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Schön verloren, Piranesi.
Ein Haus ohne Außenwände. Säle, die ins Unendliche reichen. Gezeiten, die durch Korridore fluten. Susanna Clarkes Piranesi wirft einen ins kalte Wasser und erklärt einem dabei nicht mal, dass man schwimmen soll. Die Prämisse ist so simpel wie verwirrend: Ein Mann namens Piranesi lebt in einem gigantischen, labyrinthartigen Haus. Er führt Tagebuch, beobachtet die Gezeiten, katalogisiert Statuen und hat offensichtlich keine Ahnung, wer er wirklich ist. Mehr wird hier nicht verraten, denn Piranesi lebt von seinen Enthüllungen. Was Clarke hier baut, ist atmosphärisch dicht und konzeptuell mutig. Das Haus fühlt sich gleichzeitig klaustrophobisch und unendlich an, vertraut und völlig fremd. Wer auf klassisches Worldbuilding mit Erklärungen und Exposition hofft, wird enttäuscht – wer sich aber auf die Logik des Buches einlässt, taucht in etwas wirklich Eigenwilliges ein. Der Schreibstil ist dabei nicht für jeden. Piranesis kühle, protokollartige Tagebucheinträge sind Stilmittel und Stolperstein zugleich – funktionieren als Charakter- und Weltaufbau, können aber auf Dauer zermürbend wirken, besonders wenn man auf Tempo oder emotionale Nähe aus ist. Ob ich alles verstanden habe? Ehrlich gesagt: nicht sicher. Piranesi hinterlässt mehr Fragen als Antworten und ich bin mir nicht immer sicher, ob das an der Tiefe des Buches liegt oder an meiner eigenen Leseerfahrung. Aus diesem Grund verzichte ich bewusst auf eine Bewertung. Ein Buch, bei dem man nicht ausschließen kann, den Kern verfehlt zu haben, verdient keinen voreiligen Stempel. Was bleibt, ist das Gefühl, etwas Ungewöhnliches gelesen zu haben. Und vielleicht ist das bei Piranesi schon die halbe Botschaft.

Apr 28, 2026
Schön verloren, Piranesi.
Ein Haus ohne Außenwände. Säle, die ins Unendliche reichen. Gezeiten, die durch Korridore fluten. Susanna Clarkes Piranesi wirft einen ins kalte Wasser und erklärt einem dabei nicht mal, dass man schwimmen soll. Die Prämisse ist so simpel wie verwirrend: Ein Mann namens Piranesi lebt in einem gigantischen, labyrinthartigen Haus. Er führt Tagebuch, beobachtet die Gezeiten, katalogisiert Statuen und hat offensichtlich keine Ahnung, wer er wirklich ist. Mehr wird hier nicht verraten, denn Piranesi lebt von seinen Enthüllungen. Was Clarke hier baut, ist atmosphärisch dicht und konzeptuell mutig. Das Haus fühlt sich gleichzeitig klaustrophobisch und unendlich an, vertraut und völlig fremd. Wer auf klassisches Worldbuilding mit Erklärungen und Exposition hofft, wird enttäuscht – wer sich aber auf die Logik des Buches einlässt, taucht in etwas wirklich Eigenwilliges ein. Der Schreibstil ist dabei nicht für jeden. Piranesis kühle, protokollartige Tagebucheinträge sind Stilmittel und Stolperstein zugleich – funktionieren als Charakter- und Weltaufbau, können aber auf Dauer zermürbend wirken, besonders wenn man auf Tempo oder emotionale Nähe aus ist. Ob ich alles verstanden habe? Ehrlich gesagt: nicht sicher. Piranesi hinterlässt mehr Fragen als Antworten und ich bin mir nicht immer sicher, ob das an der Tiefe des Buches liegt oder an meiner eigenen Leseerfahrung. Aus diesem Grund verzichte ich bewusst auf eine Bewertung. Ein Buch, bei dem man nicht ausschließen kann, den Kern verfehlt zu haben, verdient keinen voreiligen Stempel. Was bleibt, ist das Gefühl, etwas Ungewöhnliches gelesen zu haben. Und vielleicht ist das bei Piranesi schon die halbe Botschaft.
Apr 28, 2026









