Die Verletzlichen
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Description
Der neue Roman von Sigrid Nunez!
»Eine begnadete Autorin.« Der Spiegel
Als eine gute Freundin der namenlosen Erzählerin in Kalifornien strandet, erklärt sie sich bereit, sich um deren Wohnung in New York zu kümmern – samt temperamentvollem Papagei. In der Wohnung trifft sie auf einen jungen Mann, der noch ganz am Anfang seines Lebens steht und vor den Erwartungen seiner Familie Zuflucht sucht. Gemeinsam gehen die beiden mit dem Papagei durch eine bewegte Zeit. Sigrid Nunez’ neuer Roman erzählt davon, was passiert, wenn Fremde bereit sind, ihr Herz füreinander zu öffnen, und was selbst kleine Gesten der Fürsorge bewirken können. Ein großes Buch über Nähe und Innigkeit in unwägbaren Zeiten, und ein hinreißender Roman über die Kunst des Schreibens selbst.
»Urkomisch und zutiefst nachdenklich.« TIME
»Mit ihrem Witz, ihrer stilistischen Brillanz und ihrer Furchtlosigkeit, mit der sie die großen Fragen unseres Lebens adressiert, hat sich Sigrid Nunez eine große Leserschaft erschrieben.« Denis Scheck
»Sigrid Nunez schmuggelt tiefgründige Reflexionen über Schmerz und Verlust in einen hinreißenden Roman von trügerischer Leichtigkeit.« NYT
Book Information
Author Description
Sigrid Nunez ist eine der beliebtesten Autorinnen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Für ihr viel bewundertes Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Für »Der Freund« erhielt sie 2018 den National Book Award und erreichte international ein großes Publikum, es wurde auch im deutschsprachigen Raum ein Bestseller. 2025 erhielt Sigrid Nunez den Windham-Campbell-Prize als Auszeichnung für ihr gesamtes Werk. Sie lebt in New York City.Bei Aufbau und im Aufbau Taschenbuch sind von ihr außerdem lieferbar: »Eine Feder auf dem Atem Gottes«, »Was fehlt dir«, »Sempre Susan. Erinnerungen an Susan Sontag« und »Die Verletzlichen«.Mehr zur Autorin unter sigridnunez.com
Posts
Sinnieren über Literatur, das Schreiben, Erinnerungen und das Leben - und ein wenig über einen Papagei namens Eureka
-Frühling 2020 NYC während des Corona Lockdowns - Zunächst einmal ist das Cover wunderschön🌸👌 Der Klappentext allerdings lässt mich nach dem Lesen irritiert zurück " Ein großer Roman über Nähe und Innigkeit in unwägbaren Zeiten" . Die eigentlich angekündigte Geschichte, dass die namenlose Erzählerin während des Lockdowns die Versorgung des Papageis einer Freundin übernimmt und dabei auf einen jungen Mitbewohner stößt, nimmt m.E. nur einen "Bruchteil" des Buches ein und beschreibt ein zunächst sehr distanziertes Verhältnis, das sich im Laufe der Zeit bessert, wahrhaftige Innigkeit habe ich dennoch hier nicht empfunden. Es gibt keine klassische Handlung, keinen roten Faden- eine Vielzahl von Fragmenten, Erinnerungen, Beobachtungen, zahllose* Zitate anderer Autoren (wie J.J.Rousseau, Virginia Woolf, Tschechow, Joan Didion, Günter Grass u.v.a.) und Lebensweisheiten "gratis dazu". Wobei diese zum Teil sehr tiefgründig und schön sind. Die Erzählerin lässt sich über Donald Trump aus, berichtet detailliert über Craig Foster und dessen aussergewöhnliche "Beziehung" zu einem Oktopus ( Film : The octopus teacher). ...und und und.... *mitunter nervig Eine für mich absolut passende Beschreibung liefert die Buchrezensentin Lydia Herms: "Manchmal klingt dieses Buch wie ein Haufen Notizen auf losen Zetteln, die durch einen heftigen Windstoß durcheinandergeraten sind". Und dennoch bleibt man dran, wird gefesselt von kleinen Alltagsepisoden, die die Erzählerin im Lockdown erlebt, sdie berühren und in der Tat die Verletzlichhkeit (s. Titel) der Menschen in extrem herausfordernden Zeiten zeigen.. So empfand ich die "Barrista" Szene als sehr eindrucksvoll, an deren Ende die Erzählerin ihren gerade gekauften Kaffee in die Mülltonne wirft. ...Oder eine Szene im Park, als sie ein rotes Notizbhuch auf einer Parkbank findet und die heraneilende vermeintliche Besitzerin, es dennoch nicht wieder an sich nimmt. Sprachlch brilliant, lässt mich das Buch dennoch zwiegespalten zurück. P.S, Und wie ist nun Gierschs richtiger Name ?

25 Frauen 2025 - Buch 33: Die Ich-Erzählerin streift während des Corona-Lockdowns draußen herum, beobachtet Kinder auf Spielplätzen, Hunde an Leinen und denk nach. Dieser Gedankenstrom ist immer wieder angereichert durch Zitate von Autor*innen oder Begebenheiten aus deren Leben. Vor dem Lockdown war eine Freundin gestorben. Bei ihrer Beerdigung trifft die alte Gruppe zusammen und die Frauen berichten aus ihrem Leben und teilen ihre Gedanken über Männer und Frauen. Anschließend geht wieder der Gedankenstrom der Erzählerin weiter. Dieses Buch ist nett zu lesen. Durch die Form des Gedankenstroms und die Abwesenheit einer Geschichte bzw. Handlung werde ich es aber bestimmt schnell vergessen haben.
Hier ist mal wieder ein Roman den ich nicht richtig einzuordnen weiß und bei dem mir auch die Bewertung echt schwer fällt. Um was es in dem Buch 'Die Verletzlichen' von der Autorin Sigrid Nunez geht ist auch nicht so einfach zusammen zu fassen. Die namenlose Ich-Erzählerin und Schriftstellerin kümmert sich in der Corona Pandemie um den Papageien Eureka ihrer Freundin Iris. Der Einfacherheithalber zieht sie auch vorübergehend in die Wohnung der Freundin und trifft dort plötzlich überraschend auf Giersch. Giersch heißt eigentlich anders, aber wie erfahren wir nicht. Er hatte sich vorher um den Vogel gekümmert und möchte es nach einer kleinen Auszeit wieder tun. Die zwei führen eine Zweck-WG und könnten unterschiedlicher nicht sein. Um diesen Teil des Romans handelt es sich nur zu einem relativ kleinen Teil. Im Rest wandern die Gedanken der Erzählerin von hier nach dort, von früher zu jetzt und von diesem zu jenem. Mir war zu wenig 'roter Faden' vorhanden. Ich habe recht lange für dieses doch recht dünne Buch gebraucht und auch sehr oft quergelesen. Die Geschichte hatte mir zu wenig Inhalt, aber manch kleine Gedanken oder Zitate fand ich interessant und es war auch irgendwie schön poetisch geschrieben. Ich denke dieses Buch wird polarisieren, die einen werden es lieben und den anderen werden etwas ratlos zurück bleiben. Im Kopf bleiben wird es mir persönlich wohl eher nicht.

Es werden in kurzer Zeit viele wichtige Themen oberflächlich angesprochen. Was mich frustrierte. Insgesamt war es nicht meine Geschichte.
Autorin: Sigrid Nunez Seiten: 203 Genre: Roman „Ich weiß nicht mehr, wer sagte, dass Schlaflosigkeit die Unfähigkeit zu vergessen ist.“ S.110 New York im Lockdown: Eine Frau passt auf die Wohnung einer Freundin auf und kümmert sich um ihren Papagei. Das geht so lange gut, bis ein neuer Mitbewohner dazukommt.

Etwas anderes erwartet und etwas besonderes bekommen. Der Klappentext kündigt einen Roman an, in dem die die namenlose Erzählerin während der Corona- Pandemie die Wohnung (samt Papagei) einer Freundin in New York hütet und auf einen jungen Mann trifft, der vor den Erwartungen seiner Familie flieht. Die Geschichte ist natürlich teil des Textes, aber für mich ist es eher eine unglaublich große Sammlung an tiefgründigen Gedanken der Autorin. Es fühlt sich an, als findet hier Verarbeitung statt. Mit wirklich poetischer Sprache erlaubt uns Sigrid Nunez hier Einblicke in Gefühle, Fragen, Gespräche und Ängste während dieser besonderen Zeit. Und in ihr breites literarisches Wissen. Für mich manchmal etwas zu ausufernd mit Zitaten und Literstuverweisen gespickt. Ein sehr ruhiges, zum Nachdenken anregendes Buch.
Eine Frau in New York, ein Papagei und ein ungebetener Mitbewohner… Corona greift um sich. Es ist der erste Lockdown. Eine Frau erklärt sich bereit den Papagei einer Freundin, welche bei ihren Eltern festsitzt, zu betreuen. Sie überlässt einer Ärtzin, die dringend gebraucht wird, ihre Wohnung und zieht bei dem Papagei ein. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: auch ein junger Mann, der gerade mit seinen Eltern ein nicht allzu harmonisches Verhältnis hat, wird bald als Gast in der Wohnung sein und ihre Geduld mehr als einmal auf die Probe stellen. - Handlungstechnisch passiert in diesem Roman nicht besonders viel. Es ist Lockdown, alles liegt auf Eis, der Beruf der Protagonistin ist nicht systemrelevant und somit sitzt sie in der Wohnung fest. Bis auf vereinzelte Spaziergänge, verlässt sie diese nicht. Sie hat viel Zeit zum Nachdenken und nimmt die Lesenden genau in diese Gedankenwelt mit. Es ist ein Ausflug in die Welt der Literatur, in die Vergangenheit, in Einsamkeit und Angst. Sigrid Nunenz reflektiert eine Zeit, die sicher für uns alle schwierig war. Gerade in der Anfangszeit von Corona, war Angst ein vorherrschendes Gefühl. Es gab so viele Infizierte, so viele Tote… beim Verlassen der eigenen vier Wände wurde plötzlich jeder andere Mensch zu einem potenziellen Risiko. Praktisch über Nacht hat sich unser aller Leben geändert und es wurde zu einer Zeit die jeder Person mal mehr, mal weniger abverlangt hat. Dies hat die Autorin sehr schön eingefangen. Die Rolle des Papageien in dem Ganzen fand ich beeindruckend. Zum einen symbolisiert er die Wichtigkeit einer Aufgabe in Zeiten, in denen man sonst nicht zu tun hat. Sich um ein Lebewesen zu kümmern, dass auf einen angewiesen ist, kann nachweislich dazu beitragen, sich selbst aus tiefen Gräben heraus zu holen. Durch sein buntes Gefieder bringt er außerdem etwas Farbe in den trostlosen Alltag. Durch das ungewollte Zusammenleben mit dem jungen Mann, wird überdies die Notwenigkeit von sozialen Kontakten und das Zwischenmenschliche thematisiert. Wie anfangs schon erwähnt, passiert auf der Handlungsebene fast nichts. Dahingehend ist sicher der Klappentext etwas irreführend. Zumindest mir suggeriert er eine wesentlich eingängigere Erzählung. „Die Verletzlichen“ ist ein leiser Roman. Es passiert hier sehr viel zwischen den Zeilen und man muss gewillt sein, sich darauf einzulassen. Wenn man dies tut, wird man mit einer literarisch hochwertigen und sprachlich wunderschönen Betrachtung von Individuen in Krisenzeiten belohnt.
Ein Papagei und eine Achterbahnfahrt 🦜🎢
Es ist Frühling im Jahr 2020, der Beginn der Pandemie, als die Autorin in die Wohnung einer Bekannten zieht, um den Papagei Eureka zu betreuen. Ein junger Mann, den sie Giersch nennt, der aber in Wirklichkeit anders heißt, hat zuvor Eureka gehütet, ist jedoch spurlos verschwunden. Aus dem Nichts ist er wieder zurück in der Wohnung und nun muss sich die Autorin mit ihm arrangieren - in so vagen und beängstigenden Zeiten, wie wir sie 2020 alle erlebt haben. So viel zur eigentlichen Handlung des Romans, die interessant und tiefgründig erzählt war und so viele zarte und emotionale Momente hatte. Doch huiuiui, da gab es noch den ein oder anderen weiteren Handlungsstrang, denn die WG mit Eureka und Giersch hat insgesamt etwa ein Drittel des Buches eingenommen. Im großen Rest berichtet die Autorin von einer Schreibblockade, und möglichen Wegen, diese zu lösen, ebenso wie vom Tod einer Freundin und dazwischen bekommen auch die Theorien und Werke von großen Schriftsteller:innen und Philosoph:innen einen Platz. Beim Lesen musste ich immer wieder schmunzeln, wie die Autorin von einem Thema zum nächsten springt. Das verursachte in meinem Kopf ein bisschen Verwirrtheit und vor allem eine Achterbahnfahrt - eigentlich ganz ähnlich wie damals zu Beginn der Pandemie. Also auch irgendwie passend. Zu meiner Freude waren alle Themen stilistisch extrem eindrucksvoll geschrieben, sodass mir das Lesen der einzelnen Stränge leicht fiel. Aber durcheinander bin ich trotzdem irgendwie. Und am Ende bin ich auch ein bisschen traurig, dass ich von dem wundervollen Eureka so wenig erfahren habe und dass die Geschichte mit Giersch endete, bevor sie so richtig anfing. Denn die sensiblen Momente dieser ungewöhnlichen Wohngemeinschaft waren ein Highlight und haben das zauberhafte Cover auf ganz besondere Weise widergespiegelt. Ich glaube, dass dieser Roman polarisieren könnte - entweder es ist ein Volltreffer oder es ist keiner. Ausprobieren solltest du es selbst. Für mich war es der erste Roman von Sigrid Nunez und ich bin gespannt, wie ihre anderen Werke sind.

»Wie oft muss ich es dir noch sagen? Du weißt, was ich will. Ich habe es dir hundertmal gesagt. Ich liebe dich. Ich liebe dich, aber ich kann so nicht mehr weitermachen. Wann immer wir jetzt miteinander sprechen, streiten wir. Es bringt mich um. Du sagst, ich würde dir nicht zuhören, aber du bist es, die nicht zuhört. Bitte, entscheide dich einfach, verdammt noch mal. Tu, was du willst, aber hör bitte, bitte auf, mich zu verarschen. Man muss aus eigener Erfahrung lernen, was eine Figur in einer Erzählung von Edna O'Brien feststellt, nämlich dass Liebe deshalb so schmerzhaft ist, weil zwei Menschen mehr wollen, als zwei Menschen geben können.« (S. 123) ❤️🩹 In ihrem neuen Roman »Die Verletzlichen« schreibt die Autorin Sigrid Nunez (übersetzt aus dem Englischen von Anette Grube) über eine namenlose Ich-Erzählerin, die Autorin ist, und während des 1. Lockdowns der Corona Pandemie auf den Papageien Eureka 🦜 ihrer Freundin Iris aufpasst und sich gemeinsam mit einem jungen Familienfreund dieser — Giersch — das luxuriöse Appartement teilen muss. Der Roman ist eine Mischung zwischen der Schilderung dieser Situation einhergehend mit der Reflexion des Erlebten durch die Protagonistin selbst sowie deren Philosophieren und Sinnieren über das Schreiben und Schriftsteller*innen-Sein. Die eingestreuten Anspielungen und Zitate auf andere Autor*innen und Werke empfand ich als sehr gelungen und bereichernd: »Jetzt kenne ich die Wahrheit: Wichtig ist, was man während des Lesens erlebt, die Gefühlszustände, die eine Geschichte hervorruft, die Fragen, die einem dazu einfallen, und nicht die fiktionalen Ereignisse, die geschildert werden.« (S.9) Eine sehr schöne, inspirierende, humorvolle und philosophische Lektüre 🩷 Fans von Büchern über das schriftstellerische Schreiben und Gedanken dazu 📖💭 und alle Sigrid Nunez-Fans — you’ll love this lovely novel. 🦜💚

Nach Lesen des Klappentextes hatte ich eine andere Vorstellung der Geschichte: Ein warmer Austausch zwischen Jung und Alt zu Zeiten während der Pandemie. Doch kam es nie wirklich zu einem Dialog, sondern eher bruchstückhaft wurde gesprungen zu anderen Gedanken. Ich konnte manchmal nur schwer folgen und fand es total schade, weil die Autorin einen sehr flüssigen Schreibstil hat.
Super Schreibstil Plot leider eher enttäuschend
Mit diesem Buch bin ich sehr stark „Zickzack“ gefahren. Der Klappentext verspricht einen Roman über Fremde, die ihr Herz einander öffnen, über Gesten der Fürsorge, Innigkeit in der Corona Zeit und viel über die Kunst des Schreibens. Letzteres hat er wirklich so vollsten Zufriedenheit erfüllt. Die vorherigen Punkte treffen auch zu. Leider sind sie etwas verwischt. Die Autorin wird gebeten, einen Papageien zu sitten. Es ist Corona und die Besitzer sind in Kalifornien gestrandet. Nun ist das Tier allein in der großen New Yorker Wohnung, denn der vorherige Aufpasser hat sich aus dem Staub gemacht. Kaum ist die Autorin ins Apartment gezogen, taucht er aber wieder auf. Und die beiden könnten unterschiedlich nicht sein. Sie, gut erzogen, pflichtbewusst und darauf bedacht, nicht unangenehm aufzufallen, er rücksichtslos, ich-bezogen und sehr direkt! Das einzige, was sie eint, ist eine gewisse psychische Labilität aus verschiedenen Gründen. Die Autorin kämpft schon länger mit einer Schreibblockade, der junge Mann mit seinen Eltern. Die beiden stoßen sich mehr ab, als dass sie sich anziehen. Wenn ihr aber jetzt denkt, dass sich diese Geschichte doch ganz interessant anhört dann sag ich: Obacht! Das bekommt ihr erst nach dem ersten Drittel. Und auch dann nicht kontinuierlich, sondern nur häppchenweise immer mal wieder. Dazwischen mäandert Sigrid Nunez zu anderen Schauplätzen, plaudert über das Leben und Sterben ihrer Freundinnen, nimmt Joan Didion ins Visier, ab und zu guckt Nietzsche um die Ecke oder Kerouac. Dann geht es durch die leeren New Yorker Straßen mit flüchtigen Eindrücken. Des Öfteren verkriecht sich die Autorin in sich selbst, und wir bekommen Einblick in ihre Gedankenwelt. Sie philosophiert, und das hat keinen roten Faden. Sehr sympathisch, finde ich die Passagen mit Eureka, dem Papagei. Nach zunehmendem Konsum leichter Drogen nähern sich Autorin und junger Mann (genannt Giersch) an, tanzen gedanklich umeinander, um sich zum Ende des Buch wieder zu verlieren. Wie finde ich das jetzt?🤔 Wer sich in Klatsch und Tratsch über das „Who is Who“ der Schriftstellers Szene jüngster Vergangenheit versinken möchte, ist hier richtig. Wer einen linearen Plot sucht nicht. Wäre der Roman sprachlich nicht so wunderbar geschrieben, hätte mich die Autorin ziemlich früh verloren. So hat sie mich rein durch ihre Fähigkeit Gedanken einnehmend auszudrücken als Leserin behalten können. So richtige Begeisterung hat sich aber nicht bei mir entwickelt. Kann man schwer empfehlen, muss man selber ausprobieren!
Wenn man so liest, was anderes über das Buch sagen kommt oft: unter dem Klappentext habe ich mir etwas anderes vorgestellt. So ging es mir auch. Das Buch hat mir trotzdem (losgelöst vom Klappentext) gut gefallen. Sie fasst auf der ersten Seite zusammen, was vielleicht auf dem Klappentext stehen sollte?: "wichtig ist, was man während des Lesens erlebt, die Gefühlszustände, die eine Geschichte hervorruft, die Fragen, die einem dazu einfallen, und nicht die fiktionalen Ereignisse, sie geschildert werden."
Philosophisch und humorvoll, aber nicht ganz das was der Klappentext verspricht
**** Worum geht es? **** Eine gute Frage. Laut des Klappentextes um eine Frau, die sich um die Wohnung einer guten Freundin und den darin lebenden Papagei kümmert. Vor Ort trifft sie auf einen jungen Mann, noch sehr jung, der vor den Erwartungen seiner Familie Zuflucht sucht. Zu dritt gehen sie durch eine bewegte Zeit. Diese bewegte Zeit ist die Corona Pandemie und die Handlung ist dennoch irgendwie nicht so ganz vorhanden… **** Mein Eindruck **** Ich habe aufgrund des Klappentextes eine völlig andere Erzählung erwartet. Ich war zu Beginn sehr verwundert und dachte, dass es sich um ein Vorwort handeln müsse. Sobald ich aber feststellte, dass es sich dabei tatsächlich um die Erzählung handelt, konnte ich mich auf den Schreibstil einlassen und habe eine interessante Geschichte um Persönlichkeiten wie du und ich erlebt. Die Corona Pandemie war hier allgegenwärtig und die Sprache der Autorin spielte mit den Charakteren, der Erzählung, sowie der Botschaft. Die Erzählung war angenehm zu lesen, doch letztlich blieb immer im Hinterkopf, dass es schlichtweg nicht das war, was ich von dem Buch erwartet und mir erhofft habe. Eine stringente Handlung mit einem dialogischen Austausch kam nur bruchstückhaft zu Stande. Die Erzählung sprang zwischen den Gedanken der Autorin. Allgemein kam man zum Papagei und damit dem Klappentext erst nach einigen Kapiteln und dann auch den Erwartungen entsprechend nur bedingt. Dennoch konnten die witzigen Passagen und die Art des Schreibens der Autorin mich immer wieder abholen und auch unterhalten. Insgesamt ein Buch das mich im Zwiespalt zurücklässt. **** Empfehlung? **** Ich empfehle das Buch unter Vorbehalt weiter, lest die Rezensionen auf eurer liebsten Plattform um ein besseres Gefühl für das was zu erwarten ist zu bekommen. Das Buch ist witzig und locker geschrieben und erzählt dennoch ganz viel zwischen den Zeilen. Mit den richtigen Erwartungen und dem Interesse kann das Buch etwas gutes sein.
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Der neue Roman von Sigrid Nunez!
»Eine begnadete Autorin.« Der Spiegel
Als eine gute Freundin der namenlosen Erzählerin in Kalifornien strandet, erklärt sie sich bereit, sich um deren Wohnung in New York zu kümmern – samt temperamentvollem Papagei. In der Wohnung trifft sie auf einen jungen Mann, der noch ganz am Anfang seines Lebens steht und vor den Erwartungen seiner Familie Zuflucht sucht. Gemeinsam gehen die beiden mit dem Papagei durch eine bewegte Zeit. Sigrid Nunez’ neuer Roman erzählt davon, was passiert, wenn Fremde bereit sind, ihr Herz füreinander zu öffnen, und was selbst kleine Gesten der Fürsorge bewirken können. Ein großes Buch über Nähe und Innigkeit in unwägbaren Zeiten, und ein hinreißender Roman über die Kunst des Schreibens selbst.
»Urkomisch und zutiefst nachdenklich.« TIME
»Mit ihrem Witz, ihrer stilistischen Brillanz und ihrer Furchtlosigkeit, mit der sie die großen Fragen unseres Lebens adressiert, hat sich Sigrid Nunez eine große Leserschaft erschrieben.« Denis Scheck
»Sigrid Nunez schmuggelt tiefgründige Reflexionen über Schmerz und Verlust in einen hinreißenden Roman von trügerischer Leichtigkeit.« NYT
Book Information
Author Description
Sigrid Nunez ist eine der beliebtesten Autorinnen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Für ihr viel bewundertes Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Für »Der Freund« erhielt sie 2018 den National Book Award und erreichte international ein großes Publikum, es wurde auch im deutschsprachigen Raum ein Bestseller. 2025 erhielt Sigrid Nunez den Windham-Campbell-Prize als Auszeichnung für ihr gesamtes Werk. Sie lebt in New York City.Bei Aufbau und im Aufbau Taschenbuch sind von ihr außerdem lieferbar: »Eine Feder auf dem Atem Gottes«, »Was fehlt dir«, »Sempre Susan. Erinnerungen an Susan Sontag« und »Die Verletzlichen«.Mehr zur Autorin unter sigridnunez.com
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Sinnieren über Literatur, das Schreiben, Erinnerungen und das Leben - und ein wenig über einen Papagei namens Eureka
-Frühling 2020 NYC während des Corona Lockdowns - Zunächst einmal ist das Cover wunderschön🌸👌 Der Klappentext allerdings lässt mich nach dem Lesen irritiert zurück " Ein großer Roman über Nähe und Innigkeit in unwägbaren Zeiten" . Die eigentlich angekündigte Geschichte, dass die namenlose Erzählerin während des Lockdowns die Versorgung des Papageis einer Freundin übernimmt und dabei auf einen jungen Mitbewohner stößt, nimmt m.E. nur einen "Bruchteil" des Buches ein und beschreibt ein zunächst sehr distanziertes Verhältnis, das sich im Laufe der Zeit bessert, wahrhaftige Innigkeit habe ich dennoch hier nicht empfunden. Es gibt keine klassische Handlung, keinen roten Faden- eine Vielzahl von Fragmenten, Erinnerungen, Beobachtungen, zahllose* Zitate anderer Autoren (wie J.J.Rousseau, Virginia Woolf, Tschechow, Joan Didion, Günter Grass u.v.a.) und Lebensweisheiten "gratis dazu". Wobei diese zum Teil sehr tiefgründig und schön sind. Die Erzählerin lässt sich über Donald Trump aus, berichtet detailliert über Craig Foster und dessen aussergewöhnliche "Beziehung" zu einem Oktopus ( Film : The octopus teacher). ...und und und.... *mitunter nervig Eine für mich absolut passende Beschreibung liefert die Buchrezensentin Lydia Herms: "Manchmal klingt dieses Buch wie ein Haufen Notizen auf losen Zetteln, die durch einen heftigen Windstoß durcheinandergeraten sind". Und dennoch bleibt man dran, wird gefesselt von kleinen Alltagsepisoden, die die Erzählerin im Lockdown erlebt, sdie berühren und in der Tat die Verletzlichhkeit (s. Titel) der Menschen in extrem herausfordernden Zeiten zeigen.. So empfand ich die "Barrista" Szene als sehr eindrucksvoll, an deren Ende die Erzählerin ihren gerade gekauften Kaffee in die Mülltonne wirft. ...Oder eine Szene im Park, als sie ein rotes Notizbhuch auf einer Parkbank findet und die heraneilende vermeintliche Besitzerin, es dennoch nicht wieder an sich nimmt. Sprachlch brilliant, lässt mich das Buch dennoch zwiegespalten zurück. P.S, Und wie ist nun Gierschs richtiger Name ?

25 Frauen 2025 - Buch 33: Die Ich-Erzählerin streift während des Corona-Lockdowns draußen herum, beobachtet Kinder auf Spielplätzen, Hunde an Leinen und denk nach. Dieser Gedankenstrom ist immer wieder angereichert durch Zitate von Autor*innen oder Begebenheiten aus deren Leben. Vor dem Lockdown war eine Freundin gestorben. Bei ihrer Beerdigung trifft die alte Gruppe zusammen und die Frauen berichten aus ihrem Leben und teilen ihre Gedanken über Männer und Frauen. Anschließend geht wieder der Gedankenstrom der Erzählerin weiter. Dieses Buch ist nett zu lesen. Durch die Form des Gedankenstroms und die Abwesenheit einer Geschichte bzw. Handlung werde ich es aber bestimmt schnell vergessen haben.
Hier ist mal wieder ein Roman den ich nicht richtig einzuordnen weiß und bei dem mir auch die Bewertung echt schwer fällt. Um was es in dem Buch 'Die Verletzlichen' von der Autorin Sigrid Nunez geht ist auch nicht so einfach zusammen zu fassen. Die namenlose Ich-Erzählerin und Schriftstellerin kümmert sich in der Corona Pandemie um den Papageien Eureka ihrer Freundin Iris. Der Einfacherheithalber zieht sie auch vorübergehend in die Wohnung der Freundin und trifft dort plötzlich überraschend auf Giersch. Giersch heißt eigentlich anders, aber wie erfahren wir nicht. Er hatte sich vorher um den Vogel gekümmert und möchte es nach einer kleinen Auszeit wieder tun. Die zwei führen eine Zweck-WG und könnten unterschiedlicher nicht sein. Um diesen Teil des Romans handelt es sich nur zu einem relativ kleinen Teil. Im Rest wandern die Gedanken der Erzählerin von hier nach dort, von früher zu jetzt und von diesem zu jenem. Mir war zu wenig 'roter Faden' vorhanden. Ich habe recht lange für dieses doch recht dünne Buch gebraucht und auch sehr oft quergelesen. Die Geschichte hatte mir zu wenig Inhalt, aber manch kleine Gedanken oder Zitate fand ich interessant und es war auch irgendwie schön poetisch geschrieben. Ich denke dieses Buch wird polarisieren, die einen werden es lieben und den anderen werden etwas ratlos zurück bleiben. Im Kopf bleiben wird es mir persönlich wohl eher nicht.

Es werden in kurzer Zeit viele wichtige Themen oberflächlich angesprochen. Was mich frustrierte. Insgesamt war es nicht meine Geschichte.
Autorin: Sigrid Nunez Seiten: 203 Genre: Roman „Ich weiß nicht mehr, wer sagte, dass Schlaflosigkeit die Unfähigkeit zu vergessen ist.“ S.110 New York im Lockdown: Eine Frau passt auf die Wohnung einer Freundin auf und kümmert sich um ihren Papagei. Das geht so lange gut, bis ein neuer Mitbewohner dazukommt.

Etwas anderes erwartet und etwas besonderes bekommen. Der Klappentext kündigt einen Roman an, in dem die die namenlose Erzählerin während der Corona- Pandemie die Wohnung (samt Papagei) einer Freundin in New York hütet und auf einen jungen Mann trifft, der vor den Erwartungen seiner Familie flieht. Die Geschichte ist natürlich teil des Textes, aber für mich ist es eher eine unglaublich große Sammlung an tiefgründigen Gedanken der Autorin. Es fühlt sich an, als findet hier Verarbeitung statt. Mit wirklich poetischer Sprache erlaubt uns Sigrid Nunez hier Einblicke in Gefühle, Fragen, Gespräche und Ängste während dieser besonderen Zeit. Und in ihr breites literarisches Wissen. Für mich manchmal etwas zu ausufernd mit Zitaten und Literstuverweisen gespickt. Ein sehr ruhiges, zum Nachdenken anregendes Buch.
Eine Frau in New York, ein Papagei und ein ungebetener Mitbewohner… Corona greift um sich. Es ist der erste Lockdown. Eine Frau erklärt sich bereit den Papagei einer Freundin, welche bei ihren Eltern festsitzt, zu betreuen. Sie überlässt einer Ärtzin, die dringend gebraucht wird, ihre Wohnung und zieht bei dem Papagei ein. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: auch ein junger Mann, der gerade mit seinen Eltern ein nicht allzu harmonisches Verhältnis hat, wird bald als Gast in der Wohnung sein und ihre Geduld mehr als einmal auf die Probe stellen. - Handlungstechnisch passiert in diesem Roman nicht besonders viel. Es ist Lockdown, alles liegt auf Eis, der Beruf der Protagonistin ist nicht systemrelevant und somit sitzt sie in der Wohnung fest. Bis auf vereinzelte Spaziergänge, verlässt sie diese nicht. Sie hat viel Zeit zum Nachdenken und nimmt die Lesenden genau in diese Gedankenwelt mit. Es ist ein Ausflug in die Welt der Literatur, in die Vergangenheit, in Einsamkeit und Angst. Sigrid Nunenz reflektiert eine Zeit, die sicher für uns alle schwierig war. Gerade in der Anfangszeit von Corona, war Angst ein vorherrschendes Gefühl. Es gab so viele Infizierte, so viele Tote… beim Verlassen der eigenen vier Wände wurde plötzlich jeder andere Mensch zu einem potenziellen Risiko. Praktisch über Nacht hat sich unser aller Leben geändert und es wurde zu einer Zeit die jeder Person mal mehr, mal weniger abverlangt hat. Dies hat die Autorin sehr schön eingefangen. Die Rolle des Papageien in dem Ganzen fand ich beeindruckend. Zum einen symbolisiert er die Wichtigkeit einer Aufgabe in Zeiten, in denen man sonst nicht zu tun hat. Sich um ein Lebewesen zu kümmern, dass auf einen angewiesen ist, kann nachweislich dazu beitragen, sich selbst aus tiefen Gräben heraus zu holen. Durch sein buntes Gefieder bringt er außerdem etwas Farbe in den trostlosen Alltag. Durch das ungewollte Zusammenleben mit dem jungen Mann, wird überdies die Notwenigkeit von sozialen Kontakten und das Zwischenmenschliche thematisiert. Wie anfangs schon erwähnt, passiert auf der Handlungsebene fast nichts. Dahingehend ist sicher der Klappentext etwas irreführend. Zumindest mir suggeriert er eine wesentlich eingängigere Erzählung. „Die Verletzlichen“ ist ein leiser Roman. Es passiert hier sehr viel zwischen den Zeilen und man muss gewillt sein, sich darauf einzulassen. Wenn man dies tut, wird man mit einer literarisch hochwertigen und sprachlich wunderschönen Betrachtung von Individuen in Krisenzeiten belohnt.
Ein Papagei und eine Achterbahnfahrt 🦜🎢
Es ist Frühling im Jahr 2020, der Beginn der Pandemie, als die Autorin in die Wohnung einer Bekannten zieht, um den Papagei Eureka zu betreuen. Ein junger Mann, den sie Giersch nennt, der aber in Wirklichkeit anders heißt, hat zuvor Eureka gehütet, ist jedoch spurlos verschwunden. Aus dem Nichts ist er wieder zurück in der Wohnung und nun muss sich die Autorin mit ihm arrangieren - in so vagen und beängstigenden Zeiten, wie wir sie 2020 alle erlebt haben. So viel zur eigentlichen Handlung des Romans, die interessant und tiefgründig erzählt war und so viele zarte und emotionale Momente hatte. Doch huiuiui, da gab es noch den ein oder anderen weiteren Handlungsstrang, denn die WG mit Eureka und Giersch hat insgesamt etwa ein Drittel des Buches eingenommen. Im großen Rest berichtet die Autorin von einer Schreibblockade, und möglichen Wegen, diese zu lösen, ebenso wie vom Tod einer Freundin und dazwischen bekommen auch die Theorien und Werke von großen Schriftsteller:innen und Philosoph:innen einen Platz. Beim Lesen musste ich immer wieder schmunzeln, wie die Autorin von einem Thema zum nächsten springt. Das verursachte in meinem Kopf ein bisschen Verwirrtheit und vor allem eine Achterbahnfahrt - eigentlich ganz ähnlich wie damals zu Beginn der Pandemie. Also auch irgendwie passend. Zu meiner Freude waren alle Themen stilistisch extrem eindrucksvoll geschrieben, sodass mir das Lesen der einzelnen Stränge leicht fiel. Aber durcheinander bin ich trotzdem irgendwie. Und am Ende bin ich auch ein bisschen traurig, dass ich von dem wundervollen Eureka so wenig erfahren habe und dass die Geschichte mit Giersch endete, bevor sie so richtig anfing. Denn die sensiblen Momente dieser ungewöhnlichen Wohngemeinschaft waren ein Highlight und haben das zauberhafte Cover auf ganz besondere Weise widergespiegelt. Ich glaube, dass dieser Roman polarisieren könnte - entweder es ist ein Volltreffer oder es ist keiner. Ausprobieren solltest du es selbst. Für mich war es der erste Roman von Sigrid Nunez und ich bin gespannt, wie ihre anderen Werke sind.

»Wie oft muss ich es dir noch sagen? Du weißt, was ich will. Ich habe es dir hundertmal gesagt. Ich liebe dich. Ich liebe dich, aber ich kann so nicht mehr weitermachen. Wann immer wir jetzt miteinander sprechen, streiten wir. Es bringt mich um. Du sagst, ich würde dir nicht zuhören, aber du bist es, die nicht zuhört. Bitte, entscheide dich einfach, verdammt noch mal. Tu, was du willst, aber hör bitte, bitte auf, mich zu verarschen. Man muss aus eigener Erfahrung lernen, was eine Figur in einer Erzählung von Edna O'Brien feststellt, nämlich dass Liebe deshalb so schmerzhaft ist, weil zwei Menschen mehr wollen, als zwei Menschen geben können.« (S. 123) ❤️🩹 In ihrem neuen Roman »Die Verletzlichen« schreibt die Autorin Sigrid Nunez (übersetzt aus dem Englischen von Anette Grube) über eine namenlose Ich-Erzählerin, die Autorin ist, und während des 1. Lockdowns der Corona Pandemie auf den Papageien Eureka 🦜 ihrer Freundin Iris aufpasst und sich gemeinsam mit einem jungen Familienfreund dieser — Giersch — das luxuriöse Appartement teilen muss. Der Roman ist eine Mischung zwischen der Schilderung dieser Situation einhergehend mit der Reflexion des Erlebten durch die Protagonistin selbst sowie deren Philosophieren und Sinnieren über das Schreiben und Schriftsteller*innen-Sein. Die eingestreuten Anspielungen und Zitate auf andere Autor*innen und Werke empfand ich als sehr gelungen und bereichernd: »Jetzt kenne ich die Wahrheit: Wichtig ist, was man während des Lesens erlebt, die Gefühlszustände, die eine Geschichte hervorruft, die Fragen, die einem dazu einfallen, und nicht die fiktionalen Ereignisse, die geschildert werden.« (S.9) Eine sehr schöne, inspirierende, humorvolle und philosophische Lektüre 🩷 Fans von Büchern über das schriftstellerische Schreiben und Gedanken dazu 📖💭 und alle Sigrid Nunez-Fans — you’ll love this lovely novel. 🦜💚

Nach Lesen des Klappentextes hatte ich eine andere Vorstellung der Geschichte: Ein warmer Austausch zwischen Jung und Alt zu Zeiten während der Pandemie. Doch kam es nie wirklich zu einem Dialog, sondern eher bruchstückhaft wurde gesprungen zu anderen Gedanken. Ich konnte manchmal nur schwer folgen und fand es total schade, weil die Autorin einen sehr flüssigen Schreibstil hat.
Super Schreibstil Plot leider eher enttäuschend
Mit diesem Buch bin ich sehr stark „Zickzack“ gefahren. Der Klappentext verspricht einen Roman über Fremde, die ihr Herz einander öffnen, über Gesten der Fürsorge, Innigkeit in der Corona Zeit und viel über die Kunst des Schreibens. Letzteres hat er wirklich so vollsten Zufriedenheit erfüllt. Die vorherigen Punkte treffen auch zu. Leider sind sie etwas verwischt. Die Autorin wird gebeten, einen Papageien zu sitten. Es ist Corona und die Besitzer sind in Kalifornien gestrandet. Nun ist das Tier allein in der großen New Yorker Wohnung, denn der vorherige Aufpasser hat sich aus dem Staub gemacht. Kaum ist die Autorin ins Apartment gezogen, taucht er aber wieder auf. Und die beiden könnten unterschiedlich nicht sein. Sie, gut erzogen, pflichtbewusst und darauf bedacht, nicht unangenehm aufzufallen, er rücksichtslos, ich-bezogen und sehr direkt! Das einzige, was sie eint, ist eine gewisse psychische Labilität aus verschiedenen Gründen. Die Autorin kämpft schon länger mit einer Schreibblockade, der junge Mann mit seinen Eltern. Die beiden stoßen sich mehr ab, als dass sie sich anziehen. Wenn ihr aber jetzt denkt, dass sich diese Geschichte doch ganz interessant anhört dann sag ich: Obacht! Das bekommt ihr erst nach dem ersten Drittel. Und auch dann nicht kontinuierlich, sondern nur häppchenweise immer mal wieder. Dazwischen mäandert Sigrid Nunez zu anderen Schauplätzen, plaudert über das Leben und Sterben ihrer Freundinnen, nimmt Joan Didion ins Visier, ab und zu guckt Nietzsche um die Ecke oder Kerouac. Dann geht es durch die leeren New Yorker Straßen mit flüchtigen Eindrücken. Des Öfteren verkriecht sich die Autorin in sich selbst, und wir bekommen Einblick in ihre Gedankenwelt. Sie philosophiert, und das hat keinen roten Faden. Sehr sympathisch, finde ich die Passagen mit Eureka, dem Papagei. Nach zunehmendem Konsum leichter Drogen nähern sich Autorin und junger Mann (genannt Giersch) an, tanzen gedanklich umeinander, um sich zum Ende des Buch wieder zu verlieren. Wie finde ich das jetzt?🤔 Wer sich in Klatsch und Tratsch über das „Who is Who“ der Schriftstellers Szene jüngster Vergangenheit versinken möchte, ist hier richtig. Wer einen linearen Plot sucht nicht. Wäre der Roman sprachlich nicht so wunderbar geschrieben, hätte mich die Autorin ziemlich früh verloren. So hat sie mich rein durch ihre Fähigkeit Gedanken einnehmend auszudrücken als Leserin behalten können. So richtige Begeisterung hat sich aber nicht bei mir entwickelt. Kann man schwer empfehlen, muss man selber ausprobieren!
Wenn man so liest, was anderes über das Buch sagen kommt oft: unter dem Klappentext habe ich mir etwas anderes vorgestellt. So ging es mir auch. Das Buch hat mir trotzdem (losgelöst vom Klappentext) gut gefallen. Sie fasst auf der ersten Seite zusammen, was vielleicht auf dem Klappentext stehen sollte?: "wichtig ist, was man während des Lesens erlebt, die Gefühlszustände, die eine Geschichte hervorruft, die Fragen, die einem dazu einfallen, und nicht die fiktionalen Ereignisse, sie geschildert werden."
Philosophisch und humorvoll, aber nicht ganz das was der Klappentext verspricht
**** Worum geht es? **** Eine gute Frage. Laut des Klappentextes um eine Frau, die sich um die Wohnung einer guten Freundin und den darin lebenden Papagei kümmert. Vor Ort trifft sie auf einen jungen Mann, noch sehr jung, der vor den Erwartungen seiner Familie Zuflucht sucht. Zu dritt gehen sie durch eine bewegte Zeit. Diese bewegte Zeit ist die Corona Pandemie und die Handlung ist dennoch irgendwie nicht so ganz vorhanden… **** Mein Eindruck **** Ich habe aufgrund des Klappentextes eine völlig andere Erzählung erwartet. Ich war zu Beginn sehr verwundert und dachte, dass es sich um ein Vorwort handeln müsse. Sobald ich aber feststellte, dass es sich dabei tatsächlich um die Erzählung handelt, konnte ich mich auf den Schreibstil einlassen und habe eine interessante Geschichte um Persönlichkeiten wie du und ich erlebt. Die Corona Pandemie war hier allgegenwärtig und die Sprache der Autorin spielte mit den Charakteren, der Erzählung, sowie der Botschaft. Die Erzählung war angenehm zu lesen, doch letztlich blieb immer im Hinterkopf, dass es schlichtweg nicht das war, was ich von dem Buch erwartet und mir erhofft habe. Eine stringente Handlung mit einem dialogischen Austausch kam nur bruchstückhaft zu Stande. Die Erzählung sprang zwischen den Gedanken der Autorin. Allgemein kam man zum Papagei und damit dem Klappentext erst nach einigen Kapiteln und dann auch den Erwartungen entsprechend nur bedingt. Dennoch konnten die witzigen Passagen und die Art des Schreibens der Autorin mich immer wieder abholen und auch unterhalten. Insgesamt ein Buch das mich im Zwiespalt zurücklässt. **** Empfehlung? **** Ich empfehle das Buch unter Vorbehalt weiter, lest die Rezensionen auf eurer liebsten Plattform um ein besseres Gefühl für das was zu erwarten ist zu bekommen. Das Buch ist witzig und locker geschrieben und erzählt dennoch ganz viel zwischen den Zeilen. Mit den richtigen Erwartungen und dem Interesse kann das Buch etwas gutes sein.
























