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Die Gebärmutter

3.8(26)
Hardcover€25.00E-Book€19.99
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About the book

»Sheng Keyi ist eine Geschichtenerzählerin, die bereit ist, Tabus zu brechen.« THE NEW YORK TIMES ›Die Gebärmutter‹ erzählt das Schicksal der Frauen einer Familie, die während des 20. und 21. Jahrhunderts in einem Dorf in der chinesischen Provinz Hunan aufwachsen. Großmutter Qi ist in der Qing-Dynastie groß geworden. Als Mädchen hat man ihr die Füße gebunden, nun kann sie sich nur trippelnd fortbewegen. Schon in jungen Jahren verliert sie ihren Ehemann, unterdrückt fortan all ihre eigenen Bedürfnisse und wird darüber zu einer harten, kalten Frau. Ihre Tochter Wu Aixiang wird ebenfalls jung Witwe und kümmert sich allein um ihren Sohn und die fünf Töchter. Zu ihrem schweren, entbehrungsreichen Leben treten gesundheitliche Probleme, deren Ursache eine nach der Geburt ihrer letzten Tochter zwangsweise eingesetzte Spirale ist. Und auch das Leben von Wu Aixiangs Töchtern wird durch die Familienpolitik der Regierung und die Frage der Fortpflanzung bestimmt. Als die Tochter des einzigen Sohnes von Wu Aixiang – die vierte Generation der Familie – ungeplant schwanger wird, diskutiert ein Familienrat, ob sie das Kind bekommen soll. Sheng Keyi schildert Gesellschaftskonflikte, ausgetragen am Körper der Frau, und erzählt vom Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung.

Editions (1)

ISBN9783832168056
PublisherDuMont Buchverlag
Publication Date10/10/23
Pages432

Reviews & Ratings

26 ratings

8 reviews

3.8

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  • mitkaffeeundkafka
    mitkaffeeundkafka

    173 Followers

    3.5

    Sheng Keyi ist für ihren kritischen Blick auf die chinesische Gesellschaft bekannt. Einige ihrer Bücher sind in China sogar verboten. Auch in ihrem Roman »Die Gebärmutter« ziehen sich Gesellschaftskonflikte wie ein roter Faden durch die Seiten – Konflikte, die am Körper der Frau ausgetragen werden. »Dies war ein Krieg, und darin ging es um Gebärmütter.« S. 294 Der Roman erzählt das Schicksal der Frauen aus der Familie Chu im ländlichen China. Acht Schicksale, die wir über vier Generationen und zwei Jahrhunderte hinweg begleiten. Was sie alle eint: Ein fremdbestimmtes Leben. Unter der streng kontrollierten Familienpolitik Chinas besitzen Frauen nicht das Recht, ihre Familienplanung frei zu gestalten. Die Gebärmutter wird kontrolliert und damit der weibliche Körper. Keyi skizziert den Kampf der acht Frauen um weibliche Selbstbestimmung und ihren Traum von Freiheit mit brutaler Direktheit. Ihre Schilderungen machen fassungslos und wütend. Internalisierte Misogynie und das Patriarchat at it‘s best – leider. Der Erzählstil ist sehr nüchtern gehalten, sodass eine sprachliche Distanz zu den Figuren entsteht. In der Theorie ein durchaus passendes Stilmittel – so repräsentieren diese acht porträtierten Schicksale unzählige Frauen in China und auf der Welt. Doch so sehr ich mir ein Eintauchen in diesen starken Plot gewünscht habe - ich muss leider gestehen, dass Keyi es mir nicht leicht gemacht hat. Die einzelnen Figuren und deren Vielzahl waren für mich nur schwer greifbar. Durch die Zeitsprünge hatte ich Schwierigkeiten, sie auseinanderzuhalten und musste häufig den Familienstammbaum heranziehen. Der über 400 Seiten dicke Roman forderte daher so einige Nerven. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und Lust auf eine anspruchsvolle Lektüre hat, wird mit einem starken gesellschaftskritischen und feministischen Familienroman belohnt. Aus dem Chinesischen von Frank Meinshausen.

    Dec 7, 2023

  • buecher.berge
    buecher.berge

    92 Followers

    4.0

    Ein Buch, das zwar nicht immer leicht zu lesen, aber mehr als lesenswert ist!

    Ein Dorf in der chinesischen Provinz. Vier Generationen von Frauen sind dort im 20. und 21. Jahrhundert groß geworden. Der Matriarchin Qi Nianci wurden als Mädchen die Füße abgebunden. Nach dem Tod ihres Mannes untersagte sie sich jede Regung. Wu Aixing, auch jung verwitwet, zieht unter den eisigen Blicken ihrer Schwiegermutter ihre 6 Kinder groß, unter Schmerzen wegen der verwachsenen Spirale. 6 Kinder, 5 davon Mädchen. Manche folgen den Frauen vor ihnen, manche beschreiten neue Wege. Manche werden schwanger, manche treiben ab. Manche wollen Kinder, manche nicht. Auch im 21. Jahrhundert ist das Leben der Frauen geprägt von diesem Körperteil, der alles bestimmt. Fortpflanzung bestimmt ihre Leben, egal wann. Als die einzige Tochter von Wu Aixings einzigem Sohn, schwanger wird, kommt die Familie zusammen, um zu entscheiden, ob das Kind geboren werden soll. »Dies war ein Krieg der Gebärmütter.« 🌺 Ich denke, kein Satz könnte dieses Buch besser beschreiben. Denn zwischen den Zeilen, zwischen den leisen Erzählungen tobt ein Krieg. Frauen begehren auf oder unterwerfen sich unter die gesellschaftliche Rollenerwartung, die mit dem Frausein einhergeht. Dieses Buch zu lesen war stellenweise nicht leicht. Das lag zum einen daran, dass ich mit Namen und Zeitsprüngen ab und an durcheinander kam. Zum anderen gingen mir die Geschehnisse einfach nahe, musste ich mich daran erinnern, dass das, was ich lese, heute spielt; es wirkte so rückständig in seiner Misogynie. »Die Gebärmutter« zeichnet ein bedrückendes Bild eines andauernden Gesellschaftskonfliktes, ausgetragen auf den Körpern von Frauen. Leise erfahren wir vom Versuch einer Selbstbestimmung, von weiblichem Begehren und Lust, von Unterdrückung und einem Druck, dem man sich nicht entziehen kann.

    Ein Buch, das zwar nicht immer leicht zu lesen, aber mehr als lesenswert ist!

    Oct 10, 2023

  • ritulja.books
    ritulja.books

    14 Followers

    3.0

    Ein Buch über ein Spannendes Thema

    Das Buch behandelt ein spannendes Thema. Die Stellung der Frau in China über mehrere Generationen. Es fiel mir sehr schwer bei den doch eher für mich unüblichen Namen der Protagonisten am Ball zu bleiben. Es gibt zwar einen Stammbaum, doch ist es nach einer längeren Lesepause und wegen der Zeitsprünge eher schwer aufgrund der Ähnlichkeit der Namen wieder rein zu finden.

    Aug 19, 2025

3 of 8 reviews

Author

About Sheng Keyi

SHENG KEYI wurde 1973 in der Provinz Hunan geboren und zog in den Neunzigerjahren nach Peking. Seit 2003 hat sie ein umfangreiches, auch international anerkanntes erzählerisches Werk geschaffen, das wie der Roman ›Die Gebärmutter‹ von einem kritischen Blick auf die chinesische Gesellschaft geprägt ist. Einige ihrer Bücher sind in China verboten.

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