Deine kalten Hände

Deine kalten Hände

Softcover
3.8335
Man Booker PrizeBesessenheitMänner Und FrauenBildhauer

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Description

Nobelpreis für Literatur 2024

Von der Autorin des internationalen Bestsellers »Die Vegetarierin«

Ein großer Roman über die Einsamkeit der menschlichen Existenz. Eines Tages verschwindet der Bildhauer Jang Unhyong beinahe spurlos. Er hinterlässt seine faszinierenden Gipsabdrücke von Händen und Körpern – und ein bewegendes Tagebuch, das seine lebenslange Suche nach Nähe und Wahrhaftigkeit in einer Welt voller Masken schildert.

»Han Kang erzählt zugleich mit großer Brutalität und großer Poesie – eine Mischung, die nur wenigen Schriftstellern gelingt.« stern

»Man kann sich dieser Stimme nicht entziehen.« Independent

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
312
Price
12.40 €

Author Description

Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und ist die wichtigste literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für »Die Vegetarierin« wurde sie dafür gemeinsam mit ihrer Übersetzerin 2016 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet, für »Menschenwerk« mit dem renommierten italienischen Malaparte-Preis. »Weiß« war ebenfalls für den Booker Prize nominiert. 2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur. Sie lebt in Seoul. Zuletzt erschienen im Aufbau Verlag ihr Roman »Unmöglicher Abschied« und in Die Andere Bibliothek ihr Kinderbuch »Donnerfee und Blitzfee«.Alle lieferbaren Titel der Autorin sehen Sie unter aufbau-verlage.de.Mehr zur Autorin unter han-kang.net.

Characteristics

3 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
55%
1%
35%
8%
73%
25%
77%
77%
28%
10%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
17%
51%
60%
71%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate67%
Variable33%

Writing Style

Simple33%
Complex33%
Moderate33%
Bildhaft (33%)Minimalistisch (33%)Poetisch (67%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

57
All
4.5

In "Deine kalten Hände" setzt sich Han Kang wieder mit der Frage der Identität und den Zwängen der Gesellschaft auseinander. Was ist das wirkliche Selbst, was ist nur Schein? Auch dieser Roman ist drastisch in seinen Schilderungen und beschreibt Figuren, die durch die Erwartungen anderer schwer leiden mussten.

4

Skurril - verwirrend - schwere Themen

Ich weiß tatsächlich nicht, warum ich das Buch bis zum Ende gelesen habe. Literarisch ist es top, nur thematisch super krass an manchen Stellen. Es enthält Missbrauch, Magersucht und auch körperliche Gewalt. Und zum Ende gibt es lauter lose Fäden. Das ist meine Meinung und es lässt mich etwas verwirrt.

Das Werk Deine kalten Hände von Han Kang ist eine intensive Auseinandersetzung mit zwischenmenschlichen Beziehungen und der Funktion der „äußeren Hülle“ des Menschen in der Gesellschaft. Die Grundlage bildet umrissen die Lebens- und Familiengeschichte eines Küstlers, der in seiner Kindheit offenbar früh gelernt hat, dass der Schein nach außen und die Repräsentation der Familie in der Gesellschaft das Wichtigste sind. Durch seine Kunst versucht er, sich dem „Darunter“ anzunähern. Han Kang erzählt geschickt aus verschiedenen Perspektiven, naturalistisch, mit großer Beobachtungsgabe, gesellschaftskritisch, geht langsam und vorsichtig vor. Ich krieg Gänsehaut, wenn ich an dieses tolle Werk denke.

3.5

"Ihre kalten Hände... Was wollten mir diese Hände sagen, jetzt, wo ich sie das erste Mal betrachtete?" Jang Unhyong ist Künstler und fasziniert von Händen, seit er L. kennengelernt hat. L. ist dick, richtig dick und das beschreibt Han Kang auch sehr ausgiebig. Wie es so ihre Art ist, nimmt sie da kein Blatt vor den Mund und das ist meist nicht schön zu lesen. Jang Unhyong jedoch ist sofort von ihren schönen Händen angetan und möchte sie in Gips gießen. Lange muss er L. dazu überreden, findet sie sich doch so hässlich, ist aber mit Absicht auch so geworden. Sie hat sich eine Schutzhülle angefressen. Die Gründe? Nachvollziehbar! Ganz anders E. Eine erfolgreiche Innenarchitektin, die von Jang Unhyong ein Exemplar dieser Hände für einen Kunden kaufen möchte. Auch sie hat sich eine Art künstliche Hülle geschaffen um sich dahinter zu verstecken, diese aber soll immer perfekt sein. "Solange meine Hülle makellos ist, macht es ja nichts, dass sie lediglich eine Hülle ist, oder? Mit beiden Frauen führt der Künstler nacheinander Beziehungen und es ist erschreckend diese lesend mitzuverfolgen. Viel dreht sich um Essstörungen und das Aussehen des Körpers, das ist bisweilen sehr verletzend zu verfolgen, aber es wäre wohl kein Buch von Han Kang, wenn es anders wäre. Die Sprache ist wie immer, mal hart und mal poetisch und lässt sich sehr gut lesen. "Das Leben ist eine Hülle, die sich über einem Abgrund wölbt, und wir leben darauf wie maskierte Akrobaten."

Post image
4.5

"Was sollen wir nun machen? Wenn wir in die zerschlagen Hüllen nicht wieder hineinkönnen?" Schein und Sein. Top!

3

Schwermütig und kalt

Ein für mich etwas "merkwürdig" aufgebauter Roman. Bin ein grosser Lesefan der Autorin , leider aber nicht von diesem Werk. Es fühlte sich wie 2 in 1 Buch an. Der Protagonist wirkte kalt, unsympathisch und distanziert. Themen wie Übergewicht, Bulimie und Selbstverletzung wogen in der ersten Häfte schwer , nur gab es zur Hälfte hin einen Cut. Das Personen nach Buchstaben benannt wurden war etwas anders und zum Ende irritierent. Das Ende habe ich nur überflogen , da ich nach 3/4 des Buches nicht mehr die Lust hatte es weiter zu lesen. Es wirkte wie sein Titel ...kalt...

5

„Du bist wirklich erbärmlich … Ich wusste von Anfang an, dass du ein erbärmlicher kleiner Junge bist.“ Sie kicherte ins Leere. „Aber deine Augen haben mir so gut gefallen.“ Mein erstes Buch von Han Kang und was soll ich sagen... Sie hat den Literaturnobelpreis mehr als verdient erhalten.

3.5

Schwere Kost! ;-) 😜

Dies ist ein sehr körperlicher Roman. Das grosse Interesse an besonderen Körpern der Modelle, die den Künstler Unhyong faszinieren und von denen er Gipsabdrücke anfertigt ist das Hauptthema. Besondere Körper meint aber nicht einfach besonders schöne oder auffällige. Wir begleiten den Künstler auf den langen Weg herauszufinden, worin genau sein Interesse besteht. Es zeigt sich auch, dass Unhyong Interesse an den Frauen hat, es geht ihm um den Bezug zu den einzelnen Modellen mit ihren Körpern, ein Zusammentreffen, das meistens mehr als gestört ist. So verstrickt sich der Künstler in die Beziehungsmuster, welches oft in einer Eskalation mündet. Wer Han Kang kennt, weiss um ihre grosse Kunst, mit Worten umzugehen, aber auch von ihrem Hang zu Extremen. Die sehr bizarre Geschichte, die mich oft an den Rand der Übelkeit brachte, wird vor allem durch die angewandte Sprache aufgewertet. Die Geschichte ist fantastisch erzählt und ermöglicht eine direkte Nähe, der Inhalt ist aber oft sehr unangenehm und zeitweise schwer zu ertragen. Ich gebe zu, neben der Bekanntheit der Autorin hat mich vor allem das Cover angelockt, welches für mich ein sehr schönes, besonderes ist. Hier kann man schnell in die Irre geraten. Ich hatte etwas anderes erwartet. Ein literarisch hoch zu bewertendes, im Kern aber äusserst unangenehmes Buch. Besonders zu loben ist Heikko Deutschmann, der dem Protagonisten eine sehr passende Stimme gibt! Jetzt brauche ich aber erst einmal eine Han Kang Pause!

5

"Warum ist die Mitte meines Lebens so absolut hohl?"

Wo soll ich nur anfangen? Aber Seite 1 konnte ich es fast nicht aus der Hand legen und habe jede freie Minute darin gelesen. Seit ich den Roman 'Die Vegetarierin' gelesen habe, bin ich schon ein Fan der Autorin. Den Roman fand ich also auch schon sehr gut, aber 'Deine kalten Hände' hat mich noch ein bisschen mehr überzeugt und wird mich sicher noch nachhaltig beschäftigen. In dem Buch wird man herausgefordert sich mit Themen wie Kontrolle und Kontrollverlust auseinanderzusetzen, mit der eigenen und anderer Identitäten und dem Fakt, daß man keinen Menschen festhalten kann. Ich bin fasziniert.

5

Han Kang typische harte Themen mit exzellenter Charakterarbeit

Mein drittes Hang Kang (Höhr)Buch überzeugt mit typisch faszinierenden Charakteren die lebendig werden in ihrer verletzlichen Gipsummantelung. Das apprupte Ende ist ebenfalls sehr typisch und stört mich recht wenig da es mir in diesen Büchern mehr um die Charakterarbeit geht als um ein definiertes Ende. Die Geschichte eines Menschen endet oft nicht mals mit seinem Tod und so können auch dieses Bücher, mit ihren lebendigen Charakteren, kein tatsächliches Ende finden.

3

„Deine kalten Hände“ von Han Kang ist sprachlich wirklich beeindruckend. Die Atmosphäre ist kühl, intensiv und stellenweise fast hypnotisch, und man merkt auf jeder Seite, wie präzise Han Kang schreibt. Trotzdem hat mich das Buch ziemlich ratlos zurückgelassen. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, die eigentliche Bedeutung zu verpassen und war am Ende ehrlich gesagt nicht sicher, was ich da eigentlich gelesen habe. Vielleicht ist es aber auch die Intention der Autorin und genau die Art von Buch, die man interpretieren und fühlen soll statt sie komplett zu verstehen… bei mir blieb aber vor allem Verwirrung zurück.

5

Was für eine Sprache!

Wie immer packt sie mich von der ersten Seite an. Verstörend, verwirrend, grossartig.

4.5

Sehr schwere Kost

Die Geschichte, die die eigentliche Handlung umfasst, ist ziemlich banal und konstruiert. Danach, als der eigentliche Hauptdarsteller die Erzählung übernimmt, entsteht eine beklemmende Beschreibung zweier Liebesbeziehungen, die widersprüchlicher nicht sein könnten. Die eine oder andere Triggerwarnung wäre nicht verkehrt, es werden viele Traumata angesprochen und zum Ende hin fließt Blut, bevor ein relativ offenes Ende den Schlusspunkt setzt. Ein Buch, dass im Gedächtnis bleibt!

2

Das Hörbuch ist gut vorgelesen. Die Geschichte ist sehr eigen und leider überhaupt nichts für mich.

4

Manche Stellen fand ich interessant, andere ziemlich merkwürdig und stellenweise krank. Alles in allem war es unglaublich atmosphärisch und hat mir ziemlich gut gefallen.

5

Die Dunkelheit dieser Körperhüllen Wie ein Leitmotiv zieht sie sich durch das Buch: die Maske, die Hülle, die Schale. Der Bildhauer Jang Unhyong ist besessen davon. Sie prägt sein ganzes künstlerisches Werk, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne: er zeigt Gipsabdrücke menschlicher Körper und damit den Inbegriff des Oberflächlichen. Ohne Interpretation oder emotionale Suggestion seinerseits präsentieren sich seine Skulpturen dem Zuschauer und lösen dennoch einen starken, oft verstörenden Widerhall aus. Was zeigt ein Mensch dem anderen von sich selbst? Wie viel davon ist wahrhaftig und wie viel nur schöner Schein? Jang Unhyong misstraut nicht nur seinen Mitmenschen, sondern wähnt sich selbst gänzlich hohl und leer. Nur Oberfläche. Nur Maske. Keine Substanz. Die Ursachen seiner Obsession liegen in Jang Unhyongs Kindheit. Als kleiner Junge beobachtete er seine Eltern mit scharfem Blick und sah, was anderen verborgen blieb: die leere Schönheit seiner Mutter, die hohle Herzlichkeit seines Vaters – emotionale Kälte verborgen hinter gesellschaftlicher Konvention. Als Leser spürt man den Nachhall dieser Kälte auf jeder Seite. Ein Großteil der Handlung wird als Auszug aus Unhyongs Tagebüchern erzählt, und das liest sich oft vage unbehaglich, auf diffuse Art unangenehm. Wie ein ständiger Misston, der eine instinktive emotionale Ablehnung auslöst, wie das Quietschen von Fingernägeln auf einer Kreidetafel. Die Menschen, denen der Bildhauer im Laufe der Handlung begegnet und die eine Rolle in seinem Leben spielen, sind ebenfalls gefangen in diesem Zerrbild von Schein und Sein. Selbst die schönste Fassade wirkt so grundlegend falsch, so erbärmlich, dass man als Leser kaum glauben kann, dass nur Unhyong dies bemerkt. “Mir war klar geworden, dass sich die Wahrheit immer in einem von mir selbst gesteckten Rahmen bewegte. Was mir tatsächlich passierte und welche Gefühle ich dabei hatte, spielte überhaupt keine Rolle. Ich musste nur auf die von außen geforderte Weise reagieren und mit den eigenen Gefühlen klarkommen, sei es durch Geduld, Verdrängen oder Vergeben. Letzten Endes war ich so oder so gezwungen, das Vorgefallene selbst zu verarbeiten, unabhängig davon, ob ich im Namen der Wahrheit handelte oder nicht.” (Zitat) Interessanterweise wird den meisten Charakteren ein Name verwehrt, sie werden auf einen Anfangsbuchstaben reduziert: Da ist zum Beispiel H., die Schriftstellerin, die Unhyong nach dem Grund seiner Arbeit fragt und ihn dadurch zum Führen des Tagebuchs veranlasst – obwohl er die Frage zunächst als kindisch abtut. Die wichtigste Frauengestalt des Buches ist in meinen Augen die stark übergewichtige L., deren weiche Hände Unhyong so verzaubern, dass er zahllose Abdrücke von ihnen nimmt. Mit ihr beginnt er eine zunehmend obsessive Liebesbeziehung, und sie verkörpert am deutlichsten die Gratwanderung zwischen Maske und wahrem Ich, denn ihr Äußeres und ihr Inneres passen nie zusammen. Das Triumvirat der weiblichen Charaktere wird von E. vervollständigt. Diese erscheint zunächst wie die in jeder Hinsicht perfekte Frau, hat sich diese Perfektion jedoch bis zur Selbstaufgabe antrainiert. Bei Unhyong und einem seiner Bekannten löst sie Gefühle von Verschmutzung und Übelkeit hervor, ohne dass sie dies begründen könnten. Die Frage, ob ich dieses Buch mochte, lässt sich nicht leicht beantworten. Es ist unbequem, sperrig, gelegentlich abstoßend, oft verstörend. Seine Figuren sind nicht liebenswert, die Geschichte macht keinen Spaß und ist auch nicht auf herkömmliche Art spannend. Dennoch bietet es eine hochinteressante Studie seiner wichtigsten Charaktere und ihrer Abgründe – ein Spiel mit Identität und Erwartung, das in meinen Augen nie trivial oder langweilig wird. Bisher habe ich zwei Bücher der Autorin gelesen, “Menschenwerk” und “Deine kalten Hände”. Beide sind nicht die Art von Lektüre die man zur Unterhaltung liest, dann zuschlägt und vergisst. Tatsächlich glaube ich, dass die Bücher von Han Kang dieser viel zitierten Anforderung Franz Kafkas an die Literatur Genüge tun: “Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.” Was bleibt also am Ende – und muss so ein Buch überhaupt eine Botschaft haben? Han Kang reißt den Charakteren nur für wenige kurze Augenblicke die Masken herunter, ihre Einsamkeit und emotionale Verkümmerung hat eine Aura der Unvermeidlichkeit an sich. Und vielleicht muss man mehr darüber gar nicht sagen. Nur den großartigen Schreibstil, der auch bei poetischen, zarten Bildern keine Gleichgültigkeit zulässt, möchte ich noch erwähnen. FAZIT Der Bildhauer Jang Unhyong ist bekannt für seine Gipsabdrücke von Körpern und Gesichtern. Die Leere dieser Hüllen spiegelt wider, wie verloren er sich fühlt in einer Welt der Masken, und wie überzeugt er von seiner eigenen inneren Leere ist. Als er verschwindet, nimmt sich die Schriftstellerin H. im Auftrag seiner Schwester seine Tagebuchaufzeichnungen vor und erfährt von seinen Beziehungen zu zwei Frauen, die beide auf ihre eigene Art die Unvereinbarkeit zwischen dem innersten Sein und dem äußeren Schein verkörpern. So wunderbar die Sprache daherkommt, so schwer verdaulich ist oft der Inhalt. Die Charaktere und ihre Geschichte verstören, ekeln manchmal sogar an, machen es dem Leser alles andere als leicht – und dennoch würde ich das Buch jetzt schon als Jahreshighlight bezeichnen. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/2019/03/04/han-kang-deine-kalten-hande/

3

Distanziert und aufwühlend

Triggerwarnung: Essstörung Inhalt: Es geht um einen Künstler, der Gipsabdrücke von Frauenkörpern nimmt. Man könnte ihn als „ intensiven psychologischen Roman über Einsamkeit, Körperlichkeit und die Suche nach Wahrheit hinter sozialen Masken“ bezeichnen. Ich weiß nicht genau, wie ich das Ganze bewerten soll. Ich bin total gut in das Buch reingekommen und es hat sich sehr schnell lesen lassen. Mit der Zeit hat es mir weniger gut gefallen. Ich finde die Handlung hat sich in der Mitte irgendwie verloren und am Ende wusste ich nicht mehr was ich davon halten sollte. Ich mochte L, und wie sie immer mehr in die Essstörung geriet. Das war sehr aufwühlend und total gut dargestellt, auch wenn ich durch den Umgang im Buch verwirrt war. Als E hinzukam, hat mich das Buch nach und nach verloren. Ich fand die Handlung nicht überzeugend und hab den Künstler teilweise als pervers und unsympathisch wahrgenommen. Auch E fand ich seltsam. Trotzdem konnte man das Große Ganze dahinter ersehnen

4.5

Wow

Das Buch hat wieder einmal den typischen Han Kang Stil, wichtige Themen werden verstörend dargestellt und der Leser wird pausenlos gefesselt.

Wow
3

Ich bin nicht gemacht für Bellatristik. Zu oft stell ich mir vor, wie Autoren sich ganz fruchtbar toll finden wenn sie schreiben und denken „Hach, guck wie wortgewandt ich bin“. Ich hatte sorge, dass es mir bei diesem Buch auch so gehen wird, aber das war zum Glück nicht der Fall. Eine interessante Geschichte, spannend wäre aber schon zu weit. Habe Abschnitte verschlungen und musste mich dann wieder zum weiterlesen zwingen.

4.5

Ich mag ganz ehrlich diese Art von Literatur sehr… kaum einer vermag es, den inneren Dialog den man manchmal mit sich selbst ausführt, so gut darzustellen… Und ja! Hier ist er brutal, direkt, schonungslos,ehrlich und zeigt manchmal die intrusiven Gedanken der Menschen. Dies verbunden mit Kunst und menschlicher verkorkster Interaktion, macht dieses Buch wieder zu einem kleinen Goldstück in meinem Regal… Aber definitiv (naja wie fast alle Bücher von Ihr) nur ein empfehlenswertes Buch wenn man den Geschmack des Gegenübers etwas einschätzen kann.

4

Sehr schwere Kost

In dem Buch geht es um einen Mann , der Künstler ist und eine ungesunde Obsession zu Gipsabdrücken von Menschen hegt . Auf der Suche nach menschlichen Modellen lernt er mehrere Frauen kennen, doch diese Bekanntschaften enden nicht gut. Es werden viele schwierige Themen angesprochen, wie Obsession, Essstörungen, Übergewicht etc. Ich mag den Schreibstil der Schriftstellerin sehr, die Art und Weise wie sie Dinge so detailliert beschreibt und welche Worte sie dafür auswählt fasziniert mich sehr. Ich weiß gar nicht weshalb ich das Buch solange nicht angefasst habe. Allgemein hat es mich sehr gefesselt, dass Ende fand ich jedoch ein wenig verwirrend. Das Buch hat eine sehr melancholische Stimmung, eigentlich perfekt für den Herbst geeignet. Ich kann’s aufjedenfall weiter empfehlen und werde mir die anderen Bücher der Autorin mit Sicherheit noch vornehmen.

3.5

Ein kluges, radikales, teilweise verstörendes Buch über die Diskrepanz zwischen Innen und Außen, falsche Hüllen und die Sehnsucht nach Echtheit und Nähe.

„Mein tiefstes, geheimes Inneres zitterte einsam vor Angst […]“ „Wenn ich mutig zu handeln schien, hieß das noch lange nicht, dass ich mutig war, sondern vielmehr, dass ich panische Angst davor hatte, als Feigling zu gelten“ „Ich lebte ja so, als gäbe es mich selbst gar nicht, sondern nur das Bild, das die anderen von mir hatten.“ Das übergeordnete Thema des Romans - die Suche nach Nähe und Wahrhaftigkeit in einer Welt voller Masken - hatte mich sehr interessiert. Han Kang wählt mit der Erzählung über einen Künstler, der Gipsabdrücke von Körpern und Körperteilen nimmt, ein sehr starkes und stimmiges Bild dazu. Der Gipsabdruck der äußeren Hülle, die Maske, die hohl ist. So wie unsere gesellschaftlichen Masken nicht unser wirkliches Inneres enthalten. Aber ich hab mir von dem Roman doch noch etwas mehr oder etwas anderes erhofft. Die Gipsskulpturen als starke Metapher sind gut, aber es bleibt wie eine skizzenhafte Idee, die am Ende nicht ganz rund ausformuliert und gut zu Ende erzählt wird. Gut fand ich die Perspektive auf nicht normschöne Körper, und was an diesen auch anziehend oder schön sein kann. Solche Betrachtungsweisen wünsche ich mir mehr in der Literatur. Der Roman enthält krasse, manchmal vielleicht verstörende Szenen und Gedanken, die hängen bleiben und zum Weiterdenken anregen. Und es bleibt ein düster bedrückender Beigeschmack, wie öfters bei Han Kang. Viel tiefer als zur Haupterkenntnis, dass Masken halt hohl und nicht das wahre Innere sind, dringt die Geschichte aber nicht vor. Sicherlich könnte das Ende dann noch so gedeutet werden, als habe das warme, weiche, lebendige Innere keinerlei Platz in der (südkoreanischen) Gesellschaft, aber viel weiter geht die Erkundung nicht. Es bleibt ein - wenn auch nicht ganz schlechter - Entwurf. Trotzdem halte ich es für lesenswert, der klare Schreibstil macht es gut zugänglich und leicht zu lesen.

4

WEIRD

Das ist tatsächlich das Wort, welches mir als erstes zu diesem Hörbuch einfällt. Einerseits ist es so fesselnd, dass ich nimma weghören kann, andererseits wird mir beim Hören fast schlecht. Es ist als hätte ein*e Thriller- Autor*in ein Buch über die beste Strategie zum zufrieden Leben geschrieben. Strange, hinterlässt ( zumindest bei mir), ein mulmiges Ekelgefühl. Es brachte mich definitiv zum nach, es wäre als Lektüre für einen Buchklub sehr geeignet, denn es polarisiert. Perfekt für Diskussionen! Wer immer sich davon angesprochen fühlt, sollte es lesen/hören.

WEIRD
5

Mein erstes Buch von Han Kang, von der viele wohl eher ,die Vegetarierin‘ kennen bzw. gelesen haben. Nach der letzten Seite habe ich bestimmt eine viertel Stunde dagesessen und ins Leere gestarrt, so schwer hat der Inhalt nachgeklungen und mich ein bisschen ratlos zurückgelassen. Ein unglaublich intensives Buch, dass sich sowohl um Einsamkeit aber auch um körperliche und seelische Makel dreht. Welche Strategien entwickeln Menschen, um vermeintliche Fehler und Unvollkommenheiten zu kaschieren oder zu verdecken? Hier finden sich einige Methoden davon. Mit einer unheimlichen und beklemmenden Atmosphäre versehen, schafft es die Autorin wie keine zweite, dass einem dieses Buch direkt in die Eingeweide fährt. Tiefe Traumata der Protagonisten sind eng verwoben mit deren völlig zerrütteten Körpergefühlen und durchdrungen von nicht vorhandenem Selbstwert. Wer ein außergewöhnliches und stimmungsgeladenes Buch sucht, dass sich so intensiv mit inneren, destruktiven Prozessen eines Menschen befasst, wird hier fündig.

4

Ich habe mich am Anfang hier wieder schwer getan, in die Geschichte zu finden, nicht zuletzt durch die Story in der Story. Als diese aber angelaufen war, fand ich sie sehr anrührend und poetisch.

5

Ich kann gar nicht genau beschreiben, was mich an diesem Buch so gefesselt hat. Es gab keinen Spannungsbogen, aber irgendwie... Es war wirklich bizarr und abstoßend, aber so schön. Ein richtiges Kunstwerk!

4.5

Das Buch zieht einen direkt in seinen Bann und überzeugt mit seiner argwöhnischen Eigenlogik. Das Darstellen des menschlichen Elends durch die Kunst steht wie bei DIE VEGETARIERIN im Mittelpunkt der Beschreibung.

4

❲ Zuneigung hat etwas Einsames. Sie kann für einen Moment sehr heftig sein, ist aber nicht beständig. Man kann nicht auf sie zählen, weil sie sich verändert, verblasst oder für immer verschwindet. ❳

5

Einfach enthüllend!

Ich habe die Geschichte verschlungen.

5

Mitreißend und vielleicht sogar etwas verstörend zugleich

Ich muss sagen, Han Kang hat den Literaturnobelpreis wirklich verdient. Drei ihrer Werke habe ich bis jetzt gelesen und für mich sind alle eine fünf von fünf. Han Kang zeigt sehr schön wie der gesellschaftliche Druck zum Thema Schönheit und auch Verhalten innerhalb der Norm einen Menschen zerbrechen kann. In diesem Buch treffen zwei Menschen aufeinander, die jeweils auf ihrer eigene Art und Weise ein Problem behaftetes Leben führen, was sie zu bezwingen erachten. Meiner Meinung nach würde ich es schon in Richtung Gesellschafts Drama einordnen. Ich kann auf jeden Fall nur jeden Han Kang mit besten Gewissen empfehlen.

3.5

Nicht für jeden was

Ich habe dieses Buch ungefähr zur Hälfte gelesen und kam leider gar nicht in die Story, daher habe ich es abgebrochen. Das Buch ist sehr gut geschrieben, die Story war einfach nichts für mich.🌚 Das Buch bekommt von mir trotzdem 3,5 Sterne, da Han Kang einen sehr angenehmen Stil beim Schreiben hat ☺️

Nicht für jeden was
4

Das zweite Buch wo ich von Han Kang lese und fande das deutlich besser als die Vegetarierin Ich fand es so gut und denke immer noch ab und zu daran obwohl ich das vor ein paar Monaten gelesen habe.

4

Fesselndes Buch! Bis zu Ende spannend, verwirrend und stellenweise etwas verstörend. Han Kang schreibt fantastisch, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

3.5

Am Anfang hat es mich gewundert weshalb erst die Schriftstellerin erzählt und dann plötzlich das Manuskript kommt aber es macht am Ende Sinn. Ich fand es ganz gut das alle Charaktere irgendwie ihre Probleme haben und wie sie versuchen damit umzugehen.

3

Leider konnte mich "Deine kalten Hände" nicht so sehr begeistern wie "Menschenwerk". Han Kangs Schreibstil gefällt mir sehr gut - etwas roh formuliert sie auf den Punkt (wobei gerade bezüglich der Körperbilder/-darstellungen mir die Formulierungen teils zu krass waren). Auch die gesellschaftskritischen Aspekte und Metaphern haben mir gut gefallen. Jedoch flacht die Handlung für mich ab, nachdem L.s Geschichte erzählt ist. Mein größter Kritikpunkt sind die Charaktere, zu denen ich wenig Zugang bekommen habe und die mir alle zu schroff, emotionslos, unnahbar und irgendwie unmenschlich erschienen, weshalb ihre Schicksale mich auch nicht wirklich berühren konnten.

5

"Deine kalten Hände" handelt von dem seltsamen Leben eines erstaunlichen Künstlers, beeinflusst von besonderen Frauen, die durch das Schönheitsideal und falsche Werte verzerrt wurden. Geschickt bindet Han Kang den Leser an die schwierige Thematik und schafft eine Welt, die aufregend schön und entsetzlich kalt zugleich ist. Ein Buch für alle Gesellschaftskritiker und Kunstliebende unter uns, die sich mal in einer bizarren Geschichte verlieren möchten!

2

Leider nicht meins :(

4

her writing draws you in and spits you out. love the calm disturbence, not so much love sex as catharsis. you tell me they found peace bc he got her wet??

2.5

Skurril, interessant und befremdlich

3.5

Neugierig machende Befremdlichkeit

Das ist mein zweites Buch von Han Kang. Schreibstil ist auch hier eine 10/10 mit der Geschichte habe ich mir hier stellenweise schwer getan...bis zum Ende bleibt der Hauptcharakter mir fremd. Vielleicht ist das auch das Ziel, denn in der gesamten Geschichte ist dies eins der bestimmenden Themen "Wer bin ich? Was macht uns aus? Was steckt hinter der Maske?". Es werden sehr bedrückende Themen behandelt, Einsamkeit, Depression, Essstörungen. Was mich zum Teil sehr beklemmt zurückgelassen hat, war die körperliche Komponente. Sei es Sex, die Betrachtung von Körpern...wie der Hauptcharakter damit umgeht ist sehr sehr befremdlich. Auch wenn es schwer fällt die Story ganz zu durchdringen, bleibt bis zum Ende die Neugier: wie geht es weiter, was passiert als nächstes? Deshalb würde ich das Buch schon empfehlen, es ist mal was anderes und gleichzeitig definitiv kein Buch für jede:n.

5

Gewaltig und einzigartig, gleichzeitig abscheulich und wunderschön.

Ich weiß nicht mehr was ich erwartet hatte als ich es angefangen habe, aber es war als wären alle meine Erwartungen genommen worden und in der Luft zerrissen. Es ist so tiefgründig, abscheulich und faszinierend zugleich, wunderschön geschrieben. Die Geschichte ist so gewaltig, so einzigartig. Ich bin wie erschlagen! Absolut zu empfehlen! Kleine Warnung: Wer mit dem Thema Essstörungen nicht zurecht kommt, dem würde ich das Buch nicht empfehlen.

2

Hart widerlich (looking at you last 15 pages)

4

Skurril und zugleich fesselnd 🫣

Für mich hat die Autorin stets eine künstlerische Atmosphäre geschaffen. Die Protagonisten reflektieren das Verhalten der Gesellschaft Ihnen gegenüber in ihren Handlungen wieder. Sehr bewegend und traurig.

3.5

Die Handlung befasst sich mit sehr schweren Themen wie Einsamkeit, Andersartigkeit, Tod, Essstörung usw. und spricht die Themen auf sehr interessante Art und Weise an. Die Art wie der Protagonist Dinge auffasst und mit ihnen umgeht ist faszinierend.

4

Meiner Meinung nach besser als "Die Vegetarierin", aber nicht so gut wie "Menschenwerk" 🙏🏻

Han Kang ist eine Autorin, mit der ich immer wieder in eine Achterbahn gerate. "Die Vegetarierin" war mMn den Hype nicht wert, "Menschenwerk" hat mich komplett umgehauen, und "Deine kalten Hände" liegt für mich nun gut in der Mitte. Der erste Teil des Buches hat mich richtig gepackt, der zweite dagegen leider weniger. Wie immer ist Han Kangs Schreibstil sehr direkt und gut verständlich, vielleicht auch etwas nüchtern, dafür mit eindrucksvollem Subtext. Ich werde wohl weiterhin Han Kang Bücher lesen und mich wieder überraschen lassen, wie mir ihr Buch das nächste Mal gefällt. 🤗

Meiner Meinung nach besser als "Die Vegetarierin", aber nicht so gut wie "Menschenwerk" 🙏🏻
4

„Deine kalten Hände“ ist vielschichtig und voller symbolischer Ebenen, sodass man sich nach dem Lesen tatsächlich eher fühlend als verstehend zurückgelassen fühlt. Es geht stark um Traumata, um das Schweigen über Schmerz, um körperliche und seelische Fragmentierung – vor allem aber darum, wie Erfahrungen und Verletzungen aus der Kindheit bis ins Erwachsenenleben nachwirken. Die Figuren wirken oft wie Hüllen, durchzogen von etwas Unsichtbarem, das sie innerlich formt – oder verformt. Dieses Buch hat mich emotional zwar nicht mitgenommen, wie zb 'Die Vegetarierin ', aber es hat dennoch Anklang bei mir gefunden.

3

Schon mal 3 Parallelen zur „Vegetarierin“: Essen, Kunst und ein Ende das sich anfühlt als hätte die Autorin mitten in der Geschichte den Stecker gezogen. In Anbetracht der Tatsache, dass der Schönheitswahn in Südkorea extrem ausgeprägt ist ( es ist üblich mit 18 von Mama ne kleine Schönheits OP geschenkt zu bekommen), hat das verhandelte Thema eine hohe Dringlichkeit. Bis zur Hälfte hat mir das Buch gut gefallen. Mir ging es irgendwann nicht mehr weiter. Die Geschichte bewegte sich im Kreis. Zu breit gezogen und durch E. keine neue Ebene, sondern nur eine andere Form der Maske, die mich überhaupt nicht mehr interessiert hat. Am eindrücklichsten waren die Geschehnisse aus der Kindheit des späteren Gips-Künstlers beschrieben. Diese hatten Tiefe und es wurden viele Gesellschaftliche Mechanismen durch Mimik, Handlungen-Konsequenzen und Beobachtungen gezeigt, die unter der eigentlichen Handlungsebene lagen. So gut die Umstände der essgestörten L.beschrieben werden, bleiben diese deutlich mehr an der Oberfläche. Ein gutes Buch, das aber längst nicht so ausgereift ist wie „die Vegetarierin“ und mich in der Zweiten Hälfte etwas verloren hat.

4

***TRIGGERWARNUNG Der Roman explizite Darstellungen von Esssucht und Bulimie!*** In Hang Kangs Roman begegnen wir Menschen, die sich alle nach einer Sache sehnen: Zuneigun, menschlicher Nähe. Sie alle lernten bereits in ihrer Kindheit, eine Rolle zu spielen. Angefangen beim Künstler Jang Unhyong, dessen Manuskript wir durch die Augen einer Schrifstellerin lesen. Seine Schwester rief sie an, bat sie, das Manuskript zu lesen. Sie verstehe ihren Bruder nicht, wollte herausfinden, ob das Manuskript Hinweise zu seinem Verbleiben enthält. Unhyong wächst in einer kalten, von falscher Wahrheit geprägten Familie auf. Schnell wird klar, dass er gezwungen war, früh erwachsen zu werden. Dinge wie maskenhaftes Lächeln der Mutter, falsche gegenseitige Liebesgeständnisse der Eltern und die für den Künstler blutige, verstörende Geburt der jüngeren Schwester verdrehen seinen Verstand, seine Sicht auf die Welt. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick aussieht. Jeder trägt eine Maske. So lernen wir in seiner Künstlerlaufbahn Frauen kennen, die durch männliche Gewalt in eine verzerrte Form ihrer selbst gedrängt wurden. Es gibt keinen Zwischenzustand. Eine Extreme führt zur nächsten. Da wäre das übertrieben fette Mädchen, welches ein Jahr später durch ihre Bulimie gezeichnet ist. Oder die Innenarchitektin, welche als Kind wegen ihres sechsten Fingers kein normales Leben führen konnte. Unhyong faszinieren diese Frauen. Sie verbergen etwas, geben sich perfekt, sind es tief in ihrem Inneren aber nicht. Fast schon besessen von ihnen und ihrem Geheimnis, besessen davon, hinter die Maske zu blicken, lässt er sich auf beide ein. Hier wird provokativ und schonungslos ehrlich von den Schattenseiten des vermeintlich perfekten Lebens geschrieben. Wie die kaputte Kindheit einen kaputten Menschen hervorbringt und zwischenmenschliche Beziehungen verkompliziert, fast schon unmöglich macht. Egal, wie robust die eigens konstruierte Maske ist, irgendwann zerbricht sie und zeigt die verletzte Seele darunter. Unhyong begleitet diese Frauen, versucht eine Beziehung einzugehen. Dabei kann er seine eigene Vergangenheit nicht vergessen und scheitert letztendlich immer wieder. Seine Kunst wird zum Ausdruck seines sehnlichen Wunschs nach Nähe und Liebe. Die Sprache ist gewaltig, atmosphärisch, direkt. Dennoch gefiel mir die Beschreibung des fetten Monsters mit den wogenden, schwabbeligen Fettwülsten überhaupt nicht. Auch wenn der Künstler sich in diesen unperfekten Körper mit den grazilen Händen verliebt, die Beschreibungen gehen unter die Gürtellinie. Ob hier nun Kritik am Frauenbild in Korea, dem Schönheitsideal oder der Gewalt durch Männer besteht, die Szenen der essgestörten L. sind für einen vorgeschädigten Leser nicht geeignet. Ich hätte mir für dieses Buch eine Triggerwarnung gewünscht.

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