INTERNATIONAL BESTSELLER • An “urgent [and] ingenious” (The New York Times Book Review, Editors’ Choice) novel of rupture and repair in the digital age, delving into a hidden world deep under the ocean—from the acclaimed author of Apeirogon and Let the Great World Spin
“The spirit of Joseph Conrad hovers over the text, but here the heart of darkness lies at the bottom of the ocean.”—Salman Rushdie
A BEST BOOK OF THE YEAR: Publishers Weekly, Kirkus Reviews, BookPage
“Everything gets fixed, and we all stay broken.”
Anthony Fennell, an Irish journalist and playwright, is assigned to cover the underwater cables that carry the world’s information. The sum of human existence—words, images, transactions, memes, voices, viruses—travels through the tiny fiber-optic tubes. But sometimes the tubes break, at an unfathomable depth.
Fennell’s journey brings him to the west coast of Africa, where he uncovers a story about the raw human labor behind the dazzling veneer of the technological world. He meets a fellow Irishman, John Conway, the chief of mission on a cable repair ship. The mysterious Conway is a skilled engineer and a freediver capable of reaching extraordinary depths. He is also in love with a South African actress, Zanele, who must leave to go on her own literary adventure to London.
When the ship is sent up the coast to repair a series of major underwater breaks, both men learn that the very cables they seek to fix carry the news that may cause their lives to unravel. At sea, they are forced to confront the most elemental questions of life, love, absence, belonging, and the perils of our severed connections. Can we, in our fractured world, reweave ourselves out of the thin, broken threads of our pasts? Can the ruptured things awaken us from our despair?
Resoundingly simple and turbulent at the same time, Twist is a meditation on the nature of narrative and truth from one of the great storytellers of our times.
Die Reparatur eines Tiefseekabels als gelungene Metapher für zwischenmenschliche Formen von Verbundenheit/Zerrissenheit, mit der Erkenntnis, dass letztendlich alles dem Zerfall geweiht ist und sich nicht immer reparieren lässt - informativ aber mit spürbaren Längen!
Nov 20, 2025
4.0
Die Reparatur eines Tiefseekabels als gelungene Metapher für zwischenmenschliche Formen von Verbundenheit/Zerrissenheit, mit der Erkenntnis, dass letztendlich alles dem Zerfall geweiht ist und sich nicht immer reparieren lässt - informativ aber mit spürbaren Längen!
Die frühen Entscheidungen bei jeder im Werden begriffenen Geschichte zeigen Vektoren auf, die in ein Dutzend unterschiedlicher Richtungen weisen können, ein Rorschachbild von Möglichkeiten.
Mein Auftrag war es, über die Drähte zu reden, darüber, wie sie kaputtgehen konnten, und über die Schiffe, die aufs Meer hinausfuhren, um sie zu reparieren. Einerseits schien das ziemlich einfach zu sein.
- Zitat, Seite 276
Im ganzen uns bekannten Universum gibt es kein vollständiges Vakuum. Warum fühlt sich das Innere des Menschen dann manchmal so leer an, als wäre jegliche Verbindung abgerissen?
"Wir zerbrechen aneinander. " - So lautet der erste Satz des Romans "TWIST" von dem irischen Schriftsteller Colum McCann, in dem er seinen Protagonisten im Jahre 2019 auf die Reise nach Kapstadt schickt. An Bord der Georges Lecointe, eines Reperaturschiffs für Kabelbrüche in der Tiefsee, soll Anthony Fennell eine Reportage schreiben, über moderne Kommunikation und ihre Störfälle.
Am Anfang besteht die Faszination für diese Tiefseekabel, welche die globalen Datenflüsse in ihren fragile Glaskörpern leiten, immer bedroht von äußeren Einflüssen wie Naturereignisse, aber auch menschlichen Anfeindungen ausgesetzt - durch Terror und Gewaltphänomene wie Krieg. Das abgerissen Kabel auf der Titelseite lässt die berechtigte Hoffnung auf einen spannungsgeladenen Roman aufkommen.
Doch die Erzählung schlingert wie ein seekranker Passagier hin und her und vermag sich nicht richtig zu entscheiden, was sie darstellen will.
Ist das ein Abenteuerroman? Oder eine philosophischen Betrachtung der menschlichen Natur? Eine Liebesgeschichte (aber wer sind die Liebenden), oder ein Selbstfindungsroman?
Auch der Schreibstil scheint seine klare Linie um Haaresbreite zu verfehlen. Bedeutungsschwangere Worte werden zu Phrasen und der zum Teil sehr abgehackte Stil mit Sätzen aus zwei, drei oder vier Wörtern wirkt weniger stakatohaft, sondern eher nervtötend. Auch die Anspielungen auf klassische Texte wie "Herz der Finsternis" wirken seltsam aufgesetzt und machen unnötig darauf aufmerksam, dass der gelesene Text keinesfalls die Tiefe der Vorlage erreicht.
Die Idee zum Roman und die philosophischen Gedankenspiele sind interessant gewählt, aber die sprachliche und inhaltliche Umsetzung entsprechen nicht den eigenen hohen Erwartungen.
FAZIT
Vielleicht ist es ja auch diese Fixierung auf die Figur Conway, in die sich der Ich-Erzähler bereits in der Vorgeschichte schockverliebt. Conway ist als Experte für die Reparatur der Tiefseekabel als zentrale Figur der Geschichte eigentlich eine gute Wahl, aber durch die einseitige Perspektive bleibt dieser doch irgendwie eindimensional und weniger geheimnisumwoben, wie wahrscheinlich vom Autoren beabsichtigt.
Es ist schon seltsam, dass mir ausgerechnet in diesem Roman so sehr die Verbindung zu den Figuren und damit letztlich auch die zur Geschichte gefehlt hat.
Aber dies ist natürlich nur mein rein subjektiver Eindruck. Andere mögen bei der Lektüre ganz anders empfunden haben.
Leider kann ich hier keine persönliche Empfehlung aussprechen. Wer ist trotzdem mit an Bord?
Nov 26, 2025
3.0
Die frühen Entscheidungen bei jeder im Werden begriffenen Geschichte zeigen Vektoren auf, die in ein Dutzend unterschiedlicher Richtungen weisen können, ein Rorschachbild von Möglichkeiten.
Mein Auftrag war es, über die Drähte zu reden, darüber, wie sie kaputtgehen konnten, und über die Schiffe, die aufs Meer hinausfuhren, um sie zu reparieren. Einerseits schien das ziemlich einfach zu sein.
- Zitat, Seite 276
Im ganzen uns bekannten Universum gibt es kein vollständiges Vakuum. Warum fühlt sich das Innere des Menschen dann manchmal so leer an, als wäre jegliche Verbindung abgerissen?
"Wir zerbrechen aneinander. " - So lautet der erste Satz des Romans "TWIST" von dem irischen Schriftsteller Colum McCann, in dem er seinen Protagonisten im Jahre 2019 auf die Reise nach Kapstadt schickt. An Bord der Georges Lecointe, eines Reperaturschiffs für Kabelbrüche in der Tiefsee, soll Anthony Fennell eine Reportage schreiben, über moderne Kommunikation und ihre Störfälle.
Am Anfang besteht die Faszination für diese Tiefseekabel, welche die globalen Datenflüsse in ihren fragile Glaskörpern leiten, immer bedroht von äußeren Einflüssen wie Naturereignisse, aber auch menschlichen Anfeindungen ausgesetzt - durch Terror und Gewaltphänomene wie Krieg. Das abgerissen Kabel auf der Titelseite lässt die berechtigte Hoffnung auf einen spannungsgeladenen Roman aufkommen.
Doch die Erzählung schlingert wie ein seekranker Passagier hin und her und vermag sich nicht richtig zu entscheiden, was sie darstellen will.
Ist das ein Abenteuerroman? Oder eine philosophischen Betrachtung der menschlichen Natur? Eine Liebesgeschichte (aber wer sind die Liebenden), oder ein Selbstfindungsroman?
Auch der Schreibstil scheint seine klare Linie um Haaresbreite zu verfehlen. Bedeutungsschwangere Worte werden zu Phrasen und der zum Teil sehr abgehackte Stil mit Sätzen aus zwei, drei oder vier Wörtern wirkt weniger stakatohaft, sondern eher nervtötend. Auch die Anspielungen auf klassische Texte wie "Herz der Finsternis" wirken seltsam aufgesetzt und machen unnötig darauf aufmerksam, dass der gelesene Text keinesfalls die Tiefe der Vorlage erreicht.
Die Idee zum Roman und die philosophischen Gedankenspiele sind interessant gewählt, aber die sprachliche und inhaltliche Umsetzung entsprechen nicht den eigenen hohen Erwartungen.
FAZIT
Vielleicht ist es ja auch diese Fixierung auf die Figur Conway, in die sich der Ich-Erzähler bereits in der Vorgeschichte schockverliebt. Conway ist als Experte für die Reparatur der Tiefseekabel als zentrale Figur der Geschichte eigentlich eine gute Wahl, aber durch die einseitige Perspektive bleibt dieser doch irgendwie eindimensional und weniger geheimnisumwoben, wie wahrscheinlich vom Autoren beabsichtigt.
Es ist schon seltsam, dass mir ausgerechnet in diesem Roman so sehr die Verbindung zu den Figuren und damit letztlich auch die zur Geschichte gefehlt hat.
Aber dies ist natürlich nur mein rein subjektiver Eindruck. Andere mögen bei der Lektüre ganz anders empfunden haben.
Leider kann ich hier keine persönliche Empfehlung aussprechen. Wer ist trotzdem mit an Bord?