht
Mein Einstieg in die Lucy Barton Reihe und ich war sofort verzaubert. Elizabeth Strout trifft so einen ganz besonderen Ton, ich kann es nicht gut beschreiben. Aber es ist genau, wie ich lesen mag: berührend und mit Untertönen und tiefe, aber trotzdem leicht zu lesen und ohne aufgesetzt zu sein. Die Geschichte nimmt einen mit, aber es schwingt so viel Hoffnung in den Zeilen. Genau das richtige für schwere Zeiten.
Lucy Barton ist Schriftstellerin. In der Retrospektive erzählt sie über einen Krankenhausaufenthalt, der sich über Wochen erstreckt hat, und vom überraschenden Besuch ihrer Mutter. Sie schreibt ein Buch über diese Begegnung von Mutter und Tochter. Als sie das Manuskript in einem Workshop einreicht, urteilt die Lehrerin, der Text sei großartig. Und gibt im gleichen Atemzug eine tolle Zusammenfassung des Inhalts: "Ihre Geschichte handelt von Liebe, das wissen Sie. Sie schreiben über einen Mann, der jeden einzelnen Tag seines Lebens zerquält wird von dem, was er im Krieg getan hat. Sie schreiben über eine Ehefrau, die bei ihm geblieben ist, weil das in dieser Generation so üblich war, und diese Frau kommt zu ihrer Tochter ins Krankenhaus und erzählt zwanghaft von lauter kaputten Ehen, sie merkt es selbst gar nicht, es ist Ihr überhaupt nicht bewusst. Sie schreiben über eine Mutter, die ihre Tochter liebt. Unvollkommen. Weil wir alle nur unvollkommen lieben können." Extrem gut gefallen hat mir die sensible Ausarbeitung der Mutter Tochter Beziehung, in der ich auch meine eigene Familie in Teilen(!) wiedererkannt habe. Strouts Erzählstil zeichnet sich ausserdem durch einige sehr feine, sehr kluge Beobachtungen aus, die ich mir begeistert angestrichen habe. Ein Wermutstropfen bleiben unreflektierte Alltagsrassismen, Homophobie und Bodyshaming, die der damaligen Zeit (1980er) und dem soziokulturellen Background der Familie geschuldet sein mögen, die aber aufgrund ihrer Irelevanz für die Handlung absolut verzichtbar gewesen wären. Das Buch ist 2016 erschienen - die kritischen Inhalte hätten einem sorgfältigen Lektorat definitiv auffallen müssen.
3,5 Sterne Frau Strout benutzt eine ganz wunderbare Sprache um ihre Geschichten zu erzählen. Aber ich hatte mir mehr versprochen. In den Episoden, die sie durch Lucy Barton erzählen lässt, reißt sie viele Themen nur an.Sie lässt uns jedoch keinen genauen Blick auf die Kindheit der Lucy Barton werfen. Trotzdem habe ich das Lesen dieses Büchleins sehr genossen und habe mich sehr verbunden mit Lucy gefühlt. Einige Schlagworte hätte sie nicht nennen sollen, wie AIDS oder Judenstern. Diese Geschichte wäre sehr gut ohne diese reißerischen Worte ausgekommen. Aber siebst ja noch nicht vorbei. Dieses Buch ist ja anscheinend der Auftakt einer Reihe.
I'm still unsure whether it's a 5 star read or not, so maybe it's a really solid 4,5. I really liked the structure of the novel but what got me the most were those implemented takes on life here and there. For example 'this must be the way most of us maneuver through the world, half knowing, half not, visited by memories that can't possibly be true..' Will definitely read the other ones from the series!
Mir hat das Buch gut gefallen, es geht, wie der deutsche Titel schon sagt um die unvollkommende Liebe. Um den Mann, mit dem es nicht perfekt ist, oder vielleicht sogar nicht funktioniert, den man aber trotzdem liebt, um die Familie die man liebt, obwohl sie einem so weh taten, um die Fremden von denen man sich ein Bild macht, dem sie gar nicht entsprechen müssen, aber man liebt sie, weil sie einem in dem Glauben lassen, dass sie so sind, wie man sie gerade braucht. Über all diese Formen der Liebe reflektiert die Ich-Erzählerin auf eine sehr schöne Art, die sich leicht und gut lesen lässt aber doch immer eine gewissen Schwere mitschwingen hat.
My Name is Lucy Barton is one of those little books which are great and which show that a story doesn't have to be hundreds of pages long to tell a character's whole life without the reader having the feeling of missing something. The book tells the story of Lucy Barton who is in hospital with a severe illness and thinks back on her life, especially when her estranged mother visits her. Short scenes from Lucy's life are described: how she grew up in a very poor family in Illinois which was looked upon even by the other poor families in her hometown; how she suffered in her childhood but still made her way to college, moved to New York and became a published author. The book also shows how she progressed after her hospital stay and what happened to her marriage. Other authors would have needed much more room for this story and probably would have told too much and made the reading tedious. Not so Elizabeth Strout: In few words she describes the characters, doesn't even use many names, but the reader still gets a very clear image of everyone. What makes this work even more impressive are the truths of life which are mentioned and also the way Lucy looks at her life: She always knows where she came from and realizes how she appears towards others - if not right away then when she grows older and more mature, a characteristic many people lack. (I received a free digital copy via Netgalley/ the publisher. Thanks for the opportunity!)
3.5✨ - Eine melancholische Geschichte über eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung, die trotz ihrer "Einfachheit" sehr berührt. Obwohl der Schreibstil recht distanziert ist, gelingt es der Autorin auf beeindruckende Weise, eine emotionale Geschichte zu erzählen. Der deutsche Titel des Buches greift die Hauptthematik bzw. die Kernaussage der Geschichte sehr gut auf: nicht jeder Mensch ist dazu fähig, seine Liebe so auszudrücken, wie sein Gegenüber es gerne erfahren würde...
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Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Sie zählt zu den großen amerikanischen Erzählstimmen der Gegenwart. Ihre Bücher sind internationale Bestseller und preisgekrönt. Für ihren Roman »Mit Blick aufs Meer« erhielt sie den Pulitzerpreis. »Oh, William!« und »Die Unvollkommenheit der Liebe« waren für den Man Booker Prize nominiert. Mit »Erzähl mir alles« stand sie 2025 auf der Shortlist des Women's Prize for Fiction. Für ihr Gesamtwerk wurde sie mit dem Siegfried Lenz Preis ausgezeichnet. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City.
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Außergewöhnlich
Ein besonderer Schreibstil und eine besonderer Geschichte. War für mich was ganz neues, die Art des erzählens eines eigenen Lebens und dann doch auch gleich dass vieler anderer. Das bildliche darstellen von Gefühlen und Empfindungen sowie Erinnerungen. War echt toll zu lesen und werde auf jeden Fall mehr von Elizabeth Strout lesen.
Schön geschrieben ,ich habe ein klein wenig über mich selbst und der Mutter -Tochter Beziehung gelernt. Hätte aber gern mehr über die Kindheit erfahren das war mur zu wenig .... Aber sie findet die richtigen Worte für mich...was ich nie beschreiben konnte und sie beschreibt es so ziemlich genau,wie die Beziehung zu meiner Mutter ist 💔❤️

Lesenswert!
Die vielfältigen Gefühle sind in diesem Buch so unausgeschmückt beschrieben oder sogar eher angedeutet, dass es einen fast unbemerkt zum Mitfühlen und Erleben bringt. Ich war nie zu Tränen gerührt, nie zum Schmunzeln verleitet und doch merkt man dann, dass man das alles fühlt. Ich finde vor allem genial, wie sie durch die Rolle der Mutter zeigt, wie sehr wir Menschen es brauchen, uns in gewissen Dingen überlegen zu fühlen. Vor allem dann, wenn wir es in vielen anderen eben nicht sind.
Lucy Barton ist Schriftstellerin. In der Retrospektive erzählt sie über einen Krankenhausaufenthalt, der sich über Wochen erstreckt hat, und vom überraschenden Besuch ihrer Mutter. Sie schreibt ein Buch über diese Begegnung von Mutter und Tochter. Als sie das Manuskript in einem Workshop einreicht, urteilt die Lehrerin, der Text sei großartig. Und gibt im gleichen Atemzug eine tolle Zusammenfassung des Inhalts: "Ihre Geschichte handelt von Liebe, das wissen Sie. Sie schreiben über einen Mann, der jeden einzelnen Tag seines Lebens zerquält wird von dem, was er im Krieg getan hat. Sie schreiben über eine Ehefrau, die bei ihm geblieben ist, weil das in dieser Generation so üblich war, und diese Frau kommt zu ihrer Tochter ins Krankenhaus und erzählt zwanghaft von lauter kaputten Ehen, sie merkt es selbst gar nicht, es ist Ihr überhaupt nicht bewusst. Sie schreiben über eine Mutter, die ihre Tochter liebt. Unvollkommen. Weil wir alle nur unvollkommen lieben können." Extrem gut gefallen hat mir die sensible Ausarbeitung der Mutter Tochter Beziehung, in der ich auch meine eigene Familie in Teilen(!) wiedererkannt habe. Strouts Erzählstil zeichnet sich ausserdem durch einige sehr feine, sehr kluge Beobachtungen aus, die ich mir begeistert angestrichen habe. Ein Wermutstropfen bleiben unreflektierte Alltagsrassismen, Homophobie und Bodyshaming, die der damaligen Zeit (1980er) und dem soziokulturellen Background der Familie geschuldet sein mögen, die aber aufgrund ihrer Irelevanz für die Handlung absolut verzichtbar gewesen wären. Das Buch ist 2016 erschienen - die kritischen Inhalte hätten einem sorgfältigen Lektorat definitiv auffallen müssen.
Nein, das hier ist nicht Olive Kitteridge. Lucy Barton haut mich nicht ganz so von den Socken. Teils fand ich ihre Geschichte sogar abstoßend bis beschämend. Stellenweise hat es sogar wehgetan, dieses Buch zu lesen. Also sehr viele Emotionen nur eben nicht zwingend gute. Aber sein wir mal ehrlich: das ist es doch, was große Literatur in einem auslösen soll.
Lucy Barton ist Schriftstellerin und musste längere Zeit im Krankenhaus bleiben. In dieser Zeit sitzt auf einmal ihre Muttaet am Bett. Die beiden haben sich seit Lucy’s Auszug nicht mehr gesehen, auch der sonstige Kontakt ist sporadisch bis nicht existent. Während Lucy gegen eine Infektion kämpft, erzählt die Mutter Geschichten. Über Menschen aus der Vergangenheit und was aus ihnen geworden ist… aber über die wichtigen Dinge redet sie nicht. - Elisabeth Strout schreibt wunderschön. Die Sprache ist poetisch, lässt sich gut lesen und es macht einfach Spaß. Aber: das ist leider schon das Einzigste, was ich positiv hervorheben kann. Vielleicht liegt es an meiner Erwartungshaltung, vielleicht an den vielen guten Stimmen dazu… es war mir einfach zu wenig. Die Mutter-Tochter-Beziehung bleibt sehr oberflächlich und es findet keine Auseinandersetzung mit den Problemen statt. Anstatt zu reflektieren, werden immer wieder Sequenzen von Personen erzählt, die nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Sicher kann man hier viel interpretieren… die Geschichten erzählen alle von schlechten oder gescheiterten Ehen… die Mutter scheint nicht glücklich… aber das war mir einfach zu subtil. Auch Lucy als Protagonsiten bleibt mir fern. Ihre Kindheit, wie wir durch Rückblicke erfahren, war alles andere als schön und mir stellt sich immer wieder die Frage, warum sie überhaupt den Kontakt zur Mutter sucht, warum sie so unbedingt die Liebe von ihr will. Überhaupt scheint sie ein sehr verschobenes Bild der Liebe zu haben. Gefühlt liebt sie alles und jeden, macht auf mich den Eindruck, als wäre sie sehr unselbstständig, sucht viel Bestätigung von außen. Teilweise fällt es schwer hinter ihrer Person eine erwachsene Frau zu sehen. Was mir gefehlt hat, war eindeutig der rote Faden: was will das Buch sagen? Wo führt das alles hin? - Leider bleibt es am Ende, wie ein Teil des Titels - unvollkommen.
Einerseits gut geschrieben, nicht alles ausbuchstabiert, es bleibt Raum zum Mitfühlen und Spüren. Und ich konnte das auch alles glauben, dass die Prota und ihre Mutter sich seit dem Auszug der Tochter nicht mehr gesehen haben, die Mutter aber nun dort im Krankenzimmer sitzt und die beiden sich über andere Menschen unterhalten, nur nicht über den Elefanten im Raum. Also, die Mutter-Tochter-Beziehung, das Schweigen über die Vergangenheit, das finde ich gut dargestellt. Aber irgendwie hat mir doch etwas gefehlt, ohne dass ich genau sagen könnte, was genau, vielleicht etwas, dass auch mal über die Perspektive der Prota hinausreicht. Insgesamt hat die Prota auf mich ein bisschen zu naiv gewirkt.
Berührend, mit Tiefgang und trotzdem leicht
Mein Einstieg in die Lucy Barton Reihe und ich war sofort verzaubert. Elizabeth Strout trifft so einen ganz besonderen Ton, ich kann es nicht gut beschreiben. Aber es ist genau, wie ich lesen mag: berührend und mit Untertönen und tiefe, aber trotzdem leicht zu lesen und ohne aufgesetzt zu sein. Die Geschichte nimmt einen mit, aber es schwingt so viel Hoffnung in den Zeilen. Genau das richtige für schwere Zeiten.
Lucy Barton ist Schriftstellerin. In der Retrospektive erzählt sie über einen Krankenhausaufenthalt, der sich über Wochen erstreckt hat, und vom überraschenden Besuch ihrer Mutter. Sie schreibt ein Buch über diese Begegnung von Mutter und Tochter. Als sie das Manuskript in einem Workshop einreicht, urteilt die Lehrerin, der Text sei großartig. Und gibt im gleichen Atemzug eine tolle Zusammenfassung des Inhalts: "Ihre Geschichte handelt von Liebe, das wissen Sie. Sie schreiben über einen Mann, der jeden einzelnen Tag seines Lebens zerquält wird von dem, was er im Krieg getan hat. Sie schreiben über eine Ehefrau, die bei ihm geblieben ist, weil das in dieser Generation so üblich war, und diese Frau kommt zu ihrer Tochter ins Krankenhaus und erzählt zwanghaft von lauter kaputten Ehen, sie merkt es selbst gar nicht, es ist Ihr überhaupt nicht bewusst. Sie schreiben über eine Mutter, die ihre Tochter liebt. Unvollkommen. Weil wir alle nur unvollkommen lieben können." Extrem gut gefallen hat mir die sensible Ausarbeitung der Mutter Tochter Beziehung, in der ich auch meine eigene Familie in Teilen(!) wiedererkannt habe. Strouts Erzählstil zeichnet sich ausserdem durch einige sehr feine, sehr kluge Beobachtungen aus, die ich mir begeistert angestrichen habe. Ein Wermutstropfen bleiben unreflektierte Alltagsrassismen, Homophobie und Bodyshaming, die der damaligen Zeit (1980er) und dem soziokulturellen Background der Familie geschuldet sein mögen, die aber aufgrund ihrer Irelevanz für die Handlung absolut verzichtbar gewesen wären. Das Buch ist 2016 erschienen - die kritischen Inhalte hätten einem sorgfältigen Lektorat definitiv auffallen müssen.
3,5 Sterne Frau Strout benutzt eine ganz wunderbare Sprache um ihre Geschichten zu erzählen. Aber ich hatte mir mehr versprochen. In den Episoden, die sie durch Lucy Barton erzählen lässt, reißt sie viele Themen nur an.Sie lässt uns jedoch keinen genauen Blick auf die Kindheit der Lucy Barton werfen. Trotzdem habe ich das Lesen dieses Büchleins sehr genossen und habe mich sehr verbunden mit Lucy gefühlt. Einige Schlagworte hätte sie nicht nennen sollen, wie AIDS oder Judenstern. Diese Geschichte wäre sehr gut ohne diese reißerischen Worte ausgekommen. Aber siebst ja noch nicht vorbei. Dieses Buch ist ja anscheinend der Auftakt einer Reihe.
I'm still unsure whether it's a 5 star read or not, so maybe it's a really solid 4,5. I really liked the structure of the novel but what got me the most were those implemented takes on life here and there. For example 'this must be the way most of us maneuver through the world, half knowing, half not, visited by memories that can't possibly be true..' Will definitely read the other ones from the series!
Mir hat das Buch gut gefallen, es geht, wie der deutsche Titel schon sagt um die unvollkommende Liebe. Um den Mann, mit dem es nicht perfekt ist, oder vielleicht sogar nicht funktioniert, den man aber trotzdem liebt, um die Familie die man liebt, obwohl sie einem so weh taten, um die Fremden von denen man sich ein Bild macht, dem sie gar nicht entsprechen müssen, aber man liebt sie, weil sie einem in dem Glauben lassen, dass sie so sind, wie man sie gerade braucht. Über all diese Formen der Liebe reflektiert die Ich-Erzählerin auf eine sehr schöne Art, die sich leicht und gut lesen lässt aber doch immer eine gewissen Schwere mitschwingen hat.
My Name is Lucy Barton is one of those little books which are great and which show that a story doesn't have to be hundreds of pages long to tell a character's whole life without the reader having the feeling of missing something. The book tells the story of Lucy Barton who is in hospital with a severe illness and thinks back on her life, especially when her estranged mother visits her. Short scenes from Lucy's life are described: how she grew up in a very poor family in Illinois which was looked upon even by the other poor families in her hometown; how she suffered in her childhood but still made her way to college, moved to New York and became a published author. The book also shows how she progressed after her hospital stay and what happened to her marriage. Other authors would have needed much more room for this story and probably would have told too much and made the reading tedious. Not so Elizabeth Strout: In few words she describes the characters, doesn't even use many names, but the reader still gets a very clear image of everyone. What makes this work even more impressive are the truths of life which are mentioned and also the way Lucy looks at her life: She always knows where she came from and realizes how she appears towards others - if not right away then when she grows older and more mature, a characteristic many people lack. (I received a free digital copy via Netgalley/ the publisher. Thanks for the opportunity!)
3.5✨ - Eine melancholische Geschichte über eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung, die trotz ihrer "Einfachheit" sehr berührt. Obwohl der Schreibstil recht distanziert ist, gelingt es der Autorin auf beeindruckende Weise, eine emotionale Geschichte zu erzählen. Der deutsche Titel des Buches greift die Hauptthematik bzw. die Kernaussage der Geschichte sehr gut auf: nicht jeder Mensch ist dazu fähig, seine Liebe so auszudrücken, wie sein Gegenüber es gerne erfahren würde...





























