A Mercy: Ausgezeichnet: Library Journal Best Books of the Year, 2008
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Description
In the 1680s the slave trade in the Americas is still in its infancy. Jacob Vaark is an Anglo-Dutch trader and adventurer, with a small holding in the harsh North. Despite his distaste for dealing in “flesh,” he takes a small slave girl in part payment for a bad debt from a plantation owner in Catholic Maryland. This is Florens, who can read and write and might be useful on his farm. Rejected by her mother, Florens looks for love, first from Lina, an older servant woman at her new master's house, and later from the handsome blacksmith, an African, never enslaved, who comes riding into their lives.
Book Information
Posts
Der Roman Gnade von Toni Morrison spielt im 17. Jahrhundert in Nordamerika. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Florens, das von seiner Mutter an den Siedler Jacob Vaark gegeben wird. Auf Vaarks Farm leben Menschen unterschiedlicher Herkunft: Sklaven, Dienstboten und eine indigene Frau. Nach Vaarks Tod zerfällt die Gemeinschaft, und Florens macht sich auf eine gefährliche Reise, um Hilfe zu holen.
Ein Roman wie raues Land unter nackten Füßen
Manchmal fühlt sich Lesen an wie durch kalten Schlamm laufen – schwer, langsam, aber unmöglich stehen zu bleiben. Genau dieses Gefühl stellt sich bei Gnade ein. Toni Morrison wirft einen ohne Vorwarnung in die nordamerikanischen Kolonien des 17. Jahrhunderts und lässt einen dort nicht mehr los. Keine Schonung, keine hübsche Historienkulisse, sondern ein Leben, das von Schuld, Abhängigkeit und nacktem Überleben geprägt ist. Florens ist noch ein Kind, als sie verkauft wird. Dieser Moment sitzt wie ein Splitter im Kopf und hört nie auf zu stechen. Um sie herum Frauen, die alle auf ihre Weise verloren gegangen sind: Rebekka, Lina, Sorrow. Keine Heldinnen im klassischen Sinn, sondern Figuren mit Rissen, Wunden und Erinnerungen, die nachts lauter sind als der Wind draußen. Morrison erzählt ihre Geschichten leise, aber mit einer Wucht, die sich erst nach und nach entfaltet. Die Sprache ist dicht, manchmal sperrig, dann wieder erschreckend klar. Hier wird nichts erklärt, nichts entschuldigt. Alles fühlt sich roh an, als hätte jemand den Lack der Geschichte abgekratzt. Beim Lesen ertappt man sich ständig bei dem Gedanken, wie wenig Freiheit ein Menschenleben wert sein kann, wenn Herkunft, Hautfarbe und Zufall darüber entscheiden. Trotz der Härte liegt etwas Zärtliches in diesem Buch. Kleine Gesten, flüchtige Nähe, ein Blick zu viel – das alles zählt plötzlich mehr als große Worte. Gnade ist kein Wohlfühlroman, sondern ein stiller Schlag in die Magengrube, der lange nachwirkt. Eines dieser Bücher, die man zuklappt und erst mal aus dem Fenster schaut, weil man kurz sortieren muss, was da gerade passiert ist.

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In the 1680s the slave trade in the Americas is still in its infancy. Jacob Vaark is an Anglo-Dutch trader and adventurer, with a small holding in the harsh North. Despite his distaste for dealing in “flesh,” he takes a small slave girl in part payment for a bad debt from a plantation owner in Catholic Maryland. This is Florens, who can read and write and might be useful on his farm. Rejected by her mother, Florens looks for love, first from Lina, an older servant woman at her new master's house, and later from the handsome blacksmith, an African, never enslaved, who comes riding into their lives.
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Der Roman Gnade von Toni Morrison spielt im 17. Jahrhundert in Nordamerika. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Florens, das von seiner Mutter an den Siedler Jacob Vaark gegeben wird. Auf Vaarks Farm leben Menschen unterschiedlicher Herkunft: Sklaven, Dienstboten und eine indigene Frau. Nach Vaarks Tod zerfällt die Gemeinschaft, und Florens macht sich auf eine gefährliche Reise, um Hilfe zu holen.
Ein Roman wie raues Land unter nackten Füßen
Manchmal fühlt sich Lesen an wie durch kalten Schlamm laufen – schwer, langsam, aber unmöglich stehen zu bleiben. Genau dieses Gefühl stellt sich bei Gnade ein. Toni Morrison wirft einen ohne Vorwarnung in die nordamerikanischen Kolonien des 17. Jahrhunderts und lässt einen dort nicht mehr los. Keine Schonung, keine hübsche Historienkulisse, sondern ein Leben, das von Schuld, Abhängigkeit und nacktem Überleben geprägt ist. Florens ist noch ein Kind, als sie verkauft wird. Dieser Moment sitzt wie ein Splitter im Kopf und hört nie auf zu stechen. Um sie herum Frauen, die alle auf ihre Weise verloren gegangen sind: Rebekka, Lina, Sorrow. Keine Heldinnen im klassischen Sinn, sondern Figuren mit Rissen, Wunden und Erinnerungen, die nachts lauter sind als der Wind draußen. Morrison erzählt ihre Geschichten leise, aber mit einer Wucht, die sich erst nach und nach entfaltet. Die Sprache ist dicht, manchmal sperrig, dann wieder erschreckend klar. Hier wird nichts erklärt, nichts entschuldigt. Alles fühlt sich roh an, als hätte jemand den Lack der Geschichte abgekratzt. Beim Lesen ertappt man sich ständig bei dem Gedanken, wie wenig Freiheit ein Menschenleben wert sein kann, wenn Herkunft, Hautfarbe und Zufall darüber entscheiden. Trotz der Härte liegt etwas Zärtliches in diesem Buch. Kleine Gesten, flüchtige Nähe, ein Blick zu viel – das alles zählt plötzlich mehr als große Worte. Gnade ist kein Wohlfühlroman, sondern ein stiller Schlag in die Magengrube, der lange nachwirkt. Eines dieser Bücher, die man zuklappt und erst mal aus dem Fenster schaut, weil man kurz sortieren muss, was da gerade passiert ist.








