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Hart, eindringlich, großartig erzählt
„Die Nickel Boys“ erzählt das Grauen, das die echten Jugendlichen der Dozier School for Boys erleben mussten, mit großem Respekt und ohne Effekthascherei. Whitehead trifft einen Ton, der nüchtern bleibt und gerade dadurch unter die Haut geht. Schon der Einstieg mit den Ermittlungen rund um die anonymen Gräber und unidentifizierten Körper schafft eine bedrückende Grundstimmung, die sich durch’s ganze Buch zieht. Besonders nahegegangen sind mir natürlich Elwood und Turner – ihre Kindheit vor „Nickel“, ihre ganz unterschiedlichen Hoffnungen und später der Versuch, mit dem weiterzuleben, was von ihren Biografien übrig blieb. Dass viele der Jugendlichen völlig unverschuldet eingewiesen wurden und zu Beginn noch echte Hoffnungen hatten, fühlt sich an wie ein Stich ins Herz und macht das folgende Leid umso schwerer erträglich. Einzig mit dem Erzählstil hatte ich, wenn auch nur phasenweise, Schwierigkeiten. Manchmal fehlt ein klarer Übergang: eine Bemerkung steht im Raum, der Hintergrund dazu wird erst später erklärt und dann springt der Text wieder zurück zu einem früheren Thema. Das passt zwar inhaltlich zu der inneren Zerrüttung der Betroffenen, hat meinen Lesefluss aber leider etwas gestört. Trotzdem bleibt „Die Nickel Boys“ für mich ein starkes, schmerzhaftes und unbedingt lesenswertes Buch. Es ist hart – aber auf die bestmögliche Art.
Dec 20, 2025
Hart, eindringlich, großartig erzählt
„Die Nickel Boys“ erzählt das Grauen, das die echten Jugendlichen der Dozier School for Boys erleben mussten, mit großem Respekt und ohne Effekthascherei. Whitehead trifft einen Ton, der nüchtern bleibt und gerade dadurch unter die Haut geht. Schon der Einstieg mit den Ermittlungen rund um die anonymen Gräber und unidentifizierten Körper schafft eine bedrückende Grundstimmung, die sich durch’s ganze Buch zieht. Besonders nahegegangen sind mir natürlich Elwood und Turner – ihre Kindheit vor „Nickel“, ihre ganz unterschiedlichen Hoffnungen und später der Versuch, mit dem weiterzuleben, was von ihren Biografien übrig blieb. Dass viele der Jugendlichen völlig unverschuldet eingewiesen wurden und zu Beginn noch echte Hoffnungen hatten, fühlt sich an wie ein Stich ins Herz und macht das folgende Leid umso schwerer erträglich. Einzig mit dem Erzählstil hatte ich, wenn auch nur phasenweise, Schwierigkeiten. Manchmal fehlt ein klarer Übergang: eine Bemerkung steht im Raum, der Hintergrund dazu wird erst später erklärt und dann springt der Text wieder zurück zu einem früheren Thema. Das passt zwar inhaltlich zu der inneren Zerrüttung der Betroffenen, hat meinen Lesefluss aber leider etwas gestört. Trotzdem bleibt „Die Nickel Boys“ für mich ein starkes, schmerzhaftes und unbedingt lesenswertes Buch. Es ist hart – aber auf die bestmögliche Art.
Dec 20, 2025







