Twist
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Description
In diesem Roman laufen viele Geschichten zusammen, es geht um das, was uns erst zu Menschen macht: die Verbindung mit den anderen.
2019 geht der Journalist Fennell in Kapstadt an Bord der Georges Lecointe , eines Reparaturschiffs für Kabelbrüche in der Tiefsee. Er soll eine Reportage schreiben, über Kommunikation und ihre Störungen. Im Fokus: die Tiefseekabel, die die globalen Datenflüsse leiten, ständig gefährdet durch Naturereignisse, Krieg und Terrorismus. Der Missionschef Conway scheint nicht glücklich über den Gast, der sich für alles zu interessieren scheint – vielleicht auch für Conways Frau Zanele? Es sieht auch erst nicht danach aus, als sei so bald ein Einsatz fällig – bis eines Morgens in der Stadt Chaos ausbricht: Internet tot, Telefone stumm, kein Geld am Automaten. Eine Havarie mitten im Atlantik, in großer Tiefe, ganz Afrika ist betroffen. Das Schiff lichtet den Anker.
Nach Wochen auf hoher See dann eine erschreckende Nachricht: Auf Zanele wurde ein Anschlag verübt. Als Fennell zu neugierig wird, eskaliert der Konflikt. Allein mit der Crew auf dem Kabelleger umkreisen sich die beiden Männer …
Book Information
Author Description
Colum McCann wurde 1965 in Dublin geboren. Er arbeitete als Journalist, Farmarbeiter und Lehrer und unternahm lange Reisen durch Asien, Europa und Amerika. Für seine Romane und Erzählungen erhielt McCann zahlreiche Literaturpreise, unter anderem den Hennessy Award und den Rooney Prize for Irish Literature. Zum internationalen Bestsellerautor wurde er mit den Romanen Der Tänzer und Zoli. Für den Roman Die große Welt erhielt er 2009 den National Book Award. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in New York.
Posts
Die Reparatur eines Tiefseekabels als gelungene Metapher für zwischenmenschliche Formen von Verbundenheit/Zerrissenheit, mit der Erkenntnis, dass letztendlich alles dem Zerfall geweiht ist und sich nicht immer reparieren lässt - informativ aber mit spürbaren Längen!
Die frühen Entscheidungen bei jeder im Werden begriffenen Geschichte zeigen Vektoren auf, die in ein Dutzend unterschiedlicher Richtungen weisen können, ein Rorschachbild von Möglichkeiten. Mein Auftrag war es, über die Drähte zu reden, darüber, wie sie kaputtgehen konnten, und über die Schiffe, die aufs Meer hinausfuhren, um sie zu reparieren. Einerseits schien das ziemlich einfach zu sein. - Zitat, Seite 276 Im ganzen uns bekannten Universum gibt es kein vollständiges Vakuum. Warum fühlt sich das Innere des Menschen dann manchmal so leer an, als wäre jegliche Verbindung abgerissen? "Wir zerbrechen aneinander. " - So lautet der erste Satz des Romans "TWIST" von dem irischen Schriftsteller Colum McCann, in dem er seinen Protagonisten im Jahre 2019 auf die Reise nach Kapstadt schickt. An Bord der Georges Lecointe, eines Reperaturschiffs für Kabelbrüche in der Tiefsee, soll Anthony Fennell eine Reportage schreiben, über moderne Kommunikation und ihre Störfälle. Am Anfang besteht die Faszination für diese Tiefseekabel, welche die globalen Datenflüsse in ihren fragile Glaskörpern leiten, immer bedroht von äußeren Einflüssen wie Naturereignisse, aber auch menschlichen Anfeindungen ausgesetzt - durch Terror und Gewaltphänomene wie Krieg. Das abgerissen Kabel auf der Titelseite lässt die berechtigte Hoffnung auf einen spannungsgeladenen Roman aufkommen. Doch die Erzählung schlingert wie ein seekranker Passagier hin und her und vermag sich nicht richtig zu entscheiden, was sie darstellen will. Ist das ein Abenteuerroman? Oder eine philosophischen Betrachtung der menschlichen Natur? Eine Liebesgeschichte (aber wer sind die Liebenden), oder ein Selbstfindungsroman? Auch der Schreibstil scheint seine klare Linie um Haaresbreite zu verfehlen. Bedeutungsschwangere Worte werden zu Phrasen und der zum Teil sehr abgehackte Stil mit Sätzen aus zwei, drei oder vier Wörtern wirkt weniger stakatohaft, sondern eher nervtötend. Auch die Anspielungen auf klassische Texte wie "Herz der Finsternis" wirken seltsam aufgesetzt und machen unnötig darauf aufmerksam, dass der gelesene Text keinesfalls die Tiefe der Vorlage erreicht. Die Idee zum Roman und die philosophischen Gedankenspiele sind interessant gewählt, aber die sprachliche und inhaltliche Umsetzung entsprechen nicht den eigenen hohen Erwartungen. FAZIT Vielleicht ist es ja auch diese Fixierung auf die Figur Conway, in die sich der Ich-Erzähler bereits in der Vorgeschichte schockverliebt. Conway ist als Experte für die Reparatur der Tiefseekabel als zentrale Figur der Geschichte eigentlich eine gute Wahl, aber durch die einseitige Perspektive bleibt dieser doch irgendwie eindimensional und weniger geheimnisumwoben, wie wahrscheinlich vom Autoren beabsichtigt. Es ist schon seltsam, dass mir ausgerechnet in diesem Roman so sehr die Verbindung zu den Figuren und damit letztlich auch die zur Geschichte gefehlt hat. Aber dies ist natürlich nur mein rein subjektiver Eindruck. Andere mögen bei der Lektüre ganz anders empfunden haben. Leider kann ich hier keine persönliche Empfehlung aussprechen. Wer ist trotzdem mit an Bord?
Ein atmosphärisches Porträt über eine kaum greifbare Person. Die Erzählart hat mich stellenweise an „Der große Gatsby“ erinnert.
Atmosphärisch
Sehr atmosphärisches Buch - Melancholisch, Geheimnisvoll, Einsam, Philosophisch. Die Passagen rund um den Einblick ins Tauchen und Arbeiten am Unterwasserkabel waren sehr interessant. Ich habe den Roman im Urlaub gelesen und habe tatsächlich den Spaß am Tauchen entdeckt. Allerdings hier und da auch einige langatmige Passagen
Mir gefällt der Schreibstil von Colum McCann sehr. Die Geschichte selber war gut.
Konnte mich leider nicht überzeugen
Mein erstes Buch, dass ich vom Autor lese und leider muss ich sagen, es konnte mich nicht so recht überzeugen. Es ist nicht schlecht, aber eben doch so ganz anders als ich erwartet habe. Die Thematik ansich fand ich sehr interessant und der Informationsgehalt ist hier auch sehr hoch, da merkt man, dass der Autor gut recherchiert hat oder in der Thematik drin ist. Alles andere konnte mich jedoch nicht überzeugen. Weder wurde ich mit den Protagonisten warm, noch hat mich die Beziehungebene dieser irgendwie angesprochen. Zwischendurch gab es meiner Meinung auch sehr langatmige Passagen, die die Geschichte nicht wirklich Vorran getrieben haben. Wer gerade da Wert drauf legt oder so was erwartet, der wird wahrscheinlich keine Freude an dem Buch haben. Wer sich eher für die Thematik selbst interessiert, der kommt hier auf seine Kosten.
Ich hatte mir von diesem Roman viel versprochen, bin dann aber mit Handlung und Erzählstil nicht warm geworden. Es hat mich einfach nichts gepackt, weder die blasse und zweidimensionale Figurenzeichnung noch die langatmige thematische Aufbereitung. Es hat mich drei Anläufe gebraucht, dieses Hörbuch zuende zu hören und es hat sich dann sehr gezogen. Nichtsdestotrotz kann ich mir vorstellen, dass es vielen Menschen gefällt, es ist nur einfach nicht “mein Buch” gewesen. *Das Hörbuch wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar von Netgalley zur Verfügung gestellt.
Eine Reise in die Tiefsee und in die Tiefe der menschlichen Seele, Brüche, lose Enden und Reparaturen
Mal ein ganz anderes Buch, mit ganz ungewohntem Thema für mich: Inhaltlich geht es um Glasfaserkabel, welche am tiefen Grund des Meeres die Welt mit Daten versorgt. Und es geht um die Crew eines Schiffes, die von Kapstadt aus solche Kabel bei Beschädigungen repariert. Auf solch einer Mission begleitet Journalist Fennell, die ersten Tage im Sturm kotzend, später dann als Zuschauer eben diese Crew rund um den Chef der Operation, Conway. Die Mission: Die Welt des Internets und der Datenübertragung vor dem Kollaps zu retten. Fennell, der gerade an einer Schreibkrise leidet, reist also nach Südafrika, lernt dort den ruhigen, wortkarten Conway kennen, den alle zu kennen scheinen und dem alle vertrauen und fährt mit seiner Crew, bestehend aus Männern der unterschiedlichsten Nationalitäten und Religionen weit aufs mehr hinaus. Irgendwo in der Nähe des Kongo gab es einen gewaltigen Erdrutsch im Meer, welcher eines der für die Gesellschaft so notwendigen Kabel beschädigt hat. Und dieses gilt es noch zu finden. Unterwegs sinniert Fennell genauso über seine Vergangenheit, er hat einen sechzehnjährigen Sohn aus einer sehr kurzen Ehe mit einer Chilenin, zu dem er keinen Kontakt hat. Er schreibt Briefe an ihn, die er nicht abschickt. Er macht sich seine Gedanken zu „alles beginnt mit einem Zett“, Zanele, der Lebensgefährtin von Conway, die mit den Kindern nach London gezogen ist, um dort am Theater Karriere zu machen. So ist nun die George Lecointe, das Reparaturschiff wochenlang auf hoher See, um die richtige Stelle zu finden, die Kabelenden zu „bergen“ und die Reparatur vorzunehmen. Während Conway voll konzentriert seiner Aufgabe nachkommt, wird in London seine Lebensgefährtin Zanele Opfer eines Säureattentates. Conway ist ein undurchschaubarer Charakter, die Art der Beziehung zu Zanele ebenfalls. Kennengelernt haben sich die beiden durch das Tauchen, tief, so ganz ohne Hilfsmittel. Unvorstellbar für mich, ich muss den Boden unter den Füßen sehen, Wasser ist nicht wirklich mein Element. Und wenn man sich nun vorstellt, da geht es nicht 20 oder 30 Meter runter, sondern bis zu vier Kilometer, natürlich nur mit Maschinen machbar. Aber man stelle sich das mal vor! Und dann diese Präzision, wie eines solche Schadstelle gefunden wird. Während all dieser Wochen in Mission auf hoher See, ist nun der Journalist Fennell mit an Bord. Afrika ist betroffen, Internet, Telefonie, Datenübertragung, alles hängt nur noch an einem (zweiten) Kabel. Das pure Chaos. Ich erinnere mich noch an kurze 15 Minuten im örtlichen Supermarkt. Onlinebezahlung nicht möglich, Schlangen am Bankomat, nur Bargeldbezahlung ist möglich. Und nun stelle man sich das in wesentlich größerem Ausmaße vor. Chaos pur! Technisch, menschlich, umweltkritisch. Nicht das absolute Highlight auf meiner Leseliste – ist ja auch nicht mein Genre – aber dennoch eine Empfehlung wert.
Das Buch, hat mich leider nicht gepackt. Ich weiß nicht ob es am Thema lag oder eher daran das ich so viele tolle Bücher vorher gelesen habe, wo es einfach nicht mithalten konnte.
S. 122: Wir alle denken, da wäre gar nichts, aber so etwas wie Leere gibt es nicht. Der Ozean ist eine Art Festkörper. Wir müssen uns bewegen, um hindurchzukommen. Er ist ein Gegenstand, Fennell. Nicht irgendeine riesige Weite. Kein leerer Ort. S. 125 Ich war süchtig nach dem Anblick der Wellen. Die Stunden vergingen, wie Stunden es tun; sie waren jedoch süßer als alle, die in geraumer Zeit an mir vorbeigezogen waren. Dieses Buch hat mir nicht nur eine Geschichte über Fennell und Conway erzählt, sondern mir auch ganz viel über das Meer, Unterwasserkabel und auch unser Internet beigebracht. Eigentlich hatte ich es nur wegen dem Cover und dem Loch im Buch gekauft, aber der Inhalt hat mich umgehauen.

Hervorragende Sprache, solide Story und tolle Motive. Klare Empfehlung!
Was für ein langweiliger Roman über ein mega interessantes Thema. Ich weiß nicht, warum ich ihn nicht abgebrochen habe. - Ah, es fällt mir wieder ein… Das Thema. Dies ist eine absolute NICHT-Leseempfehlung. Ich frage mich, warum ich Apeirogon so super fand. Hab es zum Glück übers lange Wochenende mitgenommen und werde da noch mal rein lesen.
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In diesem Roman laufen viele Geschichten zusammen, es geht um das, was uns erst zu Menschen macht: die Verbindung mit den anderen.
2019 geht der Journalist Fennell in Kapstadt an Bord der Georges Lecointe , eines Reparaturschiffs für Kabelbrüche in der Tiefsee. Er soll eine Reportage schreiben, über Kommunikation und ihre Störungen. Im Fokus: die Tiefseekabel, die die globalen Datenflüsse leiten, ständig gefährdet durch Naturereignisse, Krieg und Terrorismus. Der Missionschef Conway scheint nicht glücklich über den Gast, der sich für alles zu interessieren scheint – vielleicht auch für Conways Frau Zanele? Es sieht auch erst nicht danach aus, als sei so bald ein Einsatz fällig – bis eines Morgens in der Stadt Chaos ausbricht: Internet tot, Telefone stumm, kein Geld am Automaten. Eine Havarie mitten im Atlantik, in großer Tiefe, ganz Afrika ist betroffen. Das Schiff lichtet den Anker.
Nach Wochen auf hoher See dann eine erschreckende Nachricht: Auf Zanele wurde ein Anschlag verübt. Als Fennell zu neugierig wird, eskaliert der Konflikt. Allein mit der Crew auf dem Kabelleger umkreisen sich die beiden Männer …
Book Information
Author Description
Colum McCann wurde 1965 in Dublin geboren. Er arbeitete als Journalist, Farmarbeiter und Lehrer und unternahm lange Reisen durch Asien, Europa und Amerika. Für seine Romane und Erzählungen erhielt McCann zahlreiche Literaturpreise, unter anderem den Hennessy Award und den Rooney Prize for Irish Literature. Zum internationalen Bestsellerautor wurde er mit den Romanen Der Tänzer und Zoli. Für den Roman Die große Welt erhielt er 2009 den National Book Award. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in New York.
Posts
Die Reparatur eines Tiefseekabels als gelungene Metapher für zwischenmenschliche Formen von Verbundenheit/Zerrissenheit, mit der Erkenntnis, dass letztendlich alles dem Zerfall geweiht ist und sich nicht immer reparieren lässt - informativ aber mit spürbaren Längen!
Die frühen Entscheidungen bei jeder im Werden begriffenen Geschichte zeigen Vektoren auf, die in ein Dutzend unterschiedlicher Richtungen weisen können, ein Rorschachbild von Möglichkeiten. Mein Auftrag war es, über die Drähte zu reden, darüber, wie sie kaputtgehen konnten, und über die Schiffe, die aufs Meer hinausfuhren, um sie zu reparieren. Einerseits schien das ziemlich einfach zu sein. - Zitat, Seite 276 Im ganzen uns bekannten Universum gibt es kein vollständiges Vakuum. Warum fühlt sich das Innere des Menschen dann manchmal so leer an, als wäre jegliche Verbindung abgerissen? "Wir zerbrechen aneinander. " - So lautet der erste Satz des Romans "TWIST" von dem irischen Schriftsteller Colum McCann, in dem er seinen Protagonisten im Jahre 2019 auf die Reise nach Kapstadt schickt. An Bord der Georges Lecointe, eines Reperaturschiffs für Kabelbrüche in der Tiefsee, soll Anthony Fennell eine Reportage schreiben, über moderne Kommunikation und ihre Störfälle. Am Anfang besteht die Faszination für diese Tiefseekabel, welche die globalen Datenflüsse in ihren fragile Glaskörpern leiten, immer bedroht von äußeren Einflüssen wie Naturereignisse, aber auch menschlichen Anfeindungen ausgesetzt - durch Terror und Gewaltphänomene wie Krieg. Das abgerissen Kabel auf der Titelseite lässt die berechtigte Hoffnung auf einen spannungsgeladenen Roman aufkommen. Doch die Erzählung schlingert wie ein seekranker Passagier hin und her und vermag sich nicht richtig zu entscheiden, was sie darstellen will. Ist das ein Abenteuerroman? Oder eine philosophischen Betrachtung der menschlichen Natur? Eine Liebesgeschichte (aber wer sind die Liebenden), oder ein Selbstfindungsroman? Auch der Schreibstil scheint seine klare Linie um Haaresbreite zu verfehlen. Bedeutungsschwangere Worte werden zu Phrasen und der zum Teil sehr abgehackte Stil mit Sätzen aus zwei, drei oder vier Wörtern wirkt weniger stakatohaft, sondern eher nervtötend. Auch die Anspielungen auf klassische Texte wie "Herz der Finsternis" wirken seltsam aufgesetzt und machen unnötig darauf aufmerksam, dass der gelesene Text keinesfalls die Tiefe der Vorlage erreicht. Die Idee zum Roman und die philosophischen Gedankenspiele sind interessant gewählt, aber die sprachliche und inhaltliche Umsetzung entsprechen nicht den eigenen hohen Erwartungen. FAZIT Vielleicht ist es ja auch diese Fixierung auf die Figur Conway, in die sich der Ich-Erzähler bereits in der Vorgeschichte schockverliebt. Conway ist als Experte für die Reparatur der Tiefseekabel als zentrale Figur der Geschichte eigentlich eine gute Wahl, aber durch die einseitige Perspektive bleibt dieser doch irgendwie eindimensional und weniger geheimnisumwoben, wie wahrscheinlich vom Autoren beabsichtigt. Es ist schon seltsam, dass mir ausgerechnet in diesem Roman so sehr die Verbindung zu den Figuren und damit letztlich auch die zur Geschichte gefehlt hat. Aber dies ist natürlich nur mein rein subjektiver Eindruck. Andere mögen bei der Lektüre ganz anders empfunden haben. Leider kann ich hier keine persönliche Empfehlung aussprechen. Wer ist trotzdem mit an Bord?
Ein atmosphärisches Porträt über eine kaum greifbare Person. Die Erzählart hat mich stellenweise an „Der große Gatsby“ erinnert.
Atmosphärisch
Sehr atmosphärisches Buch - Melancholisch, Geheimnisvoll, Einsam, Philosophisch. Die Passagen rund um den Einblick ins Tauchen und Arbeiten am Unterwasserkabel waren sehr interessant. Ich habe den Roman im Urlaub gelesen und habe tatsächlich den Spaß am Tauchen entdeckt. Allerdings hier und da auch einige langatmige Passagen
Mir gefällt der Schreibstil von Colum McCann sehr. Die Geschichte selber war gut.
Konnte mich leider nicht überzeugen
Mein erstes Buch, dass ich vom Autor lese und leider muss ich sagen, es konnte mich nicht so recht überzeugen. Es ist nicht schlecht, aber eben doch so ganz anders als ich erwartet habe. Die Thematik ansich fand ich sehr interessant und der Informationsgehalt ist hier auch sehr hoch, da merkt man, dass der Autor gut recherchiert hat oder in der Thematik drin ist. Alles andere konnte mich jedoch nicht überzeugen. Weder wurde ich mit den Protagonisten warm, noch hat mich die Beziehungebene dieser irgendwie angesprochen. Zwischendurch gab es meiner Meinung auch sehr langatmige Passagen, die die Geschichte nicht wirklich Vorran getrieben haben. Wer gerade da Wert drauf legt oder so was erwartet, der wird wahrscheinlich keine Freude an dem Buch haben. Wer sich eher für die Thematik selbst interessiert, der kommt hier auf seine Kosten.
Ich hatte mir von diesem Roman viel versprochen, bin dann aber mit Handlung und Erzählstil nicht warm geworden. Es hat mich einfach nichts gepackt, weder die blasse und zweidimensionale Figurenzeichnung noch die langatmige thematische Aufbereitung. Es hat mich drei Anläufe gebraucht, dieses Hörbuch zuende zu hören und es hat sich dann sehr gezogen. Nichtsdestotrotz kann ich mir vorstellen, dass es vielen Menschen gefällt, es ist nur einfach nicht “mein Buch” gewesen. *Das Hörbuch wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar von Netgalley zur Verfügung gestellt.
Eine Reise in die Tiefsee und in die Tiefe der menschlichen Seele, Brüche, lose Enden und Reparaturen
Mal ein ganz anderes Buch, mit ganz ungewohntem Thema für mich: Inhaltlich geht es um Glasfaserkabel, welche am tiefen Grund des Meeres die Welt mit Daten versorgt. Und es geht um die Crew eines Schiffes, die von Kapstadt aus solche Kabel bei Beschädigungen repariert. Auf solch einer Mission begleitet Journalist Fennell, die ersten Tage im Sturm kotzend, später dann als Zuschauer eben diese Crew rund um den Chef der Operation, Conway. Die Mission: Die Welt des Internets und der Datenübertragung vor dem Kollaps zu retten. Fennell, der gerade an einer Schreibkrise leidet, reist also nach Südafrika, lernt dort den ruhigen, wortkarten Conway kennen, den alle zu kennen scheinen und dem alle vertrauen und fährt mit seiner Crew, bestehend aus Männern der unterschiedlichsten Nationalitäten und Religionen weit aufs mehr hinaus. Irgendwo in der Nähe des Kongo gab es einen gewaltigen Erdrutsch im Meer, welcher eines der für die Gesellschaft so notwendigen Kabel beschädigt hat. Und dieses gilt es noch zu finden. Unterwegs sinniert Fennell genauso über seine Vergangenheit, er hat einen sechzehnjährigen Sohn aus einer sehr kurzen Ehe mit einer Chilenin, zu dem er keinen Kontakt hat. Er schreibt Briefe an ihn, die er nicht abschickt. Er macht sich seine Gedanken zu „alles beginnt mit einem Zett“, Zanele, der Lebensgefährtin von Conway, die mit den Kindern nach London gezogen ist, um dort am Theater Karriere zu machen. So ist nun die George Lecointe, das Reparaturschiff wochenlang auf hoher See, um die richtige Stelle zu finden, die Kabelenden zu „bergen“ und die Reparatur vorzunehmen. Während Conway voll konzentriert seiner Aufgabe nachkommt, wird in London seine Lebensgefährtin Zanele Opfer eines Säureattentates. Conway ist ein undurchschaubarer Charakter, die Art der Beziehung zu Zanele ebenfalls. Kennengelernt haben sich die beiden durch das Tauchen, tief, so ganz ohne Hilfsmittel. Unvorstellbar für mich, ich muss den Boden unter den Füßen sehen, Wasser ist nicht wirklich mein Element. Und wenn man sich nun vorstellt, da geht es nicht 20 oder 30 Meter runter, sondern bis zu vier Kilometer, natürlich nur mit Maschinen machbar. Aber man stelle sich das mal vor! Und dann diese Präzision, wie eines solche Schadstelle gefunden wird. Während all dieser Wochen in Mission auf hoher See, ist nun der Journalist Fennell mit an Bord. Afrika ist betroffen, Internet, Telefonie, Datenübertragung, alles hängt nur noch an einem (zweiten) Kabel. Das pure Chaos. Ich erinnere mich noch an kurze 15 Minuten im örtlichen Supermarkt. Onlinebezahlung nicht möglich, Schlangen am Bankomat, nur Bargeldbezahlung ist möglich. Und nun stelle man sich das in wesentlich größerem Ausmaße vor. Chaos pur! Technisch, menschlich, umweltkritisch. Nicht das absolute Highlight auf meiner Leseliste – ist ja auch nicht mein Genre – aber dennoch eine Empfehlung wert.
Das Buch, hat mich leider nicht gepackt. Ich weiß nicht ob es am Thema lag oder eher daran das ich so viele tolle Bücher vorher gelesen habe, wo es einfach nicht mithalten konnte.
S. 122: Wir alle denken, da wäre gar nichts, aber so etwas wie Leere gibt es nicht. Der Ozean ist eine Art Festkörper. Wir müssen uns bewegen, um hindurchzukommen. Er ist ein Gegenstand, Fennell. Nicht irgendeine riesige Weite. Kein leerer Ort. S. 125 Ich war süchtig nach dem Anblick der Wellen. Die Stunden vergingen, wie Stunden es tun; sie waren jedoch süßer als alle, die in geraumer Zeit an mir vorbeigezogen waren. Dieses Buch hat mir nicht nur eine Geschichte über Fennell und Conway erzählt, sondern mir auch ganz viel über das Meer, Unterwasserkabel und auch unser Internet beigebracht. Eigentlich hatte ich es nur wegen dem Cover und dem Loch im Buch gekauft, aber der Inhalt hat mich umgehauen.
















