Die Vegetarierin
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Description
Der Roman, der Han Kang international bekannt machte
„Ich hatte einen Traum“, sagt Yeong-Hye, als sie nachts im Dunkeln die Gefrierbeutel aus dem Kühlschrank in der Küche räumt: Fonduefleisch, Schweinebauch, Rinderfilets. Sie isst kein Fleisch mehr und lehnt sich damit gegen ihren Mann auf – die erste Stufe einer Subversion in drei Akten: Ihr Weg mit dem Gesetz des Fleisches und des Vaters zu brechen, indem sie beschließt, eine Pflanze zu sein und fortan nur noch von Sonne und Wasser zu leben – sehr zum Entsetzen ihrer Familie. Die Vegetarierin gilt als Meisterwerk der zeitgenössischen südkoreanischen Literatur und ist das Buch, das die Autorin Han Kang schlagartig international bekannt machte.
Book Information
Author Description
Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren. 1993 debütierte sie als Lyrikerin, 1994 veröffentlichte sie ihren ersten Roman. Für ihren Roman Die Vegetarierin wurde sie 2016 mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. Ihr Werk, darunter Menschenwerk und zuletzt Unmöglicher Abschied erscheint in über 40 Sprachen und wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. 2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur für ihre „intensive poetische Prosa, die sich mit historischen Traumata auseinandersetzt und die Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens aufzeigt".
Posts
Ein Roman wie ein Fiebertraum.
„Die Vegetarierin“ von Han Kang ist ein verstörend stiller Roman über den Körper als Schlachtfeld – zwischen Gehorsam und Auflehnung, Sichtbarkeit und Auslöschung, Mensch und Natur. Erzählt wird nicht aus der Sicht der Protagonistin, sondern durch drei andere Stimmen – zwei davon männlich. Erst als diese verstummen, tritt die Schwester in den Vordergrund. Yeong-hye selbst bleibt sprachlos, entzieht sich vollständig, zumindest als Erzählerin ihrer Geschichte. Der Schreibstil ist nüchtern, beinahe kühl. Keine großen Emotionen, keine Erklärungen. Man beobachtet mit Abstand, spürt dennoch viel. Auch eine Deutung wird nicht angeboten und muss selbst zwischen den Zeilen gefunden werden. Darin gibt es zB nicht nur eine Andeutung, warum Yeong-hye beginnt sich zu verändern. Das Verhalten ihres Umfeldes zeigt darauf hin deutlich auf, woher die Wunden der Protagonistin stammen. Insgesamt lässt die Sprache viel Raum für Unbehagen und Interpretationen, für das, was nicht gesagt wird. Ich glaube dieser Roman will nicht einfach verstanden, sondern durchlebt werden. Zudem gibt es keinen klaren Anfang, kein klassisches Ende. Die Erzählung verweigert sich einer Auflösung, zersplittert in Perspektiven und Eindrücken. Zurück bleibt nur Gefühl und die Frage: Was hab‘ ich da eigentlich gerade gelesen?
Alles beginnt mit einem Traum.
Ich würde behaupten, jeder kennt es: Man erwacht aus einem Traum und spürt es. Etwas ist anders – man kann diesen Traum, dieses Gefühl nicht ignorieren. Man deutet und schließt, und es lässt einen nicht los. Als leibliche Anrufung wirft der Traum uns ein teilweise undeutbares Seil unserer tiefen Vorstellungen, Wünsche oder Erinnerungen zu. So beginnt auch die Geschichte von Yong-Hye, woraufhin sie Vegetarierin wird. In drei Akten nähert man sich ihrer Geschichte an – aus der Perspektive ihres Mannes, ihres Schwagers und ihrer Schwester. Die radikal geschriebenen Charaktere decken eine Gesellschaftskritik auf, die Normierung und Entfremdung als Status quo entwirft und einfriert. Das Auseinanderdriften von gespürtem Leib – dem Leid, der Kreativität – und dem normierten, disziplinierten Körper, der immer wieder Aushandlung sozialer Interaktionen wird: mal direkt in Ansprachen, aber oft auch latent im Handeln verwoben. Insgesamt wird hier zwischen Vorstellung, Fantasie, Wahn und Anpassung mit gesicherten Routinen und Abläufen eine Positionierung von den Charakteren abverlangt. Selten hat ein Roman mich so hin- und hergerissen. Ob es wirklich nötig war, eine so radikale Perspektive einzunehmen? Einerseits werden latente Muster offensichtlich entlarvt und die Leserschaft emotional gepackt. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass Dialoge sich so auch verhärten können und die Zielgruppe sehr eng bleibt – und letztlich die Personen erreicht, die die Welt ohnehin bereits dahingehend befragen.
Als Ersatz für tierisches Fleisch hätte Yong-Hye die Männer ihrer Familie essen sollen.
Die Vegetarierin ist ein Roman bestehend aus drei zusammenhängend Novellen. Lesenswert, aber gewöhnungsbedürftig. Sicherlich nicht für jedermann, aber mir hat‘s gut gefallen! Hat mich ein bisschen zum Nachdenken angeregt wie anstoßend Vegetarismus und das tragen keines BH dargestellt wird und wie ähnlich meine Erfahrungen damit sind.
Dieses Buch lässt mich ratlos zurück
Ich kann gut verstehen, dass das Buch polarisiert. Die einen finden es großartig, die anderen können nicht viel damit anfangen. Ja, die Sprache der Autorin ist klar und ohne irgendwelche Schnörkel. Aber letztlich erfährt man nie den wirklichen Grund, warum die Hauptprotagonistin erst aufhört, Fleisch und tierische Produkte zu essen und später gar nichts mehr zu sich nehmen will. Eine exzessive Phantasie des Schwagers bildet den Mittelteil des Buches. Hier wäre eine Triggerwarnung durchaus angebracht.🫣 Eine Verwandlung der Hauptprotagonistin findet leider nicht statt, auch wenn sie sich einbildet, sich wie ein Baum von Licht und Wasser ernähren zu können und dabei fast zugrunde geht. In diesem Punkt bleibt die Geschichte (leider) offen. Für mich zwar interessant zu lesen, aber unbefriedigend, kein sichtbares Ende - alle Figuren werden einfach hängengelassen, von keiner weiß man, wie es mit ihr weitergeht. Kleiner Fun fact am Rande: ich habe mir das Cover genauer angesehen, es sind Finger, eine Zunge und Fleisch darauf versteckt. Habt Ihr es gefunden?🤔
Ich war sehr gespannt auf das Buch und das erste von drei Kapiteln hat mich absolut begeistert, auch wenn der Inhalt teils verstörend war. Aber auf die letzten beiden Kapitel konnte ich mir keinen rechten Reim machen und so blieb ich etwas ratlos zurück. Dennoch ein sehr interessantes Leseerlebnis.
Vorab: dieses Buch ist fantastisch! Können aber wir bitte erstmal über dieses geniale Cover sprechen, welches unter Verwendung eines Fotos von Tom Darracott gestaltet wurde. Erst auf den zweiten Blick habe ich die Zunge entdeckt und auf den dritten Blick das Stück Fleisch. Besser hätte man die Wahl für dieses Buch nicht treffen können 👌 Yong-Hye hat einen Traum, danach ist nichts mehr wie es einmal war. Sie kann einfach kein Fleisch mehr essen, ernährt sich ausschließlich vegan. "Es war in dieser Nacht. Da habe ich das erste Mal die Blutlache auf dem Boden der Scheue gesehen und mein Spiegelbild darin." Diese Veränderung missfällt ihrem, mit Minderwertigkeitskomplexen behaftetem, Mann sehr. Was er an Defiziten mitbringt, will er durch patriarchalisches Gebaren ausgleichen. Er will vorschreiben, was sie zu essen hat, wie sie sich schminken soll und das sie gefälligst eine BH tragen muss. Die Story an sich ist den meisten hier wahrscheinlich bekannt. Gegliedert in 3 Teile die eigentlich als drei Novellen geplant waren und einer angedachten vierten aus Sicht des Neffen. So sind es die Blickwinkel von Ehemmann, Schwager und Schwester, mit Traumsequenzen von Hong-Hye. Und diese sind es, die mich besonders begeistern. Unglaublich poetisch und ergreifend! Dieser Schmerz, den es für sie bedeutet, wenn sie an Fleisch denkt und was es mit ihr macht, wenn sie es essen würde. "All die Seelen sind dort eingeklemmt, da bin ich sicher. Blut und Fleisch werden verdaut, die Nährstoffe überall im Körper verteilt. Der Rest wird ausgeschieden. Aber die Seelen klammern sich hartnäckig in meinem Magen fest." Es sind furchtbare Dinge, die Yong-Hye angetan wurden. Schon von Kindheit an sind die nahestehenden Männer übergriffig in körperlicher Gewalt und später auch im sexueller. Sie sprechen von ihr, "als handle es sich um einen kaputten Wecker...". Dieses Buch entwickelt einen unglaublichen Sog und eine Wucht, wie ich es selten gelesen habe. Große Leseempfehlung!
Re-Read
Da diesen Monat der Women in Translation Month ist, hatte ich Lust, Die Vegetarierin noch einmal zur Hand zu nehmen. Han Kangs wohl berühmtestes Werk - die Autorin erhielt 2016 den Man Booker International Prize - schlägt in eine ähnliche Kerbe wie einige andere koreanische Autorinnen: provokativ, surreal, mit einer ungewöhnlichen Protagonistin. Mit klaren, prägnanten Worten erzählt Han Kang von Missbrauch, familiären Strukturen, der Rolle der Frau in der asiatischen Kultur und dem Wunsch, der Realität zu entfliehen. Wir erleben Yong-Hye fast ausschließlich durch die Augen anderer. Da ist der Ehemann, der sie nur geheiratet hat, weil sie „durchschnittlich“ ist und ihn weder mit Schönheit noch mit Ambitionen einschüchtert. Da ist der Vater, der sie mit Gewalt dazu zwingen will, Fleisch zu essen, nachdem sie es verweigert. Und da ist ihre Schwester, die verzweifelt versucht, sie zu verstehen. Alles beginnt damit, dass Yong-Hye nach einem verstörenden Traum aufhört, Fleisch und tierische Produkte zu essen - doch diese Weigerung ist mehr als eine Essensentscheidung, sie ist Ausdruck einer tieferen inneren Abkehr. Die männlichen Perspektiven auf die Frauenfiguren sind von Misogynie und starren Rollenbildern geprägt. Im Kern geht es um eine Frau, die einen Weg sucht, allem zu entfliehen - eine, die in der Stille lange ertragen hat und sich durch einen Auslöser Stück für Stück von der Realität löst, um frei zu sein. Es ist ein gutes Buch, doch selbst nach dem zweiten Lesen habe ich das Gefühl, dass es nicht lange in meinem Gedächtnis bleiben wird. Da ich bereits einige Bücher asiatischer Autorinnen gelesen habe, muss ich sagen: Es gibt Werke, die mich nachhaltiger beschäftigen.
Es ist verstörend, gesellschaftskritisch, schockierend, hypnotisierend, tragisch...
Dieses Buch auf seinen 190 Seiten hat eine Wucht, eine Tragik, so eine Verrücktheit ich weiß es gar nicht in Worte zu fassen. Es steht so viel zwischen den Zeilen, das ich nicht annähernd alles verstanden habe und genau deswegen macht es zu etwas ganz Besonderem. In diesem Buch geht es meiner Meinung nach um Selbstfindung, Scheitern, Begierde, Macht und Obsession, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, um Schwesternschaft und auch Kontrollverlust. Es wird mich definitiv noch eine Weile beschäftigen und ich werde es wieder lesen.

5/5 Sterne Highlight Ich habe so viele Gedanken zu diesem Buch, dass ich das vermutlich nicht so richtig in Worte fassen kann. 🫠 Ich war mal gar nicht vorbereitet auf das, was ich hier gelesen habe. Es war eine intensive Geschichte, in der ich viel Wut und Schmerz gefühlt habe. Und der verzweifelte Wunsch nach...ja was eigentlich? Nach so vielem... Yong-Hye beschließt Vegetarierin zu werden. Dieser Fakt ist aber eigentlich nur das kleinste Rädchen in dieser Story und spielt an und für sich überhaupt keine wirkliche Rolle. Was haben mich ein paar Personen wütend gemacht. Der Ehemann beschreibt in einem Satz, er empfinde nur noch Abscheu, wenn er seine Frau ansieht. Die gleiche Abscheu wurde bei mir mit jeder Seite größer. Aber nicht ihr gegenüber, das kann ich euch sagen. 😬 Der erste und dritte Abschnitt waren für mich am schwersten zu lesen und der zweite war am verwirrendsten, auch was meine Emotionen gegenüber der Situation anging. Yong-Hye ist in dieser Geschichte die Hauptfigur, die ganz plötzlich zu einem Problem wird, die krank wird, jemand mit der etwas nicht stimmt. Aber eigentlich ist sie es nicht...nicht sie ist es, mit der etwas nicht stimmt und sie ist traurigerweise nicht mal die Hauptfigur in ihrer eigenen Geschichte. Ein völlig bedrückendes Highlight für mich.
Leise und doch laut, verstörend und fesselnd
Es fällt mir sehr schwer, für dieses Buch eine Rezension zu verfassen. Trotz der überschaubaren Seitenanzahl war es eine spezielle und intensive Lektüre, die einen auch nach Ende der Geschichte nicht so richtig loslassen mag. Die Autorin stammt aus Südkorea (ebenfalls Handlungsort der Geschichte) und hat erst in diesem Jahr den Nobelpreis für Literatur erhalten. Ich verstehe, warum. In „Die Vegetarierin“ geht es um eine Frau, die von heute auf morgen beschließt, kein Fleisch mehr zu essen, und was dies für Auswirkungen auf sie und auf ihr Umfeld hat. Man merkt, dass in der asiatischen Kultur der gesellschaftliche Status und das Ansehen sehr wichtige Aspekte sind, denn der plötzliche Wandel der Frau hat negative Konsequenzen. Erzählt wird die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven - es wird allerdings nie aus Sicht der Vegetarierin erzählt, sondern es erzählen immer andere über sie. Es gibt zwei männliche Perspektiven (Mann und Schwager) und eine weibliche (die Schwester). Im Laufe der Geschichte wird es immer wilder und grotesker und insbesondere die letzte Perspektive der Schwester war sehr verwirrend. Ich verstehe aber, dass dies ein Stilmittel ist, um Themen wie Verfall, Selbstverzehr, Verzweiflung und den geistigen Zustand der Vegetarierin zu unterstreichen. Das Buch beleuchtet darüber hinaus Themen wie Gewalt, Unterdrückung, Begierde, Scham, Schuld, Selbstaufgabe und bricht gesellschaftliche Normvorstellungen sowie patriarchale Strukturen auf. Ich fand es sehr lesenswert, auch wenn es an einigen Stellen kafkaesk anmutete und mich an „Die Verwandlung“ erinnerte. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und liefert gleichzeitig eindrückliche und schonungslose Bilder, die nachhallen.
Dieses Zitat blieb mir besonders in Erinnerung: „ Noch einmal betrachtete sie die Dinge, die um sie herum standen. Sie gehörten ihr nicht. Ebenso wenig wie das Leben, das sie führte. „ So fühlt sich das ganze Buch für mich an. Als wäre Yong-Hye in einem Leben gefangen, dass sie freiwillig nie gewählt hätte. Und um sich dagegen aufzulehnen, wird sie von einen Tag auf den Nächsten, nach einem verstörenden Traum, zur Vegetarierin. Aber damit endet ihre Wandlung nicht und wird mit der Zeit immer seltsamer. Manchmal habe ich mir gedacht „WTF, habe ich denn da gerade gelesen“. Aber irgendwie hat mich die Sprache und die Bildhaftigkeit auch gefesselt. Es war kein leichtes Buch, aber eines über das ich noch lange nachdenken musste.
"Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie in jeder Hinsicht für völlig unscheinbar. Um ehrlich zu sein, fand ich sie bei unserer ersten Begegnung nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen." "So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten." "Woher kommt es? Alles erscheint mir so fremd. Ich fühle mich wie die andere Seite ein und derselben Sache. Hinter einer Tür ohne Klinke. Oder wird mir erst jetzt bewusst, dass ich dort schon immer war?" "Der lange Sonntag würde bald zu Ende sein und der Montag kommen. Dann würde meine Schwägerin übernehmen, und ich würde nicht länger den Anblick meiner Frau ertragen müssen." Zum Inhalt dieses Werkes muss ich wahrscheinlich nichts mehr sagen, gefühlt bin ich die Letzte, die es gelesen hat. Han Kang schreibt in einer unheimlich bildhaften Sprache, die mich begeistert hat. Dieses Buch löste bei mir eine Lawine an Emotionen aus... Mitgefühl, Entsetzen, Wut, Ekel, Schmerz und Fassungslosigkeit. Die kursiv geschriebenen Traum-Passagen sind extrem brutal und blutig, teilweise abstoßend und dabei trotzdem auch schön durch diese pointierte Sprache. Ein sehr tiefgründiges Buch, das zum Nachdenken anregt und bei mir noch eine ganze Weile nachhallen wird. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung würde ich trotzdem nicht aussprechen, denn das Buch beinhaltet sehr viele Themen und Passagen die triggern können.
Ein Buch über welches ich noch eine Weile nachdenken werde. Nur der Körper ist für alle interessant, der Mensch darin verschwindet deshalb nach und nach und will lieber Teil der Flora werden. Interessantes Spiel mit der Sprache. Die Namen werden je nach Erzählperspektive entweder sehr häufig genannt oder nur mit „die Frau“ oder „der alte Mann“ verallgemeinert.
Ich fand es schon interessant zu lesen, aber ich finde der Klappentext lässt einen etwas ganz anderes erwarten. Der zweite Buchteil ist sehr sexuell aufgeladen, was mich dann, weil nicht erwartet, überfordert hat, und der dritte Teil ist nur noch traurig. Im großen und ganzen hab ich das Buch glaube ich nicht verstanden.
Das war wild
Das verrückteste Buch, was ich bisher in diesem Jahr gelesen habe. Die Story ist so interessant, gut geschrieben und absurd gleichzeitig, dass ich zwischenzeitlich immer mal wieder Pausen in der Realität brauchte. WTF fällt mir hauptsächlich zum Buch ein. Einfach verrückt aber auf gut durchdachte Art. Man muss das Buch lesen, weil jede Erklärung und Rezension dieser Geschichte kaum gerecht wird. Es war ein Erlebnis. Zum Schluss fand ich die Story leider etwas zu überladen. Sonst wäre es eine 10 von 10 gewesen.

Verwirrend, komplex und doch tragisch
Ich weiss nicht ob ich klug genug bin um die Bedeutung zu verstehen. Einige Szenen sind so extrem beschrieben, dass es schwierig war weiter zu lesen. Auch die Träume und die Geschichten waren sehr radikal. Bis zum Schluss hatte ich lauter Fragezeichen im Kopf. Aber ich finde die Erzählerperspektiven so gut ausgewählt. Ich kann mich noch nicht entscheiden ob ich das buch gut fand oder langweilig… es verwirrt mich gerade noch zu sehr
Sternebewertung fiktiv
Ich denke seit gestern über dieses Buch intensiv nach. Es bleibt in Erinnerung keine Frage, aber fand ich es auch gut? Ich bewege mich zwischen angehender Leseflaute durch dieses Buch ausgelöst und dem Thema dieses Romans. Ist es wichtig? Ja! Es zeigt einen Ausschnitt der koreanischen Kultur und Gesellschaft. Es beschäftigt sich thematisch intensiv und bildlich detailliert damit. Dafür den Preis erhalten? Ich persönlich hätte mir einen anderen Gewinner gewünscht, wenn ich es nun vergleiche. Vielleicht bin ich falsch in die Hang Kang Bubble gestiegen. Erst im Dezember ihren aktuellen Roman „unmöglicher Abschied“ gefeiert, emotional und tiefgründig. Hat mich sehr berührt und dann dieses Werk anschließend. Das hat mich aus der Bahn geworfen, dahin mein Dezember Lesemodus. Brauche eine Pause ehe ich „Menschwerk“ lesen werde… Ich weiß ganz viele mochten dieses Werk sehr. Mich würde interessieren was genau? Ich würde mich freuen, wenn ihr mir das mitteilt. Was hat euch so sehr an diesem Buch begeistert?
Irgendwie kann man das gelesene kaum in Worte fassen. Eine Geschichte über eine Männer dominierende Welt, in der man funktionieren muss und die Konsequenzen, wenn nicht. Über Kindesmisshandlung und deren Folgen. Über Schizophrenie. Aber auch über die Liebe einer Schwester. Sehr guter Schreibstil. Ein Buch, was einen zum Nachdenken anregt.
Das Ende war sehr gewöhnungsbedürftig. Die ersten beiden Abschnitte waren jedoch großartig!
Han Kang kommt aus Südkorea und kritisiert in diesem Buch die gesellschaftlichen Verhältnisse hinsichtlich des Umgangs mit Frauen. Wer von dem 4B-Movement gehört hat ist für dieses Buch bestens vorbereitet, die Geschichte selbst geht jedoch noch einen Schritt weiter, denn sie handelt nicht nur von Unterdrückung, sondern auch der Entmündigung der Frau aus gleich mehreren verschiedenen Motiven, aufgeteilt in 3 Kapitel. Ein starkes Werk, teils verstörend, sehr emotional und durchgehend faszinierend beschrieben. Und können wir auch bitte das Cover würdigen? Mir ist erst nach einiger Zeit aufgefallen, dass da nicht nur Blumen zu sehen sind. Noch nie habe ich bewusst zu einem Buch gegriffen, dessen Autor*in mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Ich dachte immer, dass es so hochintellektuell wäre, dass ich da ohnehin aussteigen würde. Aber das stimmte nicht. Ich kann euch nur empfehlen mal einen Ausflug in diese Bücher zu wagen. Gern auch dieses. Es war spannender und leichter zu lesen als gedacht!

WTH
Es fällt mir tatsächlich sehr schwer dazu etwas zu schreiben. Die Story hallt definitiv noch eine Weile nach. Gestern habe ich angefangen das Buch zu lesen, und hätte ich nicht schlafen müssen, hätte ich es an einem Tag durchgesuchtet (was bei mir selten vorkommt). Unmöglich es aus der Hand legen zu können. Wie in einem Fiebertraum war ich seltsam fasziniert von den Charakteren, der leisen, aber dennoch lauten Storyline, der Schreibweise der Autorin.... Wahnsinn. Selbst jetzt sitze ich da, schreibe das nieder und kann immer noch nicht richtig fassen, was ich da genau gelesen habe.

Leicht verstörend, aber sehr tiefsinnig
KLAPPENTEXT Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. "Ich hatte einen Traum," so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet. TROPES 🪷 Body as Resistance 🪷 Toxic Masculinity 🪷 Madwomen in the Attic MEINE MEINUNG 🪷 bildhafter Schreibstil Irgendwie verstörend lässt einen fragend zurück BEWERTUNG: Cover: ⭐⭐⭐⭐⭐ Erzählstil: ⭐⭐⭐⭐⭐ Handlung: ⭐⭐⭐⭐ Charaktere: ⭐⭐⭐ Bewertung: ⭐⭐⭐⭐ Text in Emojis: 🍖🚫👩🦰🌙😨🍽️🙅♀️🥦🥗🏠💥🩸🗣️🎨👩🎨🌸🌿🫧🛏️🤝🌼👁️🏥🛏️🍂💭
Bitte nur lesen, wenn du dich stabil fühlst. Triggerwarnung: Explizite Beschreibung von Folter und Tötung eines Tieres, Magersucht, Esssucht, psychische Erkrankung, sexuelle Gewalt und Ausbeutung, elterliche Gewalt, psychische und physische Gewalt, Vergewaltigung
„Ich hatte Angst weiterzulesen.“ – Dieses Gefühl beschreibt 'Die Vegetarierin' wohl am treffendsten. Das Buch wird in drei Perspektiven erzählt – jedoch nicht aus der Sicht der Protagonistin Yeong-hye, was ich als grossen Mangel empfand. Zwar kommen in kursiver Schrift ab und zu ihre Gedanken vor, doch ihre Stimme bleibt weitgehend ausgelassen – und das, obwohl sie die zentrale Figur ist. Was folgt, ist ein verstörendes, bizarr anmutendes Leseerlebnis. Han Kang beschreibt patriarchale Strukturen und den Ausbruch einer Frau aus diesen auf sehr drastische Weise. Ob dies wirklich nötig war oder ob man dieselben Themen weniger brutal hätte umsetzen können, frage ich mich bis heute. Vielleicht fehlt mir aber auch der tiefere kulturelle Kontext – koreanische Gebräuche und Normen kenne ich zu wenig. Der Schreibstil – wie bei Han Kang gewohnt – ist fliessend, bildhaft und sehr eindringlich. Gerade das machte es schwer, das Buch wegzulegen, selbst wenn man sich unwohl fühlte. Der erste Teil war besonders intensiv und brutal. Manche Szenen waren schwer zu ertragen – sprachlich jedoch stets stark umgesetzt. Ich persönlich kann 'Die Vegetarierin' nicht weiterempfehlen – ebenso wie 'Unmöglicher Abschied' von derselben Autorin. Zu belastend und für mich in der Aussage zu unklar. Mich wird das Buch noch länger beschäftigen, nicht aber auf einer positiven Art. Idee: 2/5 Schreibstil: 5/5 Cover: 2/5 Spannung: 2/5
Irritierend, verstörend, düster und bedrückend.
Yong-Hye beschließt sich nach einem verstörend wiederkehrenden Traum ihre Ernährungsweise umzustellen. Von einem Tag auf den anderen verzichtet sie auf Fleisch und entsorgt die Fleischvorräte angewidert im Müll. Zudem zieht sie sich immer mehr zurück, wird immer unscheinbarer obwohl sie sich sowieso schon durch eine absolute Durchschnittlichkeit auszeichnete. Ihr Ehemann, aus dessen Blick wir Yong-Hye im ersten der drei Abschnitte kennen lernen, findet ihr Verhalten Empörung und rücksichtslos. Schließlich muss er sich bei der Verfolgung seiner Karriere darauf verlassen, dass seine treusorgende Ehefrau ihm zu Hause den Rücken frei hält. Eine weitere Perspektive auf Yong-Hye ist die des Schwagers, der sie sexualisiert und ihre psychische Verfasstheit ausnutzt und seine sexuellen Phantasien unter einem Vorwand künstlerischen Schaffens ausleben. Spätestens hier wird deutlich, dass Yong-Hye an einem ernsthaften psychischen Leiden erkrankt ist. Die dritte und letzte Sichtweise ist die der betrogenen Schwester, die sie in eine psychiatrische Klinik einweist. Die Bewertung des Buches fällt mir schwer. Zu viele Botschaften zwischen den Zeilen, die ich nur bedingt erkannt habe. Am besten man macht sich selbst ein Bild.
Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen..
Die Geschichte ist gut geschrieben und nuanciert ausgearbeitet, das ist es nicht. Aber das Buch ist nicht so toll, dass ich es begeistert weiterempfehlen könnte. Aufgrund der Auszeichnung war da mein Anspruch an den Text entweder zu hoch oder das Ganze einfach nicht 100% mein Geschmack.
Mein Januar Highlight
Vor ab ..Das Buch enthielt soviele Triggerthemen, dem muss man sich im Vorfeld bewusst sein..Magersucht ,Schizophrenie, HäuslicheGewalt etc Fand es aber einfach nur genial geschrieben. Teils habe ich Passagen nochmal als Hörbuch wiederholt ,um die Atmosphäre richtig einzufangen. Es bestand aus 3 Teilen. Aus der Sicht der 1. Vegetarierin u. Ehemann 2.ihrem Schwager 3. Ihrer Schwester. Jeder Teil war anders ...1. Verstörend, teils unangenehm bis wütend machend / 2. Poetisch-erotisierend-skuril bis verstörend / 3. war sehr bewegend und stimmte einen Nachdenklich auf Gesellschaft und Kulturen . Er klärte auf, zeigte neue Sichtweisen zur Person und Familie sowie sehr traurige Schicksale. Man muss sich mit dem Text viel beschäftigen und kann es nicht einfach nur lesen um es wirklich zu verstehen. Fand es faszinierend und abstossend zugleich.
Nicht ohne Grund der Literaturnobelpreis 2024
Man erlebt innerhalb des Buches so einige Überraschendes, besondere Sprache und lebendige Figuren, die den Leser in ihrem Verhalten erstaunen. Mein erster Roman von Han Kang und ich verstehe, wieso sie den Literaturnobelpreis gewonnen hat. Unglaublich .Ein außergewöhnliches Buch! Eine klare Empfehlung!

Die Protagonistin Yong-Hye verweigert sich gesellschaftlichen Normen, indem sie von heute auf morgen aufhört, Fleisch und tierische Produkte zu essen. Ihr Ehemann und ihre ganze Familie sind empört. Nun scheint sie für alle anderen Figuren nur noch in Bezug auf ihren Körper wichtig zu sein. Wie wird dieser Körper ernährt? Wie sieht dieser Körper nackt aus? Wie ist der Sex mit diesem Körper? Wie kann man diesen Körper am Leben erhalten? Wie es der Seele der Frau geht, scheint nachrangig zu sein. Ihre Träume und die Gründe für ihre Veränderung wollen die anderen Figuren nicht hören, nicht nachvollziehen, nicht akzeptieren. Sie wehren die Auseinandersetzung damit ab, indem sie die Frau einfach zwingen wollen, wieder "normal" zu sein. Als dies nicht funktioniert, wird sie als "nicht richtig im Kopf" abgestempelt und von ihrer Familie in die Psychiatrie eingewiesen. Dadurch hat dieser Roman durchgängig etwas Gewaltsames, das das Aushalten der verschiedenen Situationen für mich teilweise schwierig machte. Gleichzeitig hat der Roman aber eine solche Sogwirkung für mich entwickelt, dass ich so schnell wie möglich weiterlesen wollte. Han Kangs Wahl, drei verschiedene Figuren als Erzähler*innen einzusetzen, hat mich absolut überzeugt. Dadurch wird für mich alles noch eindringlicher, weil man das Verhalten gegenüber Yong-Hye nicht auf eine Figur "schieben" und deren Charakter zurechnen kann. Der dritte Teil hält dann noch überraschende Wendungen parat und hat mich einerseits versöhnt und andererseits noch trauriger und ratloser gemacht. Dies ist definitiv ein Werk, das unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt!
Ein faszinierendes und zutiefst erschreckendes Buch
Es ist verstörend, erschütternd und traurig. Es hinterlässt bleibenden Eindruck und ein Werk zum nachdenken. Der Roman ist nicht wirklich eine Geschichte über Vegetarismus, sondern vielmehr eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Druck, Geschlechterrollen, Gewalt und dem Streben nach Freiheit.

Noch nie fühlte sich ein Buch so leer an. Verwirrend, mutig, aber schwer zugänglich.
*Ärztlicher Bericht – Fall Yeong-Hye* Patientin: Yeong-Hye, weiblich, ehemals Hausfrau, 30er. Diagnose: Akuter psychischer Zerfall infolge einer ungewöhnlichen Ernährungsentscheidung und unerklärlicher Träume. Anamnese: Die Patientin gab an, keinen Fleischkonsum mehr zu tolerieren. Begründung: „Ich hatte einen Traum.“ Dieser Entschluss löste tiefgreifende Konflikte innerhalb ihres sozialen Umfelds aus. Ihr Verhalten eskalierte: Entblößungen, Ablehnung von Nahrung und der Wunsch, sich in eine Pflanze zu verwandeln. Befund: Das Werk, bestehend aus drei Erzählperspektiven, beschreibt den Zerfall der Patientin durch die Augen anderer, während ihre eigene Stimme verstummt. Leider bleiben die Hintergründe ihrer Träume und ihres Verhaltens unklar und der Kern der Aussage leer. So viel inhaltliche Leere kam mir noch nie vor. Behandlung: Keine klaren Ansätze möglich, da weder Sinn noch Ziel der Handlung eindeutig erkennbar sind. Vielleicht hätte eine tiefere Kenntnis der Kultur einen mögliche Behandlung erleichtert. Prognose: Für manche mag der Fall faszinierend sein. Im aktuellen Status bleibt es mir persönlich jedoch fremd und verwirrend. Empfehlung: Ratlosigkeit. "Ist das Kunst, oder kann das weg?"
"Schließlich wurde von Frauen seit eh und je erwartet, dass sie schwiegen und sich zurückhielten."
------------------------------------------------------- Die Vegetarierin stand schon länger auf meiner Wunschliste, ich bin schon mit einigen Erwartungen in das Buch gegangen. Die Autorin ist schließlich Nobelpreisträgerin. Mir ist bewusst, dass man so ein Werk schlecht mit 'normalen' Romanen vergleichen kann. Trotzdem hinterlässt das Buch bei mir viele große Fragezeichen. Es kommt viel Gewalt vor, viel Misogyny, aber es verbleibt alles so unbewertet. Es fühlt sich sehr danach an, als würde einen die Autorin mit den Grausamkeiten alleine lassen. Vielleicht ist das so gewollt, hinterlässt bei mir trotzdem einen unguten Beigeschmack.

Eine Geschichte, die einen sprachlos, etwas verwirrt und mit einem "Wow-Effekt" zurücklässt. Han Kang schreibt sehr klar erklärend, tlw. poetisch und vorstellbar, einfach für mich wunderschön. Sie zeigt tlw. brutal & sehr eindeutig die Probleme der Frauen in der südkoreanischen Gesellschaft, im Patriarchat als Ehefrau und Tochter.
Eine feministische Horrorgeschichte
Yeong-hye ist eine gewöhnliche, schweigsame, scheinbar schwache und persönlichkeitslose Frau, die scheinbar einem völlig gewöhnlichen, sogar leicht unangenehmen Ehemann unterwürfig ist, der sie gerade deshalb zur Frau gewählt hat, weil er sich ihr überlegen fühlt. Eines Tages jedoch erwacht die junge Frau aus einem Traum und beschließt, Vegetarierin zu werden. Der erste Teil des Romans, der seine ursprüngliche Struktur aus drei voneinander abhängigen Geschichten beibehält, wird aus der Sicht des Ehemanns erzählt. Der zweite Teil basiert auf der Sicht des Schwagers. Der dritte und letzte Teil wird aus der Sicht der Schwester erzählt. Hier liegt der Schlüssel zur Erzählung, wenn die Schwester über ihre Kindheit nachdenkt, über den Missbrauch, den sie durch ihre Familie erlitten hat, und über ihre jeweiligen Reaktionen darauf, und erkennt, dass die Machtverhältnisse nie so waren, wie sie dachte, und dass der Kampf um die eigenen Träume zwangsläufig über den Körper gehen muss.
Krass! Und seltsam. Und bewegend.
„Die Vegetarierin“ (die eigentlich Veganerin ist) handelt von Yong-Hye, die eines Tages beschließt, keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren. Diese sehr persönliche Entscheidung tritt eine Welle des Entsetzens in ihrer Familie los, weil vegan zu leben, in Südkorea keine konventionelle Entscheidung ist. Aus 3 Sichtweisen von Yong-Hyes nahestehenden Personen wird erzählt. Ich wurde daran erinnert, dass man als Leser:in nie unhinterfragt eine Geschichte aufnehmen sollte. Zwischen Geschehnis und Figur ist immer ein Filter, der je nach eigenen Erfahrungen & Figur zu unterschiedliche Interpretationen der Geschehnisse & Konsequenzen führt. Was ist schon Wahrheit? Der größt mögliche gemeinsame Nenner? Das wäre in dieser Geschichte jedenfalls fatal. Denn das würde bedeuten, dass man Yong-Hye das Vegan-Sein mit allen Mitteln austreiben dürfte. In dieser Geschichte wird man eben auch daran erinnert, dass Veränderung gesellschaftlicher Normen - eine Revolution, wenn man so möchte - (& sei sie noch so eine persönliche Entscheidung) immer auf Widerspruch trifft. Jeder hat seine Meinung dazu. Das Buch handelt von Besitzansprüche an Körper (aus unehrenhaften und ehrenhaften Motiven) Es stellt die Frage: Dürfen wir Körper und Lebensweisen bewerten, wenn sie doch erstmal nur die Person selbst betreffen? Selbst wenn man es vermeintlich „gut meint“? Warum haben wir das Gefühl an bestimmten Punkten in das Leben und die Entscheidungen von Menschen eingreifen zu dürfen? Es hätte in Yong-Hyes Geschichte vielleicht nur eine einzige Person gebraucht, die ihr Verständnis entgegen gebracht hätte - alles hätte einen anderen Lauf nehmen können. ✔️Für wen das Buch etwas ist: Für Menschen, die ein Buch suchen, das nachhallt und moralische Fragen aufwirft. Für Feminist:innen. Für Menschen, die sich auch gerne auf ungewöhnlichere, seltsame Geschichten einlassen. ✖️ Für wen das Buch nichts ist: Für Menschen, die nicht gut mit Themen wie Gewalt (an Menschen & Tieren), Vergewaltigung & sexualisierten Inhalten umgehen möchten/ können. Für Menschen die nichts mit Metaphern und surrealen Elementen anfangen können. Insgesamt ein starkes Buch, für das man aber ebenso starke Nerven braucht, weil es Ekel, Entsetzen & Unglauben hervorrufen kann. Und an die, die das Buch schon gelesen haben: Ich frage mich, wieso der Titel „Vegetarierin“ lautet und nicht „Veganerin“ - das ist ja doch ein entscheidender Unterschied… habt ihr Ideen? Ich glaube in einigen Ländern wird sprachlich kein Unterschied zwischen vegetarisch und vegan gezogen. Liegt es daran? Aber wieso dann in der Übersetzung?

Kurzer Roman mit unglaublich viel Tiefe.
Kunstvoll geschrieben, erschreckend, betörend, verstörend. Hinterlässt viele Fragezeichen, aber eröffnet so Gespräche! Ein sehr beeindruckendes bildhaftes, zartes, brutales Werk! Ich denke, es geht vor allem um die Unterdrückung von Frauen, um die Reduzierung auf ihre Funktion als Ehefrau, gehorsame Tochter, Sexobjekt. Und die Rebellion dagegen. Wahnsinnig vielschichtig und komplex und tief. Tolles Buch!
Ein Buch das viele Fragen aufwirft die noch lange nachhallen. Ist die Hauptfigur eine willensstarke Frau oder leidet sie an einer psychischen Erkrankung? Wie soll man ihr Verhalten beurteilen? Han Kang zeigt wie es ist, wenn das Umfeld nicht mit Änderungen im Verhalten umgehen kann. Und was ruft diese Verhalten bei dem sozialen Umfeld hervor? Zurecht sind die Romane von Han Kang so gefeiert.
🌳 | Erschütternde Realität
⠀ Dieses Buch ist ganz und gar keine leichte Kost und bezieht sich auf eine erschreckende Realität, die die Gesellschaft immer noch ignoriert. In »Die Vegetarierin« von Han Kang geht es um mehr als nur der Wandel zum Vegetarismus. Dieses Buch thematisiert psychische Krankheiten und wie Angehörige die Augen davor verschließen. Die Geschichte wurde in drei Parts aufgeteilt und dreht sich im Gesamten um eine Person, jedoch aus drei verschiedenen Perspektiven. Ich fand es teilweise schwer dieses Buch zu lesen, da es mehr um den Beginn einer Magersucht ging als um das vegatarische Dasein. In diesem Buch leidet nicht nur die Hauptprotagonistin sondern auch die anderen Personen die wir verfolgen. Han Kang zeigt auf wie schwerwiegend psychische Krankheiten sein können und wie schnell es doch passiert, stille Warnsignale der Person zu ignorieren. Han Kang hat einen sehr detaillierten aber einfachen Schreibstil. Teilweise hatte er auch etwas Künstlerisches. Ich konnte mich gut in der Geschichte verlieren und fand es einfach die Handlungen zu verfolgen. Ingesamt fand ich die Geschichte sehr gut aufgebaut. Eine Frau, die keine Unterstützung in ihrem Leben bekommt sei es von ihrer Familie oder ihren Ehemann, fand ich schwer zu verfolgen. Ebenso zeigt die Geschichte die Schattenseiten der Gesellschaft in Südkorea und gibt Einblicke in die Familiendynamik. Große Empfehlung. ⠀

Das… äh… ich… ach, ich weiß auch nicht. 🫣
Äh, ja. Da will ich mal intellektuell wirken und keinen Fairy Smut lesen und denke, ich wage mich mal an ein Nobelpreis-Gewinner-Buch. I mean, der Klappentext klingt lustig? Zumindest war nicht so, wie der Rest des Buches. Das war… anders. Aber okay, vielleicht war ich einfach doch nicht intellektuell genug. Ich habe mir schon einige Gehirnzellen wegfrittiert, als ich meine Haare blondiert habe. Und jetzt sitze ich hier, doof, verstört und mit einem Ende, das mir jetzt so quasi gar nichts sagt. Ha. 🥲 Apropos, verstört: Ich bin grad wirklich verstört. Also wirklich. Aber wer braucht schon Triggerwarnungen, wenn man einen Nobelpreis hat? Aber die Story war gut zu lesen, daher 4 Sterne. Aber what the actual f⭐️?

Anders ..
Okay, also Die Vegetarierin von Han Kang… puh, das Buch hat mich echt ein bisschen fertig gemacht. Es ist super verstörend, und ich finde, da fehlen definitiv Triggerwarnungen! Die Story ist eigentlich spannend – es geht um eine Frau, die plötzlich Vegetarierin wird, und wie das alles in ihrem Leben eskaliert. Aber ehrlich gesagt, ich konnte den Hype nicht so richtig nachvollziehen. Was ich aber echt interessant fand, waren die verschiedenen Perspektiven, aus denen erzählt wird. Man kriegt ein super vielschichtiges Bild, auch wenn die Hauptfigur selbst fast gar nicht zu Wort kommt. Insgesamt ein krasses Buch, aber nichts, was ich unbedingt noch mal lesen müsste.
Skurril - unverständlich und dennoch eigenartig
Ich habe mich gefragt, was die Kriterien für einen Nobelpreis in Literatur sind und war erstaunt, weil ich für mich tatsächlich keine Übereinstimmung gefunden habe. Wobei sich in dem Buch natürlich wichtige Themen verstecken. Die waren für mich Gewalt in der Familie, Vergewaltigung, Selbstbestimmung, Magersucht, Unterdrückung, Suizid und nicht gesehen werden, Hilflosigkeit. Jedoch verstecken diese sich gut und sind nicht konkret herausgearbeitet. Ich denke, dass durch die Übersetzung einiges verloren geht und es für das Verständnis des Buches ein Hintergrundwissen der Kultur und der Stellung der Frau dort bedarf. Das habe ich leider nicht und deswegen bin ich erstaunt über die schroffen, direkten Worte, die sehr unsympathischen Protagonisten und wo der Sinn des vegetarisch werdens steckt. Auf alle Fälle ein Wagnis dieses Buch zu lesen und viele Fragezeichen ❓ zu behalten, obwohl die Story bereits beendet ist.
Alles was man über die Protagonistin weiß, erfährt man aus der Sicht drei verschiedener Personen. Das hat so einige Fragen offen gehalten. Es passiert viel auf den wenigen Seiten, viel verstörendes, fragwürdiges und trauriges. Ich bin sicher, dass mir das Buch noch im Gedächtnis bleiben wird, aber ich denke nicht, dass ich es weiterempfehlen kann.
Die Vegetarierin erzählt in drei Teilen die Geschichte von Yeong-hye, einer scheinbar gewöhnlichen südkoreanischen Hausfrau, die eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen – ausgelöst durch einen verstörenden Traum. Was zunächst als private Entscheidung erscheint, entwickelt sich zu einem radikalen Akt der Selbstverweigerung, der nicht nur ihren Körper, sondern auch die sozialen und familiären Strukturen um sie herum erschüttert. Han Kang behandelt in "Die Vegetarierin" Themen wie Selbstbestimmung, Geschlechterrollen und psychische Gesundheit auf eindringliche Weise, ohne moralisch oder erklärend zu werden. Ich würde schon sagen, dass das Buch eine schwere Kost ist. Es ist verstörend, düster, teils explizit – nichts für Leser:innen, die eine klassische Handlung oder psychologische Auflösung erwarten. Die Vegetarierin ist ein radikales, poetisches und zutiefst verstörendes Werk über Körper, Freiheit und Widerstand. Es verweigert einfache Antworten und bleibt lange im Gedächtnis – gerade weil es den Leser selbst zu einer Art stillen Beobachter macht, der sich irgendwann fragen muss: Was sehe ich hier eigentlich wirklich – und was sagt das über mich aus? Obwohl ich es sehr gut bewerte kann ich keine hundertprozentige Empfehlung aussprechen.
It’s giving a little Kafka…
Lässt sich gut und flüssig lesen, aber lässt mich am Ende etwas ratlos zurück. Insgesamt trotzdem berührend, teilweise schockierend, stellenweise erstaunlich blutig und auch irgendwie wieder schön. Dass das Buch von einer Autorin ist konnte ich in der ersten Hälfte allerdings kaum glauben, so wenig stand und steht das Innenleben der Protagonistin im Mittelpunkt. Aber vielleicht ist das genau der Kern des Buches. Wir sehen sie nur durch die Augen anderer (vorwiegend Männer).
Erschütternd und doch sehr beklemmend – ein zwiespältiges Leseerlebnis das mich ratlos zurücklässt
Schonmal vorab: Das (Hör-)Buch ist vor allem am Anfang so graphisch und brutal (vor allem für alle Tierliebhaber), dass ich schon kurz vorm Abbrechen war !! Eine Triggerwarnung wäre wünschenswert! Ich kann nicht sagen, ob mich das Buch jetzt inspiriert oder total kalt gelassen hat, deshalb 3 Sterne. Für die Brutalität musste ich auch noch einen halben Stern abziehen. Das Buch ist in drei Teilgeschichten aufgeteilt, die, meiner Meinung nach, immer besser werden. Sie bauen aufeinander auf, und drehen sich um „Yong-Hye“ - also die Vegetarierin, die durch einen Traum beschließt, kein Fleisch mehr zu essen. Die erste der drei Geschichten ist aus Sicht des Ehemanns geschrieben, der sich - wie zu erwarten - in die Opferrolle stellt und sich eigentlich durchgehend über seine Frau beschwert. Hier kommen die patriarchalen Strukturen der Südkoreanischen Gesellschaft zum Ausdruck, zum einen durch ihren launischen Mann, aber auch durch ihre Familie und vor allem durch ihren Vater. In der zweiten geht es um ihren Schwager, der sich in Yong-Hye verliebt hat und sie für seine Fantasien ausnutzt. (Ohne hier ins Detail zu gehen waren diese Szenen besonders schlimm) In der letzten Geschichte nehmen wir die Perspektive ihrer Schwester ein. Hier will ich nicht Spoilern, aber dieses Kapitel hat mich am meisten „berührt“ (wenn man es so nennen will). Man wird zwar von der Geschichte eingesaugt. Trotzdem hat mich die Story leider zu keinem Zeitpunkt so richtig überzeugt.
Description
Der Roman, der Han Kang international bekannt machte
„Ich hatte einen Traum“, sagt Yeong-Hye, als sie nachts im Dunkeln die Gefrierbeutel aus dem Kühlschrank in der Küche räumt: Fonduefleisch, Schweinebauch, Rinderfilets. Sie isst kein Fleisch mehr und lehnt sich damit gegen ihren Mann auf – die erste Stufe einer Subversion in drei Akten: Ihr Weg mit dem Gesetz des Fleisches und des Vaters zu brechen, indem sie beschließt, eine Pflanze zu sein und fortan nur noch von Sonne und Wasser zu leben – sehr zum Entsetzen ihrer Familie. Die Vegetarierin gilt als Meisterwerk der zeitgenössischen südkoreanischen Literatur und ist das Buch, das die Autorin Han Kang schlagartig international bekannt machte.
Book Information
Author Description
Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren. 1993 debütierte sie als Lyrikerin, 1994 veröffentlichte sie ihren ersten Roman. Für ihren Roman Die Vegetarierin wurde sie 2016 mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. Ihr Werk, darunter Menschenwerk und zuletzt Unmöglicher Abschied erscheint in über 40 Sprachen und wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. 2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur für ihre „intensive poetische Prosa, die sich mit historischen Traumata auseinandersetzt und die Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens aufzeigt".
Posts
Ein Roman wie ein Fiebertraum.
„Die Vegetarierin“ von Han Kang ist ein verstörend stiller Roman über den Körper als Schlachtfeld – zwischen Gehorsam und Auflehnung, Sichtbarkeit und Auslöschung, Mensch und Natur. Erzählt wird nicht aus der Sicht der Protagonistin, sondern durch drei andere Stimmen – zwei davon männlich. Erst als diese verstummen, tritt die Schwester in den Vordergrund. Yeong-hye selbst bleibt sprachlos, entzieht sich vollständig, zumindest als Erzählerin ihrer Geschichte. Der Schreibstil ist nüchtern, beinahe kühl. Keine großen Emotionen, keine Erklärungen. Man beobachtet mit Abstand, spürt dennoch viel. Auch eine Deutung wird nicht angeboten und muss selbst zwischen den Zeilen gefunden werden. Darin gibt es zB nicht nur eine Andeutung, warum Yeong-hye beginnt sich zu verändern. Das Verhalten ihres Umfeldes zeigt darauf hin deutlich auf, woher die Wunden der Protagonistin stammen. Insgesamt lässt die Sprache viel Raum für Unbehagen und Interpretationen, für das, was nicht gesagt wird. Ich glaube dieser Roman will nicht einfach verstanden, sondern durchlebt werden. Zudem gibt es keinen klaren Anfang, kein klassisches Ende. Die Erzählung verweigert sich einer Auflösung, zersplittert in Perspektiven und Eindrücken. Zurück bleibt nur Gefühl und die Frage: Was hab‘ ich da eigentlich gerade gelesen?
Alles beginnt mit einem Traum.
Ich würde behaupten, jeder kennt es: Man erwacht aus einem Traum und spürt es. Etwas ist anders – man kann diesen Traum, dieses Gefühl nicht ignorieren. Man deutet und schließt, und es lässt einen nicht los. Als leibliche Anrufung wirft der Traum uns ein teilweise undeutbares Seil unserer tiefen Vorstellungen, Wünsche oder Erinnerungen zu. So beginnt auch die Geschichte von Yong-Hye, woraufhin sie Vegetarierin wird. In drei Akten nähert man sich ihrer Geschichte an – aus der Perspektive ihres Mannes, ihres Schwagers und ihrer Schwester. Die radikal geschriebenen Charaktere decken eine Gesellschaftskritik auf, die Normierung und Entfremdung als Status quo entwirft und einfriert. Das Auseinanderdriften von gespürtem Leib – dem Leid, der Kreativität – und dem normierten, disziplinierten Körper, der immer wieder Aushandlung sozialer Interaktionen wird: mal direkt in Ansprachen, aber oft auch latent im Handeln verwoben. Insgesamt wird hier zwischen Vorstellung, Fantasie, Wahn und Anpassung mit gesicherten Routinen und Abläufen eine Positionierung von den Charakteren abverlangt. Selten hat ein Roman mich so hin- und hergerissen. Ob es wirklich nötig war, eine so radikale Perspektive einzunehmen? Einerseits werden latente Muster offensichtlich entlarvt und die Leserschaft emotional gepackt. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass Dialoge sich so auch verhärten können und die Zielgruppe sehr eng bleibt – und letztlich die Personen erreicht, die die Welt ohnehin bereits dahingehend befragen.
Als Ersatz für tierisches Fleisch hätte Yong-Hye die Männer ihrer Familie essen sollen.
Die Vegetarierin ist ein Roman bestehend aus drei zusammenhängend Novellen. Lesenswert, aber gewöhnungsbedürftig. Sicherlich nicht für jedermann, aber mir hat‘s gut gefallen! Hat mich ein bisschen zum Nachdenken angeregt wie anstoßend Vegetarismus und das tragen keines BH dargestellt wird und wie ähnlich meine Erfahrungen damit sind.
Dieses Buch lässt mich ratlos zurück
Ich kann gut verstehen, dass das Buch polarisiert. Die einen finden es großartig, die anderen können nicht viel damit anfangen. Ja, die Sprache der Autorin ist klar und ohne irgendwelche Schnörkel. Aber letztlich erfährt man nie den wirklichen Grund, warum die Hauptprotagonistin erst aufhört, Fleisch und tierische Produkte zu essen und später gar nichts mehr zu sich nehmen will. Eine exzessive Phantasie des Schwagers bildet den Mittelteil des Buches. Hier wäre eine Triggerwarnung durchaus angebracht.🫣 Eine Verwandlung der Hauptprotagonistin findet leider nicht statt, auch wenn sie sich einbildet, sich wie ein Baum von Licht und Wasser ernähren zu können und dabei fast zugrunde geht. In diesem Punkt bleibt die Geschichte (leider) offen. Für mich zwar interessant zu lesen, aber unbefriedigend, kein sichtbares Ende - alle Figuren werden einfach hängengelassen, von keiner weiß man, wie es mit ihr weitergeht. Kleiner Fun fact am Rande: ich habe mir das Cover genauer angesehen, es sind Finger, eine Zunge und Fleisch darauf versteckt. Habt Ihr es gefunden?🤔
Ich war sehr gespannt auf das Buch und das erste von drei Kapiteln hat mich absolut begeistert, auch wenn der Inhalt teils verstörend war. Aber auf die letzten beiden Kapitel konnte ich mir keinen rechten Reim machen und so blieb ich etwas ratlos zurück. Dennoch ein sehr interessantes Leseerlebnis.
Vorab: dieses Buch ist fantastisch! Können aber wir bitte erstmal über dieses geniale Cover sprechen, welches unter Verwendung eines Fotos von Tom Darracott gestaltet wurde. Erst auf den zweiten Blick habe ich die Zunge entdeckt und auf den dritten Blick das Stück Fleisch. Besser hätte man die Wahl für dieses Buch nicht treffen können 👌 Yong-Hye hat einen Traum, danach ist nichts mehr wie es einmal war. Sie kann einfach kein Fleisch mehr essen, ernährt sich ausschließlich vegan. "Es war in dieser Nacht. Da habe ich das erste Mal die Blutlache auf dem Boden der Scheue gesehen und mein Spiegelbild darin." Diese Veränderung missfällt ihrem, mit Minderwertigkeitskomplexen behaftetem, Mann sehr. Was er an Defiziten mitbringt, will er durch patriarchalisches Gebaren ausgleichen. Er will vorschreiben, was sie zu essen hat, wie sie sich schminken soll und das sie gefälligst eine BH tragen muss. Die Story an sich ist den meisten hier wahrscheinlich bekannt. Gegliedert in 3 Teile die eigentlich als drei Novellen geplant waren und einer angedachten vierten aus Sicht des Neffen. So sind es die Blickwinkel von Ehemmann, Schwager und Schwester, mit Traumsequenzen von Hong-Hye. Und diese sind es, die mich besonders begeistern. Unglaublich poetisch und ergreifend! Dieser Schmerz, den es für sie bedeutet, wenn sie an Fleisch denkt und was es mit ihr macht, wenn sie es essen würde. "All die Seelen sind dort eingeklemmt, da bin ich sicher. Blut und Fleisch werden verdaut, die Nährstoffe überall im Körper verteilt. Der Rest wird ausgeschieden. Aber die Seelen klammern sich hartnäckig in meinem Magen fest." Es sind furchtbare Dinge, die Yong-Hye angetan wurden. Schon von Kindheit an sind die nahestehenden Männer übergriffig in körperlicher Gewalt und später auch im sexueller. Sie sprechen von ihr, "als handle es sich um einen kaputten Wecker...". Dieses Buch entwickelt einen unglaublichen Sog und eine Wucht, wie ich es selten gelesen habe. Große Leseempfehlung!
Re-Read
Da diesen Monat der Women in Translation Month ist, hatte ich Lust, Die Vegetarierin noch einmal zur Hand zu nehmen. Han Kangs wohl berühmtestes Werk - die Autorin erhielt 2016 den Man Booker International Prize - schlägt in eine ähnliche Kerbe wie einige andere koreanische Autorinnen: provokativ, surreal, mit einer ungewöhnlichen Protagonistin. Mit klaren, prägnanten Worten erzählt Han Kang von Missbrauch, familiären Strukturen, der Rolle der Frau in der asiatischen Kultur und dem Wunsch, der Realität zu entfliehen. Wir erleben Yong-Hye fast ausschließlich durch die Augen anderer. Da ist der Ehemann, der sie nur geheiratet hat, weil sie „durchschnittlich“ ist und ihn weder mit Schönheit noch mit Ambitionen einschüchtert. Da ist der Vater, der sie mit Gewalt dazu zwingen will, Fleisch zu essen, nachdem sie es verweigert. Und da ist ihre Schwester, die verzweifelt versucht, sie zu verstehen. Alles beginnt damit, dass Yong-Hye nach einem verstörenden Traum aufhört, Fleisch und tierische Produkte zu essen - doch diese Weigerung ist mehr als eine Essensentscheidung, sie ist Ausdruck einer tieferen inneren Abkehr. Die männlichen Perspektiven auf die Frauenfiguren sind von Misogynie und starren Rollenbildern geprägt. Im Kern geht es um eine Frau, die einen Weg sucht, allem zu entfliehen - eine, die in der Stille lange ertragen hat und sich durch einen Auslöser Stück für Stück von der Realität löst, um frei zu sein. Es ist ein gutes Buch, doch selbst nach dem zweiten Lesen habe ich das Gefühl, dass es nicht lange in meinem Gedächtnis bleiben wird. Da ich bereits einige Bücher asiatischer Autorinnen gelesen habe, muss ich sagen: Es gibt Werke, die mich nachhaltiger beschäftigen.
Es ist verstörend, gesellschaftskritisch, schockierend, hypnotisierend, tragisch...
Dieses Buch auf seinen 190 Seiten hat eine Wucht, eine Tragik, so eine Verrücktheit ich weiß es gar nicht in Worte zu fassen. Es steht so viel zwischen den Zeilen, das ich nicht annähernd alles verstanden habe und genau deswegen macht es zu etwas ganz Besonderem. In diesem Buch geht es meiner Meinung nach um Selbstfindung, Scheitern, Begierde, Macht und Obsession, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, um Schwesternschaft und auch Kontrollverlust. Es wird mich definitiv noch eine Weile beschäftigen und ich werde es wieder lesen.

5/5 Sterne Highlight Ich habe so viele Gedanken zu diesem Buch, dass ich das vermutlich nicht so richtig in Worte fassen kann. 🫠 Ich war mal gar nicht vorbereitet auf das, was ich hier gelesen habe. Es war eine intensive Geschichte, in der ich viel Wut und Schmerz gefühlt habe. Und der verzweifelte Wunsch nach...ja was eigentlich? Nach so vielem... Yong-Hye beschließt Vegetarierin zu werden. Dieser Fakt ist aber eigentlich nur das kleinste Rädchen in dieser Story und spielt an und für sich überhaupt keine wirkliche Rolle. Was haben mich ein paar Personen wütend gemacht. Der Ehemann beschreibt in einem Satz, er empfinde nur noch Abscheu, wenn er seine Frau ansieht. Die gleiche Abscheu wurde bei mir mit jeder Seite größer. Aber nicht ihr gegenüber, das kann ich euch sagen. 😬 Der erste und dritte Abschnitt waren für mich am schwersten zu lesen und der zweite war am verwirrendsten, auch was meine Emotionen gegenüber der Situation anging. Yong-Hye ist in dieser Geschichte die Hauptfigur, die ganz plötzlich zu einem Problem wird, die krank wird, jemand mit der etwas nicht stimmt. Aber eigentlich ist sie es nicht...nicht sie ist es, mit der etwas nicht stimmt und sie ist traurigerweise nicht mal die Hauptfigur in ihrer eigenen Geschichte. Ein völlig bedrückendes Highlight für mich.
Leise und doch laut, verstörend und fesselnd
Es fällt mir sehr schwer, für dieses Buch eine Rezension zu verfassen. Trotz der überschaubaren Seitenanzahl war es eine spezielle und intensive Lektüre, die einen auch nach Ende der Geschichte nicht so richtig loslassen mag. Die Autorin stammt aus Südkorea (ebenfalls Handlungsort der Geschichte) und hat erst in diesem Jahr den Nobelpreis für Literatur erhalten. Ich verstehe, warum. In „Die Vegetarierin“ geht es um eine Frau, die von heute auf morgen beschließt, kein Fleisch mehr zu essen, und was dies für Auswirkungen auf sie und auf ihr Umfeld hat. Man merkt, dass in der asiatischen Kultur der gesellschaftliche Status und das Ansehen sehr wichtige Aspekte sind, denn der plötzliche Wandel der Frau hat negative Konsequenzen. Erzählt wird die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven - es wird allerdings nie aus Sicht der Vegetarierin erzählt, sondern es erzählen immer andere über sie. Es gibt zwei männliche Perspektiven (Mann und Schwager) und eine weibliche (die Schwester). Im Laufe der Geschichte wird es immer wilder und grotesker und insbesondere die letzte Perspektive der Schwester war sehr verwirrend. Ich verstehe aber, dass dies ein Stilmittel ist, um Themen wie Verfall, Selbstverzehr, Verzweiflung und den geistigen Zustand der Vegetarierin zu unterstreichen. Das Buch beleuchtet darüber hinaus Themen wie Gewalt, Unterdrückung, Begierde, Scham, Schuld, Selbstaufgabe und bricht gesellschaftliche Normvorstellungen sowie patriarchale Strukturen auf. Ich fand es sehr lesenswert, auch wenn es an einigen Stellen kafkaesk anmutete und mich an „Die Verwandlung“ erinnerte. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und liefert gleichzeitig eindrückliche und schonungslose Bilder, die nachhallen.
Dieses Zitat blieb mir besonders in Erinnerung: „ Noch einmal betrachtete sie die Dinge, die um sie herum standen. Sie gehörten ihr nicht. Ebenso wenig wie das Leben, das sie führte. „ So fühlt sich das ganze Buch für mich an. Als wäre Yong-Hye in einem Leben gefangen, dass sie freiwillig nie gewählt hätte. Und um sich dagegen aufzulehnen, wird sie von einen Tag auf den Nächsten, nach einem verstörenden Traum, zur Vegetarierin. Aber damit endet ihre Wandlung nicht und wird mit der Zeit immer seltsamer. Manchmal habe ich mir gedacht „WTF, habe ich denn da gerade gelesen“. Aber irgendwie hat mich die Sprache und die Bildhaftigkeit auch gefesselt. Es war kein leichtes Buch, aber eines über das ich noch lange nachdenken musste.
"Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie in jeder Hinsicht für völlig unscheinbar. Um ehrlich zu sein, fand ich sie bei unserer ersten Begegnung nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen." "So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten." "Woher kommt es? Alles erscheint mir so fremd. Ich fühle mich wie die andere Seite ein und derselben Sache. Hinter einer Tür ohne Klinke. Oder wird mir erst jetzt bewusst, dass ich dort schon immer war?" "Der lange Sonntag würde bald zu Ende sein und der Montag kommen. Dann würde meine Schwägerin übernehmen, und ich würde nicht länger den Anblick meiner Frau ertragen müssen." Zum Inhalt dieses Werkes muss ich wahrscheinlich nichts mehr sagen, gefühlt bin ich die Letzte, die es gelesen hat. Han Kang schreibt in einer unheimlich bildhaften Sprache, die mich begeistert hat. Dieses Buch löste bei mir eine Lawine an Emotionen aus... Mitgefühl, Entsetzen, Wut, Ekel, Schmerz und Fassungslosigkeit. Die kursiv geschriebenen Traum-Passagen sind extrem brutal und blutig, teilweise abstoßend und dabei trotzdem auch schön durch diese pointierte Sprache. Ein sehr tiefgründiges Buch, das zum Nachdenken anregt und bei mir noch eine ganze Weile nachhallen wird. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung würde ich trotzdem nicht aussprechen, denn das Buch beinhaltet sehr viele Themen und Passagen die triggern können.
Ein Buch über welches ich noch eine Weile nachdenken werde. Nur der Körper ist für alle interessant, der Mensch darin verschwindet deshalb nach und nach und will lieber Teil der Flora werden. Interessantes Spiel mit der Sprache. Die Namen werden je nach Erzählperspektive entweder sehr häufig genannt oder nur mit „die Frau“ oder „der alte Mann“ verallgemeinert.
Ich fand es schon interessant zu lesen, aber ich finde der Klappentext lässt einen etwas ganz anderes erwarten. Der zweite Buchteil ist sehr sexuell aufgeladen, was mich dann, weil nicht erwartet, überfordert hat, und der dritte Teil ist nur noch traurig. Im großen und ganzen hab ich das Buch glaube ich nicht verstanden.
Das war wild
Das verrückteste Buch, was ich bisher in diesem Jahr gelesen habe. Die Story ist so interessant, gut geschrieben und absurd gleichzeitig, dass ich zwischenzeitlich immer mal wieder Pausen in der Realität brauchte. WTF fällt mir hauptsächlich zum Buch ein. Einfach verrückt aber auf gut durchdachte Art. Man muss das Buch lesen, weil jede Erklärung und Rezension dieser Geschichte kaum gerecht wird. Es war ein Erlebnis. Zum Schluss fand ich die Story leider etwas zu überladen. Sonst wäre es eine 10 von 10 gewesen.

Verwirrend, komplex und doch tragisch
Ich weiss nicht ob ich klug genug bin um die Bedeutung zu verstehen. Einige Szenen sind so extrem beschrieben, dass es schwierig war weiter zu lesen. Auch die Träume und die Geschichten waren sehr radikal. Bis zum Schluss hatte ich lauter Fragezeichen im Kopf. Aber ich finde die Erzählerperspektiven so gut ausgewählt. Ich kann mich noch nicht entscheiden ob ich das buch gut fand oder langweilig… es verwirrt mich gerade noch zu sehr
Sternebewertung fiktiv
Ich denke seit gestern über dieses Buch intensiv nach. Es bleibt in Erinnerung keine Frage, aber fand ich es auch gut? Ich bewege mich zwischen angehender Leseflaute durch dieses Buch ausgelöst und dem Thema dieses Romans. Ist es wichtig? Ja! Es zeigt einen Ausschnitt der koreanischen Kultur und Gesellschaft. Es beschäftigt sich thematisch intensiv und bildlich detailliert damit. Dafür den Preis erhalten? Ich persönlich hätte mir einen anderen Gewinner gewünscht, wenn ich es nun vergleiche. Vielleicht bin ich falsch in die Hang Kang Bubble gestiegen. Erst im Dezember ihren aktuellen Roman „unmöglicher Abschied“ gefeiert, emotional und tiefgründig. Hat mich sehr berührt und dann dieses Werk anschließend. Das hat mich aus der Bahn geworfen, dahin mein Dezember Lesemodus. Brauche eine Pause ehe ich „Menschwerk“ lesen werde… Ich weiß ganz viele mochten dieses Werk sehr. Mich würde interessieren was genau? Ich würde mich freuen, wenn ihr mir das mitteilt. Was hat euch so sehr an diesem Buch begeistert?
Irgendwie kann man das gelesene kaum in Worte fassen. Eine Geschichte über eine Männer dominierende Welt, in der man funktionieren muss und die Konsequenzen, wenn nicht. Über Kindesmisshandlung und deren Folgen. Über Schizophrenie. Aber auch über die Liebe einer Schwester. Sehr guter Schreibstil. Ein Buch, was einen zum Nachdenken anregt.
Das Ende war sehr gewöhnungsbedürftig. Die ersten beiden Abschnitte waren jedoch großartig!
Han Kang kommt aus Südkorea und kritisiert in diesem Buch die gesellschaftlichen Verhältnisse hinsichtlich des Umgangs mit Frauen. Wer von dem 4B-Movement gehört hat ist für dieses Buch bestens vorbereitet, die Geschichte selbst geht jedoch noch einen Schritt weiter, denn sie handelt nicht nur von Unterdrückung, sondern auch der Entmündigung der Frau aus gleich mehreren verschiedenen Motiven, aufgeteilt in 3 Kapitel. Ein starkes Werk, teils verstörend, sehr emotional und durchgehend faszinierend beschrieben. Und können wir auch bitte das Cover würdigen? Mir ist erst nach einiger Zeit aufgefallen, dass da nicht nur Blumen zu sehen sind. Noch nie habe ich bewusst zu einem Buch gegriffen, dessen Autor*in mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Ich dachte immer, dass es so hochintellektuell wäre, dass ich da ohnehin aussteigen würde. Aber das stimmte nicht. Ich kann euch nur empfehlen mal einen Ausflug in diese Bücher zu wagen. Gern auch dieses. Es war spannender und leichter zu lesen als gedacht!

WTH
Es fällt mir tatsächlich sehr schwer dazu etwas zu schreiben. Die Story hallt definitiv noch eine Weile nach. Gestern habe ich angefangen das Buch zu lesen, und hätte ich nicht schlafen müssen, hätte ich es an einem Tag durchgesuchtet (was bei mir selten vorkommt). Unmöglich es aus der Hand legen zu können. Wie in einem Fiebertraum war ich seltsam fasziniert von den Charakteren, der leisen, aber dennoch lauten Storyline, der Schreibweise der Autorin.... Wahnsinn. Selbst jetzt sitze ich da, schreibe das nieder und kann immer noch nicht richtig fassen, was ich da genau gelesen habe.

Leicht verstörend, aber sehr tiefsinnig
KLAPPENTEXT Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. "Ich hatte einen Traum," so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet. TROPES 🪷 Body as Resistance 🪷 Toxic Masculinity 🪷 Madwomen in the Attic MEINE MEINUNG 🪷 bildhafter Schreibstil Irgendwie verstörend lässt einen fragend zurück BEWERTUNG: Cover: ⭐⭐⭐⭐⭐ Erzählstil: ⭐⭐⭐⭐⭐ Handlung: ⭐⭐⭐⭐ Charaktere: ⭐⭐⭐ Bewertung: ⭐⭐⭐⭐ Text in Emojis: 🍖🚫👩🦰🌙😨🍽️🙅♀️🥦🥗🏠💥🩸🗣️🎨👩🎨🌸🌿🫧🛏️🤝🌼👁️🏥🛏️🍂💭
Bitte nur lesen, wenn du dich stabil fühlst. Triggerwarnung: Explizite Beschreibung von Folter und Tötung eines Tieres, Magersucht, Esssucht, psychische Erkrankung, sexuelle Gewalt und Ausbeutung, elterliche Gewalt, psychische und physische Gewalt, Vergewaltigung
„Ich hatte Angst weiterzulesen.“ – Dieses Gefühl beschreibt 'Die Vegetarierin' wohl am treffendsten. Das Buch wird in drei Perspektiven erzählt – jedoch nicht aus der Sicht der Protagonistin Yeong-hye, was ich als grossen Mangel empfand. Zwar kommen in kursiver Schrift ab und zu ihre Gedanken vor, doch ihre Stimme bleibt weitgehend ausgelassen – und das, obwohl sie die zentrale Figur ist. Was folgt, ist ein verstörendes, bizarr anmutendes Leseerlebnis. Han Kang beschreibt patriarchale Strukturen und den Ausbruch einer Frau aus diesen auf sehr drastische Weise. Ob dies wirklich nötig war oder ob man dieselben Themen weniger brutal hätte umsetzen können, frage ich mich bis heute. Vielleicht fehlt mir aber auch der tiefere kulturelle Kontext – koreanische Gebräuche und Normen kenne ich zu wenig. Der Schreibstil – wie bei Han Kang gewohnt – ist fliessend, bildhaft und sehr eindringlich. Gerade das machte es schwer, das Buch wegzulegen, selbst wenn man sich unwohl fühlte. Der erste Teil war besonders intensiv und brutal. Manche Szenen waren schwer zu ertragen – sprachlich jedoch stets stark umgesetzt. Ich persönlich kann 'Die Vegetarierin' nicht weiterempfehlen – ebenso wie 'Unmöglicher Abschied' von derselben Autorin. Zu belastend und für mich in der Aussage zu unklar. Mich wird das Buch noch länger beschäftigen, nicht aber auf einer positiven Art. Idee: 2/5 Schreibstil: 5/5 Cover: 2/5 Spannung: 2/5
Irritierend, verstörend, düster und bedrückend.
Yong-Hye beschließt sich nach einem verstörend wiederkehrenden Traum ihre Ernährungsweise umzustellen. Von einem Tag auf den anderen verzichtet sie auf Fleisch und entsorgt die Fleischvorräte angewidert im Müll. Zudem zieht sie sich immer mehr zurück, wird immer unscheinbarer obwohl sie sich sowieso schon durch eine absolute Durchschnittlichkeit auszeichnete. Ihr Ehemann, aus dessen Blick wir Yong-Hye im ersten der drei Abschnitte kennen lernen, findet ihr Verhalten Empörung und rücksichtslos. Schließlich muss er sich bei der Verfolgung seiner Karriere darauf verlassen, dass seine treusorgende Ehefrau ihm zu Hause den Rücken frei hält. Eine weitere Perspektive auf Yong-Hye ist die des Schwagers, der sie sexualisiert und ihre psychische Verfasstheit ausnutzt und seine sexuellen Phantasien unter einem Vorwand künstlerischen Schaffens ausleben. Spätestens hier wird deutlich, dass Yong-Hye an einem ernsthaften psychischen Leiden erkrankt ist. Die dritte und letzte Sichtweise ist die der betrogenen Schwester, die sie in eine psychiatrische Klinik einweist. Die Bewertung des Buches fällt mir schwer. Zu viele Botschaften zwischen den Zeilen, die ich nur bedingt erkannt habe. Am besten man macht sich selbst ein Bild.
Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen..
Die Geschichte ist gut geschrieben und nuanciert ausgearbeitet, das ist es nicht. Aber das Buch ist nicht so toll, dass ich es begeistert weiterempfehlen könnte. Aufgrund der Auszeichnung war da mein Anspruch an den Text entweder zu hoch oder das Ganze einfach nicht 100% mein Geschmack.
Mein Januar Highlight
Vor ab ..Das Buch enthielt soviele Triggerthemen, dem muss man sich im Vorfeld bewusst sein..Magersucht ,Schizophrenie, HäuslicheGewalt etc Fand es aber einfach nur genial geschrieben. Teils habe ich Passagen nochmal als Hörbuch wiederholt ,um die Atmosphäre richtig einzufangen. Es bestand aus 3 Teilen. Aus der Sicht der 1. Vegetarierin u. Ehemann 2.ihrem Schwager 3. Ihrer Schwester. Jeder Teil war anders ...1. Verstörend, teils unangenehm bis wütend machend / 2. Poetisch-erotisierend-skuril bis verstörend / 3. war sehr bewegend und stimmte einen Nachdenklich auf Gesellschaft und Kulturen . Er klärte auf, zeigte neue Sichtweisen zur Person und Familie sowie sehr traurige Schicksale. Man muss sich mit dem Text viel beschäftigen und kann es nicht einfach nur lesen um es wirklich zu verstehen. Fand es faszinierend und abstossend zugleich.
Nicht ohne Grund der Literaturnobelpreis 2024
Man erlebt innerhalb des Buches so einige Überraschendes, besondere Sprache und lebendige Figuren, die den Leser in ihrem Verhalten erstaunen. Mein erster Roman von Han Kang und ich verstehe, wieso sie den Literaturnobelpreis gewonnen hat. Unglaublich .Ein außergewöhnliches Buch! Eine klare Empfehlung!

Die Protagonistin Yong-Hye verweigert sich gesellschaftlichen Normen, indem sie von heute auf morgen aufhört, Fleisch und tierische Produkte zu essen. Ihr Ehemann und ihre ganze Familie sind empört. Nun scheint sie für alle anderen Figuren nur noch in Bezug auf ihren Körper wichtig zu sein. Wie wird dieser Körper ernährt? Wie sieht dieser Körper nackt aus? Wie ist der Sex mit diesem Körper? Wie kann man diesen Körper am Leben erhalten? Wie es der Seele der Frau geht, scheint nachrangig zu sein. Ihre Träume und die Gründe für ihre Veränderung wollen die anderen Figuren nicht hören, nicht nachvollziehen, nicht akzeptieren. Sie wehren die Auseinandersetzung damit ab, indem sie die Frau einfach zwingen wollen, wieder "normal" zu sein. Als dies nicht funktioniert, wird sie als "nicht richtig im Kopf" abgestempelt und von ihrer Familie in die Psychiatrie eingewiesen. Dadurch hat dieser Roman durchgängig etwas Gewaltsames, das das Aushalten der verschiedenen Situationen für mich teilweise schwierig machte. Gleichzeitig hat der Roman aber eine solche Sogwirkung für mich entwickelt, dass ich so schnell wie möglich weiterlesen wollte. Han Kangs Wahl, drei verschiedene Figuren als Erzähler*innen einzusetzen, hat mich absolut überzeugt. Dadurch wird für mich alles noch eindringlicher, weil man das Verhalten gegenüber Yong-Hye nicht auf eine Figur "schieben" und deren Charakter zurechnen kann. Der dritte Teil hält dann noch überraschende Wendungen parat und hat mich einerseits versöhnt und andererseits noch trauriger und ratloser gemacht. Dies ist definitiv ein Werk, das unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt!
Ein faszinierendes und zutiefst erschreckendes Buch
Es ist verstörend, erschütternd und traurig. Es hinterlässt bleibenden Eindruck und ein Werk zum nachdenken. Der Roman ist nicht wirklich eine Geschichte über Vegetarismus, sondern vielmehr eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Druck, Geschlechterrollen, Gewalt und dem Streben nach Freiheit.

Noch nie fühlte sich ein Buch so leer an. Verwirrend, mutig, aber schwer zugänglich.
*Ärztlicher Bericht – Fall Yeong-Hye* Patientin: Yeong-Hye, weiblich, ehemals Hausfrau, 30er. Diagnose: Akuter psychischer Zerfall infolge einer ungewöhnlichen Ernährungsentscheidung und unerklärlicher Träume. Anamnese: Die Patientin gab an, keinen Fleischkonsum mehr zu tolerieren. Begründung: „Ich hatte einen Traum.“ Dieser Entschluss löste tiefgreifende Konflikte innerhalb ihres sozialen Umfelds aus. Ihr Verhalten eskalierte: Entblößungen, Ablehnung von Nahrung und der Wunsch, sich in eine Pflanze zu verwandeln. Befund: Das Werk, bestehend aus drei Erzählperspektiven, beschreibt den Zerfall der Patientin durch die Augen anderer, während ihre eigene Stimme verstummt. Leider bleiben die Hintergründe ihrer Träume und ihres Verhaltens unklar und der Kern der Aussage leer. So viel inhaltliche Leere kam mir noch nie vor. Behandlung: Keine klaren Ansätze möglich, da weder Sinn noch Ziel der Handlung eindeutig erkennbar sind. Vielleicht hätte eine tiefere Kenntnis der Kultur einen mögliche Behandlung erleichtert. Prognose: Für manche mag der Fall faszinierend sein. Im aktuellen Status bleibt es mir persönlich jedoch fremd und verwirrend. Empfehlung: Ratlosigkeit. "Ist das Kunst, oder kann das weg?"
"Schließlich wurde von Frauen seit eh und je erwartet, dass sie schwiegen und sich zurückhielten."
------------------------------------------------------- Die Vegetarierin stand schon länger auf meiner Wunschliste, ich bin schon mit einigen Erwartungen in das Buch gegangen. Die Autorin ist schließlich Nobelpreisträgerin. Mir ist bewusst, dass man so ein Werk schlecht mit 'normalen' Romanen vergleichen kann. Trotzdem hinterlässt das Buch bei mir viele große Fragezeichen. Es kommt viel Gewalt vor, viel Misogyny, aber es verbleibt alles so unbewertet. Es fühlt sich sehr danach an, als würde einen die Autorin mit den Grausamkeiten alleine lassen. Vielleicht ist das so gewollt, hinterlässt bei mir trotzdem einen unguten Beigeschmack.

Eine Geschichte, die einen sprachlos, etwas verwirrt und mit einem "Wow-Effekt" zurücklässt. Han Kang schreibt sehr klar erklärend, tlw. poetisch und vorstellbar, einfach für mich wunderschön. Sie zeigt tlw. brutal & sehr eindeutig die Probleme der Frauen in der südkoreanischen Gesellschaft, im Patriarchat als Ehefrau und Tochter.
Eine feministische Horrorgeschichte
Yeong-hye ist eine gewöhnliche, schweigsame, scheinbar schwache und persönlichkeitslose Frau, die scheinbar einem völlig gewöhnlichen, sogar leicht unangenehmen Ehemann unterwürfig ist, der sie gerade deshalb zur Frau gewählt hat, weil er sich ihr überlegen fühlt. Eines Tages jedoch erwacht die junge Frau aus einem Traum und beschließt, Vegetarierin zu werden. Der erste Teil des Romans, der seine ursprüngliche Struktur aus drei voneinander abhängigen Geschichten beibehält, wird aus der Sicht des Ehemanns erzählt. Der zweite Teil basiert auf der Sicht des Schwagers. Der dritte und letzte Teil wird aus der Sicht der Schwester erzählt. Hier liegt der Schlüssel zur Erzählung, wenn die Schwester über ihre Kindheit nachdenkt, über den Missbrauch, den sie durch ihre Familie erlitten hat, und über ihre jeweiligen Reaktionen darauf, und erkennt, dass die Machtverhältnisse nie so waren, wie sie dachte, und dass der Kampf um die eigenen Träume zwangsläufig über den Körper gehen muss.
Krass! Und seltsam. Und bewegend.
„Die Vegetarierin“ (die eigentlich Veganerin ist) handelt von Yong-Hye, die eines Tages beschließt, keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren. Diese sehr persönliche Entscheidung tritt eine Welle des Entsetzens in ihrer Familie los, weil vegan zu leben, in Südkorea keine konventionelle Entscheidung ist. Aus 3 Sichtweisen von Yong-Hyes nahestehenden Personen wird erzählt. Ich wurde daran erinnert, dass man als Leser:in nie unhinterfragt eine Geschichte aufnehmen sollte. Zwischen Geschehnis und Figur ist immer ein Filter, der je nach eigenen Erfahrungen & Figur zu unterschiedliche Interpretationen der Geschehnisse & Konsequenzen führt. Was ist schon Wahrheit? Der größt mögliche gemeinsame Nenner? Das wäre in dieser Geschichte jedenfalls fatal. Denn das würde bedeuten, dass man Yong-Hye das Vegan-Sein mit allen Mitteln austreiben dürfte. In dieser Geschichte wird man eben auch daran erinnert, dass Veränderung gesellschaftlicher Normen - eine Revolution, wenn man so möchte - (& sei sie noch so eine persönliche Entscheidung) immer auf Widerspruch trifft. Jeder hat seine Meinung dazu. Das Buch handelt von Besitzansprüche an Körper (aus unehrenhaften und ehrenhaften Motiven) Es stellt die Frage: Dürfen wir Körper und Lebensweisen bewerten, wenn sie doch erstmal nur die Person selbst betreffen? Selbst wenn man es vermeintlich „gut meint“? Warum haben wir das Gefühl an bestimmten Punkten in das Leben und die Entscheidungen von Menschen eingreifen zu dürfen? Es hätte in Yong-Hyes Geschichte vielleicht nur eine einzige Person gebraucht, die ihr Verständnis entgegen gebracht hätte - alles hätte einen anderen Lauf nehmen können. ✔️Für wen das Buch etwas ist: Für Menschen, die ein Buch suchen, das nachhallt und moralische Fragen aufwirft. Für Feminist:innen. Für Menschen, die sich auch gerne auf ungewöhnlichere, seltsame Geschichten einlassen. ✖️ Für wen das Buch nichts ist: Für Menschen, die nicht gut mit Themen wie Gewalt (an Menschen & Tieren), Vergewaltigung & sexualisierten Inhalten umgehen möchten/ können. Für Menschen die nichts mit Metaphern und surrealen Elementen anfangen können. Insgesamt ein starkes Buch, für das man aber ebenso starke Nerven braucht, weil es Ekel, Entsetzen & Unglauben hervorrufen kann. Und an die, die das Buch schon gelesen haben: Ich frage mich, wieso der Titel „Vegetarierin“ lautet und nicht „Veganerin“ - das ist ja doch ein entscheidender Unterschied… habt ihr Ideen? Ich glaube in einigen Ländern wird sprachlich kein Unterschied zwischen vegetarisch und vegan gezogen. Liegt es daran? Aber wieso dann in der Übersetzung?

Kurzer Roman mit unglaublich viel Tiefe.
Kunstvoll geschrieben, erschreckend, betörend, verstörend. Hinterlässt viele Fragezeichen, aber eröffnet so Gespräche! Ein sehr beeindruckendes bildhaftes, zartes, brutales Werk! Ich denke, es geht vor allem um die Unterdrückung von Frauen, um die Reduzierung auf ihre Funktion als Ehefrau, gehorsame Tochter, Sexobjekt. Und die Rebellion dagegen. Wahnsinnig vielschichtig und komplex und tief. Tolles Buch!
Ein Buch das viele Fragen aufwirft die noch lange nachhallen. Ist die Hauptfigur eine willensstarke Frau oder leidet sie an einer psychischen Erkrankung? Wie soll man ihr Verhalten beurteilen? Han Kang zeigt wie es ist, wenn das Umfeld nicht mit Änderungen im Verhalten umgehen kann. Und was ruft diese Verhalten bei dem sozialen Umfeld hervor? Zurecht sind die Romane von Han Kang so gefeiert.
🌳 | Erschütternde Realität
⠀ Dieses Buch ist ganz und gar keine leichte Kost und bezieht sich auf eine erschreckende Realität, die die Gesellschaft immer noch ignoriert. In »Die Vegetarierin« von Han Kang geht es um mehr als nur der Wandel zum Vegetarismus. Dieses Buch thematisiert psychische Krankheiten und wie Angehörige die Augen davor verschließen. Die Geschichte wurde in drei Parts aufgeteilt und dreht sich im Gesamten um eine Person, jedoch aus drei verschiedenen Perspektiven. Ich fand es teilweise schwer dieses Buch zu lesen, da es mehr um den Beginn einer Magersucht ging als um das vegatarische Dasein. In diesem Buch leidet nicht nur die Hauptprotagonistin sondern auch die anderen Personen die wir verfolgen. Han Kang zeigt auf wie schwerwiegend psychische Krankheiten sein können und wie schnell es doch passiert, stille Warnsignale der Person zu ignorieren. Han Kang hat einen sehr detaillierten aber einfachen Schreibstil. Teilweise hatte er auch etwas Künstlerisches. Ich konnte mich gut in der Geschichte verlieren und fand es einfach die Handlungen zu verfolgen. Ingesamt fand ich die Geschichte sehr gut aufgebaut. Eine Frau, die keine Unterstützung in ihrem Leben bekommt sei es von ihrer Familie oder ihren Ehemann, fand ich schwer zu verfolgen. Ebenso zeigt die Geschichte die Schattenseiten der Gesellschaft in Südkorea und gibt Einblicke in die Familiendynamik. Große Empfehlung. ⠀

Das… äh… ich… ach, ich weiß auch nicht. 🫣
Äh, ja. Da will ich mal intellektuell wirken und keinen Fairy Smut lesen und denke, ich wage mich mal an ein Nobelpreis-Gewinner-Buch. I mean, der Klappentext klingt lustig? Zumindest war nicht so, wie der Rest des Buches. Das war… anders. Aber okay, vielleicht war ich einfach doch nicht intellektuell genug. Ich habe mir schon einige Gehirnzellen wegfrittiert, als ich meine Haare blondiert habe. Und jetzt sitze ich hier, doof, verstört und mit einem Ende, das mir jetzt so quasi gar nichts sagt. Ha. 🥲 Apropos, verstört: Ich bin grad wirklich verstört. Also wirklich. Aber wer braucht schon Triggerwarnungen, wenn man einen Nobelpreis hat? Aber die Story war gut zu lesen, daher 4 Sterne. Aber what the actual f⭐️?

Anders ..
Okay, also Die Vegetarierin von Han Kang… puh, das Buch hat mich echt ein bisschen fertig gemacht. Es ist super verstörend, und ich finde, da fehlen definitiv Triggerwarnungen! Die Story ist eigentlich spannend – es geht um eine Frau, die plötzlich Vegetarierin wird, und wie das alles in ihrem Leben eskaliert. Aber ehrlich gesagt, ich konnte den Hype nicht so richtig nachvollziehen. Was ich aber echt interessant fand, waren die verschiedenen Perspektiven, aus denen erzählt wird. Man kriegt ein super vielschichtiges Bild, auch wenn die Hauptfigur selbst fast gar nicht zu Wort kommt. Insgesamt ein krasses Buch, aber nichts, was ich unbedingt noch mal lesen müsste.
Skurril - unverständlich und dennoch eigenartig
Ich habe mich gefragt, was die Kriterien für einen Nobelpreis in Literatur sind und war erstaunt, weil ich für mich tatsächlich keine Übereinstimmung gefunden habe. Wobei sich in dem Buch natürlich wichtige Themen verstecken. Die waren für mich Gewalt in der Familie, Vergewaltigung, Selbstbestimmung, Magersucht, Unterdrückung, Suizid und nicht gesehen werden, Hilflosigkeit. Jedoch verstecken diese sich gut und sind nicht konkret herausgearbeitet. Ich denke, dass durch die Übersetzung einiges verloren geht und es für das Verständnis des Buches ein Hintergrundwissen der Kultur und der Stellung der Frau dort bedarf. Das habe ich leider nicht und deswegen bin ich erstaunt über die schroffen, direkten Worte, die sehr unsympathischen Protagonisten und wo der Sinn des vegetarisch werdens steckt. Auf alle Fälle ein Wagnis dieses Buch zu lesen und viele Fragezeichen ❓ zu behalten, obwohl die Story bereits beendet ist.
Alles was man über die Protagonistin weiß, erfährt man aus der Sicht drei verschiedener Personen. Das hat so einige Fragen offen gehalten. Es passiert viel auf den wenigen Seiten, viel verstörendes, fragwürdiges und trauriges. Ich bin sicher, dass mir das Buch noch im Gedächtnis bleiben wird, aber ich denke nicht, dass ich es weiterempfehlen kann.
Die Vegetarierin erzählt in drei Teilen die Geschichte von Yeong-hye, einer scheinbar gewöhnlichen südkoreanischen Hausfrau, die eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen – ausgelöst durch einen verstörenden Traum. Was zunächst als private Entscheidung erscheint, entwickelt sich zu einem radikalen Akt der Selbstverweigerung, der nicht nur ihren Körper, sondern auch die sozialen und familiären Strukturen um sie herum erschüttert. Han Kang behandelt in "Die Vegetarierin" Themen wie Selbstbestimmung, Geschlechterrollen und psychische Gesundheit auf eindringliche Weise, ohne moralisch oder erklärend zu werden. Ich würde schon sagen, dass das Buch eine schwere Kost ist. Es ist verstörend, düster, teils explizit – nichts für Leser:innen, die eine klassische Handlung oder psychologische Auflösung erwarten. Die Vegetarierin ist ein radikales, poetisches und zutiefst verstörendes Werk über Körper, Freiheit und Widerstand. Es verweigert einfache Antworten und bleibt lange im Gedächtnis – gerade weil es den Leser selbst zu einer Art stillen Beobachter macht, der sich irgendwann fragen muss: Was sehe ich hier eigentlich wirklich – und was sagt das über mich aus? Obwohl ich es sehr gut bewerte kann ich keine hundertprozentige Empfehlung aussprechen.
It’s giving a little Kafka…
Lässt sich gut und flüssig lesen, aber lässt mich am Ende etwas ratlos zurück. Insgesamt trotzdem berührend, teilweise schockierend, stellenweise erstaunlich blutig und auch irgendwie wieder schön. Dass das Buch von einer Autorin ist konnte ich in der ersten Hälfte allerdings kaum glauben, so wenig stand und steht das Innenleben der Protagonistin im Mittelpunkt. Aber vielleicht ist das genau der Kern des Buches. Wir sehen sie nur durch die Augen anderer (vorwiegend Männer).
Erschütternd und doch sehr beklemmend – ein zwiespältiges Leseerlebnis das mich ratlos zurücklässt
Schonmal vorab: Das (Hör-)Buch ist vor allem am Anfang so graphisch und brutal (vor allem für alle Tierliebhaber), dass ich schon kurz vorm Abbrechen war !! Eine Triggerwarnung wäre wünschenswert! Ich kann nicht sagen, ob mich das Buch jetzt inspiriert oder total kalt gelassen hat, deshalb 3 Sterne. Für die Brutalität musste ich auch noch einen halben Stern abziehen. Das Buch ist in drei Teilgeschichten aufgeteilt, die, meiner Meinung nach, immer besser werden. Sie bauen aufeinander auf, und drehen sich um „Yong-Hye“ - also die Vegetarierin, die durch einen Traum beschließt, kein Fleisch mehr zu essen. Die erste der drei Geschichten ist aus Sicht des Ehemanns geschrieben, der sich - wie zu erwarten - in die Opferrolle stellt und sich eigentlich durchgehend über seine Frau beschwert. Hier kommen die patriarchalen Strukturen der Südkoreanischen Gesellschaft zum Ausdruck, zum einen durch ihren launischen Mann, aber auch durch ihre Familie und vor allem durch ihren Vater. In der zweiten geht es um ihren Schwager, der sich in Yong-Hye verliebt hat und sie für seine Fantasien ausnutzt. (Ohne hier ins Detail zu gehen waren diese Szenen besonders schlimm) In der letzten Geschichte nehmen wir die Perspektive ihrer Schwester ein. Hier will ich nicht Spoilern, aber dieses Kapitel hat mich am meisten „berührt“ (wenn man es so nennen will). Man wird zwar von der Geschichte eingesaugt. Trotzdem hat mich die Story leider zu keinem Zeitpunkt so richtig überzeugt.





















































