26. Apr.
Rating:4

1733 zum ca. 1793, Frankreich, das Leben von Marie Biheron, die fasziniert ist von der menschlichen Anatomie

Sprachlich muss man sich darauf einlassen, aber durch die Zeit im 18. Jahrhundert ist es sehr stimmig. Einige Fachausdrücke musste ich googeln… Die vorrevolutionäre und auch revolutionäre Zeit wird sehr gut erzählt aus der Sicht zweier Frauen, die nicht in das Bild dieser Zeit passen wollen. „Ich hatte nie einen Lehrer. Frauen, vermute ich, werden deshalb in allem so gut, weil man es ihnen so schwer macht." Ich habe es sehr gerne gelesen

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
18. Apr.
Rating:3.5

rätselhaft und romantisch, but why?

es ist schön und herzerwärmend in die liebe zwischen zwei ungewöhnlichen frauen in einer ungewöhnlichen zeit einzutauchen. bemerkenswert an wunnickes schreibstil ist, wie sie es schafft, die sprache der epoche kunstvoll zu verwenden und gleichzeitig zeitgemäße inhalte zu adressieren. trotzdem frage ich mich bei diesem text: was soll das ganze?

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
4. Apr.
Rating:3

Empfehlenswert für historisch Interessierte und feministisch Engagierte.

Es ist keine leichte Beziehung, die die Blumenzeichnerin Madeleine Basseporte und die Wachskünstlerin Marie Biheron führen: „Sie wählte Prachtlilienschoten, Mohnkapseln am Stängel und ein paar Zweige des Maulbeer- und Tulpenbaums. Sie begann, alles in die Schale mit Sand zu stecken, worein sie alles steckte, um es zu zeichnen, da sah sie, dem Tulpenbaumzweig hing etwas an. Ein irreguläres schneeweißes Ei, kühl und hart wie ein Stein, schien vollends einen Zapfen zu umschließen. Etwas von der weißen Substanz war auf den Zweig und die Blätter verschmiert und hatte sich dort ebenfalls gehärtet. Madeleine nahm die Lupe. Ein solch fossiler, schwerer Kokon war ihr bislang noch nie begegnet. Er hatte etwas Ekelhaftes, wie er dort hing und den Zweig bog, und man fragte sich, was darin wuchs.“ Hier findet Madeleine die verunglückten Versuche von Marie, die aus den verschiedensten organischen Formen Modelle aus Gips schaffen will, was zu Zwist führt. Christine Wunnicke zeichnet die Liebe dieser beiden extravaganten Frauen mithilfe kleiner Episoden wie dieser nach. Beide Künstlerinnen kämpfen mit ihrer jeweiligen Kunstfertigkeit gegen die Armut und patriarchale Strukturen und schaffen es schließlich kurz vor der Französischen Revolution, mit floralen Mustern auf Bordüren (Madeleine) und in Wachs abgeformten menschlichen Organen (Marie), durch Aufträge aus Versailles ihr Auskommen zu finden. Die Revolution wirft dann auch hier alles um. Die Autorin erzählt das nicht in einem großen Bogen, sondern in Miniaturen, die in der Zeit springen und so verschiedene Epochen neu miteinander verknüpfen. Daran muss man sich beim Lesen erst gewöhnen. Aber wenn man sich auf diese Erzählweise einlassen kann, ist das Büchlein unterhaltsam und spannend.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
20. März
Rating:3

Ich fand das Buch, nicht nur wegen der Fachbegriffe und für mich Fremdwörter, schwer zu lesen. Ich musste immer wieder überlegen und manchmal war mir nicht klar, was ich gerade gelesen hatte. Der Klappentext war für mich irritierend. Trotzdem war die Geschichte an sich interessant.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
10. März
Rating:4

Toller Roman, ein bisschen Feminismus, ein bisschen Naturwissenschaften, ein bisschen Paris, eine andere Zeit. Ich mochte den Erzählstil sehr gerne und hatte eine ganze Palette an Emotionen beim Lesen. Es hätte gern noch ein paar Seiten mehr haben dürfen :))

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
27. Feb.
Rating:4.5

Eine unangepasste, sprachgewandte, liebevolle und brutale Liebesgeschichte mit Herz fürs Detail

Christine Wunnicke findet eine völlig eigenes Art des Vokabulars, das bildhaft eine ganze Welt baut. Fast beiläufig gibt es Abhandlungen zu Anatomie, Kunst und Politik & natürlich geht es auch um die Unterdrückung von Frauen. Eigentlich ist "Wachs" aber in all seiner herrlichen Wirrheit eine Verneigung vor einer großen Liebesgeschichte zweier Frauen mit (in dieser Welt) absurden Leidenschaften. Die unangepasste Erzählweise springt zwischen den Zeiten, den Orten, den Perspektiven hin und her und bleibt dabei doch so unglaublich liebevoll in der Erzählung des Unperfekten und Makelhaften, dass einem ganz warm ums Herz wird. Großartig!

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
27. Feb.
Rating:4

Historischer Roman um Marie Biheron und Madeleine Basseporte

"Wachs" ist der Werkstoff, den Marie Biheron nutzt, um die Anatomie des Menschen nachzubilden. Um zu lernen und zu lehren. Ihre Freundin Madeleine Basseporte zeichnet - vor allem Pflanzen. So kunstvoll, dass man sie an den königlichen Hof ruft. Die beiden Frauen leben für ihre Zeit (18. Jhd.) ungewöhnlich selbstbestimmt. Die Autorin Christine Wunnicke zeichnet ein interessantes Portrait der beiden Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen. Sprachlich ist das dünne Büchlein recht anspruchsvoll, die Erzählung springt und man muss schon sehr aufpassen, nichts zu verpassen. Ohnehin steht viel zwischen den Zeilen. Tatsächlich habe ich zwischendurch gegoogelt, um die Persönlichkeiten (es gibt noch mehr historische Personen) besser verstehen und einordnen zu können.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
11. Jan.
Rating:3

Ich bin mir ehrlich gesagt etwas unsicher, wie ich dieses Buch bewerten soll ... Für den Deutschen Buchpreis dieses Jahr nominiert, war ich gespannt, was mich erwarten würde. Wir verfolgen zwei Frauen und ihre Liebesgeschichte im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Zwei Frauen, die ihrer Zeit weit voraus sind und mit den Zwängen ihrer Zeit zu kämpfen haben. Womit ich in diesem Buch zu kämpfen hatte, war der Schreibstil und die Zeitsprünge, die unangekündigt immer wieder stattgefunden haben. Auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl, dass man sich geschichtlich zumindest ein wenig auskennen musste, um zu verstehen, was genau passiert ist. Die Charaktere haben mir dagegen sehr gut gefallen. Ich konnte mich zwar nicht immer in sie hinein versetzen, aber habe doch immer verstanden, welche Intention sie hatten. Alles in allem bin ich aber froh, dass ich das Buch gelesen habe. Sehr literarisch, anspruchsvoll, aber mit einem wichtigen Thema, über das ich so noch nie gelesen habe. Man kann dem recht dünnen Büchlein auf jeden Fall mal eine Chance geben.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
6. Jan.
Rating:2

Eine Liebesgeschichte?

Die Rückseite des Buches hat sich so gut angehört und dennoch wurde ich schwer enttäuscht. „Wachs“ ist eine nette Erzählung, dennoch so verwirrend und durcheinander, dass sich vieles einfach beim Lesen unschlüssig anfühlt. Ich habe das Kapitel indem sich die Beiden verlieben bestimmt drei Mal gelesen und es ergibt immer noch wenig Sinn wie die beiden zueinander gefunden haben. Die Idee ist wirklich gut und auch der Schreibstil gefällt mir, wenn auch schwierig zu verstehen an manchen Ecken. Im Großen und Ganzen passiert nicht wirklich viel, die Charaktere und ihr Verhalten sind schwierig nachzuvollziehen und immer wieder hatte ich das Gefühl auf der Spannungskurve Auf und Ab zu reiten ohne jemals den Höhepunkt zu erreichen.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
3. Jan.
Rating:3

"Ich weiß. Darum brauche ich Leichen. Ich kann mir kaum vorstellen, wie ein Beruf daraus erwachsen soll, der dir Ehre macht, Geld abwirft und Gott gefällt." Paris des 18. Jahrhunderts - eine Zeit des Umschwungs, eine Zeit zwischen König und Republik. In dieser Zeit wächst, lebt, lernt, zeichnet und stirbt Marie Biehron. Als junges Mädchen hat sie ein ungewöhnliches Hobby, sie zeichnet, nicht wie die Anderen Landschaften oder Pflanzen, sondern Gewebe, Organe, Knochen, Wunden. Nur im Winter kann sie dieser Leidenschaft nach gehen und dafür benötigt sie immer neues Material. Mit der Zeit werden aus den Zeichnungen, Nachbildungen aus Wachs. Sie ist so gut in ihrem Handwerk, dass sie zur größten und besten Anatomin Frankreichs wird. Irgendwann packt sie das Alter so sehr, dass sie den Umbruch von Königreich zur Republik nur durch Erzählungen erfährt. Hmm eigentlich eine ganze interessante Geschichte, aber es war nicht meins. Irgendwie kam ich nicht so recht rein, könnte nur etappenweise folgen und hab zu spät geschnallt, dass es zeitsprünge sind mit immer der gleichen Marie. In dem Sinne war es für mich nur...

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
1. Jan.
Bleibt mir im Gedächtnis
Rating:5

Bleibt mir im Gedächtnis

SO fängt das Jahr GUT an. Mich konnte dieses Literarische Kleinod vollkommen packen und BEGEISTERN! Jedes Kapitel erzählt über eine*n Charakter, die Geschichten verbinden- ergänzen sich am Ende miteinander. Das war mir zuerst nicht klar, verwirrte mich zunächst. Der Schreibstil ist zum hineinfallen schön, doch sich- darauf- einlassen und Konzentration sind Voraussetzung. Dafür wird Leser*in mit einer außergewöhnlich und wundervollen Geschichte (Geschichten) belohnt. Ich konnte das Buch genießen, mich geradezu hineinfallen lassen. Ins Frankreich einer längst vergangenen Ära. Literatur vom Feinsten! Meine ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG, für alle, die sich darauf einlassen können.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
26. Dez.
Rating:4

Ein skurril-intelligenter Roman über Körper, Wissenschaft und weibliche Selbstbehauptung – voller Witz, Denkfreude und literarischer Eigenwilligkeit.

Christine Wunnickes „Wachs“ ist ein ebenso verschrobenes wie fesselndes Romanexperiment: so skizziert der Text auf nur gut 150 Seiten eine feministisch grundierte, aber subtil verpackte Geschichte, die zwischen Skulptur, Körper, Wissenschaft und weiblicher Selbstbehauptung changiert. Situiert in Paris springt die Handlung immer wieder in der Zeit - vor und nach der französischen Revolution, was das Lesen fordernd macht, dafür aber mit einer hoch atmosphärischen, verschachtelten und durchaus humorvollen Erzählweise belohnt. Die Protagonistin Marie, Anatomie-Zeichnerin und später Wachsbildnerin gerät zu Beginn auf der Suche nach einer menschlichen Leiche in eine nächtliche Kaserne und so nehmen makabre Komik und Symbolik ihren Lauf. Später richtet sich ihr Blick auf einen männlichen Affen. Was als Versuch beginnt, diesen vermeintlich toten Körper für Forschungszwecke zu sichern, wird zur Überraschung aller durchkreuzt, denn der Affe lebt. Und er bleibt. Damit verschiebt sich der Ton der Erzählung subtil: „Wachs“ öffnet sich für das Finale ins Märchenhafte. Eingestreut ist eine zarte, überraschende Liebesgeschichte zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, die nie in den Vordergrund gedrängt wird, aber eine leise Kraft entfaltet. Zudem begegnet Marie Denis Diderot, der hier noch nicht als etablierter Aufklärer, sondern als junger, ungefestigter Geist erscheint: genial, wirr, sprunghaft, oft unerquicklich und zugleich faszinierend. Die Gespräche zwischen Marie und Diderot gehören zu den stärksten Momenten des Buches: intellektuell funkelnd, ironisch, voller Abschweifungen und gedanklicher Überdrehtheit und spiegeln damit den Gesamtstil des Romans. Es ist ein literarischer Text, der sich mehr über Atmosphäre, Dialoge und Denkprozesse als über lineare Handlung erschließt. 📚 Fazit: Ein kluger, humorvoller und eigenwilliger Roman, der historische Stoffe nicht nacherzählt, sondern literarisch verwandelt. Christine Wunnicke zeigt, wie lebendig Denken, Zweifeln und Begehren sein können – und wie viel poetische Kraft darin liegt, wenn sich das Leben nicht präparieren lässt.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
14. Dez.
Rating:3.5

Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen im Paris des 18. Jahrhundert spielt. Beide Frauen grundverschieden. Die eine seziert Leichen und formt das menschliche Innenleben aus Wachs nach, die andere malt Blumen. Der Anfang des Buches war mega spannend. Diese Spannung wurde leider nicht aufrecht gehalten.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
13. Dez.
Rating:3.5

Das erste Kapitel fand ich super, dann hat das Buch in meinen Augen leider stark nach und mich letztendlich etwas ratlos zurückgelassen. Ich hätte gerne mehr gelesen über die Beziehung zwischen Marie und Madeleine, das kam mir persönlich viel zu kurz. Insgesamt bleiben bei mir viele Fragen offen. Gut geschrieben war es schon, für mich hätte es aber gerne weiter so Atmosphäre, wie das erste Kapitel bleiben und gerne noch paar mehr unterfütternde Seiten haben dürfen.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
8. Dez.
Rating:4

Eine berührende Geschichte mit Potential, welches leider nicht genutzt wurde.

Ja in der Kürze liegt die Würze, aber bei dieser Geschichte von Madeleine und Marie hätte ich mir ein wenig mehr Seiten mit ergänzendem Inhalt gewünscht. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und man braucht etwas, um hineinzufinden. Und wenn man das dann geschafft hat, ist das Buch fast rum, obwohl man nun endlich es verstehen würde. Ich hätte gerne mehr gelesen, dafür mit einem einfacheren Schreibstil. Trotzdem hat mich die Geschichte verzaubert und zum Ende auch sehr berührt, daher gab es dann doch nun 4 statt 3,5 Sterne.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
30. Nov.
Rating:2

Leider bin ich sehr enttäuscht. Ich bin auf "Wachs" aufmerksam geworden durch die Vorstellung des neuen Sortiments der Bücherguilde. Der Beschreibungstext hat mir gefallen und ich habe mich auf eine Liebesgeschichte im 18. Jahrhundert gefreut, die verwoben ist mit der Anatomischen Arbeit dieser Zeit. Dann habe ich gesehen, dass es für den Buchpreis nominiert ist und ich wollte es lesen. Positiv muss ich sagen hat mir das Frauenbild, bzw. die Stärke der Frauen gefallen. Nur als Beispiel fand ich die erste Szene und die Aussagen "ich will der beste Anatom werden" und "Frauen werden nur so gut, weil man es ihnen schwer macht" sehr zutreffend. Auch die Beschreibungen der Natur sind mir positiv im Gedächtnis geblieben. Doch dann erwartete mich die Enttäuschung. Ich kam mit dem Schreibstil zuerst garnicht zurecht, doch als ich verstand, was ich gelesen habe schauderte es mich. Keine Liebesgeschichte, sondern ein großer Altersunterschied zwischen zwei Frauen, die zusätzlich noch ein Machtgefälle haben... nicht meine Welt! Zusätzlich zum Schreibstil haben mich die unkoordiniert wirkenden Zeitsprünge sehr verwirrt. Die Tatsache, dass Wachs auf wahren Begebenheiten beruht lassen mich grübeln ob eine wahrheitsgemäßere Version der Geschichte nicht besser gewesen wäre, als sich dort eine sehr schwierige Liebesgeschicht "dazuzureimen", was leider nicht gut gelungen ist.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
29. Nov.
Rating:4

„Ob sie die Person gut fixierten, überlegte sie hilflos, ob da nichts zucken konnte, nichts sich verkanten? Sonst säße die Klinge flugs an der falschen Stelle.“ Feminismus im 18. Jahrhundert mit Humor - was für eine erquickliche Lektüre!

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
5. Nov.
Rating:3

Anspruchsvoll, nett, aber teilweise zu wirr.

Nun ist es also gelesen. Ich war mir durchaus im Klaren darüber, dass es sprachlich deutlich anspruchsvoller sein würde, als man anderes von mir gelesenes Buch. Dies hab ich vor allem beim Lesetempo gemerkt. Die Liebesgeschichte wirkte auf mich eher nebensächlich, da die einzelnen Kapitel meist nur eine der beiden Frauen beleuchtet haben. Auch waren mir die beiden bis zum Schluss fremd. Ich konnte mich an keiner Stelle auch nur ansatzweise in sie hineinversetzen. Sie wirkten unnahbar. Gerade Marie war mir dadurch extrem unsympathisch. Ich hätte gerne mehr Tiefe verspürt, was aber bei der Dünne des Buches einfach nicht zu erwarten war. Und zum Ende hin hat mich die Geschichte nicht mehr gepackt und dadurch blieb ich mehr oder weniger verwirrt zurück. Schade.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
31. Okt.
Rating:2

Hm.. Ich war leider nicht begeistert.

Cover und Klappentext haben mich sofort angesprochen: Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen im 18. Jahrhundert mit extrem interessanten Berufen? Darauf hatte ich große Lust. Ich mag es in Geschichten einzutauchen und eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Leider ist mir das hier überhaupt nicht gelungen. Der Schreibstil wirkte auf mich kühl und distanziert. Auch die vielen Zeitsprünge haben es mir zusätzlich schwer gemacht im Lesefluss zu bleiben. Christine Wunnicke arbeitet mit vielen botanischen und zoologischen Bildern und Metaphern, was sehr gut zu den Berufen der beiden Frauen passt. Auch die fachlichen Begriffe rund um Anatomie und Pflanzen fand ich stimmig, beim Lesen aber oft sperrig. Sicher zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025, ich habe allerdings nicht das bekommen, was ich mir vom Buch erhofft hatte, deshalb die niedrige Bewertung.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
26. Okt.
Rating:4

Literarisch, historisch, feministisch

Im Paris des 18. Jhdts leben Madeleine Basseporte, eine unglaublich begabte Pflanzenmalerin, die später sogar in die Königliche Akademie der Wissenschaften berufen wurde und Marie Bihéron, eine studierte Illustratorin, die später berühmt wurde durch ihre extrem genauen anatomischen Modelle aus Wachs, für die sie natürlich Leichen als Anschauungs- und Präparationsmaterial benötigte. ChristineWunnicke hat daraus eine Liebesgeschichte zwischen diesen beiden eigensinnigen Frauen ersonnen und deren Wirken im vorrevolutionären und später revolutionären Paris aufleben lassen. Der Sprachstil ist ungewöhnlich, man muss sich erst darin einlesen, dann aber kommt man gut zurecht mit der altertümlich wirkenden Sprache. Das Herz geht mir als Leserin auf, wenn Madeleine Basseporte sich in zu ihrer Zeit vermutlich ketzerischem, weil feministischem Gedankengut ihren Frust von der Seele schreibt. Die schreienden Ungerechtigkeiten, die Frauen widerfahren, werden herrlich unverblümt geschildert, selbst wenn dies selbstredend nur fiktive Briefe an Doktor Linné in Uppsala sind. …„ Blicken wir [Frauen] Leichen in ihren Bauch, sehen wir nur Pastellton und lauter Bordüren. Darum dürfen wir mit Namen nicht zeichnen und bekommen nur das halbe Gehalt.“… Das trieft nur so vor Sarkasmus! Insgesamt thematisch sehr interessant, es hätte gerne etwas mehr Seiten haben dürfen, um sowohl den Menschen als auch dem Leben in diesen Zeiten mehr Inhalt zu geben, trotzdem lesenswert, wenn man sich darauf einlassen kann.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
26. Okt.
Rating:1

Trotz der vielen lobenden Buchbesprechungen hat mir dieses Buch nicht gefallen. Es gibt keine Geschichte, die einzelnen Kapitel sind eine Aneinanderreihung von Erlebnissen im Leben der beiden Frauen, Marie und Madelaine, wobei Marie eindeutig die Hauptperson in diesem Buch ist. Poetisch anmutende Sprache und skurrile Figuren und Situationen reichen nicht aus, um die Lektüre eines Buches zu einem erfüllenden Leseerlebnis zu machen. Auch wenn ich einzelne Passagen durchaus genossen habe….

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
24. Okt.
Schaut euch dieses wunderschöne Buch von der Büchergilde an! Ich habe mich direkt darin verliebt, auch haptisch ein Vergnügen für meine Fingerspitzen 💜

Der Klappentext hat mich auf Anhieb angesprochen, zwei Frauen in Paris um 1750, die sich verlieben und solche interessanten Leidenschaften nachgehen, wie Anatomie und Botanik.
Aber was soll ich sagen, mir fehlte leider die Tiefe, es wurde vieles weggelassen, die Entwicklung dieser Beziehung zum Beispiel, vieles erschien so fragmentiert. 
 
Hinzu kommt , daß es mir der Schreibstil nicht gerade leicht gemacht hat. Die aus der Zeit gefallene Sprache, die teils herausfordernd zu lesen ist, ich aber auch als sehr kunstvoll und passend empfinde und die
vielen historischen und fachspezifischen  Begriffe erschwerten mir zuweilen das flüssige und entspannte Lesen, brauchten meine volle Aufmerksamkeit und manchmal auch ein Nachschlagewerk.
Rating:3.5

Schaut euch dieses wunderschöne Buch von der Büchergilde an! Ich habe mich direkt darin verliebt, auch haptisch ein Vergnügen für meine Fingerspitzen 💜 Der Klappentext hat mich auf Anhieb angesprochen, zwei Frauen in Paris um 1750, die sich verlieben und solche interessanten Leidenschaften nachgehen, wie Anatomie und Botanik. Aber was soll ich sagen, mir fehlte leider die Tiefe, es wurde vieles weggelassen, die Entwicklung dieser Beziehung zum Beispiel, vieles erschien so fragmentiert. Hinzu kommt , daß es mir der Schreibstil nicht gerade leicht gemacht hat. Die aus der Zeit gefallene Sprache, die teils herausfordernd zu lesen ist, ich aber auch als sehr kunstvoll und passend empfinde und die vielen historischen und fachspezifischen Begriffe erschwerten mir zuweilen das flüssige und entspannte Lesen, brauchten meine volle Aufmerksamkeit und manchmal auch ein Nachschlagewerk.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
16. Okt.
Rating:3.5

"Ich hatte nie einen Lehrer", schrieb Madeleine an Linne. "Frauen, vermute ich, werden deshalb in allem so gut, weil man es ihnen so schwer macht." Paris im 18.Jahrhundert - Die Liebesgeschichte zwischen Marie Biheron, die Leichen seziert und die inneren Organe kunstvoll aus Wachs nachbildet und der älteren Pflanzenzeichnerin Madeleine Basseporte. Es hat eine Weile gedauert, bis ich in dem Sprachstil angekommen bin, dann mochte ich ihn eigentlich gerne. Ich muss zugeben, dass ich manche Ausdrücke googeln musste, weil ich sie nicht kannte. Leider war vieles für mich unauserzählt. Wie zum Beispiel die Annäherung und Liebesgeschichte zwischen Marie und Madeleine, plötzlich waren sie ein Paar. Auch auf ihre Arbeiten hätte für mich gerne näher eingegangen werden können, vor allem das Entstehen der Werke von Marie kam recht kurz. Insgesamt ein Buch, von dem ich mehr erwartet habe, die Themen waren sehr interessant und hätten noch einiges hergegeben. Trotzdem ein unterhaltsames Buch, das nach meinem Geschmack noch einige Seiten mehr gebraucht hätte.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
16. Okt.
Rating:3

Ein feministisches Buch, ohne offensichtlichen Feminismus!

Das Buch „Wachs“ ist mein erstes Buch von der Shortlist. Durch die Nominierung bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Es spielt im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Die noch jugendliche Marie Biheron, Tochter eines Apothekers, will Anatomin werden. Hierzu seziert sie Leichen und fertigt Wachsmodelle von menschlichen Organen an. Sie beginnt eine Beziehung mit der deutlich älteren Illustratorin Madeleine Basseport, bei der sie Zeichenunterricht nimmt. Im Fokus steht jedoch nicht die Liebesbeziehung der beiden Frauen, sondern mit welcher Entschlossenheit und welchem Selbstbewusstsein und -vertrauen die Frauen ihren Weg in Zeiten männlicher Vorherrschaft gehen. Aus meiner Sicht handelt es sich damit um ein feministisches Buch, ohne offensichtlichen Feminismus. Das hat mir gut gefallen. Besonders hervorzuheben aber ist die humorvolle und zackige Erzählweise, die sich bereits gleich zu Beginn der Geschichte zeigt, wenn Marie sich als noch junges Mädchen auf die Suche nach ihrer ersten Leiche begibt. Nicht ganz folgen konnte ich - aufgrund Unkenntnis - den Hinweisen auf die Kunst und Literatur des 18. Jahrhunderts. Dies hat dem Lesefluss und der Lesefreude aber keinen Abbruch getan. Eine klare Leseempfehlung!

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
12. Okt.
Rating:3

Literarisch wunderschön, voller sorgfältig gefeilter Sätze. Ich würde verstehen wenn das Buch den Buchpreis bekommt, es ist eine tolle künstlerische Leistung. Wenn ihr mich fragt ob es mir persönlich gefallen hat - nein! Ich hab mich eher durchgelangweilt und ehrlichgesagt nicht gern gelesen. Hätte es 400 Seiten aufwärts, hätte ich das vielleicht sogar abgebrochen. Um die sprachliche Schönheit zu ehren trotzdem 3 Sternderl.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
10. Okt.
 "Wachs" von Christine Wunnicke:
💔💀 Ein feministisches Feuerwerk - nominiert auf der # shortlist 2025
Rating:2.5

"Wachs" von Christine Wunnicke: 💔💀 Ein feministisches Feuerwerk - nominiert auf der # shortlist 2025

Willkommen im 18. Jahrhundert in Paris! 🇫🇷 Christine Wunnicke erzählt die wahre, berauschende Geschichte von Marie (Anatomin) und Madeleine (Malerin), die den Chauvinismus ihrer Zeit ignorieren. 💪 Maries Frechheit ist die treibende Kraft: Mit 12 fragt sie beim Militär nach Leichen. 💀 Später schnappt sie sich den Segen für ihre Liebe – Ehe vor Gott! 💘 Die Geschichte ist voller bizarrer Details (Wachspräparate, Diderot, die Guillotine als Cembalo 🎹). Die Entschlossenheit der beiden Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen, ist die reinste Freude. 🤩 ABER, ACHTUNG: Leider wird der Lesefluss oft massiv gestört aus meiner Sicht durch holperige Zeitwechsel: Die Autorin springt abrupt durch Maries Leben ("Marie rannte, Madeleine wurzelte, es zog vorbei."). ⏳ Historische Fachwörter werden oft vorausgesetzt. ❓ Wer die Sprache nicht beherrscht, sitzt häufig mit Google Translate 🌐 da. Ich finde, es ist ein historisch kluger, feministischer nur nicht flüssig zu lesender Roman. Die Chancen für den ersten Platz beim Buchpreis sehe ich als eher gering.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
10. Okt.
Rating:3

Schöne Idee, für mich nur mittelmäßige Umsetzung

Da war es auch schon! Mein letztes Buch der Sort List 2025. Dieses Mal ein historischer Roman ! Das Cover gefiel mir auf alle Fälle schon mal sehr! Eine ganz besondere Liebesgeschichte! Eine im Jahr 1800 hundert! Verleibt, zwei Frauen! Eine Künstlerin und eine Forscherin, die Leichen sezierter und das Innenleben mit Wachs ausgießt! Ich hab mir ehrlicher Weise mehr vom Buch versprochen. Phasenweise war’s echt ganz Spannung und zum Teil auch mit viel Humor. Dann gab’s aber auch wieder Phasen, da konnte ich der Geschichte wenig folgen. Eine Liebesgeschichte wird angekündigt, das ist aber eher weniger der Falle. Liebe gibt’s nur in kleinen Dosen! Ich finde toll das die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht. Ebenfalls toll das Frauen damals eben nicht nur belächelt und gedemütigt wurden! Marie ist unglaublich neugierig und lässt nicht locker! Auch die Liebe zwischen zwei Frauen war sicher zu dieser Zeit recht ungewöhnlich und schwierig. Jedoch kommt das alles ein wenig zu kurz! Die Beschreibung der verschiedenen Pflanzen und auch die Herangehensweise von Marie bei ihrer Arbeit haben mir ganz gut gefallen.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
9. Okt.
Rating:4

Aufmerksam bin ich auf das Buch durch den Deutschen Buchpreis geworden. Irgendwie traute ich mich nicht so recht heran an den Text. Nachdem er dann aber auf der Shortlist erschien, war die Neugierde dann doch zu groß. Zu Beginn hatte ich ehrlicherweise Schwierigkeiten, mich mit dem Schreibstil anzufreunden und Zugang zu dem Text zu finden. Doch nach und nach, genoss ich die Geschichte um Marie Biheron und Madeleine Basseporte im Paris des 18. Jahrhunderts. Man spürt, dass Christine Wunnicke ihr Handwerk versteht und ein tolles Stück Literatur erschaffen hat. Meines Erachtens nach, erschafft sie nicht nur ein Setting in Paris zwischen 1733 und 1795 sondern gibt einem das Gefühl, sie selbst hätte den Text zu dieser Zeit verfasst. Ich meine das ausschließlich positiv. Für mich ist dieses Buch jetzt schon ein Klassiker. Erstaunlich gut fand ich die beiden Protagonistinnen, die tatsächlich existierten. Biheron , die ein Talent dafür hatte, Organe aus Wachs herzustellen. Sie lehrte tatsächlich anhand der Modelle später in London Anatomie. Sie unterrichtete sogar angehende Chirurgen. Innerhalb der Geschichte lässt Wunnicke Biheron eine Liebesbeziehung zu der älteren Madeleine Basseporte entwickeln. Diese ist eine Pflanzenzeichnerin, die aufgrund ihres Talentes sogar am königlichen Hof angestellt war. Beide Frauen sind ihrer Zeit weit voraus und haben Talente, die sie nur beschränkt ausleben können, und zudem trotz ihrer Genialität ein Leben im Schatten des Patriarchats fristen müssen. Mich haben sowohl der Text als auch die realen historischen Persönlichkeiten wirklich beeindrucken können.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
27. Sept.
Rating:3

Im ersten Kapitel war ich überzeugt, dass mir das Buch richtig gut gefallen würde. Der Rest konnte aber leider nicht mit den ersten Seiten mithalten. Bis zuletzt ist mir nicht klar geworden welche Geschichte hier erzählt werden soll und warum.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
16. Sept.
Rating:3

Das Buch kommt mit einem spannenden Anfang daher, der sehr viel verspricht. Leider kann jedoch diese Spannung nicht gehalten werden. Denn für mich kommt diese Liebesgeschichte mit viel drumherum daher, dass dieses Gefühl von Lieben kaum bis gar keinen Raum bekommt. Es hat mir das Kennenlernen gefehlt und auch woher diese Liebe kommt und wie diese in den Herzen entsteht. Für mich hatte dieses Buch mit seinen unter 180 Seiten zu viele Länge. Und leider leider konnte ich persönlich auch nichts mit dem Schreibstil anfangen. Es passt zu der Zeit Ende des 18. Jahrhunderts und es hat mich leider sehr gelangweilt und ermüdet. Die erwähnten Männer im Klappentext nahmen für mich keine Rolle ein, die der Geschichte wirklich weitergeholfen haben und wenn noch dachte und mich kurz dafür interessierte mehr über sie zu erfahren, war die Liebesgeschichte schon völlig in den Hintergrund gerutscht. Es gibt schon den einen oder anderen lustigen Moment, aber sonst war es alles sehr emotionslos für mich. Die Geschichte hat irgendwas, aber in ihrer Umsetzung war sie leider nichts für mich. Ich war einfach im Gefühl und nicht bei den Figuren. Schade.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
15. Sept.
Rating:5

Grandios und morbide

Die Tochter eines Apothekers braucht eine Leiche. Sie will sezieren, sie will üben und die Familie unterstützen. Sie will die beste Anatomin werden und in die französische Geschichte eingehen. Das wird sie später auch. Marie Marguerite Bihéron wird Zeichnerin und Bildnerin von anatomischen Wachspräparaten. Sie wird damit Weltruhm erlangen. Im Jahre 1759 lud der Chirurg und Enzyklopädist Sauveur François Morand sie ein, vor der Académie des Sciences zu sprechen. Ihr detailliertes und naturgetreues Modell einer schwangeren Frau und eines Fötus waren weltbewegend. Auch der Kronprinz von Schweden, Gustav III., war begeistert. Der Roman verfolgt zwei Zeitstränge. Wachs erzählt von den Jahren vor, während und nach der französischen Revolution und von der Zeit der Aufklärung, die die bestehende Ordnung infrage stellen muss. Verstand, Fortschritt und die Wissenschaft rücken hier ins Zentrum, Gleichheit und Toleranz sind gefordert. So erscheint auch die homosexuelle Beziehung der beiden Frauen auf der literarischen Leinwand, wie selbstverständlich, ohne den Text zu dominieren. Ganz nebenbei tauchen die grossen Köpfe der historischen Gegenwart auf, auch Diderot zum Beispiel lässt sich in der Anatomie unterrichten. Wachs ist ein grandioser historischer Roman, ein komplexes Portrait der Zeit, obwohl der Text auf unter 200 Seiten Platz hat. Er rankt sich um zwei ungewöhnliche Frauen, die über 50 Jahre in einer Liebesgeschichte verbunden sind, so unterschiedlich sie auch waren. Wie viel Mut und Glauben und Können waren im 18. Jahrhundert notwendig, um eine Branche zu erobern, die Männern vorbehalten war? Der Kraftakt findet in allen Varianten Ausdruck, laut und leise und in einer hinreissenden Sprache. Sie ist voller Ironie und ausserdem seltsam altertümlich, es ist fast eine eigene Kunstsprache. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass die historische Wirklichkeit keine Wirklichkeit ist, es ist vielmehr eine Annahme, wie es hätte sein können. Vieles lernt Marie in London, in Frankreich galt nun das auseinandernehmen von Leichen als wirklich nicht schädlich. So ist der Text auch absolut eklig, morbide, sensationell wissenschaftlich, anatomisch blutig und nie das Menschliche verlierend. Frauen, vermute ich, werden deshalb in allem so gut, weil man es ihnen so schwer macht, schreibt Madeleine an Linné, bevor sie diesen Brief, wie alle anderen, verbrennt. Ihre Lebensgefährtin Madeleine Basseport kämpft als bekannte Zeichnerin ebenso mit der Männerherrschaft und gegen die Ungerechtigkeit der Ungleichbehandlung der Geschlechter. Sie fand ihre Bestätigung als Pflanzenmalerin des Jardin du Roi, eine gerechte Bezahlung jedoch nie. Dieser Roman ist auch ein feministisches Buch, vielleicht auch ein bisschen queer, und eine augenzwinkernde Satire auf Weiblichkeitsfantasien, er ist eine Hymne auf jedes Schaffen und Denken abseits der Norm und eine Ode an eine Frau, die ihren eigenen Weg geht. Tragisch und komisch. Gegen alle Widerstände. Und gegen die Unvernunft. Was für eine unbändige Freude, diesen Roman zu lesen! Danke an #netgalleyde und den Berenberg Verlag für das Rezensionsexemplar.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
13. Sept.
Rating:5

Beeindruckend

Die beeindruckende Geschichte zweier Frauen die im 18ten Jahrhundert in Paris als Paar zusammen leben. Die eine ist Pionierin in der Darstellung, Forschung und Bestimmung von Pflanzen die Andere schneidet Leichen auf und studiert die Anatomie. Sie leben für ihre Arbeit und nehmen die Widerstände die die Gesellschaft ihrer Arbeit entgegen setzt weil sie Frauen sind gleichmütig hin. Diese Buch ist in einer wunderbaren Sprache geschrieben, einfach schön.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
8. Sept.
Rating:5

Ein Liebesroman zwischen zwei Frauen, der im 18. Jahrhundert in Frankreich spielt. Aber es ist bei weitem mehr als das. Die Geschichte ist angelehnt (die Autorin schreibt selbst, dass Teile der Geschichte in diesem Buch frei erfunden sind, die Person Marie Biheron jedoch existiert hat) an das Leben und Schicksal von Marie Biheron, die von Kindesbeinen an großes wissenschaftliches Interesse an Anatomie hat und sich schon als 14- jährige Leichen organisiert, die sie sezieren und untersuchen kann. Später fertigt sie naturgetreue Körper aus Wachs zu Schulungszwecken. Sie verliebt sich in ihre deutlich ältere Zeichenlehrerin und die beiden führen ein für diese Zeit absolut ungewöhnliches, fast schon modernes Leben. Dieses Buch hat mir so gut gefallen, ich habe mich direkt im ersten Kapitel in diese starke, mutige, originelle Protagonistin verliebt und das einzige Manko des Buches ist, dass es so kurz ist. Gerade zum Thema Frauen und Wissenschaft (und wie die wissenschaftliche Arbeit von Frauen einfach von Männern geklaut und benutzt wurde) hätte ich noch hunderte Seiten mehr lesen wollen. Ein lohnendes Buch!

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
7. Sept.
Rating:3.5

Eine Liebesgeschichte zweier Frauen im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Die eine seziert Leichen und verewigt sie in Wachs, die andere malt Pflanzen. Beide verbindet eine Leidenschaft für das was sie tun. Die Geschichte ist wunderschön erzählt, wie gern hätte ich noch länger erst bei den jungen Frauen verweilt, später auch im Alter und gern mit mehr historischen Details. Einzig das Hin-und-Her in Zeit und Ort hat mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. Ein gern verwendetes Mittel, das mich leider immer sehr stört.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
6. Sept.
Post image
Rating:4

Marie Biheron, zielstrebig, wissbegierig und bisweilen tyrannisch, entdeckt und modelliert zeitlebens das Innere des Menschen. Madeleine Basseporte, ausdauernd, anpassungsfähig und sanft, widmet ihr Leben der Darstellung der Natur. Beide Frauen finden sich im Paris vor der Revolution und beide haben nur den Wunsch, das was sie sehen, der Welt so genau wie möglich zu zeigen. Die eine mit Wachs, die andere auf Papier. Es ist ein wunderbarer Roman über zwei starke Frauen und Paris im Umbruch.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH
4. Sept.
Rating:3

“Wachs” von Christine Wunnicke spielt im Frankreich des 18. Jahrhunderts und handelt von Marie Biheron, die schon in früher Jugend Leichen seziert und Madeleine Basseporte, die als Illustratorin anfangs ihre Zeichenlehrerin ist. Zwischen den beiden entspinnt sich eine lebenslange Liebesgeschichte, die den Rahmen für episodenhafte Einblicke in das Leben und Wirken der beiden Frauen geben. Dies ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe, und ich konnte damit zugegeben wenig anfangen. Zum Einen sind viele Handlungselemente wirklich eklig und haben mich beim Lesen angewidert, dann fand ich den Erzählstil und die Sprechweise der Figuren (wohl dem Handlungszeitraum geschuldet) sehr umständlich zu lesen oder ich habe schlicht nicht verstanden, worum es der Autorin ging, weil sich der Sinn einzelner Wörter oder ganzer Zusammenhänge nicht erschlossen hat oder mir diese fremd waren. Von Lesegenuss kann hier also keine Rede sein, obschon die Geschichte durchaus interessant und zuweilen auch witzig war. Einige wenige Zeilen, über die ich (im positiven Sinne) gestolpert bin und die ich aus diesem Buch mitnehmen werde, gab es jedoch auch. Auch das stilistische Hin- und Herspringen in den verschiedenen Zeitebenen hat mir an sich gut gefallen, wenn auch nicht immer nachvollziehbar, wann genau wir uns gerade befinden. Dieses Buch ist wirklich sehr speziell. Wer ungewöhnliche, morbide Geschichten mag und einen robusten Magen hat, dem könnte es gefallen. *Das Buch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Wachs
Wachsby Christine WunnickeBerenberg Verlag GmbH