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Der Seewolf

4.0(64)
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About the book

Warnsignale über der Bucht von San Francisco. Aus den Wellen des Meeres wird der bei einer Fährboot-Havarie über Bord geschleuderte Literaturkritiker Humphrey Van Weyden von einem Robbenfang-Schoner gerettet. Auf dem Schoner erwartet den weltfremden Van Weyden ein harter Existenzkampf: mit Wolf Larsen, dem dämonischen Kapitän, und der primitiven, aber lebenstüchtigen Mannschaft. Aber auch eine zarte Liebesgeschichte.

Editions (48)

ISBN9783257215090
PublisherDiogenes
Publication Date07/27/01
Pages384

Reviews & Ratings

64 ratings

11 reviews

4.0

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  • karandi
    karandi

    244 Followers

    3.5

    Abenteuer mit Tiefgang

    Wie schon in der Überschrift angedeutet, muss man sagen, dass Jack London mit Der Seewolf einen Abenteuerroman mit Tiefgang geschaffen hat – zumindest, wenn man bereit ist, diesen darin zu erkennen. Ganz klar muss man allerdings auch sagen, dass sich bei Jack London ein gewisses Muster erkennen lässt. Egal, ob Ruf der Wildnis, Wolfsblut, Goldrausch in Alaska oder eben Der Seewolf – seine Erzählweise ähnelt sich oft. Wir begleiten einen Hauptprotagonisten, sei es Mensch oder Tier, der zunächst unerfahren ist und durch schwere Schicksalsschläge geprägt wird. Diese Erfahrungen formen seine Persönlichkeit, sodass er am Ende eine Entwicklung durchgemacht hat, die dem Leser das Gefühl gibt, einen gereiften Charakter begleitet zu haben. In Der Seewolf wird dies so umgesetzt, dass ein Schiffbrüchiger von einem Schiff aufgenommen wird und zunächst glaubt, gerettet zu sein. Doch schnell wird klar, dass es sich keineswegs um eine Rettung handelt. Der Kapitän des Schiffes ist ein brutaler, kaltblütiger Mann, der keinerlei Mitgefühl für seine Matrosen zeigt. Der Schiffbrüchige wird Teil dieser rauen Gemeinschaft und lernt eine Welt kennen, die ihm völlig fremd ist. Er muss sich anpassen, kämpfen und schließlich überleben. Im Laufe der Geschichte wächst er über sich hinaus, stellt sich seinem übermächtigen Widersacher und erlebt dessen Untergang. Gleichzeitig findet er die Liebe und kann am Ende ein glückliches Leben vor sich sehen. Natürlich sind die Figuren deutlich vielschichtiger, als ich sie hier kurz zusammenfasse. Gerade die Charaktere machen einen großen Reiz des Romans aus. Aus jeder Figur lässt sich etwas mitnehmen. Oft lernt man von schlechten Menschen sogar mehr als von guten, und auch das vermittelt das Buch sehr gelungen. An Wolf Larsen erkennt man, wie zerstörerisch Machtgier, Rücksichtslosigkeit und Egoismus sein können und welche Konsequenzen ein solches Leben nach sich zieht. Das Buch macht deutlich, dass Handlungen Folgen haben und dass letztlich niemand den Konsequenzen seines Tuns vollständig entkommt. Der Seewolf ist ehrlich, unverblümt und scheut sich nicht davor, unangenehme Wahrheiten anzusprechen. Gleichzeitig zeigt Jack London aber auch seine typische Sicht auf die Welt: Am Ende setzt sich das Gute durch, und der Leser wird mit einem hoffnungsvollen Gefühl zurückgelassen. Für alle, die Abenteuerromane mit philosophischen Ansätzen und einer starken Charakterentwicklung mögen, ist Der Seewolf daher durchaus eine Empfehlung wert. Von mir erhält das Buch 3,5 von 5 Sternen. Der Grund dafür ist, dass sich viele Motive und Erzählmuster aus anderen Werken Jack Londons wiederfinden und ich nicht das Gefühl hatte, hier etwas grundlegend Neues zu lesen. Trotzdem ist es ein lesenswerter Klassiker, der durch seine Figuren und seine Themen im Gedächtnis bleibt.

    Jun 19, 2026

  • 3.5

    Heute möchte ich euch den Roman „Der Seewolf“ (orig. The Sea-Wolf) von Jack London vorstellen, der 1904 erstmals erschien. Die deutsche Übersetzung stammt von Christine Hoeppener, die Illustrationen von Horst Bartsch. Es handelt sich um einen Abenteuerroman, der zugleich psychologische und philosophische Tiefe besitzt. Die Geschichte folgt dem empfindsamen Intellektuellen Humphrey van Weyden, der nach einem Schiffsunglück auf dem brutalen Robbenschoner Ghost unter dem zynischen, sozialdarwinistisch denkenden Kapitän Wolf Larsen ums Überleben kämpfen muss. Zwischen den beiden ungleichen Männern entsteht ein spannungsgeladenes Verhältnis aus Macht, Respekt und philosophischem Streit, das durch die Ankunft der schiffbrüchigen Autorin Maud Brewster weiter eskaliert. Van Weyden wächst über sich hinaus, flieht schließlich mit Maud, pflegt später den zunehmend gelähmten Larsen auf einer Insel – bis dieser stirbt und van Weyden gemeinsam mit Maud in eine neue, selbstbestimmte Zukunft aufbricht. Jack Londons Stil ist klar und direkt, was die Härte des Lebens auf See eindringlich vermittelt. Neben actionreichen Szenen finden sich zahlreiche philosophische Reflexionen, besonders in den intensiven Dialogen zwischen van Weyden und Larsen. Kontraste, Symbolik, kraftvolle Naturbeschreibungen und Metaphern durchziehen den Text und verbinden Abenteuer mit gedanklicher Tiefe. Der Roman überzeugt durch eindrucksvolle Schilderungen, eine spannende Handlung und den faszinierenden Gegensatz zwischen den Hauptfiguren. Vor allem die philosophischen Auseinandersetzungen geben der Geschichte Substanz, auch wenn manche Passagen etwas langatmig und stellenweise belehrend wirken. Insgesamt ein packendes, wenn auch nicht durchgehend fesselndes Werk. Ein persönlicher Aspekt: Ich habe das Buch von meinem Urgroßonkel geerbt und bin froh, diesen Klassiker nun endlich gelesen zu haben. Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen. ✨️

    Aug 31, 2025

  • skylasbuchwelt
    skylasbuchwelt

    59 Followers

    5.0

    ⚓️🏴‍☠️🌊⛵️

    Dieses Buch habe ich auf Empfehlung meines Vaters gelesen und nach den ersten etwa 60 Seiten war ich tatsächlich fast geneigt, das buch abzubrechen, da ich nicht wirklich gecatcht war. Ich habe dann aber Gott sei Dank weitergelesen und es nicht bereut. Das Buch wurde mit der Zeit immer spannender und ich habe ein besseres Gefühl für die Charaktere und den Schreibstil bekommen. Auch wenn ich die ganzen seemännischen Begriffe nicht verstanden habe, konnte ich auch den stürmerischen Situationen folgen. Die Charaktere fand ich super faszinierend und ich war total in dieser so anderen Welt gefangen. Nachdem Humphrey und Maud auf der einsamen Insel gelandet sind, liest es sich etwas wie „Robinson Crusoe“, was ich aber sehr mochte. Durch ihre dortigen Erlebnisse und das Auftauchen von Wolf Larsen wurde es nochmal richtig spannend und insgesamt mochte ich das Buch also sehr.

    Dec 31, 2024

3 of 11 reviews

Author

About Jack London

Jack London wurde 1876 in San Francisco als unehelicher Sohn eines nie von ihm gesehenen Wander-Astrologen geboren, schlug sich als Zeitungsbote, Eisverkäufer, Landstreicher, Fabrikarbeiter, Goldschürfer und Matrose durch und bildete sich autodidaktisch. Er wurde einer der produktivsten, erfolgreichsten und höchstbezahlten Autoren Amerikas, schrieb zahllose Kurzgeschichten, fünfzig Romane, dazu Essaybände, Reiseberichte – alle um Abenteuer und Liebe, Wildnis und Großstadt und – buchstäblich – Leben und Tod. Seinem eigenen Leben – von Erlebnissen verbraucht, von Trunksucht zerstört – setzte er 1916 ein Ende.

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