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Zuviel Erwartung…. Zuviel Gott / Zuviel Poesie / Zuviel Ausschweifung /
James Baldwin gilt ja als eine der großen Stimmen der afroamerikanischen Literatur, und Von dieser Welt hat zweifellos Passagen, in denen seine sprachliche Kraft und seine Beobachtungsschärfe aufleuchten. Trotzdem hat mich das Buch als Ganzes nicht wirklich gepackt. Baldwins Stil ist intensiv, manchmal fast überbordend. Für meinen Geschmack driftet er zu oft ins Poetische und verliert sich in Ausschweifungen, die mich eher aus der Geschichte herausgezogen haben. Besonders die biblischen Passagen waren mir zu viel des Guten. Das Wort Gott taucht so häufig auf, dass es irgendwann wie ein sprachlicher Reflex wirkt. An diesem Punkt habe ich gemerkt, wie meine Geduld dünner wurde. Der Erzählstrang um Elisabeth hat mich überraschend stark an die frühen Kapitel der Cher‑Biografie erinnert, die ich gerade parallel lese. Natürlich liegen 2 Jahrzehnte dazwischen, und natürlich möchte ich die beiden Bücher nicht vergleichen – schon allein, weil der Stil der Cher‑Biografie so schlicht und banal ist, dass er manchmal an das Tagebuch einer Vierzehnjährigen erinnert. Und doch war diese Parallele plötzlich da und ließ sich nicht mehr ausblenden. nicht von dieser Welt passt ja auch irgendwie zu Cher 😁… und nicht von dieser Welt ist ja doch Biografisch wie man mittlerweile weis. Was Baldwin allerdings hervorragend gelingt, ist die Darstellung der gesellschaftlichen Härte. Diese Welt ist eng, rau, bedrückend – und absolut glaubwürdig beschrieben. Nur bleibt der Fokus sehr stark auf die sozialen Konflikte während Rassismus eher im Hintergrund bleiben. Gleichzeitig zeigt Baldwin sehr klar, wie die Kirche – wie so oft in der Geschichte – arme Menschen für sich gewinnt, ihnen Halt verspricht und gleichzeitig Macht über sie ausübt. Dieser Aspekt ist stark, aber auch hier hätte ich mir manchmal weniger Predigtton und mehr erzählerische Distanz gewünscht. Und dann muss ich ehrlich sagen: Die letzten vierzig Seiten habe ich im wahrsten Sinne des Wortes nur noch überflogen. Nicht, weil sie schlecht wären, sondern weil mir der Ton zu dicht, zu schwer, zu sehr „zu viel“ wurde. Ich wollte einfach nur noch ankommen. Unterm Strich bleibt ein Buch, das literarisch Bedeutung hat, mich persönlich aber nicht durchgehend erreicht hat. Zu viel Bibel, zu viel Pathos, zu wenig erzählerische Klarheit.

Feb 15, 2026
Zuviel Erwartung…. Zuviel Gott / Zuviel Poesie / Zuviel Ausschweifung /
James Baldwin gilt ja als eine der großen Stimmen der afroamerikanischen Literatur, und Von dieser Welt hat zweifellos Passagen, in denen seine sprachliche Kraft und seine Beobachtungsschärfe aufleuchten. Trotzdem hat mich das Buch als Ganzes nicht wirklich gepackt. Baldwins Stil ist intensiv, manchmal fast überbordend. Für meinen Geschmack driftet er zu oft ins Poetische und verliert sich in Ausschweifungen, die mich eher aus der Geschichte herausgezogen haben. Besonders die biblischen Passagen waren mir zu viel des Guten. Das Wort Gott taucht so häufig auf, dass es irgendwann wie ein sprachlicher Reflex wirkt. An diesem Punkt habe ich gemerkt, wie meine Geduld dünner wurde. Der Erzählstrang um Elisabeth hat mich überraschend stark an die frühen Kapitel der Cher‑Biografie erinnert, die ich gerade parallel lese. Natürlich liegen 2 Jahrzehnte dazwischen, und natürlich möchte ich die beiden Bücher nicht vergleichen – schon allein, weil der Stil der Cher‑Biografie so schlicht und banal ist, dass er manchmal an das Tagebuch einer Vierzehnjährigen erinnert. Und doch war diese Parallele plötzlich da und ließ sich nicht mehr ausblenden. nicht von dieser Welt passt ja auch irgendwie zu Cher 😁… und nicht von dieser Welt ist ja doch Biografisch wie man mittlerweile weis. Was Baldwin allerdings hervorragend gelingt, ist die Darstellung der gesellschaftlichen Härte. Diese Welt ist eng, rau, bedrückend – und absolut glaubwürdig beschrieben. Nur bleibt der Fokus sehr stark auf die sozialen Konflikte während Rassismus eher im Hintergrund bleiben. Gleichzeitig zeigt Baldwin sehr klar, wie die Kirche – wie so oft in der Geschichte – arme Menschen für sich gewinnt, ihnen Halt verspricht und gleichzeitig Macht über sie ausübt. Dieser Aspekt ist stark, aber auch hier hätte ich mir manchmal weniger Predigtton und mehr erzählerische Distanz gewünscht. Und dann muss ich ehrlich sagen: Die letzten vierzig Seiten habe ich im wahrsten Sinne des Wortes nur noch überflogen. Nicht, weil sie schlecht wären, sondern weil mir der Ton zu dicht, zu schwer, zu sehr „zu viel“ wurde. Ich wollte einfach nur noch ankommen. Unterm Strich bleibt ein Buch, das literarisch Bedeutung hat, mich persönlich aber nicht durchgehend erreicht hat. Zu viel Bibel, zu viel Pathos, zu wenig erzählerische Klarheit.
Feb 15, 2026







