Die Regeln des Spiels

Die Regeln des Spiels

Hardback
3.427

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Description

Lässig, böse, humorvoll – der neue Roman von Colson Whitehead über die wilden Siebziger im schwarzen New York Ray Carney will von krummen Geschäften nichts mehr wissen. Er hält sich raus aus dem täglichen Chaos New Yorks, wo Gangster sich Schießereien liefern und die Black Liberation Army zum bewaffneten Kampf aufruft. Wäre da nicht seine Tochter May mit dem schier unerfüllbaren Wunsch nach einem Ticket für das Konzert der Jackson Five. Ray muss sein altes Netzwerk aktivieren – auf die Gefahr hin, sich selbst wieder zu verstricken. Als in Harlem ganze Wohnblocks in Flammen aufgehen, beauftragt er Pepper, der wie kein zweiter die Regeln des Spiels kennt, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Whiteheads grandios unterhaltsamer Roman über das schwarze New York der wilden Siebziger ist ein großes Sittengemälde Amerikas.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
384
Price
26.80 €

Author Description

Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, ist einer der wichtigsten Autoren der neuen amerikanischen Literatur. Bei Hanser erschienen zuletzt die Romane »Underground Railroad« (2017), »Die Nickel Boys« (2019), »Harlem Shuffle« (2021), »Die Regeln des Spiels« (2023) und »Die Intuitionistin« (2024). Für »Underground Railroad« wurde er mit dem National Book Award 2016 und 2017 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Für »Die Nickel Boys« erhielt er 2020 erneut den Pulitzer-Preis. Der Autor lebt in Manhattan.

Posts

9
All
1

War leider gar nichts meins. Ich glaube, ich komme einfach mit dem Schreibstil nicht klar. Das Thema fand ich eigentlich gut

4

Ausversehen ein Sequel gelesen, aber funktioniert auch total gut alleine für sich.

3.5

Nach Harlem Shuffle, welches in den 60er Jahre spielt, lädt Whitehead nun ins Harlem der 70er ein. Es hat nicht ganz den Wow Effekt, wie der Vorgänger, macht aber dennoch Spaß. Meiner Meinung nach sollte man die jeweilige Geschichte ( es gibt drei )es relativ zügig lesen, da sie aufgrund von Einschüben und jeder Menge Namen verwirrend sein können. Alles in allem solide New York Geschichten

4

Mit "Die Regeln des Spiels" (im Original heißt sein Roman - wesentlich treffender - "Crook Manifesto") legt Colson Whitehead den zweiten Teil einer geplanten Trilogie rund um Ray Carney, seines Zeichen Möbelhändler und Hehler in Harlem, vor. "Die Regeln des Spiels" kann man auch dann gut lesen und verstehen, wenn man den Vorgänger "Harlem Shuffle" noch nicht gelesen hat. Mehr Spaß wird "Die Regeln des Spiels" aber auf jeden Fall machen, wenn man den ersten Teil der Trilogie bereits gelesen hat, gibt es in "Die Regeln des Spiels" doch immer wieder Verweise auf diesen Roman. Wie schon in "Harlem Shuffle", schafft es Colson Whitehead auch in diesem Roman, seine Leser*innen sofort ins Geschehen zu ziehen. Tatsächlich lässt Whitehead das New York und vor allem Harlem der 70er Jahre dermaßen plastisch auf die Leser*innen los, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Ich liebe das sehr! "Die Regeln des Spiels" wird in drei Teilen serviert: Zunächst folgen wir in "Ringolevio" vor allem Ray Carney, dem wir schon in "Harlem Shuffle" - allerdings noch in den 60er Jahren - begegnet sind. Ray hat sein Leben mittlerweile unter Kontrolle, sein Laden floriert, alles ist super. Bis - natürlich - mal wieder alles aus den Fugen gerät. Wie Whitehead das alles präsentiert, ist meiner Meinung nach eine hohe Kunst: Einerseits werden die Menschen, die Stadt, die Gaunereien und die Gewalt schonungslos präsentiert, andererseits bleibt genug Zeit für humoristische Einlagen, die sich aber immer aus der Situation bzw. aus den Gedanken (insbesondere Ray Carneys) ergeben. So bleibt das, was wir lesen, erträglich. Nicht nur das, es macht einen Riesenspaß und es gab immer wieder Momente im Roman, in denen ich mir wünschte, er würde kein Ende nehmen - einfach, weil er so toll geschrieben ist. Im zweiten Teil - Nofretete T. N. T. - steht Ray nur an der Seitenlinie, während Pepper, der schon kurz in "Harlem Shuffle" auftauchte, ins Zentrum rückt. Er muss die Hauptdarstellerin eines Films, der unter anderem in Rays Möbelgeschäft gedreht wird, ausfindig machen. Dieser zweite Teil hat es mir besonders angetan. Er ist ein tolles Zwischenspiel und zeigt, wie gut Whitehead darin ist, Charaktere zu schaffen, die - wie im echten Leben - voller Widersprüche stecken. Auch hier gibt es nicht nur das rein Gute und das rein Böse und gerade das macht Whiteheads Carney-Romane so lesenswert. Die Menschen werden in all ihren Facetten dargestellt und das macht "Harlem Shuffle" ebenso wie "Die Regeln des Spiels" so wunderbar. Klar, es gibt in diesen Romanen natürlich Menschen, mit den wir sympathisieren und Menschen, denen wir ablehnend gegenüber stehen, aber alles in allem wird hier eine tolle Bandbreite facettenreicher Menschen präsentiert. Der dritte Abschnitt des Romans - "Die Abwickler" - ist meiner Meinung nach leider auch der schwächste - das aber ehrlich gesagt auf verdammt hohem Niveau. Hier macht sich bemerkbar, dass es sich um den zweiten Teil einer geplanten Trilogie handelt. Zwar gibt es keinen Cliffhanger, aber so richtig befriedigend ist der dritte Abschnitt nicht. Das liegt auch daran, dass das Finale viel zu schnell abgehandelt wird. Whitehead, der sonst ein stets gut gewähltes Tempo an den Tag legt, präsentiert plötzlich ein überhastet wirkendes Romanende, das alles in allem unbefriedigend ist. Nun ist das Jammerei auf hohem Niveau: "Die Regeln des Spiels" ist ein verdammt guter Roman, der die 70er Jahre in New York bzw. Harlem auf eine Weise aufleben lässt, wie man das selten erlebt. Whitehead vermengt so viele Zutaten - die Black Panthers, Korruption, Gewalt, Gaunereien, Rassismus, Freundschaft, Liebe, Hoffnung und so weiter - zu einem funktionierenden, immer wieder witzigen und vor allem unterhaltsamen Gemisch, das seinesgleichen sucht. In diesem Kosmos entwickelt sich Ray und wir schauen seiner Entwicklung zu: vom jungen Mann, der bloß nichts mit den Gaunereien seines Vaters zu tun haben will, zu einem Mann, der akzeptiert hat, dass er nicht nur ein Möbelverkäufer, sondern auch ein Gauner ist. Ich bin sehr gespannt auf den finalen Roman der Trilogie!

1

Nachdem mir die "Nickel Boys" von Colson Whitehead wirklich gut gefallen haben, konnte ich mir diesem Buch leider gar nichts anfangen. Ich habe absolut keinen Zugang gefunden.

3

Sprachlich und von der Authentizität sicher brillant erzählt aber die Handlung(en) und Figuren haben mich leider durchweg nicht erreichen können. Sehr schade!

3

Als ich letztes Jahr Colson Whiteheads "Harlem Shuffle" las, war mir nicht bewusst, dass der Roman Auftakt zu einer Trilogie um den New Yorker Halbganoven Ray Carney sein sollte. Die Geschichte steht für sich, endet rund und hätte – für mein Verständnis – nicht zwingend einer Fortsetzung bedurft. Doch Whitehead will offenbar nicht nur die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts beleuchten, sondern ein größeres Panorama aufmachen, denn im neuen Roman „Die Regeln des Spiels“ befinden wir uns nun in den 70ern. Ray Carney hat die kriminellen Machenschaften aufgegeben – behauptet er zumindest. Er gibt sich auch redliche Mühe, sich als aufrechter Bürger durchzuschlagen. Sein Möbelgeschäft floriert, er ist Mitglied eines Clubs, seine Frau unterstützt einen Bürgermeisterkandidaten. So bieder, so normal. Doch dann verspricht er etwas voreilig seiner Tochter Tickets für das Jackson Five Konzert in New York. Dass man seine Versprechen gegenüber einem Teenager besser halten sollte, weiß auch Carney. Und als es sich als zunehmend schwierig herausstellt, an die Karten zu kommen, hat er keine andere Wahl, als sich auf Kontakte zu besinnen, die eher halbseiden sind. Und prompt findet er sich unverhofft in einer Gaunergeschichte wieder, die nicht einer gewissen Komik entbehrt. Als diese Queste überstanden ist (es sei hier natürlich nicht verraten, ob er schlussendlich die Konzerttickets in den Händen hält), stellt man als Leser fest, dass sich der Roman aus drei lose zusammenhängenden Geschichten zusammensetzt, die sich mal mehr, aber meistens weniger um Carney drehen. Zunehmend geht es auch um seinen Kumpel Pepper, den Dreh eines Black Exploitation Films und heißen Abriss in Harlem. Whitehead öffnet seinen Roman also für weitere Charaktere und Handlungsstränge, was einem Buch, das ohnehin schon mit unübersichtlichem Personal daherkommt, nicht unbedingt gut tut. Schon „Harlem Shuffle“ lebte von den vielen bunten Charakteren, den Kleinkriminellen, Dieben, Ganoven und anderen Bewohnern der Halbwelt, denen Whitehead hier ein schillerndes Denkmal setzt. In „Die Regeln des Spiels“ legt er es nun wirklich darauf an, dass man als Leser völlig den Überblick verliert, da der Fokuspunkt Ray Carney eben nun kein Fokus mehr ist. Stattdessen schwimmt man in einem schier endlosen Meer aus Namen, Beziehungen und korrupten Machenschaften, denen man (eventuell?) nur folgen kann, wenn man sich mit korrupten Machenschaften hautnah auskennt. Mich jedenfalls haben die vielen Handlungsstränge, die endlosen Abzweigungen und die unzähligen Nebenschauplätze ermüdet und teilweise überfordert. Kein Vergleich zu dem schillernden, aber eben doch wohl dosierten „Harlem Shuffle“. Klar, die Hauptattraktion von „Die Regeln des Spiels“ ist New York selbst, das wird ziemlich schnell klar. Mit leichter Feder malt er ein Bild dieser Stadt zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte. Das macht Whitehead so souverän, dass die enorme Rechercheleistung, die hinter „Die Regeln des Spiels“ stecken muss, eigentlich nicht auffällt. Alles fühlt sich natürlich, homogen und eben nicht „ausgedacht“ an. Leider führt es aber dazu, dass der ausufernde Plot hinter dem fanastisch ausgearbeiteten Setting zurücksteht. Dieses Ungleichgewicht tut dem Roman nicht gut. Das Lesevergnügen schmälert es ohnehin. „Die Regeln des Spiels“ ist weniger ein klassischer Roman mit stringentem Plot, sondern vielmehr drei lose verbundende Novellen, die in der Welt von „Harlem Shuffle“ angesiedelt sind. Die Novität des Erstlings kann die Fortsetzung nicht mehr erreichen. Die vielen Charaktere, ihre Hintergründe und Biographien führen zu oft vom Hauptgeschehen in die Irre und machen den Plot unnötig träge. Trotzdem: Jetzt will ich doch wissen, was Whitehead im dritten Teil der Trilogie noch präsentieren möchte. Die 80er Jahre in New York? Sicherlich waren die genauso wild wie die 60er und 70er. Das lasse ich mir trotz der Längen von „Die Regeln des Spiels“ nicht entgehen.

4

New York in den seventies muss wild gewesen sein. Sehr gut. Ich mag solche Gaunergeschichten.

4

Besonders haben mir an dem Buch der Aufbau und die Rückkehr der Charaktere aus dem vorherigen Teil gefallen. Es beginnt zunächst mit einem New York zu Beginn der 70er, wo verschiedene Bewegungen sehr aktiv waren. Danach folgen die Mitte, wo Drogenkonsum und das Aufblühen der Filmbranche von großer Bedeutung waren, sowie das Ende der 70er, bei denen das Viertel unter den beginnenden Bandenkriegen anfängt zu leiden. Die drei Teile sind wie kleinere Geschichten aufgebaut, bei denen die Hauptcharaktere sehr präsent sind, der Fokus jedoch auf den jeweiligen Themengebieten liegt. So werden beispielsweise die BLA zu Beginn des Buches erwähnt, im dritten Teil gar nicht mehr. Auf der einen Seite etwas Schade, da als Leser schon interessant ist, was daraus geworden ist und welche Spuren es noch gibt. Auf der anderen Seite wird so ganz klar ausgedrückt, wo der Fokus liegt und wie sich das Leben und die Menschen zu dieser Zeit geändert haben. Was mir hier ein bisschen fehlt, sind die Frauenrollen aus jener Zeit. Auch wenn es sich in erster Linie um das Gangsterleben aus der Zeit dreht. Der Schreibstil ist sehr angenehm und man fliegt nur so über die Seiten, bei denen es die eine oder andere Stelle zum Schmunzeln oder Stirnrunzeln gibt. Wer jedoch auf die ganze große Spannung und reißerische Story hofft, dem sei von diesem Buch abgeraten. Denn die Geschichte wird keinesfalls durch actionreiche oder übertriebene Szenen dargestellt.

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