Zehnter Dezember
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Description
Book Information
Author Description
George Saunders wurde 1958 in Amarillo, Texas, geboren, lebt heute mit seiner Frau und zwei Töchtern in Oneonta, New York, und ist Dozent an der Syracuse University. Er hat mehrere Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht, erhielt u.a. 2013 den PEN/Malamud Award und 2014 den Folio Prize. Das Echo auf seinen ersten Roman »Lincoln im Bardo« war überwältigend: Man Booker Prize 2017, Shortlist für den Golden Man Booker Prize, Premio Gregor von Rezzori 2018, New York Times-Nr.1-Bestseller, SWR-Bestenliste Platz 1 und SPIEGEL-Bestseller.
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Kurzgeschichten vom amerikanischen Meister dieses Genres
„Niemand versteht es, so ungewöhnlich über ganz gewöhnliche Menschen zu schreiben, die sich mit einer nicht ganz gewöhnlichen, unvollkommenen Welt herumschlagen, wie George Saunders. Da ist zum Beispiel die fünfzehnjährige Alison. Als sie, den Kopf voller grandioser Weltumarmungsgefühle, von einem Fremden entführt zu werden droht, steht der Nachbarjunge, der alles mit ansieht, vor einer schweren Entscheidung: Soll er ignorieren, dass das schönste aller Mädchen vermutlich Opfer eines Verbrechens wird, oder soll er sich über alle moralischen Gebote, nach denen ihn seine Eltern großgezogen haben, hinwegsetzen und eingreifen? Oder da ist der Mann, den medizinische Versuche über die Grenzen seines Selbst hinausführen, und zwar sowohl in puncto Lust als auch in puncto Mordlust. Und da ist in der Titelgeschichte der dicke, einsame Junge, der sich auf unsicheres Eis begibt und dabei die Selbstmordabsichten eines alten kranken Mannes durchkreuzt…“ Bei zeitgenössischen amerikanischen Kurzgeschichten ist für mich immer noch David Foster Wallace‘ „Kleines Mädchen mit komischen Haaren“ die Messlatte, die Saunters nach meinem Geschmack reißt. Länge und Sujet sind in den einzelnen Stories sehr unterschiedlich. Im Zentrum stehen endlose Selbstgespräche/Gedankenschleifen von Menschen unterschiedlicher Schichten mit teilweise dystopischen Kontext. Ich bin kein Fan von Kurzgeschichten und das amerikanische Wesen bleibt mir fremd. Hier bin ich dem guten Ruf Saunders und den überschwänglichen Kritiken gefolgt, kann das Buch aber aus meiner Sicht nicht empfehlen.
Wie liest man eigentlich Kurzgeschichten?
Im Rahmen meiner Challenge die 100 besten Bücher des 21. Jahrhunderts zu lesen stand "Zehnter Dezember Stories" als Nächstes auf meiner Leseliste. Ich habe bisher nur wenige Short Story gelesen und das hat wohl auch seinen Grund. Ich habe mich beim Lesen gefragt ob ich das Buch genauso hintereinander weglesen sollte wie andere Bücher oder eher häppchenweise also eine Short Story nach der anderen. Die ersten 6 Short Story habe ich gelesen aber bei der 7. habe ich mich entschieden das Buch abzubrechen. Obwohl ich mir fest vorgenommen hatte jedes Buch der Challenge zu beenden ist es mir bei dem Angebot an wundervollen Büchern wichtiger Geschichten zu lesen die mich wirklich fesseln und mir Freude bringen. In Zehnter Dezember haben mir leider weder der Schreibstil noch die Inhalte zugesagt. Für mich ist das Buch keine Empfehlung.
George Saunders bahnt sich unermüdlich seinen Weg zu meinen Lieblingsautoren. Bisher hat mich noch keines seiner Bücher unberührt gelassen. Dabei war jedes wieder anders und einzigartig. Normalerweise meide ich Kurzgeschichten, da mir diese einfach nicht im Kopf bleiben. Nicht einmal jene von Stephen King. Ich lese die Geschichten, lege das Buch weg und schon weiss ich nicht mehr, was ich gelesen habe. Da liegen mir längere Handlungsstränge einfach mehr. Aber George Saunders zeichnet hier solch intensive Bilder, dass sie mir tatsächlich bleiben könnten. Er geht ganz, ganz tief runter in unsere Gesellschaft und rupft an deren Wurzeln. Seine Figuren scheinen erst ganz normale Leute zu sein, bis man genauer hinschaut und merkt, dass etwas nicht stimmt. Oder das Gegenteil: eigentlich sind sie gute Menschen. Gute Menschen, die das Richtige tun wollen, aber irgendwie abgelenkt werden. Auf jeden Fall sind alle Geschichten stets von einem Gefühl der Gefahr und Bedrohung begleitet. Bereits in den ersten Sätzen fühlt man sich seltsam disloziert, etwas passt nicht. Und je länger man liest, desto mehr verhärtet sich dieses Gefühl. Manchmal gerät man richtig in Schock. Wichtig dabei ist auch wieder Saunders Gespür für Sprache. Nur schon durch den Wechsel einer Satzstellung kann uns dieser Autor so vieles verraten. Über die Figur, ihre Umgebung, ihren seelischen Zustand. Selten ist mir ein Schriftsteller begegnet, der dermassen gut mit der Ausdrucksfähigkeit seiner Charaktere umgehen konnte. Ein erstaunliches Talent, dieser George Saunders!
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George Saunders wurde 1958 in Amarillo, Texas, geboren, lebt heute mit seiner Frau und zwei Töchtern in Oneonta, New York, und ist Dozent an der Syracuse University. Er hat mehrere Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht, erhielt u.a. 2013 den PEN/Malamud Award und 2014 den Folio Prize. Das Echo auf seinen ersten Roman »Lincoln im Bardo« war überwältigend: Man Booker Prize 2017, Shortlist für den Golden Man Booker Prize, Premio Gregor von Rezzori 2018, New York Times-Nr.1-Bestseller, SWR-Bestenliste Platz 1 und SPIEGEL-Bestseller.
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Kurzgeschichten vom amerikanischen Meister dieses Genres
„Niemand versteht es, so ungewöhnlich über ganz gewöhnliche Menschen zu schreiben, die sich mit einer nicht ganz gewöhnlichen, unvollkommenen Welt herumschlagen, wie George Saunders. Da ist zum Beispiel die fünfzehnjährige Alison. Als sie, den Kopf voller grandioser Weltumarmungsgefühle, von einem Fremden entführt zu werden droht, steht der Nachbarjunge, der alles mit ansieht, vor einer schweren Entscheidung: Soll er ignorieren, dass das schönste aller Mädchen vermutlich Opfer eines Verbrechens wird, oder soll er sich über alle moralischen Gebote, nach denen ihn seine Eltern großgezogen haben, hinwegsetzen und eingreifen? Oder da ist der Mann, den medizinische Versuche über die Grenzen seines Selbst hinausführen, und zwar sowohl in puncto Lust als auch in puncto Mordlust. Und da ist in der Titelgeschichte der dicke, einsame Junge, der sich auf unsicheres Eis begibt und dabei die Selbstmordabsichten eines alten kranken Mannes durchkreuzt…“ Bei zeitgenössischen amerikanischen Kurzgeschichten ist für mich immer noch David Foster Wallace‘ „Kleines Mädchen mit komischen Haaren“ die Messlatte, die Saunters nach meinem Geschmack reißt. Länge und Sujet sind in den einzelnen Stories sehr unterschiedlich. Im Zentrum stehen endlose Selbstgespräche/Gedankenschleifen von Menschen unterschiedlicher Schichten mit teilweise dystopischen Kontext. Ich bin kein Fan von Kurzgeschichten und das amerikanische Wesen bleibt mir fremd. Hier bin ich dem guten Ruf Saunders und den überschwänglichen Kritiken gefolgt, kann das Buch aber aus meiner Sicht nicht empfehlen.
Wie liest man eigentlich Kurzgeschichten?
Im Rahmen meiner Challenge die 100 besten Bücher des 21. Jahrhunderts zu lesen stand "Zehnter Dezember Stories" als Nächstes auf meiner Leseliste. Ich habe bisher nur wenige Short Story gelesen und das hat wohl auch seinen Grund. Ich habe mich beim Lesen gefragt ob ich das Buch genauso hintereinander weglesen sollte wie andere Bücher oder eher häppchenweise also eine Short Story nach der anderen. Die ersten 6 Short Story habe ich gelesen aber bei der 7. habe ich mich entschieden das Buch abzubrechen. Obwohl ich mir fest vorgenommen hatte jedes Buch der Challenge zu beenden ist es mir bei dem Angebot an wundervollen Büchern wichtiger Geschichten zu lesen die mich wirklich fesseln und mir Freude bringen. In Zehnter Dezember haben mir leider weder der Schreibstil noch die Inhalte zugesagt. Für mich ist das Buch keine Empfehlung.
George Saunders bahnt sich unermüdlich seinen Weg zu meinen Lieblingsautoren. Bisher hat mich noch keines seiner Bücher unberührt gelassen. Dabei war jedes wieder anders und einzigartig. Normalerweise meide ich Kurzgeschichten, da mir diese einfach nicht im Kopf bleiben. Nicht einmal jene von Stephen King. Ich lese die Geschichten, lege das Buch weg und schon weiss ich nicht mehr, was ich gelesen habe. Da liegen mir längere Handlungsstränge einfach mehr. Aber George Saunders zeichnet hier solch intensive Bilder, dass sie mir tatsächlich bleiben könnten. Er geht ganz, ganz tief runter in unsere Gesellschaft und rupft an deren Wurzeln. Seine Figuren scheinen erst ganz normale Leute zu sein, bis man genauer hinschaut und merkt, dass etwas nicht stimmt. Oder das Gegenteil: eigentlich sind sie gute Menschen. Gute Menschen, die das Richtige tun wollen, aber irgendwie abgelenkt werden. Auf jeden Fall sind alle Geschichten stets von einem Gefühl der Gefahr und Bedrohung begleitet. Bereits in den ersten Sätzen fühlt man sich seltsam disloziert, etwas passt nicht. Und je länger man liest, desto mehr verhärtet sich dieses Gefühl. Manchmal gerät man richtig in Schock. Wichtig dabei ist auch wieder Saunders Gespür für Sprache. Nur schon durch den Wechsel einer Satzstellung kann uns dieser Autor so vieles verraten. Über die Figur, ihre Umgebung, ihren seelischen Zustand. Selten ist mir ein Schriftsteller begegnet, der dermassen gut mit der Ausdrucksfähigkeit seiner Charaktere umgehen konnte. Ein erstaunliches Talent, dieser George Saunders!







