As I Lay Dying
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"As I lay dying" - allein der Romantitel des 1930 veröffentlichten Romans des Literaturnobelpreisträgers William Faulkner klingt nach (düsterer) Poesie. Und tatsächlich sah der Schriftsteller die Lyrik als die höchste Kunst des Schreibens an, doch wer an der Dichtkunst und an dem Verfassen von Kurzgeschichten scheitere, werde eben Romancier! Glück für alle, die nun mit Staunen diesen unglaublich atmosphärischen Roman lesen können und sich von dem komplexen und multiperspektiv angelegten Bewußtseinsstrom mitreißen lassen möchten. Der Roman liegt hier in einer Neuübersetzung aus dem Jahre 2012 von Maria Carlsson vor. Doch worum geht es in "Als ich im Sterben lag"? Nun, zu Beginn der Geschichte liegt tatsächlich eine Frau im Sterben. Wir begeben uns in die ländliche Gegend, nahe des Mississippi. Während die Farmersfrau Addie Bundren in ihren letzten Zügen liegt, zimmert ihr ältester Sohn Cash in Eile ihren ⚰ Sarg zusammen. Die Luft ist zum Zerreißen gespannt, es riecht bereits nach dem Regen, den ein herannahender Sturm bringt. Der zahnlose Ehemann, der sich nach einem ordentlichen Gebiss sehnt, ist entschlossen, den letzten Wunsch seiner sterbenden Ehefrau zu erfüllen und die Tote gemeinsam mit seinen Söhnen Cash, Darl, Jewel, und Vardaman sowie der Tochter Dewey Dell in deren Herkunftsort Jefferson (fiktiv) zu überführen. Doch diese Überführung erweist sich als tragisch-komische Odyssee, welche Geheimnisse der Reisenden zum Vorschein und alle Beteiligten an die körperlichen und mentalen Grenzen bringt. Obwohl es an komplex angelegten Figuren nicht mangelt, erscheint es beim Lesen so, als würde noch eine weitere, unbenannte, Erzählstimme ins Ohr flüstern. Doch anders als beim auktorialen Erzählen schwebt diese nicht über der Handlung, sondern scheint zwischen den Zeilen zu liegen. Gleich einem Sterbenden haucht diese Stimme uns Worte ins Ohr, die kaum greifbar erscheinen, die wir aber doch als kostbar betrachten wollen, auch wenn sich der Sinn nicht (gänzlich) erschließen mag. Ob man sich persönlich für diese dunkle Poesie, die sich dem Philosophischen hinzuneigen scheint, öffnen möchte, mag man vielleicht nach dem Betrachten der folgenden Textstelle für sich entscheiden: "Jenseits der unbeleuchteten Wand kann ich den Regen hören, wie er dem Wagen Gestalt gibt, der uns gehört, und der Ladung, die nicht mehr denen gehört, die die Bäume gefällt und zersägt haben, und noch nicht den Käufern und auch nicht uns, obgleich sie auf unserem Wagen liegt, denn der Wind und der Regen allein geben ihm Gestalt für Jewel und mich, die wir nicht schlafen. Und weil der Schlaf ein "ist-nicht" ist, und Wind und Regen ein "war" ist, wird Addie Bundren nicht sein. Und doch "ist" der Wagen, denn wenn der Wagen "war" ist, wird Addie Bundren nicht sein. Und Jewel "ist", also muss Addie Bundren sein. Und also muss auch ich sein, sonst könnte ich mich nicht in einem fremden Zimmer leer machen für den Schlaf. Und darum, wenn ich mich noch nicht leer gemacht habe, bin ich "ist". Wie oft habe ich unterm Regen auf einem fremden Dach gelegen und an zu Hause gedacht." - Zitat, Seite 79 FAZIT Dies war mein allererster Versuch mit dem Werk von William Faulkner und ich bin absolut fasziniert. Den Roman habe ich in einem Zug durchgelesen und nur innegehalten, um mir einige Textpassagen zu notieren. Ich fühlte mich förmlich hineingezogen in den Text, der mich immer wieder überrascht und zunehmend bezauberte. William Faulkner hat wohl einen speziellen Sinn für Humor, der mich persönlich sehr anspricht. Und die Poesie in seiner Prosa ist einfach göttlich. Wer wagt ebenfalls das Experiment dieser Lektüre? "Die ersten schweren Tropfen rascheln durchs Laub und auf die Erde mit einem langen Seufzen, als seien sie von einer unerträglichen Spannung erlöst." - Zitat, Seite 75
Tour de Force
Man wird schnell reingezogen in die Geschichte, eines seiner ersten Bücher zeigt schon klar seine Art zu schreiben, die ungefilterten Gedanken verschiedener Charaktere und wie sie die Story beeinflussen und sehen. "As I lay dying the woman with the dog's eyes would not close my eyes for me as I descended into Hades." (Odyssey, Book XI)
Faulkner erzählt in 15 wechselnden Perspektiven die Geschichte, in deren Zentrum die ärmliche Südstaaten-Familie Bundren steht. Addie Bundren - Mutter von 5 Kindern -, tätigt auf ihrem Sterbebett den letzten Atemzug und ihr letzter Wunsch ist es, in ihrem Heimatort Jefferson begraben zu werden. Dadurch wird der zerrütteten Familie eine Odyssee oktroyiert, die sie durch diverse Naturkatastrophen, inneren und äußeren Konflikten, sowie psychische Zusammenbrüche führt. Nach und nach werden die innersten Gedanken, Ängste und tiefsten Geheimnisse dekuvriert - dies kulminiert darin, dass Darl Bundren am Ende der beschwerlichen Reise in eine Anstalt gebracht wird. Die fragmentarische Narration kann stellenweise recht herausfordernd sein, belohnt den Leser am Ende jedoch mit einer emotionalen und psychologischen Tiefe, welche in wenigen Werken zu finden ist.

Dieses Buch - ist eine Aneinanderreihung von über 50 inneren Monologen, die je nach Ich-Erzähler eine unterschiedliche Ausdrucksart haben. Beschreibungen des Jetzt, Rückblicke, krude Philosophien, Bewusstseinsströme und psychisch kranke Vorstellungen von Menschen als Tiere, - ist ein Roadtrip der klassischen amerikanischen Art, bei dem der Sarg der Mutter in ihren 40 Meilen entfernten Heimort gebracht werden soll unter den widrigsten Umständen, - ist ein Beweis, dass jeder Mensch trotz familiärer und nachbarschaftlicher Gemeinschaft in erster Linie an sich denkt beim Kampf um das Leben und Überleben, - ist eine scheinbar nicht enden wollende Familientragödie, - zeigt, dass Jeder auf seine Art verrückt ist und die, die scheinbar normal sind am Ende auch dem Wahnsinn verfallen und umgekehrt die, die am Anfang skurril wirkten, noch die Klarsten sind, - ist ein Sinnbild für den Kampf der Menschen gegen die Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde, - ist die Geschichte der Armen Farmersfamilien Bundren, die mit der bedauernswerte White Trash sind, von dem ich in der Literatur je gelesen habe, - habe ich bestimmt nur zur Hälfte vollständig in seinen möglichen Deutungen und Interpretationen erfasst und obwohl ich solche Bewusstseinstrombücher a la James Joyce oder Virgina Woolf eigentlich immer sehr anstrengend finde, hat mich dieses kleine Buch gepackt, - kann man bestimmt mehrmals lesen und immer neue Dinge entdecken, denn nun, wo man weiß, wie alle Verlechtungen verlaufen, wird so manches vom Beginn klarer, - liebt man oder hasst man. Ich zähle wohl zur ersten Gruppe.
As I Lay Dying is primarily about the Bundren family's arduous journey to bury their deceased mother, Addie, but it's fundamentally a deep exploration of individual perceptions, fractured family dynamics, and the subjective nature of truth. Is it easy to read? No, not at all. Faulkner's experimental narrative, with its multiple, often contradictory, first-person perspectives and stream-of-consciousness style, makes it quite challenging. You have to work to piece together the story.
Dieses Buch - ist eine Aneinanderreihung von über 50 inneren Monologen, die je nach Ich-Erzähler eine unterschiedliche Ausdrucksart haben. Beschreibungen des Jetzt, Rückblicke, krude Philosophien, Bewusstseinsströme und psychisch kranke Vorstellungen von Menschen als Tiere, - ist ein Roadtrip der klassischen amerikanischen Art, bei dem der Sarg der Mutter in ihren 40 Meilen entfernten Heimort gebracht werden soll unter den widrigsten Umständen, - ist ein Beweis, dass jeder Mensch trotz familiärer und nachbarschaftlicher Gemeinschaft in erster Linie an sich denkt beim Kampf um das Leben und Überleben, - ist eine scheinbar nicht enden wollende Familientragödie, - zeigt, dass Jeder auf seine Art verrückt ist und die, die scheinbar normal sind am Ende auch dem Wahnsinn verfallen und umgekehrt die, die am Anfang skurril wirkten, noch die Klarsten sind, - ist ein Sinnbild für den Kampf der Menschen gegen die Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde, - ist die Geschichte der Armen Farmersfamilien Bundren, die mit der bedauernswerte White Trash sind, von dem ich in der Literatur je gelesen habe, - habe ich bestimmt nur zur Hälfte vollständig in seinen möglichen Deutungen und Interpretationen erfasst und obwohl ich solche Bewusstseinstrombücher a la James Joyce oder Virgina Woolf eigentlich immer sehr anstrengend finde, hat mich dieses kleine Buch gepackt, - kann man bestimmt mehrmals lesen und immer neue Dinge entdecken, denn nun, wo man weiß, wie alle Verlechtungen verlaufen, wird so manches vom Beginn klarer, - liebt man oder hasst man. Ich zähle wohl zur ersten Gruppe.
This was not for me, unfortunately. Amerikanische Südstaaten, frühes 20. Jahrhundert. Addie Bundren liegt im Sterben. Um sie herum bereiten ihr Mann und ihre Söhne sich auf ihren Tod vor, einer von ihnen zimmert den Sarg. Anse Bundren möchte seiner Frau ihren letzten Wunsch erfüllen und sie in ihrer Heimatstadt Jefferson beerdigen. Der Weg dorthin ist jedoch mühsam und reich an Hindernissen, er wird den Bundrens einiges abverlangen. Ich habe mich vorab nicht über Faulkners Schreibstil informiert, wollte aber unbedingt einmal ein Buch des Nobelpreisträgers lesen. Zumal mich auch die Zeit und das Thema „White Trash“ interessieren. Ziemlich schnell wurde mir klar, worauf ich mich da eingelassen hatte. Die Perspektive wechselt häufig zwischen 15 verschiedenen Charakteren. Das bereitete mir keine Schwierigkeiten. Faulkners Schreibstil ist experimentell, lässt vieles unausgesprochen, die Leserin muss sehr viel zwischen den Zeilen lesen. Ohne die Anmerkungen zu den einzelnen Kapiteln, die ich im Internet gefunden und nach jedem Kapitel gelesen habe, wäre mir viel entgangen. Das muss nichts Negatives sein. Es kann Spaß machen, Symbole zu entschlüsseln und einen Text auseinanderzunehmen, es war mir aber einfach zu viel, das es zu analysieren galt. Was mir außerdem Probleme bereitete, war die Art des Symbolismus, die Faulkner einsetzt. Wenn er ein Kind sagen lässt: „My mother is a fish.“ (Seite 76, der einzige Satz des Kapitels), kaufe ich ihm das einfach nicht ab. Dahinter steckt christlicher Symbolismus, aber ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind solche Gedankengänge hat und dass erwachsene, ungebildete Männer denken und sprechen, wie Faulkner es im Stream-of-Consciousness wiedergibt. Das schafft für mich eine Distanz zu den Charakteren, die bis zur Gleichgültigkeit führt. Ich liebe Symbolismus, etwa in Jane Eyre, aber die Bilder müssen für mich nachvollziehbar und glaubwürdig sein. Ich musste leider feststellen, dass dies in Faulkners Werk nicht der Fall war. Ich fand weder einen Zugang zu der Geschichte noch zu den Charakteren. Der experimentelle Stil beherrscht den Roman, sodass inhaltliche Aspekte, die mich interessiert hätten, kaum zum Tragen kommen. Mit anderen Worten: Ich musste mich durch das Buch durchquälen. Ich möchte niemandem auf den Fuß treten, der Faulkner liebt. Es ist mein persönlicher Geschmack, der mich den Roman als zu abstrus empfinden lässt. Wer solche Symbolik mag, kommt hier sicher auf seine Kosten.
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"As I lay dying" - allein der Romantitel des 1930 veröffentlichten Romans des Literaturnobelpreisträgers William Faulkner klingt nach (düsterer) Poesie. Und tatsächlich sah der Schriftsteller die Lyrik als die höchste Kunst des Schreibens an, doch wer an der Dichtkunst und an dem Verfassen von Kurzgeschichten scheitere, werde eben Romancier! Glück für alle, die nun mit Staunen diesen unglaublich atmosphärischen Roman lesen können und sich von dem komplexen und multiperspektiv angelegten Bewußtseinsstrom mitreißen lassen möchten. Der Roman liegt hier in einer Neuübersetzung aus dem Jahre 2012 von Maria Carlsson vor. Doch worum geht es in "Als ich im Sterben lag"? Nun, zu Beginn der Geschichte liegt tatsächlich eine Frau im Sterben. Wir begeben uns in die ländliche Gegend, nahe des Mississippi. Während die Farmersfrau Addie Bundren in ihren letzten Zügen liegt, zimmert ihr ältester Sohn Cash in Eile ihren ⚰ Sarg zusammen. Die Luft ist zum Zerreißen gespannt, es riecht bereits nach dem Regen, den ein herannahender Sturm bringt. Der zahnlose Ehemann, der sich nach einem ordentlichen Gebiss sehnt, ist entschlossen, den letzten Wunsch seiner sterbenden Ehefrau zu erfüllen und die Tote gemeinsam mit seinen Söhnen Cash, Darl, Jewel, und Vardaman sowie der Tochter Dewey Dell in deren Herkunftsort Jefferson (fiktiv) zu überführen. Doch diese Überführung erweist sich als tragisch-komische Odyssee, welche Geheimnisse der Reisenden zum Vorschein und alle Beteiligten an die körperlichen und mentalen Grenzen bringt. Obwohl es an komplex angelegten Figuren nicht mangelt, erscheint es beim Lesen so, als würde noch eine weitere, unbenannte, Erzählstimme ins Ohr flüstern. Doch anders als beim auktorialen Erzählen schwebt diese nicht über der Handlung, sondern scheint zwischen den Zeilen zu liegen. Gleich einem Sterbenden haucht diese Stimme uns Worte ins Ohr, die kaum greifbar erscheinen, die wir aber doch als kostbar betrachten wollen, auch wenn sich der Sinn nicht (gänzlich) erschließen mag. Ob man sich persönlich für diese dunkle Poesie, die sich dem Philosophischen hinzuneigen scheint, öffnen möchte, mag man vielleicht nach dem Betrachten der folgenden Textstelle für sich entscheiden: "Jenseits der unbeleuchteten Wand kann ich den Regen hören, wie er dem Wagen Gestalt gibt, der uns gehört, und der Ladung, die nicht mehr denen gehört, die die Bäume gefällt und zersägt haben, und noch nicht den Käufern und auch nicht uns, obgleich sie auf unserem Wagen liegt, denn der Wind und der Regen allein geben ihm Gestalt für Jewel und mich, die wir nicht schlafen. Und weil der Schlaf ein "ist-nicht" ist, und Wind und Regen ein "war" ist, wird Addie Bundren nicht sein. Und doch "ist" der Wagen, denn wenn der Wagen "war" ist, wird Addie Bundren nicht sein. Und Jewel "ist", also muss Addie Bundren sein. Und also muss auch ich sein, sonst könnte ich mich nicht in einem fremden Zimmer leer machen für den Schlaf. Und darum, wenn ich mich noch nicht leer gemacht habe, bin ich "ist". Wie oft habe ich unterm Regen auf einem fremden Dach gelegen und an zu Hause gedacht." - Zitat, Seite 79 FAZIT Dies war mein allererster Versuch mit dem Werk von William Faulkner und ich bin absolut fasziniert. Den Roman habe ich in einem Zug durchgelesen und nur innegehalten, um mir einige Textpassagen zu notieren. Ich fühlte mich förmlich hineingezogen in den Text, der mich immer wieder überrascht und zunehmend bezauberte. William Faulkner hat wohl einen speziellen Sinn für Humor, der mich persönlich sehr anspricht. Und die Poesie in seiner Prosa ist einfach göttlich. Wer wagt ebenfalls das Experiment dieser Lektüre? "Die ersten schweren Tropfen rascheln durchs Laub und auf die Erde mit einem langen Seufzen, als seien sie von einer unerträglichen Spannung erlöst." - Zitat, Seite 75
Tour de Force
Man wird schnell reingezogen in die Geschichte, eines seiner ersten Bücher zeigt schon klar seine Art zu schreiben, die ungefilterten Gedanken verschiedener Charaktere und wie sie die Story beeinflussen und sehen. "As I lay dying the woman with the dog's eyes would not close my eyes for me as I descended into Hades." (Odyssey, Book XI)
Faulkner erzählt in 15 wechselnden Perspektiven die Geschichte, in deren Zentrum die ärmliche Südstaaten-Familie Bundren steht. Addie Bundren - Mutter von 5 Kindern -, tätigt auf ihrem Sterbebett den letzten Atemzug und ihr letzter Wunsch ist es, in ihrem Heimatort Jefferson begraben zu werden. Dadurch wird der zerrütteten Familie eine Odyssee oktroyiert, die sie durch diverse Naturkatastrophen, inneren und äußeren Konflikten, sowie psychische Zusammenbrüche führt. Nach und nach werden die innersten Gedanken, Ängste und tiefsten Geheimnisse dekuvriert - dies kulminiert darin, dass Darl Bundren am Ende der beschwerlichen Reise in eine Anstalt gebracht wird. Die fragmentarische Narration kann stellenweise recht herausfordernd sein, belohnt den Leser am Ende jedoch mit einer emotionalen und psychologischen Tiefe, welche in wenigen Werken zu finden ist.

Dieses Buch - ist eine Aneinanderreihung von über 50 inneren Monologen, die je nach Ich-Erzähler eine unterschiedliche Ausdrucksart haben. Beschreibungen des Jetzt, Rückblicke, krude Philosophien, Bewusstseinsströme und psychisch kranke Vorstellungen von Menschen als Tiere, - ist ein Roadtrip der klassischen amerikanischen Art, bei dem der Sarg der Mutter in ihren 40 Meilen entfernten Heimort gebracht werden soll unter den widrigsten Umständen, - ist ein Beweis, dass jeder Mensch trotz familiärer und nachbarschaftlicher Gemeinschaft in erster Linie an sich denkt beim Kampf um das Leben und Überleben, - ist eine scheinbar nicht enden wollende Familientragödie, - zeigt, dass Jeder auf seine Art verrückt ist und die, die scheinbar normal sind am Ende auch dem Wahnsinn verfallen und umgekehrt die, die am Anfang skurril wirkten, noch die Klarsten sind, - ist ein Sinnbild für den Kampf der Menschen gegen die Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde, - ist die Geschichte der Armen Farmersfamilien Bundren, die mit der bedauernswerte White Trash sind, von dem ich in der Literatur je gelesen habe, - habe ich bestimmt nur zur Hälfte vollständig in seinen möglichen Deutungen und Interpretationen erfasst und obwohl ich solche Bewusstseinstrombücher a la James Joyce oder Virgina Woolf eigentlich immer sehr anstrengend finde, hat mich dieses kleine Buch gepackt, - kann man bestimmt mehrmals lesen und immer neue Dinge entdecken, denn nun, wo man weiß, wie alle Verlechtungen verlaufen, wird so manches vom Beginn klarer, - liebt man oder hasst man. Ich zähle wohl zur ersten Gruppe.
As I Lay Dying is primarily about the Bundren family's arduous journey to bury their deceased mother, Addie, but it's fundamentally a deep exploration of individual perceptions, fractured family dynamics, and the subjective nature of truth. Is it easy to read? No, not at all. Faulkner's experimental narrative, with its multiple, often contradictory, first-person perspectives and stream-of-consciousness style, makes it quite challenging. You have to work to piece together the story.
Dieses Buch - ist eine Aneinanderreihung von über 50 inneren Monologen, die je nach Ich-Erzähler eine unterschiedliche Ausdrucksart haben. Beschreibungen des Jetzt, Rückblicke, krude Philosophien, Bewusstseinsströme und psychisch kranke Vorstellungen von Menschen als Tiere, - ist ein Roadtrip der klassischen amerikanischen Art, bei dem der Sarg der Mutter in ihren 40 Meilen entfernten Heimort gebracht werden soll unter den widrigsten Umständen, - ist ein Beweis, dass jeder Mensch trotz familiärer und nachbarschaftlicher Gemeinschaft in erster Linie an sich denkt beim Kampf um das Leben und Überleben, - ist eine scheinbar nicht enden wollende Familientragödie, - zeigt, dass Jeder auf seine Art verrückt ist und die, die scheinbar normal sind am Ende auch dem Wahnsinn verfallen und umgekehrt die, die am Anfang skurril wirkten, noch die Klarsten sind, - ist ein Sinnbild für den Kampf der Menschen gegen die Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde, - ist die Geschichte der Armen Farmersfamilien Bundren, die mit der bedauernswerte White Trash sind, von dem ich in der Literatur je gelesen habe, - habe ich bestimmt nur zur Hälfte vollständig in seinen möglichen Deutungen und Interpretationen erfasst und obwohl ich solche Bewusstseinstrombücher a la James Joyce oder Virgina Woolf eigentlich immer sehr anstrengend finde, hat mich dieses kleine Buch gepackt, - kann man bestimmt mehrmals lesen und immer neue Dinge entdecken, denn nun, wo man weiß, wie alle Verlechtungen verlaufen, wird so manches vom Beginn klarer, - liebt man oder hasst man. Ich zähle wohl zur ersten Gruppe.
This was not for me, unfortunately. Amerikanische Südstaaten, frühes 20. Jahrhundert. Addie Bundren liegt im Sterben. Um sie herum bereiten ihr Mann und ihre Söhne sich auf ihren Tod vor, einer von ihnen zimmert den Sarg. Anse Bundren möchte seiner Frau ihren letzten Wunsch erfüllen und sie in ihrer Heimatstadt Jefferson beerdigen. Der Weg dorthin ist jedoch mühsam und reich an Hindernissen, er wird den Bundrens einiges abverlangen. Ich habe mich vorab nicht über Faulkners Schreibstil informiert, wollte aber unbedingt einmal ein Buch des Nobelpreisträgers lesen. Zumal mich auch die Zeit und das Thema „White Trash“ interessieren. Ziemlich schnell wurde mir klar, worauf ich mich da eingelassen hatte. Die Perspektive wechselt häufig zwischen 15 verschiedenen Charakteren. Das bereitete mir keine Schwierigkeiten. Faulkners Schreibstil ist experimentell, lässt vieles unausgesprochen, die Leserin muss sehr viel zwischen den Zeilen lesen. Ohne die Anmerkungen zu den einzelnen Kapiteln, die ich im Internet gefunden und nach jedem Kapitel gelesen habe, wäre mir viel entgangen. Das muss nichts Negatives sein. Es kann Spaß machen, Symbole zu entschlüsseln und einen Text auseinanderzunehmen, es war mir aber einfach zu viel, das es zu analysieren galt. Was mir außerdem Probleme bereitete, war die Art des Symbolismus, die Faulkner einsetzt. Wenn er ein Kind sagen lässt: „My mother is a fish.“ (Seite 76, der einzige Satz des Kapitels), kaufe ich ihm das einfach nicht ab. Dahinter steckt christlicher Symbolismus, aber ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind solche Gedankengänge hat und dass erwachsene, ungebildete Männer denken und sprechen, wie Faulkner es im Stream-of-Consciousness wiedergibt. Das schafft für mich eine Distanz zu den Charakteren, die bis zur Gleichgültigkeit führt. Ich liebe Symbolismus, etwa in Jane Eyre, aber die Bilder müssen für mich nachvollziehbar und glaubwürdig sein. Ich musste leider feststellen, dass dies in Faulkners Werk nicht der Fall war. Ich fand weder einen Zugang zu der Geschichte noch zu den Charakteren. Der experimentelle Stil beherrscht den Roman, sodass inhaltliche Aspekte, die mich interessiert hätten, kaum zum Tragen kommen. Mit anderen Worten: Ich musste mich durch das Buch durchquälen. Ich möchte niemandem auf den Fuß treten, der Faulkner liebt. Es ist mein persönlicher Geschmack, der mich den Roman als zu abstrus empfinden lässt. Wer solche Symbolik mag, kommt hier sicher auf seine Kosten.













