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Die Nickel Boys

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Über das Buch

Ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis – Colson Whiteheads großartiger Roman

Florida, Anfang der 1960er-Jahre. Der sechzehnjährige Elwood lebt mit seiner Großmutter im schwarzen Ghetto von Tallahassee und ist ein Bewunderer Martin Luther Kings. Als er einen Platz am College bekommt, scheint sein Traum von gesellschaftlicher Veränderung in Erfüllung zu gehen. Doch durch einen Zufall gerät er in ein gestohlenes Auto und wird ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort werden die Jungen missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt.

Erneut bringt Whitehead den tief verwurzelten Rassismus und das nicht enden wollende Trauma der amerikanischen Geschichte zutage. Sein Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, ist ein Schrei gegen die Ungerechtigkeit.

Mit seinem Gespür für literarische Texte interpretiert der Schauspieler Torben Kessler die Geschichte der Nickel Boys Elwood und Turner einfühlsam und doch schonungslos.

Editionen (4)

ISBN9783957131690
VerlagHörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum04.06.19

Rezensionen & Bewertungen

335 Bewertungen

55 Rezensionen

4,0

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  • luzifer
    luzifer

    359 Follower

    4,0

    Hart, eindringlich, großartig erzählt

    „Die Nickel Boys“ erzählt das Grauen, das die echten Jugendlichen der Dozier School for Boys erleben mussten, mit großem Respekt und ohne Effekthascherei. Whitehead trifft einen Ton, der nüchtern bleibt und gerade dadurch unter die Haut geht. Schon der Einstieg mit den Ermittlungen rund um die anonymen Gräber und unidentifizierten Körper schafft eine bedrückende Grundstimmung, die sich durch’s ganze Buch zieht. Besonders nahegegangen sind mir natürlich Elwood und Turner – ihre Kindheit vor „Nickel“, ihre ganz unterschiedlichen Hoffnungen und später der Versuch, mit dem weiterzuleben, was von ihren Biografien übrig blieb. Dass viele der Jugendlichen völlig unverschuldet eingewiesen wurden und zu Beginn noch echte Hoffnungen hatten, fühlt sich an wie ein Stich ins Herz und macht das folgende Leid umso schwerer erträglich. Einzig mit dem Erzählstil hatte ich, wenn auch nur phasenweise, Schwierigkeiten. Manchmal fehlt ein klarer Übergang: eine Bemerkung steht im Raum, der Hintergrund dazu wird erst später erklärt und dann springt der Text wieder zurück zu einem früheren Thema. Das passt zwar inhaltlich zu der inneren Zerrüttung der Betroffenen, hat meinen Lesefluss aber leider etwas gestört. Trotzdem bleibt „Die Nickel Boys“ für mich ein starkes, schmerzhaftes und unbedingt lesenswertes Buch. Es ist hart – aber auf die bestmögliche Art.

    20. Dez. 2025

  • disneyaddicted
    disneyaddicted

    53 Follower

    5,0

    Sehr berührend und tiefgreifend!

    Wie kann man in einer Welt überleben, die nicht möchte das du überlebst. Diese Geschichte hat mich tief berührt. Ganz einfach und simpel wird hier erzählt wie viel Leid eine ganze Generation an Jungen erleben musste. Wie sehr ein in sich stützendes System Zerstörung, Missbrauch und Ausbeutung zulassen kann. Was kann eine Seele ertragen, bevor sie bricht? Dieses Buch lässt tief blicken, baut aber auch auf. Schafft Momente des Atmens, des Lebens, des Aufbegehren und der Hoffnung, auch wenn sie tief verborgen scheinen. Unglaublich wertvoll!

    19. Feb. 2026

  • pj.jedi.1410
    pj.jedi.1410

    395 Follower

    5,0

    *Anstand als Widerstand „Er war überzeugt, dass man die Welt mit Anstand verändern konnte. Und wenn das nicht klappte, dann musste man wenigstens versuchen, mit Anstand darin zu leben.“*

    Elwood Curtis ist ein kluger, idealistischer Junge – geprägt von den Worten Martin Luther Kings und dem festen Glauben an Gerechtigkeit. Doch ein kleiner Zufall bringt ihn an den falschen Ort: in die Nickel Academy, eine Besserungsanstalt für Jungen in Florida. Was dort passiert, liegt im Schatten. Schläge, Willkür, Missbrauch – ein System, das vorgibt zu erziehen, aber zerstört. Elwoods Geschichte ist keine Ausnahme. Sie steht für viele. Und sie bleibt nicht nur in der Vergangenheit. Colson Whitehead erzählt nicht laut. Er schreibt klar, fast nüchtern – und genau deshalb trifft es tief. „Die Nickel Boys“ ist ein Roman über Rassismus, systematische Gewalt, das Wegsehen – und über den Schmerz, der bleibt, wenn Menschen nicht als Menschen behandelt werden. Aber er ist auch ein Roman über Würde. Über Prinzipien. Über Freundschaft und die leise Möglichkeit, trotz allem zu überleben, ohne sich selbst zu verlieren. Elwood glaubt an das Gute. Und dieser Glaube macht das Buch so erschütternd – und so wichtig. Ich habe das Buch fast in einem Zug gelesen – und musste oft innehalten. Wegen der Brutalität. Wegen der Ungerechtigkeit. Aber auch wegen der Sprache. Weil sie es schafft, nicht zu verharmlosen, und doch Raum lässt für Mitgefühl. Elwood ist eine Figur, die bleibt. Und Turner auch. Zwei Jungen, zwei Wege – beide geprägt von einem System, das nicht zur Rechenschaft gezogen wird. Ich habe oft geschluckt. Aber auch gespürt, wie sehr dieser Roman will, dass wir nicht wegsehen. Dass wir erinnern. ⭐⭐️⭐️⭐️⭐️ Weil Die Nickel Boys ein Roman ist, der weh tut – aber nie nur weh tun will. Weil er trauert, anklagt, hofft. Und weil er sich nicht an Schreie erinnert – sondern an Menschen. #DieNickelBoys #ColsonWhitehead #ErinnerungUndWiderstand #ElwoodCurtis #RassismusInDerLiteratur #WürdeUndWut

    *Anstand als Widerstand

„Er war überzeugt, dass man die Welt mit Anstand verändern konnte.
Und wenn das nicht klappte, dann musste man wenigstens versuchen, mit Anstand darin zu leben.“*

    16. Jan. 2026

3 von 55 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Colson Whitehead

Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper’s und Granta. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der neuen amerikanischen Literatur. Seine zahlreichen Veröffentlichungen wurden hochgelobt, für seinen Roman »Underground Railroad« erhielt er 2016 den National Book Award und 2017 den Pulitzer-Preis. Whitehead lebt in Brooklyn.Torben Kessler, geboren 1975, studierte Schauspiel, Gesang und Tanz an der Folkwang Hochschule Essen. Es folgten Engagements in Düsseldorf, Freiburg, Leipzig und Frankfurt. Neben der Bühne ist er auch im Fernsehen und Kino zu sehen, unter anderem spielte er in TV-Serien wie Tatort, SOKO Leipzig und Polizeiruf 110 sowie im Kinofilm Der Baader Meinhof Komplex. Als Hörbuchsprecher konnte sich Torben Kessler mit Lesungen von Joël Dickers Romanen sowie mit Dave Eggers' Der Circle und Hanya Yanagiharas Ein wenig Leben einen Namen machen.

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