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Romane

Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste

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Über das Buch

Ein bisschen Gras, ein genialer Coup und das Wunder von Bayern – Jakob Heins absurd komischer Roman über eins der größten deutschen Geheimnisse: Wie nur brachten die Ostler einst den Bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß dazu, mit einem Milliardenkredit ihr bankrottes Land zu retten? Eine herrlich abgedrehte Geschichte mit einem der entspanntesten Helden der Literatur.

Nicht im Traum wäre sein Chef darauf gekommen, dass ausgerechnet Grischa, dieser schüchterne Assistent der Plankommission, zu Subversion neigt und einen – zugegeben – ziemlich genialen Plan ausheckt, wie ihr maroder Laden an eine neue, überraschend gut sprudelnde Finanzquelle gelangt. Wobei ‚Laden‘ in diesem Fall für ein ganzes Land steht.

Vielleicht lag es daran, dass Grischa einen etwas eigenwilligen Filmgeschmack hat, in dem sich amerikanische Drogenmafia-Thriller mit sozialistischen Heldenepen kreuzen?

Jedenfalls: Grischas Chef kommt aus dem Staunen nicht raus, und mit ihm staunen alle möglichen greisen Minister im Zentralkomitee. Am meisten staunt allerdings kurz darauf der Polizeichef von Westberlin, als sich am Grenzübergang Invalidenstraße tumultartige Szenen abspielen, und zwar auf der falschen (!) Seite. Hunderte junge Leute wollen nach drüben, in den Osten, als wäre Magie im Spiel. Als die Regierung in Bonn Wind davon bekommt, wird die Lage brenzlig.

Doch da macht der Osten dem Westen ein Angebot, das er nicht ablehnen kann!

Editionen (2)

ISBN9783869713168
VerlagGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum13.02.25
Seitenzahl256

Merkmale

4 Bewertungen

UngewöhnlichWitzigSympathischVielschichtigEntwickelndSchnell

Rezensionen & Bewertungen

112 Bewertungen

21 Rezensionen

4,2

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  • bea777
    bea777

    482 Follower

    4,5

    Eine kurzweilige Persiflage auf den Außenhandel der DDR

    Mit einem Augenzwinkern schildert Jakob Hein eine Geschichte über den DDR Außenhandel. Worum geht's? Grischa erfolgreicher Absolvent der Außenhandelsschule verlässt das betuliche Gera in Richtung Berlin, Hauptstadt der DDR. Er hat eine heißbegehrte Stelle in der Plankommission ergattert, wo er die Außenhandelsbeziehungen mit Afghanistan aufbauen soll. Voller Tatendrang wird er jäh ausgebremst, als sein Vorgesetzer ihm unmissverständlich zu verstehen gibt, dass es in diesem Bereich keine Aufgaben gibt und er sich im kunstvollen Abwarten üben muss. Das Problem ist, dass Afghanistan lediglich landwirtschaftliche Produkte in den Export bringen kann, die eine berauschende Wirkung haben. Grischas Ehrgeiz ist geweckt und er erarbeitet ein Konzept, mit dem auf legale Weise Medizinalhanf aus Afghanistan importiert und gegen Devisen in den Westen weiter verkauft werden kann. Die Lösung ist ein Afghanischer Freundschaftsladen im Grenzgebiet an der Berliner Invalidenstraße. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, boomt der Lafen nach kurzer Zeit und spült eine Menge Geld in die leere Staatskasse. Das bleibt natürlich auch dem Westen nicht verborgen und es kommt zu diplomatischen Verwerfungen... Zum Teil ist die Geschichte so abwegig, dass man sich schon wieder vorstellen kann, sie ist wirklich passiert. Das liegt u.a daran, dass mit Josef Strauß und Erich Mielke reale Personen der deutsch-deutschen Geschichte Eingang in die Story finden.Wer humorvolle Geschichten mag und nicht alles bierernst nimmt, ist gut beraten, zu diesem unterhaltsamen Buch zu greifen.

    Eine kurzweilige Persiflage auf den Außenhandel der DDR

    3. Juni 2026

  • ancla_books4life
    ancla_books4life

    214 Follower

    5,0

    Herrlich gelacht und geistig angeregt geschlossen!

    **** Worum geht es? & Mein Eindruck ****
Der Titel des Buches ist schon ein kleines Highlight, und genau dieser Ausdruck, Humor und Stil prägen auch das gesamte Werk. Ich habe oft still vor mich hingeschmunzelt und gleichzeitig etwas wirklich Geistreiches geboten bekommen. Die Detailverliebtheit in jedem Satz, die sorgfältige Wortwahl – alles wirkt durchdacht und gekonnt inszeniert. Der Text wird so zur Bühne, auf der die Figuren uns das Mindset des Autors vorführen. Besonders beeindruckend finde ich, wie Wortwiederholungen hier zur Kunstform erhoben werden. Ich bin ein großer Fan davon, bewusst mit Sprache zu spielen – und Hein tut das meisterhaft. Auch inhaltlich überzeugt das Buch: Es führt fiktiv, aber klug und spannend an ein bedeutsames historisches Ereignis der DDR-Politik in den 80er Jahren heran – den Milliardenkredit. So lässt sich Geschichte auf unterhaltsame Weise vermitteln. Dass das Buch dabei hervorragend recherchiert ist, gerät fast schon zur Nebensache. Für mich eine ganz großartige Lektüre und ein riesiges Lesevergnügen. **** Empfehlung? **** Wer intelligente, sprachlich brillante und zugleich humorvolle Literatur schätzt, sollte dieses Buch lesen. Es ist gleichermaßen anregend, lehrreich und unterhaltsam. Sprachlich brillant und einzigartig!

    2. Juli 2025

  • stefanieleipzig
    stefanieleipzig

    119 Follower

    4,5

    Kunstvolles Warten oder Wie die DDR die Marihuana Handel voran treibt. Grischa kommt nach seinem Studium aus dem beschaulichen Gera nach Berlin. Er hat eine gut Stelle im Planungskomitee bekommen und wird zukünftig mit dem Partnerland Afghanistan arbeiten. Naja, so richtig nicht, sein Vorgesetzter Burg weiht ihn noch am ersten Tag in das Geheimnis des kunstvollen Wartens ein. Es gibt schlichtweg nichts zu tun. Grischa sucht sich eine Aufgabe und präsentiert seine Idee. Medizinisches Hanf eignet sich perfekt als Handelsgut. Nach einigen Besprechungen reist eine kleine Gruppe nach Afghanistan und macht einen Deal. Wieder zurück in der DDR stellt sich die Frage, wie wird das Marihuana unter die Westdeutschen gebracht, Devisen usw. Es entsteht eine Idee und nach Startschwierigkeiten läuft das Geschäft besser als gut. Natürlich bekommt die BRD das auch mit und ist erbost. Es wird wild nach Lösungen gesucht. Mal eine etwas andere Geschichte über die DDR und BRD, hat Spaß gemacht zu lesen.

    7. Dez. 2025

3 von 21 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 2510%
madleinchen
madleinchen23. Jan. 2026

»Ist ja nicht weiter wild. Rauchen ist einfach nur eine der Arten des kunstvollen Wartens.«

Seite 256100%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Jakob Hein

Jakob Hein arbeitet als Psychiater. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter »Mein erstes T-Shirt« (2001), »Herr Jensen steigt aus« (2006), »Wurst und Wahn« (2011), »Kaltes Wasser« (2016) und »Die Orient-Mission des Leutnant Stern« (2018). Sein Buch »Hypochonder leben länger und andere gute Nachrichten aus meiner psychiatrischen Praxis« (2020) stand nach Erscheinen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Zuletzt erschien sein Roman »Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste« im Frühjahr 2025.

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