Wachs

Wachs

Hardback
3.5239

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Description

Eine Liebesgeschichte, so schön, so verwegen, wie nur Christine Wunnicke sie schreibt. Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie Biheron, die schon im zarten Alter Leichen seziert, um deren Innenleben aus Wachs zu modellieren; und Madeleine Basseporte, die zeichnend die Anatomie von Blumen aufs Papier zaubert, weil Menschen einen ja doch nur von der Arbeit abhalten und meist keine Ahnung haben. Männer kommen auch vor, in schönen Nebenrollen – ein nervöser Bestseller-Autor, ein junger Nichtsnutz und Diderot, der Kaffee trinkt und viel redet. Ein hinreißender Liebesroman, der hin und her schwingt zwischen der Zeit, als Küchenschellen friedlich am Wegesrand wachsen, und jenen Schreckenstagen, als nicht allein der Königin wie einer schönen Blume der Kopf abgeschlagen wurde.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
176
Price
24.70 €

Author Description

Christine Wunnicke, geboren 1966, lebt in München. Sie wurde mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis, dem Bayerischen Staatsförderungspreis für Literatur, dem Tukan-Preis und dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet. Bei Berenberg erschienen u. a. ihre Romane »Der Fuchs und Dr. Shimamura« (2015) und »Die Dame mit der bemalten Hand« (2020), der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand, sowie ihre Auswahl und Übersetzung aus Margherita Costas Werk »Die schöne Frau bedarf der Zügel nicht« (2023)

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
N/A
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26%
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56%
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
42%
87%
78%
20%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate0%
Variable100%

Writing Style

Simple0%
Complex100%
Moderate0%
Poetisch (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

56
All
3.5

"Ich hatte nie einen Lehrer", schrieb Madeleine an Linne. "Frauen, vermute ich, werden deshalb in allem so gut, weil man es ihnen so schwer macht." Paris im 18.Jahrhundert - Die Liebesgeschichte zwischen Marie Biheron, die Leichen seziert und die inneren Organe kunstvoll aus Wachs nachbildet und der älteren Pflanzenzeichnerin Madeleine Basseporte. Es hat eine Weile gedauert, bis ich in dem Sprachstil angekommen bin, dann mochte ich ihn eigentlich gerne. Ich muss zugeben, dass ich manche Ausdrücke googeln musste, weil ich sie nicht kannte. Leider war vieles für mich unauserzählt. Wie zum Beispiel die Annäherung und Liebesgeschichte zwischen Marie und Madeleine, plötzlich waren sie ein Paar. Auch auf ihre Arbeiten hätte für mich gerne näher eingegangen werden können, vor allem das Entstehen der Werke von Marie kam recht kurz. Insgesamt ein Buch, von dem ich mehr erwartet habe, die Themen waren sehr interessant und hätten noch einiges hergegeben. Trotzdem ein unterhaltsames Buch, das nach meinem Geschmack noch einige Seiten mehr gebraucht hätte.

4

Literarisch, historisch, feministisch

Im Paris des 18. Jhdts leben Madeleine Basseporte, eine unglaublich begabte Pflanzenmalerin, die später sogar in die Königliche Akademie der Wissenschaften berufen wurde und Marie Bihéron, eine studierte Illustratorin, die später berühmt wurde durch ihre extrem genauen anatomischen Modelle aus Wachs, für die sie natürlich Leichen als Anschauungs- und Präparationsmaterial benötigte. ChristineWunnicke hat daraus eine Liebesgeschichte zwischen diesen beiden eigensinnigen Frauen ersonnen und deren Wirken im vorrevolutionären und später revolutionären Paris aufleben lassen. Der Sprachstil ist ungewöhnlich, man muss sich erst darin einlesen, dann aber kommt man gut zurecht mit der altertümlich wirkenden Sprache. Das Herz geht mir als Leserin auf, wenn Madeleine Basseporte sich in zu ihrer Zeit vermutlich ketzerischem, weil feministischem Gedankengut ihren Frust von der Seele schreibt. Die schreienden Ungerechtigkeiten, die Frauen widerfahren, werden herrlich unverblümt geschildert, selbst wenn dies selbstredend nur fiktive Briefe an Doktor Linné in Uppsala sind. …„ Blicken wir [Frauen] Leichen in ihren Bauch, sehen wir nur Pastellton und lauter Bordüren. Darum dürfen wir mit Namen nicht zeichnen und bekommen nur das halbe Gehalt.“… Das trieft nur so vor Sarkasmus! Insgesamt thematisch sehr interessant, es hätte gerne etwas mehr Seiten haben dürfen, um sowohl den Menschen als auch dem Leben in diesen Zeiten mehr Inhalt zu geben, trotzdem lesenswert, wenn man sich darauf einlassen kann.

4

Aufmerksam bin ich auf das Buch durch den Deutschen Buchpreis geworden. Irgendwie traute ich mich nicht so recht heran an den Text. Nachdem er dann aber auf der Shortlist erschien, war die Neugierde dann doch zu groß. Zu Beginn hatte ich ehrlicherweise Schwierigkeiten, mich mit dem Schreibstil anzufreunden und Zugang zu dem Text zu finden. Doch nach und nach, genoss ich die Geschichte um Marie Biheron und Madeleine Basseporte im Paris des 18. Jahrhunderts. Man spürt, dass Christine Wunnicke ihr Handwerk versteht und ein tolles Stück Literatur erschaffen hat. Meines Erachtens nach, erschafft sie nicht nur ein Setting in Paris zwischen 1733 und 1795 sondern gibt einem das Gefühl, sie selbst hätte den Text zu dieser Zeit verfasst. Ich meine das ausschließlich positiv. Für mich ist dieses Buch jetzt schon ein Klassiker. Erstaunlich gut fand ich die beiden Protagonistinnen, die tatsächlich existierten. Biheron , die ein Talent dafür hatte, Organe aus Wachs herzustellen. Sie lehrte tatsächlich anhand der Modelle später in London Anatomie. Sie unterrichtete sogar angehende Chirurgen. Innerhalb der Geschichte lässt Wunnicke Biheron eine Liebesbeziehung zu der älteren Madeleine Basseporte entwickeln. Diese ist eine Pflanzenzeichnerin, die aufgrund ihres Talentes sogar am königlichen Hof angestellt war. Beide Frauen sind ihrer Zeit weit voraus und haben Talente, die sie nur beschränkt ausleben können, und zudem trotz ihrer Genialität ein Leben im Schatten des Patriarchats fristen müssen. Mich haben sowohl der Text als auch die realen historischen Persönlichkeiten wirklich beeindrucken können.

3.5

Eine Liebesgeschichte zweier Frauen im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Die eine seziert Leichen und verewigt sie in Wachs, die andere malt Pflanzen. Beide verbindet eine Leidenschaft für das was sie tun. Die Geschichte ist wunderschön erzählt, wie gern hätte ich noch länger erst bei den jungen Frauen verweilt, später auch im Alter und gern mit mehr historischen Details. Einzig das Hin-und-Her in Zeit und Ort hat mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. Ein gern verwendetes Mittel, das mich leider immer sehr stört.

4

Historischer Roman um Marie Biheron und Madeleine Basseporte

"Wachs" ist der Werkstoff, den Marie Biheron nutzt, um die Anatomie des Menschen nachzubilden. Um zu lernen und zu lehren. Ihre Freundin Madeleine Basseporte zeichnet - vor allem Pflanzen. So kunstvoll, dass man sie an den königlichen Hof ruft. Die beiden Frauen leben für ihre Zeit (18. Jhd.) ungewöhnlich selbstbestimmt. Die Autorin Christine Wunnicke zeichnet ein interessantes Portrait der beiden Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen. Sprachlich ist das dünne Büchlein recht anspruchsvoll, die Erzählung springt und man muss schon sehr aufpassen, nichts zu verpassen. Ohnehin steht viel zwischen den Zeilen. Tatsächlich habe ich zwischendurch gegoogelt, um die Persönlichkeiten (es gibt noch mehr historische Personen) besser verstehen und einordnen zu können.

3

Im ersten Kapitel war ich überzeugt, dass mir das Buch richtig gut gefallen würde. Der Rest konnte aber leider nicht mit den ersten Seiten mithalten. Bis zuletzt ist mir nicht klar geworden welche Geschichte hier erzählt werden soll und warum.

4

Marie Biheron, zielstrebig, wissbegierig und bisweilen tyrannisch, entdeckt und modelliert zeitlebens das Innere des Menschen. Madeleine Basseporte, ausdauernd, anpassungsfähig und sanft, widmet ihr Leben der Darstellung der Natur. Beide Frauen finden sich im Paris vor der Revolution und beide haben nur den Wunsch, das was sie sehen, der Welt so genau wie möglich zu zeigen. Die eine mit Wachs, die andere auf Papier. Es ist ein wunderbarer Roman über zwei starke Frauen und Paris im Umbruch.

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5

Ein Liebesroman zwischen zwei Frauen, der im 18. Jahrhundert in Frankreich spielt. Aber es ist bei weitem mehr als das. Die Geschichte ist angelehnt (die Autorin schreibt selbst, dass Teile der Geschichte in diesem Buch frei erfunden sind, die Person Marie Biheron jedoch existiert hat) an das Leben und Schicksal von Marie Biheron, die von Kindesbeinen an großes wissenschaftliches Interesse an Anatomie hat und sich schon als 14- jährige Leichen organisiert, die sie sezieren und untersuchen kann. Später fertigt sie naturgetreue Körper aus Wachs zu Schulungszwecken. Sie verliebt sich in ihre deutlich ältere Zeichenlehrerin und die beiden führen ein für diese Zeit absolut ungewöhnliches, fast schon modernes Leben. Dieses Buch hat mir so gut gefallen, ich habe mich direkt im ersten Kapitel in diese starke, mutige, originelle Protagonistin verliebt und das einzige Manko des Buches ist, dass es so kurz ist. Gerade zum Thema Frauen und Wissenschaft (und wie die wissenschaftliche Arbeit von Frauen einfach von Männern geklaut und benutzt wurde) hätte ich noch hunderte Seiten mehr lesen wollen. Ein lohnendes Buch!

3

Schöne Idee, für mich nur mittelmäßige Umsetzung

Da war es auch schon! Mein letztes Buch der Sort List 2025. Dieses Mal ein historischer Roman ! Das Cover gefiel mir auf alle Fälle schon mal sehr! Eine ganz besondere Liebesgeschichte! Eine im Jahr 1800 hundert! Verleibt, zwei Frauen! Eine Künstlerin und eine Forscherin, die Leichen sezierter und das Innenleben mit Wachs ausgießt! Ich hab mir ehrlicher Weise mehr vom Buch versprochen. Phasenweise war’s echt ganz Spannung und zum Teil auch mit viel Humor. Dann gab’s aber auch wieder Phasen, da konnte ich der Geschichte wenig folgen. Eine Liebesgeschichte wird angekündigt, das ist aber eher weniger der Falle. Liebe gibt’s nur in kleinen Dosen! Ich finde toll das die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht. Ebenfalls toll das Frauen damals eben nicht nur belächelt und gedemütigt wurden! Marie ist unglaublich neugierig und lässt nicht locker! Auch die Liebe zwischen zwei Frauen war sicher zu dieser Zeit recht ungewöhnlich und schwierig. Jedoch kommt das alles ein wenig zu kurz! Die Beschreibung der verschiedenen Pflanzen und auch die Herangehensweise von Marie bei ihrer Arbeit haben mir ganz gut gefallen.

3

“Wachs” von Christine Wunnicke spielt im Frankreich des 18. Jahrhunderts und handelt von Marie Biheron, die schon in früher Jugend Leichen seziert und Madeleine Basseporte, die als Illustratorin anfangs ihre Zeichenlehrerin ist. Zwischen den beiden entspinnt sich eine lebenslange Liebesgeschichte, die den Rahmen für episodenhafte Einblicke in das Leben und Wirken der beiden Frauen geben. Dies ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe, und ich konnte damit zugegeben wenig anfangen. Zum Einen sind viele Handlungselemente wirklich eklig und haben mich beim Lesen angewidert, dann fand ich den Erzählstil und die Sprechweise der Figuren (wohl dem Handlungszeitraum geschuldet) sehr umständlich zu lesen oder ich habe schlicht nicht verstanden, worum es der Autorin ging, weil sich der Sinn einzelner Wörter oder ganzer Zusammenhänge nicht erschlossen hat oder mir diese fremd waren. Von Lesegenuss kann hier also keine Rede sein, obschon die Geschichte durchaus interessant und zuweilen auch witzig war. Einige wenige Zeilen, über die ich (im positiven Sinne) gestolpert bin und die ich aus diesem Buch mitnehmen werde, gab es jedoch auch. Auch das stilistische Hin- und Herspringen in den verschiedenen Zeitebenen hat mir an sich gut gefallen, wenn auch nicht immer nachvollziehbar, wann genau wir uns gerade befinden. Dieses Buch ist wirklich sehr speziell. Wer ungewöhnliche, morbide Geschichten mag und einen robusten Magen hat, dem könnte es gefallen. *Das Buch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.

4.5

Eine mitreißende Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen im 18. Jahrhundert 👌

3.5

Wer ist Marie Biheron?

Mal wieder habe ich in einem Roman etwas über eine bedeutsame Frau der Wissenschaft gelernt - und das auf literarisch einzigartige und kurzweilige Weise. Denn Marie Biheron scheint eine überaus besondere Persönlichkeit gewesen zu sein, die sich schon in jungen Jahren nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und bis ins hohe Alter Haare auf den Zähnen behält. Wenn auch durch Christine Wunnicke fiktionalisiert, habe ich zumindest ein Gefühl für Biherons Wirken bekommen - aber vor allem für ihren Charakter, der schon zu Lebzeiten viele Menschen in den Bann gezogen hat. Am Ende des Textes franst die Geschichte etwas aus, bleibt aber durchaus unterhaltsam und damit auch eine Empfehlung.

3

Das Buch kommt mit einem spannenden Anfang daher, der sehr viel verspricht. Leider kann jedoch diese Spannung nicht gehalten werden. Denn für mich kommt diese Liebesgeschichte mit viel drumherum daher, dass dieses Gefühl von Lieben kaum bis gar keinen Raum bekommt. Es hat mir das Kennenlernen gefehlt und auch woher diese Liebe kommt und wie diese in den Herzen entsteht. Für mich hatte dieses Buch mit seinen unter 180 Seiten zu viele Länge. Und leider leider konnte ich persönlich auch nichts mit dem Schreibstil anfangen. Es passt zu der Zeit Ende des 18. Jahrhunderts und es hat mich leider sehr gelangweilt und ermüdet. Die erwähnten Männer im Klappentext nahmen für mich keine Rolle ein, die der Geschichte wirklich weitergeholfen haben und wenn noch dachte und mich kurz dafür interessierte mehr über sie zu erfahren, war die Liebesgeschichte schon völlig in den Hintergrund gerutscht. Es gibt schon den einen oder anderen lustigen Moment, aber sonst war es alles sehr emotionslos für mich. Die Geschichte hat irgendwas, aber in ihrer Umsetzung war sie leider nichts für mich. Ich war einfach im Gefühl und nicht bei den Figuren. Schade.

3

Ein feministisches Buch, ohne offensichtlichen Feminismus!

Das Buch „Wachs“ ist mein erstes Buch von der Shortlist. Durch die Nominierung bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Es spielt im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Die noch jugendliche Marie Biheron, Tochter eines Apothekers, will Anatomin werden. Hierzu seziert sie Leichen und fertigt Wachsmodelle von menschlichen Organen an. Sie beginnt eine Beziehung mit der deutlich älteren Illustratorin Madeleine Basseport, bei der sie Zeichenunterricht nimmt. Im Fokus steht jedoch nicht die Liebesbeziehung der beiden Frauen, sondern mit welcher Entschlossenheit und welchem Selbstbewusstsein und -vertrauen die Frauen ihren Weg in Zeiten männlicher Vorherrschaft gehen. Aus meiner Sicht handelt es sich damit um ein feministisches Buch, ohne offensichtlichen Feminismus. Das hat mir gut gefallen. Besonders hervorzuheben aber ist die humorvolle und zackige Erzählweise, die sich bereits gleich zu Beginn der Geschichte zeigt, wenn Marie sich als noch junges Mädchen auf die Suche nach ihrer ersten Leiche begibt. Nicht ganz folgen konnte ich - aufgrund Unkenntnis - den Hinweisen auf die Kunst und Literatur des 18. Jahrhunderts. Dies hat dem Lesefluss und der Lesefreude aber keinen Abbruch getan. Eine klare Leseempfehlung!

3

Literarisch wunderschön, voller sorgfältig gefeilter Sätze. Ich würde verstehen wenn das Buch den Buchpreis bekommt, es ist eine tolle künstlerische Leistung. Wenn ihr mich fragt ob es mir persönlich gefallen hat - nein! Ich hab mich eher durchgelangweilt und ehrlichgesagt nicht gern gelesen. Hätte es 400 Seiten aufwärts, hätte ich das vielleicht sogar abgebrochen. Um die sprachliche Schönheit zu ehren trotzdem 3 Sternderl.

3.5

Besonderer Plot vor dem Hintergrund der französischen Revolution

Sollte ich einmal die Möglichkeit zu einer Zeitreise bekommen, werde ich sicherlich nicht nach Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts reisen. Das Morden während der französischen Revolution hat alle Menschen in den Sog des Verderbens gezogen. Ein Einblick davon bekommen wir in diesem Buch. Marie Biheron entwickelt schon als Kind eine Faszination für Leichen, schon früh erlernt sie autodidaktisch das Handwerk des Sezierens, um die inneren Organe abbilden zu können. Sie mutiert zu einer Koryphäe auf diesem Gebiet und gilt heute, als Wissenschaftlerin, obwohl dies zur damaligen Zeit für Frauen gar nicht möglich war. Irgendwann erlernt sie die Technik, sie mit Wachs nachzuformen und gerät mit dieser Kunst auch in den Radius der französischen Königin. Madeleine Basseporte wendet sich lieber den Pflanzen zu. Sie skizziert sie aufs detailreichste. Ihr Interesse gilt vor allem der Bestäubungstechnik und der Erblehre. Darüber unterhält sie einen Briefkontakt zu Linée. Beide Frauen lernen sich kennen und lieben, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und auch sie verbindet nicht nur eine Zuneigung, sondern auch ihre Autonomie und die Freude am Forschen. Im Wechsel verschiedener Jahre, die nicht immer chronologisch verlaufen, lernen wir beide kennen und bekomme Einblick in ihrer Arbeit, ihren Alltag und ihre Haltung. Ihre große Leidenschaft gilt der Anatomie der Welt, über die sich ihr Wissen erschließen. Die französische Revolution bietet eine blutige Kulisse. Das Sprunghafte an diesem Text hat es mir nicht immer leicht gemacht, mich zurecht zu finden. Es brauchte schon ein bisschen guten Willen dran zu bleiben. Das hat sich aber auf jeden Fall gelohnt! Wunnicke hat einen besonderen Plot auf Basis einer realen Persönlichkeit kreiert, der uns jenseits von jedem historischen Kitsch mehrere Schwerpunkte bietet. Die wissenschaftliche Komponente war dabei genauso präsent, wie der queere und der feministische Anspruch, der sich besonders in der Autonomie von Marie abbildet. Diese entspricht schon im zarten Kindesalter nicht unbedingt dem, was man unter einem typischen Mädchen versteht. Und solche Protagonistinnen findet man im historischen Kontext eher selten. Richtig angesprochen hat mich die Kombination von naturwissenschaftlichen Entdeckungen mit künstlerischen Handwerk. Ich war schon mal im „La Specola“ in Florenz, in dem genau solche Exponate aus Wachs ausgestellt sind (unbedingt besuchen, wenn Ihr da seid). ich war gleichermaßen fasziniert und gegruselt. Die politischen Inhalte werden ganz selbstverständlich eingewebt, und so erfährt man sehr viel über die Ereignisse und Lebensweise. Die Autorin beschönigt nichts, sondern konfrontiert uns mit den unangenehmen Sinneseindrücken dieser Zeit. Es ist kein Buch, was sich leicht weg liest, aber eine Lektüre, bei der es sich lohnt, dran zu bleiben. Ich empfehle es allen, die das Besondere suchen und mit historischen, queeren und feministischen Inhalten gefüllt sehen möchten

4

Ein feines, kleines Buch

Marie rannte durchs Leben, Madeleine wurzelte darin - zwei Frauen, ganz unterschiedlich, und eine Liebe. In einer brutalen Zeit.

3

Anspruchsvoll, nett, aber teilweise zu wirr.

Nun ist es also gelesen. Ich war mir durchaus im Klaren darüber, dass es sprachlich deutlich anspruchsvoller sein würde, als man anderes von mir gelesenes Buch. Dies hab ich vor allem beim Lesetempo gemerkt. Die Liebesgeschichte wirkte auf mich eher nebensächlich, da die einzelnen Kapitel meist nur eine der beiden Frauen beleuchtet haben. Auch waren mir die beiden bis zum Schluss fremd. Ich konnte mich an keiner Stelle auch nur ansatzweise in sie hineinversetzen. Sie wirkten unnahbar. Gerade Marie war mir dadurch extrem unsympathisch. Ich hätte gerne mehr Tiefe verspürt, was aber bei der Dünne des Buches einfach nicht zu erwarten war. Und zum Ende hin hat mich die Geschichte nicht mehr gepackt und dadurch blieb ich mehr oder weniger verwirrt zurück. Schade.

3.5

Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen im Paris des 18. Jahrhundert spielt. Beide Frauen grundverschieden. Die eine seziert Leichen und formt das menschliche Innenleben aus Wachs nach, die andere malt Blumen. Der Anfang des Buches war mega spannend. Diese Spannung wurde leider nicht aufrecht gehalten.

4

"Wir haben uns erlaubt zu klopfen", sagte sie, "doch niemand hörte uns, weshalb wir eingetreten sind. In Ihrem Garten dringt etwas aus einem Schuppen hervor. Es mag ein Rhinozeros sein, und man sollte es disziplinieren." Manchmal schräg, aber immer unterhaltsam, witzig und sehr raffiniert erzählt Christine Wunnicke über das Schaffen der Anatomin Marie Biheron und der Frau, mit der sie zusammenlebt, der Pflanzenzeichnerin Madeleine Basseporte im Paris des 18. Jahrhunderts.

3.5

Sehr literarischer Roman mit historischem Setting, der vor allem durch den feien Humor überzeugt. Durch die Zeitsprünge war aber der rote Faden nicht immer erkennbar und die Figuren sind mir fremd geblieben.

2

Hm.. Ich war leider nicht begeistert.

Cover und Klappentext haben mich sofort angesprochen: Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen im 18. Jahrhundert mit extrem interessanten Berufen? Darauf hatte ich große Lust. Ich mag es in Geschichten einzutauchen und eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Leider ist mir das hier überhaupt nicht gelungen. Der Schreibstil wirkte auf mich kühl und distanziert. Auch die vielen Zeitsprünge haben es mir zusätzlich schwer gemacht im Lesefluss zu bleiben. Christine Wunnicke arbeitet mit vielen botanischen und zoologischen Bildern und Metaphern, was sehr gut zu den Berufen der beiden Frauen passt. Auch die fachlichen Begriffe rund um Anatomie und Pflanzen fand ich stimmig, beim Lesen aber oft sperrig. Sicher zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025, ich habe allerdings nicht das bekommen, was ich mir vom Buch erhofft hatte, deshalb die niedrige Bewertung.

5

Ein Juwel von einem Buch. Ich habe sprachlich und inhaltlich jede Seite dieses Buches geliebt.

2

Interessanter Stoff, leider konnte ich keinen rechten Zugang finden

3.5

Das erste Kapitel fand ich super, dann hat das Buch in meinen Augen leider stark nach und mich letztendlich etwas ratlos zurückgelassen. Ich hätte gerne mehr gelesen über die Beziehung zwischen Marie und Madeleine, das kam mir persönlich viel zu kurz. Insgesamt bleiben bei mir viele Fragen offen. Gut geschrieben war es schon, für mich hätte es aber gerne weiter so Atmosphäre, wie das erste Kapitel bleiben und gerne noch paar mehr unterfütternde Seiten haben dürfen.

4

1733 zum ca. 1793, Frankreich, das Leben von Marie Biheron, die fasziniert ist von der menschlichen Anatomie

Sprachlich muss man sich darauf einlassen, aber durch die Zeit im 18. Jahrhundert ist es sehr stimmig. Einige Fachausdrücke musste ich googeln… Die vorrevolutionäre und auch revolutionäre Zeit wird sehr gut erzählt aus der Sicht zweier Frauen, die nicht in das Bild dieser Zeit passen wollen. „Ich hatte nie einen Lehrer. Frauen, vermute ich, werden deshalb in allem so gut, weil man es ihnen so schwer macht." Ich habe es sehr gerne gelesen

3.5

"Dann sagte sie: "Wachs." Es kam in demselben kargen Ton heraus wie zuvor das Wort "Frauen". Sie umfasst, dachte Madeleine, mit einem Wort alles, was Wachs ist. Das Formbare, Schmiegsame, Weiche von Wachs. Das harmlos Alltägliche. Das Heikle: Wie entflammbar es ist. Sein Geheimnis: Warum erst die Biene es hat und man es in der Blüte nicht sieht. Wie sehr es der menschlichen Haut gleicht. All die vielfältige, seltsame Schönheit, die dem Wachs anhängt, wenn man es genauer betrachtet." Paris, 18. Jahrhundert: Marie Biheron seziert seit ihrer Kindheit Leichen, um deren Innenleben aus Wachs zu modellieren. Während dieses seltsame Kind anfangs niemand ernst nimmt, gerät sie im Laufe ihres Lebens zu einiger, wenn auch zweifelhafter Berühmtheit. Als junge Frau schickt sie ihre Mutter in den Zeichenunterricht von Madeleine Basseporte, die am liebsten die Anatomie von Blumen mit ihrem Stift festhält, aber zum Malen von Bordüren verdammt ist. Madeleine ist sofort von Marie eingenommen - und die beiden verlieben sich ineinander. Christine Wunnicke erzählt diese ungewöhnliche lesbische Liebesgeschichte aus dem 18. Jahrhundert aus den Perspektiven von Marie und Madeleine, von der Jugend über das Kennenlernen bis zum hohen Alter, in dem gerade Marie nur noch wenig vom Leben erwartet, durch einen jungen Taugenichts und einen Affen doch wieder von ihrer Lebendigkeit überzeugt wird. Ich mochte diesen kurzen historischen Roman und wurde gerne an Marie Biheron und Madeleine Basseporte erinnert, zwei reale Persönlichkeiten, von denen ich zuvor nichts gehört habe. "Wachs" hat keinen überbordernden Spannungsbogen und bleibt für mich auch nicht nachhaltig im Kopf, zeigt aber, dass es für historische Romane nicht immer viele Seiten benötigt und erzählt eine schöne Geschichte über weibliche Solidarität unter Künstler*innen. Skurrile Figuren, eine etwas andere Lovestory und ein Gespür für die historischen Begebenheiten zeichnen diesen Roman aus - für mich ein guter Buch-Snack!

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3.5

Schwierig zu lesen

Es hat etwas gedauert, bis ich in der Geschichte war. Aber dann wollte ich auch weiterlesen. Die vielen alten Wörter und Fachbegriffe haben das Lesen nicht leicht gemacht.

4.5

Ganz viel Spaß hat das gemacht.

So unterhaltsam und schön geschrieben.

1

Leider absolut nicht meins...

Die Story wirkt gezwungen, die Zeitsprünge sind nicht immer klar und alle Personen bleiben einem irgendwie fern. Schade!

5

Beeindruckend

Die beeindruckende Geschichte zweier Frauen die im 18ten Jahrhundert in Paris als Paar zusammen leben. Die eine ist Pionierin in der Darstellung, Forschung und Bestimmung von Pflanzen die Andere schneidet Leichen auf und studiert die Anatomie. Sie leben für ihre Arbeit und nehmen die Widerstände die die Gesellschaft ihrer Arbeit entgegen setzt weil sie Frauen sind gleichmütig hin. Diese Buch ist in einer wunderbaren Sprache geschrieben, einfach schön.

5

Grandios und morbide

Die Tochter eines Apothekers braucht eine Leiche. Sie will sezieren, sie will üben und die Familie unterstützen. Sie will die beste Anatomin werden und in die französische Geschichte eingehen. Das wird sie später auch. Marie Marguerite Bihéron wird Zeichnerin und Bildnerin von anatomischen Wachspräparaten. Sie wird damit Weltruhm erlangen. Im Jahre 1759 lud der Chirurg und Enzyklopädist Sauveur François Morand sie ein, vor der Académie des Sciences zu sprechen. Ihr detailliertes und naturgetreues Modell einer schwangeren Frau und eines Fötus waren weltbewegend. Auch der Kronprinz von Schweden, Gustav III., war begeistert. Der Roman verfolgt zwei Zeitstränge. Wachs erzählt von den Jahren vor, während und nach der französischen Revolution und von der Zeit der Aufklärung, die die bestehende Ordnung infrage stellen muss. Verstand, Fortschritt und die Wissenschaft rücken hier ins Zentrum, Gleichheit und Toleranz sind gefordert. So erscheint auch die homosexuelle Beziehung der beiden Frauen auf der literarischen Leinwand, wie selbstverständlich, ohne den Text zu dominieren. Ganz nebenbei tauchen die grossen Köpfe der historischen Gegenwart auf, auch Diderot zum Beispiel lässt sich in der Anatomie unterrichten. Wachs ist ein grandioser historischer Roman, ein komplexes Portrait der Zeit, obwohl der Text auf unter 200 Seiten Platz hat. Er rankt sich um zwei ungewöhnliche Frauen, die über 50 Jahre in einer Liebesgeschichte verbunden sind, so unterschiedlich sie auch waren. Wie viel Mut und Glauben und Können waren im 18. Jahrhundert notwendig, um eine Branche zu erobern, die Männern vorbehalten war? Der Kraftakt findet in allen Varianten Ausdruck, laut und leise und in einer hinreissenden Sprache. Sie ist voller Ironie und ausserdem seltsam altertümlich, es ist fast eine eigene Kunstsprache. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass die historische Wirklichkeit keine Wirklichkeit ist, es ist vielmehr eine Annahme, wie es hätte sein können. Vieles lernt Marie in London, in Frankreich galt nun das auseinandernehmen von Leichen als wirklich nicht schädlich. So ist der Text auch absolut eklig, morbide, sensationell wissenschaftlich, anatomisch blutig und nie das Menschliche verlierend. Frauen, vermute ich, werden deshalb in allem so gut, weil man es ihnen so schwer macht, schreibt Madeleine an Linné, bevor sie diesen Brief, wie alle anderen, verbrennt. Ihre Lebensgefährtin Madeleine Basseport kämpft als bekannte Zeichnerin ebenso mit der Männerherrschaft und gegen die Ungerechtigkeit der Ungleichbehandlung der Geschlechter. Sie fand ihre Bestätigung als Pflanzenmalerin des Jardin du Roi, eine gerechte Bezahlung jedoch nie. Dieser Roman ist auch ein feministisches Buch, vielleicht auch ein bisschen queer, und eine augenzwinkernde Satire auf Weiblichkeitsfantasien, er ist eine Hymne auf jedes Schaffen und Denken abseits der Norm und eine Ode an eine Frau, die ihren eigenen Weg geht. Tragisch und komisch. Gegen alle Widerstände. Und gegen die Unvernunft. Was für eine unbändige Freude, diesen Roman zu lesen! Danke an #netgalleyde und den Berenberg Verlag für das Rezensionsexemplar.

3

Leider nicht mein Buch. Die Figuren sind zwar liebevoll beschrieben, aber ich konnte mit der Geschichte, dem Tempo, der Sprache und der Art der Erzählung leider nicht viel anfangen 😢

1

Trotz der vielen lobenden Buchbesprechungen hat mir dieses Buch nicht gefallen. Es gibt keine Geschichte, die einzelnen Kapitel sind eine Aneinanderreihung von Erlebnissen im Leben der beiden Frauen, Marie und Madelaine, wobei Marie eindeutig die Hauptperson in diesem Buch ist. Poetisch anmutende Sprache und skurrile Figuren und Situationen reichen nicht aus, um die Lektüre eines Buches zu einem erfüllenden Leseerlebnis zu machen. Auch wenn ich einzelne Passagen durchaus genossen habe….

4

„Ob sie die Person gut fixierten, überlegte sie hilflos, ob da nichts zucken konnte, nichts sich verkanten? Sonst säße die Klinge flugs an der falschen Stelle.“ Feminismus im 18. Jahrhundert mit Humor - was für eine erquickliche Lektüre!

4

Spannende Charaktere, die wirklich existierten. Pionierinnen ihrer Zeit. Leider weiß man nicht, ob die Liebesgeschichte, die nebenbei passiert, wirklich existierte. (Manchmal schwer zu lesen, ob der lateinischen Wortwahl.)

3

"Ich weiß. Darum brauche ich Leichen. Ich kann mir kaum vorstellen, wie ein Beruf daraus erwachsen soll, der dir Ehre macht, Geld abwirft und Gott gefällt." Paris des 18. Jahrhunderts - eine Zeit des Umschwungs, eine Zeit zwischen König und Republik. In dieser Zeit wächst, lebt, lernt, zeichnet und stirbt Marie Biehron. Als junges Mädchen hat sie ein ungewöhnliches Hobby, sie zeichnet, nicht wie die Anderen Landschaften oder Pflanzen, sondern Gewebe, Organe, Knochen, Wunden. Nur im Winter kann sie dieser Leidenschaft nach gehen und dafür benötigt sie immer neues Material. Mit der Zeit werden aus den Zeichnungen, Nachbildungen aus Wachs. Sie ist so gut in ihrem Handwerk, dass sie zur größten und besten Anatomin Frankreichs wird. Irgendwann packt sie das Alter so sehr, dass sie den Umbruch von Königreich zur Republik nur durch Erzählungen erfährt. Hmm eigentlich eine ganze interessante Geschichte, aber es war nicht meins. Irgendwie kam ich nicht so recht rein, könnte nur etappenweise folgen und hab zu spät geschnallt, dass es zeitsprünge sind mit immer der gleichen Marie. In dem Sinne war es für mich nur...

4.5

Anspruchsvoll, kurzweilig & unterhaltsam

Marie und Madeleine: zwei Frauen im Paris des langen 18. Jahrhunderts. Gemeinsam bestreiten sie ein langes, von den politischen Ereignissen geprägtes Leben; die eine verschreibt sich der menschlichen Anatomie, die andere der Botanik. Beide sind auf ihre Art Künstlerinnen, in ihrem Streben nach Wissen sind sie ihrer Zeit voraus, werden belächelt, aber gewertschätzt wird ihre Arbeit nichts desto trotz, insbesondere am französischen Hof – bis die politischen Verhältnisse kippen. Ein anspruchsvoller historischer Roman auf knapp 200 Seiten: sprachlich verspielt, unterhaltsam und kurzweilig.

Anspruchsvoll, kurzweilig & unterhaltsam
3

Ich bin mir ehrlich gesagt etwas unsicher, wie ich dieses Buch bewerten soll ... Für den Deutschen Buchpreis dieses Jahr nominiert, war ich gespannt, was mich erwarten würde. Wir verfolgen zwei Frauen und ihre Liebesgeschichte im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Zwei Frauen, die ihrer Zeit weit voraus sind und mit den Zwängen ihrer Zeit zu kämpfen haben. Womit ich in diesem Buch zu kämpfen hatte, war der Schreibstil und die Zeitsprünge, die unangekündigt immer wieder stattgefunden haben. Auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl, dass man sich geschichtlich zumindest ein wenig auskennen musste, um zu verstehen, was genau passiert ist. Die Charaktere haben mir dagegen sehr gut gefallen. Ich konnte mich zwar nicht immer in sie hinein versetzen, aber habe doch immer verstanden, welche Intention sie hatten. Alles in allem bin ich aber froh, dass ich das Buch gelesen habe. Sehr literarisch, anspruchsvoll, aber mit einem wichtigen Thema, über das ich so noch nie gelesen habe. Man kann dem recht dünnen Büchlein auf jeden Fall mal eine Chance geben.

3.5

Schaut euch dieses wunderschöne Buch von der Büchergilde an! Ich habe mich direkt darin verliebt, auch haptisch ein Vergnügen für meine Fingerspitzen 💜 Der Klappentext hat mich auf Anhieb angesprochen, zwei Frauen in Paris um 1750, die sich verlieben und solche interessanten Leidenschaften nachgehen, wie Anatomie und Botanik. Aber was soll ich sagen, mir fehlte leider die Tiefe, es wurde vieles weggelassen, die Entwicklung dieser Beziehung zum Beispiel, vieles erschien so fragmentiert. Hinzu kommt , daß es mir der Schreibstil nicht gerade leicht gemacht hat. Die aus der Zeit gefallene Sprache, die teils herausfordernd zu lesen ist, ich aber auch als sehr kunstvoll und passend empfinde und die vielen historischen und fachspezifischen Begriffe erschwerten mir zuweilen das flüssige und entspannte Lesen, brauchten meine volle Aufmerksamkeit und manchmal auch ein Nachschlagewerk.

Schaut euch dieses wunderschöne Buch von der Büchergilde an! Ich habe mich direkt darin verliebt, auch haptisch ein Vergnügen für meine Fingerspitzen 💜

Der Klappentext hat mich auf Anhieb angesprochen, zwei Frauen in Paris um 1750, die sich verlieben und solche interessanten Leidenschaften nachgehen, wie Anatomie und Botanik.
Aber was soll ich sagen, mir fehlte leider die Tiefe, es wurde vieles weggelassen, die Entwicklung dieser Beziehung zum Beispiel, vieles erschien so fragmentiert. 
 
Hinzu kommt , daß es mir der Schreibstil nicht gerade leicht gemacht hat. Die aus der Zeit gefallene Sprache, die teils herausfordernd zu lesen ist, ich aber auch als sehr kunstvoll und passend empfinde und die
vielen historischen und fachspezifischen  Begriffe erschwerten mir zuweilen das flüssige und entspannte Lesen, brauchten meine volle Aufmerksamkeit und manchmal auch ein Nachschlagewerk.
4

Eine berührende Geschichte mit Potential, welches leider nicht genutzt wurde.

Ja in der Kürze liegt die Würze, aber bei dieser Geschichte von Madeleine und Marie hätte ich mir ein wenig mehr Seiten mit ergänzendem Inhalt gewünscht. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und man braucht etwas, um hineinzufinden. Und wenn man das dann geschafft hat, ist das Buch fast rum, obwohl man nun endlich es verstehen würde. Ich hätte gerne mehr gelesen, dafür mit einem einfacheren Schreibstil. Trotzdem hat mich die Geschichte verzaubert und zum Ende auch sehr berührt, daher gab es dann doch nun 4 statt 3,5 Sterne.

4

Ein skurril-intelligenter Roman über Körper, Wissenschaft und weibliche Selbstbehauptung – voller Witz, Denkfreude und literarischer Eigenwilligkeit.

Christine Wunnickes „Wachs“ ist ein ebenso verschrobenes wie fesselndes Romanexperiment: so skizziert der Text auf nur gut 150 Seiten eine feministisch grundierte, aber subtil verpackte Geschichte, die zwischen Skulptur, Körper, Wissenschaft und weiblicher Selbstbehauptung changiert. Situiert in Paris springt die Handlung immer wieder in der Zeit - vor und nach der französischen Revolution, was das Lesen fordernd macht, dafür aber mit einer hoch atmosphärischen, verschachtelten und durchaus humorvollen Erzählweise belohnt. Die Protagonistin Marie, Anatomie-Zeichnerin und später Wachsbildnerin gerät zu Beginn auf der Suche nach einer menschlichen Leiche in eine nächtliche Kaserne und so nehmen makabre Komik und Symbolik ihren Lauf. Später richtet sich ihr Blick auf einen männlichen Affen. Was als Versuch beginnt, diesen vermeintlich toten Körper für Forschungszwecke zu sichern, wird zur Überraschung aller durchkreuzt, denn der Affe lebt. Und er bleibt. Damit verschiebt sich der Ton der Erzählung subtil: „Wachs“ öffnet sich für das Finale ins Märchenhafte. Eingestreut ist eine zarte, überraschende Liebesgeschichte zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, die nie in den Vordergrund gedrängt wird, aber eine leise Kraft entfaltet. Zudem begegnet Marie Denis Diderot, der hier noch nicht als etablierter Aufklärer, sondern als junger, ungefestigter Geist erscheint: genial, wirr, sprunghaft, oft unerquicklich und zugleich faszinierend. Die Gespräche zwischen Marie und Diderot gehören zu den stärksten Momenten des Buches: intellektuell funkelnd, ironisch, voller Abschweifungen und gedanklicher Überdrehtheit und spiegeln damit den Gesamtstil des Romans. Es ist ein literarischer Text, der sich mehr über Atmosphäre, Dialoge und Denkprozesse als über lineare Handlung erschließt. 📚 Fazit: Ein kluger, humorvoller und eigenwilliger Roman, der historische Stoffe nicht nacherzählt, sondern literarisch verwandelt. Christine Wunnicke zeigt, wie lebendig Denken, Zweifeln und Begehren sein können – und wie viel poetische Kraft darin liegt, wenn sich das Leben nicht präparieren lässt.

5

Bleibt mir im Gedächtnis

SO fängt das Jahr GUT an. Mich konnte dieses Literarische Kleinod vollkommen packen und BEGEISTERN! Jedes Kapitel erzählt über eine*n Charakter, die Geschichten verbinden- ergänzen sich am Ende miteinander. Das war mir zuerst nicht klar, verwirrte mich zunächst. Der Schreibstil ist zum hineinfallen schön, doch sich- darauf- einlassen und Konzentration sind Voraussetzung. Dafür wird Leser*in mit einer außergewöhnlich und wundervollen Geschichte (Geschichten) belohnt. Ich konnte das Buch genießen, mich geradezu hineinfallen lassen. Ins Frankreich einer längst vergangenen Ära. Literatur vom Feinsten! Meine ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG, für alle, die sich darauf einlassen können.

Bleibt mir im Gedächtnis
2

Eine Liebesgeschichte?

Die Rückseite des Buches hat sich so gut angehört und dennoch wurde ich schwer enttäuscht. „Wachs“ ist eine nette Erzählung, dennoch so verwirrend und durcheinander, dass sich vieles einfach beim Lesen unschlüssig anfühlt. Ich habe das Kapitel indem sich die Beiden verlieben bestimmt drei Mal gelesen und es ergibt immer noch wenig Sinn wie die beiden zueinander gefunden haben. Die Idee ist wirklich gut und auch der Schreibstil gefällt mir, wenn auch schwierig zu verstehen an manchen Ecken. Im Großen und Ganzen passiert nicht wirklich viel, die Charaktere und ihr Verhalten sind schwierig nachzuvollziehen und immer wieder hatte ich das Gefühl auf der Spannungskurve Auf und Ab zu reiten ohne jemals den Höhepunkt zu erreichen.

4.5

Alles historische Personen, sehr vergnüglich zu lesen. Aber etwas gewöhnungsbedürftig

2

Leider bin ich sehr enttäuscht. Ich bin auf "Wachs" aufmerksam geworden durch die Vorstellung des neuen Sortiments der Bücherguilde. Der Beschreibungstext hat mir gefallen und ich habe mich auf eine Liebesgeschichte im 18. Jahrhundert gefreut, die verwoben ist mit der Anatomischen Arbeit dieser Zeit. Dann habe ich gesehen, dass es für den Buchpreis nominiert ist und ich wollte es lesen. Positiv muss ich sagen hat mir das Frauenbild, bzw. die Stärke der Frauen gefallen. Nur als Beispiel fand ich die erste Szene und die Aussagen "ich will der beste Anatom werden" und "Frauen werden nur so gut, weil man es ihnen schwer macht" sehr zutreffend. Auch die Beschreibungen der Natur sind mir positiv im Gedächtnis geblieben. Doch dann erwartete mich die Enttäuschung. Ich kam mit dem Schreibstil zuerst garnicht zurecht, doch als ich verstand, was ich gelesen habe schauderte es mich. Keine Liebesgeschichte, sondern ein großer Altersunterschied zwischen zwei Frauen, die zusätzlich noch ein Machtgefälle haben... nicht meine Welt! Zusätzlich zum Schreibstil haben mich die unkoordiniert wirkenden Zeitsprünge sehr verwirrt. Die Tatsache, dass Wachs auf wahren Begebenheiten beruht lassen mich grübeln ob eine wahrheitsgemäßere Version der Geschichte nicht besser gewesen wäre, als sich dort eine sehr schwierige Liebesgeschicht "dazuzureimen", was leider nicht gut gelungen ist.

5

Ein wunderbarer historischer Roman, der von der gekonnten charakteristischen Zeichnung der Protagonistinnen lebt. Wunnicke erfasst mit wenigen, hervorragend gewählten Worten den Charakter ihrer Personen und lässt uns in ihre Gedanken eintauchen.

5

Süßes Buch über unangepasste Frauen und ihre Liebe zueinander.

4.5

Eine unangepasste, sprachgewandte, liebevolle und brutale Liebesgeschichte mit Herz fürs Detail

Christine Wunnicke findet eine völlig eigenes Art des Vokabulars, das bildhaft eine ganze Welt baut. Fast beiläufig gibt es Abhandlungen zu Anatomie, Kunst und Politik & natürlich geht es auch um die Unterdrückung von Frauen. Eigentlich ist "Wachs" aber in all seiner herrlichen Wirrheit eine Verneigung vor einer großen Liebesgeschichte zweier Frauen mit (in dieser Welt) absurden Leidenschaften. Die unangepasste Erzählweise springt zwischen den Zeiten, den Orten, den Perspektiven hin und her und bleibt dabei doch so unglaublich liebevoll in der Erzählung des Unperfekten und Makelhaften, dass einem ganz warm ums Herz wird. Großartig!

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