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Ich hab mir dieses Jahr vorgenommen, jeden Monat ein Buch von meinem SuB zu lesen und die Reado-Würfel entscheiden zu lassen. Dies war mein Januarbuch und ich habe es im Januar angefangen und im Februar beendet. Langsames Lesen war angesagt. Und nun frag ich mich, wie ich ein Buch beschreiben soll, bei dem ich das Gefühl habe, vieles nicht verstanden zu haben und doch so einiges begriffen. Das ist mein erstes Buch von Toni Morrison. Ob ich mich bewusst genau jetzt für dieses Buch im Januar entschieden hätte, weiß ich nicht. Da im Februar #blackhistorymonth ist, passt es thematisch allerdings sehr gut dazu und ich bin froh, dass die Reado-Würfel für mich entschieden haben. Es geht um Sethe, die in Cincinnati im Jahr 1885 mit ihrer Tochter Denver im Haus Nr. 124 lebt. Vor Jahren ist sie von der „Sweet Home“-Plantage geflohen und zu ihrer Schwiegermutter, in das Haus Nr. 124, geflüchtet. Baby Suggs wurde von ihrem Sohn, Sethes Ehemann, durch Mehrarbeit freigekauft und hat in dem Haus Nr. 124 mit den älteren Kindern ihres Sohnes Halle in Freiheit auf das Ehepaar gewartet. Baby Suggs war sehr beliebt und füllte das Haus Nr. 124 mit Leben. Sie hielt Predigten im Wald und war Ratgeberin der Schwarzengemeinde. Doch dann passiert etwas Furchtbares und das Haus wird ab dem Tag von dem Geist der verstorbenen Tochter Sethes, Denvers älterer Schwester, heimgesucht. Eines Tages, 18 Jahre später, kommt Paul D bei der ehemaligen Wegstation Haus Nr. 124 vorbei und besucht seine alte Leidensgenossin Sethe. Er vertreibt den Geist, doch dann taucht „Menschenkind“ auf und Erinnerungen werden wach. Der Schreibstil ist nicht leicht und etwas mystisch. Dementsprechend habe ich es sehr langsam gelesen. Ich hab meine Zeit gebraucht, um zu verstehen, dass hier verschiedene Erinnerungen, Zeitebenen und Ereignisse erzählt werden. Sie sind nicht chronologisch angelegt und manche Bruchstücke habe ich auch nicht ganz erfasst. Und trotzdem hab ich das Buch sehr gern zur Hand genommen, auch wenn das Thema wirklich schwer ist und ich es immer wieder weglegen musste, um zu verarbeiten, was ich lese. Um zu begreifen, welche menschlichen Grausamkeiten hier erzählt werden. Für mich eine Leseempfehlung und definitiv nicht das letzte Buch der Autorin. S.59 „Es war ein Luxus, den sie achtzehn Jahre lang nicht gehabt hatte und auch damals nur einmal. Vorher und seither war all ihr Bemühen nur darauf gerichtet gewesen, Schmerz nicht gerade zu vermeiden, aber so schnell wie möglich durchzustehen. Die einzigen Pläne, die sie je geschmiedet hatte - von Sweet Home fortzukommen -, waren so vollständig gescheitert, daß sie das Leben nie wieder durch weiteres Pläneschmieden herausforderte.“ S.68 „Riskant, dachte Paul D, sehr riskant. Irgend etwas so sehr zu lieben war gefährlich für eine ehemalige Sklavin, besonders wenn es die eigenen Kinder waren. Am besten, das wußte er, war es, nur ein klein wenig zu lieben; alles nur ein klein wenig zu lieben, so daß man, wenn sie einem das Rückgrat brachen oder einen in den Sack steckten, vielleicht noch ein klein wenig Liebe für etwas anderes übrig hatte.“ S.299 „Er war der jüngste von drei Halbbrüdern (dieselbe Mutter - verschiedene Väter), die an Garner verkauft und dort mit der Auflage, die Farm ja nicht zu verlassen, zwanzig Jahre lang gehalten wurden. Einmal war er in Maryland vier Sklavenfamilien begegnet, die alle schon seit hundert Jahren zusammenlebten: Urgroßeltern, Großeltern, Mütter, Väter, Tanten, Onkel, Vettern, Kinder, Halbweiß, teilweise weiß, ganz schwarz, mit I****nerblut. Er hatte sie voller Ehrfurcht und Neid betrachtet, und jedesmal, wenn er schwarze Großfamilien sah, bat er sie, wieder und wieder zu erklären, wer sie im einzelnen waren, wer genau mit wem verwandt war.“ Meine Ausgabe ist von 1994. Rechtschreibreform war erst danach ;)
Feb 12, 2026
Ich hab mir dieses Jahr vorgenommen, jeden Monat ein Buch von meinem SuB zu lesen und die Reado-Würfel entscheiden zu lassen. Dies war mein Januarbuch und ich habe es im Januar angefangen und im Februar beendet. Langsames Lesen war angesagt. Und nun frag ich mich, wie ich ein Buch beschreiben soll, bei dem ich das Gefühl habe, vieles nicht verstanden zu haben und doch so einiges begriffen. Das ist mein erstes Buch von Toni Morrison. Ob ich mich bewusst genau jetzt für dieses Buch im Januar entschieden hätte, weiß ich nicht. Da im Februar #blackhistorymonth ist, passt es thematisch allerdings sehr gut dazu und ich bin froh, dass die Reado-Würfel für mich entschieden haben. Es geht um Sethe, die in Cincinnati im Jahr 1885 mit ihrer Tochter Denver im Haus Nr. 124 lebt. Vor Jahren ist sie von der „Sweet Home“-Plantage geflohen und zu ihrer Schwiegermutter, in das Haus Nr. 124, geflüchtet. Baby Suggs wurde von ihrem Sohn, Sethes Ehemann, durch Mehrarbeit freigekauft und hat in dem Haus Nr. 124 mit den älteren Kindern ihres Sohnes Halle in Freiheit auf das Ehepaar gewartet. Baby Suggs war sehr beliebt und füllte das Haus Nr. 124 mit Leben. Sie hielt Predigten im Wald und war Ratgeberin der Schwarzengemeinde. Doch dann passiert etwas Furchtbares und das Haus wird ab dem Tag von dem Geist der verstorbenen Tochter Sethes, Denvers älterer Schwester, heimgesucht. Eines Tages, 18 Jahre später, kommt Paul D bei der ehemaligen Wegstation Haus Nr. 124 vorbei und besucht seine alte Leidensgenossin Sethe. Er vertreibt den Geist, doch dann taucht „Menschenkind“ auf und Erinnerungen werden wach. Der Schreibstil ist nicht leicht und etwas mystisch. Dementsprechend habe ich es sehr langsam gelesen. Ich hab meine Zeit gebraucht, um zu verstehen, dass hier verschiedene Erinnerungen, Zeitebenen und Ereignisse erzählt werden. Sie sind nicht chronologisch angelegt und manche Bruchstücke habe ich auch nicht ganz erfasst. Und trotzdem hab ich das Buch sehr gern zur Hand genommen, auch wenn das Thema wirklich schwer ist und ich es immer wieder weglegen musste, um zu verarbeiten, was ich lese. Um zu begreifen, welche menschlichen Grausamkeiten hier erzählt werden. Für mich eine Leseempfehlung und definitiv nicht das letzte Buch der Autorin. S.59 „Es war ein Luxus, den sie achtzehn Jahre lang nicht gehabt hatte und auch damals nur einmal. Vorher und seither war all ihr Bemühen nur darauf gerichtet gewesen, Schmerz nicht gerade zu vermeiden, aber so schnell wie möglich durchzustehen. Die einzigen Pläne, die sie je geschmiedet hatte - von Sweet Home fortzukommen -, waren so vollständig gescheitert, daß sie das Leben nie wieder durch weiteres Pläneschmieden herausforderte.“ S.68 „Riskant, dachte Paul D, sehr riskant. Irgend etwas so sehr zu lieben war gefährlich für eine ehemalige Sklavin, besonders wenn es die eigenen Kinder waren. Am besten, das wußte er, war es, nur ein klein wenig zu lieben; alles nur ein klein wenig zu lieben, so daß man, wenn sie einem das Rückgrat brachen oder einen in den Sack steckten, vielleicht noch ein klein wenig Liebe für etwas anderes übrig hatte.“ S.299 „Er war der jüngste von drei Halbbrüdern (dieselbe Mutter - verschiedene Väter), die an Garner verkauft und dort mit der Auflage, die Farm ja nicht zu verlassen, zwanzig Jahre lang gehalten wurden. Einmal war er in Maryland vier Sklavenfamilien begegnet, die alle schon seit hundert Jahren zusammenlebten: Urgroßeltern, Großeltern, Mütter, Väter, Tanten, Onkel, Vettern, Kinder, Halbweiß, teilweise weiß, ganz schwarz, mit I****nerblut. Er hatte sie voller Ehrfurcht und Neid betrachtet, und jedesmal, wenn er schwarze Großfamilien sah, bat er sie, wieder und wieder zu erklären, wer sie im einzelnen waren, wer genau mit wem verwandt war.“ Meine Ausgabe ist von 1994. Rechtschreibreform war erst danach ;)
Feb 12, 2026







